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Südwesttextil fordert Umdenken bei Vergaberecht José Alfredo Velázquez, Pixabay
27.03.2026

Südwesttextil fordert Umdenken bei Vergaberecht

Für die Zukunft europäischer Hochleistungstextilien fordert Südwesttextil, dass Merkmale wie die Langlebigkeit oder der Produktionsstandort bei der Vergabe von öffentlichen Aufträgen berücksichtigt werden. 

In öffentlichen Ausschreibungsverfahren wird z. B. hochfunktionale Berufsbekleidung für Polizei, Bundeswehr, Feuerwehr oder Krankenhäuser beschafft. Das Ergebnis der bisherigen überwiegend kostenbezogenen Ausschreibungspraxis führt zu einem weiteren industriepolitisch bedenklichen Abbau von Produktionskapazitäten in Europa, verbunden mit globalen Abhängigkeiten, insbesondere von asiatischen Ländern. 

Für die Zukunft europäischer Hochleistungstextilien fordert Südwesttextil, dass Merkmale wie die Langlebigkeit oder der Produktionsstandort bei der Vergabe von öffentlichen Aufträgen berücksichtigt werden. 

In öffentlichen Ausschreibungsverfahren wird z. B. hochfunktionale Berufsbekleidung für Polizei, Bundeswehr, Feuerwehr oder Krankenhäuser beschafft. Das Ergebnis der bisherigen überwiegend kostenbezogenen Ausschreibungspraxis führt zu einem weiteren industriepolitisch bedenklichen Abbau von Produktionskapazitäten in Europa, verbunden mit globalen Abhängigkeiten, insbesondere von asiatischen Ländern. 

Geht Vergaberechtsreform in die falsche Richtung?
Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, fordert Südwesttextil mit seinen Mitgliedsunternehmen ein Umdenken bei der Vergaberechtsreform. Präsident Bodo Th. Bölzle: „Wir begrüßen grundsätzlich die Vereinfachung und Beschleunigung von Prozessen, allerdings darf dies nicht zu Lasten der Überprüfung von Standards und Siegeln führen. Im Gegenteil: Wir fordern insbesondere im Hinblick auf die hohen Investitionssummen in Infrastruktur und Verteidigung, dass die vergaberechtlichen Grundsätze weiterentwickelt werden.“ Dazu zählt aus Perspektive des Verbands, dass europäische Produktion gefördert wird, damit im Fall von globalen Krisen die Versorgung gewährleistet ist. 

Mehr als die Hälfte des Verkaufspreises verbleibt beim Staat 
Dem stehen aktuell standortfeindliche Bedingungen gegenüber. Andreas Merkel, Südwesttextil-Vizepräsident und Geschäftsführer in vierter Generation der Gebr. Otto Baumwollfeinzwirnerei als eine der letzten Spinnereien Europas: „Wir blenden oft aus, dass im Preis eines textilen Produkts neben Material- und Herstellungskosten jede Menge Steuern, Lohn- und Lohnnebenkosten, Sozialabgaben, Netzentgelte für Energie und viele andere Abgaben stecken. Gerade der Staat als Auftraggeber sollte diese Gesamtbetrachtung aber anstellen, wenn er Aufträge vergibt – im Sinne des größten volkswirtschaftlichen Rückflusses.“ 

An einem beispielhaften Textilprodukt illustriert das Positionspapier der Industrie, dass der an den Staat abzuführende Anteil den Betrag übersteigt, der für Material, Herstellung, Transport, Löhne, Handel und Gewinnspanne zur Verfügung steht. In der Konsequenz heißt dies: je mehr Fertigungsstufen in Deutschland vorgenommen werden, desto höher ist die Abgabenlast. In der Folge werden Produktionsschritte vermehrt ins Ausland verlagert. 

Standortnachteil „Made in Germany“?
Gewinner von öffentlichen Ausschreibungen sind mittlerweile regelmäßig Firmen ohne Standort in Deutschland oder Baden-Württemberg. Dies trägt zu einer sehr bedenklichen Entwicklung bei. Rüdiger Reuter, Geschäftsführer der Fuchshuber Techno-Tex GmbH, Hersteller von Hochleistungsgestricken für Schutztextilien in Deutschland,: „Unser Bekenntnis zum Standort, zu regionalen Partnern und zu kompetenten, gut ausgebildeten Fachkräften bringt uns bei textiler Beschaffung im Bereich der Berufsbekleidung für Feuerwehr, Polizei und Bundeswehr massiv ins Hintertreffen. Das ist eine absurde Situation. Es kann nicht zielführend sein, hochwertige, inländische Wertschöpfung zu benachteiligen – schon allein, weil wir damit unsere eigene Versorgungssicherheit und auch unsere Sicherheitsinteressen untergraben.“

Qualitätssicherung und Langlebigkeit bei Vergabeverfahren in den Fokus stellen
Um Kapazitäten nicht nur zu erhalten, sondern zur Reduktion globaler Abhängigkeiten sogar aufzubauen, fordert Südwesttextil insbesondere im Rüstungsbereich Produktionsstandorte in Europa bzw. einem NATO-Staat vorzugeben. Für einen fairen Wettbewerb ist insbesondere die Gesamtbetrachtung der Lebenszykluskosten und Produktmerkmale erforderlich. Dafür gilt es, die Qualitätssicherung durch den technischen Kriterienkatalog zu erweitern, Qualitäts- und Nachhaltigkeitssiegel zu kontrollieren und die Leitfäden von Bund und Ländern um qualitative Anforderungen für die Langlebigkeit zu ergänzen. Denn nur ein hochwertig verarbeitetes Produkt mit belastbaren Materialien behält dauerhaft seine notwendigen Funktionen, bspw. die Waschechtheit einer Warnfarbe. Damit sich auch für kleine und mittelständische Unternehmen der Entwicklungsaufwand lohnt und sie sich auf entsprechende Aufträge einstellen können, fordert Südwesttextil eine Verlängerung der Ausschreibungszyklen.

Quelle:

Verband der Südwestdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie

Foto: Anja, Pixabay
27.03.2026

BTE: Bundesumweltministerium soll bei EPR nachbessern

Nach monatelangen Konsultationen liegen mit den am 27.03.2026 veröffentlichten Eckpunkten des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) zur nationalen Umsetzung der Erweiterten Herstellerverantwortung (EPR) für Textilien und Schuhe erstmals konkrete Leitlinien vor. Der BTE hat sich gemeinsam mit dem HDE und weiteren Verbänden frühzeitig und intensiv in den Prozess eingebracht. Einige u.a. vom BTE vorgetragenen Vorschläge finden sich in den Eckpunkten des Ministeriums wieder, jedoch besteht an einigen Stellen Konkretisierungs- und Nachbesserungsbedarf. 

Ab April 2028 werden Hersteller verpflichtet, im Rahmen der EPR eine Gebühr zu entrichten, um die Finanzierung von Sammlung, Sortierung, Wiederverwendung und Recycling von Alttextilien und Altschuhen sicherzustellen. Hervorzuheben sind insbesondere die vorgesehene wettbewerbliche Organisation des Systems sowie die geplante Einbindung der betroffenen Akteure, etwa durch eine Kommission für Alttextilien sowie eine Gemeinsame Stelle.  

Nach monatelangen Konsultationen liegen mit den am 27.03.2026 veröffentlichten Eckpunkten des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) zur nationalen Umsetzung der Erweiterten Herstellerverantwortung (EPR) für Textilien und Schuhe erstmals konkrete Leitlinien vor. Der BTE hat sich gemeinsam mit dem HDE und weiteren Verbänden frühzeitig und intensiv in den Prozess eingebracht. Einige u.a. vom BTE vorgetragenen Vorschläge finden sich in den Eckpunkten des Ministeriums wieder, jedoch besteht an einigen Stellen Konkretisierungs- und Nachbesserungsbedarf. 

Ab April 2028 werden Hersteller verpflichtet, im Rahmen der EPR eine Gebühr zu entrichten, um die Finanzierung von Sammlung, Sortierung, Wiederverwendung und Recycling von Alttextilien und Altschuhen sicherzustellen. Hervorzuheben sind insbesondere die vorgesehene wettbewerbliche Organisation des Systems sowie die geplante Einbindung der betroffenen Akteure, etwa durch eine Kommission für Alttextilien sowie eine Gemeinsame Stelle.  

Der BTE macht deutlich, dass bei der weiteren Ausgestaltung der EPR Regeln Augenmaß unbedingt erforderlich sei. „Die Eckpunkte setzen erste Impulse. Jetzt geht es darum, die vorgesehenen Regeln so auszugestalten, dass sie in der Praxis tragfähig, bürokratiearm und für alle Marktakteure fair umsetzbar sind“, betonen Gudrun Höck und Marika Hanschke, Referentinnen für Kreislaufwirtschaft beim BTE. Maßgeblich sei, dass die Gebührenstruktur dabei transparent und verhältnismäßig geregelt bzw. gestaffelt werden müsse. Gerade angesichts der angespannten wirtschaftlichen Lage im Modehandel müsse sichergestellt werden, dass zusätzliche finanzielle Belastungen auf ein zwingend notwendiges Mindestmaß begrenzt werden. 

Im weiteren politischen Prozess sei eine sorgfältige Nachschärfung maßgeblich. Der BTE bemängelt, dass eine klare Zuordnung von Zuständigkeiten bei der Registrierung, der Genehmigung und der Systemaufsicht über eine zuständige Behörde fehlten. Außerdem ist aus Sicht des BTE ein wirksamer Vollzug von Ordnungswidrigkeiten unverzichtbar, um gleiche Wettbewerbsbedingungen für alle Marktteilnehmer sicherzustellen. Insbesondere die effektive Marktüberwachung internationaler Onlineplattformen, der konsequente Umgang mit Trittbrettfahrern sowie ein wirksames Vorgehen zur weiteren Eindämmung von Ultra-Fast-Fashion sind hierbei erforderlich. Darüber hinaus weist der BTE darauf hin, dass Schuhe zwar vom Anwendungsbereich erfasst sind, bislang jedoch nicht gesondert berücksichtigt werden. Um sachgerechte Lösungen für die spezifischen Material- und Verwertungsströme von Schuhen zu berücksichtigen, sei eine separate fachliche Behandlung erforderlich, etwa durch eine eigene Kommission für Altschuhe. 

Als Interessenvertretung des deutschen Textil , Schuh  und Lederwareneinzelhandels wird der BTE den weiteren politischen Prozess eng begleiten und die Belange und Perspektiven der Branche aktiv einbringen. Ziel des BTE bleibt ein EPR System, das ökologische Ziele wirksam unterstützt und die Besonderheiten textiler und schuhspezifischer Materialströme angemessen berücksichtigt. Zugleich wird der BTE den Handel durch praxisnahe Informationen, Orientierungshilfen und begleitende Formate bei der Umsetzung der EPR-Anforderungen unterstützen.

Mehrwertsteuererhöhung fatales Signal für die Modebranche Foto: Mohamed Hassan, Pixabay
26.03.2026

BTE: Diskussion um Mehrwertsteuererhöhung fatales Signal für die Modebranche

Mit dem Amtsantritt der neuen Bundesregierung waren hohe Erwartungen verbunden, den dringend benötigten wirtschaftlichen Aufschwung in Deutschland einzuleiten. Vor dem Hintergrund der aktuellen, mehr als angespannten wirtschaftlichen Lage der Modebranche mit deutlichen Umsatzrückgängen und Geschäftsaufgaben vorwiegend im stationären Textil-, Schuh- und Lederwareneinzelhandel sowie auch im Hinblick auf die allgemein lahmende Binnenkonjunktur sieht der BTE die aktuellen Diskussionen um eine Erhöhung der Mehrwertsteuer von derzeit 19 auf künftig 21 Prozent mehr als kritisch. 
 

Mit dem Amtsantritt der neuen Bundesregierung waren hohe Erwartungen verbunden, den dringend benötigten wirtschaftlichen Aufschwung in Deutschland einzuleiten. Vor dem Hintergrund der aktuellen, mehr als angespannten wirtschaftlichen Lage der Modebranche mit deutlichen Umsatzrückgängen und Geschäftsaufgaben vorwiegend im stationären Textil-, Schuh- und Lederwareneinzelhandel sowie auch im Hinblick auf die allgemein lahmende Binnenkonjunktur sieht der BTE die aktuellen Diskussionen um eine Erhöhung der Mehrwertsteuer von derzeit 19 auf künftig 21 Prozent mehr als kritisch. 
 
„Das, was wohl gerade in der Regierungskoalition diskutiert wird, nehmen wir mit blankem Entsetzen wahr und es stößt bei den Textil-, Schuh- und Lederwareneinzelhändlern auf maximales Unverständnis, da diese Branche bereits seit den Zwangsgeschäftsschließungen während der Coronapandemie die am stärksten gebeutelte Handelsbranche war und ist. Auch die Tatsache, dass diese Debatte in einer Phase von vielen Insolvenzen und Geschäftsschließungen in unserer Branche geführt wird, ohne Entlastungen konsequent zu Ende zu denken, ist aus unserer Sicht völlig inakzeptabel und ein fatales Signal“, so BTE-Präsident Mark Rauschen.   
 
Der BTE verweist darauf, dass Kunden im Modebereich besonders sensibel auf Preissteigerungen reagieren. Als Folge würde die Nachfrage nach Bekleidung, Schuhen und Lederwaren einen zusätzlichen Dämpfer erfahren. Weiteren Geschäftsschließungen, vor allem im stationären Handel, würde damit Vorschub geleistet, was wiederum insbesondere in den Innenstädten zu zunehmenden Leerständen und Attraktivitätsverlusten führen würde. Zudem befürchtet der BTE, dass asiatische Billigstplattformanbieter die Profiteure sein könnten, deren teils illegalen Geschäftspraktiken seitens der Politik gerade erst bekämpft werden sollen.  
 
BTE-Hauptgeschäftsführer Rolf Pangels: „Was uns weiter massiv verärgert und verwundert, ist der Umstand, dass erst zu Beginn dieses Jahres die Mehrwertsteuer auf Speisen in der Gastronomie deutlich und dauerhaft von 19 auf 7 Prozent gesenkt wurde, um die Branche zu entlasten und zu stärken. Dafür war anscheinend genügend finanzieller Spielraum vorhanden. Für ebenso obskur halten wir auch die Idee bzw. den anscheinend wirklich ernsthaft diskutierten Vorschlag, für Geringverdiener den ermäßigten Mehrwertsteuersatz für Lebensmittel auf 4 Prozent zu senken oder sogar ganz aufzuheben. Mit Verlaub: Dafür will und kann gerade auch unsere Branche nicht nochmals die Zeche zahlen.“
  
„Der bereits über Gebühr belastete Textil-, Schuh- und Lederwareneinzelhandel muss endlich wieder atmen können. Auch die Angst unter den Verbraucherinnen und Verbrauchern vor immer weniger Geld im Portemonnaie ist real und führt dazu, dass viele Menschen selbst notwendige Anschaffungen zurückstellen. Es braucht von der Politik jetzt konstruktive Vorschläge, statt nicht zu Ende gedachter Ideen und parteipolitischer Spielchen“, so Rauschen abschließend. Der BTE fordert stattdessen politische Ambitionen bei der Senkung grundlegender Belastungen – insbesondere bei Steuern, Abgaben und Energiekosten. Und zwar unverzüglich, besser gestern als morgen.

Quelle:

BTE Handelsverband Textil Schuhe Lederwaren

25.03.2026

DuPont: Neuer Schutzanzug bietet extreme Atmungsaktivität

DuPont hat die Markteinführung des Tyvek® APX™ 400 Schutzanzugs bekannt gegeben, dem ersten aus einer neuen Generation von extrem atmungsaktiver Einweg-Chemikalienschutzkleidung. Der neue Schutzanzug wird aus DuPont™ Tyvek® APX™ hergestellt und kombiniert 360°-Schutz und Strapazierfähigkeit mit extremer Atmungsaktivität, was den Komfort und die Sicherheit der Arbeitskräfte auf ein neues Niveau hebt.
 
Komfort als Wissenschaft
Das Gleichgewicht zwischen Komfort und Sicherheit bei Schutzkleidung war schon immer ein Kompromiss, insbesondere bei hohen Temperaturen und hoher Luftfeuchtigkeit. Durch kontinuierliche Innovation hat DuPont die Atmungsaktivität von Tyvek® erhöht und erhält gleichzeitig die außergewöhnliche Leistungsfähigkeit und Haltbarkeit der Schutzkleidung. Das Ergebnis: Tyvek® APX™ Material. Es bietet eine hervorragende Kombination aus Schutz und Komfort und hilft den Arbeitskräften, insbesondere in körperlich anstrengenden Umgebungen Höchstleistungen zu erbringen.
 

DuPont hat die Markteinführung des Tyvek® APX™ 400 Schutzanzugs bekannt gegeben, dem ersten aus einer neuen Generation von extrem atmungsaktiver Einweg-Chemikalienschutzkleidung. Der neue Schutzanzug wird aus DuPont™ Tyvek® APX™ hergestellt und kombiniert 360°-Schutz und Strapazierfähigkeit mit extremer Atmungsaktivität, was den Komfort und die Sicherheit der Arbeitskräfte auf ein neues Niveau hebt.
 
Komfort als Wissenschaft
Das Gleichgewicht zwischen Komfort und Sicherheit bei Schutzkleidung war schon immer ein Kompromiss, insbesondere bei hohen Temperaturen und hoher Luftfeuchtigkeit. Durch kontinuierliche Innovation hat DuPont die Atmungsaktivität von Tyvek® erhöht und erhält gleichzeitig die außergewöhnliche Leistungsfähigkeit und Haltbarkeit der Schutzkleidung. Das Ergebnis: Tyvek® APX™ Material. Es bietet eine hervorragende Kombination aus Schutz und Komfort und hilft den Arbeitskräften, insbesondere in körperlich anstrengenden Umgebungen Höchstleistungen zu erbringen.
 
Die verbesserte Leistung des Materials wurde in Zusammenarbeit mit Experten validiert, die wissenschaftliche Methoden zur Bewertung der Atmungsaktivität und des Wohlbefindens der Arbeitskräfte anwandten. Empa, die Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt, hat die menschliche Thermoregulation modelliert und unter kontrollierten Bedingungen biometrisches Monitoring durchgeführt. Bei der Untersuchung wurden die thermische Belastung, die Schweißrate, die Hauttemperatur und das allgemeine Komfortempfinden bewertet. Versuche am Menschen mit biometrischer Überwachung bestätigten dann die Simulationsdaten. Bei der Untersuchung wurde die Atmungsaktivität von Tyvek® APX™ Schutzkleidung unter realen Arbeitsbedingungen bewertet. Dazu gehörten hohe Umgebungstemperaturen, kontrollierte Luftfeuchtigkeit und ein mittleres bis hohes Aktivitätsniveau.
 
Das Thermoregulationsmodell der Empa hat gezeigt, dass das Tyvek® APX™ Material einen langsameren Anstieg der Körperkern- und Hauttemperatur ermöglicht als herkömmliche Bekleidungsoptionen, darunter auch Standardkleidung. Dies trägt dazu bei, die Hitzebelastung und den empfundenen thermischen Stress zu reduzieren. Außerdem verkürzt es die Erholungszeit bei hohen Temperaturen und anstrengenden Aktivitäten. Zusätzliche Trageversuche mit fast 300 Kunden weltweit bestätigten eine klare Präferenz für Kleidungsstücke aus dem neuen Material. Einige verglichen das Gefühl mit dem Tragen von Freizeitkleidung anstelle von PSA.
 
„Seit wir das Tyvek® APX™ Material vor weniger als sechs Monaten vorgestellt haben, ist die Reaktion unserer Kunden und Industriepartner überwältigend positiv“, erklärt Chloé Caux-Wetherell, EMEA Marketing Manager bei DuPont. „Für Fachleute aus dem Bereich Gesundheit und Sicherheit ist dies ein entscheidender Fortschritt, da es ihnen ermöglicht, das Wohlbefinden ihrer Mitarbeitenden zu verbessern und das Risiko eines Hitzestaus zu verringern, wenn sie wichtige Schutzkleidung tragen. Mit der Einführung von Tyvek® APX™ 400 bieten wir so vielen Menschen wie möglich die Vorteile von Komfort und Sicherheit, und das so schnell wie möglich.“
 
Ein neues Zeitalter des Chemikalienschutzes
Der Tyvek® APX™ 400 Schutzanzug bietet Ganzkörperschutz und unübertroffenen Tragekomfort. Er ist der erste Schutzanzug der Tyvek® APX™ Reihe und kann für alle Anwendungen spezifiziert werden, die einen Chemikalienschutz der Kategorie III, Typ 5-B und 6-B erfordern.
 
Dank der neuen Materialtechnologie kombiniert die Tyvek® APX™ 400 Einweg-Chemikalienschutzkleidung extreme Atmungsaktivität mit bewährten Designmerkmalen, darunter eine dreiteilige Kapuze für optimale Sichtbarkeit und Bewegungsfreiheit der Träger*innen, eine integrierte Tyvek® Daumenschlaufe, die die Ärmel bei Überkopfbewegungen an Ort und Stelle hält, sowie ein Tyvek®-Reißverschluss und Reißverschlussabdeckung für einfaches An- und Ausziehen. Hinzu kommen ein elastischer Taillenbund für mehr Bewegungsfreiheit sowie elastische Handgelenke, Knöchel und Gesicht, um das Eindringen von Chemikalien zu verhindern. 
 
Eine nachhaltige Wahl
Da der Einweg-Overall Tyvek® APX™ 400 aus einem Monomaterial (Polyethylen hoher Dichte, HDPE) hergestellt wird, ist er leicht recycelbar, wenn keine Kontamination aufgetreten ist*. Außerdem ist der Schutzanzug in Schachteln mit 25 Stück erhältlich, wodurch die Menge an Kunststoffverpackungsabfällen drastisch reduziert wird.

Prozessentwicklung und technische Umsetzung bei Fraunhofer UMSICHT © Fraunhofer UMSICHT
Prozessentwicklung und technische Umsetzung bei Fraunhofer UMSICHT
25.03.2026

Nachhaltigere Produktion in der chemischen Industrie

Die Kreislaufwirtschaft in der metallverarbeitenden und chemischen Industrie voranbringen – so lautet das Ziel des Forschungsprojekts »SäureWert«. Durch die Rückgewinnung von Säuren und wertvollen Ressourcen sinken der Bedarf an Primärrohstoffen und die Menge gefährlicher Abfälle. Das schont Ressourcen, spart Kosten und reduziert Umweltbelastungen. Fraunhofer UMSICHT ebnet gemeinsam mit dem Projektpartner FNE Entsorgungsdienste Freiberg GmbH den Weg in die industrielle Anwendung.

Die Kreislaufwirtschaft in der metallverarbeitenden und chemischen Industrie voranbringen – so lautet das Ziel des Forschungsprojekts »SäureWert«. Durch die Rückgewinnung von Säuren und wertvollen Ressourcen sinken der Bedarf an Primärrohstoffen und die Menge gefährlicher Abfälle. Das schont Ressourcen, spart Kosten und reduziert Umweltbelastungen. Fraunhofer UMSICHT ebnet gemeinsam mit dem Projektpartner FNE Entsorgungsdienste Freiberg GmbH den Weg in die industrielle Anwendung.

Säuren sind neben Erdöl-Folgeprodukten die wichtigsten Gebrauchsgüter der produzierenden Industrie. Unverzichtbar sind sie u. a. in metallverarbeitenden Betrieben, wo sie in Beizen die Oberflächenqualität und Haltbarkeit von Metallprodukten gewährleisten. Allein in Deutschland wurden 2023 2,83 Mio. Tonnen Schwefelsäure und 1,53 Mio. Tonnen Salzsäure produziert* – das entspricht gut 34 kg pro Kopf. »Eine enorme Menge, die hohe Folgekosten durch die anfallenden Abfallströme mit sich bringt«, weiß Lukas Rüller vom Fraunhofer-Instituts für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT. Nach Gebrauch gelten die Säuren nämlich als belasteter Sonderabfall: Sie müssen neutralisiert und entsorgt werden, wodurch Schlämme und gefährliche Abfälle entstehen. Gleichzeitig gehen wertvolle Metalle oder Seltene Erden verloren – und damit wichtige Rohstoffe für die Industrie.

Membranen halten extremen Prozessbedingungen Stand
Fraunhofer UMSICHT möchte die sogenannten Abfallsäuren wieder in den Prozesskreislauf zurückzuführen und Wertstoffe gezielt abtrennen. Im Rahmen des Projekts »SäureWert« entwickelt das Oberhausener Forschungsinstitut gemeinsam mit dem Projektpartner FNE ein kontinuierlich betriebenes Verfahren aus Nanofiltration und nachfolgender Konzentratbehandlung. Zum Einsatz kommen dabei neuartige, besonders säurebeständige Membranen, die auch extremen Prozessbedingungen – pH-Wert, Temperatur, Druck – standhalten. Die Abfallsäuren werden mit speziellen Filtern so gereinigt, dass die gelösten Wertstoffe auf der Membranseite zurückbleiben. Durch eine kontrollierte Verteilzeit der Lösung in der Membrananlage wird verhindert, dass sich Kristalle in der Membran bilden. Verblockungen und somit Stillstandzeiten werden vermieden.

Gewinn für Umwelt und Unternehmen
Das Ergebnis sind zum einen wiederverwendbare Säuren und zum anderen über weitere Prozessstufen wie Kristallisation oder Fällung abgetrennte Rohstoffe. Lukas Rüller: »Wenn Säuren und Metalle im Kreislauf bleiben, gewinnen Unternehmen und Umwelt gleichermaßen. Und wir machen einen wichtigen Schritt hin zu einer echten Kreislaufwirtschaft.«

Das Vorhaben ist auf zwei Jahre ausgelegt. Zunächst testen die Forschenden geeignete Membranen und stellen die Prozessparameter ein. In einer zweiten Phase wird bei FNE in Freiberg eine Pilotanlage errichtet und im Betrieb getestet. Parallel führt das Projektteam Gespräche mit potenziellen Kunden, um weitere Anwendungsfälle zu identifizieren und Geschäftsmodelle zu entwickeln.

Quelle:

Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

25.03.2026

bvse & Entsorger Circle: Strategische Kooperation für Digitalisierung in der Recyclingbranche

Der bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V. beteiligt sich als Gründungsmitglied am Netzwerk Entsorger Circle. Ziel der strategischen Kooperation ist es, den Austausch zu Digitalisierung, Künstlicher Intelligenz (KI) und Prozessinnovationen in der Entsorgungs- und Recyclingbranche zu stärken.

„Unsere Mitgliedsunternehmen sind das Rückgrat der Kreislaufwirtschaft. Mit dem Entsorger Circle geben wir ihnen Zugang zu einer Plattform, auf der digitale Lösungen und KI-Strategien praxisnah diskutiert und umgesetzt werden können“, erklärt Eric Rehbock, Hauptgeschäftsführer des bvse. 

Zudem profitieren Mitglieder des bvse von exklusiven Konditionen.

Der Entsorger Circle versteht sich als Experten- und Erfahrungsnetzwerk für private Entsorger und Recycler. In regelmäßigen Online- und Präsenzformaten tauschen sich Entsorger, Recycler, Abfallerzeuger und Lösungsanbieter über digitale Technologien, KI-Anwendungen und innovative Prozesslösungen aus. Nach Angaben der Initiatoren beteiligen sich bereits Vertreter von mehr als 80 Unternehmen an dem Netzwerk.

Der bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V. beteiligt sich als Gründungsmitglied am Netzwerk Entsorger Circle. Ziel der strategischen Kooperation ist es, den Austausch zu Digitalisierung, Künstlicher Intelligenz (KI) und Prozessinnovationen in der Entsorgungs- und Recyclingbranche zu stärken.

„Unsere Mitgliedsunternehmen sind das Rückgrat der Kreislaufwirtschaft. Mit dem Entsorger Circle geben wir ihnen Zugang zu einer Plattform, auf der digitale Lösungen und KI-Strategien praxisnah diskutiert und umgesetzt werden können“, erklärt Eric Rehbock, Hauptgeschäftsführer des bvse. 

Zudem profitieren Mitglieder des bvse von exklusiven Konditionen.

Der Entsorger Circle versteht sich als Experten- und Erfahrungsnetzwerk für private Entsorger und Recycler. In regelmäßigen Online- und Präsenzformaten tauschen sich Entsorger, Recycler, Abfallerzeuger und Lösungsanbieter über digitale Technologien, KI-Anwendungen und innovative Prozesslösungen aus. Nach Angaben der Initiatoren beteiligen sich bereits Vertreter von mehr als 80 Unternehmen an dem Netzwerk.

„Wir freuen uns darauf, die Kompetenz des bvse-Mittelstands in unserem Netzwerk zu begrüßen“, sagt Dr. Moritz Gomm, Initiator und Leiter des Entsorger Circle. „Gemeinsam beweisen wir, dass Digitalisierung kein abstrakter Begriff ist, sondern durch den richtigen Erfahrungsaustausch direkten wirtschaftlichen Mehrwert für jeden Recycler schafft.“

Der bvse übernimmt im Rahmen der Kooperation einen Sitz im Beirat des Netzwerks, der von Maxime Rehbock vertreten wird. 

„Ich freue mich sehr auf die Zusammenarbeit mit dem Entsorger Circle. Durch unsere Mitwirkung im Beirat können wir Themen und Fragestellungen aus der bvse-Mitgliedschaft direkt in das Netzwerk einbringen und so dazu beitragen, praxisnahe Lösungen für Digitalisierung und KI in der Recycling- und Entsorgungswirtschaft voranzutreiben“, erklärt Maxime Rehbock.

Neben dem Erfahrungsaustausch soll auch der Kontakt zu spezialisierten Technologie- und IT-Anbietern erleichtert werden, um digitale Lösungen schneller in die Praxis zu bringen.

„Steigende regulatorische Anforderungen, wachsender Kostendruck und die rasante Entwicklung digitaler Technologien erhöhen den Innovationsdruck in der Branche. KI ist keine Spielwiese, sondern ein echter Innovationstreiber und Türöffner für neue Unternehmensprozesse. Wir müssen einen Digitalisierungspfad aufzeigen, bei dem Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit Hand in Hand gehen“, stellte Johannes Hanke, Referent des bvse-Ausschuss Technik, Logistik und Digitalisierung dazu auf dem kürzlich stattgefundenen bvse DIGITAL KI SUMMIT fest.

Quelle:

bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung