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12.03.2026

Call for Papers zur ADD-ITC 2026

Dresden, 26. November - 27. November 2026
Keynote- und Fachvorträgen sowie Transfersessions mit hoher Industrierelevanz zu

Dresden, 26. November - 27. November 2026
Keynote- und Fachvorträgen sowie Transfersessions mit hoher Industrierelevanz zu

  • Deutsch-tschechisch-polnische Partnerschaften
    Kooperationen und gemeinsame Forschungsaktivitäten zwischen Deutschland, Polen und Tschechien mit Fokus auf die diesjährigen Themenschwerpunkte
  • Nachhaltige polymere Werkstoffsysteme und Funktionalisierung
    Nachhaltige, biobasierte und recycelte Polymermaterialien und -systeme Funktionalisierung von Fasern, Textilien und Verbundstrukturen Oberflächenmodifizierung, Smart Materials sowie Lebensdauer- und Kreislaufkonzepte 
  • Neue Maschinensysteme für faserverstärkte Strukturen und Composites
    Innovative Maschinen- und Anlagentechnik für textile Hochleistungs- und Faserverbundstrukturen
    Automatisierte Fertigung, Preforming- und Verarbeitungstechnologien
    Digital integrierte Produktionssysteme
  • Schutz- und Funktionstextilien
    Technische Textilien für Personen-, Infrastruktur- und Objektschutz
    Multifunktionale Schutzsysteme und interaktive faserbasierte Lösungen
    Prüfung, Normung und Zertifizierung
  • Trends in der Textilproduktion
    Recyclingtechnologien und zirkuläre Produktionskonzepte
    Künstliche Intelligenz, Digitalisierung und Automatisierung
    Industrie 4.0 und ressourceneffiziente Produktionsstrategien
  • Technologietransfer – Von der Idee in die Praxis
    Erfolgreiche Überführung von Forschungsergebnissen in marktfähige Produkte und Prozesse
    Praxisbeispiele aus Kooperationsprojekten, insbesondere IGF/ ZIM sowie Innovationen aus Start-ups und KMU

Deadline Call for Papers: 30. April 2026

Kontakt
Cornelia Sennewald
Institut für Textilmaschinen und Textile Hochleistungswerkstofftechnik der TU Dresden
add-itc-2026@tu-dresden.de; Tel.: +49 (0)351 463 39315

Quelle:

ITA, Institut für Textiltechnik der RWTH Aachen University

Am 19. März findet die Kick-off-Veranstaltung der Textilfabrik 7.0 im Monforts-Quartier in Mönchengladbach statt. Foto: Monforts-Quartier
Am 19. März findet die Kick-off-Veranstaltung der Textilfabrik 7.0 im Monforts-Quartier in Mönchengladbach statt.
12.03.2026

Textilfabrik 7.0: Kick-off für klimafreundliche Textilproduktion in Deutschland

Mit der Textilfabrik 7.0 (T7) startet im Monforts-Quartier in Mönchengladbach ein zukunftsweisendes Transformationsprojekt für die deutsche Textil- und Bekleidungsindustrie. Ziel ist es, eine CO₂-neutrale, zirkuläre und zugleich wirtschaftlich tragfähige Textilproduktion in Deutschland anwendungsnah weiterzuentwickeln und umzusetzen. Der offizielle Kick-off findet am 19. März im Rahmen des „Thementisch Textil“ statt und richtet sich insbesondere an Unternehmen entlang der textilen Wertschöpfungskette.
 
Die Mode- und Textilindustrie verursacht weltweit rund zehn Prozent der CO₂-Emissionen – mehr als internationale Luftfahrt und Schifffahrt zusammen. Gleichzeitig stehen Unternehmen in Deutschland unter erheblichem Wettbewerbsdruck. Die Textilfabrik 7.0 setzt hier an: Sie verbindet Forschung, Industrie und regionale Akteure, um innovative Technologien und Produktionsprozesse praxisnah zu erproben und schneller in die Anwendung zu bringen. Ziel ist es, Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit konsequent zusammenzudenken und eine lokal verankerte, klimafreundliche Produktion zu ermöglichen.
 

Mit der Textilfabrik 7.0 (T7) startet im Monforts-Quartier in Mönchengladbach ein zukunftsweisendes Transformationsprojekt für die deutsche Textil- und Bekleidungsindustrie. Ziel ist es, eine CO₂-neutrale, zirkuläre und zugleich wirtschaftlich tragfähige Textilproduktion in Deutschland anwendungsnah weiterzuentwickeln und umzusetzen. Der offizielle Kick-off findet am 19. März im Rahmen des „Thementisch Textil“ statt und richtet sich insbesondere an Unternehmen entlang der textilen Wertschöpfungskette.
 
Die Mode- und Textilindustrie verursacht weltweit rund zehn Prozent der CO₂-Emissionen – mehr als internationale Luftfahrt und Schifffahrt zusammen. Gleichzeitig stehen Unternehmen in Deutschland unter erheblichem Wettbewerbsdruck. Die Textilfabrik 7.0 setzt hier an: Sie verbindet Forschung, Industrie und regionale Akteure, um innovative Technologien und Produktionsprozesse praxisnah zu erproben und schneller in die Anwendung zu bringen. Ziel ist es, Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit konsequent zusammenzudenken und eine lokal verankerte, klimafreundliche Produktion zu ermöglichen.
 
Im Zentrum der T7 stehen vier Kernmodule: On-Demand-Fertigung, MicroFactory Engineering, Digital Textiles und Biosphere. In einem funktionsfähigen Textil-Reallabor werden entlang der gesamten Wertschöpfungskette neue Technologien entwickelt, getestet und optimiert. Dabei kommen unter anderem Robotik, digitale Prozessketten und biotechnologische Verfahren zum Einsatz, um Kreislaufwirtschaft in der Praxis umzusetzen und Ressourcen effizienter zu nutzen.
 
Unternehmen profitieren unmittelbar von dem praxisnahen Ansatz: Sie können sich als Pilotpartner beteiligen, eigene Anwendungsfälle einbringen und neue Produktionslösungen unter realen Bedingungen erproben. „Mit der Textilfabrik 7.0 schaffen wir eine Plattform, auf der Unternehmen gemeinsam mit Forschungseinrichtungen konkrete Lösungen für eine klimafreundliche Produktion voranzutreiben können. Unser Anspruch ist es, Innovationen schneller in die industrielle Anwendung zu bringen und so die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland nachhaltig zu stärken“, sagt Dr.-Ing. habil. Maike Rabe, Professorin für Textilveredlung und Ökologie, Leiterin des Forschungsinstituts Textil und Bekleidung an der Hochschule Niederrhein (HSNR). Rabe ist Projektleiterin der Textilfabrik 7.0 seitens der HSNR.
 
Die Textilfabrik 7.0 leistet einen wichtigen Beitrag zum Strukturwandel im Rheinischen Revier. Unter dem Leitmotiv „Von der Kohle zur KI“ entstehen neue Perspektiven für industrielle Wertschöpfung und qualifizierte Arbeitsplätze in der Region. 
 
T7 ist ein Gemeinschaftsprojekt des Forschungsinstituts für Textil und Bekleidung (FTB) der Hochschule Niederrhein, des Instituts für Textiltechnik (ITA) an der RWTH Aachen, des Verbandes der Nordwestdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie, des Verbandes der Rheinischen Textil- und Bekleidungsindustrie, mit der Textilakademie NRW sowie der Wirtschaftsförderung Mönchengladbach.
 
Das Projekt wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) über die Förderrichtlinie zur Stärkung der Transformationsdynamik und Aufbruch in den Revieren und an den Kohlekraftwerkstandorten „STARK“, dem Land Nordrhein-Westfalen im Zuständigkeitsbereich des Ministeriums für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie (MWIKE) des Landes Nordrhein-Westfalen gemäß der Rahmenrichtlinie zur Umsetzung des Investitionsgesetzes Kohleregionen (InvKG) Nordrhein-Westfahlen (RRL) sowie durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) gefördert.

Neue Wissensplattform für Markt- und Zukunftsanalysen Bild KI-generiert, Messe Düsseldorf
12.03.2026

drupa insights: Neue Wissensplattform für Markt- und Zukunftsanalysen

Ab sofort startet mit drupa insights eine neue digitale Wissensplattform der drupa. Die Weltleitmesse für Printing Solutions erweitert so ihr Informationsangebot um fortlaufende Markt- und Zukunftsanalysen für die internationale Print- und Verpackungsindustrie.

Das Format entsteht in Kooperation mit Alliance Insights, dem Research-Bereich der PRINTING United Alliance. Der Zugang erfolgt nach einmaliger, kostenfreier Registrierung über die drupa-Website.

drupa insights bietet vertiefende Analysen zu technologischen Entwicklungen, Marktveränderungen und wirtschaftlichen Perspektiven. Grundlage sind internationale Studien und Untersuchungen, die auf die Anforderungen einer sich dynamisch wandelnden Print- und Packaging-Industrie ausgerichtet sind. Zum Start stehen drei zentrale Themenfelder im Fokus: die wachsende Bedeutung von Etiketten- und Verpackungsdruck, der Fortschritt im Bereich Künstliche Intelligenz und Robotik sowie die zunehmende Automatisierung von Produktionsprozessen.

Ab sofort startet mit drupa insights eine neue digitale Wissensplattform der drupa. Die Weltleitmesse für Printing Solutions erweitert so ihr Informationsangebot um fortlaufende Markt- und Zukunftsanalysen für die internationale Print- und Verpackungsindustrie.

Das Format entsteht in Kooperation mit Alliance Insights, dem Research-Bereich der PRINTING United Alliance. Der Zugang erfolgt nach einmaliger, kostenfreier Registrierung über die drupa-Website.

drupa insights bietet vertiefende Analysen zu technologischen Entwicklungen, Marktveränderungen und wirtschaftlichen Perspektiven. Grundlage sind internationale Studien und Untersuchungen, die auf die Anforderungen einer sich dynamisch wandelnden Print- und Packaging-Industrie ausgerichtet sind. Zum Start stehen drei zentrale Themenfelder im Fokus: die wachsende Bedeutung von Etiketten- und Verpackungsdruck, der Fortschritt im Bereich Künstliche Intelligenz und Robotik sowie die zunehmende Automatisierung von Produktionsprozessen.

Vom Global Trends Report zum Premium Content-Hub
Mit drupa insights wird das Konzept des bisherigen Global Trends Reports in eine fortlaufende digitale Veröffentlichungsform überführt. An die Stelle eines jährlichen Berichts tritt ein regelmäßig aktualisiertes Angebot, das Entwicklungen zeitnah aufgreift und einordnet. Zugleich ist drupa insights Teil der strategischen Neuausrichtung der drupa 2028: Als Bestandteil des thematischen Clusters LEARN stärkt das Format den Wissens- und Analysebereich bereits im Vorfeld der Messe.

Strategische Partnerschaft mit PRINTING United Alliance vertieft
drupa insights basiert auf der bestehenden Zusammenarbeit zwischen der drupa und der PRINTING United Alliance. Sabine Geldermann, Director drupa, Portfolio Print Technologies der Messe Düsseldorf, erklärt:
„Mit drupa insights bündeln wir internationale Expertise und schaffen eine verlässliche Grundlage für fundierte Markt- und Zukunftsanalysen. Unser Ziel ist es, Unternehmen dabei zu unterstützen, den Wandel der Industrie strategisch zu gestalten.“ Nathan Safran, Vice President, Research Alliance Insights, ergänzt: „Wir freuen uns, gemeinsam mit der drupa dieses neue Format umzusetzen, das vertiefte Einblicke in die Entwicklung der Branche ermöglicht und praxisnahe Entscheidungsgrundlagen liefert.“

Mit drupa insights stärkt die drupa ihre Rolle als zentraler Ort für Wissenstransfer und Vernetzung über den gesamten Innovationszyklus hinweg. Die Inhalte richten sich an Akteure entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Druck- und Verpackungsindustrie – von Druckdienstleistern und Maschinenherstellern über Technologieanbieter und Agenturen bis hin zu Brand Ownern, Designerinnen, Designern und Medienvertreterinnen und -vertretern.

12.03.2026

BTE: "Konsequente Regulierung asiatischer Onlineplattformen überfällig"

Der BTE Handelsverband Textil Schuhe Lederwaren appelliert an die Bundesregierung und die EU, umgehend wirksame und konsequente Maßnahmen gegen den massenhaften Import schadstoffbelasteter Billigware über asiatische Onlineplattformen wie Temu und Shein zu ergreifen.
 
Der stationäre Modehandel steht infolge anhaltender Konsumzurückhaltung, dauerhaft hoher Energiepreise und einer stetig wachsenden Bürokratielast bereits unter erheblichem Druck. Hinzu treten zunehmende Wettbewerbsverzerrungen durch Onlineplattformen aus Drittstaaten, die sich systematisch und folglich ganz bewusst der Einhaltung europäischer Produkt-, Umwelt- und Verbraucherschutzstandards entziehen. Der regelkonform arbeitende Handel bleibe damit schutzlos zurück und werde faktisch von Politik und Aufsichtsbehörden im Stich gelassen.
 

Der BTE Handelsverband Textil Schuhe Lederwaren appelliert an die Bundesregierung und die EU, umgehend wirksame und konsequente Maßnahmen gegen den massenhaften Import schadstoffbelasteter Billigware über asiatische Onlineplattformen wie Temu und Shein zu ergreifen.
 
Der stationäre Modehandel steht infolge anhaltender Konsumzurückhaltung, dauerhaft hoher Energiepreise und einer stetig wachsenden Bürokratielast bereits unter erheblichem Druck. Hinzu treten zunehmende Wettbewerbsverzerrungen durch Onlineplattformen aus Drittstaaten, die sich systematisch und folglich ganz bewusst der Einhaltung europäischer Produkt-, Umwelt- und Verbraucherschutzstandards entziehen. Der regelkonform arbeitende Handel bleibe damit schutzlos zurück und werde faktisch von Politik und Aufsichtsbehörden im Stich gelassen.
 
Zahlreiche Untersuchungen und Recherchen belegten fortlaufend, dass über Plattformen wie Temu und Shein Textilien, Schuhe und Accessoires mit erhöhten Konzentrationen gesundheitsgefährdender Chemikalien innerhalb der EU in Verkehr gebracht werden. Aktuelle Untersuchungen des Bremer Umweltinstituts zeigen, dass 25 von 31 geprüften textilen Produkten die Grenzwerte der EU-Chemikalienverordnung REACH überschritten. Bereits 2025 hatte die Stiftung Warentest auf mangelhafte Produkte hingewiesen, die nicht den geltenden EU-Standards entsprechen.
 
„Es ist eine Farce, wenn Plattformen wiederholt Lippenbekenntnisse zur Einhaltung europäischer Produktstandards abgeben, während gleichzeitig erhebliche systematische Verstöße festgestellt werden“, äußert BTE-Präsident Mark Rauschen. Denn trotz wiederholter öffentlicher Kritik reagieren Onlineplattformen wie Temu und Shein erst nach dem Aufdecken erheblicher Produktmängel und unter öffentlichem Druck. „Dies ist ein Zustand, der nicht länger hingenommen werden kann – die Grenze ist überschritten und es stellt sich die Frage, wie oft solche Zusagen noch folgenlos bleiben sollen“, so Rauschen.
 
Die von den Plattformen mitunter angeführten Hinweise, beanstandete Produkte weltweit von ihren Verkaufsportalen entfernt zu haben, sowie die vermeintlichen Zusicherungen einer Stärkung der Mechanismen zur Durchsetzung von EU-Produktstandards bleiben aus Sicht des BTE völlig wirkungslos. „Ein Geschäftsmodell, das ausschließlich nach öffentlichem Druck reagiert, kann keinen verlässlichen Verbraucher-, Gesundheits- sowie Umweltschutz – entsprechend den hohen EU-Standards – gewährleisten.“
 
Vor diesem Hintergrund begrüßt der BTE, dass die Europäische Kommission nach dem Skandal um rechtswidrige Produkte auf der Plattform Shein Konsequenzen gezogen hat. „Mit der Einleitung eines Verfahrens auf Grundlage des Digital Services Act wird das notwendige Signal gesetzt. Gleichwohl handelt es sich dabei nicht um einen Selbstläufer“, so Rauschen. Aus Sicht des BTE sind nun konsequente Kontrollen bei der Einfuhr von Waren auf den EU Markt und damit eine deutlich stärkere Marktüberwachung sowie die Schließung bestehender Regulierungs  und Vollzugslücken sowohl auf nationaler als auch auf europäischer Ebene zwingend erforderlich. Vor diesem Hintergrund setzte sich der BTE bereits für die frühzeitige Abschaffung der 150-Euro-Zollfreigrenze ein und fordert nun eine schnelle und konsequente Umsetzung ohne Ausnahmen. 
 
Unabdingbar sei ein echtes Level Playing Field für alle Marktteilnehmer. Die Geschäftspraktiken einzelner Plattformen wirken sich im gleichen Maße auf Handel, Hersteller und weitere Wirtschaftsakteure aus, wie vor allem der Handelsverband Deutschland (HDE) in den letzten Monaten deutlich machte. HDE-Präsident Alexander von Preen hat wiederholt betont, dass fairer Wettbewerb nur dann möglich sei, wenn Anbieter wie Temu und Shein bei Verstößen gegen europäische Gesetze konsequent zur Rechenschaft gezogen werden. Aus Sicht des BTE sind folglich Berlin und Brüssel nun am Zug, Handel und Verbraucher endlich zu schützen.

Quelle:

BTE Handelsverband Textil Schuhe Lederwaren

12.03.2026

Sonderangebote in Gefahr - Einzelhandel fordert Änderung der Preisangaben-Richtlinie

Preisaktionen im Einzelhandel könnten in Zukunft seltener werden, so der HDE. Grund sind neue rechtliche Vorgaben: Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hatte zur Preisangaben-Richtlinie geurteilt, dass Preiswerbung faktisch nur noch zulässig ist, wenn der reduzierte Preis niedriger ist als der günstigste Preis der letzten 30 Tage. Eine aktuelle wissenschaftliche Studie des Instituts für Handelsforschung an der Universität Köln (IFH), die im Auftrag des Handelsverbandes Deutschland (HDE) erstellt wurde, belegt die damit verbundenen negativen Folgen für Handel und Verbraucher. Der HDE fordert deshalb Änderungen an der EU-Preisangaben-Richtlinie.

„Preisaktionen im Einzelhandel intensivieren den Wettbewerb, fördern Preisvergleiche und tragen zur Verbraucherwohlfahrt bei. Aktionspreise sind dabei nicht nur ein kurzfristig wirksames Verkaufsinstrument, sondern bieten den Kunden dauerhaft günstige Preise. Wer die Axt an die rechtliche Zulässigkeit vieler Sonderangebote legt, erweist den Handelsunternehmen und den Verbrauchern einen echten Bärendienst“, so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth.

Preisaktionen im Einzelhandel könnten in Zukunft seltener werden, so der HDE. Grund sind neue rechtliche Vorgaben: Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hatte zur Preisangaben-Richtlinie geurteilt, dass Preiswerbung faktisch nur noch zulässig ist, wenn der reduzierte Preis niedriger ist als der günstigste Preis der letzten 30 Tage. Eine aktuelle wissenschaftliche Studie des Instituts für Handelsforschung an der Universität Köln (IFH), die im Auftrag des Handelsverbandes Deutschland (HDE) erstellt wurde, belegt die damit verbundenen negativen Folgen für Handel und Verbraucher. Der HDE fordert deshalb Änderungen an der EU-Preisangaben-Richtlinie.

„Preisaktionen im Einzelhandel intensivieren den Wettbewerb, fördern Preisvergleiche und tragen zur Verbraucherwohlfahrt bei. Aktionspreise sind dabei nicht nur ein kurzfristig wirksames Verkaufsinstrument, sondern bieten den Kunden dauerhaft günstige Preise. Wer die Axt an die rechtliche Zulässigkeit vieler Sonderangebote legt, erweist den Handelsunternehmen und den Verbrauchern einen echten Bärendienst“, so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth.

Aufgrund europäischer Vorgaben müssen Einzelhändler in Deutschland seit der letzten Novelle der Preisangaben-Verordnung bei der Werbung mit Preisherabsetzungen den niedrigsten Preis angeben, den sie in den letzten 30 Tagen für die reduzierte Ware verlangt haben. Der EuGH urteilte vor einem guten Jahr, dass Preiswerbung in der Praxis somit nur noch rechtskonform möglich ist, wenn der reduzierte Preis geringer ist als der günstigste Preis der letzten 30 Tage. „In der Praxis kann und darf ein Händler daher dasselbe Produkt nur noch alle 30 Tage mit einem günstigen Preis bewerben“, so Genth weiter. Die aktuelle IFH-Studie macht aber deutlich, dass in der Vergangenheit viele Produkte häufiger im Preis herabgesetzt und beworben wurden. „Besonders für Haushalte mit niedrigem Einkommen haben Preisaktionen eine hohe Bedeutung und tragen zur Wohlstandssicherung durch finanzielle Entlastung bei“, so Genth.

Wegen der neuen Rechtslage verbunden mit der Rechtsprechung des EuGH erwarten die Autoren der Studie, dass Preisaktionen in Zukunft seltener durchgeführt werden. „Das wird sich negativ auf den Preiswettbewerb und die Konsumentenwohlfahrt auswirken“, stellt Genth fest. Insbesondere für einkommensschwächere Haushalte seien Wohlfahrtsverluste wahrscheinlich. Genth konstatiert daher: „Die EU hat mit der neuen Regulierung den Wettbewerb und die Verbraucherinteressen vollkommen aus den Augen verloren“. Die neue Vorgabe für die Preiswerbung in der EU-Richtlinie sei nicht nur überflüssig, sondern schädlich.

„Die Koalitionsparteien haben vereinbart, umfassend Bürokratie abzubauen und überflüssige Regelungen zu streichen“, so der HDE-Hauptgeschäftsführer. Nun seien die Koalitionspartner aufgefordert, diesen Worten Taten folgen zu lassen. Genth: „Der Brüsseler Regulierungswahn muss ein Ende finden. Wir brauchen auf EU-Ebene eine Änderung der Preisangaben-Richtlinie.“

Quelle:

HDE Handelsverband Deutschland

11.03.2026

Hohe Energiepreise: Stromsteuer für alle senken

Der Handelsverband Deutschland (HDE) unterstützt die Forderung der EU-Kommission, die Stromsteuer für alle auf das zulässige Minimum abzusenken.

„Die Kosten müssen runter. Da ist der Bereich Energie auch im Einzelhandel in den letzten Jahren einfach zu teuer geworden. Es ist allerhöchste Zeit, dass die Bundesregierung ihr Versprechen aus dem Koalitionsvertrag endlich einlöst und die Stromsteuer für alle senkt. Das darf kein Privileg für einige Wirtschaftszweige bleiben. Die EU-Kommission hat verstanden, dass hohe Strom- und Energiepreise Kaufkraft und Wachstum unmittelbar belasten.  Jetzt muss die Bundesregierung rasch entsprechend handeln“, so HDE-Präsident Alexander von Preen.

Der HDE setzt sich seit Jahren für eine Stromsteuersenkung für Privatverbraucher und alle Unternehmen ein. „Für die Handelsunternehmen wäre das in diesen wirtschaftlich schwierigen Zeiten ein doppelt positiver Impuls. Sinkt die Stromsteuer, sinken die Kosten in den Unternehmen und bei den Verbrauchern. Dadurch bleibt den Menschen mehr Geld für den Konsum, was unmittelbar für dringend notwendige Wachstumsimpulse sorgt“, so von Preen weiter.

Der Handelsverband Deutschland (HDE) unterstützt die Forderung der EU-Kommission, die Stromsteuer für alle auf das zulässige Minimum abzusenken.

„Die Kosten müssen runter. Da ist der Bereich Energie auch im Einzelhandel in den letzten Jahren einfach zu teuer geworden. Es ist allerhöchste Zeit, dass die Bundesregierung ihr Versprechen aus dem Koalitionsvertrag endlich einlöst und die Stromsteuer für alle senkt. Das darf kein Privileg für einige Wirtschaftszweige bleiben. Die EU-Kommission hat verstanden, dass hohe Strom- und Energiepreise Kaufkraft und Wachstum unmittelbar belasten.  Jetzt muss die Bundesregierung rasch entsprechend handeln“, so HDE-Präsident Alexander von Preen.

Der HDE setzt sich seit Jahren für eine Stromsteuersenkung für Privatverbraucher und alle Unternehmen ein. „Für die Handelsunternehmen wäre das in diesen wirtschaftlich schwierigen Zeiten ein doppelt positiver Impuls. Sinkt die Stromsteuer, sinken die Kosten in den Unternehmen und bei den Verbrauchern. Dadurch bleibt den Menschen mehr Geld für den Konsum, was unmittelbar für dringend notwendige Wachstumsimpulse sorgt“, so von Preen weiter.

Quelle:

HDE Handelsverband Deutschland 

11.03.2026

Erfolgreiche World Pultrusion Conference 2026

Vom 05. bis 06. März 2026 fand die 18. World Pultrusion Conference (WPC) in Valencia, Spanien, statt. Die Pultrusion, auch Strangziehverfahren genannt, ist ein hocheffizientes Verfahren zur Herstellung von faserverstärkten Kunststoffprofilen für unterschiedliche Anwendungen im Bau-/Infrastruktur- und Transportbereich.

Rund 120 Teilnehmende aus der ganzen Welt waren auf der Konferenz vertreten. Insgesamt präsentierten 27 Referierende in 26 Fachvorträgen aktuelle Entwicklungen, Technologien und Anwendungen rund um pultrudierte Faserverbundwerkstoffe. Das internationale Fachpublikum setzte sich aus Expert:innen von Industrie, Forschung und Anwendung zusammen.

Vom 05. bis 06. März 2026 fand die 18. World Pultrusion Conference (WPC) in Valencia, Spanien, statt. Die Pultrusion, auch Strangziehverfahren genannt, ist ein hocheffizientes Verfahren zur Herstellung von faserverstärkten Kunststoffprofilen für unterschiedliche Anwendungen im Bau-/Infrastruktur- und Transportbereich.

Rund 120 Teilnehmende aus der ganzen Welt waren auf der Konferenz vertreten. Insgesamt präsentierten 27 Referierende in 26 Fachvorträgen aktuelle Entwicklungen, Technologien und Anwendungen rund um pultrudierte Faserverbundwerkstoffe. Das internationale Fachpublikum setzte sich aus Expert:innen von Industrie, Forschung und Anwendung zusammen.

Das Vortragsprogramm deckte ein breites Spektrum an Themen ab, darunter aktuelle Marktentwicklungen, innovative Anwendungen sowie neue Material- und Prozessentwicklungen. Ein besonderer Fokus lag auf Nachhaltigkeitsaspekten, der Weiterentwicklung von Pultrusionsprozessen – insbesondere im Bereich thermoplastischer Systeme – sowie neuen Einsatzmöglichkeiten der Technologie beispielsweise im Bauwesen, in der Infrastruktur oder in Hightech-Anwendungen. Damit bot die Konferenz eine wichtige Plattform für den fachlichen Austausch über Trends und Zukunftsperspektiven der Pultrusionsindustrie.
 
Als größtes Event in Europa zum Thema Pultrusion findet die englischsprachige Konferenz alle zwei Jahre in einem europäischen Land mit Bedeutung für die Pultrusions-Industrie statt und wird von der European Pultrusion Technology Association (EPTA) organisiert – in Kooperation mit der American Composites Manufacturers Association (ACMA). 

Die 19. Ausgabe der WPC findet 2028 in Istanbul (Türkei) statt.

Quelle:

AVK - Industrievereinigung Verstärkte Kunststoffe e. V. 

Grafik IntelligentVisualDesing, Pixabay
11.03.2026

Nach Landtagswahl: Südwesttextil fordert klare Weichenstellungen für die Wirtschaft

Als Wirtschafts- und Arbeitgeberverband der baden-württembergischen Textil- und Bekleidungsindustrie gratuliert Südwesttextil Cem Özdemir und Bündnis 90/Die Grünen zum Erfolg bei der Landtagswahl am letzten Sonntag. Das Ergebnis bewertet Hauptgeschäftsführerin Edina Brenner: „Positiv ist die deutlich höhere Wahlbeteiligung und, dass sich GRÜNE und CDU insgesamt die Mehrheit gesichert haben. Trotzdem liegt auf der Hand, dass sich in diesem Superwahljahr daraus auch Diskussionsbedarf für die Parteien im Bund ergibt. Sowohl die künftige Landes-, wie auch die aktuelle Bundesregierung wissen, dass wir von der versprochenen Wirtschaftswende noch weit entfernt sind, ebenso wie von einer ambitionierten Reformagenda. Wir erwarten, dass die in den letzten Jahren insgesamt konstruktive Zusammenarbeit von GRÜNEN und CDU schnellstmöglich in Koalitionsverhandlungen fortgesetzt wird, die sich auf das Wesentliche konzentrieren.“ 

Als Wirtschafts- und Arbeitgeberverband der baden-württembergischen Textil- und Bekleidungsindustrie gratuliert Südwesttextil Cem Özdemir und Bündnis 90/Die Grünen zum Erfolg bei der Landtagswahl am letzten Sonntag. Das Ergebnis bewertet Hauptgeschäftsführerin Edina Brenner: „Positiv ist die deutlich höhere Wahlbeteiligung und, dass sich GRÜNE und CDU insgesamt die Mehrheit gesichert haben. Trotzdem liegt auf der Hand, dass sich in diesem Superwahljahr daraus auch Diskussionsbedarf für die Parteien im Bund ergibt. Sowohl die künftige Landes-, wie auch die aktuelle Bundesregierung wissen, dass wir von der versprochenen Wirtschaftswende noch weit entfernt sind, ebenso wie von einer ambitionierten Reformagenda. Wir erwarten, dass die in den letzten Jahren insgesamt konstruktive Zusammenarbeit von GRÜNEN und CDU schnellstmöglich in Koalitionsverhandlungen fortgesetzt wird, die sich auf das Wesentliche konzentrieren.“ 

Vor dem Hintergrund der wirtschaftlich herausfordernden Zeiten hat Südwesttextil unter dem Leitmotiv „Struktur zeigen – für einen Standort, der zusammenhält“ fünf zentrale landespolitische Handlungsfelder und dazugehörige Forderungen formuliert. Ein entschiedenes Handeln für die Wirtschaft steht dabei ebenso auf der Agenda wie ein deutlich ambitionierterer Abbau von Bürokratie, für den sich die zukünftige Landesregierung ebenfalls in Berlin und Brüssel einsetzen muss. Denn die Textil- und Bekleidungsindustrie blickt auf ein schwieriges Jahr 2025 zurück. Auch wenn sich spezialisierte Segmente wie technische Textilien oder Wäsche vergleichsweise gut behaupten konnten, zeigen die Zahlen einen gravierenden Strukturwandel. Die Textilindustrie verzeichnete 2025 einen Beschäftigungsrückgang von 6,6 Prozent. Der Umsatz sank um 3,5 Prozent. 

Hauptgeschäftsführerin Edina Brenner fasst zusammen: „Vom Wahlergebnis kann kein ‚Weiter so‘ ausgehen – wir brauchen mehr als ein wohlwollendes Management des Status Quo, damit wir industrielle Wertschöpfung und Wohlstand in Baden-Württemberg sichern können. Der Koalitionsvertrag muss ambitioniert, hart in der Sache und verantwortungsvoll verhandelt werden.“

Quelle:

Verband der Südwestdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie Südwesttextil e.V. 

Ecodown Fibers T2T Foto Thermore
11.03.2026

Ecodown Fibers T2T: Wärmeleistung aus Polyesterabfällen

Thermore, ein führender Anbieter von Wärmefüllmaterialien für Bekleidung, kündigt die Markteinführung von Ecodown Fibers T2T an, einer Innovation, entwickelt aus Materialien von Sekundärrohstoffen (SRM). Eine lose Faser-Lösung verwandelt Polyesterabfälle aus der textilen Lieferkette in eine leistungsstarke technologische Ressource. 

Thermore, ein führender Anbieter von Wärmefüllmaterialien für Bekleidung, kündigt die Markteinführung von Ecodown Fibers T2T an, einer Innovation, entwickelt aus Materialien von Sekundärrohstoffen (SRM). Eine lose Faser-Lösung verwandelt Polyesterabfälle aus der textilen Lieferkette in eine leistungsstarke technologische Ressource. 

Das Mailänder Unternehmen hat das Umweltbewusstsein in den Bereichen Materialien, Effizienz und Langlebigkeit in seiner DNA verankert: „Ich leite und koordiniere die Thermore-Forschungsgruppe seit Jahren persönlich und das Thema Kreislaufwirtschaft und Textil-zu-Textil ist seit langem Gegenstand der Forschung unseres Teams“ , sagt Patrizio Siniscalchi, Geschäftsführer von Thermore. „Vor über vierzig Jahren waren wir Vorreiter bei der Verwendung von recycelten Fasern aus PET-Flaschen; heute entwickelt sich dieser Ansatz weiter zum Recycling von Textilabfällen, dessen zweite Generation Ecodown Fibers T2T bereits darstellt. Im Gegensatz zum üblichen Downcycling, das die Textilverwertung oft kennzeichnet, ist diese Lösung einzigartig: Sie bietet die gleiche Qualität, die das gesamte Thermore-Sortiment auszeichnet – ein Wert, der durch internationale Zertifizierungen wie GRS, Bluesign und OEKO-TEX® Standard 100 garantiert wird.“ 

Die Technologie hinter Ecodown Fibers T2T verwandelt Polyesterabfälle dank einer Mischung aus 100% recycelten Polyesterfasern in weiche, leistungsstarke Füllung: eine Kombination aus 80% industriellen Textilabfällen und 20% PET-Flaschen aus dem Endverbraucherbereich. Der ökologische Wert wird durch hervorragende technische Eigenschaften ergänzt, die sich durch hohes Volumen und Weichheit auszeichnen und optimalen Wärmekomfort garantieren. Die vielseitige Faser kann in Kanäle eingeblasen oder manuell verarbeitet werden. Ihre Struktur ist so konzipiert, dass sie dauerhaft stabil bleibt und das Risiko des Verklumpens reduziert. 

Thermore® Ecodown Fibers T2T ist GRS (Global Recycled Standard) zertifiziert. Dies bestätigt den Anteil an recycelten Materialien und gewährleistet die Rückverfolgbarkeit entlang der gesamten Lieferkette. Das Produkt erfüllt die Kriterien der Bluesign®- und OEKO-TEX® Standard 100-Zertifizierungen. 

11.03.2026

BSI und bevh bündeln Kräfte in strategischer Partnerschaft

Der Bundesverband der Deutschen Sportartikel-Industrie e.V. (BSI) und der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V. (bevh) bündeln ihre Kompetenzen in einer strategischen Partnerschaft. Ziel ist es, zentrale Themen entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von Produktion und Beschaffung bis hin zum digitalen Vertrieb – gemeinsam voranzubringen und politisch wie kommunikativ stärker zu positionieren. 
 
Der Bundesverband der Deutschen Sportartikel-Industrie e.V. (BSI) ist der 1910 gegründete Unternehmensverband der deutschen Sportartikelhersteller, -großhändler und -Importeure. Ihm gehören rund 170 führende meist mittelständisch geprägte Firmen mit 220 Marken an; unter ihnen internationale Marktführer verschiedener Branchen. Die im BSI organisierten Unternehmen erwirtschaften einen Jahresumsatz von ca. 35 Milliarden Euro.

Der Bundesverband der Deutschen Sportartikel-Industrie e.V. (BSI) und der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V. (bevh) bündeln ihre Kompetenzen in einer strategischen Partnerschaft. Ziel ist es, zentrale Themen entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von Produktion und Beschaffung bis hin zum digitalen Vertrieb – gemeinsam voranzubringen und politisch wie kommunikativ stärker zu positionieren. 
 
Der Bundesverband der Deutschen Sportartikel-Industrie e.V. (BSI) ist der 1910 gegründete Unternehmensverband der deutschen Sportartikelhersteller, -großhändler und -Importeure. Ihm gehören rund 170 führende meist mittelständisch geprägte Firmen mit 220 Marken an; unter ihnen internationale Marktführer verschiedener Branchen. Die im BSI organisierten Unternehmen erwirtschaften einen Jahresumsatz von ca. 35 Milliarden Euro.

Der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V. (bevh) ist die Branchenvereinigung der Interaktiven Händler (d.h. der Online- und Versandhändler). Neben den Versendern sind dem bevh auch namhafte Dienstleister angeschlossen. Nach Fusionen mit dem Bundesverband Lebensmittel-Onlinehandel und dem Bundesverband der Deutschen Versandbuchhändler, repräsentiert der bevh die kleinen und großen Player und rund 90 Prozent des Umsatzes der Branche im Endkundengeschäft.

Im Mittelpunkt der Zusammenarbeit stehen die politische Interessenvertretung und Networking-Aktivitäten wie Messen und Branchenevents. Auch in Presse- und Öffentlichkeitsarbeit stimmen sich beide Verbände künftig enger ab, um relevante Themen koordiniert zu platzieren. Zudem prüfen BSI und bevh, inwieweit Marktdaten, Studien und Services gemeinsam erarbeitet und veröffentlicht werden können.  
 
Seitens des BSI wird die Partnerschaft als wichtiger strategischer Schritt bewertet. BSI-Geschäftsführer Stefan Rosenkranz erklärt: „Die Verbindung von Industriekompetenz und digitaler Marktexpertise eröffnet neue Perspektiven für unsere Mitgliedsunternehmen. Die engere Abstimmung schafft eine solide Basis, um die Interessen der Sportartikelbranche in einem zunehmend digitalisierten Umfeld wirkungsvoll zu vertreten.“  
 
„Unsere Verbände rücken näher zusammen, um die Stärken des jeweils anderen besser kennen- und nutzen zu lernen. Der Fokus des bevh im digitalen Endkundengeschäft ist wichtig für Sportartikelhersteller, die digitale Kanäle für direkte Verkaufs- und Markenerlebnisse mit ihren Händlern und Kunden aufbauen. Der BSI und seine Mitgliedsunternehmen haben ihren Schwerpunkt in den Produktions- und Einkaufs-Prozessen. Die Ergänzung von beidem schafft eine starke Wissens- und Politikplattform, die den E-Commerce in seiner Gesamtheit betrachtet“, freut sich bevh-Hauptgeschäftsführer Christoph Wenk-Fischer.  
 
So stärken beide Verbände ihre Rolle als Impulsgeber für wirtschaftliche und politische Rahmenbedingungen im Sport- und E-Commerce-Sektor. 

Tarifrunde Textil Nord-Ost 2026 Gerd Altmann, Pixabay
11.03.2026

Tarifrunde Textil Nord-Ost 2026: „IG Metall überfordert ostdeutsche Textilindustrie“

Stellenabbau, Arbeitslosenzahlen auf höchstem Wert seit 12 Jahren, Insolvenzen und Produktionsverlagerungen ins Ausland, drastisch steigende Lohnnebenkosten und seit 2022 Energiepreise auf Spitzenniveau. Diese Hiobsbotschaften gehören mittlerweile zum Alltag der deutschen Wirtschaft und der Betriebe der Textilindustrie.

Stellenabbau, Arbeitslosenzahlen auf höchstem Wert seit 12 Jahren, Insolvenzen und Produktionsverlagerungen ins Ausland, drastisch steigende Lohnnebenkosten und seit 2022 Energiepreise auf Spitzenniveau. Diese Hiobsbotschaften gehören mittlerweile zum Alltag der deutschen Wirtschaft und der Betriebe der Textilindustrie.

Am Dienstag, dem 10. März 2026, startete die Tarifrunde Textil Nord-Ost 2026 mit der ersten Verhandlung in Chemnitz. Die Arbeitnehmerseite war mit 14 Teilnehmern aus den Reihen der IG Metall und der Betriebsräte vertreten. Die acht anwesenden Mitglieder des Tarif- und Sozialausschusses des Verbandes der Nord-Ostdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie e.V. (vti) wurden unterstützt durch die für Tarifpolitik verantwortliche Verbandsjuristin des Gesamtverbandes der deutschen Textil- und Modeindustrie e.V. (textil+mode) und die für Tarifrecht zuständige Verbandsjuristin des vti.
 
Nach der internen Vorberatung der Tarifpartner erfolgte mit einem ersten gemeinsamen Gespräch die Vorstellung und Begründung der Forderungen durch die IG Metall. Dabei bezog sie sich auf das Forderungsschreiben vom 23. Februar 2026, welches der Arbeitgeberseite erst verzögert und damit erst eine Woche vor Verhandlungsbeginn am 3. März 2026 zuging. Der Arbeitgeberseite blieb deshalb keine Zeit zur Ausarbeitung eines Angebots.
 
Mit ihrer Forderung nach 5,0 Prozent mehr Lohn bei einer Laufzeit von 12 Monaten zeige die IG Metall, so der vti, ein mangelndes Gespür für die aktuelle wirtschaftliche Realität.
 
Die wirtschaftliche Lage sei in der Branche immens angespannt, Negativ-Zahlen nehmen kein Ende. Die Textilunternehmen verzeichneten über die vergangenen fünf Jahre reale Umsatzeinbußen von über 20 Prozent. Sämtliche Kennzahlen seien wieder im Minus: Beschäftigung, inländische Produktion, Export, Auftragseingänge und -bestände. Besonders alarmierend sei jedoch, dass die Zahl der Betriebe im vergangenen Jahr noch einmal deutlich gesunken ist: bei Textil bundesweit um 6,5 Prozent.
 
Zwar ist nach zwei Rezessionsjahren die gesamtdeutsche Wirtschaft in 2025 wieder leicht gewachsen. Im Verarbeitenden Gewerbe, zu dem die Textilindustrie zählt, gilt dies nicht. Hier wurde 2025 im dritten Jahr in Folge weniger erwirtschaftet. Die preisbereinigte Bruttowertschöpfung nahm gegenüber dem Vorjahr um 1,3 Prozent ab. Die Zahl der Erwerbstätigen im Verarbeitenden Gewerbe sank ebenfalls erneut.

Nach einem ersten Austausch der Positionen verständigten sich die Vertreter des vti und der IG Metall darauf, die Verhandlungen am 24. März 2026 fortzusetzen. Die Friedenspflicht für die aktuelle Tarifrunde endet am 31. März 2026.

Quelle:

Verband der Nord-Ostdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie e.V. 

10.03.2026

Lenzing Gruppe: Biobasierte Materialien strategischer Faktor für Europas wirtschaftliche Sicherheit

Die Lenzing Gruppe, Anbieterin von regenerierten Cellulosefasern für die Textil- und Vliesstoffindustrien, hat in Brüssel ein hochrangiges Roundtable‑Gespräch ausgerichtet, um zu erörtern, wie biobasierte Materialien Europas wirtschaftliche Sicherheit stärken und den Übergang in eine fossilfreie Zukunft beschleunigen können. Die Veranstaltung wurde in Zusammenarbeit mit Euractiv organisiert und brachte Vertreter:innen der Europäischen Kommission, der britischen Mission bei der EU, der Wissenschaft, der Zivilgesellschaft und der Industrie zusammen. 
 
Zu den Sprecher:innen zählten Aurel Ciobanu‑Dordea, Director for Competitive Circular Economy & Clean Industrial Policy at the European Commission’s DG Environment, Dr. Daniel Bradley, Deputy Counsellor & Head of Climate and Environment der UK Mission to the EU, sowie Patricia A. Sargeant, Executive Vice President Nonwovens Commercial der Lenzing Gruppe. 
 

Die Lenzing Gruppe, Anbieterin von regenerierten Cellulosefasern für die Textil- und Vliesstoffindustrien, hat in Brüssel ein hochrangiges Roundtable‑Gespräch ausgerichtet, um zu erörtern, wie biobasierte Materialien Europas wirtschaftliche Sicherheit stärken und den Übergang in eine fossilfreie Zukunft beschleunigen können. Die Veranstaltung wurde in Zusammenarbeit mit Euractiv organisiert und brachte Vertreter:innen der Europäischen Kommission, der britischen Mission bei der EU, der Wissenschaft, der Zivilgesellschaft und der Industrie zusammen. 
 
Zu den Sprecher:innen zählten Aurel Ciobanu‑Dordea, Director for Competitive Circular Economy & Clean Industrial Policy at the European Commission’s DG Environment, Dr. Daniel Bradley, Deputy Counsellor & Head of Climate and Environment der UK Mission to the EU, sowie Patricia A. Sargeant, Executive Vice President Nonwovens Commercial der Lenzing Gruppe. 
 
Zentrales Thema war das Potenzial cellulosischer Fasern als vollständig biobasierte, biologisch abbaubare Alternativen in Vliesstoffanwendungen wie Feuchttüchern. Obwohl Europa die industrielle Basis für die Skalierung habe, bremsten regulatorische und Kosten‑Asymmetrien die Wettbewerbsfähigkeit. Als entscheidend nannte Lenzing klare, kohärente politische Signale – inklusive möglicher Updates der Single Use Plastics Directive (SUPD) – für Investitionssicherheit und Markthochlauf. 
 
„Biobasierte Materialien sind keine Zukunftsvision, sondern heute eine skalierbare Realität. Als integrierter Hersteller für cellulosische Fasern mit starken europäischen Wurzeln stärkt Lenzing die industrielle Resilienz und beschleunigt den Ausstieg aus fossilbasierten, synthetischen Fasern“, sagt Georg Kasperkovitz, Vorstandsmitglied der Lenzing Gruppe. 
 
Lenzing unterstrich, dass Wettbewerbsfähigkeit und Klimaschutz sich gegenseitig verstärken: Die Spezialfasern aus erneuerbarem Holz weisen niedrigere Treibhausgasemissionen als generische Alternativen auf, sind zertifiziert biologisch abbaubar und kompostierbar, und die Klimaziele sind SBTi‑validiert und am 1,5‑Grad‑Pfad ausgerichtet. 
 
„Europäische Produktionskapazitäten sind zentral für Lieferkettenresilienz und strategische Autonomie. Lenzing betreibt integrierte Zellstoff‑ und Faserstandorte in Österreich, Tschechien und dem Vereinigten Königreich; europäische F&E stärkt Arbeitsplätze, Innovation und Know‑how. Zellulosefasern spielen eine entscheidende Rolle in Einwegprodukten für Hygiene-, Medizin-, Textil- und Industrieanwendungen – was die Notwendigkeit unterstreicht, die heimischen Produktionskapazitäten zu stärken und Produkte so umzugestalten, dass sie biologisch abbaubare Materialien enthalten, die den Bedenken hinsichtlich SUPD und Mikroplastikverschmutzung Rechnung tragen“, betonte Patricia A. Sargeant. 

Quelle:

Lenzing Group

Das Positionspapier »Künstliche Intelligenz in der Kunststoff-Wertschöpfungskette bis 2030«, veröffentlicht vom Fraunhofer-Exzellenzcluster Circular Plastics Economy CCPE, identifiziert Handlungsfelder und Prioritäten für den industriellen Einsatz von KI entlang der Kunststoff-Wertschöpfungskette. © Fraunhofer CCPE
Das Positionspapier »Künstliche Intelligenz in der Kunststoff-Wertschöpfungskette bis 2030«, veröffentlicht vom Fraunhofer-Exzellenzcluster Circular Plastics Economy CCPE, identifiziert Handlungsfelder und Prioritäten für den industriellen Einsatz von KI entlang der Kunststoff-Wertschöpfungskette.
10.03.2026

KI als Schlüssel zur Circular Plastics Economy bis 2030

Der Fraunhofer Cluster of Excellence Circular Plastics Economy CCPE legt ein neues Positionspapier und einen umfassenden Hintergrundbericht zur Rolle von Künstlicher Intelligenz (KI) in der Kunststoffwertschöpfungskette vor. Die Analyse zeigt, dass KI bereits heute leistungsfähig ist und bis 2030 als zentraler Hebel zur Steigerung von Effizienz, Qualität und Kreislauffähigkeit gesehen wird – ihr Potenzial entfaltet sie jedoch nur auf Basis interoperabler Datenräume, klarer Standards und tragfähiger Geschäftsmodelle.

Rückläufige Produktionszahlen in Europa, steigende regulatorische Anforderungen (u. a. Rezyklateinsatzquote, Ecodesign, Digitaler Produktpass) und wachsender internationaler Wettbewerb erhöhen den Transformationsdruck auf die Kunststoffindustrie.

KI wird dabei zunehmend als strategischer Hebel zum Umgang mit den Herausforderungen gesehen. Bereits heute kommen KI-Verfahren in Bildverarbeitung, Prozessregelung und Sortiertechnologien zum Einsatz. Bis 2030 könnte ihr Beitrag entlang der gesamten Wertschöpfungskette deutlich wachsen – von Materialentwicklung und Design über Produktion bis zum Recycling.

Der Fraunhofer Cluster of Excellence Circular Plastics Economy CCPE legt ein neues Positionspapier und einen umfassenden Hintergrundbericht zur Rolle von Künstlicher Intelligenz (KI) in der Kunststoffwertschöpfungskette vor. Die Analyse zeigt, dass KI bereits heute leistungsfähig ist und bis 2030 als zentraler Hebel zur Steigerung von Effizienz, Qualität und Kreislauffähigkeit gesehen wird – ihr Potenzial entfaltet sie jedoch nur auf Basis interoperabler Datenräume, klarer Standards und tragfähiger Geschäftsmodelle.

Rückläufige Produktionszahlen in Europa, steigende regulatorische Anforderungen (u. a. Rezyklateinsatzquote, Ecodesign, Digitaler Produktpass) und wachsender internationaler Wettbewerb erhöhen den Transformationsdruck auf die Kunststoffindustrie.

KI wird dabei zunehmend als strategischer Hebel zum Umgang mit den Herausforderungen gesehen. Bereits heute kommen KI-Verfahren in Bildverarbeitung, Prozessregelung und Sortiertechnologien zum Einsatz. Bis 2030 könnte ihr Beitrag entlang der gesamten Wertschöpfungskette deutlich wachsen – von Materialentwicklung und Design über Produktion bis zum Recycling.

Zentrale Erkenntnisse des Positionspapiers
Grundlagen der Veröffentlichung sind eine Umfeldanalyse sowie eine Befragung von 46 Expertinnen und Experten von Fraunhofer CCPE und Projektpartnern aus den Forschungsprojekten „KIOptiPack“ und „K3ICycling“ aus dem BMFTR-geförderten KI-Hub Kunststoffverpackungen.

Die wichtigsten Ergebnisse:

  • KI wird technologisch eingesetzt, vor allem in klar abgegrenzten Anwendungen.
  • Der Engpass liegt in fehlenden, interoperablen Datenstrukturen, nicht primär in der Technologie.
  • Wirtschaftlichkeit, Haftung und Regulierung entscheiden über die Skalierung vom Pilotprojekt in den industriellen Dauerbetrieb.
  • KI ergänzt klassische Lösungsansätze wie Design for Circularity und den Ausbau von (Recycling-)Infrastruktur– sie ersetzt sie nicht.
  • KI ist kein Allheilmittel, sondern ein leistungsfähiges Instrument innerhalb eines umfassenderen Transformationsprozesses.

„KI kann Material-, Prozess- und Datenlücken schließen – ihr Potenzial entfaltet sie jedoch nur auf einer gemeinsamen, verlässlichen Datenbasis. Zugleich dürfen wir KI nicht als alleinige Lösung missverstehen: Für eine funktionierende Circular Plastics Economy braucht es ebenso konsequentes Design for Recycling, robuste Infrastrukturen und klare Regulierung“, betont Hauptautorin Dr.-Ing. Anna Kerps.

Drei Prioritäten bis 2030
Um das identifizierte Potenzial systematisch zu heben und KI vom Pilotstatus in die industrielle Breite zu überführen, definiert das Fraunhofer CCPE drei strategische Prioritäten:

  1. Aufbau gemeinsamer Datenplattformen und Standards entlang der gesamten Wertschöpfungskette.
  2. Entwicklung und Skalierung erklärbarer, hybrider KI-Modelle in Reallaboren und End-to-End-Demonstratoren.
  3. Etablierung von Governance- und Geschäftsmodellen, die Datenteilung, Vertrauen und Investitionssicherheit ermöglichen.

Besondere Aufmerksamkeit gilt kleinen und mittleren Unternehmen, für die die Integrations- und Compliance-Anforderungen eine hohe Hürde darstellen.
Gemeinsamer Handlungsauftrag für Industrie, Politik und Forschung
Der Fraunhofer Cluster of Excellence Circular Plastics Economy CCPE versteht sich als neutraler, industrienaher Partner beim Aufbau einer datengetriebenen Circular Plastics Economy.

Die zentrale Botschaft an Industrie und Politik lautet: Wer jetzt in Datenräume, Standards und KI-Kompetenz investiert, stärkt Wettbewerbsfähigkeit und Kreislauffähigkeit gleichermaßen.

Gefordert sind innovationsfreundliche regulatorische Rahmenbedingungen, praxisnahe Demonstratoren und unternehmensübergreifende Kooperationen. Nur wenn technologische Exzellenz, wirtschaftliche Anreize und klare Governance-Strukturen zusammenwirken, können intelligente Kunststoffkreisläufe bis 2030 industrieller Standard werden.

Erstmals vorgestellt wird das Positionspapier am 12. März 2026 im Rahmen einer Masterclass „AI in the plastic value chain by 2030“ auf der Circular Valley Convention in Düsseldorf von den Autoren Dr.-Ing. Anna Kerps, Dr.-Ing. Markus Hiebel (beide Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT) und Jan-Philip Kopka (Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML).

Quelle:

Fraunhofer-Institut für Umwelt-, "Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

10.03.2026

Baumwollanbauregionen auf neuen Wegen

Die 38. Bremer Baumwolltagung 2026 bringt die Branche vom 25. bis 27. März im Bremer Parlament zusammen. In der Session „Baumwollproduktion und -regionen“ richtet sich der Blick auf innovative Anbauansätze, Strategien zur Anpassung an den Klimawandel, neue Technologien in der Ernte sowie nachhaltige Düngungskonzepte. Es wird aufgezeigt, wie unterschiedlich Regionen weltweit auf ähnliche strukturelle Herausforderungen reagieren und welche Lösungen heute den Weg in die Zukunft weisen.

Anbausysteme im Fokus
Angesichts begrenzter Wasserressourcen gewinnen alternative Baumwollanbausysteme an Bedeutung. Rebekah Ortiz-Pustejovsky vom Texas A&M Extension Service stellt eine aktuelle Studie aus einer der wichtigsten Baumwollregionen der USA vor. Untersucht wurde, wie sich unterschiedliche Anpflanzparameter auf Wachstum, Ertrag und Faserqualität auswirken.

Die 38. Bremer Baumwolltagung 2026 bringt die Branche vom 25. bis 27. März im Bremer Parlament zusammen. In der Session „Baumwollproduktion und -regionen“ richtet sich der Blick auf innovative Anbauansätze, Strategien zur Anpassung an den Klimawandel, neue Technologien in der Ernte sowie nachhaltige Düngungskonzepte. Es wird aufgezeigt, wie unterschiedlich Regionen weltweit auf ähnliche strukturelle Herausforderungen reagieren und welche Lösungen heute den Weg in die Zukunft weisen.

Anbausysteme im Fokus
Angesichts begrenzter Wasserressourcen gewinnen alternative Baumwollanbausysteme an Bedeutung. Rebekah Ortiz-Pustejovsky vom Texas A&M Extension Service stellt eine aktuelle Studie aus einer der wichtigsten Baumwollregionen der USA vor. Untersucht wurde, wie sich unterschiedliche Anpflanzparameter auf Wachstum, Ertrag und Faserqualität auswirken.

Die Feldversuche fanden in Lamesa, Texas, mittels unterirdischer Tröpfchenbewässerung statt. Analysiert wurden Pflanzenwachstum, Kapselverteilung, Ertrag sowie Faserqualität (HVI, AFIS). Erste Ergebnisse aus zwei Versuchsjahren zeigen, dass Reihenabstand, Saatdichte und Sortenreife maßgeblich die Kapselverteilung und die Faserqualität beeinflussen. Die Studie liefert praxisnahe Impulse für ein effizientes Baumwollmanagement, besonders in semiariden Anbauregionen

Baumwolle im Wandel
Keshav Kranthi vom International Cotton Advisory Committee (ICAC) macht deutlich: Baumwolle ist weit mehr als nur eine Faser – sie ist Lebensgrundlage, Wirtschaftsfaktor und Schlüssel für nachhaltige Entwicklung. In seinem Vortrag stellt er ein Projekt in Kamerun vor, das gezielt daran arbeitet, Klimaresilienz, Biodiversität und Einkommenssicherheit für kleinbäuerliche Baumwollproduzenten zu stärken.

Das Projekt ist Teil des Innovationsfonds Landwirtschaft (i4Ag), wurde vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) initiiert und finanziert und wird von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH umgesetzt. Ziel ist es, neue Wege für einen widerstandsfähigen, nachhaltigen Baumwollanbau zu entwickeln und so Perspektiven für die Menschen vor Ort zu schaffen. 

Herausforderungen der Baumwollernte
Im dritten Vortrag der Session beschreibt Marinus van der Sluijs, Textile Technical Services, Australien, den Übergang von der manuellen zur mechanisierten Baumwollernte.

Noch immer wird weltweitein großer Teil der Baumwolle von Hand gepflückt. Doch dieses traditionelle Verfahren stößt zunehmend an seine Grenzen. Arbeitskräftemangel, steigende Kosten, begrenzte Effizienz und oftmals geringe Erträge setzen viele Anbauregionen unter Druck und verstärken den Wunsch nach mechanisierten Lösungen. Der Weg dorthin ist komplex– viele Initiativen verliefen bislang nur mit mäßigem Erfolg. Van der Sluijs beleuchtet frühere und aktuelle Ansätze, zieht Lehren aus bisherigen Erfahrungen und gibt praxisnahe Orientierung für Regionen, die den Schritt zur mechanisierten Baumwollernte wagen wollen. 

Biokohle im Baumwollanbau
Welche Rolle können biokohlebasierte Düngemittel für die Qualität von Baumwollfasern spielen? Dieser Frage geht die Doktorandin Olouwakemi Sabirath Carine Oyatola von der Universität Parakou in Benin in ihrem Vortrag nach. Die Nachwuchswissenschaftlerin forscht zu nachhaltigen Ansätzen im Baumwollanbau. Sie stellt die Ergebnisse einer Studie vor, die im Norden Benins durchgeführt wurde. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie unterschiedliche Kombinationen aus Biokohle sowie organischer und mineralischer Düngung die technologischen Eigenschaften von Baumwollfasern beeinflussen.

Die Resultate sind vielversprechend: Bestimmte biokohlebasierte Düngerkombinationen können sowohl die Faserlänge als auch die Faserfestigkeit verbessern, ohne andere Qualitätsparameter negativ zu beeinflussen. Besonders deutlich zeigen sich die positiven Effekte in den empfindlicheren unteren Kapselbereichen der Pflanze. Die Studie eröffnet damit neue Perspektiven – für höhere Faserqualität, nachhaltigere Anbausysteme und eine wirtschaftlich stärkere Baumwollwertschöpfungskette in Benin.

Quelle:

Bremer Baumwollbörse

Techtextil und Texprocess Foren mit zukunftsweisendem Programm Foto: Messe Frankfurt / Thomas Fedra
09.03.2026

Techtextil und Texprocess Foren mit zukunftsweisendem Programm

Von KI-gestützter Produktionsoptimierung und digitalen Fertigungslösungen über zirkuläre Technologien bis zu biobasierten Hochleistungsmaterialien: Die Techtextil und Texprocess Foren bieten Antworten auf zentrale Herausforderungen der globalen Textilbranche. Als Innovations- und Wissenshubs stärken sie die Wettbewerbsfähigkeit und bieten Orientierung in sich wandelnden Märkten. Vom 21. bis 24. April 2026 ist Frankfurt wieder Treffpunkt für Vordenker*innen aus Industrie, Forschung und Wirtschaft.

Geopolitische Umbrüche, digitaler Wandel durch KI und regulatorische Vorgaben ordnen globale Märkte und Wertschöpfungsketten neu. Die Techtextil und Texprocess Foren greifen diese Dynamiken auf und bringen zukunftsweisende Strategien auf die Bühne. Ein internationales Programme Committee kuratierte beide Foren und wählte Beiträge mit hohem Innovationsgrad, Praxisbezug und strategischer Relevanz aus. Das vielfältige Programm schlägt die Brücke zwischen Innovation und praktischer Anwendung und fördert den Austausch mit führenden Expert*innen zu aktuellen Entwicklungen und Best Practices.

Von KI-gestützter Produktionsoptimierung und digitalen Fertigungslösungen über zirkuläre Technologien bis zu biobasierten Hochleistungsmaterialien: Die Techtextil und Texprocess Foren bieten Antworten auf zentrale Herausforderungen der globalen Textilbranche. Als Innovations- und Wissenshubs stärken sie die Wettbewerbsfähigkeit und bieten Orientierung in sich wandelnden Märkten. Vom 21. bis 24. April 2026 ist Frankfurt wieder Treffpunkt für Vordenker*innen aus Industrie, Forschung und Wirtschaft.

Geopolitische Umbrüche, digitaler Wandel durch KI und regulatorische Vorgaben ordnen globale Märkte und Wertschöpfungsketten neu. Die Techtextil und Texprocess Foren greifen diese Dynamiken auf und bringen zukunftsweisende Strategien auf die Bühne. Ein internationales Programme Committee kuratierte beide Foren und wählte Beiträge mit hohem Innovationsgrad, Praxisbezug und strategischer Relevanz aus. Das vielfältige Programm schlägt die Brücke zwischen Innovation und praktischer Anwendung und fördert den Austausch mit führenden Expert*innen zu aktuellen Entwicklungen und Best Practices.

Techtextil Forum: textile Expertise zwischen KI und biosbasierten Materialien
Ob Bau, Mobilität, Raumfahrt oder Apparel: Technische Textilien treiben zahlreiche Industrien voran. Über vier Messetage hinweg beleuchtet das Techtextil Forum (Halle 9.1) zentrale Innovationsfelder – von smarten Textilien über Hochleistungsmaterialien bis zu zirkulären Recyclinglösungen. So demonstriert beispielsweise Michael Lau (Terrot) in seinem Fachbeitrag, wie KI-gestützte Fehlerfrüherkennung in der Rundstrickerei Effizienz steigert und Produktionsprozesse stabilisiert. Das Potenzial integrierter textiler Sensorsysteme zur strukturellen Überwachung technischer Membranen verdeutlicht Huang Le Xuan (TU Dresden). Rahel Heesemann (ITA RWTH Aachen) präsentiert biobasierte Alternativen zu PFAS-haltigen Beschichtungen und Augusta Silva (CITEVE) zeigt auf, wie sich biobasierte Druckpastenreste vollständig in neue Ressourcen wandeln lassen. Jörg Schreiber (Dienes) beleuchtet in seinem Vortrag das Nassspinnen als Schlüsseltechnologie für regenerierte Fasern und geschlossene Materialkreisläufe.

Texprocess Forum: Processing-Kompetenz für die Branche 
Wie lassen sich textile Verarbeitungsabläufe effizienter, digitaler und nachhaltiger gestalten? Und welche Potenziale bieten KI-gestützte Systeme und neue Design-Tools? Das Texprocess Forum (Halle 8.0) bündelt Zukunftsthemen der textilen Verarbeitung. Im Fokus stehen durchgängige Prozessketten, digitale Integration, Automatisierung sowie intelligente und nachhaltige Produktionslösungen. Damit liefert das Texprocess Forum Entscheidungsgrundlagen für Investitionen in zukunftsfähige Strategien – und bietet Austausch mit führenden Industriepartnern und Verbänden. So demonstriert Angelika Menther (Style3D/Assyst) mit einem 3D- und KI-basierten End-to-End-Ansatz, wie sich die Produktentwicklung vollständig digital abbilden lässt. Automatisierung als Schlüssel zur Wettbewerbsfähigkeit thematisieren unter anderem Michael Mayr (Silana GmbH) und Michael Müller (Robotextile GmbH). Ihre Lösungen für automatisiertes Nähen und den Einsatz von Robotik steigern Produktivität, Qualität und Skalierbarkeit. Wie integrierte Systeme Datensilos aufbrechen, zeigt Elena Arkhipova (Optitex) mit einem Beitrag zur durchgängigen Verbindung von Design, Schnittentwicklung und Produktion. Marina Linning (Dürkopp Adler) ergänzt dies mit einem Vortrag zu einheitlichen UI-Lösungen, die komplexe Prozesse vereinfachen und Effizienz in der Bekleidungsfertigung steigern. 

Mit den Econogy Talks und geführten Econogy Tours liefern beide Foren gezielt Angebote und Wissensformate zu ressourcenschonenden Strategien, innovativen Technologien, effizienten Produktionsansätzen und nachhaltigen Materialkonzepten.

Quelle:

Messe Frankfurt

Unter streng kontrollierten Bedingungen entstehen im Hygienebereich von Gebr. Otto Zwirne für Hygieneartikel. Foto Gebr. Otto
Unter streng kontrollierten Bedingungen entstehen im Hygienebereich von Gebr. Otto Zwirne für Hygieneartikel.
09.03.2026

Gebr. Otto auf der Techtextil: Garninnovationen und neuer Hygienebereich

Gebr. Otto stellt auf der diesjährigen Techtextil seine Vielseitigkeit in den Mittelpunkt: Neben Spinnerei, Zwirnerei und Färberei, die traditionell mit feiner Baumwolle arbeiten, finden textile Weiterverarbeiter im Unternehmen auch einen kompetenten Entwicklungspartner für technische Speziallösungen: In der Herstellung von technischen Garnen, insbesondere aus Aramiden, hat die Dietenheimer Spinnerei mittlerweile ein Jahrzehnt Erfahrung. Neu ist ein Hygienebereich, in dem derzeit Zwirne für Medizin- und Hygieneprodukte hergestellt werden. In dieser Abteilung könnten in Zukunft auch textile Produkte für den Lebensmittelbereich entstehen. 

Zukunft hat bei Otto Tradition
Neben Baumwollgarnen und -zwirnen hat das Unternehmen im Laufe der Zeit weitere Produktbereiche erschlossen. Heute liegt ein Schwerpunkt auf technischen Garnen, insbesondere aus Aramiden und anderen flammhemmenden Fasern.

Gebr. Otto stellt auf der diesjährigen Techtextil seine Vielseitigkeit in den Mittelpunkt: Neben Spinnerei, Zwirnerei und Färberei, die traditionell mit feiner Baumwolle arbeiten, finden textile Weiterverarbeiter im Unternehmen auch einen kompetenten Entwicklungspartner für technische Speziallösungen: In der Herstellung von technischen Garnen, insbesondere aus Aramiden, hat die Dietenheimer Spinnerei mittlerweile ein Jahrzehnt Erfahrung. Neu ist ein Hygienebereich, in dem derzeit Zwirne für Medizin- und Hygieneprodukte hergestellt werden. In dieser Abteilung könnten in Zukunft auch textile Produkte für den Lebensmittelbereich entstehen. 

Zukunft hat bei Otto Tradition
Neben Baumwollgarnen und -zwirnen hat das Unternehmen im Laufe der Zeit weitere Produktbereiche erschlossen. Heute liegt ein Schwerpunkt auf technischen Garnen, insbesondere aus Aramiden und anderen flammhemmenden Fasern.

Die Verarbeitung dieser Fasern ist anspruchsvoll: Ihre extrem hohe Zugfestigkeit bei gleichzeitig geringer Elastizität erfordert ein sehr präzises Spinnverfahren, da bereits kleine Unregelmäßigkeiten im Streckwerk zu Faserbrüchen führen können. Aramidfasern sind steif und weisen eine geringere Faser-Faser-Reibung auf, was spezielle Anpassungen im Spinnprozess notwendig macht, um die gewünschte Garnfestigkeit zu erreichen. Die Garne kommen beispielsweise in flammhemmender Unterwäsche für Feuerwehrleute zum Einsatz.

Hygienebereich: Potenzial für Textilien für die Medizinprodukte- und Lebensmittelindustrie
Ganz im Sinne seiner Firmenphilosophie betreibt Gebr. Otto seit Anfang 2025 einen eigenen Hygienebereich. Unter streng kontrollierten Bedingungen entstehen hier derzeit Zwirne für Medizin- und Hygieneartikel. Das erfordert unter anderem eine eigenes Schädlingsmonitoring, Schutzausrüstung fürs Bedienpersonal sowie ein Umkleidebereich mit Schwarz-/weiß-Trennung. Ein Zugang zum Hygienebereich ist nur über Schleusen möglich.

Laufende Entwicklungen
Jüngst abgeschlossen hat Gebr. Otto die Entwicklung von „Eco Yarn“, ein Gemeinschaftsprojekt zwischen dem Recycling-Atelier Augsburg des Instituts für Textiltechnik Augsburg (ITA) sowie der Technischen Hochschule Augsburg und den Industriepartnern Schwob und Weseta. 

Dem Projekt-Team ist es gelungen, ausgediente Mietwäsche in seine Fasern zu zerlegen, diese wiederaufzubereiten und in einer Mischung mit 70 Prozent Virgin-Baumwolle zu einem neuen Garn zu verspinnen.

Baumwolle bleibt das Flaggschiff 
Neben innovativen technischen Ansätzen bleibt Baumwolle der Dreh- und Angelpunkt bei Gebr. Otto. Seit Frühjahr 2025 hat die Spinnerei Baumwollgarne mit der Auszeichnung EUCOTTON im Programm. Die Fasern stammen aus Griechenland und Spanien und stehen für kurze, transparente Lieferketten innerhalb Europas.

Ein weiteres Beispiel für das Engagement in regionalen Wertschöpfungsketten ist das Projekt „Lokalstoffmacher“. „Oft wird angenommen, dass regionale Produkte automatisch teurer sind“, sagt Geschäftsführer Andreas Merkel. „Wenn man jedoch Transport, Zölle, Steuern und die höhere Planungssicherheit einbezieht, relativiert sich der Preisunterschied häufig deutlich.“ Die Projektpartner Edelweiss Jersey, die Textilveredlung Keller und Gebr. Otto können sich vorstellen, die Zusammenarbeit auf Garne jenseits der Baumwolle zu erweitern. 

Gebr. Otto arbeitet an einem Garn aus Bio-Baumwolle und nativem, in Deutschland angebautem Hanf. Der regional gewonnene Winterhanf wird von einem Projektpartner aufgeschlossen und anschließend mit Baumwolle oder TENCEL versponnen. Hanf benötigt im Anbau deutlich weniger Wasser als Baumwolle und gilt daher als besonders ressourcenschonend. Durch ein spezielles Aufschlussverfahren lassen sich die Fasern so aufbereiten, dass sie gemeinsam mit Baumwolle verarbeitet werden können.

vestio TEXTILING: Dirk Dresen, Josef Brockmann vlnr Foto vestio TEXTILING
vestio TEXTILING: Dirk Dresen, Josef Brockmann vlnr
09.03.2026

Personelle Veränderungen in der Geschäftsführung von Langheinrich

Nach dem Übergang der Produktrechte und der Wort-Bild-Marke von Langheinrich an vestio Textiling sind Dirk Dresen und Josef Brockmann alleinige Geschäftsführer. Burkhard Oel hat sich Ende Februar 2026 aus privaten Gründen aus dem Unternehmen zurückgezogen. Die Auftragsabwicklung und Disposition von Langheinrich sind nach Fulda verlagert. Von dort werden die Kunden auch weiterhin von den ihnen vertrauten, langjährigen Ansprechpartnerinnen betreut.

Nach dem Übergang der Produktrechte und der Wort-Bild-Marke von Langheinrich an vestio Textiling sind Dirk Dresen und Josef Brockmann alleinige Geschäftsführer. Burkhard Oel hat sich Ende Februar 2026 aus privaten Gründen aus dem Unternehmen zurückgezogen. Die Auftragsabwicklung und Disposition von Langheinrich sind nach Fulda verlagert. Von dort werden die Kunden auch weiterhin von den ihnen vertrauten, langjährigen Ansprechpartnerinnen betreut.

Im November 2025 gingen die Rechte am Tischwäsche-Sortiment und an der Wort-Bildmarke von Langheinrich an vestio Textiling über. Der ehemalige Geschäftsführer des Unternehmens, Burkhard Oel, übernahm in der Organisation neue Aufgaben. Nun ist er aus privaten Gründen zum 28. Februar 2026 ausgeschieden. Sämtliche Ressorts des Unternehmens liegen jetzt in der Zuständigkeit der Geschäftsführer Josef Brockmann und Dirk Dresen. Die Produktentwicklung fällt fortan in den Aufgabenbereich von Josef Brockmann, der über eine langjährige Expertise auf dem Gebiet der Heim- und Objekttextilien verfügt. Auf Vertriebsseite werden Langheinrich-Kunden ab sofort von Dirk Dresen betreut, der bei vestio Textiling seit mehr als 10 Jahren als Verkaufsleiter tätig ist. Unverändert bleiben die Ansprechpartnerinnen für die Auftragsabwicklung und die Disposition: Die Mitarbeiterinnen des Tischwäsche-Spezialisten sind in neue Büroräume nach Fulda gezogen.

„Wir bedauern das Ausscheiden von Burkhard Oel“, sagt Josef Brockmann. „Mit seiner langen Branchenkenntnis im Textilservice hat er die Entwicklung des Tischwäsche-Sortiments von Langheinrich maßgeblich geprägt. Wir hätten die Zusammenarbeit mit ihm gerne fortgesetzt, respektieren aber seine Entscheidung.“

Quelle:

vestio TEXTILING

06.03.2026

HDE: ver.di-Forderungen gehen an der Realität vorbei

Der Handelsverband Deutschland (HDE) sieht die am 05.03.2026 von ver.di in den Tarifgebieten Rheinland-Pfalz und Saarland im Einzelhandel beschlossenen Forderungen als unverhältnismäßig an und befürchtet in der Folge den unnötigen, massenhaften Verlust von Arbeitsplätzen. Der Verband appelliert in diesen wirtschaftlich außerordentlich schwierigen Zeiten an das Verantwortungsbewusstsein der Gewerkschaft, der Branche keinen Schaden zuzufügen. Ver.di fordert bei einer Laufzeit von zwölf Monaten monatlich 225 Euro mehr Lohn und Gehalt für die Beschäftigten. Das entspräche beim Verkäufereckgehalt im Saarland einer prozentualen Tarifanhebung um sieben Prozent, in Rheinland-Pfalz um 7,2 Prozent. In den unteren Entgeltgruppen lägen die prozentualen Steigerungen sogar bei knapp zehn Prozent. Die Auszubildendenvergütungen sollen zudem um 150 Euro steigen. Dies entspräche im 1. Ausbildungsjahr dann prozentualen Steigerungen von mehr als 13 Prozent.

Der Handelsverband Deutschland (HDE) sieht die am 05.03.2026 von ver.di in den Tarifgebieten Rheinland-Pfalz und Saarland im Einzelhandel beschlossenen Forderungen als unverhältnismäßig an und befürchtet in der Folge den unnötigen, massenhaften Verlust von Arbeitsplätzen. Der Verband appelliert in diesen wirtschaftlich außerordentlich schwierigen Zeiten an das Verantwortungsbewusstsein der Gewerkschaft, der Branche keinen Schaden zuzufügen. Ver.di fordert bei einer Laufzeit von zwölf Monaten monatlich 225 Euro mehr Lohn und Gehalt für die Beschäftigten. Das entspräche beim Verkäufereckgehalt im Saarland einer prozentualen Tarifanhebung um sieben Prozent, in Rheinland-Pfalz um 7,2 Prozent. In den unteren Entgeltgruppen lägen die prozentualen Steigerungen sogar bei knapp zehn Prozent. Die Auszubildendenvergütungen sollen zudem um 150 Euro steigen. Dies entspräche im 1. Ausbildungsjahr dann prozentualen Steigerungen von mehr als 13 Prozent.

„Diese ver.di-Forderungen gehen in der aktuellen Situation leider an der Realität von vielen Einzelhandelsunternehmen vorbei. Bereits vor Ausbruch des akuten kriegerischen Konflikts im Iran, kämpften die Arbeitgeber im Einzelhandel mit seit Jahren stagnierenden Umsätzen sowie mit explodierenden Kosten – so beispielsweise in den Bereichen Energie, Wareneinkauf sowie Logistik und auch Personal. Diese Probleme werden sich wegen der aktuellen Konfliktlage auf unbestimmte Zeit eher noch verschlimmern. Hinzu kommen die stetig steigenden Sozialversicherungsbeiträge und die erdrückende Bürokratie- und Regulierungslast, die den Faktor Arbeit immer noch weiter verteuern. Der gesetzliche Mindestlohn steigt zudem zum 1. Januar 2027 auf 14,60 Euro brutto pro Stunde, dies entspricht einer Steigerung seit seiner Einführung im Jahr 2015 um dann rund 72 Prozent. In dieser schwierigen Situation für alle haben die Arbeitgeber im Einzelhandel aktuell leider kaum mehr Verteilungsspielraum übrig“, so der HDE-Tarifgeschäftsführer Steven Haarke.

Zudem hatte der letzte Tarifabschluss den Beschäftigten im Einzelhandel über die Laufzeit von 2023 bis 2025 bereits insgesamt 14 Prozent Gehaltserhöhung ermöglicht und damit nachweislich auch einen Reallohngewinn. Damit besteht kein wirklicher Nachholbedarf in der Branche. Haarke: „Wenn man die heutige Forderung von ver.di im Einzelhandel im Saarland und in Rheinland-Pfalz deutschlandweit umsetzen müsste, würde das bei den Unternehmen rund 3,3 Milliarden Euro zusätzlicher Kosten auslösen. Das wäre für die Branche finanziell nicht mehr tragbar.“ Die Auswirkungen zeigen sich bereits auf dem Arbeitsmarkt: Laut Bundesagentur für Arbeit hat der Einzelhandel seit 2022 rund 60.000 sozialversicherungspflichtige Stellen verloren. „Unsere oberste Priorität muss die Zukunftsfähigkeit der Branche sowie die Sicherung der Arbeitsplätze sein“, betont Haarke. Die geforderten Lohnsteigerungen seien in der aktuellen Dynamik schlicht nicht leistbar.

BB Engineering Texturizing Line Foto BB Engineering GmbH
BB Engineering Texturizing Line
05.03.2026

Entwicklung biobasierter Polyethylen-Fasern für textile Anwendungen

Im Forschungsprojekt bioPEtex arbeitet BB Engineering (BBE) gemeinsam mit anderen Partnern an der Entwicklung von Textilien aus 100 % biobasiertem Polyethylen (PE). Ziel ist es, das in der Chemiefaserindustrie bislang kaum genutzte Polymer nutzbar zu machen. BBE bringt seine Spinnerei- und Texutrierexpertise ein und entwickelt den Texturierprozess auf industriellen Maßstab. Erste vielversprechende Ergebnisse liegen vor und eröffnen der Textilindustrie neue Chancen für nachhaltige und wirtschaftlich attraktive Anwendungen.

Der globale Chemiefasermarkt wird seit Jahren maßgeblich von PET dominiert, einem technisch ausgereiften, vielseitig einsetzbaren und kosteneffizienten Polymer für textile Anwendungen. Trotz seiner Vorteile hinsichtlich Verarbeitbarkeit, Festigkeit und ökonomischer Verfügbarkeit steht PET in der Kritik: Die Abhängigkeit von fossilen Rohstoffen, hohe CO2-Emissionen entlang der Wertschöpfungskette sowie Herausforderungen bei der Kreislaufführung von PET-Produkten lenken den Blick von Forschung und Industrie auf alternative sowohl wirtschaftliche als auch nachhaltige Materialien.

Im Forschungsprojekt bioPEtex arbeitet BB Engineering (BBE) gemeinsam mit anderen Partnern an der Entwicklung von Textilien aus 100 % biobasiertem Polyethylen (PE). Ziel ist es, das in der Chemiefaserindustrie bislang kaum genutzte Polymer nutzbar zu machen. BBE bringt seine Spinnerei- und Texutrierexpertise ein und entwickelt den Texturierprozess auf industriellen Maßstab. Erste vielversprechende Ergebnisse liegen vor und eröffnen der Textilindustrie neue Chancen für nachhaltige und wirtschaftlich attraktive Anwendungen.

Der globale Chemiefasermarkt wird seit Jahren maßgeblich von PET dominiert, einem technisch ausgereiften, vielseitig einsetzbaren und kosteneffizienten Polymer für textile Anwendungen. Trotz seiner Vorteile hinsichtlich Verarbeitbarkeit, Festigkeit und ökonomischer Verfügbarkeit steht PET in der Kritik: Die Abhängigkeit von fossilen Rohstoffen, hohe CO2-Emissionen entlang der Wertschöpfungskette sowie Herausforderungen bei der Kreislaufführung von PET-Produkten lenken den Blick von Forschung und Industrie auf alternative sowohl wirtschaftliche als auch nachhaltige Materialien.

Biopolymere sind hier in dem Zusammenhang ein wichtiges Stichwort. PET lässt sich jedoch nicht zu 100% biobasiert im industriellen Maßstab herstellen. Kleidung, die zu 100% aus sonstigen Biopolymeren besteht, existiert nur in Studien, da diese für den Massenmarkt zu teuer ist. Vor dem Hintergrund untersucht das deutsche Forschungsprojekt bioPEtex ein Polymer, was aufgrund seiner Eigenschaften bislang eher als ungeeignet für die Chemiefaserherstellung angesehen wurde: PE. Denn biobasiertes PE ist günstig in der Beschaffung und umweltfreundlich. Doch ist es für die Textilindustrie überhaupt noch nicht erschlossen. 

BB Engineering (BBE) ist einer der Industriepartner, die zusammen mit der RWTH Aachen das vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt geförderte Projekt umsetzen. Das Ziel des Projekts ist die Entwicklung von Textilien aus 100 % biobasiertem Polyethylen, die sowohl umweltfreundlich als auch wirtschaftlich tragfähig sein sollen. 

BBE ist Anbieter von Spinn-, Texturier- und Recyclinganlagen sowie Extrusions- und Filtrationstechnik und verfügt über umfassendes Know-How in der Herstellung von Kunstfasern und deren Rückführung in den Wertstoffkreislauf. Diese langjährige Expertise bringt das Unternehmen im Projekt bioPEtex ein. Hierbei unterstützt BBE einerseits beratend die Entwicklung des Spinnprozesses. Darüber hinaus übernimmt BBE den entscheidenden Verfahrensschritt der Texturierung, der die spätere textile Performance der entwickelten Fasern maßgeblich beeinflusst. 

„Mit unserer Beteiligung am Projekt bioPEtex wollen wir nicht nur an der Entwicklung nachhaltiger Lösungen mitwirken, sondern auch den wirtschaftlichen Nutzen für unsere Kunden im Fokus haben“, erklärt Dr. Klaus Schäfer, Geschäftsführer von BBE. „Bio-PE-Textilien bieten Unternehmen die Möglichkeit, ihre Produktionskosten zu senken und gleichzeitig neue Marktsegmente zu erschließen.“

Polyethylen und seine Rolle in der Chemiefaserindustrie
Polyethylen zählt global zu den am häufigsten produzierten Polymeren. Besonders beständig, hydrophob, leicht und chemisch stabil findet es neben seinem Haupteinsatzgebiet, der Verpackungsindustrie, auch Anwendung in diversen anderen Bereichen wie z.B. Baustoffen und Konsumgütern. Doch in der textilen Faserproduktion spielt PE bislang kaum eine Rolle. Aus technischer Sicht basiert dies insbesondere auf Verarbeitungsherausforderungen. PE kristallisiert bei niedrigen Temperaturen und bietet folglich ein enges temperaturtechnisches Fenster für Spinnen und Texturieren. Außerdem erschwert die geringe Polarität von PE seine Färbbarkeit.

So findet PE heute ausschließlich als Funktionskomponente in Composites, in Geokunststoffen oder in speziellen Hochleistungsfasern (z. B. UHMWPE) Anwendung – jedoch kaum in klassischen Bekleidungs- oder Heimtextilsegmenten. Dabei eröffnet die Materialstruktur auch interessante Eigenschaften für bestimmte textile Anwendungen:

  • sehr niedrige Dichte führt zu extrem leichten Fasern,
  • ausgezeichnete chemische Beständigkeit,
  • sehr gute Formstabilität und Abriebfestigkeit,
  • potenziell gute Rezyklierbarkeit durch klare Polymerstruktur,
  • wasserabweisend und schnell trocknend bei gleichzeitigühler Haptik.

Das Problem der erschwerten Färbbarkeit ließe sich durch Spinnfärben lösen. 

Damit könnte PE für Anwendungen relevant werden, in denen Leichtbau, Hydrophobie, robuste Performance und Recyclingfähigkeit gefragt sind – etwa in Sporttextilien, Outdoorprodukten, technischen Textilien oder hygienischen Einwegprodukten. 

Biobasiertes PE – Ökonomische und ökologische Potenziale für die Textilindustrie
Im Gegensatz zu PET unterscheidet sich biobasiertes PE chemisch nicht von seiner fossilbasierten Variante: Beide Materialien sind vollständig identisch in Struktur und Eigenschaften. Der Unterschied liegt einzig in der Herkunft der eingesetzten Monomere. Biobasiertes PE wird meist aus fermentiertem Zucker (z.B. aus Zuckerrohr) oder Stärke (z.B. aus Mais) erzeugt. 

Im Vergleich zu fossilem PE weist es eine deutlich bessere CO2-Bilanz auf und eröffnet die Möglichkeit eines vollständig biobasierten textilen Recyclingkreislaufs ohne Qualitätseinbußen. Da der niedrige Schmelzpunkt den Energiebedarf in der Verarbeitung senkt und (Bio-)PE global hoch verfügbar ist, sind die Energie- und Materialkosten potenziell geringer. Die Textilindustrie kann hier von den etablierten Rohstoffströme der Verpackungs- und Kunststoffindustrie profitieren. Darüber hinaus ermöglicht die Einführung von PE-Fasern die Entwicklung neuer, hochspezialisierter Produktsegmente und eröffnet Herstellern zusätzliche Differenzierungsmöglichkeiten durch nachhaltige Materialalternativen. 

BB Engineering entwickelt PE-Texturierprozess 
Bevor PE jedoch im industriellen Maßstab als Werkstoff für die Chemiefaserbranche genutzt werden kann, muss es zunächst systematisch erprobt werden. Daran arbeitet derzeit das Projekt bioPEtex. Innerhalb des Konsortiums übernimmt BBE die Entwicklung und Anpassung der Texturierprozesse. Dieser Schritt ist entscheidend, da erst die Texturierung die späteren haptischen, funktionalen und mechanischen Eigenschaften einer Faser definiert. Die Herausforderung liegt darin, PE unter den neuartigen Prozessbedingungen so zu modifizieren, dass es mit den etablierten textilen Anwendungen kompatibel wird. 

Insgesamt umfasst das Projekt mehrere innovative Schritte:

  1. Materialentwicklung: Herstellung von spinnbaren Bio-PE-Compounds durch die Firma TECNARO, die biobasierte Farbpigmente enthalten.
  2. Prozessoptimierung: Schmelzspinn- und Falschdrahttexturierverfahren, die am Institut für Textiltechnik der RWTH Aachen und bei BBE für die industrielle Nutzung skaliert werden.
  3. Textilproduktion: Der Partner FALKE führt erste Strickversuche durch, um die Garne in Form von Demonstrator-T-Shirts zu validieren.

Die bisherigen Ergebnisse zeigen vielversprechende Fortschritte: Die Bio-PE-Garne weisen geeignete mechanische Eigenschaften auf und bieten ein angenehmes Tragegefühl mit kühlendem Effekt, der z.B. bei Sportkleidung gewünscht ist. Gleichzeitig wird ein Design-for-Recycling-Ansatz verfolgt, um die Textilien am Ende ihres Lebenszyklus effizient wiederzuverwerten. Ein besonderer Meilenstein im Projekt ist die erfolgreiche Herstellung eines ersten weißen T-Shirts – eine erste Grundlage, um die Marktfähigkeit zu prüfen. Weitere Entwicklungsschritte und Optimierungen sind hier noch erforderlich.

„Die bisherigen Resultate stimmen uns sehr positiv. Sie zeigen, dass PE eine reale Chance in der textilen Wertschöpfung hat und in spezifischen Anwendungen deutliche ökonomische und ökologische Vorteile für die Industrie haben kann. Wir freuen uns an diesem wegbereitenden Projekt beteiligt zu sein. Es ist unser Anspruch, unseren Kunden zukunftsfähige und profitable Innovationen bereitzustellen.“ so Dr. Klaus Schäfer. 

pyroshell™ Bild TEXTILCOLOR AG
05.03.2026

Innovative Technologie für Flammschutztextilien: Doppelter Schutzzeitraum & hoher Tragekomfort

Flammschutztextilien stehen seit Jahren vor demselben Dilemma: je höher die Schutzwirkung, desto größer sind Einschränkungen bei Trageeigenschaften, Gewicht und Atmungsaktivität. Besonders bei Arbeits- und Schutzkleidung, die täglich über viele Stunden getragen wird, führt dies zu Akzeptanzproblemen beim Anwender. 

Mit pyroshell™ stellt die Textilcolor AG auf der Frankfurter Techtextil 2026 zum ersten Mal eine innovative Flammschutztechnologie vor. Der Schutz wird über eine graphitbasierte Funktionsschicht im Textilaufbau erzeugt. Der Schutzzeitraum vor der Entstehung von Verbrennungen wird verdoppelt und der Tragekomfort deutlich erhöht. Das Material, das keine toxischen Dämpfe freisetzt, eröffnet Textilherstellern völlig neue Möglichkeiten zur Gestaltung und Produktion von Schutz- und Funktionsbekleidung und hält 50 Industriewäschen stand.

Flammschutztextilien stehen seit Jahren vor demselben Dilemma: je höher die Schutzwirkung, desto größer sind Einschränkungen bei Trageeigenschaften, Gewicht und Atmungsaktivität. Besonders bei Arbeits- und Schutzkleidung, die täglich über viele Stunden getragen wird, führt dies zu Akzeptanzproblemen beim Anwender. 

Mit pyroshell™ stellt die Textilcolor AG auf der Frankfurter Techtextil 2026 zum ersten Mal eine innovative Flammschutztechnologie vor. Der Schutz wird über eine graphitbasierte Funktionsschicht im Textilaufbau erzeugt. Der Schutzzeitraum vor der Entstehung von Verbrennungen wird verdoppelt und der Tragekomfort deutlich erhöht. Das Material, das keine toxischen Dämpfe freisetzt, eröffnet Textilherstellern völlig neue Möglichkeiten zur Gestaltung und Produktion von Schutz- und Funktionsbekleidung und hält 50 Industriewäschen stand.

Dünne Blähgraphit-Schicht bietet hohen Flammschutz
Die Anforderungen an moderne Schutztextilien steigen kontinuierlich. Neben gesetzlichen Vorgaben spielen Ergonomie, Atmungsaktivität und geringes Gewicht eine zentrale Rolle. Klassische Flammschutzlösungen beruhen häufig auf flammfesten Spezialfasern oder zusätzlichen chemischen Behandlungen, die Kleidung schwer, steif und wenig komfortabel machen. pyroshell™ bietet hohen Schutz, ohne den Tragekomfort zu beeinträchtigen, und eignet sich daher für vielfältige Einsatzbereiche – von Polizei, Sicherheits- und Spezialeinheiten über Energieunternehmen bis hin zu Industriearbeitern in risikoreichen Umgebungen wie Öl-, Gas- oder Starkstromnetzen. 

Bestehende Brandschutzlösungen können bei Hitze schädliche Dämpfe freisetzen und im Alltag schwer, steif oder unbequem sein. Für Anwender entsteht dadurch ein Konflikt zwischen maximalem Brandschutz und Tragekomfort. Pyroshell™ soll diesen Zielkonflikt entschärfen. 

Es besteht aus einer flexiblen Blähgraphit-Schicht und einer nicht schmelzenden bzw. nicht brennbaren Trägerschicht mit sehr geringer Dicke, die als stabile Schutzbasis dient und als eigenständige Schicht zwischen den textilen Lagen integriert wird, ohne den Tragekomfort oder die Bewegungsfreiheit einzuschränken. Ein Alleinstellungsmerkmal ist, dass es in einer Vielzahl von Stoffen, z. B. Polyamid, Polyester, Cordura-ähnlichen Geweben oder elastischen Textilien eingesetzt werden kann. Es ermöglicht ein geringeres Gesamtgewicht der Textilien und bietet zugleich mehr Designfreiheit. Im täglichen Gebrauch bleibt die Zwischenschicht inaktiv, sodass sich die Kleidung wie normale Arbeits- oder Outdoorbekleidung anfühlt. Erst bei Hitze- oder Flammeneinwirkung von über 180 °C wird sie aktiviert. Wird die äußere Textilschicht zerstört, kommt die pyroshell™-Schicht darunter zum Vorschein. Der enthaltene Blähgraphit expandiert innerhalb kürzester Zeit auf das 40- bis 60-fache seines ursprünglichen Volumens und bildet eine stabile Schutzbarriere, die Hitze und Flammen effektiv vom Körper fernhält. Ein Weiterbrennen und schmelzendes Abtropfen bis zur Hautoberfläche wird verhindert. 

Tests zeigten, dass pyroshell™ den doppelten Schutzzeitraum bis zum Auftreten von Verbrennungen im Vergleich zu herkömmlichen Materialien aufweist und damit einen deutlichen Sicherheitsgewinn für den Träger bietet. Als reaktive Sicherheitslösung bleibt der Schutz nahezu unsichtbar, ist jedoch permanent vorhanden und aktiviert sich, wenn er benötigt wird. Der Schutz bleibt nach 50 Industriewäschen noch zuverlässig erhalten. 

Maximaler Schutz mit Komfort und Bewegungsfreiheit
Ein wesentlicher Vorteil von pyroshell™ liegt in der Kombination aus hoher Schutzwirkung und angenehmen Tragegefühl. Das Material kommt ohne halogen- oder phosphorhaltige Chemikalien aus, sodass im Brandfall keine toxischen Ausdünstungen entstehen. Gleichzeitig bleibt das Textil leicht, flexibel und atmungsaktiv – ein entscheidender Faktor für die Akzeptanz beim täglichen Einsatz. Abhängig vom Textilaufbau bzw. der Materialkombination des Endproduktes erfüllt pyroshell™ die europäischen Normen für Schutzkleidung gegen Hitze, Flammen und thermische Risiken sowie die Anforderungen an begrenzte Flammausbreitung. Das Material eignet sich auch für den Schutz vor elektrischen Lichtbögen und damit für Anwendungen in Starkstromumgebungen. Darüber hinaus lassen sich weitere Schutzanforderungen wie elektrostatische Eigenschaften oder Chemikalienspritzschutz integrieren. pyroshell™ kann gezielt an unterschiedliche Einsatzbereiche angepasst und mit weiteren funktionalen Technologien kombiniert werden. Hersteller profitieren von hoher Designfreiheit und der Möglichkeit, Schutzlösungen auf Basis gängiger synthetischer Gewebe zu entwickeln. 

pyroshell™ ergänzt das auf der Messe präsentierte Markenportfolio: coolcolors reduziert die Aufheizung von Textilien bei Sonneneinstrahlung und verbessert so den Wärme- und UV-Schutz. Dry³ sorgt für eine besonders schnelle Trocknung und hohe Feuchtigkeitsregulierung, enerG nutzt eine titan-mineralische Matrix zur gezielten Reflexion der körpereigenen Ferninfrarotenergie und RepelPro bietet eine ökologische, PFC-freie Wasser- und Schmutzabweisung für wetterbeständige Textilien.

Quelle:

TEXTILCOLOR AG