MIR-Laser und KI sollen verstecktes Elastan in Alttextilien identifizieren
Verdeckte Elastananteile gehören zu den schwierigsten Störfaktoren bei der werkstofflichen Wiederverwertung von Alttextilien. Schon kleine Mengen des elastischen Materials können das Recycling thermoplastischer Fasern beeinträchtigen. Besonders anspruchsvoll ist die Identifizierung, wenn Elastan in Mischgeweben verarbeitet oder von anderen Fasern umhüllt ist.
Das Projekt „Uncover Elastane“ setzt deshalb auf die Kombination von Mid-Infrared-Lasertechnologie (MIR) und künstlicher Intelligenz. Entwickelt werden soll ein Demonstrator, der Elastananteile auch in komplexen textilen Konstruktionen erkennt und damit eine gezieltere Sortierung ermöglicht. Die geplante Analyse geht über eine rein optische Erkennung von Farbe oder Stoffoberfläche hinaus: Entscheidend ist die materialspezifische Identifizierung innerhalb des textilen Verbundes.
Das Institut für Textiltechnik Augsburg (ITA) arbeitet parallel an einem mechanischen Recyclingverfahren für elastanhaltige Textilabfälle. Die Projektpartner wollen damit eine Perspektive für das Faser-zu-Faser-Recycling schaffen. Ein zweiter Arbeitsbereich betrifft Grundlagen für einen Digitalen Produktpass, der Materialzusammensetzung und Nachhaltigkeitsinformationen entlang des Lebenszyklus verfügbar machen könnte.
Noch handelt es sich um Entwicklungsziele, nicht um nachgewiesene industrielle Sortierleistungen. Für die spätere Bewertung sind unter anderem Erkennungsgrenzen, Durchsatz, Fehlerquoten bei unterschiedlichen Fasermischungen sowie die Qualität des zurückgewonnenen Materials relevant. Gerade diese Verbindung von Analytik, automatisierter Sortierung und nachfolgender Verwertung entscheidet darüber, ob gemischte Alttextilien in höherwertige Materialkreisläufe zurückgeführt werden können.
Elastanfaser Textilrecycling ITA Augsburg digitaler Produktpass Mischgewebe Bayern Innovativ
Bayern Innovativ
