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Unternehmen und Märkte
Groz-Beckert schließt Carding-Standort Deerlijk bis Ende 2026
Groz-Beckert wird den Produktionsstandort seiner Tochtergesellschaft Groz-Beckert Carding Belgium in Deerlijk bis Ende 2026 schließen. Nach Abschluss des formellen Informations- und Konsultationsverfahrens sollen die nächsten rechtlich vorgesehenen Schritte eingeleitet werden. Am Standort arbeiten 58 Beschäftigte; produziert werden metallische Ganzstahlgarnituren für den Geschäftsbereich Nonwovens.
Das Unternehmen begründet die Entscheidung mit strukturellen Kostennachteilen, zunehmendem Wettbewerb durch Anbieter mit niedrigeren Kostenstrukturen und anhaltendem Preisdruck. Eine tragfähige Alternative sei auch nach Beratung mit den Arbeitnehmervertretungen nicht gefunden worden. Die Produktion soll schrittweise eingestellt und auf andere Standorte im globalen Groz-Beckert-Netzwerk verlagert werden. Für die Branche ist die Meldung mehr als eine lokale Standortnachricht: Sie zeigt den Anpassungsdruck bei prozesskritischen Zulieferteilen für die Vliesstoffproduktion und die fortschreitende Neuordnung europäischer Produktionsstrukturen.
HDE: Bundesregierung entfernt sich weiter von angekündigter Strompreissenkung
Der Handelsverband Deutschland (HDE) kritisiert die geplante Kürzung des Zuschusses zu den Übertragungsnetzkosten auf 5,5 Milliarden Euro jährlich ab 2027. Damit entferne sich die Bundesregierung weiter von ihrem im Koalitionsvertrag angekündigten Ziel, die Stromkosten für alle um mindestens fünf Cent je Kilowattstunde zu senken. Angesichts der absehbar deutlich steigenden Netzkosten sei eine stärkere und dauerhafte Entlastung der Stromkunden dringend erforderlich.
„Statt die Stromkunden angesichts stark steigender Netzkosten dauerhaft zu entlasten, wird der Zuschuss gekürzt. Das erhöht den Kostendruck auf den Handel und erschwert notwendige Investitionen“, so Antje Gerstein, HDE-Geschäftsführerin Nachhaltigkeit.
Barmag mit Dosierpumpenlösungen auf der ASE China
Vom 15. bis 17. September 2026 präsentiert der Geschäftsbereich Pumpen von Barmag auf der ASE China im Shanghai New International Expo Centre seine Lösungen für die präzise Förderung und Dosierung von Klebstoffen, Dichtstoffen und anderen hochviskosen Medien. Im Mittelpunkt des Messeauftritts stehen hochpräzise Zahnrad-Dosierpumpen, die Anlagenbetreiber dabei unterstützen, Materialeinsatz, Prozessstabilität und Produktqualität nachhaltig zu optimieren.
Präzision für Klebstoffe und Dichtstoffe
Die Anforderungen an moderne Kleb- und Dichtstoffanwendungen steigen kontinuierlich. Hersteller erwarten reproduzierbare Dosierergebnisse, minimale Materialverluste und eine zuverlässige Verarbeitung in zunehmend anspruchsvollen Prozessen.
Praxistaugliche Ausgestaltung des Produktsicherheitsgesetzes gefordert
Mit der Neufassung des Produktsicherheitsgesetzes werden die europäischen Vorgaben zur allgemeinen Produktsicherheit in nationales Recht überführt. Als Wirtschafts- und Arbeitgeberverband unterstützt Südwesttextil das Ziel eines hohen Verbraucherschutzniveaus, fordert aber eine praxistaugliche, verhältnismäßige und rechtssichere Ausgestaltung. Dieser stehen aktuell mangelnde Rechtsklarheit und ein unverhältnismäßiger administrativer Aufwand entgegen.
Europa setzt bei ausgedienten Windrotorblättern auf Recycling
Seit 2026 hat sich Europas Windenergiebranche selbst verpflichtet, dass Rotorblätter von Windturbinen nicht auf Deponien enden, wenn sie das Ende ihrer Nutzungsdauer erreicht haben. Das von der EU geförderte Forschungsprojekt REWIND zeigt Wege auf, diese Verbundwerkstoffabfälle wiederzuverwenden. Die Deutschen Institute für Textil- und Faserforschung Denkendorf (DITF) sind einer von 13 Projektpartnern aus sieben Ländern.
REWIND steht für Efficient Decommissioning, Repurposing and Recycling to increase the Circularity of end-of-life Wind Energy Systems. Die Projektpartner entwickeln grundlegende Technologien und Verfahren für die Demontage, das Recycling und die Wiederverwendung der Verbundwerkstoffe. Ziel ist es, die Windrotorblätter kreislauffähig zu machen statt sie zu deponieren oder zu verbrennen.
Das Konsortium hat ein Modell validiert, mit dem sich das mechanische Verhalten der wiedergewonnenen Materialien mit einer Genauigkeit von über 90 % vorhersagen lässt. Damit sind sie für anspruchsvolle Anwendungen wie zum Beispiel in Elektrofahrzeugen oder als Dämmstoff geeignet.
HDE kritisiert Pläne für digitale Bonpflicht
Die Bundesregierung plant, die Pflicht zur Ausgabe von Kassenzetteln auf Papier zum 1. Januar 2028 abzuschaffen und stattdessen die Ausgabe digitaler Belege vorzuschreiben. Der Handelsverband Deutschland (HDE) sieht darin einen klaren Wortbruch der Politik und pocht auf die Abschaffung jeglicher Bonpflicht, so wie es auch im Koalitionsvertrag formuliert ist. Für den Einzelhandel würde eine Umstellung auf digitale Kassenzettel zusätzlichen technischen und finanziellen Aufwand bedeuten.
„Im Koalitionsvertrag wurde die Abschaffung der Bonpflicht vereinbart. Die Einzelhändler erwarten daher zu Recht, dass dieses Versprechen auch umgesetzt wird. Wenn nun lediglich der Papierbon abgeschafft und durch einen verpflichtenden digitalen Beleg ersetzt wird, bleibt die Belegpflicht faktisch bestehen. Das ist eine große Enttäuschung für den Einzelhandel. Gleichzeitig drohen den Unternehmen erhebliche Investitionen in ihre Kassensysteme, und das in einer wirtschaftlich ohnehin angespannten Situation“, erklärt HDE-Steuerexperte Ralph Brügelmann.
Supreme Women&Men München: Lust auf Neues ist zurück
Die aktuelle Ausgabe der SUPREME WOMEN&MEN München zeigte, dass im Ordergeschäft wieder gezielt nach neuen Themen und neuen Geschäftschancen gesucht wird.
Die aktuelle Ausgabe der SUPREME WOMEN&MEN München machte sichtbar, dass Einkäufer nicht nur mit konkreten Orderplänen anreisten. Sie suchten aktiv nach neuen Kollektionen, neuen Marken und neuen Impulsen für die kommende Saison.
Zwischen DOB und HAKA, Schuhen und Accessoires zeigte sich in München ein breites Spektrum an Kollektionen und Stilrichtungen. Auffällig war vor allem die gezielte Suche der Einkäufer nach neuen Themen und konkreten Sortimentsimpulsen. Kleider spielten dabei eine besonders starke Rolle. Die Lust auf Neues zeigte sich dabei nicht nur in der Auswahl, sondern auch in einer veränderten Stimmung im Markt. Spürbar ist eine neue Sehnsucht nach Emotionalität, Wertigkeit und Tradition:
Gerade in einem Markt, in dem Zeit und Budgets sehr bewusst eingesetzt und Termine gezielt gewählt werden, steigt der Anspruch an Orderformate. Entscheidend ist nicht allein die Zahl der Kontakte, sondern ob die richtigen Marken, Einkäufer und Agenturen zur richtigen Zeit zusammenkommen.
IFCO – Istanbul Fashion Connection August 19–21, 2026
Vom 19. bis 21. August 2026 feiert die Istanbul Fashion Connection (IFCO) im Istanbul Expo Center ihre 10. Ausgabe und bringt exportorientierte Hersteller, etablierte Marken und internationale Sourcing-Unternehmen der türkischen Bekleidungsindustrie mit Einkäufern aus aller Welt zusammen.
Mehr als 300 Aussteller präsentieren auf 35.000 Quadratmetern ein umfassendes Fashion-Ökosystem mit Damen-, Herren- und Kindermode, Denim, Activewear, Abendmode, Brautmode, Wäsche, Strümpfen, Leder- und Pelzbekleidung sowie Schuhen. Ergänzt wird das Angebot durch die spezifischen Produktwelten IFCO Woman, IFCO Man, IFCO Kids und LineExpo, die klar definierte Sourcing-Bereiche für alle wichtigen Marktsegmente schaffen.
MENANG nimmt Produktion mit Airlay-Linie von ANDRITZ wieder auf
MENANG, ein malaysischer Hersteller von Vliesstoffkomponenten für die Automobilindustrie, hat seine Produktion nach einem Großbrand Mitte März 2026, bei dem die Airlay-Linie des Unternehmens schwer beschädigt wurde, wieder aufgenommen. Eine neue Airlay-Linie von ANDRITZ ermöglichte die Wiederaufnahme der Produktion innerhalb von nur vier Monaten.
Unmittelbar nach dem Brand leitete MENANG ein Wiederaufbauprogramm ein und bestellte Ende März eine neue Airlay-Linie bei ANDRITZ. In enger Zusammenarbeit mit MENANG schloss ANDRITZ die Montage und Inbetriebnahme der Linie dank eines stark gestrafften Projektzeitplans bis Mitte Juli ab. Durch die parallele Durchführung der Wiederaufbauarbeiten am Standort und der Anlagenmontage konnte MENANG die Rückkehr zum Normalbetrieb beschleunigen und die Auswirkungen auf die Produktion minimieren.
Greenwashing-Verbot: bevh fordert Abverkaufsfrist und Erlass gegen Steuern auf Sachspenden
„ Es wäre absurd, ausgerechnet intakte Produkte zu entsorgen, nur weil sie wegen einer neuen Umweltschutzrichtlinie nicht mehr marktfähig sind.“ Doch genau dieses Szenario droht: Am 27. September 2026 tritt in der EU die neue EmpCo-Richtlinie in Kraft. Sie verbietet unbestimmte Umweltaussagen („Greenwashing“) und soll für mehr Transparenz für Verbraucherinnen und Verbraucher sorgen. Betroffen sind beispielsweise Produkte mit dem Aufdruck „klimaneutral gedruckt“, bei denen die Emissionen lediglich über CO₂-Kompensationen ausgeglichen wurden.
Die Vorgaben stellten Unternehmen vor ein Dilemma, so der bevh: Neuwertige Waren oder Verpackungen, die ursprünglich völlig rechtskonform bedruckt wurden, verlieren schlagartig ihre Verkehrsfähigkeit. Da viele dieser Produkte nachträglich nicht mehr angepasst werden können, bleibt oft nur die Vernichtung.
Business
Normen & Standards
Fraunhofer: Positionspapier Normen & Standards
Studie - Lieferkettengesetz
HypoVereinsbank: Wettbewerbsnachteile durch Lieferkettengesetz
Fast drei Viertel der Befragten (70%) befürchtet, dass die Überwachung der gesamten Lieferkette den Mittelstand – insbesondere kleine Unternehmen – überfordern könnte.
Infos zum Download der Studie in unserem Newsbereich.
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