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Beim 8. Textillogistik-Forum trafen sich 75 Vertreter:innen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Praxis zusammen, um aktuelle Entwicklungen, innovative Technologien und konkrete Lösungsansätze für die textile Wertschöpfungskette zu diskutieren. Foto: Fachbereich Textil- und Bekleidungstechnik/HSNR
Beim 8. Textillogistik-Forum trafen sich 75 Vertreter:innen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Praxis zusammen, um aktuelle Entwicklungen, innovative Technologien und konkrete Lösungsansätze für die textile Wertschöpfungskette zu diskutieren.
16.07.2026

8. Textillogistik-Forum: Lösungen für eine nachhaltige textile Zukunft

Wie kann die Textilbranche angesichts steigender Anforderungen an Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Ressourceneffizienz zukunftsfähig gestaltet werden? Mit dieser Frage beschäftigte sich das 8. Textillogistik-Forum am 8. Juli 2026 in Mönchengladbach. Rund um das Thema „Textillogistik in herausfordernden Zeiten“ kamen 75 Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Wirtschaft und Praxis zusammen, um aktuelle Entwicklungen, innovative Technologien und konkrete Lösungsansätze für die textile Wertschöpfungskette zu diskutieren.
 
Veranstaltet wurde das Forum vom Center Textillogistik (CTL) der Hochschule Niederrhein (HSNR) gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik (IML) in Dortmund. Ziel der jährlich stattfindenden Veranstaltung ist es, den Austausch zwischen Forschung und Industrie zu stärken und gemeinsam Perspektiven für eine leistungsfähige und nachhaltige Textillogistik zu entwickeln.
 

Wie kann die Textilbranche angesichts steigender Anforderungen an Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Ressourceneffizienz zukunftsfähig gestaltet werden? Mit dieser Frage beschäftigte sich das 8. Textillogistik-Forum am 8. Juli 2026 in Mönchengladbach. Rund um das Thema „Textillogistik in herausfordernden Zeiten“ kamen 75 Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Wirtschaft und Praxis zusammen, um aktuelle Entwicklungen, innovative Technologien und konkrete Lösungsansätze für die textile Wertschöpfungskette zu diskutieren.
 
Veranstaltet wurde das Forum vom Center Textillogistik (CTL) der Hochschule Niederrhein (HSNR) gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik (IML) in Dortmund. Ziel der jährlich stattfindenden Veranstaltung ist es, den Austausch zwischen Forschung und Industrie zu stärken und gemeinsam Perspektiven für eine leistungsfähige und nachhaltige Textillogistik zu entwickeln.
 
„Die Herausforderungen in der Textilbranche lassen sich nur gemeinsam bewältigen. Gerade die Verbindung von wissenschaftlicher Expertise, technologischen Innovationen und praktischer Anwendung ist entscheidend, um neue Lösungen für die Zukunft der Textillogistik zu entwickeln“, betonte Prof. Dr.-Ing. Markus Muschkiet, Leiter des Center Textillogistik an der HSNR und am Fraunhofer IML.
 
Das diesjährige Programm zeigte die gesamte Bandbreite aktueller Fragestellungen: Im Mittelpunkt standen unter anderem die Entwicklung einer textilen Kreislaufwirtschaft, der Einsatz künstlicher Intelligenz in logistischen Prozessen, nachhaltige Materialien, Recyclingpotenziale sowie intelligente Lösungen für die Sammlung und Wiederverwertung von Alttextilien.
 
Nach der Begrüßung durch Prof. Dr.-Ing. Markus Muschkiet und Prof. Dr.-Ing. Uwe Clausen (Institutsleiter am Fraunhofer IML und am Institut für Transportlogistik der Technischen Universität Dortmund) folgte ein vielseitiges Fachprogramm. Prof. Dr.-Ing. Robert Groten von der HSNR stellte Forschungsergebnisse zur Integration von Nachhaltigkeitsaspekten bei Polymeren in der textilen Produktentwicklung vor und zeigte auf, welche Bedeutung bereits das Produktdesign für die spätere Wiederverwendung und Verwertung von Textilien hat.
 
Dr. Anna Missong, wissenschaftliche Mitarbeiterin der HSNR, präsentierte anschließend Ergebnisse des Projekts „Nachhal(l)tigkeit – Nachhaltige Fachkräfteausbildung für eine umweltschonende Textil- und Bekleidungswirtschaft“ vor. 
 
Ein zentraler Programmpunkt war die Podiumsdiskussion „Textillogistik in herausfordernden Zeiten“. Prof. Dr.-Ing. Markus Muschkiet diskutierte gemeinsam mit Stefan Anspach (Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Mönchengladbach), Ralf Düster (Vice President Customer Solutions der Rhenus Group) und Patrick Lamke (Head of Inbound Logistics der KiK Textilien und Non-Food GmbH) über aktuelle Marktbedingungen, neue Anforderungen an Lieferketten und die Bedeutung resilienter Logistikstrukturen.
 
„Die Textillogistik steht vor einem grundlegenden Wandel. Themen wie Kreislaufwirtschaft und Digitalisierung werden die Branche in den kommenden Jahren maßgeblich prägen. Dafür brauchen wir neue Kooperationen und innovative Ansätze entlang der gesamten Wertschöpfungskette“, so Prof. Dr.-Ing. Markus Muschkiet.
 
Auch die Bedeutung des Textilstandorts Mönchengladbach wurde hervorgehoben. Felix Heinrichs, Oberbürgermeister der Stadt Mönchengladbach, unterstrich in seinen Grußworten die Rolle der Branche für die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt und die Bedeutung von Forschung und Innovation für die Zukunft des Standorts.
 
Einblicke in neue Geschäftsmodelle boten die anschließenden Start-up-Pitches. Das aus dem Center Textillogistik hervorgegangene Unternehmen „nodes“, vertreten durch Sabrina Mauter und Lisa Gudehus, entwickelt ein digitales Recyclingmanagement-Tool zur Erfassung und Distribution textiler Rest- und Abfallstoffe. Ziel ist es, textile Materialien besser zu erfassen und wieder in Wertstoffkreisläufe zurückzuführen. Das Start-up „Baybi.O“, vorgestellt von Günther Winck, verfolgt mit einer abfallfreien On-Demand-Produktion einen Ansatz gegen textile Überproduktion.
 
Darüber hinaus stellte Janika Schüßler, wissenschaftliche Mitarbeiterin am CTL, Ergebnisse einer Verbraucherumfrage zur Wahrnehmung der Getrenntsammlungspflicht für Alttextilien in Deutschland vor. Einen weiteren Schwerpunkt bildete das Forschungsprojekt „CollecTS“ (Collect Textiles Smart), das Anna Engelpracht (Leiterin Umweltmanagement bei der mags Mönchengladbacher Abfall-, Grün- und Straßenbetriebe AöR) und Lisa Gudehus (CTL) vorstellten. Ziel des Projekts ist es, intelligente Lösungen für die Sammlung von Alttextilien zu entwickeln und damit die Grundlage für bessere Recyclingprozesse zu schaffen.
 
Zum Abschluss erhielten die Teilnehmenden bei Workshops sowie Führungen durch die Labore und Praktika des Fachbereichs Textil- und Bekleidungstechnik der HSNR. Zudem gab es Zeit für Networking und fachlichen Austausch.
 
Über das Center Textillogistik (CTL): Das Center Textillogistik (CTL) ist eine Kooperation der Hochschule Niederrhein und des Fraunhofer-Instituts für Materialfluss und Logistik (IML). An den Standorten Mönchengladbach und Dortmund arbeiten interdisziplinäre Teams unter gemeinsamer Leitung von Prof. Dr. Markus Muschkiet an praxisnahen Forschungsfragen rund um die Logistik textile Produkte. Unter dem Leitgedanken „Logistik für Textilien – Textilien für Logistik“ verbindet das CTL wissenschaftliche Forschung mit den Anforderungen der Industrie und entwickelt innovative Lösungen für eine nachhaltige und effiziente Textillogistik.

Quelle:

Hochschule Niederrhein

Grafik: Schweizerische Textilfachschule STF
15.07.2026

Carpet Design Competition 2026

Die STF Schweizerische Textilfachschule und die Ruckstuhl AG laden zur Carpet Design Competition 2026 ein. 
 
Ein Teppich ist mehr als ein funktionales Objekt. Er prägt Räume, schafft Atmosphäre und verbindet Material, Farbe und Handwerk zu einer gestalterischen Einheit. Unter dem Wettbewerbsthema «Out of» suchen wir innovative Teppichentwürfe, die dieses Thema kreativ interpretieren.
 
Das Besondere
Die drei von der Jury ausgezeichneten Entwürfe werden von der Ruckstuhl AG als Unikate produziert und erstmals im Rahmen der Zurich Design Weeks 2026 präsentiert. Anschliessend werden die prämierten Teppiche an der STF End of Year Show sowie gegebenenfalls an weiteren Veranstaltungen der Ruckstuhl AG gezeigt. 
 
Zusätzlich werden ausgewählte Wettbewerbsentwürfe während der Zurich Design Weeks ausgestellt.
 
Nachhaltigkeit im Fokus

Die STF Schweizerische Textilfachschule und die Ruckstuhl AG laden zur Carpet Design Competition 2026 ein. 
 
Ein Teppich ist mehr als ein funktionales Objekt. Er prägt Räume, schafft Atmosphäre und verbindet Material, Farbe und Handwerk zu einer gestalterischen Einheit. Unter dem Wettbewerbsthema «Out of» suchen wir innovative Teppichentwürfe, die dieses Thema kreativ interpretieren.
 
Das Besondere
Die drei von der Jury ausgezeichneten Entwürfe werden von der Ruckstuhl AG als Unikate produziert und erstmals im Rahmen der Zurich Design Weeks 2026 präsentiert. Anschliessend werden die prämierten Teppiche an der STF End of Year Show sowie gegebenenfalls an weiteren Veranstaltungen der Ruckstuhl AG gezeigt. 
 
Zusätzlich werden ausgewählte Wettbewerbsentwürfe während der Zurich Design Weeks ausgestellt.
 
Nachhaltigkeit im Fokus
Für die Umsetzung steht eine von der Ruckstuhl AG definierte Farbpalette zur Verfügung. Diese setzt sich aus hochwertigen Wollgarnen aus Restbeständen sowie aus kleinen Produktionschargen zusammen, die künftig nicht mehr im regulären Sortiment verwendet werden können. Durch die gezielte Weiterverwendung dieser Materialien leistet der Wettbewerb einen Beitrag zu einem verantwortungsvollen und nachhaltigen Umgang mit Ressourcen und macht das Potenzial hochwertiger Out-of-Collection Materials sichtbar. 
 
Wer kann teilnehmen?
Der Wettbewerb steht allen Interessierten offen – unabhängig von Alter, Ausbildung oder beruflichem Hintergrund. Eine Zugehörigkeit zur STF ist nicht erforderlich. Auch Vorkenntnisse in der Teppichgestaltung oder im Tufting werden nicht vorausgesetzt.
 
Preise

  • Produktion der drei Siegerentwürfe als Unikate durch die Ruckstuhl AG
  • Präsentation im Rahmen der Zurich Design Weeks 2026
  • Gewinnerzertifikate für alle drei Preisträgerinnen und Preisträger
  • Gutschein für das Ruckstuhl Manufaktur Outlet im Wert von CHF 500.– für den ersten Platz

Einsendeschluss: 14. August 2026
Die vollständige Ausschreibung sowie die Farbpalette der Garne ist online verfügbar.

Quelle:

Schweizerische Textilfachschule STF

Kick-off meeting in Denkendorf. Foto: DITF
Kick-off meeting in Denkendorf.
12.07.2026

Forschungsprojekt ALADIN: Zirkuläre und bedarfsgerechte Textilproduktion in Europa

Die Produktion von Textilien kann nachhaltig gestaltet werden, indem kurze Lieferketten genutzt werden und Überproduktion verhindert wird. Dies kann bereits heute erreicht werden, wenn bestehende Infrastrukturen intelligent vernetzt und effizient genutzt werden. Gleichzeitig wird die Produktion kreislauffähig, wenn innovative Technologien und Materialien eingesetzt werden, die eine hochwertige Wiederverwertung ermöglichen. Das Forschungsprojekt ALADIN schafft die Voraussetzung dafür. Es wurde im Mai 2026 gestartet und wird im Rahmen des Horizon Europe Programm von der EU mit 5 Millionen Euro kofinanziert.

Unter der Koordination der Deutschen Instituten für Textil- und Faserforschung Denkendorf (DITF) erarbeiten und integrieren die Projektpartner Plattformen, Technologien und tragfähige Geschäftsmodelle für eine zirkuläre Textilproduktion. ALADIN steht dabei für Advanced LocAl and Digital Innovation Network for Circular Garments und verfolgt das Ziel, tragfähige Geschäftsmodelle für eine zirkuläre Textilproduktion zu etablieren.

Das Konzept beruht auf vier Säulen:

Die Produktion von Textilien kann nachhaltig gestaltet werden, indem kurze Lieferketten genutzt werden und Überproduktion verhindert wird. Dies kann bereits heute erreicht werden, wenn bestehende Infrastrukturen intelligent vernetzt und effizient genutzt werden. Gleichzeitig wird die Produktion kreislauffähig, wenn innovative Technologien und Materialien eingesetzt werden, die eine hochwertige Wiederverwertung ermöglichen. Das Forschungsprojekt ALADIN schafft die Voraussetzung dafür. Es wurde im Mai 2026 gestartet und wird im Rahmen des Horizon Europe Programm von der EU mit 5 Millionen Euro kofinanziert.

Unter der Koordination der Deutschen Instituten für Textil- und Faserforschung Denkendorf (DITF) erarbeiten und integrieren die Projektpartner Plattformen, Technologien und tragfähige Geschäftsmodelle für eine zirkuläre Textilproduktion. ALADIN steht dabei für Advanced LocAl and Digital Innovation Network for Circular Garments und verfolgt das Ziel, tragfähige Geschäftsmodelle für eine zirkuläre Textilproduktion zu etablieren.

Das Konzept beruht auf vier Säulen:

  • Digitale Plattform für Dienstleistungen von kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU)
  • Regionale Zusammenarbeit zur Förderung der lokalen Produktion
  • Technologien für Recycling-Strategien
  • Lokale und erneuerbare Rohstoffe

Die Projektpartner kommen aus den sechs Ländern Deutschland, Rumänien, Belgien, Frankreich, Tschechien und Italien. Sie bringen vielfältige Kompetenzen mit, zum Beispiel in den Bereichen Design, Sticken, Digitaldruck, Digitalisierung, Recycling, KI und Microfactory-Produktion. Diese unterschiedlichen Erfahrungen ermöglichen eine leistungsfähige digitale Infrastruktur für B2B- und B2B2C-Beziehungen.

Die Partner werden innovative Technologien wie ein Modul für einen digitalen Produktpass und einen KI-gestützten Ökodesign-Assistenten entwickeln. Ergänzend arbeiten sie an Bekleidungstextilien, darunter ringgesponnene Garne aus recycelter Baumwolle. Ein umfassender Transfer der Projektergebnisse sorgt für eine nachhaltige Wirkung. Es entsteht ein Netzwerk, das gemeinsam die Infrastruktur nutzt – vom Design über die Produktion bis hin zum Kundenservice und zum Recycling.

Zur Validierung des Ansatzes werden drei konkrete Anwendungsfälle umgesetzt: ein teilautomatisiert produziertes T Shirt, ein smarter Parka sowie ein zirkuläres, wandlungsfähiges Blazer Kleid.

Dabei kommen nachhaltige Materialien wie biobasierte Fasern und recycelte Textilien zum Einsatz, die so verarbeitet werden, dass sie am Ende ihres Lebenszyklus leichter wiederverwertet werden können. Die Produktion erfolgt lokal in Microfactories, die Produkte sind maßgefertigt nach den Wünschen der Kunden.

Darüber hinaus werden klein- und mittelständische Unternehmen sowie Start-Ups aktiv in zwei offene Ausschreibungen eingebunden und Interessengruppen in die Gestaltung der Plattform einbezogen. Zusätzlich werden Innovationen im Ökosystem gefördert, etwa in den Bereichen Automatisierung, Produktionstechnologien und digitale Dienstleistungen.

Langfristig zielt das Projekt darauf ab, ein europaweites Netzwerk von Microfactories aufzubauen, neue Arbeitsplätze zu schaffen und den Einsatz nachhaltiger Materialien deutlich zu steigern. Gleichzeitig sollen Abfälle reduziert und die regionale Wertschöpfung gestärkt werden.

ALADIN bringt dafür die Industrie, die Kunden, die Politik und die Wissenschaft an einen Tisch – für eine nachhaltige, kreislauffähige Textilproduktion. Auf diese Weise wird ALADIN auch Vorbild für ähnliche Netzwerke sein, wodurch sich die positiven Effekte für Markt und Umwelt vervielfachen.

Dieses Projekt wurde im Rahmen des Forschungs- und Innovationsprogramms „Horizont Europa“ der Europäischen Union unter der Fördervereinbarung Nr. 101294463 finanziell unterstützt. Die darin zum Ausdruck gebrachten Ansichten und Meinungen sind jedoch ausschließlich die der Autoren und spiegeln nicht unbedingt die Ansichten der Europäischen Union oder der Europäischen Exekutivagentur für Gesundheit und Digitalisierung (HADEA) wider. Weder die Europäische Union noch die Förderbehörde können dafür haftbar gemacht werden.

Quelle:

Deutsche Institute für Textil- und Faserforschung Denkendorf DITF

08.07.2026

EmpCo-Richtlinie: HDE fordert praktikable Übergangs- und Abverkaufsfristen

In Deutschland droht in Folge einer neuen EU-Richtlinie weiterhin die Vernichtung von Waren und Verpackungen in großem, kaum absehbarem Umfang. Die Wirtschaft rechnet mit Schäden in Millionenhöhe. Der Handelsverband Deutschland (HDE) fordert daher von der EU-Kommission ein Einlenken sowie praktikable Übergangs- und Abverkaufsfristen.

Hintergrund sind neue Regeln, unter anderem für die Werbung mit Umweltaussagen und die Verwendung von Nachhaltigkeitssiegeln. Sie mussten aufgrund der sogenannten „EmpCo-Richtlinie“ in das deutsche Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) integriert werden. „Unzählige bereits produzierte und im Lager der Unternehmen befindliche Produkte und Verpackungen aller Sortimente sind damit ab dem 27.09.2026 nicht mehr rechtskonform und dürfen nicht mehr verkauft werden. Dies ist eine Folge der fehlenden, beziehungsweise unzureichenden Abverkaufs- und Übergangsbestimmungen in der Richtlinie“, so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth.

In Deutschland droht in Folge einer neuen EU-Richtlinie weiterhin die Vernichtung von Waren und Verpackungen in großem, kaum absehbarem Umfang. Die Wirtschaft rechnet mit Schäden in Millionenhöhe. Der Handelsverband Deutschland (HDE) fordert daher von der EU-Kommission ein Einlenken sowie praktikable Übergangs- und Abverkaufsfristen.

Hintergrund sind neue Regeln, unter anderem für die Werbung mit Umweltaussagen und die Verwendung von Nachhaltigkeitssiegeln. Sie mussten aufgrund der sogenannten „EmpCo-Richtlinie“ in das deutsche Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) integriert werden. „Unzählige bereits produzierte und im Lager der Unternehmen befindliche Produkte und Verpackungen aller Sortimente sind damit ab dem 27.09.2026 nicht mehr rechtskonform und dürfen nicht mehr verkauft werden. Dies ist eine Folge der fehlenden, beziehungsweise unzureichenden Abverkaufs- und Übergangsbestimmungen in der Richtlinie“, so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth.

Dieses Versäumnis in der Normsetzung will die EU nun mit einem kürzlich veröffentlichten „Common Understanding“ des europäischen CPC-Netzwerks beheben. Die ausdrücklich nicht rechtsverbindliche Auslegungshilfe sieht vor, dass Behörden bei der Rechtsdurchsetzung den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit berücksichtigen und einen maßgeschneiderten Durchsetzungsansatz verfolgen, um Warenvernichtungen zu vermeiden. „Unabhängig von den grundsätzlichen rechtlichen Bedenken ist diese europäische Auslegungshilfe für deutsche Händler weitgehend wertlos“, so Genth. Denn in Deutschland erfolgt die Rechtsdurchsetzung im Lauterkeitsrecht durch private klagebefugte Einrichtungen, wie Wirtschafts- oder Verbraucherverbände. Diese werden durch die Veröffentlichung der EU nicht adressiert und sind an die Empfehlungen des CPC-Netzwerks nicht gebunden.

Um Abmahnungen und Unterlassungsklagen zu vermeiden, müssen deutsche Händler daher weiterhin ab dem 27.09.2026 alle nicht mehr rechtskonformen Produkte aus dem Sortiment nehmen und vernichten. „Der von der EU angestrebte verbesserte Umweltschutz und die intendierten Nachhaltigkeitsziele werden so konterkariert. Die EU-Kommission sollte die Richtlinie deshalb endlich um praxisgerechte Übergangs- und Abverkaufsfristen ergänzen. Nur so lässt sich für alle Marktteilnehmer in Europa Rechtssicherheit schaffen, statt mit rechtsstaatlich bedenklichen Konstruktionen die Versäumnisse der Vergangenheit zu kaschieren“, fordert Genth.

Quelle:

HDE Handelsverband Deutschland

02.07.2026

bvse unterstützt Forderungen von Recycling Europe

Der bvse-Fachverband Kunststoffrecycling unterstützt die aktuellen Forderungen von Recycling Europe nach einem Sofortprogramm zur Stärkung der europäischen Kunststoffrecyclingindustrie. Anlass sind das Statement „War is not a business model“ und das Positionspapier „A rescue plan for Europe’s plastics recycling crisis“.

Branche steht weiter unter wirtschaftlichem Druck
Die wirtschaftliche Lage der europäischen Kunststoffrecyclingbranche bleibt angespannt. Zwar haben die zuletzt gestiegenen Ölpreise die Wettbewerbsfähigkeit von Rezyklaten gegenüber Neuware vorübergehend verbessert. Nach Auffassung von Recycling Europe ist dies jedoch kein tragfähiges Geschäftsmodell. Die strukturellen Herausforderungen – eine schwache Nachfrage nach Rezyklaten, hohe Energie- und Betriebskosten sowie Wettbewerbsverzerrungen durch Importe – bestehen unverändert fort.

Der bvse-Fachverband Kunststoffrecycling unterstützt die aktuellen Forderungen von Recycling Europe nach einem Sofortprogramm zur Stärkung der europäischen Kunststoffrecyclingindustrie. Anlass sind das Statement „War is not a business model“ und das Positionspapier „A rescue plan for Europe’s plastics recycling crisis“.

Branche steht weiter unter wirtschaftlichem Druck
Die wirtschaftliche Lage der europäischen Kunststoffrecyclingbranche bleibt angespannt. Zwar haben die zuletzt gestiegenen Ölpreise die Wettbewerbsfähigkeit von Rezyklaten gegenüber Neuware vorübergehend verbessert. Nach Auffassung von Recycling Europe ist dies jedoch kein tragfähiges Geschäftsmodell. Die strukturellen Herausforderungen – eine schwache Nachfrage nach Rezyklaten, hohe Energie- und Betriebskosten sowie Wettbewerbsverzerrungen durch Importe – bestehen unverändert fort.

Besonders kritisch ist aus Sicht von Recycling Europe die Entwicklung der vergangenen Jahre: Zwischen 2023 und 2025 gingen in Europa bereits rund eine Million Tonnen Kunststoffrecyclingkapazität verloren. Gleichzeitig verlangsamte sich das Wachstum der mechanischen Kunststoffrecyclingproduktion deutlich. Ohne zusätzliche politische Maßnahmen drohe Europa weitere Kapazitäten einzubüßen – gerade vor dem Hintergrund des ab November 2026 geltenden Exportverbots für Kunststoffabfälle in Nicht-OECD-Staaten.

„Die europäische Kunststoffrecyclingindustrie braucht endlich verlässliche politische Rahmenbedingungen, die Investitionen fördern und den Einsatz von Rezyklaten dauerhaft stärken. Kurzfristige Marktveränderungen durch geopolitische Krisen können keine Grundlage für Investitionen und Wettbewerbsfähigkeit sein. Entscheidend sind stabile Absatzmärkte für Rezyklate und faire Wettbewerbsbedingungen“, betont bvse-Vizepräsident Dr.-Ing. Herbert Snell.

Recycling Europe legt Maßnahmenpaket vor
Recycling Europe fordert hierfür ein Maßnahmenpaket, das die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Kunststoffrecyclingindustrie nachhaltig stärkt. Dazu gehören verbindliche Rezyklateinsatzquoten mit einer Bevorzugung in Europa erzeugten Rezyklate, um die Nachfrage nach hochwertigen Recyclingkunststoffen dauerhaft voranzubringen.
Ebenso fordert der Verband faire Wettbewerbsbedingungen gegenüber Importen, unter anderem durch wirksame Kontroll- und Nachweissysteme für importierte Rezyklate und Kunststoffprodukte.

Darüber hinaus spricht sich Recycling Europe für eine stärkere Ausrichtung der erweiterten Herstellerverantwortung (EPR) an Recyclingfähigkeit und Rezyklateinsatz aus. Ergänzend fordert der Verband wettbewerbsfähige Energie- und Standortbedingungen, einen gleichberechtigten Zugang zu Förderinstrumenten für Recyclingunternehmen sowie harmonisierte End-of-Waste-Kriterien für Kunststoffe, um Investitionssicherheit und den europäischen Binnenmarkt zu stärken.
Ebenso erforderlich sind deutlich schnellere Genehmigungs- und Zulassungsverfahren, damit dringend benötigte Recyclingkapazitäten zügig aufgebaut werden können.

bvse unterstützt die europäischen Forderungen
Der bvse unterstützt diese Forderungen ausdrücklich. „Europa kann seine Kreislaufwirtschafts- und Klimaziele nur erreichen, wenn Recyclingunternehmen dauerhaft unter wettbewerbsfähigen Rahmenbedingungen arbeiten können. Der bvse wird sich gemeinsam mit seinen europäischen Partnern weiterhin dafür einsetzen, dass die Kunststoffrecyclingbranche die notwendigen Rahmenbedingungen erhält“, macht bvse-Vizepräsident Herbert Snell deutlich.

Quelle:

bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung

29.06.2026

Cibutex-Jahresveranstaltung liefert konkrete Schritte für zirkuläre Textilskalierung

Cibutex, die europäische Genossenschaft für zirkuläre B2B-Textilien, hielt am 23. Juni 2026 ihre jährliche Mitgliederveranstaltung im Au Bassin in Brüssel ab. Mitglieder und Partner aus den Niederlanden, Belgien, dem Vereinigten Königreich, Frankreich, Deutschland und Australien kamen zusammen in enger Zusammenarbeit mit der ETSA-Arbeitsgruppe Nachhaltigkeit und unter dem gemeinsamen Motto ‘Time to Accelerate’. Mit dem Cibutex-„Go Fish“-Quartettkartenspiel wurden die Teilnehmenden in zufällige Gruppen eingeteilt, um aktuelle Herausforderungen der zirkulären Textilindustrie zu diskutieren — ein Format, das konsequent Silos aufbricht und praktische Erkenntnisse ans Licht bringt. Die Qualität der Gespräche entsprach der Qualität des Raums. 

Das Tagesprogramm umfasste folgende Präsentationen: 

Cibutex, die europäische Genossenschaft für zirkuläre B2B-Textilien, hielt am 23. Juni 2026 ihre jährliche Mitgliederveranstaltung im Au Bassin in Brüssel ab. Mitglieder und Partner aus den Niederlanden, Belgien, dem Vereinigten Königreich, Frankreich, Deutschland und Australien kamen zusammen in enger Zusammenarbeit mit der ETSA-Arbeitsgruppe Nachhaltigkeit und unter dem gemeinsamen Motto ‘Time to Accelerate’. Mit dem Cibutex-„Go Fish“-Quartettkartenspiel wurden die Teilnehmenden in zufällige Gruppen eingeteilt, um aktuelle Herausforderungen der zirkulären Textilindustrie zu diskutieren — ein Format, das konsequent Silos aufbricht und praktische Erkenntnisse ans Licht bringt. Die Qualität der Gespräche entsprach der Qualität des Raums. 

Das Tagesprogramm umfasste folgende Präsentationen: 

  • Hein Barnhoorn (Cibutex): Strategische Ausrichtung von Cibutex. 
  • Janine Röling (CCT) & Robert Sommer (RLG): Das europäische EPR-Umfeld und die Auswirkungen auf Textildienstleister. 
  • Vincent Siau (Alsico): Alsico's sustainability journey: where industrial workwear stands today. 
  • Maliha Kesek (SaXcell / Rütex): Der SaXcell-Fall mit Rutex, Dibella und Vodde: Zirkuläre Faser als kettenreifes Produkt. 
  • Ellen Mensink: Bright Fiber Inside: Zirkuläre Lösungen reifen über Produktkategorien hinweg. 
  • Hiten Somaia (Simba, Australien): Globale Reichweite: Beweis, dass die Cibutex-Mission Grenzen überwindet. 

Der Nachmittag schloss mit einer gemeinsamen ETSA-Arbeitsgruppensitzung mit Mauro Scalia (Euratex) und Zeid Chetoui (Textiles Recycling EXPO), die den Tag in den europäischen politischen Kontext einbettete.

Von der Diskussion zur Verpflichtung 
Die Gruppe ging über die Diagnose hinaus — sie identifizierte gemeinsame Barrieren bei Preisgestaltung, Rückverfolgbarkeit und Marktrisiko und erarbeitete konkrete Wege nach vorne: Modelle zur Margenteilung, Total-Cost-of-Ownership-Rahmen und Pilotstrukturen mit Ankerkunden. 

Draußen verzeichnete Brüssel einen der heißesten Junitage seit Jahren. Im Raum war die Dringlichkeit für alle spürbar: Zirkulär zu wirtschaften ist keine Frage des Ehrgeizes mehr. Es ist eine Frage des richtigen Zeitpunkts. 

Teilnehmende blicken positiv zurück 
Das Feedback der Teilnehmenden war durchweg positiv. Die Mitglieder schätzten die Kombination mit der ETSA-Arbeitsgruppe Nachhaltigkeit, die dem Tag eine breitere europäische Dimension verlieh — und das Gefühl stärkte, dass das, was Cibutex aufbaut, Teil von etwas Größerem ist als jede einzelne Organisation. 

Ebenso geschätzt wurde das bewusste Timing der Veranstaltung. Durch die Terminierung des Cibutex-Tages direkt vor der Textiles Recycling Expo kamen die Teilnehmenden nicht als Zuschauer zur Messe, sondern als informierte, abgestimmte Gruppe — beflügelt von den Diskussionen des Tages und bereit zum Austausch. Mehrere Mitglieder hoben hervor, dass die Kombination beide Tage erheblich wertvoller machte.

Weitere Informationen:
CIBUTEX Textiles Recycling Expo
Quelle:

CIBUTEX

22.06.2026

BTE gibt Handreichung für den Handel zum Vernichtungsverbot heraus

Am 19. Juli 2026 trat gemäß der EU-Ökodesign-Verordnung (EU) 2024/1781 (ESPR) ein verbindliches Vernichtungsverbot für unverkaufte Bekleidung, Bekleidungsaccessoires und Schuhe in Kraft. Unternehmen dürfen Überbestände, Retouren und Saisonware künftig nicht mehr einfach entsorgen – auch dann nicht, wenn ein Weiterverkauf wirtschaftlich unattraktiv erscheint. Im Fokus steht dabei nicht mehr nur das Produktdesign, sondern zunehmend auch der Umgang mit Produkten am Ende ihrer ersten Nutzungsphase. Politisch wird die Debatte insbesondere von drei zentralen Herausforderungen geprägt: Überproduktion, Retourenvernichtung und ineffiziente Warenkreisläufe.

Der Gesetzgeber fordert damit einen grundlegenden Perspektivwechsel im Umgang mit Mode – weg von der Entsorgung als Standardlösung, hin zu aktiver Zweitvermarktung, Spenden und Wiederverwendung. Ausnahmen sind nur in eng definierten Fällen zulässig und erfordern den Nachweis, dass alle Alternativen sorgfältig geprüft wurden. Die Regelung gilt zunächst für große Unternehmen, ab dem 19. Juli 2030 wird sie auf mittlere Unternehmen ausgeweitet.

Am 19. Juli 2026 trat gemäß der EU-Ökodesign-Verordnung (EU) 2024/1781 (ESPR) ein verbindliches Vernichtungsverbot für unverkaufte Bekleidung, Bekleidungsaccessoires und Schuhe in Kraft. Unternehmen dürfen Überbestände, Retouren und Saisonware künftig nicht mehr einfach entsorgen – auch dann nicht, wenn ein Weiterverkauf wirtschaftlich unattraktiv erscheint. Im Fokus steht dabei nicht mehr nur das Produktdesign, sondern zunehmend auch der Umgang mit Produkten am Ende ihrer ersten Nutzungsphase. Politisch wird die Debatte insbesondere von drei zentralen Herausforderungen geprägt: Überproduktion, Retourenvernichtung und ineffiziente Warenkreisläufe.

Der Gesetzgeber fordert damit einen grundlegenden Perspektivwechsel im Umgang mit Mode – weg von der Entsorgung als Standardlösung, hin zu aktiver Zweitvermarktung, Spenden und Wiederverwendung. Ausnahmen sind nur in eng definierten Fällen zulässig und erfordern den Nachweis, dass alle Alternativen sorgfältig geprüft wurden. Die Regelung gilt zunächst für große Unternehmen, ab dem 19. Juli 2030 wird sie auf mittlere Unternehmen ausgeweitet.

Vor diesem Hintergrund stellt der BTE dem Handel eine Handreichung zur Verfügung. Ziel ist es, Unternehmen frühzeitig bei der Anpassung ihrer Geschäftsstrukturen und im Bereich Nachhaltigkeit zu unterstützen. Die Handreichung erläutert, welche Unternehmen betroffen sind, welche Maßnahmen vorgesehen sind und wie die Umsetzung erfolgen kann. Zudem zeigt sie auf, wie sich betroffene Unternehmen gezielt auf das Vernichtungsverbot vorbereiten können. Die Handreichung ist ab sofort unter hanschke@bte.de erhältlich.

Der BTE wird auch weiterhin über Neuerungen und geplante Maßnahmen informieren und den Handel bei der Umsetzung begleiten.

Quelle:

BTE Handelsverband Textil Schuhe Lederwaren

16.06.2026

CIRCULARITY Germany vergütet Textilabfall mit Rabatten auf Neuware

Der Textilrecycler sucht Unternehmen, die bereit sind, ihre Textilabfälle recyceln zu lassen und bietet im Gegenzug an, produzierte Textilien aus recycelten Rohstoffen preisreduziert zu kaufen.

CIRCULARITY Germany ist ein spezialisierter Hersteller besonders nachhaltiger und CO2-reduzierter Bekleidung. Sämtliche Produkte bestehen zu 100% aus recyceltem Material, verursachen bis zu 85% weniger CO2 und können erneut recycelt werden.

Zu den Standards gehören T-Shirts, Poloshirts, Sweatshirts, Hoodies, Jogginghosen, Unterwäsche, Oberhemden und Blusen, Kittel, Schürzen, Handtücher, Küchentücher und Putztücher, Socken und Strickhandschuhe, die allesamt nur von Spezialisten als Recyclingprodukte identifiziert werden können.

Bestehende Versorgungspartner wie Großhändler, Textildrucker und Textilwäschereien werden in die Kreislaufprozesse einbezogen und entwickeln im Team Materialkreisläufe fort.

Der Textilrecycler sucht Unternehmen, die bereit sind, ihre Textilabfälle recyceln zu lassen und bietet im Gegenzug an, produzierte Textilien aus recycelten Rohstoffen preisreduziert zu kaufen.

CIRCULARITY Germany ist ein spezialisierter Hersteller besonders nachhaltiger und CO2-reduzierter Bekleidung. Sämtliche Produkte bestehen zu 100% aus recyceltem Material, verursachen bis zu 85% weniger CO2 und können erneut recycelt werden.

Zu den Standards gehören T-Shirts, Poloshirts, Sweatshirts, Hoodies, Jogginghosen, Unterwäsche, Oberhemden und Blusen, Kittel, Schürzen, Handtücher, Küchentücher und Putztücher, Socken und Strickhandschuhe, die allesamt nur von Spezialisten als Recyclingprodukte identifiziert werden können.

Bestehende Versorgungspartner wie Großhändler, Textildrucker und Textilwäschereien werden in die Kreislaufprozesse einbezogen und entwickeln im Team Materialkreisläufe fort.

Die Lösungen von Circularity Germany bieten insbesondere dort Mehrwert, wo in der öffentlichen Hand größere Mengen an Berufs- und Mitarbeitenden-Kleidung beschafft, regelmäßig ersetzt und zugleich Nachhaltigkeits- bzw. Kreislaufwirtschaftsziele verfolgt werden. Durch textile Rücknahme- und Recyclingkonzepte können öffentliche Auftraggeber nachhaltige Beschaffungsstrategien sichtbar umsetzen und Ressourcenverbräuche reduzieren. Gleichzeitig gewinnen Anforderungen an nachhaltige Textilbeschaffung auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene zunehmend an Bedeutung.

Quelle:

CIRCULARITY Germany 

16.06.2026

Handel als Treiber der Nachhaltigkeit – Warnung vor erdrückender Regulierung

Der Handelsverband Deutschland (HDE) rückt die Themen Nachhaltigkeit und Umweltschutz beim heutigen Sustainability & Retail Summit in den Fokus. Aus Sicht des HDE bleibt Nachhaltigkeit auch in den aktuell wirtschaftlich herausfordernden Zeiten eine Kernaufgabe von Wirtschaft und Gesellschaft.

Der Handel leistet seit vielen Jahrzehnten einen wichtigen Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit und Umweltschutz. Ein prominentes Beispiel ist die Gründung des Deutschen Pfandsystems (DPG) vor 20 Jahren. Hier schuf die Branche einen Meilenstein für erfolgreiche Kreislaufwirtschaft und Recycling. Gleichzeitig investieren viele Handelsunternehmen beispielsweise in den Second-Hand-Markt und fördern damit einen nachhaltigeren Umgang mit Ressourcen: So wird allein im Online-Handel inzwischen jeder zehnte Euro mit gebrauchten Produkten umgesetzt.

Der Handelsverband Deutschland (HDE) rückt die Themen Nachhaltigkeit und Umweltschutz beim heutigen Sustainability & Retail Summit in den Fokus. Aus Sicht des HDE bleibt Nachhaltigkeit auch in den aktuell wirtschaftlich herausfordernden Zeiten eine Kernaufgabe von Wirtschaft und Gesellschaft.

Der Handel leistet seit vielen Jahrzehnten einen wichtigen Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit und Umweltschutz. Ein prominentes Beispiel ist die Gründung des Deutschen Pfandsystems (DPG) vor 20 Jahren. Hier schuf die Branche einen Meilenstein für erfolgreiche Kreislaufwirtschaft und Recycling. Gleichzeitig investieren viele Handelsunternehmen beispielsweise in den Second-Hand-Markt und fördern damit einen nachhaltigeren Umgang mit Ressourcen: So wird allein im Online-Handel inzwischen jeder zehnte Euro mit gebrauchten Produkten umgesetzt.

Damit der Handel seine Rolle als Treiber der nachhaltigen Transformation auch künftig erfüllen kann, braucht es jedoch verlässliche und praxisnahe politische Rahmenbedingungen. „Zu oft erleben wir im regulatorischen Alltag den Unterschied zwischen gut gemeint und gut gemacht. Wenn die Politik den Bogen überspannt, würgt sie genau die Investitionskraft ab, die wir für den Wandel dringend brauchen. Wir brauchen eine Wirtschaftspolitik des Vertrauens und des Augenmaßes – keinen dirigistischen Dauerdruck“, sagt HDE-Präsident Alexander von Preen.

Als aktuelles Beispiel nennt der HDE die europäische Verpackungsverordnung (PPWR). Deren Umsetzung sei in der derzeit vorgesehenen Form und innerhalb der geltenden Fristen für viele Unternehmen kaum zu bewältigen. „Wir steuern hier sehenden Auges in ein bürokratisches Chaos und riskieren ohne Not die Überforderung der Wirtschaft. Das ist eine Entwicklung, die uns fatal an das Debakel rund um die Entwaldungsverordnung (EUDR) erinnert“, so von Preen.

Grundsätzlich unterstützt der HDE die Ziele der PPWR und befürwortet die Verordnung. Voraussetzung für eine erfolgreiche Umsetzung seien jedoch praktikable Lösungen. „Wenn wir den Geist der Verordnung retten wollen, muss der Anwendungsbeginn verschoben werden. Wir brauchen mehr Zeit um praktikable, europaweit harmonisierte Lösungen zu entwickeln, die den Zielen dienen, ohne die Unternehmen im administrativen Aufwand zu erdrücken“, fordert von Preen.

Auf dem Sustainability & Retail Summit am 16.Juni 2026 erwartet der HDE neben Bundestagsabgeordneten, Fachexpertinnen und -experten auch den Bundesumweltminister Carsten Schneider, der die Veranstaltung mit einer Begrüßungsrede eröffnen wird.

15.06.2026

bvse fordert wettbewerbsneutrale Textil-EPR

Die Einführung einer erweiterten Herstellerverantwortung (EPR) für Textilien stand im Mittelpunkt des 13. Internationalen Alttextiltags des bvse-Fachverbands Textilrecycling am 10. und 11. Juni in Bad Neuenahr. Zum Auftakt der Veranstaltung bekannte sich bvse-Hauptgeschäftsführer Eric Rehbock in seiner Eröffnungsrede vor über 100 Teilnehmenden ausdrücklich zur Einführung einer Textil-EPR. Entscheidend sei jedoch die konkrete Ausgestaltung des Systems.

Herstellerverantwortung ja, aber keine Zentralisierung
„Die geplante Herstellerverantwortung hat etwas Gutes, aber es muss gerecht und fair zugehen. Herstellerverantwortung heißt nicht, den Markt außer Kraft setzen. Das heißt, den Markt machen lassen, Wettbewerb zulassen und Wertschöpfung in allen Stufen: Sammlung, Sortierung, Verwertung sicherstellen.“ Rehbock betonte: Bestehende Sammel-, Sortier- und Verwertungsstrukturen müssten erhalten bleiben und weiterhin wettbewerblich organisiert werden.

Die Einführung einer erweiterten Herstellerverantwortung (EPR) für Textilien stand im Mittelpunkt des 13. Internationalen Alttextiltags des bvse-Fachverbands Textilrecycling am 10. und 11. Juni in Bad Neuenahr. Zum Auftakt der Veranstaltung bekannte sich bvse-Hauptgeschäftsführer Eric Rehbock in seiner Eröffnungsrede vor über 100 Teilnehmenden ausdrücklich zur Einführung einer Textil-EPR. Entscheidend sei jedoch die konkrete Ausgestaltung des Systems.

Herstellerverantwortung ja, aber keine Zentralisierung
„Die geplante Herstellerverantwortung hat etwas Gutes, aber es muss gerecht und fair zugehen. Herstellerverantwortung heißt nicht, den Markt außer Kraft setzen. Das heißt, den Markt machen lassen, Wettbewerb zulassen und Wertschöpfung in allen Stufen: Sammlung, Sortierung, Verwertung sicherstellen.“ Rehbock betonte: Bestehende Sammel-, Sortier- und Verwertungsstrukturen müssten erhalten bleiben und weiterhin wettbewerblich organisiert werden.

Eigentumsverantwortung als Voraussetzung für Qualität
Zugleich warnte Rehbock vor Fehlentwicklungen nach dem Vorbild anderer EPR-Systeme. „Wir haben unsere Erfahrungen mit den dualen Systemen gemacht – und in eine solche Situation möchten wir das System des Alttextilrecyclings in keinem Fall bringen.“ Qualitätsverluste seien insbesondere dann zu befürchten, wenn Sammler und Sortierer lediglich als Dienstleister ohne eigene Stoffstromverantwortung agierten. „Nur wer Eigentum an den Materialien hat, hat es auch in der Hand, Qualität zu erzeugen.“ 

stiftung ear als bewährtes Modell
Für die organisatorische Umsetzung einer zentralen Registrierungsstelle innerhalb einer Textil-EPR brachte Rehbock die stiftung ear ins Spiel. Das EPR-System müsse so ausgestaltet werden, „dass es nicht operativ tätig wird“, sondern den Wettbewerb arbeiten lasse.

„Daher ist auch unser Petitum, dass die stiftung ear die richtige Institution ist, um solch ein Register zu betreiben“, erklärte Rehbock. Die Einrichtung verfüge über langjährige Erfahrungen aus dem ElektroG.
„Eine neue Zentrale Stelle für Textilien macht keinen Sinn. Die stiftung ear ist ein bewährtes System, das weiß, wie der Markt funktioniert und keinen Einfluss auf den Markt nimmt.“

Nach Auffassung des bvse sollen Hersteller die Finanzierungs- und Zielverantwortung tragen. Gleichzeitig dürften Herstellerorganisationen keine ausschließliche Mengen- oder Stoffstromhoheit über Alttextilien erhalten. Private Sammler, Sortierer und Verwertungsunternehmen müssten als anerkannte Erfüllungsakteure in das künftige EPR-System eingebunden werden.

Branche kämpft mit Ultra Fast Fashion, Störstoffen und fehlenden Recyclingkapazitäten
Neben der Diskussion über die künftige Systemarchitektur verwies Rehbock auf die aktuellen Herausforderungen der Branche. Dazu gehörten insbesondere Ultra Fast Fashion-Importe, fehlende Recyclingkapazitäten und die zunehmende Verunreinigung der Sammelware.

„Es gibt mittlerweile Container, die bis zu 50 Prozent Restmüll enthalten“, sagte Rehbock. Dies verteuere die Sammlung, verschlechtere die Qualität der erfassten Ware und erschwere die weitere Verwertung. Gleichzeitig seien verlässliche gesetzliche Rahmenbedingungen erforderlich, um Investitionen in zusätzliche Recyclingkapazitäten zu ermöglichen.
Gedenk: Branche steht vor entscheidenden Weichenstellungen

 Der kommissarische Fachverbandsvorsitzende Marwin Gedenk ordnete in seiner Begrüßungsrede die aktuelle EPR-Debatte in die Entwicklung der vergangenen Jahre ein. Die Internationalen Alttextiltage des Fachverbands Textilrecycling hätten die Transformation der Branche kontinuierlich „von der Vision zur Regulierung, von der Regulierung zur Umsetzung und bis heute zur konkreten Ausgestaltung der zukünftigen Rahmenbedingungen für die textile Kreislaufwirtschaft“ begleitet.

Der bvse-Fachverband habe sich bereits frühzeitig mit den Auswirkungen einer Herstellerverantwortung beschäftigt und seit 2022 „viel Vorarbeit und Aufklärungsarbeit geleistet, was das ganze EPR-Thema so mit sich bringt“.

Mit Blick auf die aktuelle Marktsituation verwies Gedenk auf die Belastungen der Sammel- und Sortierunternehmen. Neben den Auswirkungen von Fast Fashion und Ultra Fast Fashion müsse dringend „eine Lösung für die für Sammler und Sortierer äußerst belastenden Störstoffe gefunden werden, bis ein EPR-System greift“.

Auch betonte Gedenk noch einmal die kritischen Folgen der fehlerhaft kommunizierten geltenden Getrenntsammlungspflicht für Alttextilien: „Das hat zu einem Chaos geführt, das die Branche jetzt gerade ausbaden muss.“

Für die weitere Ausgestaltung der Herstellerverantwortung beginne nun die entscheidende Phase: „Wir stehen gerade zwischen Eckpunktepapier und Referentenentwurf“, erklärte Gedenk. Die nun anstehenden politischen Entscheidungen werden „unsere Branche“ und jeden Beteiligten darin maßgeblich für die Zukunft prägen“, hob der Marwin Gedenk hervor.

12.06.2026

Neues VerpackDG: Last-Minute-Regelung für Rezyklateinsatz

Der Bundestag hat das Verpackungsrecht-Durchführungsgesetz mit einer Regelung verabschiedet, die im ursprünglichen Kabinettsentwurf noch nicht enthalten war.

Der Umweltausschuss hatte erst am Vortag der Abstimmung vorgeschlagen, mit § 26a eine Verordnungsermächtigung zur Förderung des Rezyklateinsatzes (Ökomodulierung der Verpackungsentgelte) aufzunehmen.

„Dass diese Forderung der Recyclingbranche nun – wenn auch in letzter Minute – Eingang ins Gesetz gefunden hat, ist ausdrücklich zu begrüßen", sagt bvse-Vizepräsident Herbert Snell. Gleichwohl sei der vorgesehene Zeitrahmen bis Januar 2027 sehr ehrgeizig. Der bvse stehe jedenfalls bereit, gemeinsam mit den Akteuren entlang der Wertschöpfungskette, kurzfristig tragfähige Modelle zu entwickeln.

Der Bundestag hat das Verpackungsrecht-Durchführungsgesetz mit einer Regelung verabschiedet, die im ursprünglichen Kabinettsentwurf noch nicht enthalten war.

Der Umweltausschuss hatte erst am Vortag der Abstimmung vorgeschlagen, mit § 26a eine Verordnungsermächtigung zur Förderung des Rezyklateinsatzes (Ökomodulierung der Verpackungsentgelte) aufzunehmen.

„Dass diese Forderung der Recyclingbranche nun – wenn auch in letzter Minute – Eingang ins Gesetz gefunden hat, ist ausdrücklich zu begrüßen", sagt bvse-Vizepräsident Herbert Snell. Gleichwohl sei der vorgesehene Zeitrahmen bis Januar 2027 sehr ehrgeizig. Der bvse stehe jedenfalls bereit, gemeinsam mit den Akteuren entlang der Wertschöpfungskette, kurzfristig tragfähige Modelle zu entwickeln.

Als Orientierung empfiehlt der bvse das französische Modell. bvse-Vizepräsident Herbert Snell: "Dort erhalten Hersteller, die Rezyklate einsetzen, spürbare Reduzierungen bei den Beteiligungsentgelten. Ein vergleichbarer Ansatz ließe sich auch in Deutschland umsetzen. Zudem sollte – analog zum französischen Modell – auch die geografische Dimension berücksichtigt werden, etwa durch die Definition eines Einzugsgebiets, um regionale Stoffkreisläufe zu stärken."

"Wir können es uns aber nicht leisten, auf die volle Wirkung der PPWR in einigen Jahren zu warten", macht Dirk Textor, Vorsitzender des bvse-Fachverbands Kunststoffrecycling deutlich. "Die Recyclingwirtschaft braucht bereits heute verlässliche Absatzperspektiven. Der Rezyklatanteil liegt derzeit weiterhin unter 20 Prozent. Dieser Wert ist nicht in Stein gemeißelt. Den könnten wir schon heute deutlich steigern."

Die nächsten Schritte sind daher klar: Die politischen Zielsetzungen zur Kreislaufwirtschaft müssen jetzt konsequent mit funktionierenden Marktmechanismen hinterlegt werden. Entscheidend ist vor allem, verlässliche Absatzmärkte für Rezyklate zu schaffen und damit Investitionssicherheit für Recyclingunternehmen zu gewährleisten. Ein wesentlicher Hebel liegt in der öffentlichen Beschaffung: Bund, Länder und Kommunen sollten ihre Marktmacht gezielt nutzen, um die Nachfrage nach Rezyklaten zu stärken.

Zentral ist zudem eine zügige und praxistaugliche Umsetzung der EU-Verpackungsverordnung (PPWR). Weitere Verzögerungen würden dringend benötigte Investitionen ausbremsen. Gerade vor dem Hintergrund aktueller geopolitischer Krisen zeigt sich, wie wichtig wirtschaftlich stabile Recyclingstrukturen für die Resilienz Europas sind – Deutschland und Europa dürfen hier keine weiteren Kapazitäten verlieren.

Wenn die kunststoffverarbeitende Industrie künftig nicht einseitig von Rohstoffimporten abhängig sein will, müssen bereits heute stabile und langfristige Lieferbeziehungen aufgebaut werden. "Recyclingkapazitäten entstehen nicht kurzfristig – und was einmal verloren geht, lässt sich nicht schnell ersetzen. Eine zukunftsfähige Industriepolitik darf sich nicht auf die Sicherung von Primärrohstoffen beschränken. Sie muss ebenso die Verfügbarkeit von Sekundärrohstoffen in den Blick nehmen", betont Snell.

Gleichzeitig gilt es, Wettbewerbsverzerrungen durch Importe zu beseitigen: Europäische Recycler dürfen nicht durch niedrigere Umwelt- und Qualitätsstandards im Ausland benachteiligt werden. Mehr Transparenz im internationalen Handel, etwa durch klare Zollcodes für Rezyklate und wirksamer Vollzug, ist hierfür unerlässlich.

Nicht zuletzt muss die Qualität der Stoffströme verbessert werden – etwa durch konsequentes Design for Recycling. Dirk Textor, Vorsitzender des bvse-Fachverbandes Kunststoffrecycling: "Wir können in den Recyclinganlagen vieles lösen. Aber wir können die Fehler schlechten Designs nicht vollständig wegrecyceln."

Darüber hinaus braucht es bessere Rahmenbedingungen für die Branche. Dazu zählen insbesondere schnellere Genehmigungs- und Planungsverfahren sowie insgesamt weniger bürokratische Belastungen.

Ebenso entscheidend sind wettbewerbsfähige Energiepreise. Angesichts der Energieintensität der Prozesse ist das keine Kleinigkeit, sondern eine existenzielle Frage für die Wettbewerbsfähigkeit der Recyclingindustrie. bvse-Vizepräsident Herbert Snell: "Ja, es gibt den Industriestrompreis, aber Kunststoffrecycler profitieren davon kaum, weil die Regelung auf einer veralteten Wirtschaftszweigklassifikation basiert und die Kunststoffrecyclingunternehmen hier außen vor bleiben. Dabei sollte gerade eine Branche, die nachweislich CO2 einspart und Primärrohstoffe ersetzt, bei der Entlastung der energieintensiven Industrie selbstverständlich berücksichtigt werden."

Quelle:

bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung

Der U-Index misst in sich wiederholenden bevölkerungsrepräsentativen Umfragen die Einstellung zum Umweltschutz. Grafik (c) Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT
Der U-Index misst in sich wiederholenden bevölkerungsrepräsentativen Umfragen die Einstellung zum Umweltschutz.
11.06.2026

U-Index: "Umweltschutz und Nachhaltigkeit trotz aller Krisen weiterhin wichtig"

Wie nehmen Bürgerinnen und Bürger ökologische Herausforderungen wahr? Und wie aktiv sind sie selbst in Sachen Umweltschutz? Diesen Fragen geht das Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT in sich wiederholenden bevölkerungsrepräsentativen Umfragen auf den Grund und veröffentlicht die Ergebnisse unter dem Titel „Fraunhofer UMSICHT-Umweltindex (U-Index)“. Das erste Mal hat das Institut die Befragung Ende 2024 beauftragt und im September 2025 wiederholt.

Insgesamt wurden über 1000 Personen zu ökologischen Problemen, ihrer Bereitschaft zu Verhaltensänderungen und zur Umsetzung von Umweltschutzmaßnahmen im privaten und beruflichen Umfeld befragt.

Ein Blick auf die zentralen Ergebnisse:

Wie nehmen Bürgerinnen und Bürger ökologische Herausforderungen wahr? Und wie aktiv sind sie selbst in Sachen Umweltschutz? Diesen Fragen geht das Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT in sich wiederholenden bevölkerungsrepräsentativen Umfragen auf den Grund und veröffentlicht die Ergebnisse unter dem Titel „Fraunhofer UMSICHT-Umweltindex (U-Index)“. Das erste Mal hat das Institut die Befragung Ende 2024 beauftragt und im September 2025 wiederholt.

Insgesamt wurden über 1000 Personen zu ökologischen Problemen, ihrer Bereitschaft zu Verhaltensänderungen und zur Umsetzung von Umweltschutzmaßnahmen im privaten und beruflichen Umfeld befragt.

Ein Blick auf die zentralen Ergebnisse:

  • Entwicklung im Zeitverlauf: Die Daten zeigen, dass die Relevanz ökologischer Probleme im Vergleich zu 2024 nach wie vor hoch eingeschätzt wird, große Teile der Bevölkerung notwendige Anpassungen akzeptieren und die Handlungsbereitschaft im privaten Umfeld zunimmt.
  • Bewertung ökologischer Herausforderungen: Weniger als ein Drittel der Befragten geben an, dass ökologische Wirkungen im Vergleich zu Themen wie innere Sicherheit oder soziale Gerechtigkeit überbewertet werden. Rund 40 Prozent sehen die ökologische Dimension als nicht überbewertet an. Diejenigen, die sie als überbewertet ansehen, sind häufig männlich.
  • Konsumverzicht und Zukunftserwartungen: Rund die Hälfte der Befragten (49 Prozent) hält einen deutlichen Konsumverzicht für notwendig, um schädliche Umweltwirkungen zu vermeiden. Gleichzeitig glaubt knapp die Hälfte, dass es nicht mehr gelingen wird, diese ausreichend abzuwenden – insbesondere Frauen teilen diese Einschätzung häufiger.
  • Handlungsbereitschaft: Über ein Drittel (37 Prozent) der Befragten hat im privaten Umfeld in den vergangenen 12 Monaten aktiv Maßnahmen zum Umweltschutz umgesetzt. Eine vergleichbare Anzahl plant dies für die kommenden 12 Monate. Im beruflichen Umfeld liegt der Anteil bei etwa 18 Prozent.

„Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Themen Umweltschutz und Nachhaltigkeit trotz aller Krisen nach wie vor als wichtig eingestuft werden“, sagt UMSICHT-Wissenschaftler Jürgen Bertling. „Im Vergleich zum Vorjahr ist die positive Einstellung zu Umweltschutz 2025 gleichbleibend hoch. Die Zahlen widersprechen der häufig geäußerten Ansicht, dass die ökologische Modernisierung Deutschlands nicht mehrheitsfähig sei.“ Die nächste Umfrage ist für Oktober 2026 geplant.

Quelle:

Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT 

11.06.2026

Rezyklate sind ein strategischer Rohstoff für die europäische Industrie

Die Kunststoffrecyclingbranche in Deutschland und Europa steht an einem Wendepunkt. Während geopolitische Krisen und unterbrochene Lieferketten die Bedeutung von Rezyklaten als strategischen Rohstoff deutlich machen, kämpfen viele Recyclingunternehmen ums wirtschaftliche Überleben.

Diese Botschaft zog sich wie ein roter Faden durch den 28. Internationalen Altkunststofftag des bvse in Bad Neuenahr.

„Die Lage unserer Branche ist anspruchsvoll“, sagte bvse-Vizepräsident Herbert Snell in seiner Eröffnungsrede. Gleichzeitig sei die Situation heute besser als noch vor einem Jahr. Die Bedeutung von Rezyklaten für Versorgungssicherheit, Ressourcenschutz und industrielle Wettbewerbsfähigkeit werde zunehmend erkannt.

Die Kunststoffrecyclingbranche in Deutschland und Europa steht an einem Wendepunkt. Während geopolitische Krisen und unterbrochene Lieferketten die Bedeutung von Rezyklaten als strategischen Rohstoff deutlich machen, kämpfen viele Recyclingunternehmen ums wirtschaftliche Überleben.

Diese Botschaft zog sich wie ein roter Faden durch den 28. Internationalen Altkunststofftag des bvse in Bad Neuenahr.

„Die Lage unserer Branche ist anspruchsvoll“, sagte bvse-Vizepräsident Herbert Snell in seiner Eröffnungsrede. Gleichzeitig sei die Situation heute besser als noch vor einem Jahr. Die Bedeutung von Rezyklaten für Versorgungssicherheit, Ressourcenschutz und industrielle Wettbewerbsfähigkeit werde zunehmend erkannt.

Snell verwies auf die geopolitischen Verwerfungen der vergangenen Jahre. Bereits die Corona-Pandemie habe gezeigt, wie wichtig funktionierende Kreislaufwirtschaftssysteme für die Versorgungssicherheit seien. Nun führten neue Konflikte und gestörte Handelswege erneut vor Augen, wie abhängig Europa von internationalen Rohstoffströmen sei. „Warum diskutiert Europa strategische Autonomie bei Energie, Halbleitern und kritischen Rohstoffen – aber nicht bei Kunststoffen und Rezyklaten?“, fragte Snell. Rezyklate seien längst kein Nischenprodukt mehr, sondern ein strategischer Rohstoff für die europäische Industrie.

Mehr als eine Million Tonnen Recyclingkapazität verloren
Gleichzeitig warnte der bvse-Vizepräsident vor den dramatischen Folgen der anhaltenden Marktkrise. Europaweit seien seit 2023 mehr als eine Million Tonnen Recyclingkapazität vom Markt verschwunden. Verantwortlich seien vor allem der Preisverfall bei Neuware, die schwache Nachfrage nach Rezyklaten und ein Investitionsumfeld, das den Ausbau der Kreislaufwirtschaft eher erschwere als fördere. Damit steht die Branche vor einem grundlegenden Problem, das längst nicht nur Europa betrifft.

Weltweit zeigt sich, dass Recycling ohne wirksame politische Rahmenbedingungen wirtschaftlich kaum wettbewerbsfähig ist. Virgin Plastic ist häufig günstiger als Rezyklate, während Umwelt- und Klimakosten nach wie vor nicht ausreichend eingepreist werden. Sobald wirtschaftlicher Druck entsteht, geraten Kreislaufwirtschaft und Rezyklateinsatz vielerorts ins Hintertreffen. Für die Kunststoffrecycler ist deshalb klar: Der Markt allein wird die Transformation nicht leisten können.

„Wir feiern Quoten und beschädigen gleichzeitig die Qualität“
Besonders deutlich wurde der Vorsitzende des bvse-Fachverbandes Kunststoffrecycling, Dirk Textor. Er kritisierte scharf die aktuellen Rahmenbedingungen des Verpackungsrecyclings in Deutschland. „Deutschland gilt gerne als Recyclingweltmeister. Das klingt gut. Die Realität in den Anlagen sieht leider oft anders aus“, sagte Textor.

Aus seiner Sicht setzt das bestehende System die falschen Anreize. Der Fokus auf Mengen und Quoten führe dazu, dass die Qualität der erfassten und sortierten Kunststoffabfälle zunehmend leide. „Wir feiern Quoten, während wir gleichzeitig die Wirtschaftlichkeit und Qualität des Recyclings beschädigen. Den Letzten beißen die Hunde – und das sind die Kunststoffrecycler.“

Textor fordert deshalb eine grundlegende Neuausrichtung der Berechnungsmethoden. Maßstab müsse künftig der tatsächliche Output des Recyclingprozesses sein und nicht die angelieferte Menge. „Quantität ersetzt keine Qualität“, betonte er. Wenn Kreislaufwirtschaft industriell gedacht werde, müssten auch industrielle Qualitätsstandards gelten.

Design entscheidet über Recyclingfähigkeit
Ein weiterer Schwerpunkt der Diskussion war die Produktgestaltung. Nach Ansicht des bvse beginnt Recyclingfähigkeit nicht erst in der Sortieranlage. „Recyclingfähigkeit beginnt nicht in der Sortieranlage. Sie beginnt am Schreibtisch des Verpackungsdesigners“, sagte Textor. Noch immer würden Verpackungen entwickelt, die aus komplexen Materialverbunden bestehen, obwohl recyclingfreundlichere Lösungen verfügbar seien.

Design for Recycling müsse endlich vom Schlagwort zur Selbstverständlichkeit werden. Auch die seit Jahren diskutierte Ökomodulierung komme in Deutschland kaum voran. Während andere europäische Länder längst finanzielle Anreize für recyclinggerechtes Design und den Einsatz von Rezyklaten geschaffen hätten, werde hierzulande weiter diskutiert.

Ein weiteres zentrales Thema des Altkunststofftages war die zukünftige Rolle verschiedener Recyclingtechnologien. Aus Sicht der Branche wäre es ein Fehler, mechanisches und chemisches Recycling gegeneinander auszuspielen. Mechanisches Recycling bleibe überall dort die bevorzugte Lösung, wo hochwertige Stoffkreisläufe technisch möglich seien.

„Chemisches Recycling ist nicht die bessere Alternative zum mechanischen Recycling. Aber es kann die bessere Alternative zu Virgin Plastic sein“, lautet die Einschätzung von Branchenvertretern. Entscheidend sei, das Gesamtsystem zu optimieren. Kunststoffabfälle, die weder mechanisch noch chemisch verwertet werden können, enden ansonsten weiterhin in Verbrennungsanlagen oder auf Deponien.

Europa hat einen Vorsprung – darf ihn aber nicht verspielen
Trotz aller Kritik sehen die Unternehmen Europa im internationalen Vergleich grundsätzlich auf dem richtigen Weg. Rezyklateinsatzquoten, Herstellerverantwortung und Kreislaufwirtschaftspolitik hätten in Europa deutlich stärker Fuß gefasst als in vielen anderen Weltregionen.

Gleichzeitig warnen die Kunststoffrecycler davor, diesen Vorsprung durch übermäßige Bürokratie, hohe Energiekosten und fehlende Investitionssicherheit zu verspielen.

„Was wir jetzt brauchen, sind verlässliche Rahmenbedingungen, faire Wettbewerbsbedingungen und den politischen Willen, Recycling nicht nur als Umweltpolitik zu betrachten, sondern als Industriepolitik“, forderte Herbert Snell. Auch Dirk Textor appellierte an Politik und Wirtschaft, gemeinsam tragfähige Lösungen zu entwickeln: „Die Kreislaufwirtschaft wird nicht an mangelnder Technik scheitern. Sie wird scheitern, wenn Politik und Wirtschaft nicht bereit sind, die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen.“

Quelle:

bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung

08.06.2026

bvse: Keine Zentralisierung der Textil-EPR

Der bvse warnt Bundesumweltminister Carsten Schneider eindringlich vor einer Zentralisierung der geplanten erweiterten Herstellerverantwortung (EPR) für Textilien. In einem Schreiben an den Minister kritisiert der Verband die geplante Systemarchitektur im vorliegenden Eckpunktepapier zur nationalen Umsetzung der europäischen Textil-EPR und fordert stattdessen ein wettbewerblich organisiertes Modell, das bestehende Sammel-, Sortier- und Verwertungsstrukturen einbindet.

„Die mittelständisch geprägte Textilrecyclingwirtschaft unterstützt die Einführung einer Herstellerverantwortung ausdrücklich. Allerdings droht die derzeit diskutierte Ausgestaltung die mittelständisch geprägte Textilrecyclingwirtschaft erheblich zu benachteiligen“, betonte bvse-Hauptgeschäftsführer Eric Rehbock.

Der bvse warnt Bundesumweltminister Carsten Schneider eindringlich vor einer Zentralisierung der geplanten erweiterten Herstellerverantwortung (EPR) für Textilien. In einem Schreiben an den Minister kritisiert der Verband die geplante Systemarchitektur im vorliegenden Eckpunktepapier zur nationalen Umsetzung der europäischen Textil-EPR und fordert stattdessen ein wettbewerblich organisiertes Modell, das bestehende Sammel-, Sortier- und Verwertungsstrukturen einbindet.

„Die mittelständisch geprägte Textilrecyclingwirtschaft unterstützt die Einführung einer Herstellerverantwortung ausdrücklich. Allerdings droht die derzeit diskutierte Ausgestaltung die mittelständisch geprägte Textilrecyclingwirtschaft erheblich zu benachteiligen“, betonte bvse-Hauptgeschäftsführer Eric Rehbock.

Bestehende Strukturen dürfen nicht verdrängt werden
Nach Auffassung des bvse werden die bestehenden Sammel- und Verwertungssysteme heute überwiegend von privaten Unternehmen betrieben und nicht – wie häufig angenommen – von kommunalen oder karitativen Einrichtungen. Diese Unternehmen haben über Jahrzehnte erhebliche Investitionen in hochwertige Sammel-, Sortier- und Recyclingstrukturen getätigt, Arbeitsplätze geschaffen und eine qualitativ hochwertige Wiederverwendung und Verwertung von Alttextilien ermöglicht.

Insbesondere kritisch sieht der Verband die im Eckpunktepapier vorgesehene starke Stellung sogenannter Organisationen für Herstellerverantwortung (OfH).

„In der derzeit vorgesehenen Form droht das geplante System zu einer weitreichenden Zentralisierung von Stoffströmen und Marktstrukturen zu führen“, warnt Rehbock. Die vorgesehene Konstruktion berge die Gefahr, dass bestehende mittelständische Sammel-, Sortier- und Verwertungsunternehmen ihre wirtschaftliche Eigenständigkeit verlieren und künftig lediglich als abhängige Dienstleister innerhalb eines zentral gesteuerten Herstellersystems agieren könnten.

Zielkonflikte und Qualitätsverluste befürchtet
Besonders alarmiert zeigt sich der bvse über die Ankündigungen von GRS Pro, Stiftung GRS und Gesamtverband Textil und Mode zur Gründung einer „Gemeinsamen Stelle“ für die textile Herstellerverantwortung. Nach Einschätzung des bvse birgt die angekündigte Bündelung von Steuerungs-, Finanzierungs- und Verwertungsfunktionen bei wenigen systemnahen Akteuren erhebliche wettbewerbs- und kartellrechtliche Risiken. Marktbeherrschende Strukturen könnten entstehen und den Wettbewerb nachhaltig einschränken.

Darüber hinaus sieht der bvse einen grundlegenden Zielkonflikt. „Ausgerechnet jene Akteure, die wirtschaftlich von steigenden Produktionsmengen profitieren, sollen künftig maßgeblich die Entsorgungs- und Verwertungssysteme steuern. Dieser Zielkonflikt ist offensichtlich“, erklärt Rehbock.

Ein herstellergeführtes System werde zwangsläufig unter erheblichem Kostendruck stehen. Dadurch bestehe die Gefahr, dass hochwertige Wiederverwendung und Recyclingprozesse zugunsten kostengünstigerer Entsorgungswege verdrängt würden, was nicht nur zu einem Qualitätsverlust, sondern letztlich zu einem Rückschritt hinter bereits erreichte Umweltstandards führen würde.

„Es kann doch nicht sein, dass hier die gleichen massiven Fehler aus dem Dualen System der Verpackungsentsorgung, die zu einer immer schlechter werdenden Qualität des Recyclings geführt haben, wiederholt werden. Das wäre skandalös“, so Rehbock.

Nach Auffassung des bvse steht die vorgesehene Systemarchitektur zudem nicht im Einklang mit den Zielsetzungen der europäischen Abfallrahmenrichtlinie. Diese sehe ausdrücklich vor, bestehende Sammel- und Verwertungsstrukturen in neue EPR-Systeme einzubinden und Abfallbewirtschaftungsunternehmen als zentrale Akteure zu berücksichtigen.

bvse fordert kooperatives Wettbewerbsmodell
Der bvse spricht sich daher für ein alternatives, kooperatives Wettbewerbsmodell aus. Danach sollen Hersteller weiterhin die Finanzierungsverantwortung und die rechtliche Verantwortung für die Zielerreichung tragen. Sammlung, Sortierung, Wiederverwendung und Verwertung von Alttextilien sollen jedoch wettbewerblich organisiert bleiben. Private Entsorger, gemeinnützige Sammler, Kommunen, Re-Use-Organisationen und Sortierunternehmen sollen eigenständige Marktakteure mit diskriminierungsfreiem Zugang zu Sammelmengen bleiben.

Zudem fordert der Verband, private Sammel-, Sortier- und Verwertungsunternehmen gesetzlich als anerkannte Erfüllungsakteure der Herstellerverantwortung einzubinden. Herstellerorganisationen dürften dabei keine ausschließliche Mengen- oder Stoffstromhoheit über Alttextilien erhalten. Die Mengenbilanzierung, der Datenabgleich und die Zielkontrolle könnten durch eine neutrale Clearingstelle erfolgen.

Als Vorbild für eine wettbewerbsneutrale Organisation der Herstellerverantwortung verweist der bvse auf die Stiftung EAR im Bereich der Elektroaltgeräte.

„Die Stiftung hat bei den Elektroaltgeräten bewiesen, dass ein faires, wettbewerbsneutrales und rechtssicheres EPR-System, das keine Akteursgruppe bevorzugt oder benachteiligt, erfolgreich funktionieren kann“, so Rehbock.

Nach Auffassung des bvse würde ein solches Modell bestehende Investitionen schützen, zahlreiche Arbeitsplätze sichern sowie Wettbewerb, Innovation und mittelständische Vielfalt erhalten. Gleichzeitig könnten bestehende Sammel- und Verwertungsstrukturen erhalten bleiben, ohne funktionierende Infrastrukturen unnötig zu zerschlagen.

Auch die Finanzierung sollte nach Auffassung des bvse leistungsbezogen erfolgen. Unternehmen müssten EPR-Ausgleichszahlungen für nachweislich erbrachte Leistungen wie getrennte Sammlung, hochwertige Wiederverwendung, Vorbereitung zur Wiederverwendung und Recycling erhalten.

Fokus auf die eigentlichen Probleme des Textilmarktes
Der Verband fordert darüber hinaus, die eigentlichen Herausforderungen des Textilmarktes stärker in den Mittelpunkt der politischen Debatte zu rücken. Dazu zählen insbesondere Ultra-Fast-Fashion-Importe, mangelnde Recyclingkapazitäten, zunehmende Verunreinigungen der Sammelware, fehlende Produktverantwortung internationaler Onlineplattformen sowie unzureichende Anforderungen an Produktdesign und Recyclingfähigkeit.

„Wir lehnen die Herstellerverantwortung nicht ab. Vielmehr plädieren wir für ein kooperatives Wettbewerbsmodell, das die europarechtlichen Anforderungen erfüllt, ohne bestehende Marktstrukturen zu verdrängen“, erklärt Rehbock.

Abschließend appelliert der bvse an das Bundesumweltministerium, die weitere Ausgestaltung der Textil-EPR in einem offenen Dialog mit allen betroffenen Marktakteuren zu überarbeiten und die mittelständische Entsorgungs- und Recyclingwirtschaft gleichberechtigt einzubinden.

„Die bestehenden privaten und gemeinnützigen Sammel- und Verwertungsstrukturen sind kein Hindernis für die Kreislaufwirtschaft – sie sind ihre tragende Grundlage“, betont Rehbock.

Quelle:

bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung

Foto (c) Neo.Fashion.
08.06.2026

Neo.Fashion. Berlin: Modenachwuchs macht sich auf zu neuen Ufern

Über 620 Talente, neun Ausgaben, ein Meilenstein: Die Neo.Fashion. feiert im Juli ihre 10. Edition und setzt mit neuer Struktur ein Zeichen für nachhaltige Nachwuchsförderung in der deutschen Modebranche. Die Plattform für Mode-Nachwuchs begeht ihr zehnjähriges Bestehen mit einer Neuausrichtung und einem Standortwechsel: Die Neo.Fashion. findet im Rahmen der Berlin Fashion Week vom 2. bis 4. Juli 2026 in einer ehemaligen Industriehalle am „Neuen Ufer 13“ in Berlin-Moabit statt. Seit der Gründung 2017 haben mehr als 620 Absolvent:innen ihre Kollektionen präsentiert; in diesem Jahr werden bis zu 80 Teilnehmende in über zehn Shows erwartet. Auf dem Programm stehen die Best Graduates Shows und Aspiring Designer Shows; zudem werden der Neo.Fashion. Award und der Digital Fashion Award verliehen. Zugesagt haben bislang zehn Hochschulen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und der Ukraine. Inhaltlich steht insbesondere das Thema Nachhaltigkeit im Fokus der Arbeiten. Mit der Gründung des gemeinnützigen Neo.Fashion. e.V. im Jahr 2025 wurden zudem die organisatorischen Strukturen professionalisiert und die Grundlage für eine langfristige Nachwuchsförderung gestärkt. 

Über 620 Talente, neun Ausgaben, ein Meilenstein: Die Neo.Fashion. feiert im Juli ihre 10. Edition und setzt mit neuer Struktur ein Zeichen für nachhaltige Nachwuchsförderung in der deutschen Modebranche. Die Plattform für Mode-Nachwuchs begeht ihr zehnjähriges Bestehen mit einer Neuausrichtung und einem Standortwechsel: Die Neo.Fashion. findet im Rahmen der Berlin Fashion Week vom 2. bis 4. Juli 2026 in einer ehemaligen Industriehalle am „Neuen Ufer 13“ in Berlin-Moabit statt. Seit der Gründung 2017 haben mehr als 620 Absolvent:innen ihre Kollektionen präsentiert; in diesem Jahr werden bis zu 80 Teilnehmende in über zehn Shows erwartet. Auf dem Programm stehen die Best Graduates Shows und Aspiring Designer Shows; zudem werden der Neo.Fashion. Award und der Digital Fashion Award verliehen. Zugesagt haben bislang zehn Hochschulen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und der Ukraine. Inhaltlich steht insbesondere das Thema Nachhaltigkeit im Fokus der Arbeiten. Mit der Gründung des gemeinnützigen Neo.Fashion. e.V. im Jahr 2025 wurden zudem die organisatorischen Strukturen professionalisiert und die Grundlage für eine langfristige Nachwuchsförderung gestärkt. 

Was 2017 mit einer Vision begann, ist heute eine feste Größe für junge Fashion Designerinnen und -Designer in Deutschland: Die Neo.Fashion. feiert in diesem Jahr ihre 10. Edition. 2019 wurde die Neo.Fashion. erstmals Teil der offiziellen Berlin Fashion Week und hat sich seitdem im Kalender der internationalen Modewoche etabliert. Mit den Best Graduates Shows, den Aspiring Designer Shows, dem Neo.Fashion. Award sowie dem im vergangenen Jahr erstmals verliehenen Digital Fashion Award ist ein besonderes Ökosystem entstanden, das weit über eine reine Präsentationsplattform hinausgeht. 

Mit der Gründung des gemeinnützigen Neo.Fashion. e.V. im Jahr 2025 markiert die Initiative einen wichtigen Schritt in Richtung langfristiger und strukturierter Nachwuchsförderung. Ein breit aufgestelltes Organisationsteam bearbeitet in der neuen Aufstellung die unterschiedlichen Bereiche der Neo.Fashion. von der Hochschulkoordination über Kommunikation und Marketing bis hin zur technischen Umsetzung und den Kontakten zur Modeindustrie, zur Textilforschung und zu StartUps. Workshops, Wettbewerbe, Mentoring-Programme und internationale Kooperationen gehören künftig zum erweiterten Angebot der Neo.Fashion.  

Außerdem vollzieht die Neo.Fashion. eine räumliche Neuorientierung: Vom 2. bis 4. Juli 2026 – wie immer zur Berlin Fashion Week – zieht die Veranstaltung diesmal ins „Neues Ufer 13“ in Berlin-Moabit: eine ehemalige Industriehalle, die mit ihrer rohen, urbanen Ästhetik einen authentischen Rahmen für junge, unverbrauchte Modesprache bietet. „Wir verstehen das ‚Neues Ufer‘ als eine Metapher: Für uns als Format, das sich seit zehn Jahren immer wieder neu erfindet. Und für die Talente, die hier ihre Kollektionen zeigen und deren Ziel ein neues Ufer ist“, so Jens Zander, Geschäftsführer der Agentur S49 für Markeninszenierung, Gründer der Neo.Fashion und Leiter des neuen Neo.Fashion. e.V. In diesem Team konzentriert sich Zander auf die Produktion und strategische Weiterentwicklung der Plattform. 

Vorgesehen sind wieder über zehn professionelle Modenschauen, in denen ausgewählte Absolvent:innen aus nahezu allen deutschen Modehochschulen ihre Kollektionen präsentieren. Pro Schau zeigen jeweils sechs bis acht Nachwuchsdesigner:innen ihre Arbeiten. Insgesamt treten im Juli bis zu 80 Teilnehmende vor ein breites öffentliches Publikum – weit über die Fachwelt hinaus. In diesem Ansatz unterscheidet sich die Neo.Fashion. von anderen Formaten. 

Ihre Teilnahme bereits fest zugesagt haben zehn Hochschulen: die Hochschule Pforzheim (Pforzheim), die Hochschule Niederrhein (Krefeld, Mönchengladbach), die AMD Akademie Mode & Design (Berlin, Hamburg, Düsseldorf, Wiesbaden, München), die Hochschule Reutlingen (Reutlingen), die Hochschule Hannover (Hannover), die Hochschule Bielefeld (Bielefeld), die Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin – HTW Berlin (Berlin), die Hochschule Macromedia (Berlin), die Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle (Halle/Saale) sowie die HAW - Hochschule für Angewandte Wissenschaften (Hamburg). International dabei sind die Universität für künstlerische und industrielle Gestaltung Linz (Linz, Österreich), die Hochschule für Gestaltung und Kunst Basel – HGK FHNW (Basel, Schweiz), Fashion Art Toronto (Toronto, Kanada) sowie die Kyiv National University of Technologies and Design – KNUTD (Kyjiw, Ukraine). 

Ein Thema zieht sich durch nahezu alle auf der Neo.Fashion. präsentierten Kollektionen: Nachhaltigkeit. Was vor zehn Jahren noch Nischenthema war, ist heute essenzieller Bestandteil und Motor der kreativen Arbeit junger Designer:innen. Von der Materialwahl über Produktionsprozesse bis hin zu zirkulären Designansätzen – die Neo.Fashion.-Absolventinnen und -Absolventen denken Mode von Grund auf neu und setzen Standards für eine verantwortungsvolle Zukunft der Branche. Die Neo.Fashion. fördert diesen Wandel aktiv und schafft Raum für innovative, nachhaltige Ansätze. 

Nachwuchsförderung als Investition in die Zukunft 
Die gesamte deutsche Modewirtschaft – einschließlich Handel, Start-ups und FashionTech – erwirtschaftet nach Berechnungen von Oxford Economics im Auftrag des Fashion Council Germany (FCG) und des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) einen BIP-Beitrag von rund 70 Milliarden Euro und sichert rund eine Million Arbeitsplätze. Die deutsche Textil- und Bekleidungsindustrie erwirtschaftet davon jährlich rund 32 Milliarden Euro Umsatz und beschäftigt über 120.000 Menschen in rund 1.400 Unternehmen. Der gesamte deutsche Bekleidungsmarkt verzeichnete 2025 einen Umsatz von rund 67,7 Milliarden Euro. 

Um diese Position zu halten und auszubauen, braucht es kontinuierliche Nachwuchsförderung. Plattformen wie die Neo.Fashion. spielen dabei eine zentrale Rolle: Sie bilden die Schnittstelle zwischen Ausbildung und Berufseinstieg und ermöglichen es jungen Designer:innen, sich mit der Industrie zu vernetzen und erste Sichtbarkeit zu erlangen. 

Erfolgsgeschichten und internationale Partnerschaften 
Die Bedeutung der Neo.Fashion. als Sprungbrett für junge Designer:innen zeigt sich in zahlreichen Erfolgsgeschichten: Viele Absolventinnen und Absolventen, die ihre erste Kollektion auf der Neo.Fashion. präsentierten, sind dort heute mit eigenen Labels vertreten und haben sich als feste Größen im Kalender der Berlin Fashion Week etabliert. 

Besonders hervorzuheben ist die seit 2022 bestehende Partnerschaft mit der Ukrainian Fashion Week, die ukrainischen Designtalenten trotz der schwierigen Situation in ihrer Heimat eine internationale Bühne bietet. Strategische Partner wie der Fashion Council Germany (FCG) und der Gesamtverband textil+mode unterstützen die Neo.Fashion. dabei, die Reichweite zu vergrößern und jungen Talenten Türen in die Industrie zu öffnen. 

Neo.Fashion. – das Ökosystem 
Best Graduates Show: Die Hauptshow der Neo.Fashion. während der Berlin Fashion Week, bei der die besten Abschlusskollektionen von Modedesign-Studierenden aus ganz Deutschland in professionellen Laufsteg-Shows präsentiert werden. 

Neo.Fashion. Award: Auszeichnung für herausragende Nachwuchstalente, die sich durch besondere Kreativität, Innovation oder nachhaltige Ansätze in ihren Kollektionen auszeichnen und damit Impulse für die Zukunft der Modebranche setzen. 

Aspiring Designer Shows: Plattform für junge Designerinnen und Designer, die bereits erste Schritte in die Selbstständigkeit gemacht haben und ihre eigenen Labels aufbauen – sie erhalten die Möglichkeit, ihre aktuellen Kollektionen einem breiten Fachpublikum vorzustellen. 

Digital Fashion Award: Die Einführung im Jahr 2025 setzt Zeichen für eine Mode, die den digitalen Raum nicht mehr nur als Werkzeug, sondern als eigenständigen Gestaltungsort begreift. Für die Neo.Fashion. markiert er einen zentralen Schritt in der Weiterentwicklung des Formats und eröffnet ein neues Kapitel in der Förderung digitaler Nachwuchstalente. 

Berfin Freeman Foto: Katharina Dubno
Berfin Freemann wurde mit dem Wilhelm-Lorch-Preis in der Kategorie „Technik“ ausgezeichnet.
05.06.2026

Hochschule Niederrhein: Berfin Freeman erhält Wilhelm-Lorch-Preis

Berfin Freeman vom Fachbereich Textil- und Bekleidungstechnik der Hochschule Niederrhein ist mit dem renommierten Wilhelm-Lorch-Preis in der Kategorie „Technik“ ausgezeichnet worden. Mit dem Preis werden herausragende Nachwuchsarbeiten der deutschen Textil- und Bekleidungsbranche gewürdigt. Der Preis ist mit 5000 Euro dotiert.
 
Die 30-Jährige studierte Textile Technologien an der Hochschule Niederrhein. Parallel zum Studium sammelte sie praktische Erfahrung am Forschungsinstitut für Textil und Bekleidung (FTB) in Mönchengladbach. Ihr Praxissemester absolvierte sie am Institut für Textiltechnik der RWTH Aachen.
 
In ihrer ausgezeichneten Masterarbeit untersuchte Freeman das biochemische Recycling von Polyestertextilien. Dazu entwickelte sie eine thermische Vorbehandlung zur Amorphisierung, nach der Polyester mittels enzymbasierter Verfahren zu Monomeren abgebaut werden kann. Aus diesen Molekülen kann anschließend wieder ein Polymer synthetisiert werden. Die Arbeit liefert damit einen Beitrag zu nachhaltigeren Kreislaufprozessen in der Textilindustrie.
 

Berfin Freeman vom Fachbereich Textil- und Bekleidungstechnik der Hochschule Niederrhein ist mit dem renommierten Wilhelm-Lorch-Preis in der Kategorie „Technik“ ausgezeichnet worden. Mit dem Preis werden herausragende Nachwuchsarbeiten der deutschen Textil- und Bekleidungsbranche gewürdigt. Der Preis ist mit 5000 Euro dotiert.
 
Die 30-Jährige studierte Textile Technologien an der Hochschule Niederrhein. Parallel zum Studium sammelte sie praktische Erfahrung am Forschungsinstitut für Textil und Bekleidung (FTB) in Mönchengladbach. Ihr Praxissemester absolvierte sie am Institut für Textiltechnik der RWTH Aachen.
 
In ihrer ausgezeichneten Masterarbeit untersuchte Freeman das biochemische Recycling von Polyestertextilien. Dazu entwickelte sie eine thermische Vorbehandlung zur Amorphisierung, nach der Polyester mittels enzymbasierter Verfahren zu Monomeren abgebaut werden kann. Aus diesen Molekülen kann anschließend wieder ein Polymer synthetisiert werden. Die Arbeit liefert damit einen Beitrag zu nachhaltigeren Kreislaufprozessen in der Textilindustrie.
 
Heute arbeitet Freeman als Textilingenieurin in der Entwicklungsabteilung für Militärtextilien bei der Hexonia GmbH. 
 
Die Wilhelm-Lorch-Stiftung trägt den Namen des 1966 verstorbenen Gründers des Deutschen Fachverlags und der TextilWirtschaft. Jedes Jahr werden Projekte und talentierte Nachwuchskräfte der Textil- und Modebranche in den Kategorien Kreation, Wirtschaft, Technik und Weiterbildung im Handel ausgezeichnet.

CWS Workwear Emissionsrechner Foto CWS Workwear
03.06.2026

CWS Workwear aktualisiert seinen Emissionsrechner

CWS Workwear, ein führender Anbieter von Workwear as a Service, hat seinen CWS Workwear Emissionsrechner überarbeitet und erweitert. Das Tool basiert auf der neuesten verfügbaren Datengrundlage (Stand 2025), enthält erstmals eine eigene Funktion zur Darstellung von Wassereinsparungen und bietet eine verbesserte Nutzerführung im Dashboard. Der Emissionsrechner ist über die Website von CWS Workwear zugänglich und macht die Nachhaltigkeitsvorteile des kreislauforientierten Servicemodells transparent, messbar und vergleichbar.

Der Emissionsrechner bildet die Auswirkungen des Workwear as a Service-Modells anhand von vier zentralen Funktionen ab: Emissionseinsparungen, Ressourceneinsparungen, Wassereinsparungen sowie monetäre Einsparungen. Erstmals verfügbar ist die eigenständige Wassereinsparungsfunktion, die Initiativen wie Wasserrückgewinnung, Wiederverwendung und Recycling detailliert abbildet und damit die wachsende strategische Bedeutung von Water Stewardship unterstreicht. Anschauliche Vergleichswerte und Alltagsäquivalente sorgen dafür, dass komplexe Kennzahlen für Nutzerinnen und Nutzer leicht einzuordnen sind.

CWS Workwear, ein führender Anbieter von Workwear as a Service, hat seinen CWS Workwear Emissionsrechner überarbeitet und erweitert. Das Tool basiert auf der neuesten verfügbaren Datengrundlage (Stand 2025), enthält erstmals eine eigene Funktion zur Darstellung von Wassereinsparungen und bietet eine verbesserte Nutzerführung im Dashboard. Der Emissionsrechner ist über die Website von CWS Workwear zugänglich und macht die Nachhaltigkeitsvorteile des kreislauforientierten Servicemodells transparent, messbar und vergleichbar.

Der Emissionsrechner bildet die Auswirkungen des Workwear as a Service-Modells anhand von vier zentralen Funktionen ab: Emissionseinsparungen, Ressourceneinsparungen, Wassereinsparungen sowie monetäre Einsparungen. Erstmals verfügbar ist die eigenständige Wassereinsparungsfunktion, die Initiativen wie Wasserrückgewinnung, Wiederverwendung und Recycling detailliert abbildet und damit die wachsende strategische Bedeutung von Water Stewardship unterstreicht. Anschauliche Vergleichswerte und Alltagsäquivalente sorgen dafür, dass komplexe Kennzahlen für Nutzerinnen und Nutzer leicht einzuordnen sind.

„Transparenz und Datenqualität sind zentrale Bausteine glaubwürdiger Nachhaltigkeitsarbeit. Mit dem Update unseres Emissionsrechners erfassen wir die Nachhaltigkeitswirkung unseres kreislauforientierten Servicemodells noch präziser und geben unseren Kundinnen und Kunden zusätzliche, belastbare Kennzahlen an die Hand, die in Reporting und Beschaffung zunehmend relevant werden“, sagt Leonie Biesen, Sustainability Lead Workwear bei CWS Workwear.

Mit der Aktualisierung stärkt CWS Workwear die Rolle des Emissionsrechners als praxisnahes – Tool für Unternehmen, die Nachhaltigkeitsleistungen datenbasiert nachweisen müssen – sei es durch regulatorische Anforderungen, ESG-Reporting oder Beschaffungsentscheidungen. Die Methodik ist extern durch Accenture validiert; das Tool ist auf die Anforderungen kommender EU-Regulatorik ausgerichtet. Der Emissionsrechner wurde erstmals 2024 in Zusammenarbeit mit Accenture eingeführt und ist für CWS Workwear und CWS Healthcare verfügbar.

Quelle:

CWS Workwear 

03.06.2026

bvse: Aktionsprogramm zur Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie bleibt hinter den Erwartungen zurück

„Das Aktionsprogramm zur Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie bleibt hinter unseren Erwartungen zurück“, kommentiert Eric Rehbock, Hauptgeschäftsführer des bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung, die Verabschiedung des Programms durch die Bundesregierung.

Aus Sicht des bvse war die Erwartung klar: Nach zahlreichen Strategien, Ankündigungen und Zielsetzungen sollten nun konkrete Maßnahmen folgen, die den Übergang zur Kreislaufwirtschaft tatsächlich beschleunigen.

Stattdessen enthalte das Aktionsprogramm in weiten Teilen bekannte Absichtserklärungen und bereits formulierte Forderungen.

„Man ist angetreten, um die Umsetzung der Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie mit konkreten Maßnahmen zu hinterlegen. Herausgekommen sind vielfach neue Formulierungen für alte Forderungen. Das wirkt streckenweise wie alter Wein in neuen Schläuchen“, so Rehbock.

„Das Aktionsprogramm zur Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie bleibt hinter unseren Erwartungen zurück“, kommentiert Eric Rehbock, Hauptgeschäftsführer des bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung, die Verabschiedung des Programms durch die Bundesregierung.

Aus Sicht des bvse war die Erwartung klar: Nach zahlreichen Strategien, Ankündigungen und Zielsetzungen sollten nun konkrete Maßnahmen folgen, die den Übergang zur Kreislaufwirtschaft tatsächlich beschleunigen.

Stattdessen enthalte das Aktionsprogramm in weiten Teilen bekannte Absichtserklärungen und bereits formulierte Forderungen.

„Man ist angetreten, um die Umsetzung der Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie mit konkreten Maßnahmen zu hinterlegen. Herausgekommen sind vielfach neue Formulierungen für alte Forderungen. Das wirkt streckenweise wie alter Wein in neuen Schläuchen“, so Rehbock.

Besonders kritisch bewertet der bvse die Ausgestaltung der nachhaltigen öffentlichen Beschaffung. Obwohl Bund, Länder und Kommunen als wichtige Nachfrager eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung von Märkten für Recyclingrohstoffe und zirkuläre Produkte spielen könnten, bleibt das Aktionsprogramm nach Einschätzung des Verbandes weitgehend unverbindlich.

Statt klarer Vorgaben und rechtlich durchsetzbarer Anforderungen sei vor allem von Empfehlungen, Leitfäden und einer „Hinwirkung“ auf die öffentliche Hand die Rede.

„Gerade im Bereich der nachhaltigen Beschaffung hätten wir uns deutlich mehr gewünscht. Öffentliche Auftraggeber müssen stärker verpflichtet werden, Produkte aus der Kreislaufwirtschaft einzusetzen. Entscheidend ist, dass solche Vorgaben auch überprüfbar und im Zweifel rechtlich durchsetzbar sind. Freiwilligkeit allein hat bislang nicht zum gewünschten Erfolg geführt“, betont Rehbock.

Zwar begrüßt der bvse ausdrücklich das Ziel der Bundesregierung, das jährliche Auftragsvolumen für zirkuläre Produkte bei Unternehmen mit mehrheitlicher Bundesbeteiligung kontinuierlich zu steigern und regulatorische Hemmnisse abzubauen. Allerdings fehlten konkrete Zielgrößen, Zeitpläne und messbare Zwischenziele.

„Was fehlt, ist ein belastbarer Mechanismus zur Erfolgskontrolle. Wer mehr Kreislaufwirtschaft will, muss auch messen, ob die Nachfrage nach zirkulären Produkten und Rezyklaten tatsächlich steigt“, fordert Rehbock. Deshalb sei ein transparentes Monitoring notwendig, das Fortschritte dokumentiere und Defizite offenlege.

Nach Auffassung des bvse offenbart das Aktionsprogramm damit ein grundlegendes Problem der deutschen Kreislaufwirtschaftspolitik: Die politischen Ziele werden immer ambitionierter, während verbindliche Instrumente zur Marktstärkung häufig fehlen. Gerade die Recyclingwirtschaft brauche jedoch verlässliche Absatzmärkte und klare Investitionssignale. Rehbock: „Wieder wird eine große Chance vertan, der deutschen Kreislaufwirtschaft den dringend notwendigen Schub nach vorne zu geben.“

„Die Nachfrage nach Rezyklaten muss endlich spürbar steigen. Die Recyclingwirtschaft investiert seit Jahren in Anlagen, Technologien und Kapazitäten. Was fehlt, sind stabile Märkte. Wenn die öffentliche Hand ihrer Vorbildfunktion nicht konsequent nachkommt, wird das Ziel einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft nicht erreichbar sein“, so der bvse-Hauptgeschäftsführer und weiter: „Momentan bewegen wir uns nicht in Richtung einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft, sondern immer weiter davon weg. Eine desaströse Entwicklung, die mit kurzfristig belastbaren Maßnahmen aufgehalten und umgekehrt werden muss.

Der bvse fordert daher, das Aktionsprogramm zeitnah um verbindliche Vorgaben für die öffentliche Beschaffung, konkrete Zielwerte für den Einsatz von Sekundärrohstoffen und zirkulären Produkten sowie ein wirksames Monitoring zu ergänzen. Nur so könne aus den richtigen Zielen auch eine messbare Umsetzung werden.

Flachfolienextrusion eines biobasierten Blends aus PBSA/PLA im Verarbeitungstechnikum Schwarzheide am Fraunhofer IAP. © Fraunhofer IAP
Flachfolienextrusion eines biobasierten Blends aus PBSA/PLA im Verarbeitungstechnikum Schwarzheide am Fraunhofer IAP.
19.05.2026

Ersatz konventioneller Polyolefine: Blends aus biobasierten Polyestern

Neue Ergebnisse aus dem Fraunhofer Cluster of Excellence Circular Plastics Economy CCPE zeigen, wie sich kommerzielle PBSA/PLA-Blends durch industrielle Verarbeitungsprozesse gezielt einstellen und für flexible Folienanwendungen nutzbar machen lassen. Damit eröffnen sich konkrete biobasierte Alternativen zu petrochemischen Kunststoffen.

Vor dem Hintergrund steigender regulatorischer Anforderungen, wachsender Nachhaltigkeitsziele und zunehmenden Drucks zur Defossilisierung rücken biobasierte und potenziell biologisch abbaubare Materialien verstärkt in den Fokus der Kunststoffindustrie. Entscheidend ist dabei nicht allein die Wahl des Materials, sondern insbesondere das Zusammenspiel von Verarbeitung, Struktur und resultierenden Eigenschaften.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Fraunhofer CCPE untersuchten systematisch den Einfluss von Verarbeitung und Materialzusammensetzung auf die Eigenschaften von PBSA (Polybutylensuccinat-co-adipat)-/PLA (Polymilchsäure)-Blendfolien.

Neue Ergebnisse aus dem Fraunhofer Cluster of Excellence Circular Plastics Economy CCPE zeigen, wie sich kommerzielle PBSA/PLA-Blends durch industrielle Verarbeitungsprozesse gezielt einstellen und für flexible Folienanwendungen nutzbar machen lassen. Damit eröffnen sich konkrete biobasierte Alternativen zu petrochemischen Kunststoffen.

Vor dem Hintergrund steigender regulatorischer Anforderungen, wachsender Nachhaltigkeitsziele und zunehmenden Drucks zur Defossilisierung rücken biobasierte und potenziell biologisch abbaubare Materialien verstärkt in den Fokus der Kunststoffindustrie. Entscheidend ist dabei nicht allein die Wahl des Materials, sondern insbesondere das Zusammenspiel von Verarbeitung, Struktur und resultierenden Eigenschaften.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Fraunhofer CCPE untersuchten systematisch den Einfluss von Verarbeitung und Materialzusammensetzung auf die Eigenschaften von PBSA (Polybutylensuccinat-co-adipat)-/PLA (Polymilchsäure)-Blendfolien.

Kunststoff-Blends für anwendungsspezifische Eigenschaftsprofile
Die Studie zeigt einen klaren Zusammenhang zwischen Verarbeitung, Mikrostruktur und mechanischem Verhalten. Sowohl Flachfolien als auch Blasfolien weisen auf der Mikroskala eine lamellenartige Blendmorphologie auf, unterscheiden sich jedoch auf der Nanoskala. In Flachfolien führt die Verarbeitung zu einer Orientierung der teilkristallinen PBSA-Strukturen, während in Blasfolien keine vergleichbare kristalline Vorzugsorientierung zu beobachten ist. Die beiden untersuchten Folientypen decken damit einen breiten Bereich an Steifigkeit und Festigkeit ab und erreichen Eigenschaftsniveaus, die zur Substitution typischer Polyolefine relevant sind.

Gezielte Eigenschaftseinstellung für industrielle Anwendungen
Für Unternehmen entlang der Wertschöpfungskette – von der Compoundierung über die Folienextrusion bis hin zur Verpackungsentwicklung – zeigen die Ergebnisse, dass sich die Eigenschaften von PBSA/PLA-Blends gezielt für die Material- und Prozessentwicklung einstellen lassen. Damit wird es möglich, das Substitutionspotenzial gegenüber etablierten Materialien wie High-Density Polyethylen (HDPE) differenziert zu bewerten und anwendungsspezifisch auszulegen. Da die Verarbeitung auf industrienahen Anlagen erfolgte, sind die gewonnenen Erkenntnisse direkt auf reale Produktionsbedingungen übertragbar und bieten eine belastbare Grundlage für Entwicklungsentscheidungen.

Gleichzeitig wird deutlich, dass für eine breite industrielle Anwendung weitere Entwicklungen erforderlich sind, um die konkreten Anwendungen zur Marktreife zu bringen. Fraunhofer LBF und Fraunhofer IAP suchen dafür den Austausch mit Unternehmen und Partnern, die die veröffentlichten Ergebnisse direkt nutzen oder in Folgeprojekten an Themen wie Materialoptimierung, Verarbeitbarkeit, Anwendungsprüfung oder Skalierung anknüpfen möchten.

Veröffentlichung
Die Ergebnisse wurden im Fachjournal Polymers veröffentlicht: Guru Geertz et al., From Film Processing to Microphase Orientation: Structure–Property Relationships in Commercial PBSA/PLA Blend Films, Polymers 2026, 18, 761.
DOI: 10.3390/polym18060761

Weitere Informationen:
Fraunhofer CCPE Polyolefine Kunststoffe
Quelle:

Fraunhofer CCPE 

19.05.2026

Greenwashing ade? EmpCo verschärft die Regeln – Handel unter Zeitdruck

Mit der Umsetzung der EU Richtlinie „Empowering Consumers for the Green Transition Directive (EU) 2024/825“ (EmpCo) in deutsches Recht gelten ab dem 27. September 2026 deutlich strengere Regeln für Umweltaussagen gegenüber Verbraucherinnen und Verbrauchern. Anfang 2026 wurden die Vorgaben in das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) übernommen und verkündet. Für den Textil  und Schuheinzelhandel entsteht damit ein kurzfristiger Anpassungsdruck, da keine Übergangsfristen vorgesehen sind.
 
Ziel der Richtlinie ist es, Greenwashing zu unterbinden und Verbraucherinnen und Verbraucher vor irreführenden Umweltversprechen zu schützen. Pauschale Begriffe wie „nachhaltig“ oder „umweltfreundlich“ sind unzulässig, sofern sie nicht durch eine anerkannte hervorragende Umweltleistung belegt werden. In der Praxis ist dies derzeit nur durch staatlich anerkannte Typ I Umweltzeichen, wie das EU Ecolabel oder den Blauen Engel, möglich.
 

Mit der Umsetzung der EU Richtlinie „Empowering Consumers for the Green Transition Directive (EU) 2024/825“ (EmpCo) in deutsches Recht gelten ab dem 27. September 2026 deutlich strengere Regeln für Umweltaussagen gegenüber Verbraucherinnen und Verbrauchern. Anfang 2026 wurden die Vorgaben in das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) übernommen und verkündet. Für den Textil  und Schuheinzelhandel entsteht damit ein kurzfristiger Anpassungsdruck, da keine Übergangsfristen vorgesehen sind.
 
Ziel der Richtlinie ist es, Greenwashing zu unterbinden und Verbraucherinnen und Verbraucher vor irreführenden Umweltversprechen zu schützen. Pauschale Begriffe wie „nachhaltig“ oder „umweltfreundlich“ sind unzulässig, sofern sie nicht durch eine anerkannte hervorragende Umweltleistung belegt werden. In der Praxis ist dies derzeit nur durch staatlich anerkannte Typ I Umweltzeichen, wie das EU Ecolabel oder den Blauen Engel, möglich.
 
„Die EmpCo trifft den Handel in einer besonders sensiblen Phase“, sagt Sönke Padberg, Geschäftsführer des BTE. „Dass es keine Übergangsfrist für bestehende und bereits georderte Ware gibt, erhöht den Zeitdruck für die Unternehmen erheblich.“
 
Etablierte Siegel wie OEKO TEX® Standard 100, GOTS oder GRS bleiben weiterhin zulässig, jedoch nur zur Beschreibung klar abgegrenzter Material  oder Prozesseigenschaften. Verboten sind zudem unternehmenseigene Nachhaltigkeitssiegel sowie irreführende Darstellungen durch textliche Umweltaussagen, Icons, Farben oder Bildwelten, die einen „grünen“ Gesamteindruck vermitteln. Auch Klimaversprechen unterliegen strengen Vorgaben. 
 
„Die EmpCo zwingt den Handel, die gesamte Nachhaltigkeits  und Marketingkommunikation kritisch zu überprüfen – online wie offline“, fügt Marika Hanschke, Referentin für Kreislaufwirtschaft, hinzu. „Der Handel muss nun schnellstmöglich tätig werden.“
 
Um rechtzeitig EmpCo konform zu sein, sollten Händler nun folgende Schritte einleiten: 

  1. Nachhaltigkeitskommunikation prüfen: Alle Aussagen im Onlineshop, auf Social Media, am POS sowie auf Verpackungen und Etiketten müssen geprüft werden. Allgemeine Begriffe (z.B. „nachhaltig“, „grün“) müssen angepasst und präzisiert werden. 
  2. Icons, Bilder und Designs auditieren: Natur Symbolik, grüne Icons und Bildsprache müssen auf implizite Umweltaussagen geprüft, ersetzt und gegebenenfalls vollständig aus der Kommunikation entfernt werden. 
  3. Produkt  und Unternehmenskommunikation in Bezug auf Klimaneutralität klar trennen: Produktbezogene Aussagen zu Klimaneutralität prüfen und strengstens vermeiden. Unternehmensaussagen, wie z.B. „klimaneutral bis 2045“, sind weiterhin unter konkreten Vorgaben möglich.
  4. Risiken und Prozesse strukturieren: Claim Guidelines entwickeln, Beleg- und Freigabeprozesse für Marketing und Produktdaten etablieren und Mitarbeitende im Marketing, Vertrieb und Handel schulen. 
  5. Bestandsware bewerten: Es muss geprüft werden, welche Ware von allgemeinen Umweltaussagen betroffen ist und ob eine Umetikettierung oder Zusatzinformationen am POS erforderlich sind.
  6. Wer jetzt strukturiert prüft und rechtzeitig nachschärft, reduziert rechtliche Risiken, Folgekosten und Reputationsschäden. Der BTE wird die Entwicklungen begleiten und den Handel weiter bei der Umsetzung unterstützen.
Quelle:

BTE Handelsverband Textil Schuhe Lederwaren