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Leinen, Baumwolle und textile Oberflächen prägen neue Leuchtenkonzepte

Textile Materialien gewinnen bei dekorativen Leuchten als sichtbare und haptische Gestaltungselemente an Bedeutung. In einer aktuellen Produkt- und Trendübersicht zeigt Lampenwelt.de Leuchtenschirme aus Leinen, Baumwolle, Bast sowie groberen Gewebestrukturen. Im Vordergrund stehen bewusst wahrnehmbare Fasern, Falten und unregelmäßige Oberflächen statt vollständig glatter Materialien.

Bei Pendelleuchten entstehen durch Kombinationen aus feinen und groben Geweben unterschiedliche Grade von Lichtstreuung und Materialpräsenz. Plissierte, gerippte oder cordartige textile Strukturen erzeugen an Deckenleuchten zusätzliche Schatteneffekte. Die Materialwahl beeinflusst damit nicht nur die ästhetische Wirkung, sondern auch die Wahrnehmung des ausgestrahlten Lichts im Raum.

Für Hersteller von Heim- und Objekttextilien ist diese Entwicklung als angrenzender Absatz- und Anwendungsmarkt interessant. Gefragt sind Gewebe, die Formstabilität, Oberflächencharakter und gewünschte Lichtdurchlässigkeit verbinden. Bei einem industriellen Einsatz wären darüber hinaus Brandschutz, Alterungsbeständigkeit, Reinigung und die Kompatibilität mit elektrischen Bauteilen zu prüfen.

Groz-Beckert reduziert am Stammsitz weitere 120 Stellen

Der Textilmaschinen- und Präzisionswerkzeugspezialist Groz-Beckert plant, am Standort Albstadt bis Ende 2027 insgesamt 120 Stellen abzubauen. Das Unternehmen begründet die Entscheidung mit einer seit mehreren Jahren schwachen Nachfrage im Kerngeschäft Textile Werkzeuge. Die Geschäftsführung informierte die Belegschaft am 15. Oktober im Rahmen einer Betriebsversammlung. Die Umsetzung soll schrittweise im Laufe des Jahres 2027 erfolgen und nach Unternehmensangaben sozialverträglich gestaltet werden.

Betroffen ist ein Geschäftsbereich, dessen Produkte für das Stricken und Wirken, Weben, die Vliesstoffherstellung, das Tuften, Nähen und Spinnen benötigt werden. Damit steht die Anpassung nicht isoliert für die Lage eines einzelnen Zulieferers, sondern berührt mehrere Fertigungsstufen der internationalen Textilindustrie. Groz-Beckert beschreibt den Bedarf an textilen Werkzeugen als dauerhaft unter dem früheren Niveau. Eine kurzfristige Markterholung sei derzeit nicht absehbar.

efix tricot modernisiert die Prozesse statt nur die Software

Der Damenoberbekleidungshersteller efix tricot aus Hechingen verbindet regionale Produktionskompetenz mit einer grundlegenden Modernisierung seiner Geschäftsprozesse. Das 1907 gegründete Familienunternehmen wird heute in vierter Generation von Dr. Franz Xaver Bumiller und seiner Tochter Johanna Eichler geführt.

Ein zentrales Vorhaben war die Einführung eines neuen Warenwirtschaftssystems. Statt bestehende Abläufe unverändert in eine neue Software zu übertragen, wurden zunächst Prozesse aufgenommen, hinterfragt und teilweise neu gestaltet. Ergänzend entstand eine unternehmensspezifische Anwendung. Nach Darstellung des Unternehmens ging das System nach neun Monaten und damit früher als ursprünglich geplant innerhalb des vorgesehenen Budgets live.

Die Umstellung betraf nicht nur die IT. Arbeitsabläufe, Verantwortlichkeiten und die Zusammenarbeit zwischen Generationen mussten angepasst werden. Johanna Eichler verantwortet unter anderem IT, Personal und Marketing; in der Kommunikation nutzt efix sowohl Mitarbeiterinnen als Models als auch experimentell KI-generierte Bildwelten.

Usbekistan verlagert Textilexporte zu Fertigwaren

Usbekistan arbeitet daran, sich vom Baumwoll- und Garnexporteur zu einem Anbieter höher verarbeiteter Textil- und Bekleidungsprodukte zu entwickeln. Der deutsche Branchenverband GESAMTMASCHE beschreibt diesen Strukturwandel anhand aktueller Außenhandelsdaten und eines Kooperationsprogramms für Unternehmerinnen.

Noch 2020 lag der Wert der Baumwollgarnexporte mit 941 Millionen US-Dollar deutlich über den Exporten fertiger Textilerzeugnisse. Im ersten Halbjahr 2026 entfielen nach den vom Verband genannten Zahlen bereits 53 Prozent der Textilexporte auf Fertigwaren und nur noch 31 Prozent auf Garne. Bis 2030 will Usbekistan die Produktion von Fertigerzeugnissen auf 20 Milliarden US-Dollar verdreifachen.

Das Programm GUZ Partners soll Kontakte zwischen usbekischen und deutschen Unternehmen fördern. Eine Gruppe usbekischer Unternehmerinnen nimmt derzeit in Albstadt an einem Trainingsprogramm teil. Die Teilnehmerinnen sollen ihre Erfahrungen in Unternehmen einbringen, Investitionsentscheidungen unterstützen und längerfristige Geschäftsbeziehungen entwickeln. Für deutsche Hersteller und Beschaffer ist die Entwicklung vor allem aus zwei Gründen interessant. 

EU–Indien: Zollfreiheit trifft auf ungleiche Lieferketten

Das geplante Freihandelsabkommen zwischen der EU und Indien soll Zölle auf Textilien und Bekleidung weitgehend unmittelbar nach Inkrafttreten beseitigen. Der Branchenverband GESAMTMASCHE warnt jedoch davor, formale Zollgleichheit mit vergleichbaren Wettbewerbsbedingungen gleichzusetzen.

Indien verfügt über eine weitgehend durchgängige textile Produktionskette vom Rohstoff bis zur Konfektion. Viele europäische Unternehmen organisieren dagegen einzelne Fertigungsstufen grenzüberschreitend und exportieren eher kleinere Mengen hochwertiger Spezialprodukte. Entsprechend ungleich sind die Handelsströme: Für 2024 nennt der Verband textile und bekleidungsbezogene EU-Importe aus Indien von knapp sieben Milliarden Euro, während die Exporte in die Gegenrichtung lediglich 366 Millionen Euro erreichten. Das entspricht ungefähr einem Verhältnis von 19 zu eins.

Holzchemie aus Leuna erreicht Industriemaßstab

UPM hat am 15. Oktober seine Bioraffinerie in Leuna eingeweiht. Die Anlage verarbeitet lignocellulosehaltige Biomasse zu erneuerbaren chemischen Grundstoffen und ist auf eine Jahreskapazität von 220.000 Tonnen ausgelegt.
Das Investitionsvolumen beziffert der finnische Konzern auf 1,37 Milliarden Euro.

Als Rohstoff dienen vor allem Buchenholz aus Durchforstungen und Reststoffe aus Sägewerken. 
Sie stammen nach Unternehmensangaben aus einem Radius von etwa 200 Kilometern und sind nicht für höherwertige Verwendungen wie Bauholz oder Möbel vorgesehen. 
In einem enzymatischen Hydrolyseprozess wird die Biomasse in Industriezucker und Lignin zerlegt. Daraus entstehen Vorprodukte, die bisher überwiegend aus fossilen Quellen gewonnen werden.

HAKRO erreicht 89 Punkte im Fair Wear Brand Performance Check

HAKRO bleibt im aktuellen Brand Performance Check der Fair Wear Foundation in der höchsten Bewertungskategorie „Leader“. Das Unternehmen erreichte 89 von 100 möglichen Punkten und verbesserte sich damit gegenüber dem Vorjahr um drei Punkte.

Der Brand Performance Check untersucht nicht nur einzelne Auditresultate in Produktionsstätten, sondern insbesondere, wie eine Marke ihre Einkaufs- und Lieferkettenprozesse organisiert. Dazu gehören Beschaffungsstrategie, Risikomanagement, Präventions- und Verbesserungsmaßnahmen sowie der Umgang mit Beschwerden und Arbeitnehmervertretung.

Nach Angaben von HAKRO stammen inzwischen 92 Prozent des Produktionsvolumens von Partnerbetrieben, mit denen das Unternehmen seit mindestens fünf Jahren zusammenarbeitet. Für nahezu das gesamte Produktionsvolumen seien zudem konkrete Maßnahmen- und Entwicklungspläne implementiert.

EU öffnet Markt für Textilien und Bekleidung aus Armenien

Textilien und Bekleidung mit armenischem Ursprung können seit dem 10. Oktober 2026 vorübergehend zollfrei in die Europäische Union eingeführt werden. Grundlage ist die EU-Verordnung 2026/2269. Nach Angaben von Gesamtmasche werden damit rund 80 Prozent der armenischen Ausfuhren in die EU liberalisiert.

Für die Textil- und Bekleidungsbranche ist die Regelung vergleichsweise breit angelegt. Erfasst werden die Textil- und Bekleidungskapitel 50 bis 63 der Kombinierten Nomenklatur. Darüber hinaus fallen unter anderem Lederwaren, Pelzwaren, Schuhe und Kopfbedeckungen unter die neuen Präferenzen.

Entscheidend für Importeure ist jedoch nicht allein der Produktionsstandort. Die Zollfreiheit gilt nur für Waren, die die vorgeschriebenen Ursprungsregeln tatsächlich erfüllen. Bei Bekleidung reicht eine reine Konfektionierung aus importierten Drittlandsgeweben in vielen Fällen nicht aus. Typischerweise ist eine sogenannte doppelte Transformation erforderlich. Unternehmen, die Armenien als Beschaffungsstandort nutzen, müssen deshalb genau prüfen, wo Garne, Gewebe und weitere Vorprodukte ihren Ursprung haben und welche Verarbeitungsschritte in Armenien erfolgen.

Textilindustrie fordert verlässliche Forschungsförderung für Mittelstand

Das Forschungskuratorium Textil (FKT) warnt vor Kürzungen bei den zentralen Förderprogrammen Industrielle Gemeinschaftsforschung (IGF) und Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM). Gerade für kleine und mittlere Unternehmen der Textilindustrie seien beide Instrumente von hoher Bedeutung, weil sie Forschung ermöglichen, die einzelne Betriebe allein kaum finanzieren könnten.

Nach Angaben des FKT arbeiten in Deutschland mehr als 2.000 kleine und mittlere Textilunternehmen mit 15 textilen Forschungsinstituten im Umfeld der Industriellen Gemeinschaftsforschung zusammen. Zu den Forschungsfeldern gehören neue Materialien, Kreislaufwirtschaft, Digitalisierung und energieeffiziente Produktionsverfahren.

VAUDE lässt Green Shape erstmals unabhängig zertifizieren

VAUDE hat als erste Marke die unabhängige Zertifizierung nach dem neuen Green-Shape-System abgeschlossen. Damit vollzieht das Unternehmen einen grundlegenden Wechsel: Aus dem ursprünglich von VAUDE selbst entwickelten Nachhaltigkeitsstandard wird ein unabhängiges Zertifizierungssystem, das künftig auch anderen Unternehmen der Textil- und Outdoorbranche offensteht.

Green Shape wurde 2010 von VAUDE entwickelt. Anfang 2026 übertrug das Unternehmen den Standard an den unabhängigen, gemeinnützigen Green Shape e.V. Der Verein fungiert seither als Programmeigner. Green Shape ist zudem als EU-Gewährleistungsmarke angelegt.

Die Kriterien betrachten nicht nur einzelne Materialien, sondern den Lebenszyklus eines Produktes von Design und Rohstoffauswahl über Herstellung und Nutzung bis zu Reparierbarkeit und End-of-Life. Die Einhaltung wird durch unabhängige Stellen geprüft. Nach Angaben von VAUDE werden zahlreiche Produkte der Herbst-/Winterkollektion 2026 bereits mit dem neuen zertifizierten Green-Shape-Label in den Handel kommen.

Business

Normen & Standards

Fraunhofer: Positionspapier Normen & Standards

Agieren deutsche Unternehmen zu zögerlich, wenn es darum geht, sich an Prozessen zur Standardisierung und Normung innovativer Technologien zu beteiligen?
 
Mehr zum Positionspapier in unserem Newsbereich.

Studie - Lieferkettengesetz

HypoVereinsbank: Wettbewerbsnachteile durch Lieferkettengesetz

Fast drei Viertel der Befragten (70%) befürchtet, dass die Überwachung der gesamten Lieferkette den Mittelstand – insbesondere kleine Unternehmen – überfordern könnte.

Infos zum Download der Studie in unserem Newsbereich.

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DaunenCheck

Willkommen bei DaunenCheck

Gebündeltes Wissen rund um das Thema Federn & Daunen:
 
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Zahlen & Statistik

Konjunkturdaten Textil & Bekleidung

Monatlich aktualisiert erhalten Sie hier die Konjunkturdaten zur deutschen Textil- und Bekleidungsindustrie:

  • Auftragseingangsindex
  • Umsatzindex
  • ifo-Konjunkturklimaindex
  • Kennziffern

Industrie-Statistiken finden Sie in unserer Datenbank zum Download.