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21.01.2026

EU Konsultation: BTE für praktikable Ökodesign-Regeln

Mit Inkrafttreten der „Ecodesign for Sustainable Products Regulation“ (ESPR) setzte die Europäische Union (EU) bereits Mitte 2024 neue Maßstäbe für Produktanforderungen. Im ESPR-Arbeitsplan 2025-2030 hat die EU-Kommission Textilien als eine der ersten Produktkategorien priorisiert. Durch einen delegierten Rechtsakt werden derzeit spezifische Ökodesign-Kriterien für Textilien festgelegt, die voraussichtlich in zweiten Halbjahr 2027 von der EU-Kommission verabschiedet werden. Nach Angaben der EU-Kommission haben Unternehmen anschließend mindestens 18 Monate für die Umsetzung Zeit. Betroffen sind in erster Linie Hersteller und Inverkehrbringer von Textilien und Bekleidung und damit im gleichen Maße Handelsunternehmen mit Eigenmarken. 
 

Mit Inkrafttreten der „Ecodesign for Sustainable Products Regulation“ (ESPR) setzte die Europäische Union (EU) bereits Mitte 2024 neue Maßstäbe für Produktanforderungen. Im ESPR-Arbeitsplan 2025-2030 hat die EU-Kommission Textilien als eine der ersten Produktkategorien priorisiert. Durch einen delegierten Rechtsakt werden derzeit spezifische Ökodesign-Kriterien für Textilien festgelegt, die voraussichtlich in zweiten Halbjahr 2027 von der EU-Kommission verabschiedet werden. Nach Angaben der EU-Kommission haben Unternehmen anschließend mindestens 18 Monate für die Umsetzung Zeit. Betroffen sind in erster Linie Hersteller und Inverkehrbringer von Textilien und Bekleidung und damit im gleichen Maße Handelsunternehmen mit Eigenmarken. 
 
Als Vertreter des Textilhandels bringt der BTE sich in nationale und europäische Stakeholder-Konsultationsprozesse zu neuen Kriterien ein. Hierbei setzt der BTE gemeinsam mit weiteren Verbänden der Textil- und Handelsbranche deutliche Impulse für eine bürokratiearme und praxistaugliche Ausgestaltung. „Wir fordern außerdem eine verlängerte Umsetzungsfrist, da die vorgesehenen 18 Monate den komplexen Anforderungen sowie notwendigen Anpassungsprozessen in der Praxis nicht gerecht werden“, betont BTE-Hauptgeschäftsführer Rolf Pangels. 
 
Zuletzt nahm der BTE an einer EU-Konsultation teil, in der das Joint Research Centre (JRC) der EU-Kommission Ergebnisse einer vorbereitenden Studie vorstellte. Diese Studie dient als wissenschaftliche und technische Grundlage für die Entwicklung der Ökodesign-Kriterien. Der finale Abschluss der Studie wird für Mitte 2026 angestrebt. Dass neben zahlreichen kritischen Fragen und Kommentaren seitens der fast 400 teilnehmenden Stakeholder aus der EU der dringend benötigte Präzisierungsbedarf deutlich wurde, zeigt auch weiterhin die Notwendigkeit einer sorgfältigen Ausgestaltung. Unternehmen und Verbände, darunter auch der BTE, haben bis zum 23. März 2026 die Möglichkeit, die Studie zu kommentieren. 
 
Am 16. Januar 2026 stellte darüber hinaus das Umweltbundesamt (UBA) in Kooperation mit dem Öko-Institut, der Hochschule Niederrhein und der Hochschule Hof den Endbericht zur Studie zur Erarbeitung konkreter Ökodesign-Anforderungen für Textilien vor. Der Bericht wurde in enger Einbindung zahlreicher Stakeholder aus Wissenschaft, Wirtschaft und Verbänden, darunter auch der BTE, entwickelt. Die Studie wird zeitnah vom UBA veröffentlicht. 
 
Alle bisherigen Veranstaltungen haben deutlich gemacht, wie wichtig die frühzeitige Einbindung betroffener Unternehmen ist, um praxistaugliche Lösungen zu entwickeln. Daher plädiert der BTE für die Betrachtung verschiedener Fallszenarien sowie für einen Stufenplan, der Produktkategorien schrittweise einführt. Außerdem setzt sich der BTE für klare und für Verbraucher verständliche Kriterien ein. Weiterhin müssen alle festgelegten Ökodesign-Kriterien für alle Marktteilnehmer (z.B. auch Drittstaatenanbieter) gelten, damit ein fairer Wettbewerb gewährleistet ist. Zugleich ist entscheidend, dass die neuen Kriterien messbare Umweltwirkungen erzielen und nicht allein zusätzlichen Aufwand für regelkonforme Unternehmen erzeugen. „Daher braucht es Vorgaben, die von den Aufsichtsbehörden einfach zu kontrollieren sind und auf klar definierten Produktparametern beruhen“, fordert Pangels. „Wir werden die Ausgestaltung der Ökodesign-Kriterien weiterhin verfolgen und unsere Expertise in den Stakeholder-Konsultationsprozessen bereitstellen.“

Quelle:

Bundesverband des deutschen Textileinzelhandels e.V.