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T7 zeigt smarte Textilproduktion
Die Textilfabrik 7.0 in Mönchengladbach zeigt erstmals mehrere konkrete Demonstratoren aus ihrem Reallabor für eine „smarte und saubere“ Textilproduktion. Bei einem Besuch der nordrhein-westfälischen Wirtschaftsministerin Mona Neubaur präsentierten Forschende des Forschungsinstituts für Textil und Bekleidung der Hochschule Niederrhein und des ITA der RWTH Aachen unter anderem eine smarte Jacke, digitale Fertigungsverfahren sowie biotechnologische Ansätze zur Textilbearbeitung.
Die smarte Jacke erfasst Bewegungs- und Körperdaten und überträgt sie an eine App. Daraus ergeben sich mögliche Anwendungen beispielsweise in Physiotherapie und Rehabilitation. Ergänzend demonstrierten die Projektpartner, wie leitfähige Garne durch Sticktechnik in textile Strukturen integriert werden können. Auf der Digitalisierungsseite gehören KI-basierte Analysen von Naturfasern und Materialzusammensetzungen sowie laserbasierte Druck- und Bearbeitungsverfahren zum aktuellen Entwicklungsstand.
G-III schließt Marc-Jacobs-Übernahme ab
G-III Apparel Group hat die Übernahme des operativen Marc-Jacobs-Geschäfts abgeschlossen und gleichzeitig die Ergebnisse für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2027 vorgelegt. Der Konzernumsatz sank im Quartal um 10 Prozent von 613,3 auf 554,1 Millionen US-Dollar. Gleichzeitig verbesserte sich die Bruttomarge um 440 Basispunkte auf 45,2 Prozent. G-III führt dies unter anderem auf Preisanpassungen und einen höheren Anteil margenstärkerer eigener Marken zurück.
Die Portfolioveränderung ist größer als der reine Zukauf von Marc Jacobs. G-III verliert rund 460 Millionen US-Dollar Umsatz aus auslaufenden Calvin-Klein- und Tommy-Hilfiger-Lizenzen und richtet das Geschäftsmodell stärker auf eigene beziehungsweise langfristig kontrollierte Marken aus. Für das Geschäftsjahr 2027 erwartet das Unternehmen rund 2,71 Milliarden Dollar Umsatz nach 2,96 Milliarden im Vorjahr.
UniFirst bringt Stretch-Workwear in den Mietservice
UniFirst erweitert sein Mietwäsche- und Berufsbekleidungsangebot um die Kollektion „Always U“. Die neue Linie richtet sich ausdrücklich an Beschäftigte, die sich während einer Arbeitsschicht häufig beugen, strecken und bewegen. Zum Einsatz kommen Poly-Baumwoll-Gewebe mit mechanischem Stretch, die nach Angaben des Unternehmens 10 bis 12 Prozent mehr Dehnung bieten als Standarduniformen.
Die konstruktiven Details sind auf Bewegungsfreiheit ausgelegt: interne elastische Taillenbänder, Zwickel im Schritt, vorgeformte Knie sowie funktionale Taschenlösungen. Bemerkenswert ist die eigenständig entwickelte Damenlinie. Shirts berücksichtigen eine weibliche Taillen- und Saumform, Hosen und Shorts verfügen über eine konturierte Mid-Rise-Passform und flach anliegende Taschen. UniFirst begründet dies mit dem wachsenden Frauenanteil in Bau, Fertigung sowie Transport und Logistik.
Maschenunternehmen erwarten Personalabbau: Entlastung versprochen – Belastungen steigen
Das Geschäftsklima der deutschen Maschenindustrie bleibt im dritten Quartal tief im Minus. Die aktuelle Lage hat sich nochmals deutlich verschlechtert. Die Erwartungen hellen sich etwas auf. Doch die Belastungen am Standort wachsen weiter.
Der GESAMTMASCHE-Geschäftsklimaindex verbessert sich im dritten Quartal 2026 nur geringfügig von –28,22 auf –27,47 Punkte. Dahinter steht eine deutliche Schere: Die Bewertung der aktuellen Geschäftslage fällt von –28,47 auf –34,72 Punkte. Die Erwartungen für die kommenden Monate steigen dagegen von –27,98 auf –19,05 Punkte.
„Die Unternehmen hoffen auf Besserung. Aber die wirtschaftliche Realität wird zunächst noch härter“, sagt GESAMTMASCHE-Präsidentin Martina Bandte. „Die Politik verspricht Entlastung, doch bei den Unternehmen kommt das Gegenteil an. So entsteht keine Trendwende.“
Cone Denim beendet Denim-Fertigung in China - Konzentration auf Mexiko
Cone Denim richtet seine internationale Produktionsstruktur neu aus. Das Unternehmen will seine künftige Denim-Fertigung auf die etablierte Plattform in Mexiko konzentrieren und die Denim-Produktion in China bis Ende 2026 beenden. Die Entscheidung folgt nach Unternehmensangaben einer umfassenden Prüfung des globalen Denim-Markts, des eigenen Produktions-Footprints, der Beschaffungsstrategien der Kunden und der langfristigen Wettbewerbsposition.
Als Gründe nennt Cone Denim ausdrücklich ökonomische, marktbezogene und geopolitische Faktoren. Veränderte Handelsströme, neue Sourcing-Strategien der Kunden, Kostendruck, Lieferkettenfragen und geopolitische Entwicklungen hätten die langfristige Wettbewerbsfähigkeit der Denim-Produktion in China zunehmend beeinflusst. Damit wird eine Entwicklung sichtbar, die für die gesamte Textilindustrie relevant ist: Produktionsstandorte werden nicht mehr allein nach Lohn- und Stückkosten beurteilt, sondern stärker nach Handelszugang, regionaler Nähe zu Absatzmärkten, geopolitischer Belastbarkeit und Reaktionsgeschwindigkeit.
BOSS Menswear verbindet Tailoring mit funktional inspirierten Stoffen
BOSS richtet die Menswear-Kollektion für Herbst/Winter 2026 auf die Verbindung von klassischem Tailoring und performanceorientierten Stoffen aus. Zu den Materialschwerpunkten gehören Premiumwolle, Alpaka-Mischungen, Cord, Double-Face-Wolle sowie Strick- und Jersey-Layer. Die Kollektion ist auf den Wechsel zwischen Büro, Reise und Alltag ausgerichtet und soll Struktur, Komfort und vielseitige Nutzung verbinden.
Textilfachlich interessant ist weniger die modische Inszenierung als die Material- und Produktlogik. Formelle Silhouetten werden mit weicheren Konstruktionen, strukturierten Oberflächen und funktional inspirierten Stoffen kombiniert. Bei Outerwear setzt BOSS unter anderem auf Alpaka-Mischgewebe; eine Velourslederjacke wird mit gestrickten Ärmeln aus Baumwollmischung kombiniert. Gegenüber der bereits am 30. August ausgewählten BOSS-Womenswear-Meldung ist dies ein eigenständiger Menswear-Ansatz, bleibt aber thematisch verwandt und ist deshalb niedriger priorisiert.
KARL MAYER erzeugt ausgeprägte 3D-Strukturen
KARL MAYER zeigt mit den „Advanced Bubble“-Stoffen, wie sich dreidimensionale Oberflächen direkt auf einer HKS 4-M EL ECO erzeugen lassen. Charakteristisch sind vertikale Rüschenstreifen, die über einem transparenten, leichten Grund zu schweben scheinen. Der Effekt entsteht nicht durch nachträgliches Aufnähen, sondern durch das Zusammenspiel mehrerer Legebarren und unterschiedlicher Strukturen im Wirkprozess.
GB 3 und GB 4 erzeugen separate breite und schmale Stoffstreifen. GB 2 verbindet diese Segmente mit einer Zickzackstruktur aus einem Polyamid-Elastan-Umwindegarn; dabei wird ein Teil des schmalen Streifens auf die Maschenseite gefaltet und bildet den Rüscheneffekt. GB 1 übernimmt zusätzliche Musterungen und nutzt dasselbe Garn wie GB 2, wodurch der Schäraufwand reduziert werden soll. Für die Bekleidungsentwicklung ist der Ansatz relevant, weil Volumen, Transparenz und Bewegung bereits in der Flächenkonstruktion angelegt werden und damit zusätzliche Konfektionsschritte vermeiden können.
Groz-Beckert schließt Carding-Standort Deerlijk bis Ende 2026
Groz-Beckert wird den Produktionsstandort seiner Tochtergesellschaft Groz-Beckert Carding Belgium in Deerlijk bis Ende 2026 schließen. Nach Abschluss des formellen Informations- und Konsultationsverfahrens sollen die nächsten rechtlich vorgesehenen Schritte eingeleitet werden. Am Standort arbeiten 58 Beschäftigte; produziert werden metallische Ganzstahlgarnituren für den Geschäftsbereich Nonwovens.
Das Unternehmen begründet die Entscheidung mit strukturellen Kostennachteilen, zunehmendem Wettbewerb durch Anbieter mit niedrigeren Kostenstrukturen und anhaltendem Preisdruck. Eine tragfähige Alternative sei auch nach Beratung mit den Arbeitnehmervertretungen nicht gefunden worden. Die Produktion soll schrittweise eingestellt und auf andere Standorte im globalen Groz-Beckert-Netzwerk verlagert werden. Für die Branche ist die Meldung mehr als eine lokale Standortnachricht: Sie zeigt den Anpassungsdruck bei prozesskritischen Zulieferteilen für die Vliesstoffproduktion und die fortschreitende Neuordnung europäischer Produktionsstrukturen.
Indien verknüpft Alttextilsammlung, Fasererkennung und digitale Rückverfolgbarkeit
Indiens Textilministerium treibt den Aufbau einer digital unterstützten Infrastruktur für Alttextilien voran. Bei einem Besuch der Textile Recovery Facility (TRF) in Navi Mumbai wurde eine Absichtserklärung zwischen dem Textiles Committee und Refibre zur Entwicklung einer digitalen Plattform für Sammlung, Rückverfolgbarkeit und Wirkungsmessung von Post-Consumer-Textilien unterzeichnet.
Die Anlage verbindet Sammlung und Sortierung mit technischer Fasererkennung, Zerkleinerung und der Aufteilung in unterschiedliche Sekundärmaterialströme. Nach Angaben des Press Information Bureau kommt dabei auch Technologie von Kosha zur Trennung von Bekleidung nach Fasergruppen zum Einsatz. Ziel ist, Post- und Pre-Consumer-Textilabfälle von Deponien fernzuhalten und für Wiederverwendung, Upcycling oder Recycling verfügbar zu machen.
TITK: Innovative UD-Tapes für den anspruchsvollen Leichtbau
Höchste Festigkeit bei geringstem Gewicht – das ist im Leichtbau das Maß der Dinge. Ressourcenschonend und nachhaltig soll es außerdem sein. Doch zuallererst müssen Materialien mechanischen Belastungen genau dort standhalten, wo sie auftreten – ob in der Luft- und Raumfahrt, auf der Straße oder Schiene, beim Sport, der Windenergie-Erzeugung oder der Speicherung von Wasserstoff. Bei all diesen Anwendungen können mit unidirektional verstärkten Tapes lastgerechte Verstärkungen realisiert werden.
Dieses universell einsetzbare textile Halbzeug ist seit längerem ein wichtiger Forschungsschwerpunkt am TITK in Rudolstadt. Auf der Kunststoffmesse K 2025 in Düsseldorf zeigte das wirtschaftsnahe Institut neuentwickelte trockene Schmalbandgelege auf Basis von 50K Carbonfaserrovings. Trockene UD-Tapes aus parallel ausgerichteten Endlosfasern wurden mit angepassten Nähgarnen und einer optimierten Thermofixierung produziert und in einem automatisierten, robotergestützten Tapelegeverfahren verarbeitet.
Business
Normen & Standards
Fraunhofer: Positionspapier Normen & Standards
Studie - Lieferkettengesetz
HypoVereinsbank: Wettbewerbsnachteile durch Lieferkettengesetz
Fast drei Viertel der Befragten (70%) befürchtet, dass die Überwachung der gesamten Lieferkette den Mittelstand – insbesondere kleine Unternehmen – überfordern könnte.
Infos zum Download der Studie in unserem Newsbereich.
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Industrie-Statistiken finden Sie in unserer Datenbank zum Download.

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