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bluepass richtet sich auf EmpCo aus

bluesign erläutert, wie das Zertifizierungssystem bluepass auf die ab 27. September 2026 durchsetzbaren Vorgaben der EU-Richtlinie Empowering Consumers for the Green Transition (EmpCo/ECGT) ausgerichtet werden soll. Die Richtlinie verschärft Anforderungen an Umwelt- und Sozialclaims sowie an die Systeme hinter verbrauchergerichteten Nachhaltigkeitslabels.

Nach bluesign umfasst das Modell eine unabhängige Produktzertifizierung durch eine akkreditierte Konformitätsbewertungsstelle nach ISO/IEC 17065, öffentlich zugängliche Kriterien, jährliche Überwachung einschließlich Produkttests sowie einheitliche Zugangsbedingungen. Die überarbeiteten Kriterien und das Scheme-Dokument sollen zur öffentlichen Konsultation gestellt werden.

Für bestehende Systempartner soll sich operativ zunächst wenig ändern. Bestehende Zertifizierungen und bluesign PRODUCT- bzw. APPROVED-Kennzeichnungen bleiben nach Darstellung des Unternehmens gültig; die Umstellung auf bluepass soll mit dem nächsten Label-Produktionszyklus erfolgen. Wichtig bleibt: Die Verantwortung für einen rechtskonformen Claim liegt beim Unternehmen, das das Produkt im EU-Markt anbietet.

Mikrofasern reisen durch die Luft

Eine schweizweite Untersuchung von Empa, Eawag und Agroscope beziffert erstmals systematisch, wie viel Mikroplastik über die Atmosphäre auf Böden und Gewässer gelangt. Hochgerechnet auf Gebiete unterhalb von 2.000 Metern Höhe lagern sich jährlich rund 219 Tonnen Mikroplastik ab. Etwa 78 Tonnen treffen landwirtschaftliche Flächen, rund zehn Tonnen direkt Gewässer.

Als mögliche Quellen nennt die Medienmitteilung unter anderem lose Fasern aus Funktionskleidung, PET-Produkte und andere Kunststoffanwendungen. Gemessen wurde ein Jahr lang an fünf Standorten. Die Partikel zwischen 20 und 215 Mikrometern wurden mithilfe bildgebender Infrarotmikrospektroskopie analysiert. Besonders häufig fanden die Forschenden PET, Polyethylen und Polypropylen.

Für die Textilindustrie ist vor allem relevant, dass Mikrofasern nicht nur über Waschwasser, sondern auch über die Atmosphäre in Umweltkompartimente gelangen können. Die Daten liefern damit einen weiteren Baustein für die Diskussion um Faserfreisetzung, Materialwahl und Kreislaufführung. Die Forschenden betonen zugleich, dass gesundheitliche und ökologische Langzeitfolgen weiterhin Gegenstand der Forschung sind.

Lausitz soll zum Faser-Revier werden

Ein neues Forschungsprojekt will die Lausitz vom ehemaligen Braunkohlerevier zu einer Modellregion für eine regional verankerte Naturfaserwirtschaft entwickeln. Im Projekt „LauTra“ untersuchen das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung und die Hochschule Zittau/Görlitz über drei Jahre, welche Wertschöpfungsketten sich mit Flachs, Nutzhanf, Fasernessel, Miscanthus sowie Reststoffen wie Stroh und kommunalem Laub aufbauen lassen.

Im Mittelpunkt stehen ausdrücklich nicht klassische Bekleidungstextilien, sondern industrielle Anwendungen. Genannt werden naturfaserverstärkte Kunststoffe, Spezialpapiere, Leichtbauplatten, Faserverbundwerkstoffe, Formteile für die Automobilindustrie und neue Verpackungslösungen. Ein regional aufgelöstes Stoffstrommodell soll Rohstoffpotenziale, Verarbeitungswege, Flächenkonkurrenzen und mögliche Engpässe sichtbar machen.

BTE stellt Handel Handreichung zur EmpCo-Richtlinie bereit

Die Empowering Consumers for the Green Transition Directive (EU) 2024/825 (EmpCo) verschärft ab dem 27. September 2026 die Anforderungen an Umwelt- und Nachhaltigkeitsaussagen gegenüber Verbraucherinnen und Verbrauchern deutlich. Ziel der EU-Richtlinie ist es, Greenwashing zu unterbinden. Künftig sind pauschale Begriffe wie „nachhaltig“, „umweltfreundlich“ oder „grün“ nur noch zulässig, wenn sie durch eine anerkannte herausragende Umweltleistung belegt werden. Eigene Nachhaltigkeitssiegel ohne unabhängige Zertifizierung, irreführende oder pauschale Umweltaussagen sowie Klimaneutralitätsaussagen zu Produkten werden künftig unzulässig.
 
Unternehmen des Textil-, Schuh- und Lederwarenhandels müssen deshalb ihre gesamte Nachhaltigkeits- und Marketingkommunikation sowohl online als auch stationär kritisch überprüfen. „Die EmpCo-Richtlinie trifft den Handel in einer ohnehin herausfordernden Phase. Besonders problematisch ist, dass keine Abverkaufs- oder Übergangsfristen vorgesehen sind. Dadurch entstehen erhebliche rechtliche Unsicherheiten und praktische Herausforderungen für Händlerinnen und Händler“, so Marika Hanschke, Referentin für Kreislaufwirtschaft beim BTE.

Raumfahrt treibt Textilien an

Innovationen aus der Raumfahrt finden seit Jahrzehnten ihren Weg in textile Anwendungen. Ein aktueller Beitrag des Texpertise Network von Messe Frankfurt zeigt, dass diese Transferbewegung wieder an Dynamik gewinnt. Hintergrund sind neue Mond- und Marsprogramme, für die Textilien deutlich mehr leisten müssen als klassische Bekleidungs- oder Interieurmaterialien: gefordert sind geringes Gewicht, hohe mechanische Belastbarkeit, thermische Regulation, Schutzfunktionen und zuverlässige Performance unter extremen Umweltbedingungen.

Der Beitrag verweist unter anderem auf den Austausch zwischen NASA-Fachleuten und der Textilindustrie auf der Techtextil 2026. Die Botschaft ist wirtschaftlich relevant: Entwicklungen für Raumanzüge, Habitat-Systeme oder thermische Schutzschichten können später auch in Automotive, Sport, Outdoor, Arbeitsschutz oder Gebäudetechnik eingesetzt werden. Gerade textile Systeme bieten Vorteile, weil Funktionen wie Isolation, Feuchtigkeitsmanagement, Sensorik und Schutz in leichten, flexiblen Strukturen kombiniert werden können.

RE&UP zieht in Zalando-Basics ein

RE&UP bringt seine textile-to-textile recycelte Baumwolle erstmals in Zalandos Eigenmarkensortiment. Eine fünfteilige T-Shirt-Kollektion der Labels YOURTURN und Even&Odd verwendet einen Stoff aus 20 Prozent RE&UP Next-Gen Cotton und 80 Prozent Bio-Baumwolle. Für den Recyclinganbieter ist das vor allem deshalb relevant, weil ein alltagstaugliches Basisprodukt statt einer limitierten Konzeptkollektion gewählt wurde.

RE&UP verarbeitet Pre- und Post-Consumer-Textilabfälle über automatisierte Sortierung, Zerlegung und Entfärbung zu neuen Fasern. Nach Unternehmensangaben soll die daraus gewonnene Recyclingbaumwolle die für größere Marken erforderliche Festigkeit, Gleichmäßigkeit und Rückverfolgbarkeit erreichen. Gerade bei T-Shirts sind Haptik, Haltbarkeit und reproduzierbare Stoffqualität entscheidend; ein Einsatz in diesem Segment ist daher ein belastbarer Test für industrielle Skalierbarkeit.

BTE fordert Abschaffung der Sonderregelung für zusätzliche verkaufsoffene Sonntage am Zweibrücken Fashion Outlet (ZFO)

Der BTE fordert die Landesregierung Rheinland-Pfalz erneut auf, die Landesverordnung zur Durchführung des § 7 Abs. 2 des Ladenöffnungsgesetzes unverzüglich aufzuheben. Damit müssen die unrechtmäßigen Öffnungen an zwölf Feriensonntagen im Zweibrücken Fashion Outlet (ZFO), die seit vielen Jahren zulasten vieler Mode-, Schuh- und Lederwareneinzelhändler im Einzugsbereich des Centers gehen, endgültig beendet werden. Nach mehreren Urteilen und Beschlüssen der verschiedenen Instanzen und Gerichte steht unzweifelhaft fest, dass die Verordnung verfassungswidrig und damit nichtig ist. Die Landesregierung hat keinen Ermessensspielraum mehr, sie muss jetzt handeln. 
 

Recover skaliert Recyclingbaumwolle

Recover beziffert die Jahreskapazität seines weltweiten Produktionsnetzes für mechanisch recycelte Baumwolle inzwischen auf 84.300 Tonnen. Fünf Produktionsstandorte in Europa, Südasien, Südostasien und Zentralamerika sollen nach einheitlichen Qualitäts- und Managementsystemen arbeiten. Über mehr als 140 Spinnereipartner, Stoffangebote und fertige Blank-Produkte will das Unternehmen Marken ermöglichen, Recyclingmaterial an unterschiedlichen Punkten der Lieferkette einzusetzen.

Der Nachhaltigkeitsbericht 2025 trennt nach Darstellung von Recover die durch den Einsatz der Recyclingfaser ermöglichten Umweltentlastungen von den Emissionen der eigenen Geschäftstätigkeit. Für 2025 nennt das Unternehmen gegenüber konventioneller Baumwolle Einsparungen von 47.566 Tonnen CO₂-Äquivalenten in Scope 3 sowie mehr als 25 Milliarden Litern Wasser. Pro Kilogramm werden unter anderem 99,9 Prozent weniger Wasserverbrauch, 93 Prozent weniger CO₂-Äquivalente und 96 Prozent weniger Energie angegeben. Die zugrunde liegenden LCAs für Spanien und Bangladesch wurden laut Recover unabhängig durch EcoReview geprüft und nach ISO 14040/14044 sowie PEF-Methodik erstellt.

Papier-Sensor faltet sich an den Körper

Forschende des Shibaura Institute of Technology in Japan haben ein parametrisches Designverfahren für papierbasierte Wearable-Sensoren entwickelt, die sich nach dem Bedrucken selbst zu einer helikalen Struktur falten und an Finger oder Unterarm anlegen. Statt Gurten oder Klebstoffen entsteht die Passform aus der Geometrie des gedruckten Faltmusters.

Der Prozess beginnt mit einem Standard-Inkjetdrucker. Aus den gewünschten Abmessungen des Körperbereichs erzeugt die Software ein zweidimensionales Muster, dessen definierte Faltlinien das Papier in eine dreidimensionale Helix überführen. Die Forschenden entwickelten zwei Werkzeuge: eines erzeugt das Druckmuster und eine 3D-Vorschau, das zweite berechnet aus Zielmaßen automatisch die passende Geometrie. Bei Prototypen für Finger und Unterarm lagen die realen Abmessungen innerhalb von etwa fünf Prozent der Zielwerte.

Teijin bringt Recycling-CFK in Mobilität

WHILL setzt beim kommenden elektrischen Mobilitätsgerät Model C Lite auf Teijins carbonfaserverstärkten Thermoplast Sereebo P CFP. Das Material wird für mehrere strukturelle Bauteile verwendet, darunter Fußstütze, Rückenstütze, Armlehnen und Batteriegehäuse. Damit erreicht ein spritzgießbarer CFRTP-Werkstoff eine Anwendung, bei der geringes Gewicht, Bauteilkomplexität und robuste Alltagstauglichkeit unmittelbar zusammenkommen.

Sereebo P CFP besteht nach Angaben von Teijin aus postindustriell recycelten Carbonfasern, die gleichmäßig in einer Polyamidmatrix verteilt werden. Das Material wird als Granulat geliefert und kann auf Standard-Spritzgießmaschinen verarbeitet werden. Der hohe Fließgrad soll dünne und komplexe Geometrien ermöglichen. Gegenüber Aluminium und Magnesium nennt Teijin Vorteile bei Gewicht sowie bei Fertigungsaufwand und Systemkosten; quantitative Vergleichswerte enthält die Pressemitteilung allerdings nicht.

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Fraunhofer: Positionspapier Normen & Standards

Agieren deutsche Unternehmen zu zögerlich, wenn es darum geht, sich an Prozessen zur Standardisierung und Normung innovativer Technologien zu beteiligen?
 
Mehr zum Positionspapier in unserem Newsbereich.

Studie - Lieferkettengesetz

HypoVereinsbank: Wettbewerbsnachteile durch Lieferkettengesetz

Fast drei Viertel der Befragten (70%) befürchtet, dass die Überwachung der gesamten Lieferkette den Mittelstand – insbesondere kleine Unternehmen – überfordern könnte.

Infos zum Download der Studie in unserem Newsbereich.

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