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28.04.2026

Temu und Shein kosten deutsche Wirtschaft 2,4 Milliarden Euro im Jahr

Die Online-Plattformen und Händler Temu und Shein liefern täglich 460.000 Pakete nach Deutschland, EU-weit sind es zwölf Millionen Pakete pro Tag (2025). Das Problem dabei: Die beiden Unternehmen verstoßen gegen zahlreiche EU-Regeln. Am Ende steht damit ein unfairer Wettbewerb, gegen den Händler aus der EU keine Chance haben.

Dadurch gehen laut aktueller IW-Studie im Auftrag des Handelsverbandes Deutschland (HDE) der deutschen Wirtschaft jährlich 2,4 Milliarden Euro Wertschöpfung verloren, davon 1,3 Milliarden Euro allein im Einzelhandel.

Die Online-Plattformen und Händler Temu und Shein liefern täglich 460.000 Pakete nach Deutschland, EU-weit sind es zwölf Millionen Pakete pro Tag (2025). Das Problem dabei: Die beiden Unternehmen verstoßen gegen zahlreiche EU-Regeln. Am Ende steht damit ein unfairer Wettbewerb, gegen den Händler aus der EU keine Chance haben.

Dadurch gehen laut aktueller IW-Studie im Auftrag des Handelsverbandes Deutschland (HDE) der deutschen Wirtschaft jährlich 2,4 Milliarden Euro Wertschöpfung verloren, davon 1,3 Milliarden Euro allein im Einzelhandel.

„Die Lage ist eindeutig. Die Politik hat bei dem Thema trotz großer Versprechungen noch immer nicht geliefert. Temu und Shein halten sich oft nicht an die rechtlichen und regulatorischen Vorgaben, liefern unsichere Ware in unseren Markt, die mitunter gesundheitsgefährdend ist, und bringen viele heimische Händler an den Rand des Ruins. Denn anders als Temu und Shein werden die hiesigen Händler streng kontrolliert und halten sich an alle Gesetze und Steuersätze“, so HDE-Präsident Alexander von Preen. Die Missstände hinterlassen deutliche Spuren: Insgesamt entgehen Bund, Ländern und Kommunen durch Temu und Shein nach der aktuellen Studie 429 Millionen Euro Steuereinnahmen pro Jahr. Darüber hinaus fallen durch den unfairen Wettbewerb über 40.000 Arbeitsplätze in Deutschland weg, davon 28.300 Arbeitsplätze allein im Einzelhandel.

„Die aktuellen Daten machen die Dramatik der Lage deutlich: Die massenhaften Regelverstöße von Temu und Shein schädigen den Einzelhandel und die gesamte deutsche Wirtschaft in großem Umfang. Wenn die Politik nach Jahren des Zuschauens hier nicht endlich massiv und spürbar tätig wird, dann sehe ich schwarz für den Standort Deutschland. Wenn sonst nichts hilft, muss bei solch massiven Regelverstößen der Stecker gezogen werden. Wettbewerb ist gut, aber er muss fair sein“, so von Preen weiter. Zudem fordert der HDE den Zoll auf, ähnlich wie in Frankreich bei der Einfuhr der Pakete mit massiven Schwerpunktkontrollen deutliche Signale zu setzen und den Kontrolldruck zu erhöhen. Darüber hinaus erneuert der Verband seine Forderung, dass jeder Händler und jede Plattform aus Drittstaaten einen solventen und in der Praxis erreichbaren Repräsentanten innerhalb der EU haben muss, damit bei Verstößen Sanktionen durchgesetzt und rechtskonformes Verhalten sichergestellt werden kann.

Die repräsentative IW-Studie im Auftrag des HDE wurde unter 4.000 Befragten im Alter von 16-69 Jahren durchgeführt. Der Zeitraum der Bevölkerungsbefragung lag im Februar 2026.

Quelle:

HDE Handelsverband Deutschland

28.04.2026

Trending Topics 2026: KI-Boom, Zurückhaltung beim Digitalen Euro

Der deutsche E-Commerce setzt im Jahr 2026 konsequent auf technologische Evolution statt auf Experimente. Laut dem aktuell veröffentlichten Report „Trending Topics 2026“, den der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel e.V. (bevh) gemeinsam mit dem PayTech-Anbieter Nexi erstellt hat, haben KI-Agenten im Kundenservice die oberste Investitionspriorität der befragten Unternehmen. Agentic AI und Generative KI werden dabei zunehmend als Bausteine einer geschäftskritischen Infrastruktur verstanden – nicht mehr als Experimentierfeld. 
 
KI-Agenten im Kundenservice: Investitionsschwerpunkt Nummer eins 
Die Umfrage unter den bevh-Mitgliedern zeigt: KI-Anwendungen, die direkt im Kundenkontakt ansetzen, stehen ganz oben auf der Agenda. Eine deutliche Mehrheit der Unternehmen stuft KI-Agenten im Kundenservice als relevantes Thema ein und stellt dafür bereits Budget bereit – sei es als Investitionsschwerpunkt oder als fester Bestandteil des laufenden Budgets. Hinzu kommt eine hohe Bereitschaft, in Generative KI und Agentic AI zu investieren, um Produkt- und Serviceangebote zu optimieren. 
 

Der deutsche E-Commerce setzt im Jahr 2026 konsequent auf technologische Evolution statt auf Experimente. Laut dem aktuell veröffentlichten Report „Trending Topics 2026“, den der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel e.V. (bevh) gemeinsam mit dem PayTech-Anbieter Nexi erstellt hat, haben KI-Agenten im Kundenservice die oberste Investitionspriorität der befragten Unternehmen. Agentic AI und Generative KI werden dabei zunehmend als Bausteine einer geschäftskritischen Infrastruktur verstanden – nicht mehr als Experimentierfeld. 
 
KI-Agenten im Kundenservice: Investitionsschwerpunkt Nummer eins 
Die Umfrage unter den bevh-Mitgliedern zeigt: KI-Anwendungen, die direkt im Kundenkontakt ansetzen, stehen ganz oben auf der Agenda. Eine deutliche Mehrheit der Unternehmen stuft KI-Agenten im Kundenservice als relevantes Thema ein und stellt dafür bereits Budget bereit – sei es als Investitionsschwerpunkt oder als fester Bestandteil des laufenden Budgets. Hinzu kommt eine hohe Bereitschaft, in Generative KI und Agentic AI zu investieren, um Produkt- und Serviceangebote zu optimieren. 
 
Christoph Wenk-Fischer, Hauptgeschäftsführer des bevh, ordnet die Ergebnisse ein: 
„Unsere Mitglieder gehen beim Thema Künstliche Intelligenz rational und unaufgeregt vor. Entscheidend ist, wo KI konkret hilft, Kundenerwartungen zu erfüllen und Prozesse zu optimieren. Dass KI-Agenten im Kundenservice ganz oben auf der Investitionsliste stehen, zeigt: Der Handel setzt neue Technologien dort ein, wo sie unmittelbar die Kundinnen und Kunde erreichen – zunehmend auch mit agentischen KI-Ansätzen, die schrittweise durch Auswahl, Bezahlung und Fulfilment begleiten.“ 
 
Aus Sicht des Kooperationspartners Nexi ist dieser Fokus folgerichtig. Thomas Spreitzer, CEO Nexi DACH, dazu: „Wer heute Kundenservice-Prozesse und Checkout-Strecken plant, denkt KI nicht mehr als Add-on, sondern als integralen Bestandteil der Customer Journey und der dahinterliegenden Prozesse. Den Wunsch nach Vereinfachung, schnellen Reaktions- und Bearbeitungszeiten sowie ganzheitlicher Erfassung von Kundeninteraktionen und individuellen Adaptionen sehen wir entlang des gesamten Omnichannels und der dahinterliegenden Prozesse im Handel.“ 
 
Zahlungsverkehr: Wero auf der Roadmap, Digitaler Euro bleibt Zukunftsthema 
Beim Thema Payment zeichnet die Befragung ein differenziertes Bild. Das neue europäische Zahlverfahren Wero taucht bei vielen Unternehmen auf der Roadmap auf: Ein Teil der Händler prüft aktuell die Integration, andere planen sie konkret oder haben entsprechende Projekte bereits angestoßen. 
 
Deutlich zurückhaltender fällt die Einschätzung beim Digitalen Euro und der EUDI-Wallet aus. Hier dominiert die Haltung „Abwarten und Beobachten“: Nur kleine Minderheiten sehen kurzfristig hohe Relevanz oder stellen dedizierte Projektbudgets bereit. „Infrastrukturprojekte wie der Digitale Euro oder die EUDI-Wallet werden aufmerksam verfolgt, aber noch nicht flächendeckend operativ eingeplant“, erläutert Spreitzer. „Händler warten auf klare regulatorische Rahmenbedingungen, konkrete Use Cases und einen eindeutig erkennbaren Mehrwert für Alltagsszenarien im Checkout.“ 
 
Pragmatismus statt Hype: Investitionen gegen Fachkräftemangel und für stabile Margen 
Über KI und Payment hinaus zeigt der Report eine klare Leitlinie: Pragmatismus schlägt Hype. Im Mittelpunkt stehen Maßnahmen, die unmittelbar auf Conversion, Margen und Kundenerlebnis einzahlen. Hohe Priorität haben die Personalisierung von Werbeangeboten sowie die Optimierung von Retourenprozessen – Bereiche, in denen Effizienzgewinne und Kostenvorteile schnell sichtbar werden. 
 
Parallel dazu bleibt Recruiting ein zentrales Thema. Die Gewinnung und Ausbildung von Fachkräften wird von der Mehrheit der Unternehmen als relevant bewertet. Gleichzeitig gewinnen KI-gestützte Einkaufsassistenten im Onlineshop und automatisierte Kundenkommunikation an Bedeutung. „Die Kombination aus Fachkräftemangel und wachsender Prozesskomplexität erklärt, warum KI-basierte Anwendungen gerade jetzt in den Vordergrund rücken“, so Spreitzer. „Händler suchen nach Wegen, ihre Teams zu entlasten und gleichzeitig Servicequalität und Conversion hochzuhalten – KI-gestützte Kundenkommunikation und optimierte Zahlungsprozesse greifen dabei zunehmend ineinander.“ 
 
Radikale Automatisierung, etwa durch Roboter in der Logistik, wird zwar als wichtiges Zukunftsthema angesehen, steht aktuell jedoch seltener im Mittelpunkt der Budgetplanung. Viele Unternehmen priorisieren zunächst Verbesserungen, die näher am Kunden und an der Profitabilität des Geschäfts ansetzen. 
 
Hintergrund zum Report „Trending Topics 2026“ 
Für den Report wurden Unternehmen aus dem Mitgliederkreis des bevh befragt. Die Teilnehmerstruktur spiegelt das Rückgrat des deutschen Onlinehandels wider: Rund 54 Prozent der befragten Unternehmen erwirtschaften einen Jahresumsatz von mehr als 50 Millionen Euro. Mit einem Fokus auf B2C- und gemischte Geschäftsmodelle (80,3 Prozent) liefert die Umfrage ein aussagekräftiges Bild der Investitionsschwerpunkte im deutschen Digitalhandel. 
Die Entwicklung der Befragung erfolgte in Zusammenarbeit mit Althaller Communication, München. Nexi hat die Ergebnisse aus Payment-Perspektive ausgewertet und in die Aufbereitung des Reports eingebracht. 

Quelle:

Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V. bevh

28.04.2026

Südwesttextil: Betriebliche Konflikte nicht kriminalisieren

Initiative zur Änderung von § 119 BetrVG schafft neue Rechtsunsicherheiten in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten: Als Wirtschafts- und Arbeitgeberverband kritisiert Südwesttextil die Initiative zur Änderung des § 119 Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG). Diese fordert, die Behinderung von Betriebsratsarbeit als Offizialdelikt auszugestalten. Der Vorstoß war sowohl Bestandteil der Forderungen des Bundesrats 2025 als auch am 23. April 2026 Inhalt eines Entschließungsantrags des Landes Niedersachsen an den Bundesrat. 

Initiative zur Änderung von § 119 BetrVG schafft neue Rechtsunsicherheiten in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten: Als Wirtschafts- und Arbeitgeberverband kritisiert Südwesttextil die Initiative zur Änderung des § 119 Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG). Diese fordert, die Behinderung von Betriebsratsarbeit als Offizialdelikt auszugestalten. Der Vorstoß war sowohl Bestandteil der Forderungen des Bundesrats 2025 als auch am 23. April 2026 Inhalt eines Entschließungsantrags des Landes Niedersachsen an den Bundesrat. 

Aus Sicht von Südwesttextil ist die Änderung weder erforderlich noch zielführend. Bereits nach geltender Rechtslage stellt § 119 BetrVG die Behinderung und Benachteiligung von Betriebsratsarbeit unter Strafe. Die Antragslösung gewährleistet dabei bewusst eine sachgerechte Vorprüfung im betrieblichen Kontext und verhindert eine vorschnelle Verlagerung von Konflikten in das Strafrecht. Die geforderte Umstellung auf ein Offizialdelikt würde hingegen die Schwelle für strafrechtliche Ermittlungen deutlich absenken. So könnten bereits Anzeigen Dritter oder vage Verdachtsmomente Ermittlungsverfahren auslösen – mit erheblichen Risiken für Unternehmen. Reputationsschäden, unnötige Eskalationen und eine zunehmende Verrechtlichung betrieblicher Auseinandersetzungen wären mögliche Folgen.

Südwesttextil sieht darüber hinaus die Gefahr einer missbräuchlichen Instrumentalisierung: In Konflikt- oder Trennungssituationen könnte der Vorwurf des sogenannten „Union Busting“ gezielt als Druckmittel eingesetzt werden, um unternehmerische Entscheidungen zu beeinflussen oder wirtschaftliche Zugeständnisse zu erzwingen. Auch die Auswirkungen auf die Strafverfolgung sind kritisch zu bewerten. Eine Ausweitung auf ein Offizialdelikt würde die Ermittlungsbehörden zusätzlich belasten – mit dem Risiko, dass Ressourcen zulasten der Verfolgung schwerwiegender Kriminalität verschoben werden.

Südwesttextil hat Anfang des Jahres bereits in einem Positionspapier zur Modernisierung der betrieblichen Mitbestimmung betont, dass eine funktionierende Sozialpartnerschaft auf klaren, praktikablen und rechtssicheren Rahmenbedingungen basiert. Hauptgeschäftsführerin Edina Brenner fasst zusammen: „Statt zusätzlicher strafrechtlicher Verschärfungen braucht es eine echte Modernisierung der betrieblichen Mitbestimmung. Das Betriebsverfassungsgesetz muss schlanker, klarer und praxistauglicher werden. Dazu gehört insbesondere, Mitbestimmungsrechte stärker an sachliche Kriterien zu binden, verbindliche Fristen für Entscheidungen des Betriebsrats einzuführen und die Handlungsfähigkeit der Unternehmen in Eilfällen sicherzustellen. Mitbestimmung darf nicht zu Blockaden führen, sondern muss effiziente und rechtssichere Entscheidungsprozesse ermöglichen – gerade mit Blick auf die großen Transformationsaufgaben, vor denen unsere Industrie steht.“

Quelle:

Verband der Südwestdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie Südwesttextil e.V. 

Eröffnungspressekonferenz Techtextil und Texprocess Foto: Messe Frankfurt / Pietro Sutera
22.04.2026

Techtextil & Texprocess 2026: Performance Apparel Textiles im Fokus der Eröffnung

Mit 1.700 Ausstellern aus 54 Ländern zeigen Techtextil und Texprocess 2026 die gesamte Innovationstiefe der internationalen Textilindustrie – von neuen Materialien über Recyclingtechnologien und Veredelungslösungen bis hin zu leistungsfähigen Textilherstellungs- und Verarbeitungstechnologien. Wo die Innovationskraft besonders hoch ist, macht das Schwerpunktthema der Eröffnungspressekonferenz deutlich: Performance Apparel Textiles.

Mit 1.700 Ausstellern aus 54 Ländern zeigen Techtextil und Texprocess 2026 die gesamte Innovationstiefe der internationalen Textilindustrie – von neuen Materialien über Recyclingtechnologien und Veredelungslösungen bis hin zu leistungsfähigen Textilherstellungs- und Verarbeitungstechnologien. Wo die Innovationskraft besonders hoch ist, macht das Schwerpunktthema der Eröffnungspressekonferenz deutlich: Performance Apparel Textiles.

Die Techtextil versammelt 1.500 Aussteller aus 52 Ländern. Zu den Highlights zählen das erstmals eigenständig gebündelte Segment Textile Chemicals & Dyes sowie das mit der Kennzeichnung Nature Performance versehene Angebot von über 110 Ausstellern, die natur- und biobasierte Fasern und Garne präsentieren. Darüber hinaus umfasst Performance Apparel Textiles im Vergleich zur Vorveranstaltung ein doppelt so großes Ausstellerangebot. Die Texprocess zeigt mit 200 Ausstellern aus 28 Ländern den neusten Entwicklungsstand der textilen Verarbeitung – von Design bis zum Finishing, geprägt von Automatisierung, Digitalisierung und KI. Ein Highlight: das Start-up Stars Areal, wo aufstrebende Newcomer direkt auf Partner aus Industrie und Forschung treffen. 
 
Techtextil und Texprocess gehören zu den innovationsstärksten Messen weltweit. Detlef Braun, Geschäftsführer Messe Frankfurt: „Eine gute Idee, die im Labor bleibt, verändert nichts. Eine Technologie, die nicht skaliert, löst kein Problem. Der eigentliche Hebel ist die Fähigkeit, Innovationen in marktfähige Lösungen zu überführen – von der Faser zur Anwendung, vom Prototyp zum Produkt. Genau dafür stehen Techtextil und Texprocess."
 
Performance Apparel Textiles: Hohe Nachfrage, steigende Anforderungen
Ob im Sport, in Outdoor-, Mode- und Workwear-Anwendungen oder in sicherheitsrelevanten Einsatzfeldern – der Bedarf an hochfunktionalen Textillösungen ist hoch. Steigende Investitionen in Sicherheit, Verteidigung und Katastrophenschutz erhöhen die Nachfrage nach belastbaren, normgerechten und technologisch anspruchsvollen Produkten – und treiben Innovationen in der Branche voran. 

Die kuratierte Sonderschau „Performance Apparels on Stage" in Halle 9.0 steht exemplarisch für textile Antworten auf diese Anforderungen. Eine unabhängige Fachjury hat Exponate ausgewählt, die unter realen Einsatzbedingungen bestehen – von flammhemmender Schutzbekleidung über UV- und Thermoregulationslösungen bis zu integrierten Technologien. Judith Bosch, Senior Manager Smart and Technical Textiles bei ETP und Jurymitglied der Sonderschau: „Die Anforderungen sind deutlich komplexer geworden. Performance-Textilien müssen heute mehrere Funktionen gleichzeitig erfüllen – Schutz, Komfort, Langlebigkeit und Nachhaltigkeit. Das gelingt nur durch die enge Verzahnung von Materialinnovation und Verarbeitungstechnologie." 

Dies führt zu unterschiedlichen Anforderungen – etwa bei normgeprüfter Schutzkleidung mit hitzebeständigen Garnen und verstärkten Nähten im Vergleich zu modischen Produkten. Elgar Straub, Geschäftsführer VDMA Textile Care, Fabric and Leather Technologies, erläutert: „Erst durch präzise, modernste Verarbeitungstechnologien – angepasst an die jeweiligen Einsatzbereiche – werden innovative Materialien zu leistungsfähigen, normgerechten und serienreifen Bekleidungslösungen.“ 

Drei Beispiele aus der Eröffnungspressekonferenz zeigen die Bandbreite:

  • Molotov Cocktail Protective Suit (Sächsisches Textilforschungsinstitut e.V.): Entwickelt für Spezialeinheiten im Langzeiteinsatz von bis zu zehn Stunden und mehr: Der Anzug schützt zuverlässig vor Brandangriffen und bleibt dabei leicht und atmungsaktiv. Grundlage sind eine optimierte Fasermischung, eine präzise Garn- und Gewebekonstruktion sowie ein innovatives Webverfahren.
  • Warp Knitted UV Protection Jacket (KARL MAYER Textilmaschinen GmbH): UV-Schutz 50+ – ganz ohne chemische Ausrüstung. Die Schutzwirkung entsteht allein durch die dichte Kettenwirkstruktur. Bei gleichem Gewicht ist das Material atmungsaktiver als vergleichbare Rundstrickware und überzeugt durch hohen Tragekomfort: leicht, kühlend, weich und formstabil – und erfüllt dabei gleichzeitig moderne Designansprüche.
  • Royotec Timeless: GRS Multi-Norm PPE Fabrics (Tejidos Royo): Multirisiko-Gewebe für CE-zertifizierte PSA mit inhärenter Flammhemmung und 25 Prozent Recyclinganteil. Die Schutzwirkung bleibt auch nach 100 Industriewäschen erhalten – bei gleichzeitiger Elastizität und deutlich längerer Lebensdauer.

 
Mehrmals täglich vom 21. bis 24. April bringen Live-Demonstrationen bei „Performance Apparels on Stage" die Exponate auf die Bühne.

Quelle:

Messe Frankfurt

(c) Italian Trade Agency
20.04.2026

Hannover Messe: Deutsch-italienischer Handel legt wieder zu

Das bilaterale Handelsvolumen zwischen Deutschland und Italien erreichte im Jahr 2025 rund 158 Milliarden Euro und bestätigt die Erholung der Wirtschaftsbeziehungen. Auf der Hannover Messe präsentiert die Italian Trade Agency gemeinsam mit 13 KMU innovative Lösungen für die industrielle Fertigung, von klassischen Zuliefertechnologien bis zu KI- und XR-Anwendungen.

Mit einem bilateralen Handelsvolumen von 157,8 Milliarden € hat die deutsch-italienische Wirtschaftspartnerschaft laut dem italienischen Statistikamt ISTAT im Jahr 2025 an Stärke gewonnen und sich nach rückläufigen Entwicklungen im Vorjahr erholt. Die italienischen Exporte wuchsen auf 72,2 Milliarden € (+2,4 %), während die Importe leicht auf 85,6 Milliarden € (+2,9 %) stiegen.

„Deutschland ist und bleibt der wichtigste Handelspartner Italiens, gefolgt von Frankreich und den USA. Gleichzeitig festigt Italien seine Position unter den bedeutendsten Wirtschaftspartnern Deutschlands auf Position sechs. Diese enge und gewachsene Partnerschaft ist ein zentraler Treiber für Wachstum, Innovation und Wettbewerbsfähigkeit in Europa“, erklärt Ferdinando Fiore, Leiter des ITA-Büros in Berlin.

Das bilaterale Handelsvolumen zwischen Deutschland und Italien erreichte im Jahr 2025 rund 158 Milliarden Euro und bestätigt die Erholung der Wirtschaftsbeziehungen. Auf der Hannover Messe präsentiert die Italian Trade Agency gemeinsam mit 13 KMU innovative Lösungen für die industrielle Fertigung, von klassischen Zuliefertechnologien bis zu KI- und XR-Anwendungen.

Mit einem bilateralen Handelsvolumen von 157,8 Milliarden € hat die deutsch-italienische Wirtschaftspartnerschaft laut dem italienischen Statistikamt ISTAT im Jahr 2025 an Stärke gewonnen und sich nach rückläufigen Entwicklungen im Vorjahr erholt. Die italienischen Exporte wuchsen auf 72,2 Milliarden € (+2,4 %), während die Importe leicht auf 85,6 Milliarden € (+2,9 %) stiegen.

„Deutschland ist und bleibt der wichtigste Handelspartner Italiens, gefolgt von Frankreich und den USA. Gleichzeitig festigt Italien seine Position unter den bedeutendsten Wirtschaftspartnern Deutschlands auf Position sechs. Diese enge und gewachsene Partnerschaft ist ein zentraler Treiber für Wachstum, Innovation und Wettbewerbsfähigkeit in Europa“, erklärt Ferdinando Fiore, Leiter des ITA-Büros in Berlin.

Die Stärke der italienischen fertigenden Industrie basiert laut dem führenden italienischen Industrie- und Arbeitgeberverband Confindustria auf ihrer besonderen Struktur: Kleine und mittlere Unternehmen prägen das industrielle Gefüge und stehen für Spezialisierung, Flexibilität und Innovationskraft. Ergänzt wird diese Basis durch hochproduktive größere Unternehmen. Diese Kombination sichert Italiens Wettbewerbsfähigkeit insbesondere in Hightech-Bereichen wie Automatisierung, industrieller Zulieferung und digitalen Technologien.

Vom 20. bis 24. April findet die Hannover Messe, die weltweit führende Fachmesse für industrielle Technologien, statt. Unter dem Leitthema „think tech together“ präsentiert sie ein umfassendes Themenspektrum entlang der industriellen Wertschöpfungskette. Die Italian Trade Agency (ITA) ist mit einem Gemeinschaftsstand vertreten und stellt dort 13 italienische Unternehmen aus dem Bereich der industriellen Zulieferung vor.

Die ausstellenden Unternehmen präsentieren die Vielfalt und Innovationskraft der italienischen Industrie und decken ein breites Spektrum zentraler Schlüsselbereiche ab. Dazu zählen unter anderem Mechanik, Hydraulik, industrielle Filtration, Präzisionsmetallverarbeitung, Elektronik sowie Raumfahrttechnologien. Ergänzt wird das Portfolio durch innovative Lösungen im Bereich digitaler Industrieplattformen, Extended Reality und Künstliche Intelligenz und durch Komponenten für den Maschinenbau und vielfältige industrielle Anwendungen.

Die Hannover Messe ist die zweite strategische Veranstaltung in Deutschland, die vom italienischen Ministerium für auswärtige Angelegenheiten und internationale Zusammenarbeit (MAECI) im Rahmen der Kommunikationskampagne „OpportunItaly“ ausgewählt wurde. Das vom Außenministerium initiierte und von ITA umgesetzte Programm zur Wirtschaftsförderung zielt darauf ab, das „Made in Italy“ auf internationalen Märkten zu stärken. Dazu werden Einkäufer, Distributoren und ausländische Unternehmer mit italienischem Know-how und herausragender Qualität vernetzt.

Im Rahmen der Messe wird innerhalb des institutionellen ITA-Standes ein individuell gestalteter Bereich eingerichtet, der von zwei Mitarbeitenden betreut wird. Dort werden sowohl die digitale Matchmaking-Plattform als auch der Buyers’ Club präsentiert. Letzterer ist ein exklusiver Bereich für internationale Fachbesucher und bietet Zugang zu besonderen Inhalten, maßgeschneiderter Unterstützung sowie die Möglichkeit, an Handelsmissionen nach Italien teilzunehmen.

In Zusammenarbeit mit der Italienischen Handelskammer für Deutschland (ITKAM) findet zudem der „GERMAN-ITALIAN INNOVATION TALK“ statt, der sich der bilateralen Zusammenarbeit für eine nachhaltige Wirtschaft widmet. Ehrengast ist der italienische Generalkonsul in Hannover, Piero Vaira. Die Veranstaltung ist für den 21. April um 17:00 Uhr auf der zentralen Bühne des Hydrogen + Fuel Cells Europe Public Forum in Halle 11 geplant. Auf dem Programm stehen kurze Impulse aus der Wirtschaft, eine Paneldiskussion mit Unternehmen aus Italien und Deutschland sowie Pitches ausgewählter Firmen.

Quelle:

Italian Trade Agency 

20.04.2026

Nach der Landtagswahl in BW: Kein „Weiter so“

Südwesttextil begrüßt die Sondierungsergebnisse, fordert aber stärkere Berücksichtigung von Schlüsselindustrien und mittelständischer Wertschöpfung. 

Rund fünf Wochen nach der Landtagswahl in Baden-Württemberg haben BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und die CDU Baden-Württemberg ihre Sonderungsgespräche beendet. Mit dem Ergebnispapier „Aus Verantwortung fürs Land – gemeinsam stark in stürmischen Zeiten“ einigen sich die beiden Parteien auf eine Basis für ihre Zusammenarbeit sowie 48 inhaltliche Punkte.

Südwesttextil-Hauptgeschäftsführerin Edina Brenner erklärt die Bewertung des Verbands: „Nach einem intensiven Wahlkampf haben GRÜNE und CDU in den letzten Wochen das Fundament für ihre Koalition neu gelegt. Diese Vorbereitung entspricht unserer Forderung, in wirtschaftlich sehr herausfordernden Zeiten nicht einfach auf ein „Weiter so“ zu setzen. Die Priorisierung von Industrie und Arbeitsplätzen, konkret die Entlastung von Bürokratie, die Beschleunigung von Prozessen und die Stärkung des Innovationsstandorts Baden-Württemberg, begrüßen wir ausdrücklich.“

Südwesttextil begrüßt die Sondierungsergebnisse, fordert aber stärkere Berücksichtigung von Schlüsselindustrien und mittelständischer Wertschöpfung. 

Rund fünf Wochen nach der Landtagswahl in Baden-Württemberg haben BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und die CDU Baden-Württemberg ihre Sonderungsgespräche beendet. Mit dem Ergebnispapier „Aus Verantwortung fürs Land – gemeinsam stark in stürmischen Zeiten“ einigen sich die beiden Parteien auf eine Basis für ihre Zusammenarbeit sowie 48 inhaltliche Punkte.

Südwesttextil-Hauptgeschäftsführerin Edina Brenner erklärt die Bewertung des Verbands: „Nach einem intensiven Wahlkampf haben GRÜNE und CDU in den letzten Wochen das Fundament für ihre Koalition neu gelegt. Diese Vorbereitung entspricht unserer Forderung, in wirtschaftlich sehr herausfordernden Zeiten nicht einfach auf ein „Weiter so“ zu setzen. Die Priorisierung von Industrie und Arbeitsplätzen, konkret die Entlastung von Bürokratie, die Beschleunigung von Prozessen und die Stärkung des Innovationsstandorts Baden-Württemberg, begrüßen wir ausdrücklich.“

Südwesttextil hat in einem eigenen Forderungspapier unter dem Motto „Struktur zeigen – für einen Standort, der zusammenhält“ fünf zentrale landespolitische Handlungsfelder definiert. Wesentliche Forderungen des Verbands finden sich nun auch in den Ergebnissen wieder, darunter eine bezahlbare, sichere Energieversorgung, der Abbau von Berichts- und Dokumentationspflichten bis 2027, die flächendeckende Investition in digitale Infrastruktur sowie die Stärkung der Landesagentur für die Zuwanderung von Fachkräften.

Der Wirtschafts- und Arbeitgeberverband befürwortet ebenfalls die Ausrichtung auf Zukunftsthemen und Technologieführerschaft – fordert allerdings, auch bestehende Branchen zu stärken und ihre Rolle nicht zu vernachlässigen. Hauptgeschäftsführerin Edina Brenner: „Die Textil- und Bekleidungsindustrie in Baden-Württemberg ist eine Schlüsselindustrie – sie trägt zu entscheidenden Innovationen in Bereichen wie Mobilität, Umwelt, Bauen, Medizin und Verteidigung und damit ebenfalls zum Wohlstand bei. Im Rahmen der Koalitionsverhandlungen ist die Weiterentwicklung der Strategie zur Sicherung der industriellen Wertschöpfung über die bekannten Punkte hinaus erforderlich. Dabei müssen insbesondere auch kleine und mittelständische Unternehmen adressiert werden.“ Zu den industriepolitischen Forderungen des Verbands zählen die Anpassung des Vergaberechts, der Schutz des Binnenmarkts vor Billigimporten asiatischer E-Commerce-Plattformen sowie der Einsatz der Landesregierung für Regulierungen mit Augenmaß, z.B. im Bereich der europäischen Chemikalienpolitik.

Quelle:

Verband der Südwestdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie Südwesttextil 

17.04.2026

Neue Verbraucherkreditregeln: bevh begrüßt Ausnahmen für Kauf auf Rechnung

Der Bundestag hat strengere Regeln für Verbraucherkredite beschlossen. Alien Mulyk (Geschäftsführerin Public Affairs beim bevh) begrüßt, dass Kollateralschäden von Händlern und Verbrauchern abgewendet werden konnten: 
 
„Das neue Gesetz stärkt den Verbraucherschutz, ohne die Checkout-Erfahrung übermäßig zu erschweren. Ein Erfolg ist, dass der Kauf auf Rechnung, anders als ursprünglich geplant, in deutlich mehr Fällen nicht mehr als Kredit gewertet wird. Damit bleibt das Gesetz deutlich enger am ursprünglichen Wortlaut der EU-Richtlinie. Der Rechnungskauf ist die sicherste und einfachste Bezahlmethode im Onlinehandel und es ist gut, dass er für deutsche Kunden nicht unnötig erschwert wird.“ 

Der Bundestag hat strengere Regeln für Verbraucherkredite beschlossen. Alien Mulyk (Geschäftsführerin Public Affairs beim bevh) begrüßt, dass Kollateralschäden von Händlern und Verbrauchern abgewendet werden konnten: 
 
„Das neue Gesetz stärkt den Verbraucherschutz, ohne die Checkout-Erfahrung übermäßig zu erschweren. Ein Erfolg ist, dass der Kauf auf Rechnung, anders als ursprünglich geplant, in deutlich mehr Fällen nicht mehr als Kredit gewertet wird. Damit bleibt das Gesetz deutlich enger am ursprünglichen Wortlaut der EU-Richtlinie. Der Rechnungskauf ist die sicherste und einfachste Bezahlmethode im Onlinehandel und es ist gut, dass er für deutsche Kunden nicht unnötig erschwert wird.“ 

Quelle:

Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V. bevh

Symbolbild Wäscherei © www.d-v-c.net | Stefan Wendt
15.04.2026

Textilservice: Politische Rahmenbedingungen verschärfen die Lage

Die wirtschaftliche Lage der Textilservice-Branche in Deutschland spitzt sich weiter zu. Der Kostenindex des Deutschen Textilreinigungs-Verbands (DTV) erreicht mit 131,2 Punkten ein neues Allzeithoch (Jahr 2021 = 100). Gleichzeitig zeigt die jüngste DTV-Geschäftsklimaumfrage: Die Stimmung in der Branche kühlt deutlich ab und die Erwartungen an die kommenden Monate sind erstmals schlechter als die Bewertung der aktuellen Geschäftslage. 

Seit 2021 sind die Kosten in der Branche um über 31 Prozent gestiegen. Besonders belastend wirken neben weiterhin hohen Energiepreisen vor allem steigende Personalkosten sowie massiv erhöhte Finanzierungskosten, die aktuell mehr als zweieinhalbmal so hoch liegen wie noch im Vergleichsjahr 2021. 

Die wirtschaftliche Lage der Textilservice-Branche in Deutschland spitzt sich weiter zu. Der Kostenindex des Deutschen Textilreinigungs-Verbands (DTV) erreicht mit 131,2 Punkten ein neues Allzeithoch (Jahr 2021 = 100). Gleichzeitig zeigt die jüngste DTV-Geschäftsklimaumfrage: Die Stimmung in der Branche kühlt deutlich ab und die Erwartungen an die kommenden Monate sind erstmals schlechter als die Bewertung der aktuellen Geschäftslage. 

Seit 2021 sind die Kosten in der Branche um über 31 Prozent gestiegen. Besonders belastend wirken neben weiterhin hohen Energiepreisen vor allem steigende Personalkosten sowie massiv erhöhte Finanzierungskosten, die aktuell mehr als zweieinhalbmal so hoch liegen wie noch im Vergleichsjahr 2021. 

„Die Unternehmen stehen aktuell unter wachsendem Druck von drei Seiten: Die Kosten steigen immens, die wirtschaftlichen Perspektiven trüben sich ein und gleichzeitig müssen die Betriebe erhebliche Investitionen in Transformation, Klimaneutralität und Digitalisierung stemmen.“, erklärt Andreas Schumacher, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Textilreinigungs-Verbands. „Viele Betriebe arbeiten zunehmend an der Grenze ihrer wirtschaftlichen Belastbarkeit.“ 

Erwartungen brechen ein – notwendige Investitionen werden erschwert 
Nur noch 26 Prozent der Unternehmen rechnen im ersten Halbjahr 2026 mit einer positiven Umsatzentwicklung. Auch die Auslastungserwartungen gehen zurück und dadurch bedingt werden Investitionsplanungen aufgeschoben. Besonders kritisch: Steigende Umsätze führen immer seltener zu höheren Gewinnen. Ein Großteil der zusätzlichen Erlöse wird durch den Kostenanstieg aufgezehrt. 

Kostenanstieg wird sich voraussichtlich weiter verschärfen 
Zum Jahresende 2025 sind die Energiekosten zwar gesunken, doch bereits in den Monaten Januar und Februar zeigt sich wieder ein deutlicher Anstieg. Dieser erfolgt noch bevor sich die energiepreissteigernden Effekte der Ereignisse in der Straße von Hormus vollständig in den Statistiken niederschlagen können. Kurzfristig ist daher mit weiter deutlich steigenden Energiekosten zu rechnen. 

Gleichzeitig erreichen die Personalkosten neue Höchststände. Da sie in vielen Betrieben bis zu 60 Prozent der Gesamtkosten ausmachen können, verstärkt dies den Kostendruck zusätzlich. 

Politische Rahmenbedingungen verschärfen die Lage 
Nach Einschätzung des DTV steckt gerade jetzt in politischen Regulierungsverfahren die Chance, das Ruder herumzureißen. Insbesondere energieintensive mittelständische Dienstleistungsbranchen sehen sich derzeit gegenüber der Industrie strukturell benachteiligt.

„Es ist nicht vermittelbar, dass energieintensive Mittelstandsbranchen von zentralen Entlastungsmaßnahmen wie der Stromsteuersenkung oder dem Industriestrompreis ausgeschlossen bleiben“, erläutert Schumacher. „Das führt zu einer doppelten Benachteiligung unserer Betriebe.“ 

Die Textilpflegebranche leistet ihren Beitrag zum Gelingen der Energiewende und investiert große Teile ihrer Marge gleichermaßen in Zukunftstechnologien und Klimaschutzmaßnahmen. Selbst wenn Unternehmen mittelfristig in neue, strombasierte Technologien investieren, fehlt es in vielen Regionen an den notwendigen Netzkapazitäten und Anschlussmöglichkeiten, um diese Umstellung überhaupt tragen zu können. Dadurch sind diese weiterhin auf Gas als einen wesentlichen Energieträger angewiesen. 

„Transformation braucht realistische Zeiträume, Planungssicherheit und Investitionsschutz. Ohne verlässliche Rahmenbedingungen werden notwendige Investitionen ausgebremst“, betont DTV-Hauptgeschäftsführer Andreas Schumacher. 

DTV fordert gezielte Entlastungen und verlässliche Rahmenbedingungen 
Vor diesem Hintergrund fordert der Deutsche Textilreinigungs-Verband konkrete politische Maßnahmen: 

  • Energiepreise senken: Absenkung der Stromsteuer auf das europäische Mindestmaß für alle energieintensiven Unternehmen sowie Einbeziehung des Mittelstands in Entlastungsmechanismen 
  • Versorgungssicherheit gewährleisten: Verlässliche Gasversorgung in der Übergangsphase sowie realistische Transformationsfristen und Investitionsschutz 
  • Energieinfrastruktur ausbauen: Ortsnahe und leistungsstarke Netzanschlüsse, um eine Elektrifizierung der Betriebe zu ermöglichen 
  • Arbeitskosten begrenzen: Senkung der Lohnnebenkosten zur Entlastung der Betriebe und Sicherung von Arbeitsplätzen 
  • Bürokratie abbauen: Spürbare Entlastung statt weiterer zusätzlicher Anforderungen 
  • Investitionen ermöglichen: Ausbau von Förderprogrammen und Finanzierungsmöglichkeiten, insbesondere für Klimaschutz- und Digitalisierungsmaßnahmen 

„Die Branche arbeitet verlässlich, ist systemrelevant, und verfügt über große Zukunftspotenziale. Sie steht beispielhaft für ein erfolgreiches Geschäftsmodell in der Kreislaufwirtschaft und im Bereich nachhaltiger Dienstleistungen“, so Schumacher. „Damit wir dieses Zukunftspotenzial voll ausschöpfen können, brauchen wir jetzt die passenden politischen Rahmenbedingungen. 

Quelle:

DTV - Deutscher Textilreinigungs-Verband

Die Hydrocharging-Unit hycuTEC reduziert den Druckverlust eines typischen FFP2-Filtermediums auf weniger als ein Viertel und schafft so eine Filtrationseffizienzen von über 99,99 %. Foto Neumag Nonwoven
Die Hydrocharging-Unit hycuTEC reduziert den Druckverlust eines typischen FFP2-Filtermediums auf weniger als ein Viertel und schafft so eine Filtrationseffizienzen von über 99,99 %.
02.04.2026

FILTECH 2026: Neumag Nonwoven mit Fokus auf Spinnvliese für Filtermedien

Mit seiner Produktmarke Neumag stellt Barmag auf der diesjährigen FILTECH seine Technologien zur Herstellung von Spinnvliesen für Filtermedien vor. Themenschwerpunkte sind vor allem Lösungen zur Herstellung leistungsstarker Filtermedien zu wett-bewerbsfähigen Kosten. Hier kann Neumag sowohl im Bereich Meltblown als auch mit seinen Spinnvlieslösungen punkten. 

Meltblown-Technologie für höchste Qualitätsanforderungen 
Die Neumag Meltblown-Technologie ermöglicht die effiziente und unkomplizierte Produktion anspruchs-voller Vliesstoffe für Filtrations-, Isolations- und Sorptionsanwendungen. Dabei können unterschied-lichste Polymere verarbeitet werden – von klassischen Polyolefinen wie PP und PE über PET, PLA, PBT und PA bis hin zu Spezialkunststoffen wie PPS oder TPU. Alle diese und weitere Rohstoffe lassen sich mit dem Neumag Meltblown-Verfahren sicher und zuverlässig verarbeiten. 

Mit seiner Produktmarke Neumag stellt Barmag auf der diesjährigen FILTECH seine Technologien zur Herstellung von Spinnvliesen für Filtermedien vor. Themenschwerpunkte sind vor allem Lösungen zur Herstellung leistungsstarker Filtermedien zu wett-bewerbsfähigen Kosten. Hier kann Neumag sowohl im Bereich Meltblown als auch mit seinen Spinnvlieslösungen punkten. 

Meltblown-Technologie für höchste Qualitätsanforderungen 
Die Neumag Meltblown-Technologie ermöglicht die effiziente und unkomplizierte Produktion anspruchs-voller Vliesstoffe für Filtrations-, Isolations- und Sorptionsanwendungen. Dabei können unterschied-lichste Polymere verarbeitet werden – von klassischen Polyolefinen wie PP und PE über PET, PLA, PBT und PA bis hin zu Spezialkunststoffen wie PPS oder TPU. Alle diese und weitere Rohstoffe lassen sich mit dem Neumag Meltblown-Verfahren sicher und zuverlässig verarbeiten. 

Mit der Hydrocharging-Technologie hycuTEC, die mit dem Edana Filtrex Innovation Award ausgezeich-net wurde, lassen sich besonders leistungsstarke Elektret-Filtermedien herstellen. So kann der Druck-verlust eines typischen FFP2-Filtermediums auf weniger als ein Viertel reduziert werden. „Filtrationsef-fizienzen von über 99,99 % sind bei gängigen Medien mit etwa 35 g/m² und maximal 35 Pa Druckverlust problemlos erreichbar“, erklärt Andreas Frisch, Regional Sales Director Nonwoven. „Zudem entfällt bei den meisten Anwendungen der zusätzliche Trocknungsschritt – ein weiterer Vorteil dieser innovativen Technologie“, fügt er hinzu. 

Spinnvlieslösungen für leistungsstarke Filterkonzepte 
Spinnvliesstoffe gewinnen in der Filtration zunehmend an Bedeutung – sowohl als Trägermaterialien als auch als eigenständige Filtermedien. Durch gezielt auf die jeweilige Aufgabe abgestimmte Vliesstoffstrukturen lassen sich kundenspezifische Anforderungen präzise umsetzen. Auch die Kombi-nation mehrerer Funktionen innerhalb einer Lage ist möglich. 

Besonders die langjährige Expertise in Bikomponenten-Spinnverfahren eröffnet neue Möglichkeiten im Design innovativer Vliesstrukturen. Das Neumag Biko-Spinnvliesverfahren erlaubt die Kombination ver-schiedener Faserquerschnitte sowie die gleichzeitige Herstellung unterschiedlicher Fasern aus einem oder mehreren Polymeren auf einer einzigen Anlage. Das Spektrum reicht dabei von klassischen Kern- Mantel- und Side-by-Side-Filamenten über splittbare Fasern bis hin zu sogenannten Mixed Fibers.

Quelle:

Neumag Nonwoven