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CWS Workwear Emissionsrechner Foto CWS Workwear
03.06.2026

CWS Workwear aktualisiert seinen Emissionsrechner

CWS Workwear, ein führender Anbieter von Workwear as a Service, hat seinen CWS Workwear Emissionsrechner überarbeitet und erweitert. Das Tool basiert auf der neuesten verfügbaren Datengrundlage (Stand 2025), enthält erstmals eine eigene Funktion zur Darstellung von Wassereinsparungen und bietet eine verbesserte Nutzerführung im Dashboard. Der Emissionsrechner ist über die Website von CWS Workwear zugänglich und macht die Nachhaltigkeitsvorteile des kreislauforientierten Servicemodells transparent, messbar und vergleichbar.

Der Emissionsrechner bildet die Auswirkungen des Workwear as a Service-Modells anhand von vier zentralen Funktionen ab: Emissionseinsparungen, Ressourceneinsparungen, Wassereinsparungen sowie monetäre Einsparungen. Erstmals verfügbar ist die eigenständige Wassereinsparungsfunktion, die Initiativen wie Wasserrückgewinnung, Wiederverwendung und Recycling detailliert abbildet und damit die wachsende strategische Bedeutung von Water Stewardship unterstreicht. Anschauliche Vergleichswerte und Alltagsäquivalente sorgen dafür, dass komplexe Kennzahlen für Nutzerinnen und Nutzer leicht einzuordnen sind.

CWS Workwear, ein führender Anbieter von Workwear as a Service, hat seinen CWS Workwear Emissionsrechner überarbeitet und erweitert. Das Tool basiert auf der neuesten verfügbaren Datengrundlage (Stand 2025), enthält erstmals eine eigene Funktion zur Darstellung von Wassereinsparungen und bietet eine verbesserte Nutzerführung im Dashboard. Der Emissionsrechner ist über die Website von CWS Workwear zugänglich und macht die Nachhaltigkeitsvorteile des kreislauforientierten Servicemodells transparent, messbar und vergleichbar.

Der Emissionsrechner bildet die Auswirkungen des Workwear as a Service-Modells anhand von vier zentralen Funktionen ab: Emissionseinsparungen, Ressourceneinsparungen, Wassereinsparungen sowie monetäre Einsparungen. Erstmals verfügbar ist die eigenständige Wassereinsparungsfunktion, die Initiativen wie Wasserrückgewinnung, Wiederverwendung und Recycling detailliert abbildet und damit die wachsende strategische Bedeutung von Water Stewardship unterstreicht. Anschauliche Vergleichswerte und Alltagsäquivalente sorgen dafür, dass komplexe Kennzahlen für Nutzerinnen und Nutzer leicht einzuordnen sind.

„Transparenz und Datenqualität sind zentrale Bausteine glaubwürdiger Nachhaltigkeitsarbeit. Mit dem Update unseres Emissionsrechners erfassen wir die Nachhaltigkeitswirkung unseres kreislauforientierten Servicemodells noch präziser und geben unseren Kundinnen und Kunden zusätzliche, belastbare Kennzahlen an die Hand, die in Reporting und Beschaffung zunehmend relevant werden“, sagt Leonie Biesen, Sustainability Lead Workwear bei CWS Workwear.

Mit der Aktualisierung stärkt CWS Workwear die Rolle des Emissionsrechners als praxisnahes – Tool für Unternehmen, die Nachhaltigkeitsleistungen datenbasiert nachweisen müssen – sei es durch regulatorische Anforderungen, ESG-Reporting oder Beschaffungsentscheidungen. Die Methodik ist extern durch Accenture validiert; das Tool ist auf die Anforderungen kommender EU-Regulatorik ausgerichtet. Der Emissionsrechner wurde erstmals 2024 in Zusammenarbeit mit Accenture eingeführt und ist für CWS Workwear und CWS Healthcare verfügbar.

Quelle:

CWS Workwear 

03.06.2026

bvse: Aktionsprogramm zur Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie bleibt hinter den Erwartungen zurück

„Das Aktionsprogramm zur Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie bleibt hinter unseren Erwartungen zurück“, kommentiert Eric Rehbock, Hauptgeschäftsführer des bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung, die Verabschiedung des Programms durch die Bundesregierung.

Aus Sicht des bvse war die Erwartung klar: Nach zahlreichen Strategien, Ankündigungen und Zielsetzungen sollten nun konkrete Maßnahmen folgen, die den Übergang zur Kreislaufwirtschaft tatsächlich beschleunigen.

Stattdessen enthalte das Aktionsprogramm in weiten Teilen bekannte Absichtserklärungen und bereits formulierte Forderungen.

„Man ist angetreten, um die Umsetzung der Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie mit konkreten Maßnahmen zu hinterlegen. Herausgekommen sind vielfach neue Formulierungen für alte Forderungen. Das wirkt streckenweise wie alter Wein in neuen Schläuchen“, so Rehbock.

„Das Aktionsprogramm zur Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie bleibt hinter unseren Erwartungen zurück“, kommentiert Eric Rehbock, Hauptgeschäftsführer des bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung, die Verabschiedung des Programms durch die Bundesregierung.

Aus Sicht des bvse war die Erwartung klar: Nach zahlreichen Strategien, Ankündigungen und Zielsetzungen sollten nun konkrete Maßnahmen folgen, die den Übergang zur Kreislaufwirtschaft tatsächlich beschleunigen.

Stattdessen enthalte das Aktionsprogramm in weiten Teilen bekannte Absichtserklärungen und bereits formulierte Forderungen.

„Man ist angetreten, um die Umsetzung der Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie mit konkreten Maßnahmen zu hinterlegen. Herausgekommen sind vielfach neue Formulierungen für alte Forderungen. Das wirkt streckenweise wie alter Wein in neuen Schläuchen“, so Rehbock.

Besonders kritisch bewertet der bvse die Ausgestaltung der nachhaltigen öffentlichen Beschaffung. Obwohl Bund, Länder und Kommunen als wichtige Nachfrager eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung von Märkten für Recyclingrohstoffe und zirkuläre Produkte spielen könnten, bleibt das Aktionsprogramm nach Einschätzung des Verbandes weitgehend unverbindlich.

Statt klarer Vorgaben und rechtlich durchsetzbarer Anforderungen sei vor allem von Empfehlungen, Leitfäden und einer „Hinwirkung“ auf die öffentliche Hand die Rede.

„Gerade im Bereich der nachhaltigen Beschaffung hätten wir uns deutlich mehr gewünscht. Öffentliche Auftraggeber müssen stärker verpflichtet werden, Produkte aus der Kreislaufwirtschaft einzusetzen. Entscheidend ist, dass solche Vorgaben auch überprüfbar und im Zweifel rechtlich durchsetzbar sind. Freiwilligkeit allein hat bislang nicht zum gewünschten Erfolg geführt“, betont Rehbock.

Zwar begrüßt der bvse ausdrücklich das Ziel der Bundesregierung, das jährliche Auftragsvolumen für zirkuläre Produkte bei Unternehmen mit mehrheitlicher Bundesbeteiligung kontinuierlich zu steigern und regulatorische Hemmnisse abzubauen. Allerdings fehlten konkrete Zielgrößen, Zeitpläne und messbare Zwischenziele.

„Was fehlt, ist ein belastbarer Mechanismus zur Erfolgskontrolle. Wer mehr Kreislaufwirtschaft will, muss auch messen, ob die Nachfrage nach zirkulären Produkten und Rezyklaten tatsächlich steigt“, fordert Rehbock. Deshalb sei ein transparentes Monitoring notwendig, das Fortschritte dokumentiere und Defizite offenlege.

Nach Auffassung des bvse offenbart das Aktionsprogramm damit ein grundlegendes Problem der deutschen Kreislaufwirtschaftspolitik: Die politischen Ziele werden immer ambitionierter, während verbindliche Instrumente zur Marktstärkung häufig fehlen. Gerade die Recyclingwirtschaft brauche jedoch verlässliche Absatzmärkte und klare Investitionssignale. Rehbock: „Wieder wird eine große Chance vertan, der deutschen Kreislaufwirtschaft den dringend notwendigen Schub nach vorne zu geben.“

„Die Nachfrage nach Rezyklaten muss endlich spürbar steigen. Die Recyclingwirtschaft investiert seit Jahren in Anlagen, Technologien und Kapazitäten. Was fehlt, sind stabile Märkte. Wenn die öffentliche Hand ihrer Vorbildfunktion nicht konsequent nachkommt, wird das Ziel einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft nicht erreichbar sein“, so der bvse-Hauptgeschäftsführer und weiter: „Momentan bewegen wir uns nicht in Richtung einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft, sondern immer weiter davon weg. Eine desaströse Entwicklung, die mit kurzfristig belastbaren Maßnahmen aufgehalten und umgekehrt werden muss.

Der bvse fordert daher, das Aktionsprogramm zeitnah um verbindliche Vorgaben für die öffentliche Beschaffung, konkrete Zielwerte für den Einsatz von Sekundärrohstoffen und zirkulären Produkten sowie ein wirksames Monitoring zu ergänzen. Nur so könne aus den richtigen Zielen auch eine messbare Umsetzung werden.

Flachfolienextrusion eines biobasierten Blends aus PBSA/PLA im Verarbeitungstechnikum Schwarzheide am Fraunhofer IAP. © Fraunhofer IAP
Flachfolienextrusion eines biobasierten Blends aus PBSA/PLA im Verarbeitungstechnikum Schwarzheide am Fraunhofer IAP.
19.05.2026

Ersatz konventioneller Polyolefine: Blends aus biobasierten Polyestern

Neue Ergebnisse aus dem Fraunhofer Cluster of Excellence Circular Plastics Economy CCPE zeigen, wie sich kommerzielle PBSA/PLA-Blends durch industrielle Verarbeitungsprozesse gezielt einstellen und für flexible Folienanwendungen nutzbar machen lassen. Damit eröffnen sich konkrete biobasierte Alternativen zu petrochemischen Kunststoffen.

Vor dem Hintergrund steigender regulatorischer Anforderungen, wachsender Nachhaltigkeitsziele und zunehmenden Drucks zur Defossilisierung rücken biobasierte und potenziell biologisch abbaubare Materialien verstärkt in den Fokus der Kunststoffindustrie. Entscheidend ist dabei nicht allein die Wahl des Materials, sondern insbesondere das Zusammenspiel von Verarbeitung, Struktur und resultierenden Eigenschaften.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Fraunhofer CCPE untersuchten systematisch den Einfluss von Verarbeitung und Materialzusammensetzung auf die Eigenschaften von PBSA (Polybutylensuccinat-co-adipat)-/PLA (Polymilchsäure)-Blendfolien.

Neue Ergebnisse aus dem Fraunhofer Cluster of Excellence Circular Plastics Economy CCPE zeigen, wie sich kommerzielle PBSA/PLA-Blends durch industrielle Verarbeitungsprozesse gezielt einstellen und für flexible Folienanwendungen nutzbar machen lassen. Damit eröffnen sich konkrete biobasierte Alternativen zu petrochemischen Kunststoffen.

Vor dem Hintergrund steigender regulatorischer Anforderungen, wachsender Nachhaltigkeitsziele und zunehmenden Drucks zur Defossilisierung rücken biobasierte und potenziell biologisch abbaubare Materialien verstärkt in den Fokus der Kunststoffindustrie. Entscheidend ist dabei nicht allein die Wahl des Materials, sondern insbesondere das Zusammenspiel von Verarbeitung, Struktur und resultierenden Eigenschaften.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Fraunhofer CCPE untersuchten systematisch den Einfluss von Verarbeitung und Materialzusammensetzung auf die Eigenschaften von PBSA (Polybutylensuccinat-co-adipat)-/PLA (Polymilchsäure)-Blendfolien.

Kunststoff-Blends für anwendungsspezifische Eigenschaftsprofile
Die Studie zeigt einen klaren Zusammenhang zwischen Verarbeitung, Mikrostruktur und mechanischem Verhalten. Sowohl Flachfolien als auch Blasfolien weisen auf der Mikroskala eine lamellenartige Blendmorphologie auf, unterscheiden sich jedoch auf der Nanoskala. In Flachfolien führt die Verarbeitung zu einer Orientierung der teilkristallinen PBSA-Strukturen, während in Blasfolien keine vergleichbare kristalline Vorzugsorientierung zu beobachten ist. Die beiden untersuchten Folientypen decken damit einen breiten Bereich an Steifigkeit und Festigkeit ab und erreichen Eigenschaftsniveaus, die zur Substitution typischer Polyolefine relevant sind.

Gezielte Eigenschaftseinstellung für industrielle Anwendungen
Für Unternehmen entlang der Wertschöpfungskette – von der Compoundierung über die Folienextrusion bis hin zur Verpackungsentwicklung – zeigen die Ergebnisse, dass sich die Eigenschaften von PBSA/PLA-Blends gezielt für die Material- und Prozessentwicklung einstellen lassen. Damit wird es möglich, das Substitutionspotenzial gegenüber etablierten Materialien wie High-Density Polyethylen (HDPE) differenziert zu bewerten und anwendungsspezifisch auszulegen. Da die Verarbeitung auf industrienahen Anlagen erfolgte, sind die gewonnenen Erkenntnisse direkt auf reale Produktionsbedingungen übertragbar und bieten eine belastbare Grundlage für Entwicklungsentscheidungen.

Gleichzeitig wird deutlich, dass für eine breite industrielle Anwendung weitere Entwicklungen erforderlich sind, um die konkreten Anwendungen zur Marktreife zu bringen. Fraunhofer LBF und Fraunhofer IAP suchen dafür den Austausch mit Unternehmen und Partnern, die die veröffentlichten Ergebnisse direkt nutzen oder in Folgeprojekten an Themen wie Materialoptimierung, Verarbeitbarkeit, Anwendungsprüfung oder Skalierung anknüpfen möchten.

Veröffentlichung
Die Ergebnisse wurden im Fachjournal Polymers veröffentlicht: Guru Geertz et al., From Film Processing to Microphase Orientation: Structure–Property Relationships in Commercial PBSA/PLA Blend Films, Polymers 2026, 18, 761.
DOI: 10.3390/polym18060761

Weitere Informationen:
Fraunhofer CCPE Polyolefine Kunststoffe
Quelle:

Fraunhofer CCPE 

19.05.2026

Greenwashing ade? EmpCo verschärft die Regeln – Handel unter Zeitdruck

Mit der Umsetzung der EU Richtlinie „Empowering Consumers for the Green Transition Directive (EU) 2024/825“ (EmpCo) in deutsches Recht gelten ab dem 27. September 2026 deutlich strengere Regeln für Umweltaussagen gegenüber Verbraucherinnen und Verbrauchern. Anfang 2026 wurden die Vorgaben in das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) übernommen und verkündet. Für den Textil  und Schuheinzelhandel entsteht damit ein kurzfristiger Anpassungsdruck, da keine Übergangsfristen vorgesehen sind.
 
Ziel der Richtlinie ist es, Greenwashing zu unterbinden und Verbraucherinnen und Verbraucher vor irreführenden Umweltversprechen zu schützen. Pauschale Begriffe wie „nachhaltig“ oder „umweltfreundlich“ sind unzulässig, sofern sie nicht durch eine anerkannte hervorragende Umweltleistung belegt werden. In der Praxis ist dies derzeit nur durch staatlich anerkannte Typ I Umweltzeichen, wie das EU Ecolabel oder den Blauen Engel, möglich.
 

Mit der Umsetzung der EU Richtlinie „Empowering Consumers for the Green Transition Directive (EU) 2024/825“ (EmpCo) in deutsches Recht gelten ab dem 27. September 2026 deutlich strengere Regeln für Umweltaussagen gegenüber Verbraucherinnen und Verbrauchern. Anfang 2026 wurden die Vorgaben in das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) übernommen und verkündet. Für den Textil  und Schuheinzelhandel entsteht damit ein kurzfristiger Anpassungsdruck, da keine Übergangsfristen vorgesehen sind.
 
Ziel der Richtlinie ist es, Greenwashing zu unterbinden und Verbraucherinnen und Verbraucher vor irreführenden Umweltversprechen zu schützen. Pauschale Begriffe wie „nachhaltig“ oder „umweltfreundlich“ sind unzulässig, sofern sie nicht durch eine anerkannte hervorragende Umweltleistung belegt werden. In der Praxis ist dies derzeit nur durch staatlich anerkannte Typ I Umweltzeichen, wie das EU Ecolabel oder den Blauen Engel, möglich.
 
„Die EmpCo trifft den Handel in einer besonders sensiblen Phase“, sagt Sönke Padberg, Geschäftsführer des BTE. „Dass es keine Übergangsfrist für bestehende und bereits georderte Ware gibt, erhöht den Zeitdruck für die Unternehmen erheblich.“
 
Etablierte Siegel wie OEKO TEX® Standard 100, GOTS oder GRS bleiben weiterhin zulässig, jedoch nur zur Beschreibung klar abgegrenzter Material  oder Prozesseigenschaften. Verboten sind zudem unternehmenseigene Nachhaltigkeitssiegel sowie irreführende Darstellungen durch textliche Umweltaussagen, Icons, Farben oder Bildwelten, die einen „grünen“ Gesamteindruck vermitteln. Auch Klimaversprechen unterliegen strengen Vorgaben. 
 
„Die EmpCo zwingt den Handel, die gesamte Nachhaltigkeits  und Marketingkommunikation kritisch zu überprüfen – online wie offline“, fügt Marika Hanschke, Referentin für Kreislaufwirtschaft, hinzu. „Der Handel muss nun schnellstmöglich tätig werden.“
 
Um rechtzeitig EmpCo konform zu sein, sollten Händler nun folgende Schritte einleiten: 

  1. Nachhaltigkeitskommunikation prüfen: Alle Aussagen im Onlineshop, auf Social Media, am POS sowie auf Verpackungen und Etiketten müssen geprüft werden. Allgemeine Begriffe (z.B. „nachhaltig“, „grün“) müssen angepasst und präzisiert werden. 
  2. Icons, Bilder und Designs auditieren: Natur Symbolik, grüne Icons und Bildsprache müssen auf implizite Umweltaussagen geprüft, ersetzt und gegebenenfalls vollständig aus der Kommunikation entfernt werden. 
  3. Produkt  und Unternehmenskommunikation in Bezug auf Klimaneutralität klar trennen: Produktbezogene Aussagen zu Klimaneutralität prüfen und strengstens vermeiden. Unternehmensaussagen, wie z.B. „klimaneutral bis 2045“, sind weiterhin unter konkreten Vorgaben möglich.
  4. Risiken und Prozesse strukturieren: Claim Guidelines entwickeln, Beleg- und Freigabeprozesse für Marketing und Produktdaten etablieren und Mitarbeitende im Marketing, Vertrieb und Handel schulen. 
  5. Bestandsware bewerten: Es muss geprüft werden, welche Ware von allgemeinen Umweltaussagen betroffen ist und ob eine Umetikettierung oder Zusatzinformationen am POS erforderlich sind.
  6. Wer jetzt strukturiert prüft und rechtzeitig nachschärft, reduziert rechtliche Risiken, Folgekosten und Reputationsschäden. Der BTE wird die Entwicklungen begleiten und den Handel weiter bei der Umsetzung unterstützen.
Quelle:

BTE Handelsverband Textil Schuhe Lederwaren

Die wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen Madita Fischer und Sylvie Hiemenz präsentieren nachhaltige studentische Arbeiten – zuvor gezeigt auf der Neo.Fashion Berlin. Copyright: Gregor Fischer – Fotografie
Die wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen Madita Fischer und Sylvie Hiemenz präsentieren nachhaltige studentische Arbeiten – zuvor gezeigt auf der Neo.Fashion Berlin.
13.05.2026

HSNR: Mit Hanf in den Textilkreislauf

Mit innovativen Forschungsprojekten rund um Hanf als nachhaltigen Rohstoff präsentierte sich der Fachbereich Textil- und Bekleidungstechnik der Hochschule Niederrhein (HSNR) beim 3. Stakeholder-Dialog zur Erweiterten Herstellerverantwortung für Textilen in Berlin.
 
Auf dem „Marktplatz der textilen Kreislaufwirtschaft“ stellte das Forschungsinstitut für Textil und Bekleidung (FTB) die Projekte „Hanfknit“ und „ReHemp“ vor. Ergänzt wurde der Auftritt durch studentische Arbeiten mit Nachhaltigkeitsbezug, die zuvor auf der Neo.Fashion in Berlin vorgestellt worden waren.
 

Mit innovativen Forschungsprojekten rund um Hanf als nachhaltigen Rohstoff präsentierte sich der Fachbereich Textil- und Bekleidungstechnik der Hochschule Niederrhein (HSNR) beim 3. Stakeholder-Dialog zur Erweiterten Herstellerverantwortung für Textilen in Berlin.
 
Auf dem „Marktplatz der textilen Kreislaufwirtschaft“ stellte das Forschungsinstitut für Textil und Bekleidung (FTB) die Projekte „Hanfknit“ und „ReHemp“ vor. Ergänzt wurde der Auftritt durch studentische Arbeiten mit Nachhaltigkeitsbezug, die zuvor auf der Neo.Fashion in Berlin vorgestellt worden waren.
 
Die eintägige Konferenz brachte mehr als 150 Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Verbänden und Politik zusammen. Im Mittelpunkt stand das Eckpunktepapier zur erweiterten Herstellerverantwortung im Textilbereich und die Frage, wie ein künftiges Textilgesetz Kreislaufwirtschaft praxisnah, effizient und mit möglichst geringem bürokratischem Aufwand ermöglichen kann. Im Rahmen der Veranstaltung trafen die Mitarbeiterinnen des FTB zudem Bundesumweltminister Carsten Schneider und nutzten die Gelegenheit zum Austausch über die Bedeutung innovativer Materialien und zirkulärer Ansätze für eine nachhaltige Transformation der Textilwirtschaft.
 
Der Fachbereich Textil- und Bekleidungstechnik verfügt über modern ausgestattete Labore und bildet die gesamte textile Wertschöpfungskette von der Faserentwicklung bis zum fertigen Produkt. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf Hanf als nachhaltiger, regional anbaubarer Alternative zu Baumwolle.
 
Im Projekt „Hanfknit“, gefördert vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), entwickelte das FTB eine nachhaltige und recyclingfähige Funktionsstrickjacke aus 70 Prozent Hanf und 30 Prozent LyoHemp (Regeneratfasern aus Hanffasern). Das Produkt wird vollständig von der Faser bis zum 3D-Seamless-Strick lokal in der Region rund um Mönchengladbach gefertigt. Durch das innovative Zero-Waste-Verfahren der Firma Bache Innovative entstehen keine Produktionsabfälle. Ein intelligentes Bodymapping-Design mit funktionalen Zonen für Ventilation, Polsterung und enganliegende Bereiche vereint Komfort, Funktionalität und Nachhaltigkeit. Die Jacke wurde bereits im Designprozess auf Ressourcenschonung, Monomaterialität und vielseitige Nutzung ausgelegt und bietet großes Potenzial für Anwendungen in Sport- und Arbeitsbekleidung.
 
Das Projekt „ReHemp“, gefördert durch die Industrielle Gemeinschaftsforschung (IGF), knüpft an diese Entwicklung an und verfolgt das Ziel, Hanffasern in einen geschlossenen textilen Kreislauf zu überführen. Im Fokus steht die Wiederverwertung der im Vorgängerprojekt entwickelten Hanf- / LyoHhemp-Jacke. Künftig soll Lyohemp verstärkt aus Hanf-Abfallstoffen statt aus Primärfasern hergestellt werden. Das Material kombiniert die Robustheit von Hanf mit dem Tragekomfort von Lyocell und bleibt auch nach mehrfacher Wiederverwertung qualitativ hochwertig.
 
Gemeinsam mit dem Thüringisches Institut für Textil- und Kunststoff-Forschung Rudolstadt e.V. (TITK) und zahlreichen Partnern aus der deutschen Textilindustrie entwickelt das FTB hierfür unter anderem eine Abfallklassifizierung für Fasern, Garne sowie Pre- und Post-Consumer-Materialien als Grundlage für effiziente Recyclingprozesse. Die Abfälle werden gesammelt, sortiert und zerkleinert und anschließend chemisch zu neuen Lyocell-Fasern recycelt. Parallel untersucht das Forschungsteam Alterungs- und Mehrfachrecyclingprozesse. Angestrebt werden mindestens drei Recyclingzyklen. Erste Fasern aus Abfallstoffen werden bereits produziert und weiterverarbeitet.

Preisträger Tobias Dickmeiß mit Urkunde © Katharina Dubno
Preisträger Tobias Dickmeiß mit Urkunde
08.05.2026

Elastische Garne künftig besser recyclebar und umweltfreundlicher

ITA-Bachelor-Student Tobias Dickmeiß erhielt am 29. April 2026 einen Förderpreis der Wilhelm Lorch-Stiftung für seinen innovativen Ansatz, herkömmliche Elastane durch elastische Garne aus thermoplastischen Copolyester-Elastomeren (TPC) zu ersetzen. 

Elastische Textilien sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken, da sie Komfort, Passform und Bewegungsfreiheit gewährleisten. Gleichzeitig erschwert der zunehmende Einsatz klassischer elastischer Garne, sogenannter Elastane, das textile Recycling erheblich. Bereits geringe Elastananteile können thermomechanische Recyclingprozesse beeinträchtigen und einen geschlossenen Recyclingkreislauf verhindern.

Durch den thermoplastischen Charakter und die Kompatibilität zu typischen Polyestern aus der Textilindustrie bieten elastische TPC-Garne eine verbesserte Recyclingfähigkeit. Dazu wird durch den Einsatz des Schmelzspinnverfahrens in der Garnherstellung auf umwelt- und gesundheitsschädliche Lösungsmittel verzichtet.

ITA-Bachelor-Student Tobias Dickmeiß erhielt am 29. April 2026 einen Förderpreis der Wilhelm Lorch-Stiftung für seinen innovativen Ansatz, herkömmliche Elastane durch elastische Garne aus thermoplastischen Copolyester-Elastomeren (TPC) zu ersetzen. 

Elastische Textilien sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken, da sie Komfort, Passform und Bewegungsfreiheit gewährleisten. Gleichzeitig erschwert der zunehmende Einsatz klassischer elastischer Garne, sogenannter Elastane, das textile Recycling erheblich. Bereits geringe Elastananteile können thermomechanische Recyclingprozesse beeinträchtigen und einen geschlossenen Recyclingkreislauf verhindern.

Durch den thermoplastischen Charakter und die Kompatibilität zu typischen Polyestern aus der Textilindustrie bieten elastische TPC-Garne eine verbesserte Recyclingfähigkeit. Dazu wird durch den Einsatz des Schmelzspinnverfahrens in der Garnherstellung auf umwelt- und gesundheitsschädliche Lösungsmittel verzichtet.

Im Rahmen seiner Bachelorarbeit führte Tobias Dickmeiß umfangreiche empirische Prozessuntersuchungen an einer Schmelzspinnanlage im Technikumsmaßstab durch. Durch die systematische Analyse des Einflusses verschiedener Prozessparameter auf die Garneigenschaften gelang es ihm, die Eigenschaften der hergestellten TPC-Garne gezielt zu verbessern. Die Ergebnisse seiner Bachelorarbeit bilden somit eine vielversprechende Grundlage für die weitere Entwicklung recyclingfähiger elastischer Garne und Textilien.

Tobias Dickmeiß wurde für seine herausragende Bachelor-Arbeit „Entwicklung eines Schmelzspinnprozesses für elastische Garne aus thermoplastischen Copolyester-Elastomeren im Technikumsmaßstab“ mit einem Förderpreisgeld in Höhe von 5.000 EURO für eine fachspezifische Weiterbildung prämiert. Er wurde während seiner Bachelor-Arbeit von der ITA-Doktorandin Ricarda Wissel betreut.

Quelle:
Institut für Textiltechnik der RWTH Aachen University