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Unternehmen und Märkte
Mammut stellt mit „Unwellness Retreat“ klassische Wellness-Kommunikation auf den Kopf
Mammut startet mit „Unwellness Retreat“ eine globale Kampagne, die die verbreitete Wellness- und Selbstoptimierungslogik bewusst umkehrt. Statt kontrollierter Routinen und Komfort stellt die Bergsportmarke Kälte, Höhe, Unsicherheit und das Erlernen neuer Fähigkeiten in den Mittelpunkt.
Ein erster Retreat wurde in Chile mit Content Creators umgesetzt. Die Kampagne wird mit Filmformaten fortgeführt und in mehreren Märkten durch Aktivierungen ergänzt. In der Schweiz plant Mammut gemeinsam mit Handelspartnern unter anderem eine Übernachtung auf einem Portaledge an der Verzasca-Staumauer sowie Trainingseinheiten mit Bergführern.
Für die Outdoorbranche ist weniger der einzelne Event als die Positionierungsstrategie interessant: Mammut verknüpft Bekleidung und Ausrüstung mit einem anspruchsorientierten Markenerlebnis und grenzt sich damit bewusst von der stark gewachsenen Wellness-Kommunikation im Lifestyle- und Activewear-Markt ab.
Nachhaltig sitzen und liegen
Im Projekt OrganoFoam hat das Fraunhofer LBF Polyurethan-Weichschäume entwickelt, die zu mehr als 90 Prozent aus biobasierten Rohstoffen bestehen. Ziel ist ein Ersatz für fossilbasierte Polsterschäume in Matratzen, Möbeln und Fahrzeugsitzen, ohne Abstriche bei Verarbeitung, Rückstellkraft oder Komfort.
Die Schäume entstehen aus biobasierten Polyolen und biobasierten Isocyanaten. Eine speziell angepasste Rezeptur ermöglicht die für Sitz- und Liegemöbel erforderliche offenporige Struktur ohne Naturfasern als tragendes Stützgerüst. Die hergestellten Blöcke lassen sich nach Angaben des Instituts mit bestehenden industriellen Verfahren zuschneiden, verkleben und mit üblichen Bezugsstoffen verarbeiten.
Bei der Alterungsbeständigkeit nennt Fraunhofer einen deutlichen Unterschied zur Referenz: Während konventioneller Schaum im UV-Test bereits nach rund 100 Stunden gelb und spröde geworden sei, habe sich der OrganoFoam-Schaum selbst nach 700 Stunden nur gering verfärbt. Auch Stauchhärte und Druckverformung lagen laut Projektteam auf konkurrenzfähigem Niveau.
Hohenstein lässt Umweltmanagement nach EMAS validieren
Hohenstein hat sein Umweltmanagement nach EMAS registrieren lassen. Das europäische Eco-Management and Audit Scheme verlangt von Unternehmen, Umweltwirkungen systematisch zu erfassen, Ziele festzulegen und die Entwicklung anhand belastbarer Kennzahlen zu dokumentieren. Die Umsetzung wird regelmäßig durch staatlich zugelassene Umweltgutachter überprüft.
Für die Registrierung analysierte Hohenstein die Umweltauswirkungen seiner Aktivitäten, bewertete Verbesserungspotenziale und definierte konkrete Umweltziele. Nach der Validierung wurde das Unternehmen in das offizielle EMAS-Register aufgenommen.
Die vollständige Umwelterklärung mit Zielen, Maßnahmen und Kennzahlen stellt Hohenstein öffentlich bereit. Für Kunden aus der Textil- und Bekleidungsindustrie ist der Schritt auch deshalb relevant, weil Hohenstein selbst Prüf-, Zertifizierungs- und Beratungsleistungen zu Qualität und Nachhaltigkeit anbietet und damit die eigene Umweltsteuerung stärker messbar und extern überprüfbar macht.
Elektrogesponnene Wundauflagen kombinieren Phagen, Proteine und MXene
Fraunhofer-Forschende entwickeln elektrogesponnene Wundauflagen, die mehrere therapeutische Funktionen in einer einzigen Membran zusammenführen. Ausgangsmaterial ist Polymilchsäure (PLA), aus der im Elektrospinning sehr feine Fasern und daraus taschentuchartige Membranen erzeugt werden.
Im M-ERA.NET-Projekt AntiMicroMXen sollen drei Wirkstoffgruppen kombiniert werden: antibakterielle Bakteriophagen, wundheilungsfördernde Proteine und antiseptische MXene. Die Phagen dienen als natürliche Alternative zu Antibiotika, die Proteine sollen die Neubildung von Hautzellen unterstützen, und die MXene wirken gegen Keime. Damit adressiert der Ansatz mehrere Phasen der Wundheilung gleichzeitig.
Technisch anspruchsvoll ist die unterschiedliche Empfindlichkeit der Komponenten. Proteine und Bakteriophagen müssen möglichst geschützt in den Fasern liegen, während MXene für ihre antiseptische Wirkung eher an der Oberfläche verfügbar sein sollen. Elektrospinning bietet hierfür einen Vorteil, weil das Verfahren ohne hohe Prozesstemperaturen auskommt und sich damit auch für sensible Biomaterialien eignet.
ITVP: 25 Jahre Transfer von textiler Medizintechnik in die Produktion
Die ITV Denkendorf Produktservice GmbH (ITVP) blickt auf 25 Jahre industrielle Medizintechnik zurück. Die Tochtergesellschaft der Deutschen Institute für Textil- und Faserforschung Denkendorf wurde am 1. Oktober 2001 gegründet, nachdem Entwicklungs- und Produktionsaufträge aus der damaligen DITF-Abteilung Biomedizintechnik den Rahmen eines Forschungsinstituts zunehmend überschritten hatten.
Heute beschäftigt die ITVP 40 Mitarbeitende und produziert auf rund 1.200 Quadratmetern Reinraumfläche. Das Spektrum reicht von resorbierbaren Polymeren über mono- und multifile Garne bis zu textilen Implantatstrukturen. Dazu zählen Herniennetze, resorbierbare chirurgische Netze und Bänder sowie gewirkte und gewebte Gefäßprothesen.
Bemerkenswert ist die vertikale Tiefe der Entwicklung: Nach Angaben der DITF reichen die Arbeiten von der molekularen Ebene bis zu nahezu fertigen Medizinprodukten, die vom Kunden nach Verpackung, Sterilisation und Zulassung in Verkehr gebracht werden können. Die ITVP fertigt dabei überwiegend für Medizinproduktehersteller, unter deren Namen die Produkte zugelassen werden.
EmpCo: Last-Minute-Nachbesserung schafft keine echte Übergangsfrist
Südwesttextil kritisiert die kurzfristige Änderung des UWG unmittelbar vor Anwendungsbeginn der neuen Vorgaben für Umwelt- und Nachhaltigkeitsaussagen. Die beschlossene Verhältnismäßigkeitsprüfung für bereits in Verkehr gebrachte Waren ist ein wichtiges Signal, ersetzt jedoch keine verlässliche Übergangsregelung.
Nur zwei Tage vor dem verbindlichen Anwendungsbeginn der neuen Vorgaben zur Umsetzung der „Empowering Consumers for the Green Transition“-Richtlinie (EmpCo) hatte der Deutsche Bundestag eine ergänzende Regelung für bereits in Verkehr gebrachte Waren beschlossen. Südwesttextil begrüßt, dass die besonderen Herausforderungen bei Altbeständen damit grundsätzlich anerkannt werden. Für die Unternehmen kommt die Nachbesserung jedoch zu spät und schafft keine tatsächliche Übergangsfrist.
Seit dem 27. September 2026 gelten deutlich strengere Anforderungen an Umwelt- und Nachhaltigkeitsaussagen. Unternehmen der Textil- und Bekleidungsindustrie müssen unter anderem Claims auf Produkten, Verpackungen und Hangtags sowie in Online-Shops und weiteren Marketingmaterialien an die neuen Vorgaben anpassen.
BTE künftig zuständig für Sportfacharbeit
Der BTE ist von seinen Mitgliedern sowie vom Handelsverband Deutschland (HDE) beauftragt worden, künftig die Facharbeit für den Einzelhandel mit Sportartikeln zu leisten. Damit reagiert die Handelsorganisation auf die bereits seit längerer Zeit erkennbare Verschmelzung der Handelslandschaft in den Bereichen Fashion, Schuhe und Sport sowie auch in einigen Bereichen mit Lederwaren. Die Sportfacharbeit wurde bislang vom Verband Deutscher Sportfachhandel, VDS e.V., als separater Fachverband betrieben.
Patricia Urquiola im Trend Space: Neue Design-Elemente für die Heimtextil 2027
Die Heimtextil Trends 27/28, kuratiert von Alcova, können im Trend Space auf der Heimtextil erlebt werden. In diesem Rahmen geht die Zusammenarbeit der Heimtextil mit Patricia Urquiola 2027 ins dritte Jahr. Im Trend Space präsentiert die Architektin und Designerin drei Skulpturen: Neben dem bekannten Element „Bambi“ entwickelt Urquiola zwei neue Stücke speziell für die Heimtextil. Damit präsentiert sie ihre eigene Interpretation des Trendthemas „The Performance of Everyday Living“.
2027 kommen zwei langjährige Designpartnerschaften der Heimtextil zusammen: Alcova kuratiert die Heimtextil Trends 27/28 „Home-Maxxing – The Performance of Everyday Living“. Zugleich baut Patricia Urquiola ihr Konzept der Skulptur „Bambi“ im Rahmen des Trend Spaces aus. Damit bringt sie ihre eigene Material- und Designsprache ein. Seit drei Jahren entwickeln sich beide Partnerschaften mit jeder Ausgabe der Heimtextil weiter. 2027 kommen sie erstmals direkt im Trend Space zusammen.
Heimtextil: Therapeutische Muster und Mythologie als Designquelle
Noch mehr junges Design und kreative Ideen: Zur kommenden Heimtextil geht die New Talent Area gestärkt in ihre zweite Auflage. Vom 12. bis 15. Januar 2027 begrüßt das kuratierte Areal mehr als 30 Teilnehmer*innen, von denen sich viele erstmals auf internationaler Bühne präsentieren. In Frankfurt zeigen sie aufregende textile Designs, überraschende Materialien und marktreife Produkte.
Hexcel beschleunigt Composite-Fertigung
Hexcel bringt zur CAMX 2026 mehrere Entwicklungen zusammen, die weniger auf spektakuläre Einzelbauteile als auf schnellere Industrialisierung von Composite-Strukturen zielen. Dazu gehört die NCAMP-Qualifizierung des HexWeb HRH-10 Aerospace-Wabenkerns. Nach Unternehmensangaben entsteht damit die erste öffentlich verfügbare NCAMP-Datenbasis für Wabenkernmaterialien in der Luftfahrt.
Solche qualifizierten Datensätze können Entwicklungs- und Freigabeaufwand reduzieren, weil Konstrukteure auf standardisierte Materialkennwerte zurückgreifen können. HRH-10 dient als Basismaterial für den Aufbau eines gemeinsamen Qualifizierungsrahmens.
Parallel erweitert Hexcel die US-Produktion des schnellhärtenden Prepreg-Systems HexPly M901. Genannt werden Aushärtezyklen von vier bis fünf Minuten und Anwendungen von unbemannten Systemen über Automotive und Medizintechnik bis zu industriellen Composites.
Eine weitere Neuheit ist ein weiterentwickelter HexWeb Vented Flex-Core Aluminiumwabenkern für stark konturierte Strukturen. Hohe Formbarkeit und integrierte Entlüftung sollen insbesondere Fertigungsprozesse für anspruchsvolle Aerospace-Geometrien vereinfachen.
Business
Normen & Standards
Fraunhofer: Positionspapier Normen & Standards
Studie - Lieferkettengesetz
HypoVereinsbank: Wettbewerbsnachteile durch Lieferkettengesetz
Fast drei Viertel der Befragten (70%) befürchtet, dass die Überwachung der gesamten Lieferkette den Mittelstand – insbesondere kleine Unternehmen – überfordern könnte.
Infos zum Download der Studie in unserem Newsbereich.
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