Rohrkolben aus wiedervernässten Mooren soll zur Textilfaser werden
Rohrkolben aus Paludikultur soll künftig als Rohstoff für hochwertige Textilfasern nutzbar werden. Ein von der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe vorgestelltes Projekt der Hochschule Niederrhein untersucht, wie sich Fasern aus Typha latifolia so gewinnen und aufbereiten lassen, dass eine industrielle Verarbeitung möglich wird.
Im Mittelpunkt stehen skalierbare mechanische und chemisch-physikalische Aufschlussverfahren. Die gewonnenen Fasern werden auf Reißfestigkeit, Feinheit, Dehnbarkeit und Spinnfähigkeit untersucht. Anschließend sollen die bislang im Labormaßstab entwickelten Prozessschritte in Richtung industrieller Anwendung weiterentwickelt und dafür Prozessparameter sowie Qualitätsstandards definiert werden.
Der Ansatz verbindet Textiltechnik und Moorbodenschutz. Wiedervernässte Moore binden große Kohlenstoffmengen, bislang fehlen jedoch vielerorts wirtschaftlich tragfähige Absatzmärkte für die Biomasse aus Paludikultur. Eine textile Nutzung könnte landwirtschaftlichen Betrieben zusätzliche Erlösmöglichkeiten eröffnen und zugleich eine regionale Alternative zu fossilen Synthetikfasern schaffen.
Das Projekt läuft von Januar 2026 bis Dezember 2027. Geleitet wird es an der Hochschule Niederrhein von Prof. Dr.-Ing. habil. Maike Rabe. Der Entwicklungsstand ist noch früh: Die industrielle Eignung und eine belastbare Skalierung müssen im Projekt erst nachgewiesen werden.
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Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR) / Hochschule Niederrhein
