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Unter streng kontrollierten Bedingungen entstehen im Hygienebereich von Gebr. Otto Zwirne für Hygieneartikel. Foto Gebr. Otto
Unter streng kontrollierten Bedingungen entstehen im Hygienebereich von Gebr. Otto Zwirne für Hygieneartikel.
09.03.2026

Gebr. Otto auf der Techtextil: Garninnovationen und neuer Hygienebereich

Gebr. Otto stellt auf der diesjährigen Techtextil seine Vielseitigkeit in den Mittelpunkt: Neben Spinnerei, Zwirnerei und Färberei, die traditionell mit feiner Baumwolle arbeiten, finden textile Weiterverarbeiter im Unternehmen auch einen kompetenten Entwicklungspartner für technische Speziallösungen: In der Herstellung von technischen Garnen, insbesondere aus Aramiden, hat die Dietenheimer Spinnerei mittlerweile ein Jahrzehnt Erfahrung. Neu ist ein Hygienebereich, in dem derzeit Zwirne für Medizin- und Hygieneprodukte hergestellt werden. In dieser Abteilung könnten in Zukunft auch textile Produkte für den Lebensmittelbereich entstehen. 

Zukunft hat bei Otto Tradition
Neben Baumwollgarnen und -zwirnen hat das Unternehmen im Laufe der Zeit weitere Produktbereiche erschlossen. Heute liegt ein Schwerpunkt auf technischen Garnen, insbesondere aus Aramiden und anderen flammhemmenden Fasern.

Gebr. Otto stellt auf der diesjährigen Techtextil seine Vielseitigkeit in den Mittelpunkt: Neben Spinnerei, Zwirnerei und Färberei, die traditionell mit feiner Baumwolle arbeiten, finden textile Weiterverarbeiter im Unternehmen auch einen kompetenten Entwicklungspartner für technische Speziallösungen: In der Herstellung von technischen Garnen, insbesondere aus Aramiden, hat die Dietenheimer Spinnerei mittlerweile ein Jahrzehnt Erfahrung. Neu ist ein Hygienebereich, in dem derzeit Zwirne für Medizin- und Hygieneprodukte hergestellt werden. In dieser Abteilung könnten in Zukunft auch textile Produkte für den Lebensmittelbereich entstehen. 

Zukunft hat bei Otto Tradition
Neben Baumwollgarnen und -zwirnen hat das Unternehmen im Laufe der Zeit weitere Produktbereiche erschlossen. Heute liegt ein Schwerpunkt auf technischen Garnen, insbesondere aus Aramiden und anderen flammhemmenden Fasern.

Die Verarbeitung dieser Fasern ist anspruchsvoll: Ihre extrem hohe Zugfestigkeit bei gleichzeitig geringer Elastizität erfordert ein sehr präzises Spinnverfahren, da bereits kleine Unregelmäßigkeiten im Streckwerk zu Faserbrüchen führen können. Aramidfasern sind steif und weisen eine geringere Faser-Faser-Reibung auf, was spezielle Anpassungen im Spinnprozess notwendig macht, um die gewünschte Garnfestigkeit zu erreichen. Die Garne kommen beispielsweise in flammhemmender Unterwäsche für Feuerwehrleute zum Einsatz.

Hygienebereich: Potenzial für Textilien für die Medizinprodukte- und Lebensmittelindustrie
Ganz im Sinne seiner Firmenphilosophie betreibt Gebr. Otto seit Anfang 2025 einen eigenen Hygienebereich. Unter streng kontrollierten Bedingungen entstehen hier derzeit Zwirne für Medizin- und Hygieneartikel. Das erfordert unter anderem eine eigenes Schädlingsmonitoring, Schutzausrüstung fürs Bedienpersonal sowie ein Umkleidebereich mit Schwarz-/weiß-Trennung. Ein Zugang zum Hygienebereich ist nur über Schleusen möglich.

Laufende Entwicklungen
Jüngst abgeschlossen hat Gebr. Otto die Entwicklung von „Eco Yarn“, ein Gemeinschaftsprojekt zwischen dem Recycling-Atelier Augsburg des Instituts für Textiltechnik Augsburg (ITA) sowie der Technischen Hochschule Augsburg und den Industriepartnern Schwob und Weseta. 

Dem Projekt-Team ist es gelungen, ausgediente Mietwäsche in seine Fasern zu zerlegen, diese wiederaufzubereiten und in einer Mischung mit 70 Prozent Virgin-Baumwolle zu einem neuen Garn zu verspinnen.

Baumwolle bleibt das Flaggschiff 
Neben innovativen technischen Ansätzen bleibt Baumwolle der Dreh- und Angelpunkt bei Gebr. Otto. Seit Frühjahr 2025 hat die Spinnerei Baumwollgarne mit der Auszeichnung EUCOTTON im Programm. Die Fasern stammen aus Griechenland und Spanien und stehen für kurze, transparente Lieferketten innerhalb Europas.

Ein weiteres Beispiel für das Engagement in regionalen Wertschöpfungsketten ist das Projekt „Lokalstoffmacher“. „Oft wird angenommen, dass regionale Produkte automatisch teurer sind“, sagt Geschäftsführer Andreas Merkel. „Wenn man jedoch Transport, Zölle, Steuern und die höhere Planungssicherheit einbezieht, relativiert sich der Preisunterschied häufig deutlich.“ Die Projektpartner Edelweiss Jersey, die Textilveredlung Keller und Gebr. Otto können sich vorstellen, die Zusammenarbeit auf Garne jenseits der Baumwolle zu erweitern. 

Gebr. Otto arbeitet an einem Garn aus Bio-Baumwolle und nativem, in Deutschland angebautem Hanf. Der regional gewonnene Winterhanf wird von einem Projektpartner aufgeschlossen und anschließend mit Baumwolle oder TENCEL versponnen. Hanf benötigt im Anbau deutlich weniger Wasser als Baumwolle und gilt daher als besonders ressourcenschonend. Durch ein spezielles Aufschlussverfahren lassen sich die Fasern so aufbereiten, dass sie gemeinsam mit Baumwolle verarbeitet werden können.