Aus der Branche

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22.06.2026

Klientelpolitik statt dringend notwendiger Arbeitszeitflexibilisierung

Südwesttextil fordert die Umsetzung der im Koalitionsvertrag versprochenen Arbeitszeitflexibilisierung ohne zwingende tarifvertragliche Regelung und kritisiert zusätzliche Bürokratie durch die geplante verpflichtende Arbeitszeiterfassung.

Die im Koalitionsvertrag angekündigte Einführung einer wöchentlichen statt einer täglichen Höchstarbeitszeit analog zur EU-Richtlinie soll im Entwurf des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales nur über tarifvertragliche Regelungen ermöglicht werden. Zudem soll das daran geknüpft werden, dass die Gesundheit der Arbeitnehmer*innen durch besondere Regelungen geschützt wird.

Südwesttextil kritisiert, dass diese Reform selbst bei tarifgebundenen Unternehmen die dringend benötigte Flexibilisierung unter die Bedingung der Zustimmung der Gewerkschaft stellt und nicht tarifgebundenen Arbeitgebern gar nicht zugutekommt.

Südwesttextil fordert die Umsetzung der im Koalitionsvertrag versprochenen Arbeitszeitflexibilisierung ohne zwingende tarifvertragliche Regelung und kritisiert zusätzliche Bürokratie durch die geplante verpflichtende Arbeitszeiterfassung.

Die im Koalitionsvertrag angekündigte Einführung einer wöchentlichen statt einer täglichen Höchstarbeitszeit analog zur EU-Richtlinie soll im Entwurf des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales nur über tarifvertragliche Regelungen ermöglicht werden. Zudem soll das daran geknüpft werden, dass die Gesundheit der Arbeitnehmer*innen durch besondere Regelungen geschützt wird.

Südwesttextil kritisiert, dass diese Reform selbst bei tarifgebundenen Unternehmen die dringend benötigte Flexibilisierung unter die Bedingung der Zustimmung der Gewerkschaft stellt und nicht tarifgebundenen Arbeitgebern gar nicht zugutekommt.

Die arbeitgeberseitige Forderung nach einer wöchentlichen Höchstarbeitszeit entspricht den Möglichkeiten der europäischen Arbeitszeitrichtlinie, die auf eine Wochenarbeitszeit auch ohne zwingende tarifvertragliche Regelung abstellt und von den Nachbarstaaten schon lange umgesetzt wurde. Europäische Wettbewerber nutzen diese Spielräume zur besseren Bewältigung von Auftragsspitzen, fördern die Vereinbarkeit von Beruf und Familie und schaffen Anreize für Beschäftigte, ihre Arbeitszeit auszuweiten.

„Der nun vorliegende Referentenentwurf verkennt in Zeiten einer gravierenden Wirtschaftskrise absolut notwendige Reformen und bleibt deutlich hinter den Zusagen des Koalitionsvertrags zurück. Er reiht sich ein in eine Klientelpolitik, die immer noch nicht verstanden hat, dass fehlende Wettbewerbsfähigkeit in Deutschland zur Deindustrialisierung und damit zum Verlust von Arbeitsplätzen führt“, erklärt Hauptgeschäftsführerin Edina Brenner.

Ebenso enthält der Entwurf die Verpflichtung der Unternehmen zur täglichen elektronischen Arbeitszeiterfassung. Von der Pflicht zur elektronischen und taggleichen Erfassung kann ebenfalls jeweils nur durch Tarifvertrag abgewichen werden. Vollständig ausgenommen werden Kleinbetriebe mit bis zu zehn Arbeitnehmern. Für kleinere Arbeitgeber mit weniger als 50 beziehungsweise weniger als 250 Arbeitnehmern sind lediglich verlängerte Umsetzungszeiträume vorgesehen. Dies schränkt die heute weit verbreitete und von Arbeitgebern wie Arbeitnehmern geschätzte Vertrauensarbeitszeit erheblich ein.

Der Wirtschafts- und Arbeitgeberverband hat die Flexibilisierung der Arbeitszeit bereits in einem Positionspapier Ende 2023 gefordert und dies mit Blick auf den Koalitionsvertrag der Bundesregierung in einem Positionspapier zur Stärkung des Arbeitsmarkts im April dieses Jahres bekräftigt.

„Während andere europäische Staaten ihren Unternehmen und Beschäftigten mehr Flexibilität ermöglichen, hält Deutschland an überholten Strukturen fest. Das verschlechtert die Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen und erschwert die Anpassung an moderne Arbeits- und Lebensrealitäten. Gleichzeitig wird mit der verpflichtenden elektronischen und taggleichen Arbeitszeiterfassung die heute vielfach gelebte Vertrauensarbeitszeit weiter erschwert. Statt mehr Flexibilität zu schaffen, werden den Unternehmen zusätzliche Dokumentationspflichten und Kosten auferlegt. Das ist das Gegenteil dessen, was die Bundesregierung den Betrieben im Koalitionsvertrag versprochen hat“, betont Edina Brenner.

Quelle:

Verband der Südwestdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie Südwesttextil e.V. 

22.06.2026

GKV-Finanzen: BVMed mahnt Perspektivwechsel an

Der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) mahnt in seiner Stellungnahme zum Gesetzentwurf des GKV-Beitragssatz-Stabilisierungsgesetzes einen Perspektivwechsel an – weg von kurzfristigen Sparmaßnahmen hin zu langfristigen Kosteneinsparungen durch Effizienzgewinne mit Hilfe von modernen Technologien. „Medizintechnologien steigern die Prozesseffizienz, ermöglichen Ambulantisierung, vermeiden stationäre Pflegebedarfe und stärken die Teilhabe von Patient:innen durch mehr Selbstständigkeit und Versorgung im häuslichen Umfeld. Die MedTech-Branche muss deshalb gestärkt, nicht geschwächt werden“, so BVMed-Geschäftsführer und Vorstandsmitglied Dr. Marc-Pierre Möll. 

Der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) mahnt in seiner Stellungnahme zum Gesetzentwurf des GKV-Beitragssatz-Stabilisierungsgesetzes einen Perspektivwechsel an – weg von kurzfristigen Sparmaßnahmen hin zu langfristigen Kosteneinsparungen durch Effizienzgewinne mit Hilfe von modernen Technologien. „Medizintechnologien steigern die Prozesseffizienz, ermöglichen Ambulantisierung, vermeiden stationäre Pflegebedarfe und stärken die Teilhabe von Patient:innen durch mehr Selbstständigkeit und Versorgung im häuslichen Umfeld. Die MedTech-Branche muss deshalb gestärkt, nicht geschwächt werden“, so BVMed-Geschäftsführer und Vorstandsmitglied Dr. Marc-Pierre Möll. 

„Die MedTech-Branche ist kein Kostenfaktor, sondern Teil der Lösung für die strukturellen Herausforderungen des Gesundheitssystems. Gerade vor dem Hintergrund des demografisch bedingt rückläufigen Versorgungspersonals ist sie ein zentraler Hebel, um das Versorgungsniveau zu sichern, Fachkräfte wirksam zu entlasten und Qualität sowie Wirtschaftlichkeit gleichermaßen zu stärken“, argumentiert der BVMed in seiner Stellungnahme. „Wer Beitragssatzstabilität ernsthaft erreichen will, darf MedTech daher nicht durch kurzsichtige Sparmaßnahmen schwächen, sondern muss Innovationen und ihren zielgerichteten Einsatz in der Versorgung politisch absichern.“

Die für die Branche problematischste Regelung sieht der BVMed im geplanten pauschalen Preisabschlag für Hilfsmittel. „Die Hilfsmittelversorgung ist durch ein enges Zusammenspiel von Produkt und Dienstleistung geprägt. Sie erfordert differenzierte Rahmenbedingungen, die dieser Versorgungsrealität gerecht werden“, heißt es in der Stellungnahme. Der BVMed schlägt daher die Streichung des pauschalen Preisabschlags für Hilfsmittel in Höhe von drei Prozent für die Jahre 2027 und 2028 vor. 

Der Alternativvorschlag des MedTech-Verbandes: „Um Preiskontinuität zu wahren, wäre ein grundsätzliches Festschreiben der Erstattungspreise auf Basis der Verträge nach § 127 SGB V für die Jahre 2027 und 2028 denkbar.“ Eine solche Maßnahme würde zur kurzfristigen Vergütungsstabilisierung beitragen, ohne gleichzeitig die wirtschaftliche Grundlage der Versorgungsstrukturen weiter zu schwächen, qualitative Einbußen in der Patient:innenversorgung zu riskieren und insbesondere kleine und mittelständige Leistungserbringer zu belasten.

Dr. Marc-Pierre Möll: „Beitragssatzstabilisierung darf nicht nur einseitig zulasten von Versorgung, Innovation und Qualität erfolgen, sondern muss strukturelle Ursachen adressieren und so nachhaltig ausgestaltet werden.“

Quelle:

Bundesverband Medizintechnologie BVMed

Ende April fand in Izmir das zweite Präsenztreffen des Projekts Skills4Circularity statt. Während des Treffens wurden wichtige Grundlagen für die Entwicklung der künftigen Trainingsmodule erarbeitet. (c) IVGT
Ende April fand in Izmir das zweite Präsenztreffen des Projekts Skills4Circularity statt. Während des Treffens wurden wichtige Grundlagen für die Entwicklung der künftigen Trainingsmodule erarbeitet.
22.06.2026

IVGT beteiligt sich an EU-Projekt Skills4Circularity

Neue Kompetenzen für Kreislaufwirtschaft und Digitalisierung
Recycling, Rückverfolgbarkeit, Ökodesign und Digitalisierung zählen zu den zentralen Zukunftsthemen der europäischen Textilindustrie. Welche Kompetenzen dafür benötigt werden, untersucht das Erasmus+-Projekt Skills4Circularity mit 21 Partnern aus zwölf Ländern. 

Skills4Circularity ist ein Erasmus+-Projekt mit 21 Partnern aus zwölf Ländern. Ziel ist es, die europäische Textilindustrie durch neue Qualifizierungsangebote auf die Herausforderungen von Kreislaufwirtschaft, Recycling, Rückverfolgbarkeit und Digitalisierung vorzubereiten. Der IVGT beteiligt sich als deutscher Branchenpartner. Das Projekt läuft von November 2025 bis Oktober 2029 und entwickelt unter anderem Trainingsmodule, MOOCs, Masterclasses sowie ein europäisches Textile Skills Observatory.

Neue Kompetenzen für Kreislaufwirtschaft und Digitalisierung
Recycling, Rückverfolgbarkeit, Ökodesign und Digitalisierung zählen zu den zentralen Zukunftsthemen der europäischen Textilindustrie. Welche Kompetenzen dafür benötigt werden, untersucht das Erasmus+-Projekt Skills4Circularity mit 21 Partnern aus zwölf Ländern. 

Skills4Circularity ist ein Erasmus+-Projekt mit 21 Partnern aus zwölf Ländern. Ziel ist es, die europäische Textilindustrie durch neue Qualifizierungsangebote auf die Herausforderungen von Kreislaufwirtschaft, Recycling, Rückverfolgbarkeit und Digitalisierung vorzubereiten. Der IVGT beteiligt sich als deutscher Branchenpartner. Das Projekt läuft von November 2025 bis Oktober 2029 und entwickelt unter anderem Trainingsmodule, MOOCs, Masterclasses sowie ein europäisches Textile Skills Observatory.

Ziel des Projekts ist es, Kompetenzlücken zu identifizieren und darauf aufbauend passgenaue Weiterbildungsangebote für die textile Kreislaufwirtschaft zu entwickeln.Grundlage bilden eine europaweite Unternehmensbefragung mit 183 Teilnehmenden aus zwölf Ländern, 22 Experteninterviews sowie die KI-gestützte Analyse von 313 Stellenanzeigen in elf Ländern. Die Ergebnisse zeigen deutlich: Die größten Herausforderungen der Branche liegen weniger in fehlenden Technologien als vielmehr in fehlenden Kompetenzen. Besonders gefragt sind Kenntnisse zu regulatorischen Anforderungen, Kreislaufwirtschaft, Lebenszyklusanalysen (LCA), Datenmanagement und Prozessintegration. Auch Rückverfolgbarkeit, Materialsortierung und nachhaltige Produktionsverfahren zählen zu den wichtigsten Kompetenzfeldern der Branche.

Nachhaltigkeit braucht systemisches Denken
Die Analyse verdeutlicht zudem, dass Nachhaltigkeit, Kreislaufwirtschaft und technologische Innovation zwar unabhängig von der Unternehmensgröße als strategische Ziele anerkannt werden, ihre Umsetzung jedoch häufig schrittweise und isoliert erfolgt. Maßnahmen werden vielfach noch nicht als Teil einer ganzheitlichen Transformationsstrategie betrachtet.

Dabei zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den Unternehmensgrößen. Große Unternehmen verfügen über umfangreiche technologische und organisatorische Ressourcen, stehen jedoch unter hohem Regulierungs- und Transformationsdruck. Mittelständische Unternehmen treiben vielfach die funktionale und nachhaltige Weiterentwicklung von Textilien voran, werden jedoch häufig durch wirtschaftliche Rahmenbedingungen und Kundenanforderungen begrenzt. Kleine Unternehmen punkten zwar mit hoher Flexibilität, verfügen jedoch nur über geringere technologische Kapazitäten. Kleinstunternehmen agieren oft als innovative Nischenanbieter, sind dabei aber besonders stark von Kooperationen und stabilen Marktbedingungen abhängig.

Als zentrales Ergebnis der Untersuchungen wurde deutlich, dass die größten Hindernisse für die Umsetzung von Kreislaufwirtschaftskonzepten nicht in einem mangelnden Problembewusstsein liegen. Vielmehr sind Qualifikationsdefizite, eine unzureichende Verknüpfung von Prozessen über den gesamten Produktlebenszyklus, fehlende Datenstandards sowie eine oftmals unzureichende Koordination entlang der Wertschöpfungskette ausschlaggebend. Besonders ausgeprägt ist der Bedarf an Fachwissen, um die zunehmenden EU-Vorgaben und Nachhaltigkeitsanforderungen in die betriebliche Praxis zu übertragen.

Die Untersuchung zeigt zudem, dass Recycling, Ökodesign und nachhaltige Produktion in vielen Unternehmen noch nicht ausreichend miteinander verzahnt sind. Zudem werden Recyclingprozesse häufig extern organisiert und erst am Ende des Produktlebenszyklus berücksichtigt. Ökodesign wird zwar zunehmend in der Produktentwicklung aufgegriffen, ist jedoch selten fest in standardisierte Entwicklungsprozesse integriert. Nachhaltige Produktionsmaßnahmen konzentrieren sich vielfach auf Ressourceneffizienz und Prozessoptimierung, ohne systematisch mit Kreislaufstrategien verknüpft zu sein. Dadurch bleiben Potenziale für eine lebenszyklusorientierte Optimierung von Materialien, Produkten und Prozessen vielfach ungenutzt.

Drei Trainingsmodule für die textile Transformation
Auf Basis der Analyseergebnisse entwickelt Skills4Circularity nun drei praxisorientierte Trainingsmodule zu den Themen Recyclingtechnologien, Ökodesign für die Kreislaufwirtschaft und nachhaltige Produktion.

Das Modul „Recyclingtechnologien“ vermittelt Kenntnisse zu gesetzlichen Anforderungen, Materialsortierung und der Aufbereitung von Textilabfällen. Ziel ist es, Unternehmen dabei zu unterstützen, Recyclingprozesse besser zu strukturieren und die Zusammenarbeit entlang der Recycling-Wertschöpfungskette zu verbessern.

Im Modul „Ökodesign für die Kreislaufwirtschaft“ stehen regulatorische Anforderungen, Ökobilanzierung sowie Rückverfolgbarkeitssysteme im Mittelpunkt. Die Teilnehmenden sollen befähigt werden, Circular-Design-Prinzipien systematisch in die Produktentwicklung zu integrieren und die Voraussetzungen für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft bereits in frühen Entwicklungsphasen zu schaffen.

Das dritte Modul widmet sich der nachhaltigen Produktion. Schwerpunkte sind ressourceneffiziente und abfallarme Produktionsprozesse sowie die organisatorische Verankerung von Nachhaltigkeitszielen im Unternehmen. Dabei geht es insbesondere darum, Produktionsprozesse stärker mit Kreislaufstrategien und Recyclingansätzen zu verknüpfen.

Mit diesen Qualifizierungsangeboten will Skills4Circularity die europäische Textilindustrie dabei unterstützen, Kreislaufwirtschaft, Digitalisierung und Nachhaltigkeit stärker in die betriebliche Praxis zu integrieren. Weiterbildung wird damit zu einem entscheidenden Erfolgsfaktor für die Transformation der Branche. 

Weitere Informationen:
IVGT EU-Projekt Skills4Circularity Erasmus+
Quelle:

IVGT

Präsidium der Bremer Baumwollbörse: Präsident Fritz A. Grobien und die Vizepräsidenten Stephanie Silber, Jean-Paul Haessig, Jens D. Lukaczik (v.l.n.r.) (c) Bremer Baumwollbörse
Präsidium der Bremer Baumwollbörse: Präsident Fritz A. Grobien und die Vizepräsidenten Stephanie Silber, Jean-Paul Haessig, Jens D. Lukaczik (v.l.n.r.)
22.06.2026

Bremer Baumwollbörse: Fritz A. Grobien als Präsident wiedergewählt

Die 152. ordentliche Generalversammlung der Bremer Baumwollbörse am 18. Juni 2026 setzte wichtige Impulse für die zukünftige Ausrichtung des Verbandes. Geopolitische Entwicklungen und wirtschaftliche Unsicherheiten prägten die Vorträge und Diskussionen. Mit den turnusmäßigen Wahlen von Präsidium und Vorstand wurden wichtige personelle Weichen für die kommenden Jahre gestellt. Die Mitglieder genehmigten die Rechnungsablage, nahmen den Jahresbericht für das Geschäftsjahr 2025 entgegen und entlasteten Vorstand und Geschäftsführung einstimmig. Mit der Wiederwahl von Fritz A. Grobien zum Präsidenten bekräftigte die Bremer Baumwollbörse ihren Anspruch, die Interessen der internationalen Faser- und Rohstoffwirtschaft auch künftig aktiv mitzugestalten.

Die 152. ordentliche Generalversammlung der Bremer Baumwollbörse am 18. Juni 2026 setzte wichtige Impulse für die zukünftige Ausrichtung des Verbandes. Geopolitische Entwicklungen und wirtschaftliche Unsicherheiten prägten die Vorträge und Diskussionen. Mit den turnusmäßigen Wahlen von Präsidium und Vorstand wurden wichtige personelle Weichen für die kommenden Jahre gestellt. Die Mitglieder genehmigten die Rechnungsablage, nahmen den Jahresbericht für das Geschäftsjahr 2025 entgegen und entlasteten Vorstand und Geschäftsführung einstimmig. Mit der Wiederwahl von Fritz A. Grobien zum Präsidenten bekräftigte die Bremer Baumwollbörse ihren Anspruch, die Interessen der internationalen Faser- und Rohstoffwirtschaft auch künftig aktiv mitzugestalten.

„Die Bremer Baumwollbörse steht seit Generationen für unabhängige Qualitätsbewertung, internationale Vernetzung und die außergerichtliche Beilegung von Streitfällen im Baumwollhandel. Diese Kompetenz macht uns zu einem verlässlichen Orientierungspunkt für die globale Baumwollwirtschaft. Wir wollen und müssen sichtbar bleiben – Baumwolle braucht eine starke Präsenz im Markt. Bremen bleibt ein Ort, an dem Wissen, Marktverständnis und internationale Zusammenarbeit zusammenkommen“, sagte Grobien nach seiner Wiederwahl.

Mit großem Dank verabschiedete die Generalversammlung Ehrenpräsident Wolfgang Vogt Jordan aus seiner aktiven Mitarbeit. Nach jahrzehntelangem Engagement für die Bremer Baumwollbörse, in unterschiedlichen Funktionen z. B. als Präsident und Vizepräsident der Bremer Baumwollbörse und zuletzt lange Jahre Mitglied des Finanzausschusses, würdigten Präsidium und Mitglieder seine Verdienste um den Verband und die internationale Baumwollwirtschaft. 

Blick über den Tellerrand
Für einen spannenden Blick über den Tellerrand sorgte Gastredner Dr. Tim Nesemann, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Bremen. Der promovierte Mathematiker und Diplom-Kaufmann prägt die Entwicklung des Instituts seit Jahrzehnten: Nach seinem Eintritt 1995 führte ihn sein Weg 2004 in den Vorstand, dessen Vorsitz er seit 2009 innehat. Dr. Nesemann beleuchtete die aktuellen geopolitischen Spannungen und ihre Auswirkungen auf Banken, Unternehmen sowie die deutsche und europäische Industrie. Zölle, gestörte Lieferketten und steigende Finanzierungskosten würden Unternehmen ebenso belasten wie die anhaltende konjunkturelle Schwäche in Deutschland sowie der wirtschaftliche Druck auf Europa. Gleichzeitig nähmen die Risiken für Banken zu, während regulatorische Vorgaben Sanierungsprozesse erschwerten.

Als besondere Herausforderungen nannte er Cyberkriminalität, Angriffe auf kritische Infrastrukturen sowie die zunehmenden Abhängigkeiten durch Digitalisierung und Künstliche Intelligenz. Chancen sieht Nesemann unter anderem in Handelsabkommen wie Mercosur, warnte jedoch gleichzeitig vor den Folgen politischer Polarisierung und des Erstarkens radikaler Kräfte in Europa. Sein Fazit: Wer Veränderungen frühzeitig erkennt, Verantwortung übernimmt und Chancen nutzt, kann gestärkt aus Krisen hervorgehen. Darin liege die gemeinsame Aufgabe von Wirtschaft, Politik und Gesellschaft.

Das aktuelle Präsidium und Vorstand der Bremer Baumwollbörse
Fritz A. Grobien wird als Präsident die Bremer Baumwollbörse auch zukünftig repräsentieren und deren Entwicklung maßgeblich begleiten. Der Bremer Kaufmann und Baumwollexperte verfügt über jahrzehntelange internationale Branchenerfahrung und war bereits mehrfach Präsident der Bremer Baumwollbörse. Zudem engagierte er sich als Vizepräsident der Organisation sowie als Präsident der International Cotton Association in Liverpool. Mit seinem Wirken trug er maßgeblich zur engen Zusammenarbeit zwischen Bremen und Liverpool bei, aus der unter anderem die heutige ICA Bremen GmbH hervorging. ICA Bremen ist ein internationales Kompetenzzentrum für Baumwollprüfung, Forschung, Qualitätsschulungen und Zertifizierung.

Die ICA Bremen GmbH wurde im Oktober 2011 gegründet und vereint seither die globale Präsenz der International Cotton Association (ICA) mit der Fachkompetenz der Bremer Baumwollbörse (BBB) und des Bremer Faserinstituts (FIBRE).

Vizepräsidenten wurden erneut Jean-Paul Haessig, Direktor des in Ho-Chi-Minh-Stadt, Vietnam, und Singapur ansässigen Handelsunternehmens Asian Cotton Traders Pte. Ltd., sowie Stephanie Silber, Geschäftsführerin der Otto Stadtlander GmbH, Bremen, und Jens D. Lukaczik, geschäftsführender Gesellschafter des Serviceunternehmens Cargo Control Germany GmbH & Co. KG, Bremen.

Das neu gewählte Präsidium und der Vorstand der Bremer Baumwollbörse auf einen Blick

Präsidium: 

  • Präsident Fritz A. Grobien, Albrecht, Müller-Pearse & Co. Trade (GmbH & Co.) KG, Bremen (Deutschland)
  • Vizepräsident Jean-Paul Haessig, Asian Cotton Traders Pte. Ltd., Ho-Chi-Minh-Stadt (Vietnam)/Singapur
  • Vizepräsident Jens D. Lukaczik, Cargo Control Germany GmbH & Co. KG, Bremen (Deutschland)
  • Vizepräsidentin Stephanie Silber, Otto Stadtlander GmbH, Bremen (Deutschland)

Vorstand

  • Hannes Drolle, Getzner Textil AG, Bludenz (Österreich)
  • Ernst Grimmelt, Velener Textil GmbH, Velen (Deutschland)
  • Carl Illi, CWC Textil AG, Zürich (Schweiz)
  • Jan Kettelhack, Hch. Kettelhack GmbH & Co. KG, Rheine (Deutschland)
  • Roland Stelzer, Gebr. Elmer & Zweifel GmbH & Co., Bempflingen (Deutschland)
  • Axel Trede, Cotton Service International GmbH, Bremen (Deutschland)
  • Wieder gewählt: Dr. Uwe Mazura, Gesamtverband der deutschen Textil- und Modeindustrie e.V., Berlin (Deutschland)
  • Wieder gewählt: Konrad Schröer, SETEX-Textil-GmbH, Hamminkeln-Dingden (Deutschland)

Beratendes Vorstandsmitglied:

  • Manfred Kern, Vereinigung Textilindustrie (VTI), Wien (Österreich)

Die ehrenamtlich tätigen Mitglieder von Vorstand und Präsidium repräsentieren Unternehmen aus allen Bereichen der Baumwollbeschaffungskette – vom Handel über die Verarbeitung bis hin zu spezialisierten Dienstleistern. Diese Vielfalt verleiht dem Verband ein breit gefächertes Kompetenznetzwerk und eröffnet Zugang zu wertvollen globalen Informationsressourcen innerhalb der internationalen Baumwoll- und Textilwirtschaft.

Über eine Berücksichtigung der Pressemeldung in Ihrem Medium würden wir uns freuen. Für Nachfragen stehen wir jederzeit zur Verfügung. Gern vermitteln wir auch ein Interview mit unserem Präsidenten zu von Ihnen gewünschten Themen.

22.06.2026

BTE gibt Handreichung für den Handel zum Vernichtungsverbot heraus

Am 19. Juli 2026 trat gemäß der EU-Ökodesign-Verordnung (EU) 2024/1781 (ESPR) ein verbindliches Vernichtungsverbot für unverkaufte Bekleidung, Bekleidungsaccessoires und Schuhe in Kraft. Unternehmen dürfen Überbestände, Retouren und Saisonware künftig nicht mehr einfach entsorgen – auch dann nicht, wenn ein Weiterverkauf wirtschaftlich unattraktiv erscheint. Im Fokus steht dabei nicht mehr nur das Produktdesign, sondern zunehmend auch der Umgang mit Produkten am Ende ihrer ersten Nutzungsphase. Politisch wird die Debatte insbesondere von drei zentralen Herausforderungen geprägt: Überproduktion, Retourenvernichtung und ineffiziente Warenkreisläufe.

Der Gesetzgeber fordert damit einen grundlegenden Perspektivwechsel im Umgang mit Mode – weg von der Entsorgung als Standardlösung, hin zu aktiver Zweitvermarktung, Spenden und Wiederverwendung. Ausnahmen sind nur in eng definierten Fällen zulässig und erfordern den Nachweis, dass alle Alternativen sorgfältig geprüft wurden. Die Regelung gilt zunächst für große Unternehmen, ab dem 19. Juli 2030 wird sie auf mittlere Unternehmen ausgeweitet.

Am 19. Juli 2026 trat gemäß der EU-Ökodesign-Verordnung (EU) 2024/1781 (ESPR) ein verbindliches Vernichtungsverbot für unverkaufte Bekleidung, Bekleidungsaccessoires und Schuhe in Kraft. Unternehmen dürfen Überbestände, Retouren und Saisonware künftig nicht mehr einfach entsorgen – auch dann nicht, wenn ein Weiterverkauf wirtschaftlich unattraktiv erscheint. Im Fokus steht dabei nicht mehr nur das Produktdesign, sondern zunehmend auch der Umgang mit Produkten am Ende ihrer ersten Nutzungsphase. Politisch wird die Debatte insbesondere von drei zentralen Herausforderungen geprägt: Überproduktion, Retourenvernichtung und ineffiziente Warenkreisläufe.

Der Gesetzgeber fordert damit einen grundlegenden Perspektivwechsel im Umgang mit Mode – weg von der Entsorgung als Standardlösung, hin zu aktiver Zweitvermarktung, Spenden und Wiederverwendung. Ausnahmen sind nur in eng definierten Fällen zulässig und erfordern den Nachweis, dass alle Alternativen sorgfältig geprüft wurden. Die Regelung gilt zunächst für große Unternehmen, ab dem 19. Juli 2030 wird sie auf mittlere Unternehmen ausgeweitet.

Vor diesem Hintergrund stellt der BTE dem Handel eine Handreichung zur Verfügung. Ziel ist es, Unternehmen frühzeitig bei der Anpassung ihrer Geschäftsstrukturen und im Bereich Nachhaltigkeit zu unterstützen. Die Handreichung erläutert, welche Unternehmen betroffen sind, welche Maßnahmen vorgesehen sind und wie die Umsetzung erfolgen kann. Zudem zeigt sie auf, wie sich betroffene Unternehmen gezielt auf das Vernichtungsverbot vorbereiten können. Die Handreichung ist ab sofort unter hanschke@bte.de erhältlich.

Der BTE wird auch weiterhin über Neuerungen und geplante Maßnahmen informieren und den Handel bei der Umsetzung begleiten.

Quelle:

BTE Handelsverband Textil Schuhe Lederwaren

Andreas Unger zeigt, wie man Kunden-App, CRM-Daten und Punkteprogramm zur digitalen Kaufaktivierung nutzt. Foto via ITE GmbH
Andreas Unger
17.06.2026

Vom Bon zum Bonus: Wie Loyalty-Punkte Wiederkäufe auslösen

Im Fachhandel ist es deutlich leichter, bestehenden (Stamm)Kunden mehr oder öfter etwas zu verkaufen als Neukunden zu gewinnen. Im BTE-Webinar „Vom Bon zum Bonus: Wie Loyalty-Punkte Wiederkäufe auslösen“ zeigt Andreas Unger vom BTE-KompetenzPartner Hutter & Unger am 1. Juli, von 10.00 bis 10.45 Uhr, wie Fachhändler mit Kunden-App, digitalem Punkteprogramm und CRM-Daten ihre Kundenbindung gezielt stärken und Wiederkäufe aktivieren können. 

Im Mittelpunkt stehen praxisnahe Ansätze aus dem stationären Handel - vom digitalen Kundenkonto über Punkte- und Statuslogiken bis hin zu automatisierten Kampagnen, Push-Nachrichten, Gutscheinen und messbaren Kaufimpulsen.

Das Webinar richtet sich an Händler, die Kundenbindung nicht nur als Service verstehen, sondern als konkreten Umsatzhebel nutzen möchten. Im Anschluss gibt es Zeit für Fragen und Diskussion.

Hinweis: Die Teilnahme am BTE-Webinar ist kostenfrei. Interessenten melden sich direkt an per E-Mail an seminare@hutter-unger.de.

Im Fachhandel ist es deutlich leichter, bestehenden (Stamm)Kunden mehr oder öfter etwas zu verkaufen als Neukunden zu gewinnen. Im BTE-Webinar „Vom Bon zum Bonus: Wie Loyalty-Punkte Wiederkäufe auslösen“ zeigt Andreas Unger vom BTE-KompetenzPartner Hutter & Unger am 1. Juli, von 10.00 bis 10.45 Uhr, wie Fachhändler mit Kunden-App, digitalem Punkteprogramm und CRM-Daten ihre Kundenbindung gezielt stärken und Wiederkäufe aktivieren können. 

Im Mittelpunkt stehen praxisnahe Ansätze aus dem stationären Handel - vom digitalen Kundenkonto über Punkte- und Statuslogiken bis hin zu automatisierten Kampagnen, Push-Nachrichten, Gutscheinen und messbaren Kaufimpulsen.

Das Webinar richtet sich an Händler, die Kundenbindung nicht nur als Service verstehen, sondern als konkreten Umsatzhebel nutzen möchten. Im Anschluss gibt es Zeit für Fragen und Diskussion.

Hinweis: Die Teilnahme am BTE-Webinar ist kostenfrei. Interessenten melden sich direkt an per E-Mail an seminare@hutter-unger.de.

Weitere Informationen:
Kundenbindung BTE-Webinar
Quelle:

ITE GmbH

Moderatoren und Referenten des BVMed-Rechtssymposiums: Ulrich Juknat, Dr. Katja Marx, Dr. Angela Graf, Dr. Marc-Pierre Möll (v.l.n.r.) (c) Bundesverband Medizintechnologie BVMed
Moderatoren und Referenten des BVMed-Rechtssymposiums: Ulrich Juknat, Dr. Katja Marx, Dr. Angela Graf, Dr. Marc-Pierre Möll (v.l.n.r.)
17.06.2026

EU-Medizinprodukte-Verordnung: Schnellerer Zugang zu Innovationen gefordert

Die Bundesregierung setzt sich bei der aktuell diskutierten   Reform der EU-Medizinprodukte-Verordnung (MDR) für einen schnelleren Zugang zu Innovationen und Medizinprodukten zur Behandlung seltener Erkrankungen ein. Das sagte Dr. Jana Knauer vom Bundesgesundheitsministerium (BMG) auf dem Rechtssymposium des Bundesverbandes Medizintechnologie (BVMed) in Berlin. „Eine zügige Verabschiedung und Implementierung der MDR-Reform ist zentral, um ein innovationsfreundliches Klima für die MedTech-Branche in Europa zu schaffen und die Wettbewerbsfähigkeit wieder zu verbessern“, so BVMed-Geschäftsführer Dr. Marc-Pierre Möll. Um die Rahmenbedingungen für die MedTech-Branche zu verbessern, verwies BMG-Expertin Knauer zudem auf die anstehende Pharma- und MedTech-Strategie, die in der zweiten Jahreshälfte im Bundeskabinett verabschiedet werden soll.

Die Bundesregierung setzt sich bei der aktuell diskutierten   Reform der EU-Medizinprodukte-Verordnung (MDR) für einen schnelleren Zugang zu Innovationen und Medizinprodukten zur Behandlung seltener Erkrankungen ein. Das sagte Dr. Jana Knauer vom Bundesgesundheitsministerium (BMG) auf dem Rechtssymposium des Bundesverbandes Medizintechnologie (BVMed) in Berlin. „Eine zügige Verabschiedung und Implementierung der MDR-Reform ist zentral, um ein innovationsfreundliches Klima für die MedTech-Branche in Europa zu schaffen und die Wettbewerbsfähigkeit wieder zu verbessern“, so BVMed-Geschäftsführer Dr. Marc-Pierre Möll. Um die Rahmenbedingungen für die MedTech-Branche zu verbessern, verwies BMG-Expertin Knauer zudem auf die anstehende Pharma- und MedTech-Strategie, die in der zweiten Jahreshälfte im Bundeskabinett verabschiedet werden soll.

Dr. Jana Knauer, Stellvertretende Referatsleiterin Medizinproduktesicherheit im BMG, verwies in ihrem Einführungsvortrag auf die gemeinsame Initiative von Deutschland und Frankreich aus dem Jahr 2024. Beide Länder setzen sich gemeinsam insbesondere für Bürokratieabbau, Zentralisierung europäischer Verwaltungsaufgaben sowie vorhersehbare und ausgewogene Zertifizierungsverfahren ein. Wichtig sei auch die Berücksichtigung der besonderen Anforderungen an Medizinprodukte für seltene Erkrankungen und vulnerable Patient:innengruppen sowie die Einführung spezieller Verfahren für Innovationen. 

Der MDR-Reformvorschlag der EU-Kommission vom Dezember 2025 wird vom BMG grundsätzlich begrüßt. „Wir unterstützen die zentralen Ziele dieser Reform“, so Knauer. „Wir brauchen vor allem mehr Planbarkeit für alle Beteiligten sowie einen schnelleren Zugang zu Innovationen und Medizinprodukten zur Behandlung seltener Erkrankungen.“ Das BMG setze sich für ausgewogene und tragfähige Lösungen sein, „die die angestrebten Ziele tatsächlich erreichen und zugleich das Patientenschutzniveau wahren“. Im Detail erwartet Knauer „schwierige Verhandlungen im Rat und im EU-Parlament“, aber sie sei optimistisch, dass es zu einem zügigen Abschluss der Verhandlungen komme. Dies sei allein vor dem Hintergrund des Endes der Übergangsbestimmungen für Hochrisikoprodukte Ende 2027 wichtig. „Wir sind deshalb für die Priorisierung von besonders effektiven Maßnahmen“, so die BMG-Expertin. 

BVMed-Geschäftsführer und Vorstandsmitglied Dr. Marc-Pierre Möll begrüßte in seinem Eingangsstatement, dass die MedTech-Branche im Koalitionsvertrag der Bundesregierung als Leitwirtschaft anerkannt sei und gleichberechtigt in den Pharma-Dialog der Bundesregierung aufgenommen wurde. Im Pharma- und MedTech-Dialog werden die Rahmenbedingungen für die Branche ressortübergreifend und in sechs Arbeitsgruppen diskutiert. 

„Für uns war die Einbeziehung der Medizintechnik-Branche sehr wichtig“, so Dr. Jana Knauer vom BMG. Ziel des Dialogs sei es, die Rahmenbedingungen für die medizintechnische Branche in Deutschland zu verbessern. Zum aktuellen Stand des Prozesses sagte Knauer: „Wir schauen uns alle Stellungnahmen an und entwickeln daraus konkrete Handlungsempfehlungen für die gemeinsame Pharma- und MedTech-Strategie. Der Kabinettsbeschluss und die Umsetzung sind für die zweite Jahreshälfte 2026 geplant.“

Überblick über die geplanten MDR-Änderungen
„Eine wegweisende Reform des Medizinprodukterechts ist möglich“, zeigte sich Rechtsanwältin Dr. Angela Graf von Dr. Fandrich Rechtsanwälte optimistisch, dass die MDR-Reform gelingt. Die derzeit diskutierten Vorschläge bieten „Potenzial für spürbare Entlastungen der MedTech-Industrie“. Jetzt seien zügige Verhandlungen und eine schnelle Implementierung elementar, um die Zielsetzungen zu erreichen. „Details der Regelungen und der Umsetzung werden für den Erfolg der Maßnahmen entscheidend sein“, so Graf. Durch die MDR habe sich Regulatorik als Gefahr für die Patient:innenversorgung erwiesen. Als Beispiele nannte Graf initiale Kapazitätsengpässe bei Benannten Stellen, Produktengpässe durch hohe regulatorische Hürden sowie den Rückzug von Produkten bzw. Herstellern. 

Drei Themen sieht Graf bei den Reformvorschlägen der EU-Kommission im Fokus: die Klinische Bewertung von Medizinprodukten, Well-established Technologies (WET) sowie Benannte Stellen und Zertifikate.

Klinische Bewertung: Für Produkte, die dem Produkt, das einer Konformitätsbewertung unterzogen wird, gleichwertig sind, liegen häufig klinische Daten vor. Um die Bedingungen, unter denen Hersteller Gleichwertigkeit geltend machen können, flexibler zu gestalten, sollte die MDR-Anforderung, einen Vertrag mit dem Hersteller des gleichwertigen Produkts abzuschließen, der Zugang zu dessen technischer Dokumentation gewährt, gestrichen und die Gleichwertigkeitskriterien angepasst werden.

Well-established technologies (WET): Der Reformvorschlag sieht die Einführung einer Legaldefinition und eine Ermächtigungsgrundlage zur Erweiterung der Liste von Produkten vor. Anpassungen soll es bereits vor Abschluss der MDR-Revision geben. Für WET-Implantate sollen zudem keine Implantationsausweise erforderlich sein. 

Benannte Stellen, Konformitätsbewertungsverfahren und Zertifikate: Die aktuelle Durchführungsverordnung 2026/977 nimmt bereits einige Inhalte der Reform vorweg und fokussiert auf Benannte Stellen. Weitere Anpassungen folgen dann im Zuge der MDR-Revision, insbesondere die gesetzliche Verankerung eines strukturierten Dialogs sowie erhebliche Gebührensenkungen. Bei den Zertifikaten soll die bisher gültige maximale Gültigkeitsdauer von fünf Jahren entfallen. Statt einer Re-Zertifizierung sollen alle Benannte Stellen risikoadäquate periodische Überprüfungen durchführen, solange die Bescheinigungen gültig sind. Die Bewertung der Technischen Dokumentation soll bei geringem und mittlerem Risiko in größerem Umfang als bisher auf repräsentative Produkte begrenzt werden. In begründeten Fällen sind Remote-Audits möglich. Überwachungsaudits soll es nur alle zwei Jahre geben.

BVMed-Bewertung der MDR-Reform
Aus Sicht des BVMed enthält der Kommissionsvorschlag zentrale und dringend notwendige Maßnahmen, um die Funktionsfähigkeit des europäischen Marktes sicherzustellen sowie Innovationshemmnisse, administrative Lasten und Unsicherheiten im aktuellen System zu reduzieren und damit die Versorgungssicherheit zu stärken.

Positiv sind für den BVMed insbesondere die deutliche Vereinfachung des Rechtsrahmens, die Regelungen zum Bürokratieabbau, die Abschaffung der fünfjährigen Rezertifizierung, neue Verfahren für „bahnbrechende Medizinprodukte“ („Breakthrough Devices“) und Medizinprodukte für seltene Erkrankungen („Orphan Devices“) sowie die Verbesserung der internationalen Zusammenarbeit.

16.06.2026

CIRCULARITY Germany vergütet Textilabfall mit Rabatten auf Neuware

Der Textilrecycler sucht Unternehmen, die bereit sind, ihre Textilabfälle recyceln zu lassen und bietet im Gegenzug an, produzierte Textilien aus recycelten Rohstoffen preisreduziert zu kaufen.

CIRCULARITY Germany ist ein spezialisierter Hersteller besonders nachhaltiger und CO2-reduzierter Bekleidung. Sämtliche Produkte bestehen zu 100% aus recyceltem Material, verursachen bis zu 85% weniger CO2 und können erneut recycelt werden.

Zu den Standards gehören T-Shirts, Poloshirts, Sweatshirts, Hoodies, Jogginghosen, Unterwäsche, Oberhemden und Blusen, Kittel, Schürzen, Handtücher, Küchentücher und Putztücher, Socken und Strickhandschuhe, die allesamt nur von Spezialisten als Recyclingprodukte identifiziert werden können.

Bestehende Versorgungspartner wie Großhändler, Textildrucker und Textilwäschereien werden in die Kreislaufprozesse einbezogen und entwickeln im Team Materialkreisläufe fort.

Der Textilrecycler sucht Unternehmen, die bereit sind, ihre Textilabfälle recyceln zu lassen und bietet im Gegenzug an, produzierte Textilien aus recycelten Rohstoffen preisreduziert zu kaufen.

CIRCULARITY Germany ist ein spezialisierter Hersteller besonders nachhaltiger und CO2-reduzierter Bekleidung. Sämtliche Produkte bestehen zu 100% aus recyceltem Material, verursachen bis zu 85% weniger CO2 und können erneut recycelt werden.

Zu den Standards gehören T-Shirts, Poloshirts, Sweatshirts, Hoodies, Jogginghosen, Unterwäsche, Oberhemden und Blusen, Kittel, Schürzen, Handtücher, Küchentücher und Putztücher, Socken und Strickhandschuhe, die allesamt nur von Spezialisten als Recyclingprodukte identifiziert werden können.

Bestehende Versorgungspartner wie Großhändler, Textildrucker und Textilwäschereien werden in die Kreislaufprozesse einbezogen und entwickeln im Team Materialkreisläufe fort.

Die Lösungen von Circularity Germany bieten insbesondere dort Mehrwert, wo in der öffentlichen Hand größere Mengen an Berufs- und Mitarbeitenden-Kleidung beschafft, regelmäßig ersetzt und zugleich Nachhaltigkeits- bzw. Kreislaufwirtschaftsziele verfolgt werden. Durch textile Rücknahme- und Recyclingkonzepte können öffentliche Auftraggeber nachhaltige Beschaffungsstrategien sichtbar umsetzen und Ressourcenverbräuche reduzieren. Gleichzeitig gewinnen Anforderungen an nachhaltige Textilbeschaffung auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene zunehmend an Bedeutung.

Quelle:

CIRCULARITY Germany 

Carbon + Keramik = neue Hochleistungs-Hybridfaser Urheberrecht: © Institut für Textiltechnik (ITA) der RWTH Aachen University
Carbon + Keramik = neue Hochleistungs-Hybridfaser
16.06.2026

1. Platz für neue Hochleistungs-Hybridfaser

Das RWTH-Spin-off TERNAfil entwickelte mit seiner Technologie MAXCarbon eine neue Hochleistungs-Hybridfaser, die die mechanische Performance von Carbon mit der Temperatur- und Korrosionsbeständigkeit keramischer Werkstoffe kombiniert.

Für diese Entwicklung wurde TERNAfil am 21. Mai 2026 mit dem 1. Preis bei der PitchMiUp-Night in Minden ausgezeichnet.

Mit seiner skalierbaren Technologie arbeitet TERNAfil an neuen Materiallösungen für Anwendungen in der Luft- und Raumfahrt, Energietechnik sowie Hochleistungs-Verbundwerkstoffen.

Fabian Jung, ITA-Doktorand und TERNAfil-Gründer, ist enthusiastisch: „Unser Erfolg zeigt einmal mehr, wie aktuelle Forschung den Weg aus dem Labor in reale industrielle Anwendungen findet. Wir von TERNAfil freuen uns sehr über die Auszeichnung und die vielen spannenden Gespräche und neuen Kontakte vor Ort.“

Hintergrund:
Die Hochschule Bielefeld hatte zur zweiten PitchMiUp Night eingeladen. Im Mittelpunkt standen Start-up-Gründerinnen und  Gründer, die ihre Ideen und Gründungsgeschichten präsentierten. Die drei besten Performerinnen und Performer werden prämiert.

Das RWTH-Spin-off TERNAfil entwickelte mit seiner Technologie MAXCarbon eine neue Hochleistungs-Hybridfaser, die die mechanische Performance von Carbon mit der Temperatur- und Korrosionsbeständigkeit keramischer Werkstoffe kombiniert.

Für diese Entwicklung wurde TERNAfil am 21. Mai 2026 mit dem 1. Preis bei der PitchMiUp-Night in Minden ausgezeichnet.

Mit seiner skalierbaren Technologie arbeitet TERNAfil an neuen Materiallösungen für Anwendungen in der Luft- und Raumfahrt, Energietechnik sowie Hochleistungs-Verbundwerkstoffen.

Fabian Jung, ITA-Doktorand und TERNAfil-Gründer, ist enthusiastisch: „Unser Erfolg zeigt einmal mehr, wie aktuelle Forschung den Weg aus dem Labor in reale industrielle Anwendungen findet. Wir von TERNAfil freuen uns sehr über die Auszeichnung und die vielen spannenden Gespräche und neuen Kontakte vor Ort.“

Hintergrund:
Die Hochschule Bielefeld hatte zur zweiten PitchMiUp Night eingeladen. Im Mittelpunkt standen Start-up-Gründerinnen und  Gründer, die ihre Ideen und Gründungsgeschichten präsentierten. Die drei besten Performerinnen und Performer werden prämiert.

Quelle:

Institut für Textiltechnik (ITA) der RWTH Aachen University 

16.06.2026

Handel als Treiber der Nachhaltigkeit – Warnung vor erdrückender Regulierung

Der Handelsverband Deutschland (HDE) rückt die Themen Nachhaltigkeit und Umweltschutz beim heutigen Sustainability & Retail Summit in den Fokus. Aus Sicht des HDE bleibt Nachhaltigkeit auch in den aktuell wirtschaftlich herausfordernden Zeiten eine Kernaufgabe von Wirtschaft und Gesellschaft.

Der Handel leistet seit vielen Jahrzehnten einen wichtigen Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit und Umweltschutz. Ein prominentes Beispiel ist die Gründung des Deutschen Pfandsystems (DPG) vor 20 Jahren. Hier schuf die Branche einen Meilenstein für erfolgreiche Kreislaufwirtschaft und Recycling. Gleichzeitig investieren viele Handelsunternehmen beispielsweise in den Second-Hand-Markt und fördern damit einen nachhaltigeren Umgang mit Ressourcen: So wird allein im Online-Handel inzwischen jeder zehnte Euro mit gebrauchten Produkten umgesetzt.

Der Handelsverband Deutschland (HDE) rückt die Themen Nachhaltigkeit und Umweltschutz beim heutigen Sustainability & Retail Summit in den Fokus. Aus Sicht des HDE bleibt Nachhaltigkeit auch in den aktuell wirtschaftlich herausfordernden Zeiten eine Kernaufgabe von Wirtschaft und Gesellschaft.

Der Handel leistet seit vielen Jahrzehnten einen wichtigen Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit und Umweltschutz. Ein prominentes Beispiel ist die Gründung des Deutschen Pfandsystems (DPG) vor 20 Jahren. Hier schuf die Branche einen Meilenstein für erfolgreiche Kreislaufwirtschaft und Recycling. Gleichzeitig investieren viele Handelsunternehmen beispielsweise in den Second-Hand-Markt und fördern damit einen nachhaltigeren Umgang mit Ressourcen: So wird allein im Online-Handel inzwischen jeder zehnte Euro mit gebrauchten Produkten umgesetzt.

Damit der Handel seine Rolle als Treiber der nachhaltigen Transformation auch künftig erfüllen kann, braucht es jedoch verlässliche und praxisnahe politische Rahmenbedingungen. „Zu oft erleben wir im regulatorischen Alltag den Unterschied zwischen gut gemeint und gut gemacht. Wenn die Politik den Bogen überspannt, würgt sie genau die Investitionskraft ab, die wir für den Wandel dringend brauchen. Wir brauchen eine Wirtschaftspolitik des Vertrauens und des Augenmaßes – keinen dirigistischen Dauerdruck“, sagt HDE-Präsident Alexander von Preen.

Als aktuelles Beispiel nennt der HDE die europäische Verpackungsverordnung (PPWR). Deren Umsetzung sei in der derzeit vorgesehenen Form und innerhalb der geltenden Fristen für viele Unternehmen kaum zu bewältigen. „Wir steuern hier sehenden Auges in ein bürokratisches Chaos und riskieren ohne Not die Überforderung der Wirtschaft. Das ist eine Entwicklung, die uns fatal an das Debakel rund um die Entwaldungsverordnung (EUDR) erinnert“, so von Preen.

Grundsätzlich unterstützt der HDE die Ziele der PPWR und befürwortet die Verordnung. Voraussetzung für eine erfolgreiche Umsetzung seien jedoch praktikable Lösungen. „Wenn wir den Geist der Verordnung retten wollen, muss der Anwendungsbeginn verschoben werden. Wir brauchen mehr Zeit um praktikable, europaweit harmonisierte Lösungen zu entwickeln, die den Zielen dienen, ohne die Unternehmen im administrativen Aufwand zu erdrücken“, fordert von Preen.

Auf dem Sustainability & Retail Summit am 16.Juni 2026 erwartet der HDE neben Bundestagsabgeordneten, Fachexpertinnen und -experten auch den Bundesumweltminister Carsten Schneider, der die Veranstaltung mit einer Begrüßungsrede eröffnen wird.

Lavie Photo Lavie
15.06.2026

The Italian Designers Shaping Contemporary Womenswear at Scoop

Following the announcement of Scoop's landmark partnership with the Italian Trade Agency (ICE), the Trade Promotion Section of the Italian Embassy in London, a new generation of Italian womenswear designers is set to take centre stage at the show's July edition. Carefully selected as part of the collaboration, the showcase presents a distinctive edit of contemporary collections spanning luxury linen, artisanal knitwear, modern tailoring and effortless everyday dressing, offering buyers a fresh perspective on Made in Italy style.

Bringing together designers from across Italy, the showcase offers a window into the diversity of contemporary Italian fashion today. While each collection reflects its own distinctive aesthetic, together they reveal a shared confidence in quality, thoughtful design and an intuitive understanding of how women want to dress now. From relaxed separates and elevated essentials to statement knitwear and occasion pieces, the edit captures the versatility and sophistication that continue to define Italian style on the international stage.

Following the announcement of Scoop's landmark partnership with the Italian Trade Agency (ICE), the Trade Promotion Section of the Italian Embassy in London, a new generation of Italian womenswear designers is set to take centre stage at the show's July edition. Carefully selected as part of the collaboration, the showcase presents a distinctive edit of contemporary collections spanning luxury linen, artisanal knitwear, modern tailoring and effortless everyday dressing, offering buyers a fresh perspective on Made in Italy style.

Bringing together designers from across Italy, the showcase offers a window into the diversity of contemporary Italian fashion today. While each collection reflects its own distinctive aesthetic, together they reveal a shared confidence in quality, thoughtful design and an intuitive understanding of how women want to dress now. From relaxed separates and elevated essentials to statement knitwear and occasion pieces, the edit captures the versatility and sophistication that continue to define Italian style on the international stage.

Running throughout the showcase is a renewed appreciation for slow luxury, collections defined not by fleeting trends but by longevity, craftsmanship and a deep connection to materials. Whether expressed through the fluidity of linen, the artistry of knitwear or the simplicity of perfectly cut separates, the designers share a belief in creating clothes designed to be lived in, worn often and treasured over time. 

Among the most distinctive voices within the showcase is Ninaleuca, where founder Benedetta Rossi draws inspiration from the landscapes, traditions and craftsmanship of Salento in southern Italy. Crafted predominantly from linen and produced by a community of local seamstresses, the collection celebrates a slower, more considered approach to fashion. Signature silhouettes inspired by regional dress are reimagined through a contemporary lens, creating pieces that feel timeless, feminine and deeply connected to place.

A similarly personal story lies behind Lavi, founded by designer Cinzia Cinotti. Having grown up immersed in the world of fashion through her family's clothing store, Cinotti developed a creative vision rooted in beauty, romance and Italian craftsmanship. Inspired by her two daughters, whose names influenced the creation of her collections, Lavi brings together delicate fabrics, poetic detailing and an unmistakably feminine sensibility. The result is a collection that evokes the charm of Italian gardens and timeless elegance while remaining effortlessly contemporary.

Equally compelling is Nine:inthe:Morning, a collection built around the dialogue between heritage and innovation. Drawing on traditional tailoring techniques while looking confidently towards the future, the designer creates contemporary wardrobe essentials rooted in exceptional fabric, craftsmanship and construction. Each piece reflects a thoughtful conversation between past and present, bringing a fresh perspective to modern dressing.

At the heart of the wider edit is a celebration of natural fibres and relaxed sophistication. Leading the way is 120% Lino, the collection synonymous with luxury Italian linen. Revered for transforming one of Italy's oldest and most cherished textiles into a contemporary wardrobe essential, the collection celebrates the beauty of natural fabrics through effortless silhouettes, refined craftsmanship and a distinctly Mediterranean sense of ease.

That spirit of effortless dressing continues through collections including Casa Mastro Positano and Feel'O, whose designs evoke the relaxed glamour and understated elegance of life along Italy's southern coastline. Lightweight fabrics, fluid silhouettes and a focus on wearability create collections that feel both aspirational and accessible, offering a contemporary interpretation of Mediterranean style.

Elsewhere, knitwear takes on a more artistic dimension through designers including Avant Toi and Handcashmere. Renowned for redefining luxury knitwear through experimental techniques, hand-finishing and innovative treatments applied to cashmere and fine fibres, Avant Toi blurs the boundaries between fashion and art. Together with Handcashmere and a number of the wider collections, the designer demonstrates how texture, colour and craftsmanship continue to play a central role in contemporary Italian fashion.

Wychi Milano showcases three generations of Italian textile expertise through collections built around exceptional natural fibres including silk, wool, cashmere, linen and cotton. Combining traditional craftsmanship with a refined contemporary sensibility, the collection reflects the enduring importance of material innovation and quality within Italian fashion. 

Completing the showcase are designers including Alessandro Aste, Francesca Geraci, Jei's Letizia, Opalina, Ploumanach, RC – Recupero Cotone, Serienumerica, Soho T, Tandem, Karma, Goodmatch, Floor and Pour Moi, each contributing their own distinctive perspective to a diverse edit that spans artisanal craftsmanship, contemporary dressing and modern lifestyle collections.

Karen Radley, Founder and Creative Director of Scoop, comments: "What I find so compelling about this edit is how naturally it reflects the way women want to dress today. There is an ease to the collections, whether expressed through beautifully crafted linen, artisanal knitwear or relaxed tailoring, that feels both sophisticated and effortless. Buyers are increasingly looking for pieces that combine style, quality and longevity, and these designers deliver exactly that.

"This partnership with ICE has allowed us to introduce an exciting new community of Italian designers to Scoop, many of whom are entirely new to the UK market. Together they create a showcase that feels fresh, inspiring and incredibly relevant, while remaining rooted in the quality and creativity that have long defined Italian fashion."

Together, these designers present a compelling portrait of contemporary Italian womenswear, one shaped by lifestyle, creativity and an enduring appreciation for quality. Their presence at Scoop reinforces the show's position as a destination for international discovery while creating valuable opportunities for buyers seeking collections that combine modern relevance with timeless appeal.

As the July edition approaches, this carefully curated showcase offers buyers a journey through the many expressions of Italian style today. Through its partnership with ICE, Scoop continues to create a platform where creativity, craftsmanship and cultural exchange come together, celebrating the very best of contemporary Made in Italy fashion.

Scoop takes place at Olympia National Kensington, London, from 19-21 July 2026.

Quelle:

Scoop 

MUNICH FABRIC START Foto (c) MUNICH FABRIC START
15.06.2026

Art meets Textiles - MUNICH FABRIC START startet Designers Area für Kunst und Textilien

Im Zeichen von Kunst, Kreativität und persönlichem Geschmack überrascht die MUNICH FABRIC START in ihrem Jubiläumsjahr mit neuen Perspektiven auf die Zukunft der Textil- und Modebranche. Zur kommenden Veranstaltung vom 14. bis 16. Juli 2026 im MOC München erweitert die internationale Textilmesse ihr kuratorisches Konzept um eine Designers Area, die textile Innovationen im Spannungsfeld von Kunst, Handwerk und Technologie erlebbar macht. 

Zu den Highlights zählen zwei großformatige textile Arbeiten des französischen Künstlers Julien Jaca. Die Werke „Children of Sky“ und „Riders of Silence“ werden als eindrucksvolle textile Installationen neue atmosphärische Akzente setzen. Ergänzt wird die Ausstellung durch Richard Nadlers „Sanctum Carnis“ – eine monumentale Stickarbeit, die die Verbindung von KI-generierter Bildsprache und traditioneller textiler Umsetzung erforscht. Darüber hinaus arbeitet die MUNICH FABRIC START an einer internationalen Video-Art-Kooperation, die weitere Impulse an der Schnittstelle von Kunst, Design und Materialität setzen wird. 

Im Zeichen von Kunst, Kreativität und persönlichem Geschmack überrascht die MUNICH FABRIC START in ihrem Jubiläumsjahr mit neuen Perspektiven auf die Zukunft der Textil- und Modebranche. Zur kommenden Veranstaltung vom 14. bis 16. Juli 2026 im MOC München erweitert die internationale Textilmesse ihr kuratorisches Konzept um eine Designers Area, die textile Innovationen im Spannungsfeld von Kunst, Handwerk und Technologie erlebbar macht. 

Zu den Highlights zählen zwei großformatige textile Arbeiten des französischen Künstlers Julien Jaca. Die Werke „Children of Sky“ und „Riders of Silence“ werden als eindrucksvolle textile Installationen neue atmosphärische Akzente setzen. Ergänzt wird die Ausstellung durch Richard Nadlers „Sanctum Carnis“ – eine monumentale Stickarbeit, die die Verbindung von KI-generierter Bildsprache und traditioneller textiler Umsetzung erforscht. Darüber hinaus arbeitet die MUNICH FABRIC START an einer internationalen Video-Art-Kooperation, die weitere Impulse an der Schnittstelle von Kunst, Design und Materialität setzen wird. 

Neben dem Storytelling-Projekt „30 Years. 30 Stories.“ ist die Designers Area ein weiteres Sonderformat anlässlich des 30-jährigen Bestehens der MUNICH FABRIC START. Es verbindet die Geschichte und Zukunft der Textil- und Modebranche und macht textile Wertschöpfung auf neue Weise sichtbar – von der Stoffentwicklung über die Materialauswahl bis hin zum finalen Designprodukt. Als inspirierende Plattform präsentiert das Format zukunftsweisende Ideen, innovative Designansätze und die Perspektiven einer jungen Generation von Gestaltenden. 
 
Fünf Trends 
Ebenso prominent wie richtungsweisend sind die Stofftrends für Autumn.Winter 27/28, die auf der kommenden MUNICH FABRIC START in den Trendforen inszeniert werden. Unter dem Leitthema „TASTE.“ werden fünf wesentliche Strömungen zusammengefasst: 
 
Quiet Disruption steht für eine neue Form des subtilen Widerstands und verbindet dekonstruiertes Heritage mit moderner Funktionalität. Ceremonial widmet sich der Sehnsucht nach Ritualen, Spiritualität und emotionaler Tiefe und interpretiert Eleganz mit opulenten, ausdrucksstarken Materialien neu. Drifting reflektiert hybride Lebenswelten und vereint technische Performance-Qualitäten mit vertrauten Traditionen. Intimate rückt Nähe, Komfort und sensorische Erfahrungen in den Mittelpunkt und definiert Luxus über Haptik und Wohlbefinden. Inheritance schließlich beschäftigt sich mit Herkunft, Handwerk und kulturellem Gedächtnis und übersetzt textile Traditionen in eine zeitgemäße Formensprache. 
 
Über alle Trends hinweg prägen haptische Oberflächen, innovative Veredelungen, handwerkliche Details und die Neuinterpretation klassischer Materialien die Saison. Die Stoffe erzählen Geschichten von Identität, Zugehörigkeit und persönlichem Ausdruck – und spiegeln damit den Wunsch nach mehr Authentizität, Bedeutung und Individualität wider. 
 
Drei Hallen 
Die MUNICH FABIC START wird künftig in den Hallen 1, 2 und 3 des MOC München stattfinden. Das optimierte Hallenkonzept vereint die relevanten Marktsegmente auf kompakterer Fläche und schafft ein konzentriertes, hochwertiges Messeerlebnis mit kurzen Wegen und maximaler Orientierung. 
 
Die Anpassung erfolgt vor dem Hintergrund der langfristigen Neuvermietung der Halle 4 durch den Eigentümer des MOC München. 
 
Die drei Hallen- und Atriumsflächen im MOC bieten weiterhin perfekte Voraussetzungen, um die führende europäische Textilmesse mit ihren Show-in-Shows BLUEZONE, KEYHOUSE und THE SOURCE auf gewohnt hohem Niveau durchzuführen und gleichzeitig neue, fokussierte Konzepte für die Zukunft der europäischen Fashion- und Textile-Community zu entwickeln. 

Quelle:

MUNICH FABRIC START

15.06.2026

bvse fordert wettbewerbsneutrale Textil-EPR

Die Einführung einer erweiterten Herstellerverantwortung (EPR) für Textilien stand im Mittelpunkt des 13. Internationalen Alttextiltags des bvse-Fachverbands Textilrecycling am 10. und 11. Juni in Bad Neuenahr. Zum Auftakt der Veranstaltung bekannte sich bvse-Hauptgeschäftsführer Eric Rehbock in seiner Eröffnungsrede vor über 100 Teilnehmenden ausdrücklich zur Einführung einer Textil-EPR. Entscheidend sei jedoch die konkrete Ausgestaltung des Systems.

Herstellerverantwortung ja, aber keine Zentralisierung
„Die geplante Herstellerverantwortung hat etwas Gutes, aber es muss gerecht und fair zugehen. Herstellerverantwortung heißt nicht, den Markt außer Kraft setzen. Das heißt, den Markt machen lassen, Wettbewerb zulassen und Wertschöpfung in allen Stufen: Sammlung, Sortierung, Verwertung sicherstellen.“ Rehbock betonte: Bestehende Sammel-, Sortier- und Verwertungsstrukturen müssten erhalten bleiben und weiterhin wettbewerblich organisiert werden.

Die Einführung einer erweiterten Herstellerverantwortung (EPR) für Textilien stand im Mittelpunkt des 13. Internationalen Alttextiltags des bvse-Fachverbands Textilrecycling am 10. und 11. Juni in Bad Neuenahr. Zum Auftakt der Veranstaltung bekannte sich bvse-Hauptgeschäftsführer Eric Rehbock in seiner Eröffnungsrede vor über 100 Teilnehmenden ausdrücklich zur Einführung einer Textil-EPR. Entscheidend sei jedoch die konkrete Ausgestaltung des Systems.

Herstellerverantwortung ja, aber keine Zentralisierung
„Die geplante Herstellerverantwortung hat etwas Gutes, aber es muss gerecht und fair zugehen. Herstellerverantwortung heißt nicht, den Markt außer Kraft setzen. Das heißt, den Markt machen lassen, Wettbewerb zulassen und Wertschöpfung in allen Stufen: Sammlung, Sortierung, Verwertung sicherstellen.“ Rehbock betonte: Bestehende Sammel-, Sortier- und Verwertungsstrukturen müssten erhalten bleiben und weiterhin wettbewerblich organisiert werden.

Eigentumsverantwortung als Voraussetzung für Qualität
Zugleich warnte Rehbock vor Fehlentwicklungen nach dem Vorbild anderer EPR-Systeme. „Wir haben unsere Erfahrungen mit den dualen Systemen gemacht – und in eine solche Situation möchten wir das System des Alttextilrecyclings in keinem Fall bringen.“ Qualitätsverluste seien insbesondere dann zu befürchten, wenn Sammler und Sortierer lediglich als Dienstleister ohne eigene Stoffstromverantwortung agierten. „Nur wer Eigentum an den Materialien hat, hat es auch in der Hand, Qualität zu erzeugen.“ 

stiftung ear als bewährtes Modell
Für die organisatorische Umsetzung einer zentralen Registrierungsstelle innerhalb einer Textil-EPR brachte Rehbock die stiftung ear ins Spiel. Das EPR-System müsse so ausgestaltet werden, „dass es nicht operativ tätig wird“, sondern den Wettbewerb arbeiten lasse.

„Daher ist auch unser Petitum, dass die stiftung ear die richtige Institution ist, um solch ein Register zu betreiben“, erklärte Rehbock. Die Einrichtung verfüge über langjährige Erfahrungen aus dem ElektroG.
„Eine neue Zentrale Stelle für Textilien macht keinen Sinn. Die stiftung ear ist ein bewährtes System, das weiß, wie der Markt funktioniert und keinen Einfluss auf den Markt nimmt.“

Nach Auffassung des bvse sollen Hersteller die Finanzierungs- und Zielverantwortung tragen. Gleichzeitig dürften Herstellerorganisationen keine ausschließliche Mengen- oder Stoffstromhoheit über Alttextilien erhalten. Private Sammler, Sortierer und Verwertungsunternehmen müssten als anerkannte Erfüllungsakteure in das künftige EPR-System eingebunden werden.

Branche kämpft mit Ultra Fast Fashion, Störstoffen und fehlenden Recyclingkapazitäten
Neben der Diskussion über die künftige Systemarchitektur verwies Rehbock auf die aktuellen Herausforderungen der Branche. Dazu gehörten insbesondere Ultra Fast Fashion-Importe, fehlende Recyclingkapazitäten und die zunehmende Verunreinigung der Sammelware.

„Es gibt mittlerweile Container, die bis zu 50 Prozent Restmüll enthalten“, sagte Rehbock. Dies verteuere die Sammlung, verschlechtere die Qualität der erfassten Ware und erschwere die weitere Verwertung. Gleichzeitig seien verlässliche gesetzliche Rahmenbedingungen erforderlich, um Investitionen in zusätzliche Recyclingkapazitäten zu ermöglichen.
Gedenk: Branche steht vor entscheidenden Weichenstellungen

 Der kommissarische Fachverbandsvorsitzende Marwin Gedenk ordnete in seiner Begrüßungsrede die aktuelle EPR-Debatte in die Entwicklung der vergangenen Jahre ein. Die Internationalen Alttextiltage des Fachverbands Textilrecycling hätten die Transformation der Branche kontinuierlich „von der Vision zur Regulierung, von der Regulierung zur Umsetzung und bis heute zur konkreten Ausgestaltung der zukünftigen Rahmenbedingungen für die textile Kreislaufwirtschaft“ begleitet.

Der bvse-Fachverband habe sich bereits frühzeitig mit den Auswirkungen einer Herstellerverantwortung beschäftigt und seit 2022 „viel Vorarbeit und Aufklärungsarbeit geleistet, was das ganze EPR-Thema so mit sich bringt“.

Mit Blick auf die aktuelle Marktsituation verwies Gedenk auf die Belastungen der Sammel- und Sortierunternehmen. Neben den Auswirkungen von Fast Fashion und Ultra Fast Fashion müsse dringend „eine Lösung für die für Sammler und Sortierer äußerst belastenden Störstoffe gefunden werden, bis ein EPR-System greift“.

Auch betonte Gedenk noch einmal die kritischen Folgen der fehlerhaft kommunizierten geltenden Getrenntsammlungspflicht für Alttextilien: „Das hat zu einem Chaos geführt, das die Branche jetzt gerade ausbaden muss.“

Für die weitere Ausgestaltung der Herstellerverantwortung beginne nun die entscheidende Phase: „Wir stehen gerade zwischen Eckpunktepapier und Referentenentwurf“, erklärte Gedenk. Die nun anstehenden politischen Entscheidungen werden „unsere Branche“ und jeden Beteiligten darin maßgeblich für die Zukunft prägen“, hob der Marwin Gedenk hervor.

12.06.2026

Fußball-WM: Handelsunternehmen erwarten kleinere, positive Umsatzeffekte

Mit Blick auf die am 11. Juni beginnende Fußball-Weltmeisterschaft rechnet der Einzelhandel in Deutschland mit positiven Umsatzeffekten. Eine aktuelle HDE-Umfrage unter rund 400 Unternehmen macht aber gleichzeitig deutlich, dass es in der Regel um Impulse geringeren Umfangs geht. Nur im Sport- und im Lebensmittelhandel sind die Erwartungen größer.

„Große Sportereignisse können sich positiv auf die Konsumstimmung auswirken und für Umsatzimpulse sorgen. Bei Veranstaltungen, die nicht in Deutschland stattfinden, sind die Umsatzeffekte jedoch weitestgehend auf einzelne Branchen und Warenbereiche begrenzt. Eine nennenswerte Belebung des Einzelhandelskonsums über alle Branchen hinweg ist durch die Fußball-WM in den USA, Kanada und Mexiko somit nicht zu erwarten“, so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth.

Nach der aktuellen HDE-Umfrage hat rund ein Viertel der befragten Händler Aktionswaren oder Produkte mit WM-Bezug im Sortiment. Spitzenreiter ist dabei der Einzelhandel mit Lebensmitteln, Bekleidung und Schuhen, Sportartikeln sowie die Baumärkte, der Elektronikeinzelhandel und der Spielwarenhandel.

Mit Blick auf die am 11. Juni beginnende Fußball-Weltmeisterschaft rechnet der Einzelhandel in Deutschland mit positiven Umsatzeffekten. Eine aktuelle HDE-Umfrage unter rund 400 Unternehmen macht aber gleichzeitig deutlich, dass es in der Regel um Impulse geringeren Umfangs geht. Nur im Sport- und im Lebensmittelhandel sind die Erwartungen größer.

„Große Sportereignisse können sich positiv auf die Konsumstimmung auswirken und für Umsatzimpulse sorgen. Bei Veranstaltungen, die nicht in Deutschland stattfinden, sind die Umsatzeffekte jedoch weitestgehend auf einzelne Branchen und Warenbereiche begrenzt. Eine nennenswerte Belebung des Einzelhandelskonsums über alle Branchen hinweg ist durch die Fußball-WM in den USA, Kanada und Mexiko somit nicht zu erwarten“, so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth.

Nach der aktuellen HDE-Umfrage hat rund ein Viertel der befragten Händler Aktionswaren oder Produkte mit WM-Bezug im Sortiment. Spitzenreiter ist dabei der Einzelhandel mit Lebensmitteln, Bekleidung und Schuhen, Sportartikeln sowie die Baumärkte, der Elektronikeinzelhandel und der Spielwarenhandel.

Die Unternehmen mit fußball-affinen Produkten rechnen mit positiven Umsatzeffekten, in der Regel aber nur in geringem Maße. Einen spürbaren Umsatzimpuls erwarten der Sporthandel und der Lebensmittelhandel in den jeweiligen Sortimenten.

„Je weiter die deutsche Fußball-Nationalmannschaft im Turnier kommt, desto besser für die Stimmung im Land. Konsum ist zu einem hohem Anteil Psychologie. Gerade in diesen schwierigen Zeiten mit den Kriegen in der Ukraine und in Nahost brauchen wir positive Anknüpfungspunkte für die Menschen“, so Genth.

Quelle:

HDE Handelsverband Deutschland

12.06.2026

Neues VerpackDG: Last-Minute-Regelung für Rezyklateinsatz

Der Bundestag hat das Verpackungsrecht-Durchführungsgesetz mit einer Regelung verabschiedet, die im ursprünglichen Kabinettsentwurf noch nicht enthalten war.

Der Umweltausschuss hatte erst am Vortag der Abstimmung vorgeschlagen, mit § 26a eine Verordnungsermächtigung zur Förderung des Rezyklateinsatzes (Ökomodulierung der Verpackungsentgelte) aufzunehmen.

„Dass diese Forderung der Recyclingbranche nun – wenn auch in letzter Minute – Eingang ins Gesetz gefunden hat, ist ausdrücklich zu begrüßen", sagt bvse-Vizepräsident Herbert Snell. Gleichwohl sei der vorgesehene Zeitrahmen bis Januar 2027 sehr ehrgeizig. Der bvse stehe jedenfalls bereit, gemeinsam mit den Akteuren entlang der Wertschöpfungskette, kurzfristig tragfähige Modelle zu entwickeln.

Der Bundestag hat das Verpackungsrecht-Durchführungsgesetz mit einer Regelung verabschiedet, die im ursprünglichen Kabinettsentwurf noch nicht enthalten war.

Der Umweltausschuss hatte erst am Vortag der Abstimmung vorgeschlagen, mit § 26a eine Verordnungsermächtigung zur Förderung des Rezyklateinsatzes (Ökomodulierung der Verpackungsentgelte) aufzunehmen.

„Dass diese Forderung der Recyclingbranche nun – wenn auch in letzter Minute – Eingang ins Gesetz gefunden hat, ist ausdrücklich zu begrüßen", sagt bvse-Vizepräsident Herbert Snell. Gleichwohl sei der vorgesehene Zeitrahmen bis Januar 2027 sehr ehrgeizig. Der bvse stehe jedenfalls bereit, gemeinsam mit den Akteuren entlang der Wertschöpfungskette, kurzfristig tragfähige Modelle zu entwickeln.

Als Orientierung empfiehlt der bvse das französische Modell. bvse-Vizepräsident Herbert Snell: "Dort erhalten Hersteller, die Rezyklate einsetzen, spürbare Reduzierungen bei den Beteiligungsentgelten. Ein vergleichbarer Ansatz ließe sich auch in Deutschland umsetzen. Zudem sollte – analog zum französischen Modell – auch die geografische Dimension berücksichtigt werden, etwa durch die Definition eines Einzugsgebiets, um regionale Stoffkreisläufe zu stärken."

"Wir können es uns aber nicht leisten, auf die volle Wirkung der PPWR in einigen Jahren zu warten", macht Dirk Textor, Vorsitzender des bvse-Fachverbands Kunststoffrecycling deutlich. "Die Recyclingwirtschaft braucht bereits heute verlässliche Absatzperspektiven. Der Rezyklatanteil liegt derzeit weiterhin unter 20 Prozent. Dieser Wert ist nicht in Stein gemeißelt. Den könnten wir schon heute deutlich steigern."

Die nächsten Schritte sind daher klar: Die politischen Zielsetzungen zur Kreislaufwirtschaft müssen jetzt konsequent mit funktionierenden Marktmechanismen hinterlegt werden. Entscheidend ist vor allem, verlässliche Absatzmärkte für Rezyklate zu schaffen und damit Investitionssicherheit für Recyclingunternehmen zu gewährleisten. Ein wesentlicher Hebel liegt in der öffentlichen Beschaffung: Bund, Länder und Kommunen sollten ihre Marktmacht gezielt nutzen, um die Nachfrage nach Rezyklaten zu stärken.

Zentral ist zudem eine zügige und praxistaugliche Umsetzung der EU-Verpackungsverordnung (PPWR). Weitere Verzögerungen würden dringend benötigte Investitionen ausbremsen. Gerade vor dem Hintergrund aktueller geopolitischer Krisen zeigt sich, wie wichtig wirtschaftlich stabile Recyclingstrukturen für die Resilienz Europas sind – Deutschland und Europa dürfen hier keine weiteren Kapazitäten verlieren.

Wenn die kunststoffverarbeitende Industrie künftig nicht einseitig von Rohstoffimporten abhängig sein will, müssen bereits heute stabile und langfristige Lieferbeziehungen aufgebaut werden. "Recyclingkapazitäten entstehen nicht kurzfristig – und was einmal verloren geht, lässt sich nicht schnell ersetzen. Eine zukunftsfähige Industriepolitik darf sich nicht auf die Sicherung von Primärrohstoffen beschränken. Sie muss ebenso die Verfügbarkeit von Sekundärrohstoffen in den Blick nehmen", betont Snell.

Gleichzeitig gilt es, Wettbewerbsverzerrungen durch Importe zu beseitigen: Europäische Recycler dürfen nicht durch niedrigere Umwelt- und Qualitätsstandards im Ausland benachteiligt werden. Mehr Transparenz im internationalen Handel, etwa durch klare Zollcodes für Rezyklate und wirksamer Vollzug, ist hierfür unerlässlich.

Nicht zuletzt muss die Qualität der Stoffströme verbessert werden – etwa durch konsequentes Design for Recycling. Dirk Textor, Vorsitzender des bvse-Fachverbandes Kunststoffrecycling: "Wir können in den Recyclinganlagen vieles lösen. Aber wir können die Fehler schlechten Designs nicht vollständig wegrecyceln."

Darüber hinaus braucht es bessere Rahmenbedingungen für die Branche. Dazu zählen insbesondere schnellere Genehmigungs- und Planungsverfahren sowie insgesamt weniger bürokratische Belastungen.

Ebenso entscheidend sind wettbewerbsfähige Energiepreise. Angesichts der Energieintensität der Prozesse ist das keine Kleinigkeit, sondern eine existenzielle Frage für die Wettbewerbsfähigkeit der Recyclingindustrie. bvse-Vizepräsident Herbert Snell: "Ja, es gibt den Industriestrompreis, aber Kunststoffrecycler profitieren davon kaum, weil die Regelung auf einer veralteten Wirtschaftszweigklassifikation basiert und die Kunststoffrecyclingunternehmen hier außen vor bleiben. Dabei sollte gerade eine Branche, die nachweislich CO2 einspart und Primärrohstoffe ersetzt, bei der Entlastung der energieintensiven Industrie selbstverständlich berücksichtigt werden."

Quelle:

bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung

@ AiF Projekt GmbH
12.06.2026

Innovationstag: Mittelstand macht Zukunft!

Wie entstehen Innovationen, die aktuelle technologische Herausforderungen angehen und zugleich die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands stärken? Auf dem Innovationstag Mittelstand 2026 des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE) wurde diese Frage ganz praktisch beantwortet: mit Forschungs- und Entwicklungsprojekten, die auf konkrete Anforderungen in Unternehmen eingehen, und aus denen neue Technologien und marktnahe Anwendungen entstehen. Rund 300 Ausstellende aus mittelständischen Unternehmen, Start-ups, Handwerksbetrieben sowie Forschungseinrichtungen präsentierten bei dem Open-Air-Event in Berlin-Pankow aktuelle Projektergebnisse. Rund 2.000 Besucherinnen und Besucher nutzten die Veranstaltung für fachlichen Austausch, Vernetzung und Einblicke in die Innovationspraxis des deutschen Mittelstands.

Wie entstehen Innovationen, die aktuelle technologische Herausforderungen angehen und zugleich die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands stärken? Auf dem Innovationstag Mittelstand 2026 des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE) wurde diese Frage ganz praktisch beantwortet: mit Forschungs- und Entwicklungsprojekten, die auf konkrete Anforderungen in Unternehmen eingehen, und aus denen neue Technologien und marktnahe Anwendungen entstehen. Rund 300 Ausstellende aus mittelständischen Unternehmen, Start-ups, Handwerksbetrieben sowie Forschungseinrichtungen präsentierten bei dem Open-Air-Event in Berlin-Pankow aktuelle Projektergebnisse. Rund 2.000 Besucherinnen und Besucher nutzten die Veranstaltung für fachlichen Austausch, Vernetzung und Einblicke in die Innovationspraxis des deutschen Mittelstands.

Die Bandbreite der gezeigten Projekte reichte von intelligenten Produktionssystemen über digitale Gesundheitsanwendungen bis hin zu ressourceneffizienten Fertigungstechnologien. Sichtbar wurde vor allem eines: Innovation im Mittelstand entsteht häufig nah am konkreten Bedarf, anwendungsorientiert und in enger Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen und Netzwerkpartnern.

„Innovation beginnt dort, wo Menschen bereit sind, neue Ideen zu verfolgen. Die großen Entdeckungen und technologischen Fortschritte der Geschichte wären ohne Mut, Neugier und Pioniergeist nicht möglich gewesen. Genau diese Haltung erleben wir heute auch im Mittelstand und bei den Ausstellern des Innovationstags“, betonte auch Gitta Connemann, Parlamentarische Staatssekretärin bei der Bundesministerin für Wirtschaft und Energie und Mittelstandsbeauftragte der Bundesregierung bei der Auszeichnung der ZIM-Projekte des Jahres.

Innovation im Dialog: Praxis statt Zukunftsversprechen
Mit Fachimpulsen, Projektvorstellungen, Themenrundgängen und Diskussionsformaten beschäftigte sich die Veranstaltung mit der konkreten Umsetzung von Innovationen. Im Fokus standen weniger abstrakte Zukunftsszenarien als die Frage, wie neue Technologien entwickelt, erprobt und erfolgreich in den Markt gebracht werden.

Das Bühnenprogramm griff zentrale Themen des Mittelstands auf – darunter Digitalisierung, Fachkräftesicherung, Nachhaltigkeit, industrielle Transformation und Technologietransfer. Unternehmen und Forschungspartner berichteten aus der Praxis und zeigten, wie aus Forschungsprojekten marktfähige Produkte und Verfahren entstehen. Ergänzt wurde das Programm durch interaktive Austauschformate sowie die „International Area“, in der grenzüberschreitende Innovationskooperationen vorgestellt wurden. 

Ein neues Format war der „ZIM-NetzwerkCampus“. Er brachte Akteure aus unterschiedlichen Technologiebereichen gezielt miteinander ins Gespräch und zeigte, welche Bedeutung interdisziplinäre Netzwerke für Innovationsprozesse im Mittelstand haben. 
 
ZIM-Projekte des Jahres 2026 ausgezeichnet
Ein Höhepunkt des Innovationstags war die Auszeichnung der „ZIM-Projekte des Jahres 2026“. Gitta Connemann, Parlamentarische Staatssekretärin bei der Bundesministerin für Wirtschaft und Energie und Mittelstandsbeauftragte der Bundesregierung, würdigte Forschungs- und Entwicklungsprojekte, die beispielhaft für Innovationskraft, Praxisbezug und technologischen Fortschritt im Mittelstand stehen. „Das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand und unsere weiteren Förderprogramme zielen auf den Mittelstand. Von den 3,9 Millionen Betrieben in Deutschland sind 99 Prozent kleine und mittlere Unternehmen. Sie werden zuweilen nicht gesehen und kommen nicht in den Schlagzeilen vor. Dennoch tragen sie unser Land, weil sie Kraftwerk und Kreativzentrum zugleich sind“, sagte Gitta Connemann. Die Auszeichnungen wurden in den Kategorien Einzelprojekt, Kooperationsprojekt, Handwerksprojekt und Innovationsnetzwerk vergeben.

ZIM-Einzelprojekt des Jahres 2026
Für das „ZIM-Einzelprojekt des Jahres“ wurde die SINOVO health solutions GmbH ausgezeichnet. Mit „AUdiTE“ entwickelte das Unternehmen ein Assistenzsystem zur automatisierten Analyse von Diabetesdaten. Die Software unterstützt Ärztinnen und Ärzte dabei, komplexe Therapieverläufe schneller auszuwerten und fundierte Therapieentscheidungen zu treffen. Die Anwendung reagiert auf zwei zentrale Herausforderungen in der Diabetesversorgung: immer größere Datenmengen und steigenden Zeitdruck im medizinischen Alltag. Eine regelbasierte Analyseplattform wertet relevante Daten automatisiert aus und liefert strukturierte Hinweise für die weitere Behandlung.

ZIM-Kooperationsprojekt des Jahres 2026
Die Auszeichnung für das „ZIM-Kooperationsprojekt des Jahres“ erhielten die A. Liersch GmbH und die css-elektronik Computersysteme Dr. Schmidt GmbH. Gemeinsam mit der Helmut-Schmidt-Universität Hamburg als Kooperationspartner entwickelten sie ein intelligentes Überwachungssystem für industrielle Nähprozesse. Das System erkennt sicherheitskritische Nahtfehler bei technischen Textilien automatisiert und in Echtzeit, etwa bei Sicherheitsgurten, Airbags oder Fallschirmen. Möglich wird dies durch die Kombination aus Sensorik, Magnetfeldmessung und KI-gestützter Anomalieerkennung. 

ZIM-Handwerksprojekt des Jahres 2026
Im Handwerk überzeugte die KTB Holzbearbeitung mit einem teilautomatisierten Lackierverfahren für Streichinstrumente. Das Unternehmen wurde für das  „ZIM-Handwerksprojekt des Jahres 2026“ ausgezeichnet. Es entwickelte ein teilautomatisiertes Lackierverfahren für Streichinstrumente, das die bislang sehr zeitaufwendige manuelle Lackierung kleiner und mittlerer Serien deutlich effizienter macht. Ein speziell angepasster Roboterarm ermöglicht einen reproduzierbaren Lackauftrag bei gleichzeitig hoher handwerklicher Qualität. Dadurch lassen sich Fertigungszeiten reduzieren und Produktionskapazitäten erhöhen, wobei die traditionelle Optik der Instrumente erhalten bleibt. 

ZIM-Innovationsnetzwerk des Jahres 2026
 
Als „ZIM-Innovationsnetzwerk des Jahres“ wurde das internationale Netzwerk META ausgezeichnet. Es verbindet Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Automatisierungsexperten aus Deutschland und Polen mit dem Ziel, digitale Produktionslösungen aus dem Bereich Industrie 4.0 für kleine und mittlere Unternehmen weiterzuentwickeln. Im Mittelpunkt stehen intelligente Fertigungssysteme, Automatisierung und datenbasierte Produktionsprozesse. Im Netzwerk entstanden unter anderem ein Infrarotspektroskopie-basiertes Messsystem für Kühlschmierstoffe sowie eine Technologie zur reproduzierbaren Verbesserung von Bauteiloberflächen.
 
Mittelstand als Innovationsmotor
Der Innovationstag Mittelstand 2026 machte deutlich, welche Rolle kleine und mittlere Unternehmen für die Innovationsfähigkeit Deutschlands spielen. Viele der vorgestellten Lösungen entstehen aus konkreten betrieblichen Herausforderungen. Sie sind nah an der Praxis, schnell in der Umsetzung und auf reale Marktbedarfe ausgerichtet. Gerade in wirtschaftlich anspruchsvollen Zeiten investieren mittelständische Unternehmen in neue Technologien, Prozesse und Produkte, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu sichern und auf veränderte Marktanforderungen zu reagieren.

Das technologie- und branchenoffene Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) zählt dabei zu den wichtigsten technologie- und branchenoffenen Förderprogrammen für den innovativen Mittelstand in Deutschland. Es unterstützt Forschungs- und Entwicklungsprojekte von Unternehmen ebenso wie Kooperationen mit Forschungseinrichtungen und Innovationsnetzwerken. 

„Der Mittelstand ist das Rückgrat unserer Wirtschaft. Er verfügt über eine besondere Stärke, ist für die Wettbewerbsfähigkeit unseres Landes von enormer Bedeutung und bringt die Innovationskraft mit, die wir brauchen, um Deutschland zukunftsfähig und zukunftsfest aufzustellen”, so Dr. Janina Jänsch, Leiterin der Abteilung „Mittelstand, Zukunftstechnologien, Start-ups“ im BMWE zur Eröffnung der Veranstaltung. 

Quelle:

AiF Projekt GmbH 

12.06.2026

BTE: "Keine verkaufsoffenen Sonntage mehr am Zweibrücken Fashion Outlet"

Mit Beschluss vom 03. Juni 2026 hat der Bundesgerichtshof (BGH) im Rechtsverfahren Modehaus Jakob Jost GmbH gegen Betty Barclay Group die Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision des Urteils des Pfälzischen Oberlandesgerichts Zweibrücken vom 23. Oktober 2025 (Az.: 4 U 202/21) final zurückgewiesen. Damit ist das Urteil rechtskräftig.

Die Entscheidung wirkt sich nicht nur unmittelbar auf die beklagte Betty Barclay Group aus, sondern entfaltet mittelbar faktische Wirkung für alle Händler, die im Zweibrücken Fashion Outlet (ZFO) Geschäfte betreiben. Der BTE hat das Verfahren von Anfang an begleitet.

Mit Beschluss vom 03. Juni 2026 hat der Bundesgerichtshof (BGH) im Rechtsverfahren Modehaus Jakob Jost GmbH gegen Betty Barclay Group die Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision des Urteils des Pfälzischen Oberlandesgerichts Zweibrücken vom 23. Oktober 2025 (Az.: 4 U 202/21) final zurückgewiesen. Damit ist das Urteil rechtskräftig.

Die Entscheidung wirkt sich nicht nur unmittelbar auf die beklagte Betty Barclay Group aus, sondern entfaltet mittelbar faktische Wirkung für alle Händler, die im Zweibrücken Fashion Outlet (ZFO) Geschäfte betreiben. Der BTE hat das Verfahren von Anfang an begleitet.

Mit dem Beschluss des BGH ist die Verordnung, die dem ZFO neben den vier anlassbezogenen verkaufsoffenen Sonntagen zwölf weitere Sonntagsöffnungen zu Ferienzeiten erlaubt, nunmehr endgültig vom Tisch. Bekanntlich hatte der BGH im Juli 2023 bereits entschieden, dass es bei der Zulassung von verkaufsoffenen Sonntagen im ZFO entgegen der seinerzeitigen Annahme des OLG Zweibrücken sehr wohl relevant ist, dass am Flugplatz Zweibrücken seit dem Jahr 2014 kein kommerzieller Linienflugverkehr mehr stattgefunden hat. Veränderten sich die maßgeblichen Umstände, müssten Verordnungen auch überprüft und angepasst werden.

BTE-Hauptgeschäftsführer Rolf Pangels konstatiert: „Nunmehr ist die letzte Patrone des ZFO verschossen und die jahrelange, mehr als dubiose Öffnungspraxis muss beseitigt werden. Wir fordern die neue rheinland-pfälzische Landesregierung nochmals auf, die entsprechende Durchführungsverordnung unverzüglich aufzuheben. Vor dem Hintergrund des aktuellen BGH-Beschlusses erwarten wir zudem, dass ab sofort sämtliche Geschäfte des ZFO an Feriensonntagen geschlossen bleiben.

Sollte dies nicht geschehen, werden wir uns gezwungen sehen, die Einhaltung der Rechtslage durch weitere geeignete rechtliche Schritte sicherzustellen. Dies kann bis hin zur Geltendmachung von Schadensersatzforderungen führen.“

Quelle:

BTE Handelsverband Textil Schuhe Lederwaren

Der U-Index misst in sich wiederholenden bevölkerungsrepräsentativen Umfragen die Einstellung zum Umweltschutz. Grafik (c) Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT
Der U-Index misst in sich wiederholenden bevölkerungsrepräsentativen Umfragen die Einstellung zum Umweltschutz.
11.06.2026

U-Index: "Umweltschutz und Nachhaltigkeit trotz aller Krisen weiterhin wichtig"

Wie nehmen Bürgerinnen und Bürger ökologische Herausforderungen wahr? Und wie aktiv sind sie selbst in Sachen Umweltschutz? Diesen Fragen geht das Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT in sich wiederholenden bevölkerungsrepräsentativen Umfragen auf den Grund und veröffentlicht die Ergebnisse unter dem Titel „Fraunhofer UMSICHT-Umweltindex (U-Index)“. Das erste Mal hat das Institut die Befragung Ende 2024 beauftragt und im September 2025 wiederholt.

Insgesamt wurden über 1000 Personen zu ökologischen Problemen, ihrer Bereitschaft zu Verhaltensänderungen und zur Umsetzung von Umweltschutzmaßnahmen im privaten und beruflichen Umfeld befragt.

Ein Blick auf die zentralen Ergebnisse:

Wie nehmen Bürgerinnen und Bürger ökologische Herausforderungen wahr? Und wie aktiv sind sie selbst in Sachen Umweltschutz? Diesen Fragen geht das Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT in sich wiederholenden bevölkerungsrepräsentativen Umfragen auf den Grund und veröffentlicht die Ergebnisse unter dem Titel „Fraunhofer UMSICHT-Umweltindex (U-Index)“. Das erste Mal hat das Institut die Befragung Ende 2024 beauftragt und im September 2025 wiederholt.

Insgesamt wurden über 1000 Personen zu ökologischen Problemen, ihrer Bereitschaft zu Verhaltensänderungen und zur Umsetzung von Umweltschutzmaßnahmen im privaten und beruflichen Umfeld befragt.

Ein Blick auf die zentralen Ergebnisse:

  • Entwicklung im Zeitverlauf: Die Daten zeigen, dass die Relevanz ökologischer Probleme im Vergleich zu 2024 nach wie vor hoch eingeschätzt wird, große Teile der Bevölkerung notwendige Anpassungen akzeptieren und die Handlungsbereitschaft im privaten Umfeld zunimmt.
  • Bewertung ökologischer Herausforderungen: Weniger als ein Drittel der Befragten geben an, dass ökologische Wirkungen im Vergleich zu Themen wie innere Sicherheit oder soziale Gerechtigkeit überbewertet werden. Rund 40 Prozent sehen die ökologische Dimension als nicht überbewertet an. Diejenigen, die sie als überbewertet ansehen, sind häufig männlich.
  • Konsumverzicht und Zukunftserwartungen: Rund die Hälfte der Befragten (49 Prozent) hält einen deutlichen Konsumverzicht für notwendig, um schädliche Umweltwirkungen zu vermeiden. Gleichzeitig glaubt knapp die Hälfte, dass es nicht mehr gelingen wird, diese ausreichend abzuwenden – insbesondere Frauen teilen diese Einschätzung häufiger.
  • Handlungsbereitschaft: Über ein Drittel (37 Prozent) der Befragten hat im privaten Umfeld in den vergangenen 12 Monaten aktiv Maßnahmen zum Umweltschutz umgesetzt. Eine vergleichbare Anzahl plant dies für die kommenden 12 Monate. Im beruflichen Umfeld liegt der Anteil bei etwa 18 Prozent.

„Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Themen Umweltschutz und Nachhaltigkeit trotz aller Krisen nach wie vor als wichtig eingestuft werden“, sagt UMSICHT-Wissenschaftler Jürgen Bertling. „Im Vergleich zum Vorjahr ist die positive Einstellung zu Umweltschutz 2025 gleichbleibend hoch. Die Zahlen widersprechen der häufig geäußerten Ansicht, dass die ökologische Modernisierung Deutschlands nicht mehrheitsfähig sei.“ Die nächste Umfrage ist für Oktober 2026 geplant.

Quelle:

Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT 

11.06.2026

Rezyklate sind ein strategischer Rohstoff für die europäische Industrie

Die Kunststoffrecyclingbranche in Deutschland und Europa steht an einem Wendepunkt. Während geopolitische Krisen und unterbrochene Lieferketten die Bedeutung von Rezyklaten als strategischen Rohstoff deutlich machen, kämpfen viele Recyclingunternehmen ums wirtschaftliche Überleben.

Diese Botschaft zog sich wie ein roter Faden durch den 28. Internationalen Altkunststofftag des bvse in Bad Neuenahr.

„Die Lage unserer Branche ist anspruchsvoll“, sagte bvse-Vizepräsident Herbert Snell in seiner Eröffnungsrede. Gleichzeitig sei die Situation heute besser als noch vor einem Jahr. Die Bedeutung von Rezyklaten für Versorgungssicherheit, Ressourcenschutz und industrielle Wettbewerbsfähigkeit werde zunehmend erkannt.

Die Kunststoffrecyclingbranche in Deutschland und Europa steht an einem Wendepunkt. Während geopolitische Krisen und unterbrochene Lieferketten die Bedeutung von Rezyklaten als strategischen Rohstoff deutlich machen, kämpfen viele Recyclingunternehmen ums wirtschaftliche Überleben.

Diese Botschaft zog sich wie ein roter Faden durch den 28. Internationalen Altkunststofftag des bvse in Bad Neuenahr.

„Die Lage unserer Branche ist anspruchsvoll“, sagte bvse-Vizepräsident Herbert Snell in seiner Eröffnungsrede. Gleichzeitig sei die Situation heute besser als noch vor einem Jahr. Die Bedeutung von Rezyklaten für Versorgungssicherheit, Ressourcenschutz und industrielle Wettbewerbsfähigkeit werde zunehmend erkannt.

Snell verwies auf die geopolitischen Verwerfungen der vergangenen Jahre. Bereits die Corona-Pandemie habe gezeigt, wie wichtig funktionierende Kreislaufwirtschaftssysteme für die Versorgungssicherheit seien. Nun führten neue Konflikte und gestörte Handelswege erneut vor Augen, wie abhängig Europa von internationalen Rohstoffströmen sei. „Warum diskutiert Europa strategische Autonomie bei Energie, Halbleitern und kritischen Rohstoffen – aber nicht bei Kunststoffen und Rezyklaten?“, fragte Snell. Rezyklate seien längst kein Nischenprodukt mehr, sondern ein strategischer Rohstoff für die europäische Industrie.

Mehr als eine Million Tonnen Recyclingkapazität verloren
Gleichzeitig warnte der bvse-Vizepräsident vor den dramatischen Folgen der anhaltenden Marktkrise. Europaweit seien seit 2023 mehr als eine Million Tonnen Recyclingkapazität vom Markt verschwunden. Verantwortlich seien vor allem der Preisverfall bei Neuware, die schwache Nachfrage nach Rezyklaten und ein Investitionsumfeld, das den Ausbau der Kreislaufwirtschaft eher erschwere als fördere. Damit steht die Branche vor einem grundlegenden Problem, das längst nicht nur Europa betrifft.

Weltweit zeigt sich, dass Recycling ohne wirksame politische Rahmenbedingungen wirtschaftlich kaum wettbewerbsfähig ist. Virgin Plastic ist häufig günstiger als Rezyklate, während Umwelt- und Klimakosten nach wie vor nicht ausreichend eingepreist werden. Sobald wirtschaftlicher Druck entsteht, geraten Kreislaufwirtschaft und Rezyklateinsatz vielerorts ins Hintertreffen. Für die Kunststoffrecycler ist deshalb klar: Der Markt allein wird die Transformation nicht leisten können.

„Wir feiern Quoten und beschädigen gleichzeitig die Qualität“
Besonders deutlich wurde der Vorsitzende des bvse-Fachverbandes Kunststoffrecycling, Dirk Textor. Er kritisierte scharf die aktuellen Rahmenbedingungen des Verpackungsrecyclings in Deutschland. „Deutschland gilt gerne als Recyclingweltmeister. Das klingt gut. Die Realität in den Anlagen sieht leider oft anders aus“, sagte Textor.

Aus seiner Sicht setzt das bestehende System die falschen Anreize. Der Fokus auf Mengen und Quoten führe dazu, dass die Qualität der erfassten und sortierten Kunststoffabfälle zunehmend leide. „Wir feiern Quoten, während wir gleichzeitig die Wirtschaftlichkeit und Qualität des Recyclings beschädigen. Den Letzten beißen die Hunde – und das sind die Kunststoffrecycler.“

Textor fordert deshalb eine grundlegende Neuausrichtung der Berechnungsmethoden. Maßstab müsse künftig der tatsächliche Output des Recyclingprozesses sein und nicht die angelieferte Menge. „Quantität ersetzt keine Qualität“, betonte er. Wenn Kreislaufwirtschaft industriell gedacht werde, müssten auch industrielle Qualitätsstandards gelten.

Design entscheidet über Recyclingfähigkeit
Ein weiterer Schwerpunkt der Diskussion war die Produktgestaltung. Nach Ansicht des bvse beginnt Recyclingfähigkeit nicht erst in der Sortieranlage. „Recyclingfähigkeit beginnt nicht in der Sortieranlage. Sie beginnt am Schreibtisch des Verpackungsdesigners“, sagte Textor. Noch immer würden Verpackungen entwickelt, die aus komplexen Materialverbunden bestehen, obwohl recyclingfreundlichere Lösungen verfügbar seien.

Design for Recycling müsse endlich vom Schlagwort zur Selbstverständlichkeit werden. Auch die seit Jahren diskutierte Ökomodulierung komme in Deutschland kaum voran. Während andere europäische Länder längst finanzielle Anreize für recyclinggerechtes Design und den Einsatz von Rezyklaten geschaffen hätten, werde hierzulande weiter diskutiert.

Ein weiteres zentrales Thema des Altkunststofftages war die zukünftige Rolle verschiedener Recyclingtechnologien. Aus Sicht der Branche wäre es ein Fehler, mechanisches und chemisches Recycling gegeneinander auszuspielen. Mechanisches Recycling bleibe überall dort die bevorzugte Lösung, wo hochwertige Stoffkreisläufe technisch möglich seien.

„Chemisches Recycling ist nicht die bessere Alternative zum mechanischen Recycling. Aber es kann die bessere Alternative zu Virgin Plastic sein“, lautet die Einschätzung von Branchenvertretern. Entscheidend sei, das Gesamtsystem zu optimieren. Kunststoffabfälle, die weder mechanisch noch chemisch verwertet werden können, enden ansonsten weiterhin in Verbrennungsanlagen oder auf Deponien.

Europa hat einen Vorsprung – darf ihn aber nicht verspielen
Trotz aller Kritik sehen die Unternehmen Europa im internationalen Vergleich grundsätzlich auf dem richtigen Weg. Rezyklateinsatzquoten, Herstellerverantwortung und Kreislaufwirtschaftspolitik hätten in Europa deutlich stärker Fuß gefasst als in vielen anderen Weltregionen.

Gleichzeitig warnen die Kunststoffrecycler davor, diesen Vorsprung durch übermäßige Bürokratie, hohe Energiekosten und fehlende Investitionssicherheit zu verspielen.

„Was wir jetzt brauchen, sind verlässliche Rahmenbedingungen, faire Wettbewerbsbedingungen und den politischen Willen, Recycling nicht nur als Umweltpolitik zu betrachten, sondern als Industriepolitik“, forderte Herbert Snell. Auch Dirk Textor appellierte an Politik und Wirtschaft, gemeinsam tragfähige Lösungen zu entwickeln: „Die Kreislaufwirtschaft wird nicht an mangelnder Technik scheitern. Sie wird scheitern, wenn Politik und Wirtschaft nicht bereit sind, die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen.“

Quelle:

bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung

10.06.2026

Textilien zum Anfassen und Mitnehmen – Hochschule-Hightech auf Münchberger Stadtfest

Wenn sich am 13. und 14. Juni 2026 die Innenstadt von Münchberg wieder in eine lebendige Festmeile verwandelt, ist auch die Hochschule Hof mit ihrem Campus Münchberg mittendrin statt nur dabei. Mit einem abwechslungsreichen Programm rund um das Thema Textilien präsentiert sich die Hochschule praxisnah, innovativ und vor allem zum Mitmachen.

Der Campus Münchberg steht seit jeher für zukunftsweisende Studienangebote im Bereich Textiltechnologie und -design. Genau diese Verbindung aus Tradition und Innovation wird auf dem Stadtfest erlebbar gemacht. Besucherinnen und Besucher erhalten spannende Einblicke in Studienmöglichkeiten und aktuelle Entwicklungen – von nachhaltigen Materialien bis hin zu Hightech-Textilien.

Wenn sich am 13. und 14. Juni 2026 die Innenstadt von Münchberg wieder in eine lebendige Festmeile verwandelt, ist auch die Hochschule Hof mit ihrem Campus Münchberg mittendrin statt nur dabei. Mit einem abwechslungsreichen Programm rund um das Thema Textilien präsentiert sich die Hochschule praxisnah, innovativ und vor allem zum Mitmachen.

Der Campus Münchberg steht seit jeher für zukunftsweisende Studienangebote im Bereich Textiltechnologie und -design. Genau diese Verbindung aus Tradition und Innovation wird auf dem Stadtfest erlebbar gemacht. Besucherinnen und Besucher erhalten spannende Einblicke in Studienmöglichkeiten und aktuelle Entwicklungen – von nachhaltigen Materialien bis hin zu Hightech-Textilien.

Personalisierte Brillenputztücher
Ein besonderes Highlight erwartet die Gäste direkt am Stand der Hochschule Hof: Bei der ersten Mitmachaktion können Besucherinnen und Besucher selbst Teil eines kreativen Prozesses werden. Vor Ort aufgenommene Fotos werden unmittelbar auf spezielles Sublimationspapier gedruckt und anschließend mithilfe einer Transferpresse auf Polyester-Brillenputztücher übertragen. So entsteht ein individuelles Andenken zum Mitnehmen – persönlich, praktisch und technologisch spannend zugleich.

“Was trage ich da eigentlich?”
Die zweite Aktion bringt Wissenschaft zum Anfassen: Mit einem tragbaren IR-Spektroskop scannen Expertinnen und Experten die Kleidung der Besucherinnen und Besucher. Ob Baumwolle, Polyester oder Mischgewebe – innerhalb weniger Sekunden wird sichtbar, aus welchen Materialien das eigene Outfit besteht. Ein faszinierender Einblick in die Welt moderner Materialanalyse.

„Unser Ziel ist es, die Begeisterung für textile Technologien zu wecken und zu zeigen, wie vielseitig und zukunftsorientiert dieser Bereich ist, der häufig nur mit Bekleidung in Verbindung gebracht wird. Wir möchten insbesondere junge Menschen inspirieren, sich mit unseren Studienangeboten auseinanderzusetzen und vielleicht sogar ihren beruflichen Weg darin zu finden.“
Prof. Dr. Anett Matthäi

Der Stand der Hochschule Hof lädt an beiden Festtagen zum Entdecken, Ausprobieren und Mitmachen ein. Ob Technikinteressierte, Familien oder Neugierige jeden Alters – hier wird Wissenschaft greifbar und Textilinnovation erlebbar. Ein Besuch lohnt sich – nicht nur für ein individuelles Erinnerungsstück, sondern auch für spannende Einblicke in eine Branche mit Zukunft.

Quelle:

Rainer Krauß, Hochschule Hof