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Unternehmen und Märkte
ARD-Podcast „Science TeaTime“ - Kleidung aus Zucker?
Wollpullover aus Zuckerfaser – Wie entstehen nachhaltige Textilien?
Ein Faden aus Zucker klingt nach einem Material, das sich beim ersten Regen auflöst. Die Glucanfaser, an der Sabina Dann forscht, soll genau das nicht tun. Sie lässt sich bereits stricken, zu Vlies verarbeiten, färben und bedrucken. Doch auf dem Weg zum fertigen Kleidungsstück können die Fasern beim Trocknen verkleben. Und selbst eine technisch perfekte Faser verkauft sich nur, wenn sie sich gut anfühlt, haltbar ist und die Wäsche übersteht. In Science Tea Time erzählt die Chemikerin, wie sie vom Wunsch, Biologin zu werden, in die Textiltechnik kam und ob aus ihrem Forschungsfaden einmal ein Pullover mit Marktchancen werden kann.
Die Hosts sind Caro Matzko & Frank Seibert: Die bekannten Wissenschafts-Journalist:innen schaffen eine Atmosphäre für echte, nahbare Gespräche – kein Smalltalk, kein Nerdtalk, sondern kluger, unterhaltsamer und inspirierender Wissenstalk.
Nach EP-Vorstoß: bevh drängt zu One-Stop-Shop und Kleinstmengen-Ausnahme
Das Europäische Parlament hat sich im Rahmen des Environmental Omnibus dafür ausgesprochen, eine Regel wieder abzuschaffen, wonach kleine Händler beim Verkauf in andere EU-Staaten einen Bevollmächtigten benennen müssen. Die EPR-Pflicht soll dem Parlament zufolge ausgenommen werden bei Textilien, Batterien, Elektrogeräten, Verpackungen und Einwegkunststoffen. Für Eva Behling, Leiterin Recht & Compliance beim bevh, geht die Initiative noch nicht weit genug:
„Für kleine Händler ist die geplante Erleichterung ein erster Lichtblick. Wir begrüßen, dass das Parlament unsere Stimme gehört hat, und hoffen auf eine schnelle Einigung in Brüssel. Die Zeit drängt, denn für viele Händler bedeutet die Bevollmächtigtenpflicht de facto ein Exportverbot. Die Aufhebung allein reicht jedoch nicht aus. Es braucht weitere Erleichterungen. Dazu gehört besonders die komplette Ausnahme für Kleinstmengen von sämtlichen EPR-Pflichten und die Einführung eines One Stop Shops für alle Meldepflichten.“
Starker Auftakt für die drupa 2028: Aussteller aus 38 Ländern
Rund eineinhalb Jahre vor Messestart entfaltet die Weltleitmesse für Printing Solutions bereits ihre globale Zugkraft: Unternehmen aus 38 Ländern haben sich für die drupa 2028 angemeldet – ein starkes Signal aus der internationalen Print- und Packaging-Industrie. Vom 9. bis 17. Mai 2028 wird Düsseldorf erneut zum Ort, an dem der Puls der Branche spürbar wird, Innovationen Gestalt annehmen und neue Geschäftsperspektiven entstehen. Unternehmen können sich noch bis zum 31. Oktober 2026 anmelden.
AVK-Innovationspreis 2026 – Gewinnende stehen fest
Die Gewinnenden des renommierten Innovationspreises für Faserverbundkunststoffe der AVK– In-dustrievereinigung Verstärkte Kunststoffe wurden in diesem Jahr am 20. Oktober 2026 im Rahmen des JEC Composites Talks DACH in Köln präsentiert.
Der Preis geht an Unternehmen, Institute und deren Partner jeweils in den drei Kategorien „Produkte und Anwendungen“, „Prozesse und Verfahren“ sowie „Forschung und Wissenschaft“ für herausra-gende Composites-Innovationen. Eine Fachjury aus Ingenieuren, Wissenschaftlern und Fachjourna-listen bewertet die Einreichungen in den drei Kategorien anhand von Kriterien wie Innovationshöhe, Realisierungsgrad und Nachhaltigkeit.
KATEGORIE INNOVATIVE PRODUKTE UND ANWENDUNGEN
PLATZ 1 | ANYBRID
PARTNER: AVANCO COMPOSITES, MITSUI CHEMICALS EUROPE, STRUCNAMICS, AFPT, HILTI KUNSTSTOFFTECHNIK, INSTITUT FÜR LEICHTBAU UND KUNSTSTOFFTECHNIK DER TU
DRESDEN
Zünd Technology Days 2026
Zwei Tage mit Live-Technologiedemos, Fachvorträgen und geführten Einblicken in reale Produktionsabläufe: Am 18. und 19. November 2026 öffnet Zünd am Hauptsitz in Altstätten seine Türen für internationale Fachbesucherinnen und Fachbesucher. Die Zünd Technology Days 2026 zeigen, wie sich Zuschnittprozesse in der Lederverarbeitung, im Textilzuschnitt, in der Dichtungsfertigung und im Composites-Zuschnitt effizienter, flexibler und zukunftssicher gestalten lassen.
Die Digitalisierung und Automatisierung von Produktionsprozessen bleibt eine der grössten Herausforderungen der Fertigungsindustrie. Anwender streben nach Lösungen, mit denen sie neue technologische Möglichkeiten erfolgreich für ihre Geschäftsmodelle nutzen können. Genau hier setzen die Zünd Technology Days 2026 an. Mit dem zweitägigen Open House legt Zünd den Fokus auf Schneidmaschinen, Zuschnitttechnologie, Automatisierungslösungen und Software, die die nächste Ära des digitalen Zuschnitts prägen.
Groz-Beckert reduziert am Stammsitz weitere 120 Stellen
Der Textilmaschinen- und Präzisionswerkzeugspezialist Groz-Beckert plant, am Standort Albstadt bis Ende 2027 insgesamt 120 Stellen abzubauen. Das Unternehmen begründet die Entscheidung mit einer seit mehreren Jahren schwachen Nachfrage im Kerngeschäft Textile Werkzeuge. Die Geschäftsführung informierte die Belegschaft am 15. Oktober im Rahmen einer Betriebsversammlung. Die Umsetzung soll schrittweise im Laufe des Jahres 2027 erfolgen und nach Unternehmensangaben sozialverträglich gestaltet werden.
Betroffen ist ein Geschäftsbereich, dessen Produkte für das Stricken und Wirken, Weben, die Vliesstoffherstellung, das Tuften, Nähen und Spinnen benötigt werden. Damit steht die Anpassung nicht isoliert für die Lage eines einzelnen Zulieferers, sondern berührt mehrere Fertigungsstufen der internationalen Textilindustrie. Groz-Beckert beschreibt den Bedarf an textilen Werkzeugen als dauerhaft unter dem früheren Niveau. Eine kurzfristige Markterholung sei derzeit nicht absehbar.
efix tricot modernisiert die Prozesse statt nur die Software
Der Damenoberbekleidungshersteller efix tricot aus Hechingen verbindet regionale Produktionskompetenz mit einer grundlegenden Modernisierung seiner Geschäftsprozesse. Das 1907 gegründete Familienunternehmen wird heute in vierter Generation von Dr. Franz Xaver Bumiller und seiner Tochter Johanna Eichler geführt.
Ein zentrales Vorhaben war die Einführung eines neuen Warenwirtschaftssystems. Statt bestehende Abläufe unverändert in eine neue Software zu übertragen, wurden zunächst Prozesse aufgenommen, hinterfragt und teilweise neu gestaltet. Ergänzend entstand eine unternehmensspezifische Anwendung. Nach Darstellung des Unternehmens ging das System nach neun Monaten und damit früher als ursprünglich geplant innerhalb des vorgesehenen Budgets live.
Die Umstellung betraf nicht nur die IT. Arbeitsabläufe, Verantwortlichkeiten und die Zusammenarbeit zwischen Generationen mussten angepasst werden. Johanna Eichler verantwortet unter anderem IT, Personal und Marketing; in der Kommunikation nutzt efix sowohl Mitarbeiterinnen als Models als auch experimentell KI-generierte Bildwelten.
Usbekistan verlagert Textilexporte zu Fertigwaren
Usbekistan arbeitet daran, sich vom Baumwoll- und Garnexporteur zu einem Anbieter höher verarbeiteter Textil- und Bekleidungsprodukte zu entwickeln. Der deutsche Branchenverband GESAMTMASCHE beschreibt diesen Strukturwandel anhand aktueller Außenhandelsdaten und eines Kooperationsprogramms für Unternehmerinnen.
Noch 2020 lag der Wert der Baumwollgarnexporte mit 941 Millionen US-Dollar deutlich über den Exporten fertiger Textilerzeugnisse. Im ersten Halbjahr 2026 entfielen nach den vom Verband genannten Zahlen bereits 53 Prozent der Textilexporte auf Fertigwaren und nur noch 31 Prozent auf Garne. Bis 2030 will Usbekistan die Produktion von Fertigerzeugnissen auf 20 Milliarden US-Dollar verdreifachen.
Das Programm GUZ Partners soll Kontakte zwischen usbekischen und deutschen Unternehmen fördern. Eine Gruppe usbekischer Unternehmerinnen nimmt derzeit in Albstadt an einem Trainingsprogramm teil. Die Teilnehmerinnen sollen ihre Erfahrungen in Unternehmen einbringen, Investitionsentscheidungen unterstützen und längerfristige Geschäftsbeziehungen entwickeln. Für deutsche Hersteller und Beschaffer ist die Entwicklung vor allem aus zwei Gründen interessant.
EU–Indien: Zollfreiheit trifft auf ungleiche Lieferketten
Das geplante Freihandelsabkommen zwischen der EU und Indien soll Zölle auf Textilien und Bekleidung weitgehend unmittelbar nach Inkrafttreten beseitigen. Der Branchenverband GESAMTMASCHE warnt jedoch davor, formale Zollgleichheit mit vergleichbaren Wettbewerbsbedingungen gleichzusetzen.
Indien verfügt über eine weitgehend durchgängige textile Produktionskette vom Rohstoff bis zur Konfektion. Viele europäische Unternehmen organisieren dagegen einzelne Fertigungsstufen grenzüberschreitend und exportieren eher kleinere Mengen hochwertiger Spezialprodukte. Entsprechend ungleich sind die Handelsströme: Für 2024 nennt der Verband textile und bekleidungsbezogene EU-Importe aus Indien von knapp sieben Milliarden Euro, während die Exporte in die Gegenrichtung lediglich 366 Millionen Euro erreichten. Das entspricht ungefähr einem Verhältnis von 19 zu eins.
Holzchemie aus Leuna erreicht Industriemaßstab
UPM hat am 15. Oktober seine Bioraffinerie in Leuna eingeweiht. Die Anlage verarbeitet lignocellulosehaltige Biomasse zu erneuerbaren chemischen Grundstoffen und ist auf eine Jahreskapazität von 220.000 Tonnen ausgelegt.
Das Investitionsvolumen beziffert der finnische Konzern auf 1,37 Milliarden Euro.
Als Rohstoff dienen vor allem Buchenholz aus Durchforstungen und Reststoffe aus Sägewerken.
Sie stammen nach Unternehmensangaben aus einem Radius von etwa 200 Kilometern und sind nicht für höherwertige Verwendungen wie Bauholz oder Möbel vorgesehen.
In einem enzymatischen Hydrolyseprozess wird die Biomasse in Industriezucker und Lignin zerlegt. Daraus entstehen Vorprodukte, die bisher überwiegend aus fossilen Quellen gewonnen werden.
Business
Normen & Standards
Fraunhofer: Positionspapier Normen & Standards
Studie - Lieferkettengesetz
HypoVereinsbank: Wettbewerbsnachteile durch Lieferkettengesetz
Fast drei Viertel der Befragten (70%) befürchtet, dass die Überwachung der gesamten Lieferkette den Mittelstand – insbesondere kleine Unternehmen – überfordern könnte.
Infos zum Download der Studie in unserem Newsbereich.
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