Aus der Branche

Zurücksetzen
Rendering des ValuePack Foto BB Engineering GmbH
Rendering des ValuePack
13.05.2026

BB Engineering auf der ITM 2026, Istanbul

Bei der kommenden ITM in Istanbul vom 9. bis 13. Juni im Tüyap Fair Convention and Congress Center in Halle 7, Stand 702B, wird BB Engineering wieder an einem gemeinschaftlichen Stand mit dem Mutterhaus Barmag und der Vertretung Tekstil Servis vertreten sein. Der deutsche Maschinenbauer zeigt sich abermals als Experte in Kunstfaser- und Recyclingtechnologie und wird sich mit seinem gesamten Produktportfolio, welches sowohl Komponenten wie Extruder und Filter, als auch komplette Anlagen zum Spinnen von Kunstfasern, der Lufttexturierung und dem Recycling von PET umfasst. 

Bei der kommenden ITM in Istanbul vom 9. bis 13. Juni im Tüyap Fair Convention and Congress Center in Halle 7, Stand 702B, wird BB Engineering wieder an einem gemeinschaftlichen Stand mit dem Mutterhaus Barmag und der Vertretung Tekstil Servis vertreten sein. Der deutsche Maschinenbauer zeigt sich abermals als Experte in Kunstfaser- und Recyclingtechnologie und wird sich mit seinem gesamten Produktportfolio, welches sowohl Komponenten wie Extruder und Filter, als auch komplette Anlagen zum Spinnen von Kunstfasern, der Lufttexturierung und dem Recycling von PET umfasst. 

Neues, patentiertes Spinnpaket “ValuePack” 
Mit dem neuen und patentierten Spinnpaket zeigt BB Engineering seine Kompetenz in Sachen Kunstfaserspinnen. Bisher waren Spinnpakete entweder mit Metallpuder („Sand“) oder mit Kerzen als Filtermedien ausgestattet. Beide Varianten haben ihre Berechtigung für spezifischen Anwendungen, sind gleichermaßen mit Vor- und Nachteilen verbunden. Während Sandpakete vor allem mit Homogenität punkten und sich somit für Virgin Material anbieten, bieten Pakete mit Filterkerzen eine vergrößerte Filterfläche und wurden ursprünglich speziell für Recyclinganwendungen entwickelt. Die große Filterfläche führt zu einer besseren Filterperformance und Standzeit, geht aber gleichzeitig einher mit einer niedrigeren Fluxrate und Scherung. Darunter kann die Homogenität leiden. Das ValuePack vereint beide Methoden – Metallsand und Kerzen – in einer 2-Schritt-Filtration. Die Schmelze passiert zuerst die Filterkerze und wird hier über eine große Filterfläche mit bis zu 15 µm optimal gefiltert. Anschließend durchläuft die Schmelze die Sandkammer, wo vorallem Homogenisierung und Scherung stattfinden. So simpel das Konzept ist, so innovativ und vorteilhaft ist es. BB Engineering ist Pionier mit seiner mehrschrittige Filtration im Spinnpaket. Das Resultat sind eine signifikant bessere Homogenität hinsichtlich Temperatur und Viskosität, verbesserte Spinnperformance und höhere Garnqualität für einen breiten Anwen-dungsbereich, welcher über reines Recycling hinaus geht. Ein weiterer Vorteil des ValuePack ist, dass es bereits druckunabhängig abgedichtet ist. Das vermeidet Undichtigkeiten, die bei selbstdichtenden Paketen auftreten können, und ermöglicht ein größeres Prozessfenster. Bestehende Anlagen lassen sich unkompliziert auf das konstruktionsbedingt etwas längere ValuePack umrüsten. 

VarioFil® 
So zum Beispiel die beliebte Kompaktspinnanlage VarioFil® von BB Engineering. Überschaubare Größe, Flexibilität und eine einheitlich hohe Garnqualität – dafür steht VarioFil® und das schätzen die türkischen Faser- und Textilproduzenten. „Unsere Kompaktspinnanlage bedient die Bedürfnisse des türkischen Textilmarktes perfekt. Fasern und Garne unserer VarioFil®-Kunden werden beispielsweise in Kleidung, Teppichen oder textilen Fahrzeugteilen wie Sitzbezügen oder Gurten verarbeitet.“ berichtet Ralf Morgenroth, Head of Sales and Customer Service. Mit über 60 installierten Anlagen seit Markteinführung ist die Türkei der größte Markt für VarioFil®. Dementsprechend wird BB Engineering auch in diesem Jahr mit seiner Kompaktspinnanlage auf der ITM für Kunden, Interessenten und Fachpublikum vertreten sein. VarioFil® erzeugt hochqualitative Garne (POY, FDY, HTY, LSY, HMY) aus allen gängigen Polymeren mit einer Produktionskapazität von bis zu 450 kg/h pro Extruder. Auch recyceltes PET oder Flaschenflakes verspinnt VarioFil® rPET direkt zu POY oder FDY mit überzeugender Qualität.

COBRA® Filter setzt neue Maßstäbe
Bereits auf der Plastics Recycling Show Europe und der K 2025 stellte BB Engineering den neuen COBRA® Filter vor – und setzte damit neue Maßstäbe. Bei der Entwicklung verfolgte das Unternehmen klare Ziele: Der Filter sollte steigenden Verschmutzungsgraden im Recycling gerecht werden, Filterwechsel und Reinigung durch Automatisierung vereinfachen sowie die Betriebskosten deutlich senken.

Das Ergebnis ist ein System, das kontinuierliche Großflächenfiltration mit einer automatisierten, chemiefreien Zwischenreinigung kombiniert. Zwei Filtereinsätze mit automatischer Umschaltung sorgen für einen stabilen, sicheren und unterbrechungsfreien Betrieb. Dadurch bewältigt COBRA® selbst hohe Verschmutzungsgrade, an denen herkömmliche Kerzenfilter oder Siebwechsler an ihre Grenzen stoßen. Die integrierte Reinigung verlängert die Standzeiten der Filtermedien erheblich. Gleichzeitig reduziert sie den Bedienaufwand sowie Schmelzeverluste und Energiebedarf – ganz ohne den Einsatz von Chemikalien. Das erhöht die Prozesssicherheit und senkt die Betriebskosten signifikant.

Als vielseitige Lösung eignet sich COBRA® sowohl für die Grob- als auch für die Feinfiltration. Neben dem PET-Recycling ist das System auch für weitere Anwendungen wie der Kunststoffspinnerei geeignet und kann hier effizienzsteigernd eingesetzt bzw. nachgerüstet werden. 

Quelle:

BB Engineering GmbH

Erste Leichtbauprofile aus Hanfbast wurden im Versuch bereits erfolgreich umgesetzt und 2026 auf der AGRA so wie auf der  Techtextil präsentiert. Foto: STFI
Erste Leichtbauprofile aus Hanfbast wurden im Versuch bereits erfolgreich umgesetzt und 2026 auf der AGRA so wie auf der Techtextil präsentiert.
06.05.2026

Faserverstärkte Kunststoffe: Regionaler Hanfbast für Leichtbauprofile

Der Anbau von Faserhanf für die Herstellung von Seilen und Bekleidung hat in Sachsen eine lange Tradition. Aufgrund seiner hervorragenden Fasereigenschaften eignet er sich auch als nachwachsender Rohstoff für die Verstärkung in Faserverbundwerkstoffen. Am STFI und IWU in Chemnitz erforscht man derzeit im Projekt CannaPul, wie eine regionale Wertschöpfungskette für hanfbasierte Leichtbauprofile umgesetzt werden kann. Dafür werden die prozesstechnische Verarbeitung der Hanffasern zu endlosen Fasersträngen und die Einbettung dieser in eine geeignete biobasierte Matrix untersucht. 

Der Anbau von Faserhanf für die Herstellung von Seilen und Bekleidung hat in Sachsen eine lange Tradition. Aufgrund seiner hervorragenden Fasereigenschaften eignet er sich auch als nachwachsender Rohstoff für die Verstärkung in Faserverbundwerkstoffen. Am STFI und IWU in Chemnitz erforscht man derzeit im Projekt CannaPul, wie eine regionale Wertschöpfungskette für hanfbasierte Leichtbauprofile umgesetzt werden kann. Dafür werden die prozesstechnische Verarbeitung der Hanffasern zu endlosen Fasersträngen und die Einbettung dieser in eine geeignete biobasierte Matrix untersucht. 

Die Ausgangslage 
Faserverstärkte Kunststoffe sind Werkstoffe, die aus Verstärkungsfasern und einer Kunststoffmatrix bestehen und sich als vielseitige und leistungsfähige Materialien mit hoher Festigkeit und Steifigkeit etabliert haben. Das Pultrusionsverfahren (Strangziehen) ist ein kontinuierliches Herstellungsverfahren für faserverstärkte Kunststoffe, bei dem hochwertige Profile entstehen. Endlose Faserstränge aus Glas-, Carbon- oder Naturfasern, sogenannte Rovings, werden durch ein duroplastisches Harzbad in eine beheizte Form gezogen und thermisch ausgehärtet. Es entstehen hochwertige Profile mit konstantem Quer schnitt, hoher Festigkeit und geringem Gewicht, die sich ideal für Anwendungen eignen, die Leichtigkeit, Korrosionsbeständigkeit und Haltbarkeit erfordern. Die erdölbasierten Komponenten sollen perspektivisch durch biobasierte Rohstoffe substituiert werden. Das Entwicklungsziel Die zentrale Herausforderung im Forschungsprojekt CannaPul ist die Entwicklung und die Anwendung von biobasierten, regional verfügbaren Werkstoffen. Ziel ist die Herstellung endlosfaserverstärkter Profilstrukturen aus Hanfbastfasern in Kombination mit biobasierter thermoplastischer Matrix. Voraussetzung dafür ist einerseits die Bereitstellung von geeigneten Naturfasersträngen aus dem nachwachsen den regionalen Rohstoff Hanfbast. Zum anderen erfordert der Prozess das Aufbringen einer thermoplastischen Biopolymermatrix mit niedriger Viskosität und entsprechend hoher Fließfähigkeit sowie einer niedrigen Schmelztemperatur, um eine thermische Schädigung oder ein Verbrennen der Hanffasern zu vermeiden. 

Die Kooperation 
Projektbeteiligte bei CannaPul sind das Sächsische Textilforschungsinstitut e.V. Chemnitz (STFI) und das Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU Chemnitz (IWU). Das STFI untersucht die textiltechnische Verarbeitung von hochfesten Hanfbaststreifen zu endlosen Fasersträngen und stellt im Ergebnis biobasierte Bewehrungsfasern für den Pultrusionsprozess bereit. Die abgeschälten Hanfbaststreifen werden durch einen Fibrillierprozess vereinzelt und gleichmäßig als Band abgelegt. Das Band wird durch einen Ummantelungsprozess zugfest stabilisiert und als Garn bereitgestellt.

Das IWU kümmert sich um die zahlreichen Herausforderungen beim Prozess der Pultrusion. Hierbei gilt es die Viskosität der Schmelze und die Verarbeitungstemperatur von Thermoplast auf das biogene Fasermaterial abzustimmen. 

Der Prozess
Bei der Pultrusion wird die thermoplastische Schmelze aus Granulaten erzeugt. Die Herausforderung besteht dabei in der vollständigen Imprägnierung der Fasern sowie einer gleichmäßigen Faserverteilung. Gleichzeitig soll ein Faservolumenanteil von mindestens 50% erreicht werden, um hohe mechanische Kennwerte, insbesondere eine hohe spezifische (gewichtsbezogene) Zugfestigkeit, sicherzustellen. Bei einer Warenabzugsgeschwindigkeit von bis zu 1000 mm/min ist während der Pultrusion eine Querschnittsfläche von 20 mm² zuverlässig und vollständig mit der thermoplastischen Schmelze zu imprägnieren. 

Heike Metschies, Projektleiterin am STFI, hält fest: „Erste Ergebnisse liegen bereits in Form von rechteckigen Profilen mit Hanfbewehrung und thermoplastischer Matrix vor. Diese konnten wir auf der AGRA 26 in Leipzig u.a. dem Sächsischen Staatsminister für Umwelt und Landwirtschaft Georg-Ludwig von Breitenbuch vorstellen und auf der Techtextil in Frankfurt am Main einem großen Fachpublikum präsentieren.“

Quelle:

Sächsisches Textilforschungsinstitut

Web Gauging with Qualiscan QMS (c) Mahlo GmbH & Co. KG
Web Gauging with Qualiscan QMS
27.04.2026

Mahlo: Intelligente Qualitätskontrolle für technische Textilien

Am Ende zählt das Ergebnis: ein Filter, der zuverlässig arbeitet, eine Membran, die im Sturm stabil bleibt, ein Verbundstoff mit exakt definierten Eigenschaften. Doch der Weg dorthin ist anspruchsvoll. In der Produktion technischer Textilien greifen zahlreiche Parameter ineinander – und schon geringe Abweichungen können große Auswirkungen haben.

Genau diese Herausforderung hat auch die diesjährige Techtextil geprägt. Viele der ausstellenden Unternehmen stehen täglich vor der Aufgabe, komplexe Materialien unter konstant hohen Qualitätsanforderungen zu produzieren. Dabei findet ein fein abgestimmtes Zusammenspiel aus Fasern, Beschichtungen, Temperatur, Feuchte und Spannung statt. Denn egal ob Schutztextilien, technische Filter oder Carbonanwendungen: Präzision ist keine Option, sondern Voraussetzung. Und die Überwachung der Parameter der Schlüssel zum Erfolg.

Am Ende zählt das Ergebnis: ein Filter, der zuverlässig arbeitet, eine Membran, die im Sturm stabil bleibt, ein Verbundstoff mit exakt definierten Eigenschaften. Doch der Weg dorthin ist anspruchsvoll. In der Produktion technischer Textilien greifen zahlreiche Parameter ineinander – und schon geringe Abweichungen können große Auswirkungen haben.

Genau diese Herausforderung hat auch die diesjährige Techtextil geprägt. Viele der ausstellenden Unternehmen stehen täglich vor der Aufgabe, komplexe Materialien unter konstant hohen Qualitätsanforderungen zu produzieren. Dabei findet ein fein abgestimmtes Zusammenspiel aus Fasern, Beschichtungen, Temperatur, Feuchte und Spannung statt. Denn egal ob Schutztextilien, technische Filter oder Carbonanwendungen: Präzision ist keine Option, sondern Voraussetzung. Und die Überwachung der Parameter der Schlüssel zum Erfolg.

Perfekte Ausrichtung für Gewebe 
Unternehmen wie Frenzelit, Freudenberg, Friedola, Getzner, Juta, Sattler, Swisstulle oder Toray zeigten auf der Messe, wie vielfältig die Einsatzbereiche klassischer Gewebe sind. Gleichzeitig wird deutlich: Schon kleinste Verzugsfehler können hier über Funktionsverlust und damit Ausschuss entscheiden. Die Orthopac-Systeme von Mahlo sorgen in diesen Prozessen dafür, dass Gewebe exakt ausgerichtet bleiben – kontinuierlich, zuverlässig und oft unbemerkt im Hintergrund.

Gleichbleibende Qualität bei Vliesstoffen
Nicht weniger komplex zeigen sich Vliesstoffe. Hersteller wie Alkegen (Gutsche), Dyneema, Filz Fulda, Freudenberg, Johns Manville, Lenzing, Norafin, Polyvlies, Pont Aurell, Tenowo oder TWE stehen für Materialien mit ganz unterschiedlichen Eigenschaften, die in Hygieneartikeln, Fahrzeugen, Filtern oder Medizinprodukten zum Einsatz kommen. 

Was hier zählt, ist vor allem eines: das Flächengewicht. Bereits geringe Abweichungen können darüber entscheiden, ob ein Produkt die Anforderungen erfüllt oder nicht. Mit dem Qualiscan QMS wird dieser entscheidende Parameter kontinuierlich überwacht – und bei Bedarf sofort nachjustiert. So bleibt die Qualität konstant, auch bei hohen Produktionsgeschwindigkeiten.

Coatings unter voller Kontrolle 
Ein weiteres zentrales Thema auf der Techtextil waren Beschichtungen. Mehrlagige Materialien, komplexe Aufbauten und präzise definierte Eigenschaften machen moderne technische Textilien aus. Doch je komplexer ein Material, desto sensibler reagiert es auf Schwankungen im Prozess.
Hier geben Mahlo-Sensoren entscheidende Einblicke: Sie erkennen frühzeitig, wenn Beschichtungen zu dick oder zu dünn werden, und ermöglichen es, direkt gegenzusteuern. Fehler werden nicht erst am Ende sichtbar, sie werden gar nicht erst produziert. 
 
Feuchtigkeit und Temperatur: Unsichtbar, aber unverzichtbar
Ähnlich verhält es sich mit der Feuchte. Sie ist unsichtbar, aber entscheidend für viele Prozesse. Ob bei Nonwovens, Filzen oder in Trocknungsprozessen: eine präzise Kontrolle spart Energie, stabilisiert Abläufe und sichert die Produktqualität. IR- und Mikrowellensensoren liefern dafür die notwendigen Daten in Echtzeit.

Bei sensiblen Materialien wie Prepregs oder thermisch stabilisierten Geweben kommt die Temperaturkontrolle ins Spiel. Systeme wie Optipac und Ecopac stellen sicher, dass die Materialien exakt innerhalb der erforderlichen Temperaturfenster verarbeitet werden.

Qualität ist niemals Zufall 
Wer über die Techtextil geht, erkennt schnell: Hinter jedem Produkt steht ein komplexer Prozess, in dem zahlreiche Parameter exakt aufeinander abgestimmt sein müssen. Mahlo macht diese Prozesse messbar und beherrschbar – oft unscheinbar integriert, aber mit entscheidendem Einfluss auf die Qualität.

Quelle:

Mahlo GmbH & Co. KG

Texprocess 2026. Foto: Messe Frankfurt / Pietro Sutera
27.04.2026

Techtextil und Texprocess: Marktreife Lösungen für Industrien unter Druck

Mit über 36.000 Besucher*innen und 1.700 Ausstellern aus zusammen 112 Ländern zeigten Techtextil und Texprocess 2026, wie Innovation in den industriellen Einsatz kommt. Das Zusammentreffen von Forschung, Industrie und Anwendung bewies sich als Nährboden für neue Materiallösungen, Herstellungs- und Verarbeitungstechnologien. Natürliche Fasern, Performance Apparels, vernetzte Systeme und KI-getriebene Verarbeitungstechnologien traten als zentrale Wachstums- und Zukunftsmärkte hervor.

Mit über 36.000 Besucher*innen und 1.700 Ausstellern aus zusammen 112 Ländern zeigten Techtextil und Texprocess 2026, wie Innovation in den industriellen Einsatz kommt. Das Zusammentreffen von Forschung, Industrie und Anwendung bewies sich als Nährboden für neue Materiallösungen, Herstellungs- und Verarbeitungstechnologien. Natürliche Fasern, Performance Apparels, vernetzte Systeme und KI-getriebene Verarbeitungstechnologien traten als zentrale Wachstums- und Zukunftsmärkte hervor.

Techtextil und Texprocess 2026 endeten mit einer starken Besucher- und Ausstellerbeteiligung.
Mit über 36.000 Besucher*innen und 1.700 Ausstellern boten die internationalen Leitmessen Chancen für Neukundengeschäfte und neue Businesspartnerschaften. Damit zeigten die Veranstaltungen eine erneut sehr hohe Besucherzufriedenheit von 95 Prozent. Die Ausstellerzufriedenheit wuchs über beide Messen auf 86 Prozent, bei der Texprocess stieg sie auf 90 Prozent. Besonders deutlich – um 13 Prozent – wuchs die von den Ausstellern wahrgenommene Besucherqualität. Dies bestätigt Techtextil und Texprocess als wichtigste internationale Plattformen, um Innovationen erstmals auf dem Markt vorzustellen und sie mit relevanten Partnern in Anwendung zu bringen. Entsprechend ist das erwartete Nachmessegeschäft der Aussteller auf beiden Messen deutlich gewachsen. In einem herausfordernden Markt schafften Techtextil und Texprocess der globalen Branche damit einen stabilen Branchentreffpunkt. So waren Teilnehmer aus 112 Ländern auf dem Messegelände in Frankfurt vertreten. Zu den Top-Ten-Besucherländern zählten Deutschland, Italien, Frankreich, die Türkei, die Niederlande, Spanien, Belgien, Großbritannien, Polen und die Schweiz. Wachstum kam unter anderem aus Indien, Japan, Portugal, Schweden und den USA.

„Die volatilen Marktentwicklungen verändern Geschäftsmodelle nachhaltig. Konnektivität, Flexibilität und Geschwindigkeit sind in diesem Umfeld zentrale Erfolgsfaktoren. Auf der Techtextil und Texprocess treffen relevante Partner zusammen, um Ideen schnell zur Anwendung zu führen. Neue Materialien und Innovationen der Lieferkette sind entscheidende Wettbewerbsvorteile,“ sagt Detlef Braun, Geschäftsführer der Messe Frankfurt.

Bei der Entwicklung neuer Lösungen spielt Kollaboration zwischen Forschung, Industrie und Anwendung eine wesentliche Rolle. Das zeigen die Techtextil und Texprocess Innovation Awards 2026. Ein Großteil der prämierten Innovationen entstand durch Partnerschaften. So entwickelte beispielsweise Samsara Eco eine enzymbasierte Recyclingtechnologie gemeinsam mit der Deakin University, The Lycra Company, Nilit und der Anwendermarke Lululemon.

Von Schutzbekleidung über Medizin- bis zu Automobillösungen – die Anwendungsbereiche textiler Innovationen sind branchenübergreifend. Neue Einsatzmöglichkeiten entstehen durch zufällige Begegnungen von Herstellern, Verarbeitern und Anwendern. „Auf der Techtextil und Texprocess zeigt sich, welche Lösungen sich auf industrieübergreifenden Märkten behaupten und Investitionen sichern. Gleichzeitig schaffen ungeplante Begegnungen mit neuen Geschäftspartnern Zugang zu neuen Märkten – und treiben Innovationen voran,“ sagt Olaf Schmidt, Vice President Textiles & Textile Technologies, Messe Frankfurt.

Natürliche Performance-Lösungen für geringere Abhängigkeit von fossilen Rohstoffen 
Das Angebot Nature Performance zeigte auf der Techtextil Besucher*innen natürliche und biobasierte Alternativen zu Chemiefasern. Die Materialien vereinen Nachhaltigkeit mit Leistungsfähigkeit und schaffen CO₂-Einsparungen, Recyclingfähigkeit sowie eine geringere Abhängigkeit von fossilen Rohstoffen. Ob hitzebeständig, reißfest oder atmungsaktiv – über 110 Aussteller zeigten den zunehmenden Einsatz in industriellen Anwendungen. So präsentierte Cordenka technische Viskosefasern für den Agrarbereich, die sich kompostierbar mit Pflanzenresten entsorgen lassen. Oceansafe wiederum stellte ein Hochleistungspolymer auf Basis biobasierter und recycelter Rohstoffe vor, das für den industriellen Einsatz skaliert werden kann. 

Marktreife Hochleistungstextilien für Bekleidung
Im Segment Performance Apparel Textiles der Techtextil verdoppelte sich das Ausstellerangebot im Vergleich zur Vorveranstaltung. Steigende Investitionen in Sicherheit, Verteidigung und Katastrophenschutz erhöhen die Nachfrage nach leistungsfähigen und normgerechten Textilien sowie spezialisierten Verarbeitungstechnologien. Unternehmen setzen verstärkt auf innovative Lösungen, die hohen Belastungen standhalten und gleichzeitig spezifische Schutzanforderungen erfüllen. Auf der Techtextil präsentierten Aussteller entsprechende Hochleistungsmaterialien für Outdoor, Sport, Mode sowie militärische und industrielle Sicherheitsbekleidung. Parallel zeigte die Texprocess die passenden Verarbeitungstechnologien für diese Anforderungen. Ein langlebiges und dauerhaft flammhemmendes Gewebe mit inhärentem Schutz bot Concordia. Advance Hitech Textile International stellte ein dehnbares Material für Arbeitsbekleidung mit besonderer Abriebfestigkeit, Formbeständigkeit und Farbechtheit vor. 

Vernetzte, bedarfsorientierte Systeme und effiziente Verarbeitungstechnologien
Auf der Texprocess erhielten Besucher*innen einen umfassenden Marktüberblick – die Grundlage für Investitionsentscheidungen in herausfordernden Zeiten. Dabei wurde ein klarer Trend sichtbar: Neben den Verarbeitungsmaschinen gewinnen vernetzte Lösungen entlang der Produktion an Bedeutung. Sie verbinden einzelne Prozessschritte stärker miteinander – vom Design über die Ressourcenplanung bis zur Fertigung – und ermöglichen so eine flexiblere, stärker nachfrageorientierte Produktion. „Die Zukunft der Bekleidungsproduktion liegt in vernetzten Lieferketten und ganzheitlichen Business-Modellen. Innovative Systemarchitektur und effiziente Technologien sind dabei ausschlaggebend, um flexibel auf Marktanforderungen und Kundenbedürfnisse zu reagieren. Auf der Texprocess waren die neuesten Entwicklungen zu finden,“ sagt Elgar Straub, Geschäftsführer VDMA Textile Care, Fabric and Leather Technologies. So präsentierte Style3D | Assyst neue KI-Lösungen für die Produktentwicklung. Sie vernetzen Design und Marketing, beschleunigen Abläufe und senken Kosten. Comelz zeigte ein Cuttingsystem, das mit künstlicher Bildverarbeitung manuelle Arbeitsschritte reduziert. Dürkopp Adler stellte eine neue Nähanlage vor, die durch smarte Schnittstellen einfache Vernetzung ermöglicht. 

Quelle:

Messe Frankfurt