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Copyright AI modified Messe Düsseldorf, Constanze Tillmann
20.10.2026

Starker Auftakt für die drupa 2028: Aussteller aus 38 Ländern

Rund eineinhalb Jahre vor Messestart entfaltet die Weltleitmesse für Printing Solutions bereits ihre globale Zugkraft: Unternehmen aus 38 Ländern haben sich für die drupa 2028 angemeldet – ein starkes Signal aus der internationalen Print- und Packaging-Industrie. Vom 9. bis 17. Mai 2028 wird Düsseldorf erneut zum Ort, an dem der Puls der Branche spürbar wird, Innovationen Gestalt annehmen und neue Geschäftsperspektiven entstehen. Unternehmen können sich noch bis zum 31. Oktober 2026 anmelden.

Rund eineinhalb Jahre vor Messestart entfaltet die Weltleitmesse für Printing Solutions bereits ihre globale Zugkraft: Unternehmen aus 38 Ländern haben sich für die drupa 2028 angemeldet – ein starkes Signal aus der internationalen Print- und Packaging-Industrie. Vom 9. bis 17. Mai 2028 wird Düsseldorf erneut zum Ort, an dem der Puls der Branche spürbar wird, Innovationen Gestalt annehmen und neue Geschäftsperspektiven entstehen. Unternehmen können sich noch bis zum 31. Oktober 2026 anmelden.

Von etablierten Global Playern bis zu aufstrebenden Newcomern: Schon jetzt liest sich die Ausstellerliste wie das Who's Who der Print- und Packaging-Industrie entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Namhafte und langjährige Aussteller wie Comexi, Esko, Fujifilm, HEIDELBERG, Horizon, Konica Minolta, KYOCERA Document Solutions, LEONHARD KURZ, Line O Matic, UPG, Windmöller & Hölscher und viele mehr sind angemeldet und werden vom 9. bis 17. Mai 2028 ihre Innovationen, Technologietrends, Produktportfolios und Premieren in Düsseldorf präsentieren. Besucherinnen und Besucher dürfen sich auf ein Messeerlebnis freuen, bei dem komplexe, automatisierte Workflows, integrierte Prozesse und neue Technologien live im Produktionszusammenhang erlebbar werden.

Die internationale Ausrichtung der drupa spiegelt sich bereits deutlich in den Anmeldungen wider: Neben Deutschland sind zahlreiche Unternehmen aus bedeutenden Print- und Packaging-Märkten wie China, Italien, Indien, Spanien und Japan vertreten. Insgesamt haben sich Aussteller aus 38 Ländern für die drupa 2028 angemeldet.

Internationale Beteiligung zeigt Vielfalt und Innovationskraft der Branche
„Der aktuelle Buchungsstand und insbesondere die hohe internationale Beteiligung sind ein starkes Signal aus dem Markt“, sagt Sabine Geldermann, Director drupa, Portfolio Print Technologies, der Messe Düsseldorf. „Die bisherigen Ausstellerprofile spiegeln die gesamte Bandbreite der Branche wider: von etablierten Technologieführern über hochspezialisierte Lösungsanbieter bis hin zu Unternehmen aus neuen Technologiefeldern. Genau darin liegt die besondere Stärke der drupa. Sie vereint die internationale Print- und Packaging-Industrie entlang der gesamten Wertschöpfungskette und macht sichtbar, welche Technologien, Perspektiven und Partnerschaften ihre Zukunft prägen werden.“

Auch aus Sicht der Industrie ist die frühe internationale Beteiligung ein wichtiges Signal. Dr. Andreas Pleßke, Vorsitzender des drupa-Komitees, erklärt: „Dass sich bereits heute Unternehmen aus 38 Ländern für die drupa 2028 entschieden haben, zeigt die weltweite Bedeutung dieser Plattform für unsere Industrie. Die Branche befindet sich technologisch in einer hochdynamischen Phase. Automatisierung, Künstliche Intelligenz und vernetzte Produktionsprozesse verändern Wertschöpfungsketten und eröffnen neue Geschäftsmöglichkeiten. Umso wichtiger ist ein internationaler Ort, an dem Innovationen nicht isoliert, sondern im Zusammenspiel von Technologie, Anwendung und Markt erlebbar werden. Genau dafür steht die drupa. Freuen Sie sich auf eine drupa 2028, die völlig neue Formate bieten wird, um Ihnen diesen hochdynamischen Wandel und neue Geschäftschancen zu präsentieren.“

Impulse für Wachstum, Innovation und neue Marktpotenziale
Die drupa 2028 richtet den Blick verstärkt auf End-to-End-Lösungen sowie auf Automatisierung, Robotik, Künstliche Intelligenz, Materialien und Kreislaufwirtschaft. Im Mittelpunkt steht dabei das Zusammenspiel von Hardware, Software, Daten und automatisierten Produktionsprozessen zu integrierten Systemen.

Zugleich öffnet sich die drupa weiteren Akteuren entlang der Wertschöpfungskette: Neben Technologieanbietern, Druckdienstleistern und Convertern gewinnen Brand Owner, Designer und die Kreativwirtschaft an Bedeutung. Die neue Erlebnisarchitektur mit den vier Clustern grow, create, learn und play verbindet Business & Solutions, Kreativität, Wissenstransfer und Community unter einem gemeinsamen Dach.

Auch das Rahmenprogramm der drupa 2028 nimmt zunehmend Gestalt an. Bühnen, interaktive Formate und Wissensangebote bringen Technologien, Anwendungen und die Menschen dahinter zusammen. Dabei erhält auch die nächste Generation der Branche mehr Raum: Young Talents, Start-ups und junge Technologieunternehmen treffen gezielt auf etablierte Marktakteure und internationale Entscheider.

Weitere Details zum Rahmenprogramm und zu neuen Formaten werden Anfang 2027 vorgestellt.
Anmeldung noch bis 31. Oktober 2026
Die Anmeldung zur drupa 2028 ist noch bis zum 31. Oktober 2026 unter www.drupa.de/anmeldung möglich. Aussteller der drupa 2024 nutzen dafür ihre bestehenden Zugangsdaten, während Erstaussteller Schritt für Schritt durch das Online-Verfahren geführt werden.

Weitere Informationen:
drupa Messe Düsseldorf
Quelle:

Messe Düsseldorf

(c) RenewPoly GmbH
20.10.2026

AVK-Innovationspreis 2026 – Gewinnende stehen fest

Die Gewinnenden des renommierten Innovationspreises für Faserverbundkunststoffe der AVK– In-dustrievereinigung Verstärkte Kunststoffe wurden in diesem Jahr am 20. Oktober 2026 im Rahmen des JEC Composites Talks DACH in Köln präsentiert.

Der Preis geht an Unternehmen, Institute und deren Partner jeweils in den drei Kategorien „Produkte und Anwendungen“, „Prozesse und Verfahren“ sowie „Forschung und Wissenschaft“ für herausra-gende Composites-Innovationen. Eine Fachjury aus Ingenieuren, Wissenschaftlern und Fachjourna-listen bewertet die Einreichungen in den drei Kategorien anhand von Kriterien wie Innovationshöhe, Realisierungsgrad und Nachhaltigkeit.

KATEGORIE INNOVATIVE PRODUKTE UND ANWENDUNGEN

PLATZ 1 | ANYBRID
PARTNER: AVANCO COMPOSITES, MITSUI CHEMICALS EUROPE, STRUCNAMICS, AFPT, HILTI KUNSTSTOFFTECHNIK, INSTITUT FÜR LEICHTBAU UND KUNSTSTOFFTECHNIK DER TU 
DRESDEN

Die Gewinnenden des renommierten Innovationspreises für Faserverbundkunststoffe der AVK– In-dustrievereinigung Verstärkte Kunststoffe wurden in diesem Jahr am 20. Oktober 2026 im Rahmen des JEC Composites Talks DACH in Köln präsentiert.

Der Preis geht an Unternehmen, Institute und deren Partner jeweils in den drei Kategorien „Produkte und Anwendungen“, „Prozesse und Verfahren“ sowie „Forschung und Wissenschaft“ für herausra-gende Composites-Innovationen. Eine Fachjury aus Ingenieuren, Wissenschaftlern und Fachjourna-listen bewertet die Einreichungen in den drei Kategorien anhand von Kriterien wie Innovationshöhe, Realisierungsgrad und Nachhaltigkeit.

KATEGORIE INNOVATIVE PRODUKTE UND ANWENDUNGEN

PLATZ 1 | ANYBRID
PARTNER: AVANCO COMPOSITES, MITSUI CHEMICALS EUROPE, STRUCNAMICS, AFPT, HILTI KUNSTSTOFFTECHNIK, INSTITUT FÜR LEICHTBAU UND KUNSTSTOFFTECHNIK DER TU 
DRESDEN

Composite Hybrid Power Tool
Erstmals wurde eine hochbelastete Diamant-Bohrkrone als thermoplastisches Faserverbundbauteil realisiert. Der gewickelte Hohlkörper aus carbonfaserverstärktem Polypropylen (PP-CF) wird dabei über eine spritzgegossene Verbindungskomponente mit dem metallischen Gewinde verbunden. Diese Anwendungsinnovation wird durch einen integrativen Fertigungsprozess ermöglicht, in dem das la-serbasierte Tapewickeln und das mobile Spritzgießen zusammengeführt werden. Die besonders an-spruchsvolle Auslegung der Verbindungszonen wurde dabei mit einer systematischen Analyse der Prozess-Struktur-Eigenschaftsbeziehungen entwickelt und anhand von umfangreichen experimentel-len Untersuchungen abgesichert.

Die erzielten Ergebnisse sprechen für sich: eine Massereduzierung von ca. 70 % gegenüber Stahl, eine mindestens verdoppelte Lebensdauer mit weiterem Potenzial sowie eine um ca. 37 % verbes-serte CO₂-Bilanz, unterstützt durch den gezielten Einsatz von Rezyklaten, die direkt aus Produkti-onsabfällen erzeugt worden sind.

Am Ende konnte nachgewiesen werden, dass die Praxistauglichkeit einer Bohrkrone aus thermoplas-tischen Composites gegeben ist, da sowohl die mechanischen Ersatztests als auch die Realversu-che im Feld erfolgreich bestanden wurden.

PLATZ 2 | RENEWPOLY GMBH
PARTNER: EXIST FORSCHUNGSTRANSFER, UNTERNEHMERTUM, TUM
FlexFuran™ – Hochleistungs-Polymersystem für flammhemmende Verbundwerkstoffe
FlexFuran™ ist ein innovatives, biobasiertes Polymersystem, das für hochleistungsfähige, flamm-hemmende Verbundwerkstoffe entwickelt wurde. Es bietet eine nachhaltige Alternative zu herkömmli-chen, auf fossilen Rohstoffen basierenden Phenolharzsystemen und erfüllt gleichzeitig die Verarbei-tungs- und Leistungsanforderungen anspruchsvoller Anwendungen. FlexFuran™ basiert auf nach-wachsendem Furfurylalkohol und vereint hohe Feuerbeständigkeit, geringe Rauchtoxizität und her-vorragende mechanische Eigenschaften mit einem deutlich reduzierten ökologischen Fußabdruck. Das Harz lässt sich mit etablierten Verbundwerkstoff-Fertigungstechnologien (als „Drop-in-Lösung“) verarbeiten, darunter Prepreg-, Infusions- und Formpressverfahren. Seine anpassbare Formulierung ermöglicht die Einstellung von Viskosität, Aushärtungsverhalten, Zähigkeit und thermischen Eigen-schaften, um anwendungsspezifische Anforderungen zu erfüllen. FlexFuran™ ist eine skalierbare, industriell umsetzbare Lösung für den Verkehrs- und Mobilitätssektor sowie andere Anwendungen, bei denen Brandschutz, Leichtbau und Nachhaltigkeit von entscheidender Bedeutung sind.

PLATZ 3 | RELINEEUROPE GMBH
Alphaliner MH - Nachhaltige, innovative Sanierungslösung von Abwasserschächten
Der Alphaliner MH ist ein UV-lichthärtender GFK-Schachtliner zur grabenlosen Sanierung maroder Abwasserschächte. Das Produkt wird als standardisierter Schlauchliner mit hoher Dehnfähigkeit in Endloslänge gefertigt und mit DN 630 auf die Baustelle geliefert. Vor Ort wird der Liner zugeschnit-ten, eingehängt und unter Innendruck auf die vorhandene Geometrie aufgedehnt, bevor die Aushär-tung mittels UV-Technologie erfolgt. Für den Prozess wurden ein LKW mit Schachtanhänger zur Linervorbereitung und eine Packer-Kern-Einheit entwickelt.

Der Liner basiert auf einem mehrjährigen F&E-Projekt der RelineEurope GmbH mit Patentanmeldun-gen zur Mess- und Steuertechnik beim Aufdehnen, zur Ausgestaltung des Schachtlinerbodens und zum Verschlusskonzept. Zwanzig Baustellentests bestätigten die Praxistauglichkeit, die Serienüber-führung ist für 2026 geplant. Die grabenlose Sanierung reduziert gegenüber offener Bauweise Aus-hub, Neubau und Transportleistungen und senkt Ressourcenverbrauch und CO₂-Emissionen.

KATEGORIE INNOVATIVE PROZESSE UND VERFAHREN
PLATZ 1 | COMPRISETEC GMBH
PARTNER: INSTITUT FÜR FLUGZEUG-PRODUKTIONSTECHNIK (IFPT), TECHNISCHE UNIVER-SITÄT HAMBURG (TUHH), INVENT GMBH

Robotic Dieless Composite Manufacturing
Mit dem „Robotic Dieless Composite Manufacturing“ haben CompriseTec, das Institut für Flugzeug-Produktionstechnik (IFPT) der Technischen Universität Hamburg (TUHH) und INVENT einen neuen Ansatz für die werkzeuglose Fertigung thermoplastischer Composite-Bauteile entwickelt. Zwei ko-operierende Roboter verformen erwärmte, endlosfaserverstärkte Organobleche von beiden Seiten inkrementell und ermöglichen so die flexible Herstellung komplexer Geometrien ohne geometriespe-zifische Formwerkzeuge. Eine durchgängige digitale Prozesskette überführt das CAD-Modell direkt in drapierungsgerechte Roboterbahnen. Ergänzend lassen sich faserverstärkte Funktionselemente mittels non-planarer, robotergestützter additiver Fertigung direkt auf die ausgeformte Oberfläche aufbringen. Der Ansatz reduziert Werkzeugaufwand und Vorlaufzeiten und eröffnet damit neue Mög-lichkeiten für eine flexible und wirtschaftliche Fertigung von Prototypen, Einzelteilen und Kleinserien.

PLATZ 2 | FIBCLICK GMBH
Pultrusion Planner - Digitale und automatisierte Auslegung von Pultrusionsprozessen mittels KI-basierter CAE-Software
Komplexe Profilgeometrien galten in der Pultrusion lange als unwirtschaftlich, weil die Prozessausle-gung lange dauerte und stark von erfahrenen Ingenieuren abhing. Die fibclick GmbH aus Augsburg bringt mit einem graphbasierten Modell Licht in die Blackbox des Produktionsverhaltens und wurde dafür mit dem AVK Innovationspreis 2026 ausgezeichnet. Mit dem Ansatz ausgelegte Profile laufen bereits in der EU und China, seit Oktober 2026 ist die Software Pul-Planner selbst auf dem Markt. Ein digitaler Zwilling bildet Faserverhalten und Materialeigenschaften ab, die KI generiert daraus De-signvorschläge für Werkzeuge und Anlagen und senkt so Konstruktionszeit und Ausfallraten: Die Produktionsdauer sank in einem Fall von 7 auf 3 Tage. So bleibt das Unternehmen auch bei Perso-nalwechsel oder Krankheit arbeitsfähig. „Wir sehen, wie sich datengetriebene Prozessauslegung etabliert, und freuen uns, Pultrudeuren einen einfachen Einstieg zu ermöglichen", sagt Isa Taflan, Mitgründer von fibclick.

PLATZ 3 | HORNUNG OSP
PARTNER: STEINBEIS INNOVATIONSZENTRUM SMART SOLUTIONS
Biimtec – neues patentiertes Funktionsprinzip für die industrielle Oberflächenbearbeitung
Biimtec wurde für die effiziente und reproduzierbare Vorbereitung von Oberflächen für Klebe-, La-ckier- und Beschichtungsprozesse entwickelt. Gerade bei modernen und empfindlichen Werkstoffen, großflächigen 2D-Bauteilen, komplexen 3D-Geometrien oder dünnen Folien besteht die Herausforde-rung darin, eine homogene und definierte Oberflächenstruktur zu erzeugen, ohne das Bauteil unnötig mechanisch zu belasten.

Die industrielle Strahltechnik blickt auf eine mehr als 150-jährige Entwicklungsgeschichte zurück. Biimtec führt erstmals ein neues Funktionsprinzip ein, bei dem Strahlmitteltransport und Partikelbe-schleunigung funktional voneinander getrennt und unabhängig regelbar werden. Das patentierte Ver-fahren hebt sich damit grundlegend von den bisher etablierten Strahltechnologien ab.

Durch die Entkopplung kann eine sehr hohe Partikelmenge bei gleichzeitig vergleichsweise niedrigem Strahldruck eingesetzt werden. Es entsteht ein dichtes und großflächig wirksames Strahlnetz, das eine schnelle, homogene und konturtreue Bearbeitung von 2D- und 3D-Oberflächen ermöglicht. Die höhere Flächenleistung reduziert notwendige Überfahrten und Bearbeitungszeiten und damit zugleich den Energiebedarf von Kompressor, Absaugung, Robotik und Anlagenperipherie.

Das Verfahren ist materialübergreifend einsetzbar – unter anderem für CFK, GFK, Kunststoffe, Hyb-ridwerkstoffe, Metalle sowie dünne und empfindliche Folien. Oberflächen können gezielt und reprodu-zierbar strukturiert, aufgeraut und in ihrer wirksamen Fläche vergrößert werden. Damit schafft Biim-tec neue Möglichkeiten insbesondere für die Klebe-, Lackier- und Beschichtungsvorbereitung und schließt eine technologische Lücke zwischen klassischen mechanischen Verfahren wie Schleifen und anderen Aktivierungsverfahren, die keine definierte mechanische Oberflächenrauheit erzeugen.

Ein zusätzlicher Vorteil zeigt sich bei geeigneten Werkstoffen in der Fehlererkennung während der Bearbeitung: Poren, Lunker, Delaminationen, Harzfehlstellen oder Faserfehler können sichtbar wer-den. Biimtec verbindet damit Oberflächenvorbereitung, hohe Flächenleistung, Energie- und Ressour-ceneffizienz sowie zusätzliche Qualitätssicherung in einem neuen Prozessprinzip.

KATEGORIE WISSENSCHAFT UND FORSCHUNG
PLATZ 1 | UNIVERSITÄT STUTTGART – INSTITUT FÜR WERKZEUGMASCHINEN,
UNIVERSITÄT STUTTGART – INSTITUT FÜR TEXTIL- UND FASERTECHNOLOGIEN

Strukturkomponenten aus vorgespanntem faserverstärktem Mineralguss
Mineralguss findet aufgrund seiner herausragenden schwingungsdämpfenden Eigenschaften bereits seit den 1970er Jahren Einsatz im Werkzeugmaschinenbau. 

Bedingt durch die vergleichsweise geringe Zugfestigkeit des Werkstoffs, ist sein Anwendungsgebiet jedoch weitestgehend auf stehende Maschinenkomponenten wie Maschinenbetten begrenzt. Um das Einsatzgebiet auszuweiten, wurde im Rahmen zweier DFG-Forschungsprojekte erstmals das aus dem Spannbeton bekannte Prinzip der Vorspannung auf Mineralguss übertragen. Durch die vorge-nommene Integration vorgespannter Carbonfaserrovings entsteht der Werkstoff „vorgespannter fa-serverstärkter Mineralguss“ (VFMG). Die Vorgehensweise steigert die Biegesteifigkeit gegenüber reinem Mineralguss um 33% und ermöglicht damit den Einsatz von VFMG in sich bewegenden Struk-turkomponenten von Werkzeugmaschinen. Drei Demonstratoren zeigen das Potential, das vor allem in einer hohen Dämpfung, einer Gewichtseinsparung um bis zu 65% und einem geringen CO2-Fußabdruck liegt.

PLATZ 2 | UNIVERSITÄT BAYREUTH/ LEHRSTUHL FÜR POLYMERE WERKSTOFFE
Einfluss des Faserspreizens und der Verarbeitungsmethode auf die mechanischen Eigenschaften von CFK-Laminaten für Wasserstoffdrucktanks
In der Masterarbeit von Dennis Droßel wurde der Einfluss des Faserspreizens und der Verarbei-tungsmethode auf die mechanischen Eigenschaften von carbonfaserverstärkten Kunststoff-Laminaten untersucht. Ziel der Arbeit war es, durch das Spreizen von Carbonfasern die Lagendicke zu reduzieren und damit die Bauteilperformance zu optimieren. Damit unterstützt die Arbeit die Ent-wicklung von nachhaltigeren, leistungsfähigeren und gleichzeitig kosteneffizienteren Wasserstoff-drucktanks für mobile Anwendungen wie Brennstoffzellenfahrzeuge. Besonders innovativ ist die di-rekte Übertragung von klassisch im Prepreg-Bereich eingesetzten Spreiztechnologien auf das Wi-ckelverfahren und die Identifikation von Prozessanpassungen zur Reduktion von Defekten. Die Kopp-lung von zerstörungsfreier Prüfung, mikrostruktureller Analyse und mechanischer Prüfung ermöglicht eine bisher fehlende, ganzheitliche Bewertung der Auswirkungen von Porosität, Faser-Harz-Verteilung und Faserschädigung auf interlaminare Scherfestigkeit und Zugfestigkeit solcher Lamina-te.

PLATZ 3 | FASERINSTITUT BREMEN E. V.
Sortenrein, bärenstark, 100 % rezyklierbar -- Untertitel: Neuartige    Verbundwerkstoffe auf Basis von Polylactid-Bikomponentenfasern
Für ihre wegweisende Arbeit zu eigenverstärkten, polymeren Werkstoffen wurden Forschende vom Faserinstitut Bremen e. V. mit dem AVK-Innovationspreis 2026 in der Kategorie „For-schung/Wissenschaft“ ausgezeichnet. Dabei nutzten sie Kern-Mantel-Bikomponentenfasern auf Ba-sis von Polylactid (PLA), um sortenreine Verbundwerkstoffe (Single-Polymer Composites) herzustel-len. Durch eine gezielte Konsolidierung steigen die mechanischen Eigenschaften drastisch: Die Zug-festigkeit verdoppelt sich nahezu im Vergleich zu reinem PLA, der Elastizitätsmodul konnte nahezu verdreifacht werden. 

Da das resultierende SRP-PLA vollständig aus einer einzigen Polymerfamilie besteht, bietet es neben exzellenter Performance eine hervorragende Rezyklierbarkeit - ein Meilenstein für die industrielle Kreislaufwirtschaft.

ÜBERSICHT ALLER PREISTRAGENDEN IN DEN DREI KATEGORIEN
KATEGORIE PRODUKTE UND ANWENDUNGEN
Platz 1 | ANYBRID
PARTNER: AVANCO COMPOSITES, MITSUI CHEMICALS EUROPE, STRUCNAMICS, AFPT, HILTI KUNSTSTOFFTECHNIK, INSTITUT FÜR LEICHTBAU UND KUNSTSTOFFTECHNIK DER TU 
DRESDEN
Composite Hybrid Power Tool

Platz 2 | RENEWPOLY GMBH
PARTNER: EXIST FORSCHUNGSTRANSFER, UNTERNEHMERTUM, TUM
FlexFuran™ – Hochleistungs-Polymersystem für flammhemmende Verbundwerkstoffe

Platz 3 | RELINEEUROPE GMBH
Alphaliner MH - Nachhaltige, innovative Sanierungslösung von Abwasserschächten


KATEGORIE PROZESSE UND VERFAHREN
Platz 1 | COMPRISETEC GMBH
PARTNER: INSTITUT FÜR FLUGZEUG-PRODUKTIONSTECHNIK (IFPT), TECHNISCHE UNIVER-SITÄT HAMBURG (TUHH), INVENT GMBH
Robotic Dieless Composite Manufacturing

Platz 2 | FIBCLICK GMBH
Pultrusion Planner - Digitale und automatisierte Auslegung von Pultrusionsprozessen mittels KI-basierter CAE-Software

Platz 3 | HORNUNG OSP
PARTNER: STEINBEIS INNOVATIONSZENTRUM SMART SOLUTIONS
Biimtec – neues patentiertes Funktionsprinzip für die industrielle Oberflächenbearbeitung

KATEGORIE FORSCHUNG UND WISSENSCHAFT
Platz 1 | UNIVERSITÄT STUTTGART – INSTITUT FÜR WERKZEUGMASCHINEN,
UNIVERSITÄT STUTTGART – INSTITUT FÜR TEXTIL- UND FASERTECHNOLOGIEN
Strukturkomponenten aus vorgespanntem faserverstärktem Mineralguss

Platz 2 | UNIVERSITÄT BAYREUTH/ LEHRSTUHL FÜR POLYMERE WERKSTOFFE
Einfluss des Faserspreizens und der Verarbeitungsmethode auf die mechanischen Eigenschaften von CFK-Laminaten für Wasserstoffdrucktanks

Platz 3 | FASERINSTITUT BREMEN E. V.
Sortenrein, bärenstark, 100 % rezyklierbar -- Untertitel: Neuartige    Verbundwerkstoffe auf Basis von Polylactid-Bikomponentenfasern

Quelle:

AVK - Industrievereinigung Verstärkte Kunststoffe e. V.

19.10.2026

Zünd Technology Days 2026

Zwei Tage mit Live-Technologiedemos, Fachvorträgen und geführten Einblicken in reale Produktionsabläufe: Am 18. und 19. November 2026 öffnet Zünd am Hauptsitz in Altstätten seine Türen für internationale Fachbesucherinnen und Fachbesucher. Die Zünd Technology Days 2026 zeigen, wie sich Zuschnittprozesse in der Lederverarbeitung, im Textilzuschnitt, in der Dichtungsfertigung und im Composites-Zuschnitt effizienter, flexibler und zukunftssicher gestalten lassen.

Die Digitalisierung und Automatisierung von Produktionsprozessen bleibt eine der grössten Herausforderungen der Fertigungsindustrie. Anwender streben nach Lösungen, mit denen sie neue technologische Möglichkeiten erfolgreich für ihre Geschäftsmodelle nutzen können. Genau hier setzen die Zünd Technology Days 2026 an. Mit dem zweitägigen Open House legt Zünd den Fokus auf Schneidmaschinen, Zuschnitttechnologie, Automatisierungslösungen und Software, die die nächste Ära des digitalen Zuschnitts prägen.

Zwei Tage mit Live-Technologiedemos, Fachvorträgen und geführten Einblicken in reale Produktionsabläufe: Am 18. und 19. November 2026 öffnet Zünd am Hauptsitz in Altstätten seine Türen für internationale Fachbesucherinnen und Fachbesucher. Die Zünd Technology Days 2026 zeigen, wie sich Zuschnittprozesse in der Lederverarbeitung, im Textilzuschnitt, in der Dichtungsfertigung und im Composites-Zuschnitt effizienter, flexibler und zukunftssicher gestalten lassen.

Die Digitalisierung und Automatisierung von Produktionsprozessen bleibt eine der grössten Herausforderungen der Fertigungsindustrie. Anwender streben nach Lösungen, mit denen sie neue technologische Möglichkeiten erfolgreich für ihre Geschäftsmodelle nutzen können. Genau hier setzen die Zünd Technology Days 2026 an. Mit dem zweitägigen Open House legt Zünd den Fokus auf Schneidmaschinen, Zuschnitttechnologie, Automatisierungslösungen und Software, die die nächste Ära des digitalen Zuschnitts prägen.

Die Zielgruppen sind Entscheidungsträger und Mitarbeitende von Unternehmen jeder Grössenordnung aus der Automobil- und Fahrzeuginnenausstattung, der Polstermöbelindustrie, der Lederwarenherstellung, der Textilverarbeitung, der Dichtungsfertigung sowie aus Pharma und Biotech, Luft- und Raumfahrt und dem Bereich Schutz, Sicherheit und Verteidigung. Wer Investitionsentscheidungen trifft, findet an den Zünd Technology Days 2026 konkrete Antworten zu Wirtschaftlichkeit und Skalierbarkeit. Wer operativ mit Zuschnitt, Materialhandling oder Qualitätssicherung arbeitet, sieht passende Lösungen im praktischen Einsatz und kann sie im Austausch mit den Experten vor Ort direkt mit eigenen Produktionsanforderungen abgleichen.

Zu den Hauptprogrammpunkten zählen:

  • In Fachvorträgen und Keynotes sprechen Branchenexperten über Digitalisierungs- und Vernetzungsprojekte
    – im Fokus stehen Ziele, Herausforderungen, Vorgehen und Ergebnisse aus der Praxis sowie Trends, welche die oben genannten Industrien erwähnen.
  • Live-Technologiedemos, in deren Zentrum die Gesamtlösungen von Zünd und seinen Partnern stehen – von kompakten Zuschnittlösungen bis zu hochautomatisierten Produktionsumgebungen mit modernster Robotik und Software.
  • Inside Zünd – geführte Rundgänge auf dem Firmencampus bieten einen exklusiven Einblick in die eigene Fertigung und zeigen, wie die digitalen Schneidsysteme entwickelt und produziert werden. Ein Highlight wird die Besichtigung des neuen Montage- und Logistikgebäudes sein.
Weitere Informationen:
Zünd Zünd Systemtechnik AG
Quelle:

Zünd Systemtechnik AG

Foto (c) Groz-Beckert KG
19.10.2026

Groz-Beckert reduziert am Stammsitz weitere 120 Stellen

Der Textilmaschinen- und Präzisionswerkzeugspezialist Groz-Beckert plant, am Standort Albstadt bis Ende 2027 insgesamt 120 Stellen abzubauen. Das Unternehmen begründet die Entscheidung mit einer seit mehreren Jahren schwachen Nachfrage im Kerngeschäft Textile Werkzeuge. Die Geschäftsführung informierte die Belegschaft am 15. Oktober im Rahmen einer Betriebsversammlung. Die Umsetzung soll schrittweise im Laufe des Jahres 2027 erfolgen und nach Unternehmensangaben sozialverträglich gestaltet werden.

Betroffen ist ein Geschäftsbereich, dessen Produkte für das Stricken und Wirken, Weben, die Vliesstoffherstellung, das Tuften, Nähen und Spinnen benötigt werden. Damit steht die Anpassung nicht isoliert für die Lage eines einzelnen Zulieferers, sondern berührt mehrere Fertigungsstufen der internationalen Textilindustrie. Groz-Beckert beschreibt den Bedarf an textilen Werkzeugen als dauerhaft unter dem früheren Niveau. Eine kurzfristige Markterholung sei derzeit nicht absehbar.

Der Textilmaschinen- und Präzisionswerkzeugspezialist Groz-Beckert plant, am Standort Albstadt bis Ende 2027 insgesamt 120 Stellen abzubauen. Das Unternehmen begründet die Entscheidung mit einer seit mehreren Jahren schwachen Nachfrage im Kerngeschäft Textile Werkzeuge. Die Geschäftsführung informierte die Belegschaft am 15. Oktober im Rahmen einer Betriebsversammlung. Die Umsetzung soll schrittweise im Laufe des Jahres 2027 erfolgen und nach Unternehmensangaben sozialverträglich gestaltet werden.

Betroffen ist ein Geschäftsbereich, dessen Produkte für das Stricken und Wirken, Weben, die Vliesstoffherstellung, das Tuften, Nähen und Spinnen benötigt werden. Damit steht die Anpassung nicht isoliert für die Lage eines einzelnen Zulieferers, sondern berührt mehrere Fertigungsstufen der internationalen Textilindustrie. Groz-Beckert beschreibt den Bedarf an textilen Werkzeugen als dauerhaft unter dem früheren Niveau. Eine kurzfristige Markterholung sei derzeit nicht absehbar.

Als wesentliche Belastungsfaktoren nennt das Unternehmen hohe weltweite Produktionsüberkapazitäten, starken Preis- und Wettbewerbsdruck sowie eine anhaltend niedrige Investitionsbereitschaft. Hinzu kommen geopolitische Spannungen und Unsicherheiten im internationalen Handel. Nach Einschätzung von Groz-Beckert gewinnt China sowohl bei der Herstellung textiler Flächen als auch im Textilmaschinenbau weiter an Gewicht. Produktions- und Investitionsschwerpunkte verschieben sich damit zunehmend in kostengünstigere Regionen.

Die angekündigten Maßnahmen sollen Produktionskapazitäten und technische Organisationsstrukturen am tatsächlichen Bedarf ausrichten. Die Mitteilung beziffert den geplanten Personalabbau, enthält jedoch keine Aufteilung nach Abteilungen oder Berufsgruppen. Auch zu den finanziellen Effekten der Anpassung macht das Unternehmen keine konkreten Angaben. Die 120 Stellen sind daher als angekündigter Abbau bis Ende 2027 zu verstehen, nicht als bereits vollzogene Entlassungen.

Groz-Beckert ist Teil einer Unternehmensgruppe mit den Geschäftsfeldern textile Präzisionswerkzeuge, industrielle Schneidlösungen und textile Bewehrungen. Für 2025 nennt der Konzern einen Umsatz von 799 Millionen Euro und weltweit rund 8.800 Beschäftigte. Für Hersteller textiler Flächen und Maschinenbauer ist die Entwicklung ein weiteres Signal, Investitionsplanungen, regionale Beschaffungsstrukturen und technologische Differenzierung unter veränderten Wettbewerbsbedingungen zu bewerten.

Foto Pixabay
16.10.2026

EU-Regeln erhöhen Nachweislast für Textilunternehmen

Mit neuen Anforderungen aus Verpackungsrecht, Ökodesign, Verbraucherinformation und Herstellerverantwortung wächst die Zahl der Nachweise, die Textil- und Modeunternehmen organisieren müssen. GESAMTMASCHE hat vier aktuelle Regelungsbereiche zusammengefasst und deren Auswirkungen auf betriebliche Abläufe beschrieben.

Bei der europäischen Verpackungsverordnung PPWR entstehen Registrierungs-, Melde- und EPR-Pflichten. Gleichzeitig sind einzelne Durchführungsdetails und künftige Kennzeichnungsvorgaben noch in Bewegung. Das erschwert die Planung von Verpackungen und IT-Systemen insbesondere bei grenzüberschreitendem Direktvertrieb.

Für die Produktkommunikation ist die Empowering-Consumers-Richtlinie (EmpCo) relevant. Pauschale Umweltaussagen und Nachhaltigkeitszeichen stehen unter erhöhten rechtlichen Anforderungen. Unternehmen müssen Claims auf Websites, Hangtags, Katalogen und Verpackungen prüfen und die jeweiligen Nachweise belastbar dokumentieren.

Mit neuen Anforderungen aus Verpackungsrecht, Ökodesign, Verbraucherinformation und Herstellerverantwortung wächst die Zahl der Nachweise, die Textil- und Modeunternehmen organisieren müssen. GESAMTMASCHE hat vier aktuelle Regelungsbereiche zusammengefasst und deren Auswirkungen auf betriebliche Abläufe beschrieben.

Bei der europäischen Verpackungsverordnung PPWR entstehen Registrierungs-, Melde- und EPR-Pflichten. Gleichzeitig sind einzelne Durchführungsdetails und künftige Kennzeichnungsvorgaben noch in Bewegung. Das erschwert die Planung von Verpackungen und IT-Systemen insbesondere bei grenzüberschreitendem Direktvertrieb.

Für die Produktkommunikation ist die Empowering-Consumers-Richtlinie (EmpCo) relevant. Pauschale Umweltaussagen und Nachhaltigkeitszeichen stehen unter erhöhten rechtlichen Anforderungen. Unternehmen müssen Claims auf Websites, Hangtags, Katalogen und Verpackungen prüfen und die jeweiligen Nachweise belastbar dokumentieren.

Ein weiterer Komplex betrifft unverkaufte Waren: Nach der vom Verband beschriebenen ESPR-Regelung gelten seit Juli 2026 für große Unternehmen Einschränkungen bei der Vernichtung unverkaufter Bekleidung. Zulässige Ausnahmen erfordern Dokumentation. Schließlich bringt die erweiterte Herstellerverantwortung für Textilien nationale Registrierung und Finanzierungspflichten für Sammlung, Sortierung und Verwertung.

Der Verband kritisiert insbesondere die Vielzahl paralleler Systeme. Für die operative Umsetzung ist zwischen bereits geltenden Vorschriften, noch ausstehenden Detailregeln und erst künftig anzuwendenden Pflichten zu unterscheiden. Rechtsverbindliche Entscheidungen sollten anhand der jeweils aktuellen EU- und nationalen Normtexte getroffen werden.

Quelle:

GESAMTMASCHE e. V.

16.10.2026

efix tricot modernisiert die Prozesse statt nur die Software

Der Damenoberbekleidungshersteller efix tricot aus Hechingen verbindet regionale Produktionskompetenz mit einer grundlegenden Modernisierung seiner Geschäftsprozesse. Das 1907 gegründete Familienunternehmen wird heute in vierter Generation von Dr. Franz Xaver Bumiller und seiner Tochter Johanna Eichler geführt.

Ein zentrales Vorhaben war die Einführung eines neuen Warenwirtschaftssystems. Statt bestehende Abläufe unverändert in eine neue Software zu übertragen, wurden zunächst Prozesse aufgenommen, hinterfragt und teilweise neu gestaltet. Ergänzend entstand eine unternehmensspezifische Anwendung. Nach Darstellung des Unternehmens ging das System nach neun Monaten und damit früher als ursprünglich geplant innerhalb des vorgesehenen Budgets live.

Die Umstellung betraf nicht nur die IT. Arbeitsabläufe, Verantwortlichkeiten und die Zusammenarbeit zwischen Generationen mussten angepasst werden. Johanna Eichler verantwortet unter anderem IT, Personal und Marketing; in der Kommunikation nutzt efix sowohl Mitarbeiterinnen als Models als auch experimentell KI-generierte Bildwelten.

Der Damenoberbekleidungshersteller efix tricot aus Hechingen verbindet regionale Produktionskompetenz mit einer grundlegenden Modernisierung seiner Geschäftsprozesse. Das 1907 gegründete Familienunternehmen wird heute in vierter Generation von Dr. Franz Xaver Bumiller und seiner Tochter Johanna Eichler geführt.

Ein zentrales Vorhaben war die Einführung eines neuen Warenwirtschaftssystems. Statt bestehende Abläufe unverändert in eine neue Software zu übertragen, wurden zunächst Prozesse aufgenommen, hinterfragt und teilweise neu gestaltet. Ergänzend entstand eine unternehmensspezifische Anwendung. Nach Darstellung des Unternehmens ging das System nach neun Monaten und damit früher als ursprünglich geplant innerhalb des vorgesehenen Budgets live.

Die Umstellung betraf nicht nur die IT. Arbeitsabläufe, Verantwortlichkeiten und die Zusammenarbeit zwischen Generationen mussten angepasst werden. Johanna Eichler verantwortet unter anderem IT, Personal und Marketing; in der Kommunikation nutzt efix sowohl Mitarbeiterinnen als Models als auch experimentell KI-generierte Bildwelten.

Gefertigt wird nach Unternehmensangaben weiterhin in Deutschland und im nahen europäischen Ausland. Der Fall zeigt, wie sich die Wettbewerbsfähigkeit eines mittelständischen Modeanbieters zunehmend aus der Verbindung von Produktwissen, regionalen Netzwerken und datenbasierten Prozessen ergibt. Eichler wird ihre Erfahrung künftig auch als kooptiertes Präsidiumsmitglied bei GESAMTMASCHE einbringen.

 

16.10.2026

Usbekistan verlagert Textilexporte zu Fertigwaren

Usbekistan arbeitet daran, sich vom Baumwoll- und Garnexporteur zu einem Anbieter höher verarbeiteter Textil- und Bekleidungsprodukte zu entwickeln. Der deutsche Branchenverband GESAMTMASCHE beschreibt diesen Strukturwandel anhand aktueller Außenhandelsdaten und eines Kooperationsprogramms für Unternehmerinnen.

Noch 2020 lag der Wert der Baumwollgarnexporte mit 941 Millionen US-Dollar deutlich über den Exporten fertiger Textilerzeugnisse. Im ersten Halbjahr 2026 entfielen nach den vom Verband genannten Zahlen bereits 53 Prozent der Textilexporte auf Fertigwaren und nur noch 31 Prozent auf Garne. Bis 2030 will Usbekistan die Produktion von Fertigerzeugnissen auf 20 Milliarden US-Dollar verdreifachen.

Das Programm GUZ Partners soll Kontakte zwischen usbekischen und deutschen Unternehmen fördern. Eine Gruppe usbekischer Unternehmerinnen nimmt derzeit in Albstadt an einem Trainingsprogramm teil. Die Teilnehmerinnen sollen ihre Erfahrungen in Unternehmen einbringen, Investitionsentscheidungen unterstützen und längerfristige Geschäftsbeziehungen entwickeln. Für deutsche Hersteller und Beschaffer ist die Entwicklung vor allem aus zwei Gründen interessant. 

Usbekistan arbeitet daran, sich vom Baumwoll- und Garnexporteur zu einem Anbieter höher verarbeiteter Textil- und Bekleidungsprodukte zu entwickeln. Der deutsche Branchenverband GESAMTMASCHE beschreibt diesen Strukturwandel anhand aktueller Außenhandelsdaten und eines Kooperationsprogramms für Unternehmerinnen.

Noch 2020 lag der Wert der Baumwollgarnexporte mit 941 Millionen US-Dollar deutlich über den Exporten fertiger Textilerzeugnisse. Im ersten Halbjahr 2026 entfielen nach den vom Verband genannten Zahlen bereits 53 Prozent der Textilexporte auf Fertigwaren und nur noch 31 Prozent auf Garne. Bis 2030 will Usbekistan die Produktion von Fertigerzeugnissen auf 20 Milliarden US-Dollar verdreifachen.

Das Programm GUZ Partners soll Kontakte zwischen usbekischen und deutschen Unternehmen fördern. Eine Gruppe usbekischer Unternehmerinnen nimmt derzeit in Albstadt an einem Trainingsprogramm teil. Die Teilnehmerinnen sollen ihre Erfahrungen in Unternehmen einbringen, Investitionsentscheidungen unterstützen und längerfristige Geschäftsbeziehungen entwickeln. Für deutsche Hersteller und Beschaffer ist die Entwicklung vor allem aus zwei Gründen interessant. 

Zum einen entstehen zusätzliche potenzielle Lieferanten für weiterverarbeitete Produkte; zum anderen verändert sich die Wettbewerbsposition von Anbietern, die bislang überwiegend Garn oder Rohmaterial lieferten. GESAMTMASCHE verweist zudem auf die vorläufige Anwendung eines neuen EU-Usbekistan-Partnerschaftsabkommens seit März 2026 und den Ausbau des Transkaspischen Transportkorridors.

Wie schnell sich die angekündigten Produktionsziele realisieren lassen, hängt unter anderem von Qualifikation, Investitionen, Qualitätssicherung und zuverlässigen Transportverbindungen ab. Die genannten Ziele sind Planwerte und keine bereits erreichten Produktionsmengen.

 

Quelle:

GESAMTMASCHE e. V.

16.10.2026

EU–Indien: Zollfreiheit trifft auf ungleiche Lieferketten

Das geplante Freihandelsabkommen zwischen der EU und Indien soll Zölle auf Textilien und Bekleidung weitgehend unmittelbar nach Inkrafttreten beseitigen. Der Branchenverband GESAMTMASCHE warnt jedoch davor, formale Zollgleichheit mit vergleichbaren Wettbewerbsbedingungen gleichzusetzen.

Indien verfügt über eine weitgehend durchgängige textile Produktionskette vom Rohstoff bis zur Konfektion. Viele europäische Unternehmen organisieren dagegen einzelne Fertigungsstufen grenzüberschreitend und exportieren eher kleinere Mengen hochwertiger Spezialprodukte. Entsprechend ungleich sind die Handelsströme: Für 2024 nennt der Verband textile und bekleidungsbezogene EU-Importe aus Indien von knapp sieben Milliarden Euro, während die Exporte in die Gegenrichtung lediglich 366 Millionen Euro erreichten. Das entspricht ungefähr einem Verhältnis von 19 zu eins.

Das geplante Freihandelsabkommen zwischen der EU und Indien soll Zölle auf Textilien und Bekleidung weitgehend unmittelbar nach Inkrafttreten beseitigen. Der Branchenverband GESAMTMASCHE warnt jedoch davor, formale Zollgleichheit mit vergleichbaren Wettbewerbsbedingungen gleichzusetzen.

Indien verfügt über eine weitgehend durchgängige textile Produktionskette vom Rohstoff bis zur Konfektion. Viele europäische Unternehmen organisieren dagegen einzelne Fertigungsstufen grenzüberschreitend und exportieren eher kleinere Mengen hochwertiger Spezialprodukte. Entsprechend ungleich sind die Handelsströme: Für 2024 nennt der Verband textile und bekleidungsbezogene EU-Importe aus Indien von knapp sieben Milliarden Euro, während die Exporte in die Gegenrichtung lediglich 366 Millionen Euro erreichten. Das entspricht ungefähr einem Verhältnis von 19 zu eins.

Die praktische Bedeutung des Abkommens entscheidet sich nicht allein am Zollsatz, sondern auch an den Ursprungsregeln. Präferenzvorteile erhalten nur Waren, die die vorgeschriebenen Verarbeitungsschritte erfüllen. Unternehmen mit international zugekauften Vormaterialien müssen deshalb prüfen, ob ihre Produkte tatsächlich präferenzberechtigt sind. GESAMTMASCHE verweist zudem auf einen speziellen digitalen Prozess: Die vom Exporteur erstellte Ursprungserklärung soll als separates Dokument über ein elektronisches Portal bereitgestellt werden.

Nach Angaben des Verbandes legte die Europäische Kommission am 11. September die detaillierten Zollabbaupläne vor. Eine Unterzeichnung und Ratifizierung wird für 2026 angestrebt, das Inkrafttreten für die erste Jahreshälfte 2027 erwartet. Erst dann beginnt der Zollabbau. Für Unternehmen bietet die Zwischenzeit Gelegenheit, ihre Stücklisten, Vormaterialursprünge und Lieferantenverträge zu überprüfen.

 

Foto  UPM-Kymmene Oyj
16.10.2026

Holzchemie aus Leuna erreicht Industriemaßstab

UPM hat am 15. Oktober seine Bioraffinerie in Leuna eingeweiht. Die Anlage verarbeitet lignocellulosehaltige Biomasse zu erneuerbaren chemischen Grundstoffen und ist auf eine Jahreskapazität von 220.000 Tonnen ausgelegt.
Das Investitionsvolumen beziffert der finnische Konzern auf 1,37 Milliarden Euro.

Als Rohstoff dienen vor allem Buchenholz aus Durchforstungen und Reststoffe aus Sägewerken. 
Sie stammen nach Unternehmensangaben aus einem Radius von etwa 200 Kilometern und sind nicht für höherwertige Verwendungen wie Bauholz oder Möbel vorgesehen. 
In einem enzymatischen Hydrolyseprozess wird die Biomasse in Industriezucker und Lignin zerlegt. Daraus entstehen Vorprodukte, die bisher überwiegend aus fossilen Quellen gewonnen werden.

UPM hat am 15. Oktober seine Bioraffinerie in Leuna eingeweiht. Die Anlage verarbeitet lignocellulosehaltige Biomasse zu erneuerbaren chemischen Grundstoffen und ist auf eine Jahreskapazität von 220.000 Tonnen ausgelegt.
Das Investitionsvolumen beziffert der finnische Konzern auf 1,37 Milliarden Euro.

Als Rohstoff dienen vor allem Buchenholz aus Durchforstungen und Reststoffe aus Sägewerken. 
Sie stammen nach Unternehmensangaben aus einem Radius von etwa 200 Kilometern und sind nicht für höherwertige Verwendungen wie Bauholz oder Möbel vorgesehen. 
In einem enzymatischen Hydrolyseprozess wird die Biomasse in Industriezucker und Lignin zerlegt. Daraus entstehen Vorprodukte, die bisher überwiegend aus fossilen Quellen gewonnen werden.

Für die textile Wertschöpfung ist insbesondere die Verfügbarkeit erneuerbarer Chemiebausteine von Bedeutung. 
UPM nennt Bekleidung ausdrücklich als einen der möglichen Absatzmärkte seiner Biochemikalien.
Zum Portfolio gehören unter anderem erneuerbare Glykole sowie ligninbasierte Spezialchemikalien. Eine konkrete textile Lieferkette oder der Anteil der Kapazität, der künftig in Fasern und Textilien fließen wird, wurde in der Mitteilung nicht beziffert.

Die Anlage befindet sich noch im Hochlauf. UPM berichtet, dass enzymatische Hydrolyse und die Herstellung ligninbasierter Spezialchemikalien mittlerweile stabil laufen. Damit verschiebt sich die Diskussion über biobasierte Materialalternativen vom Labormaßstab hin zu Fragen der industriellen Verfügbarkeit, Preisstellung und Einbindung in bestehende Produktionsprozesse.

Für Faser- und Bekleidungsunternehmen bleibt die Unterscheidung zwischen erneuerbarer Rohstoffherkunft und tatsächlich nachgewiesener Umweltwirkung wichtig. Aussagen zu CO₂-Einsparungen oder Produktvorteilen müssen sich auf die jeweils verwendeten Materialien und überprüfbare Bilanzierungsgrundlagen beziehen.

 

Quelle:

 UPM-Kymmene Oyj

15.10.2026

HAKRO erreicht 89 Punkte im Fair Wear Brand Performance Check

HAKRO bleibt im aktuellen Brand Performance Check der Fair Wear Foundation in der höchsten Bewertungskategorie „Leader“. Das Unternehmen erreichte 89 von 100 möglichen Punkten und verbesserte sich damit gegenüber dem Vorjahr um drei Punkte.

Der Brand Performance Check untersucht nicht nur einzelne Auditresultate in Produktionsstätten, sondern insbesondere, wie eine Marke ihre Einkaufs- und Lieferkettenprozesse organisiert. Dazu gehören Beschaffungsstrategie, Risikomanagement, Präventions- und Verbesserungsmaßnahmen sowie der Umgang mit Beschwerden und Arbeitnehmervertretung.

Nach Angaben von HAKRO stammen inzwischen 92 Prozent des Produktionsvolumens von Partnerbetrieben, mit denen das Unternehmen seit mindestens fünf Jahren zusammenarbeitet. Für nahezu das gesamte Produktionsvolumen seien zudem konkrete Maßnahmen- und Entwicklungspläne implementiert.

HAKRO bleibt im aktuellen Brand Performance Check der Fair Wear Foundation in der höchsten Bewertungskategorie „Leader“. Das Unternehmen erreichte 89 von 100 möglichen Punkten und verbesserte sich damit gegenüber dem Vorjahr um drei Punkte.

Der Brand Performance Check untersucht nicht nur einzelne Auditresultate in Produktionsstätten, sondern insbesondere, wie eine Marke ihre Einkaufs- und Lieferkettenprozesse organisiert. Dazu gehören Beschaffungsstrategie, Risikomanagement, Präventions- und Verbesserungsmaßnahmen sowie der Umgang mit Beschwerden und Arbeitnehmervertretung.

Nach Angaben von HAKRO stammen inzwischen 92 Prozent des Produktionsvolumens von Partnerbetrieben, mit denen das Unternehmen seit mindestens fünf Jahren zusammenarbeitet. Für nahezu das gesamte Produktionsvolumen seien zudem konkrete Maßnahmen- und Entwicklungspläne implementiert.

Im aktuellen Bericht werden unter anderem Fortschritte bei der Berücksichtigung geschlechtsspezifischer Risiken, Arbeitnehmervertretung, Beschwerdemechanismen und sozialem Dialog hervorgehoben. Für die kommenden Jahre will HAKRO insbesondere seine Living-Wage-Strategie bis 2030 weiterentwickeln. Für die Workwear- und Corporate-Fashion-Branche ist der Ansatz insofern relevant, als langlebige Lieferantenbeziehungen und Einkaufspraktiken zunehmend ebenso stark in die Bewertung sozialer Standards einfließen wie klassische Fabrikaudits.

15.10.2026

EU öffnet Markt für Textilien und Bekleidung aus Armenien

Textilien und Bekleidung mit armenischem Ursprung können seit dem 10. Oktober 2026 vorübergehend zollfrei in die Europäische Union eingeführt werden. Grundlage ist die EU-Verordnung 2026/2269. Nach Angaben von Gesamtmasche werden damit rund 80 Prozent der armenischen Ausfuhren in die EU liberalisiert.

Für die Textil- und Bekleidungsbranche ist die Regelung vergleichsweise breit angelegt. Erfasst werden die Textil- und Bekleidungskapitel 50 bis 63 der Kombinierten Nomenklatur. Darüber hinaus fallen unter anderem Lederwaren, Pelzwaren, Schuhe und Kopfbedeckungen unter die neuen Präferenzen.

Entscheidend für Importeure ist jedoch nicht allein der Produktionsstandort. Die Zollfreiheit gilt nur für Waren, die die vorgeschriebenen Ursprungsregeln tatsächlich erfüllen. Bei Bekleidung reicht eine reine Konfektionierung aus importierten Drittlandsgeweben in vielen Fällen nicht aus. Typischerweise ist eine sogenannte doppelte Transformation erforderlich. Unternehmen, die Armenien als Beschaffungsstandort nutzen, müssen deshalb genau prüfen, wo Garne, Gewebe und weitere Vorprodukte ihren Ursprung haben und welche Verarbeitungsschritte in Armenien erfolgen.

Textilien und Bekleidung mit armenischem Ursprung können seit dem 10. Oktober 2026 vorübergehend zollfrei in die Europäische Union eingeführt werden. Grundlage ist die EU-Verordnung 2026/2269. Nach Angaben von Gesamtmasche werden damit rund 80 Prozent der armenischen Ausfuhren in die EU liberalisiert.

Für die Textil- und Bekleidungsbranche ist die Regelung vergleichsweise breit angelegt. Erfasst werden die Textil- und Bekleidungskapitel 50 bis 63 der Kombinierten Nomenklatur. Darüber hinaus fallen unter anderem Lederwaren, Pelzwaren, Schuhe und Kopfbedeckungen unter die neuen Präferenzen.

Entscheidend für Importeure ist jedoch nicht allein der Produktionsstandort. Die Zollfreiheit gilt nur für Waren, die die vorgeschriebenen Ursprungsregeln tatsächlich erfüllen. Bei Bekleidung reicht eine reine Konfektionierung aus importierten Drittlandsgeweben in vielen Fällen nicht aus. Typischerweise ist eine sogenannte doppelte Transformation erforderlich. Unternehmen, die Armenien als Beschaffungsstandort nutzen, müssen deshalb genau prüfen, wo Garne, Gewebe und weitere Vorprodukte ihren Ursprung haben und welche Verarbeitungsschritte in Armenien erfolgen.

Als Ursprungsnachweise kommen unter anderem die Warenverkehrsbescheinigung EUR.1 beziehungsweise entsprechende Ursprungserklärungen in Betracht. Für bestimmte Fälle spielt außerdem das System registrierter Ausführer REX eine Rolle. Die Präferenzregelung gilt vom 10. Oktober 2026 bis zum 11. Oktober 2028.

Für europäische Beschaffer eröffnet dies eine zusätzliche Sourcing-Option in geografischer Nähe zu Europa. Die praktische Attraktivität wird allerdings davon abhängen, ob armenische Anbieter nicht nur wettbewerbsfähige Konfektion, sondern auch ursprungsrechtlich geeignete textile Vorstufen anbieten oder beschaffen können. Für Unternehmen, die lediglich asiatische Gewebe nach Armenien liefern und dort vernähen lassen, kann der erhoffte Zollvorteil dagegen entfallen.

15.10.2026

Textilindustrie fordert verlässliche Forschungsförderung für Mittelstand

Das Forschungskuratorium Textil (FKT) warnt vor Kürzungen bei den zentralen Förderprogrammen Industrielle Gemeinschaftsforschung (IGF) und Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM). Gerade für kleine und mittlere Unternehmen der Textilindustrie seien beide Instrumente von hoher Bedeutung, weil sie Forschung ermöglichen, die einzelne Betriebe allein kaum finanzieren könnten.

Nach Angaben des FKT arbeiten in Deutschland mehr als 2.000 kleine und mittlere Textilunternehmen mit 15 textilen Forschungsinstituten im Umfeld der Industriellen Gemeinschaftsforschung zusammen. Zu den Forschungsfeldern gehören neue Materialien, Kreislaufwirtschaft, Digitalisierung und energieeffiziente Produktionsverfahren.

Das Forschungskuratorium Textil (FKT) warnt vor Kürzungen bei den zentralen Förderprogrammen Industrielle Gemeinschaftsforschung (IGF) und Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM). Gerade für kleine und mittlere Unternehmen der Textilindustrie seien beide Instrumente von hoher Bedeutung, weil sie Forschung ermöglichen, die einzelne Betriebe allein kaum finanzieren könnten.

Nach Angaben des FKT arbeiten in Deutschland mehr als 2.000 kleine und mittlere Textilunternehmen mit 15 textilen Forschungsinstituten im Umfeld der Industriellen Gemeinschaftsforschung zusammen. Zu den Forschungsfeldern gehören neue Materialien, Kreislaufwirtschaft, Digitalisierung und energieeffiziente Produktionsverfahren.

Das FKT fordert deshalb, die IGF-Mittel für 2027 mindestens auf dem Niveau von 2026 zu sichern und langfristig eine verlässlichere Finanzierungsperspektive zu schaffen. Gleichzeitig müsse der zwischenzeitliche Antragsstopp beim ZIM beendet werden. Gerade technische Textilien, neue Recyclingverfahren, automatisierte Fertigung und funktionale Materialien entstehen häufig in vorwettbewerblichen Forschungsverbünden. Kürzungen träfen damit eine Forschungsstruktur, auf die viele mittelständisch geprägte Textilunternehmen angewiesen sind.

(c) VAUDE
15.10.2026

VAUDE lässt Green Shape erstmals unabhängig zertifizieren

VAUDE hat als erste Marke die unabhängige Zertifizierung nach dem neuen Green-Shape-System abgeschlossen. Damit vollzieht das Unternehmen einen grundlegenden Wechsel: Aus dem ursprünglich von VAUDE selbst entwickelten Nachhaltigkeitsstandard wird ein unabhängiges Zertifizierungssystem, das künftig auch anderen Unternehmen der Textil- und Outdoorbranche offensteht.

Green Shape wurde 2010 von VAUDE entwickelt. Anfang 2026 übertrug das Unternehmen den Standard an den unabhängigen, gemeinnützigen Green Shape e.V. Der Verein fungiert seither als Programmeigner. Green Shape ist zudem als EU-Gewährleistungsmarke angelegt.

Die Kriterien betrachten nicht nur einzelne Materialien, sondern den Lebenszyklus eines Produktes von Design und Rohstoffauswahl über Herstellung und Nutzung bis zu Reparierbarkeit und End-of-Life. Die Einhaltung wird durch unabhängige Stellen geprüft. Nach Angaben von VAUDE werden zahlreiche Produkte der Herbst-/Winterkollektion 2026 bereits mit dem neuen zertifizierten Green-Shape-Label in den Handel kommen.

VAUDE hat als erste Marke die unabhängige Zertifizierung nach dem neuen Green-Shape-System abgeschlossen. Damit vollzieht das Unternehmen einen grundlegenden Wechsel: Aus dem ursprünglich von VAUDE selbst entwickelten Nachhaltigkeitsstandard wird ein unabhängiges Zertifizierungssystem, das künftig auch anderen Unternehmen der Textil- und Outdoorbranche offensteht.

Green Shape wurde 2010 von VAUDE entwickelt. Anfang 2026 übertrug das Unternehmen den Standard an den unabhängigen, gemeinnützigen Green Shape e.V. Der Verein fungiert seither als Programmeigner. Green Shape ist zudem als EU-Gewährleistungsmarke angelegt.

Die Kriterien betrachten nicht nur einzelne Materialien, sondern den Lebenszyklus eines Produktes von Design und Rohstoffauswahl über Herstellung und Nutzung bis zu Reparierbarkeit und End-of-Life. Die Einhaltung wird durch unabhängige Stellen geprüft. Nach Angaben von VAUDE werden zahlreiche Produkte der Herbst-/Winterkollektion 2026 bereits mit dem neuen zertifizierten Green-Shape-Label in den Handel kommen.

Die Verselbstständigung ist vor dem Hintergrund steigender Anforderungen an Umweltclaims relevant. Eigene Nachhaltigkeitslabels von Marken geraten zunehmend unter Rechtfertigungsdruck, wenn Kriterien, Kontrolle und Governance nicht hinreichend unabhängig voneinander organisiert sind. Mit der Überführung in ein eigenständiges Zertifizierungssystem versucht Green Shape, diese Trennung strukturell herzustellen.

15.10.2026

CHT erweitert Färbe-App um Salt Advisor für Reaktivfärbungen

Die CHT Group hat ihre Textile Dyes App um einen Salt Advisor für Reaktivfärbungen mit BEZAKTIV-Farbstoffen erweitert. Das digitale Werkzeug soll Färbereien dabei unterstützen, die Salzkonzentration nicht mehr ausschließlich nach allgemeinen Standardtabellen festzulegen, sondern auf Basis der jeweiligen Rezeptur und Kostenstruktur zu optimieren.

Bei der Reaktivfärbung von Baumwolle beeinflusst die Salzkonzentration die Substantivität der Farbstoffe und damit sowohl die Farbstoffausbeute als auch die Prozesskosten. Nach Angaben von CHT berücksichtigt das hinterlegte mathematische Modell die unterschiedlichen BEZAKTIV-Farbstoffe sowie variierende Färbebedingungen. In die Berechnung fließen unter anderem Farbstofftyp, Farbstoff- und Salzpreis, Flottenverhältnis sowie die verwendeten Salz- und Alkalikomponenten ein.

Die CHT Group hat ihre Textile Dyes App um einen Salt Advisor für Reaktivfärbungen mit BEZAKTIV-Farbstoffen erweitert. Das digitale Werkzeug soll Färbereien dabei unterstützen, die Salzkonzentration nicht mehr ausschließlich nach allgemeinen Standardtabellen festzulegen, sondern auf Basis der jeweiligen Rezeptur und Kostenstruktur zu optimieren.

Bei der Reaktivfärbung von Baumwolle beeinflusst die Salzkonzentration die Substantivität der Farbstoffe und damit sowohl die Farbstoffausbeute als auch die Prozesskosten. Nach Angaben von CHT berücksichtigt das hinterlegte mathematische Modell die unterschiedlichen BEZAKTIV-Farbstoffe sowie variierende Färbebedingungen. In die Berechnung fließen unter anderem Farbstofftyp, Farbstoff- und Salzpreis, Flottenverhältnis sowie die verwendeten Salz- und Alkalikomponenten ein.

Der Salt Advisor berechnet, wie sich Veränderungen der Salzkonzentration um bis zu 20 Gramm pro Liter ober- oder unterhalb der Standardempfehlung auf die Gesamtkosten der Rezeptur auswirken. Wo erforderlich, wird zugleich die Farbstoffrezeptur angepasst, damit der angestrebte Farbton erhalten bleibt. Bereits wirtschaftlich optimierte Rezepturen erkennt die Anwendung nach Unternehmensangaben und schlägt in diesen Fällen keine Alternative vor.

Interessant ist die Erweiterung vor allem als Beispiel für die zunehmende Digitalisierung klassischer Nassprozesse. Optimiert wird nicht allein der Chemikalieneinsatz, sondern das Zusammenspiel von Rezeptur, Prozessparametern und aktuellen Kosten. Gerade bei großen Färbevolumina können vergleichsweise kleine Änderungen beim Salz- und Farbstoffeinsatz wirtschaftlich und ressourcenseitig relevant werden. Der neue Salt Advisor steht Nutzern der CHT Textile Dyes App kostenlos zur Verfügung.

Kunstrasen für Golf (c) Foto STC Extrusion GmbH
14.10.2026

Neuer Spezialist für Kunstrasen und technische Monofilamente

Mit der Gründung der STC Extrusion GmbH mit Sitz in Chemnitz entsteht ein technisches Kompetenz- und Know-How-Zentrum für die Herstellung von Kunstrasen und technischer Monofilamente innerhalb der Starlinger Gruppe.

Das neu gegründete Maschinenbauunternehmen ist Teil der in Österreich ansässigen Starlinger Gruppe und übernimmt ausgewählte Vermögenswerte der insolventen STC Spinnzwirn GmbH. Die STC Extrusion GmbH ist rechtlich eigenständig und tritt nicht als Rechtsnachfolgerin der STC Spinnzwirn GmbH auf. Zukünftig will man sich auf die Kernbereiche Monofilament-Produktion für Kunstrasen und technische Monofilamente aus verschiedensten Polymeren konzentrieren.

 „Mit der Gründung der STC Extrusion GmbH schlagen wir ein neues Kapitel in der Geschichte von STC auf – mit der Erfahrung, Leidenschaft und Einsatzbereitschaft für unsere Kunden, die STC seit jeher auszeichnen“ so Geschäftsführer Nico Dürrschmidt. „Wir sind überzeugt, dass wir mit dieser Lösung eine gute Grundlage geschaffen haben, die es uns ermöglicht, in Zukunft weiterhin Mehrwert für unsere Kunden und Partner weltweit zu schaffen.“ 

Mit der Gründung der STC Extrusion GmbH mit Sitz in Chemnitz entsteht ein technisches Kompetenz- und Know-How-Zentrum für die Herstellung von Kunstrasen und technischer Monofilamente innerhalb der Starlinger Gruppe.

Das neu gegründete Maschinenbauunternehmen ist Teil der in Österreich ansässigen Starlinger Gruppe und übernimmt ausgewählte Vermögenswerte der insolventen STC Spinnzwirn GmbH. Die STC Extrusion GmbH ist rechtlich eigenständig und tritt nicht als Rechtsnachfolgerin der STC Spinnzwirn GmbH auf. Zukünftig will man sich auf die Kernbereiche Monofilament-Produktion für Kunstrasen und technische Monofilamente aus verschiedensten Polymeren konzentrieren.

 „Mit der Gründung der STC Extrusion GmbH schlagen wir ein neues Kapitel in der Geschichte von STC auf – mit der Erfahrung, Leidenschaft und Einsatzbereitschaft für unsere Kunden, die STC seit jeher auszeichnen“ so Geschäftsführer Nico Dürrschmidt. „Wir sind überzeugt, dass wir mit dieser Lösung eine gute Grundlage geschaffen haben, die es uns ermöglicht, in Zukunft weiterhin Mehrwert für unsere Kunden und Partner weltweit zu schaffen.“ 

Neben Produktionstechnologie für Kunstrasenanwendungen und technische Monofilamente bietet die STC Extrusion GmbH ein Customer Experience Center, das für Kundentests, Evaluierung von Rohstoffen sowie Forschungszwecke und Produkt- und Technologieentwicklung zur Verfügung steht. Weiters werden Service und Ersatzteilversorgung für installierte Extrusionsanlagen von STC Spinnzwirn übernommen und fortgesetzt. So wird sichergestellt, dass bestehende Kunden weiterhin die erforderliche technische Unterstützung erhalten. 
Um das vorhandene Know-How im Bereich Spuler zu nutzen, werden außerdem Synergien mit dem ebenfalls zur Starlinger Gruppe gehörenden Spultechnik-Spezialisten Georg Sahm GmbH & Co. KG vertieft, um innovative Wickeltechnologie voranzutreiben und Automatisierungslösungen und Handling-Systeme für Spulen anzubieten. Die Kompetenz der Recycling-Sparte von Starlinger soll zudem in die Entwicklung und Umsetzung umweltfreundlicher Lösungen mit höheren Recycling-Anteilen einfließen. 

„Mit der strategischen Neuorientierung wollen wir die STC Extrusion GmbH zum Wissens- und Kompetenzzentrum für die Spezialbereiche Kunstrasen und technische Monofilamente innerhalb des Starlinger-Netzwerks machen und als Technologieführer und Marke etablieren“, erklärt Angelika Huemer, CEO und Managing Partner der Starlinger & Co Ges.m.b.H., welche die Anteile an der neu gegründeten Gesellschaft hält. „Synergien, die sich zwischen den Unternehmen der Starlinger Gruppe ergeben, sollen noch besser genutzt und die individuellen Kompetenzen der jeweiligen Firmen weiterentwickelt und ausgebaut werden.“

Quelle:

STC Extrusion GmbH

Wichtiger Bestandteil moderner Feuerwehrschutzbekleidung: die flüssigkeitsabweisende Ausrüstung des Obermaterials. Sie sorgt dafür, dass Flüssigkeiten von der Textiloberfläche abperlen und zum Beispiel weniger Löschwasser aufgenommen wird. Eine zuverlässige Imprägnierung ist dafür unerlässlich. Foto: Miele
Wichtiger Bestandteil moderner Feuerwehrschutzbekleidung: die flüssigkeitsabweisende Ausrüstung des Obermaterials. Sie sorgt dafür, dass Flüssigkeiten von der Textiloberfläche abperlen und zum Beispiel weniger Löschwasser aufgenommen wird. Eine zuverlässige Imprägnierung ist dafür unerlässlich.
13.10.2026

Miele kombiniert Bad- und Sprühimprägnierung für Feuerwehrschutzkleidung

Miele Professional erweitert seine Benchmark-Waschmaschinen für 12, 16 und 20 Kilogramm Beladung um PowerGuard PRO, ein neues Imprägnierverfahren für Feuerwehrschutz- und Rettungskleidung. Das System kombiniert Elemente der Bad- und Sprühimprägnierung und soll die flüssigkeits- und schmutzabweisende Funktion des Obermaterials nach Wasch- und Dekontaminationsprozessen wiederherstellen.

Nach Angaben von Miele reduziert PowerGuard PRO den Verbrauch des Imprägniermittels gegenüber einer klassischen Badimprägnierung um mindestens 25 Prozent. Im Imprägnierschritt kann der Wasserverbrauch um bis zu zwei Drittel sinken. Gleichzeitig sollen höhere Beladungsmengen möglich sein als bei reinen Sprühverfahren.

Technisch ist die Nachbehandlung relevant, weil die Oberflächenausrüstung von Feuerwehrbekleidung durch mechanische Beanspruchung, Alterung und wiederholte Wäsche an Wirkung verliert. Nimmt der Oberstoff mehr Wasser oder Kontaminationen auf, steigen Gewicht und Belastung, während Schutz- und Klimakomfort beeinträchtigt werden können. Miele hat das Verfahren zum Patent angemeldet.

Miele Professional erweitert seine Benchmark-Waschmaschinen für 12, 16 und 20 Kilogramm Beladung um PowerGuard PRO, ein neues Imprägnierverfahren für Feuerwehrschutz- und Rettungskleidung. Das System kombiniert Elemente der Bad- und Sprühimprägnierung und soll die flüssigkeits- und schmutzabweisende Funktion des Obermaterials nach Wasch- und Dekontaminationsprozessen wiederherstellen.

Nach Angaben von Miele reduziert PowerGuard PRO den Verbrauch des Imprägniermittels gegenüber einer klassischen Badimprägnierung um mindestens 25 Prozent. Im Imprägnierschritt kann der Wasserverbrauch um bis zu zwei Drittel sinken. Gleichzeitig sollen höhere Beladungsmengen möglich sein als bei reinen Sprühverfahren.

Technisch ist die Nachbehandlung relevant, weil die Oberflächenausrüstung von Feuerwehrbekleidung durch mechanische Beanspruchung, Alterung und wiederholte Wäsche an Wirkung verliert. Nimmt der Oberstoff mehr Wasser oder Kontaminationen auf, steigen Gewicht und Belastung, während Schutz- und Klimakomfort beeinträchtigt werden können. Miele hat das Verfahren zum Patent angemeldet.

13.10.2026

Leichtere PSA soll Schutzwirkung und Trageakzeptanz zusammenbringen

Steigende Hitzebelastung und körperlich anspruchsvolle Tätigkeiten verändern die Anforderungen an Persönliche Schutzausrüstung. Mewa setzt deshalb stärker auf differenzierte Schutzkonzepte, leichtere Materialien und Fasermischungen, statt Schutzkleidung pauschal mit möglichst vielen Normfunktionen auszustatten.

Ein Beispiel ist die Kollektion Dynamic Elements Plus S. Mit 200 g/m² liegt ihr Flächengewicht nach Unternehmensangaben rund 20 Prozent unter der Ausgangsvariante Dynamic Elements Plus mit 245 g/m². Das geringere Materialgewicht soll Bewegungsfreiheit und Tragekomfort insbesondere in warmen Produktionsumgebungen verbessern.

Die Gewichtsreduktion hat allerdings klare Grenzen. Für intensive Schweißarbeiten oder andere hohe thermische Belastungen sind robustere Gewebe weiterhin notwendig. Entscheidend ist deshalb die Gefährdungsbeurteilung des konkreten Arbeitsplatzes. Die Entwicklung zeigt einen breiteren Trend bei Schutztextilien: Performance wird zunehmend nicht nur über maximale Schutzklassen, sondern auch über Ergonomie und tatsächliche Nutzung im Arbeitsalltag definiert.

Steigende Hitzebelastung und körperlich anspruchsvolle Tätigkeiten verändern die Anforderungen an Persönliche Schutzausrüstung. Mewa setzt deshalb stärker auf differenzierte Schutzkonzepte, leichtere Materialien und Fasermischungen, statt Schutzkleidung pauschal mit möglichst vielen Normfunktionen auszustatten.

Ein Beispiel ist die Kollektion Dynamic Elements Plus S. Mit 200 g/m² liegt ihr Flächengewicht nach Unternehmensangaben rund 20 Prozent unter der Ausgangsvariante Dynamic Elements Plus mit 245 g/m². Das geringere Materialgewicht soll Bewegungsfreiheit und Tragekomfort insbesondere in warmen Produktionsumgebungen verbessern.

Die Gewichtsreduktion hat allerdings klare Grenzen. Für intensive Schweißarbeiten oder andere hohe thermische Belastungen sind robustere Gewebe weiterhin notwendig. Entscheidend ist deshalb die Gefährdungsbeurteilung des konkreten Arbeitsplatzes. Die Entwicklung zeigt einen breiteren Trend bei Schutztextilien: Performance wird zunehmend nicht nur über maximale Schutzklassen, sondern auch über Ergonomie und tatsächliche Nutzung im Arbeitsalltag definiert.

Quelle:

MEWA Textil-Service SE & Co. Management OHG

(c) Groz-Beckert KG
13.10.2026

THE LOOP bringt Stricktechnik, Medtech und textile Robotik zusammen

Rund 160 Teilnehmer aus 20 Ländern kamen am 7. und 8. Oktober zum ersten THE LOOP Knitting Technology Summit nach Albstadt. Groz-Beckert hat das neue Format gemeinsam mit Shima Seiki, Lonati, Memminger-IRO und Merz als langfristige Plattform für Innovation und Wissenstransfer in der Strickindustrie angelegt.

Das erste Kapitel konzentrierte sich auf Medical & Technical Textiles. Fachvorträge, Maschinendemonstrationen und Diskussionen behandelten unter anderem textile Robotik, künstliche Intelligenz in der Produktentwicklung, digitale Entwicklungsprozesse und moderne Garnzuführungssysteme. Referenten kamen aus der Universität Pisa, der Hochschule Albstadt-Sigmaringen und mehreren Maschinen- und Technologieunternehmen.

Der Ansatz ist für die Branche interessant, weil technische Textilien hier nicht isoliert als Materialthema betrachtet werden. Produktentwicklung, Maschinentechnik, Digitalisierung und industrielle Umsetzung werden in einem gemeinsamen Format verknüpft. Groz-Beckert kündigt an, künftige Ausgaben um weitere Technologien und Anwendungsfelder zu erweitern.

Rund 160 Teilnehmer aus 20 Ländern kamen am 7. und 8. Oktober zum ersten THE LOOP Knitting Technology Summit nach Albstadt. Groz-Beckert hat das neue Format gemeinsam mit Shima Seiki, Lonati, Memminger-IRO und Merz als langfristige Plattform für Innovation und Wissenstransfer in der Strickindustrie angelegt.

Das erste Kapitel konzentrierte sich auf Medical & Technical Textiles. Fachvorträge, Maschinendemonstrationen und Diskussionen behandelten unter anderem textile Robotik, künstliche Intelligenz in der Produktentwicklung, digitale Entwicklungsprozesse und moderne Garnzuführungssysteme. Referenten kamen aus der Universität Pisa, der Hochschule Albstadt-Sigmaringen und mehreren Maschinen- und Technologieunternehmen.

Der Ansatz ist für die Branche interessant, weil technische Textilien hier nicht isoliert als Materialthema betrachtet werden. Produktentwicklung, Maschinentechnik, Digitalisierung und industrielle Umsetzung werden in einem gemeinsamen Format verknüpft. Groz-Beckert kündigt an, künftige Ausgaben um weitere Technologien und Anwendungsfelder zu erweitern.

Erntestücke des breitblättrigen Rohrkolbens, geerntet in Neukalen Foto: Marie Jennißen, Hochschule Niederrhein Mönchengladbach
Erntestücke des breitblättrigen Rohrkolbens, geerntet in Neukalen
13.10.2026

Rohrkolben aus wiedervernässten Mooren soll zur Textilfaser werden

Rohrkolben aus Paludikultur soll künftig als Rohstoff für hochwertige Textilfasern nutzbar werden. Ein von der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe vorgestelltes Projekt der Hochschule Niederrhein untersucht, wie sich Fasern aus Typha latifolia so gewinnen und aufbereiten lassen, dass eine industrielle Verarbeitung möglich wird.

Im Mittelpunkt stehen skalierbare mechanische und chemisch-physikalische Aufschlussverfahren. Die gewonnenen Fasern werden auf Reißfestigkeit, Feinheit, Dehnbarkeit und Spinnfähigkeit untersucht. Anschließend sollen die bislang im Labormaßstab entwickelten Prozessschritte in Richtung industrieller Anwendung weiterentwickelt und dafür Prozessparameter sowie Qualitätsstandards definiert werden.

Der Ansatz verbindet Textiltechnik und Moorbodenschutz. Wiedervernässte Moore binden große Kohlenstoffmengen, bislang fehlen jedoch vielerorts wirtschaftlich tragfähige Absatzmärkte für die Biomasse aus Paludikultur. Eine textile Nutzung könnte landwirtschaftlichen Betrieben zusätzliche Erlösmöglichkeiten eröffnen und zugleich eine regionale Alternative zu fossilen Synthetikfasern schaffen.

Rohrkolben aus Paludikultur soll künftig als Rohstoff für hochwertige Textilfasern nutzbar werden. Ein von der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe vorgestelltes Projekt der Hochschule Niederrhein untersucht, wie sich Fasern aus Typha latifolia so gewinnen und aufbereiten lassen, dass eine industrielle Verarbeitung möglich wird.

Im Mittelpunkt stehen skalierbare mechanische und chemisch-physikalische Aufschlussverfahren. Die gewonnenen Fasern werden auf Reißfestigkeit, Feinheit, Dehnbarkeit und Spinnfähigkeit untersucht. Anschließend sollen die bislang im Labormaßstab entwickelten Prozessschritte in Richtung industrieller Anwendung weiterentwickelt und dafür Prozessparameter sowie Qualitätsstandards definiert werden.

Der Ansatz verbindet Textiltechnik und Moorbodenschutz. Wiedervernässte Moore binden große Kohlenstoffmengen, bislang fehlen jedoch vielerorts wirtschaftlich tragfähige Absatzmärkte für die Biomasse aus Paludikultur. Eine textile Nutzung könnte landwirtschaftlichen Betrieben zusätzliche Erlösmöglichkeiten eröffnen und zugleich eine regionale Alternative zu fossilen Synthetikfasern schaffen.

Das Projekt läuft von Januar 2026 bis Dezember 2027. Geleitet wird es an der Hochschule Niederrhein von Prof. Dr.-Ing. habil. Maike Rabe. Der Entwicklungsstand ist noch früh: Die industrielle Eignung und eine belastbare Skalierung müssen im Projekt erst nachgewiesen werden.

Quelle:

Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR) / Hochschule Niederrhein

Foto: Bernhard Rampf
12.10.2026

Talbot-Runhof-Ausstellung im tim erhält Bayerischen Kunstpreis 2026

Die Ausstellung „Celebrating Fashion – Talbot Runhof in Paris“ im Staatlichen Textil- und Industriemuseum Augsburg erhält den Bayerischen Kunstpreis 2026 in der Kategorie „Ausstellung des Jahres“. Ausgezeichnet werden Dr. Michaela Breil und Prof. Dr. Karl Borromäus Murr vom tim.

Die Schau zeichnet rund zwei Jahrzehnte Modegeschichte des Münchner Designerduos Johnny Talbot und Adrian Runhof nach und konzentriert sich auf dessen Auftritte bei der Paris Fashion Week. Im Mittelpunkt stehen drapierte Stoffe, Silhouetten, Farben und die handwerkliche Umsetzung der Couture-Entwürfe.

Das tim hatte bereits Anfang 2026 Couture-Modelle von Talbot Runhof für seine Sammlung angekündigt. Die aktuelle Auszeichnung stärkt damit zugleich die museale Dokumentation jüngerer deutscher Mode- und Textilgeschichte. Die Ausstellung läuft noch bis 25. Oktober 2026

Die Ausstellung „Celebrating Fashion – Talbot Runhof in Paris“ im Staatlichen Textil- und Industriemuseum Augsburg erhält den Bayerischen Kunstpreis 2026 in der Kategorie „Ausstellung des Jahres“. Ausgezeichnet werden Dr. Michaela Breil und Prof. Dr. Karl Borromäus Murr vom tim.

Die Schau zeichnet rund zwei Jahrzehnte Modegeschichte des Münchner Designerduos Johnny Talbot und Adrian Runhof nach und konzentriert sich auf dessen Auftritte bei der Paris Fashion Week. Im Mittelpunkt stehen drapierte Stoffe, Silhouetten, Farben und die handwerkliche Umsetzung der Couture-Entwürfe.

Das tim hatte bereits Anfang 2026 Couture-Modelle von Talbot Runhof für seine Sammlung angekündigt. Die aktuelle Auszeichnung stärkt damit zugleich die museale Dokumentation jüngerer deutscher Mode- und Textilgeschichte. Die Ausstellung läuft noch bis 25. Oktober 2026

Quelle:

Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst / Staatliches Textil- und Industriemuseum Augsburg (tim)