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16.09.2026

Agentische KI zieht in die Produktentwicklung ein

Lectra bringt mit Apogy eine cloudbasierte Plattform auf den Markt, die agentische künstliche Intelligenz in die Fashion-Produktentwicklung integrieren soll. Der Fokus liegt auf der Phase zwischen Entwurf und Produktionsfreigabe, in der Produktdaten, Schnittentwicklung, Abstimmungen, 3D-Prototypen und Lieferantenkommunikation häufig über mehrere Systeme verteilt sind.

Die Software bündelt Daten und Prozesse in einer gemeinsamen Umgebung. KI-Agenten sollen Aufgaben selbstständig orchestrieren, Informationen bereitstellen und Teams bei Entscheidungen unterstützen. Konzepte können aus Prompts, Skizzen oder Bildern erzeugt und anschließend gemeinsam weiterentwickelt werden. 3D-Simulationen und fotorealistische Renderings sollen Freigaben beschleunigen.

Der technologische Anspruch geht damit über generative Designwerkzeuge hinaus. Agentische Systeme sollen aktiv in Workflows eingreifen und vorhandenes Unternehmenswissen nutzbar machen. Lectra adressiert damit zugleich ein Personalthema: Kritisches Know-how soll weniger stark an einzelne Spezialisten gebunden sein.

Lectra bringt mit Apogy eine cloudbasierte Plattform auf den Markt, die agentische künstliche Intelligenz in die Fashion-Produktentwicklung integrieren soll. Der Fokus liegt auf der Phase zwischen Entwurf und Produktionsfreigabe, in der Produktdaten, Schnittentwicklung, Abstimmungen, 3D-Prototypen und Lieferantenkommunikation häufig über mehrere Systeme verteilt sind.

Die Software bündelt Daten und Prozesse in einer gemeinsamen Umgebung. KI-Agenten sollen Aufgaben selbstständig orchestrieren, Informationen bereitstellen und Teams bei Entscheidungen unterstützen. Konzepte können aus Prompts, Skizzen oder Bildern erzeugt und anschließend gemeinsam weiterentwickelt werden. 3D-Simulationen und fotorealistische Renderings sollen Freigaben beschleunigen.

Der technologische Anspruch geht damit über generative Designwerkzeuge hinaus. Agentische Systeme sollen aktiv in Workflows eingreifen und vorhandenes Unternehmenswissen nutzbar machen. Lectra adressiert damit zugleich ein Personalthema: Kritisches Know-how soll weniger stark an einzelne Spezialisten gebunden sein.

Als frühe Anwender nennt Lectra unter anderem den irischen Sportswear-Hersteller O'Neills und Oniverse, zu dessen Marken Calzedonia, Intimissimi und Tezenis gehören. Apogy wurde nach Unternehmensangaben drei Jahre entwickelt und wird als SaaS kontinuierlich erweitert.

Quelle:

Lectra

16.09.2026

Tyvek bekommt biozirkuläre Zuordnung

DuPont führt Tyvek mit „Renewable Attribution“ weltweit für Consumer- und Industrieanwendungen ein. Das Material bleibt technisch Tyvek, die Rohstoffbilanz verändert sich jedoch: Je nach Variante werden 30 bis 100 Prozent erneuerbare Zuordnung mit ISCC-PLUS-zertifizierten biozirkulären Ausgangsstoffen verknüpft.

Der Ansatz basiert auf Massenbilanz. Biozirkuläre Rohstoffe aus Abfällen und Reststoffen der zweiten Generation werden in die vorgelagerte Lieferkette eingebracht und bilanziell den gekauften HDPE-Mengen zugeordnet. DuPont nennt für eine 30-prozentige Renewable Attribution eine Verringerung des Product Carbon Footprint um rund 30 Prozent gegenüber Standard-Tyvek, einschließlich CO2-Aufnahme und auf Basis peer-reviewter, ISO-konformer LCA-Daten.

Für bestehende Anwender ist die Drop-in-Logik zentral. Spezifikation und Gebrauchseigenschaften sollen unverändert bleiben, sodass keine erneute Produktqualifizierung erforderlich ist. Das betrifft unter anderem aktive Verpackungen, Tags und Labels, Startnummern, Armbänder sowie industrielle Verpackungen und Schutzlösungen.

DuPont führt Tyvek mit „Renewable Attribution“ weltweit für Consumer- und Industrieanwendungen ein. Das Material bleibt technisch Tyvek, die Rohstoffbilanz verändert sich jedoch: Je nach Variante werden 30 bis 100 Prozent erneuerbare Zuordnung mit ISCC-PLUS-zertifizierten biozirkulären Ausgangsstoffen verknüpft.

Der Ansatz basiert auf Massenbilanz. Biozirkuläre Rohstoffe aus Abfällen und Reststoffen der zweiten Generation werden in die vorgelagerte Lieferkette eingebracht und bilanziell den gekauften HDPE-Mengen zugeordnet. DuPont nennt für eine 30-prozentige Renewable Attribution eine Verringerung des Product Carbon Footprint um rund 30 Prozent gegenüber Standard-Tyvek, einschließlich CO2-Aufnahme und auf Basis peer-reviewter, ISO-konformer LCA-Daten.

Für bestehende Anwender ist die Drop-in-Logik zentral. Spezifikation und Gebrauchseigenschaften sollen unverändert bleiben, sodass keine erneute Produktqualifizierung erforderlich ist. Das betrifft unter anderem aktive Verpackungen, Tags und Labels, Startnummern, Armbänder sowie industrielle Verpackungen und Schutzlösungen.

Die Luxemburger und die US-amerikanische Tyvek-Produktion in Richmond sind nach ISCC PLUS zertifiziert und werden jährlich extern auditiert. Für Nachhaltigkeitsclaims bleibt wichtig, dass eine Massenbilanz-Zuordnung nicht mit einem physisch nachweisbaren Anteil biozirkulären Rohstoffs im einzelnen Produkt gleichgesetzt wird.

Quelle:

DuPont

16.09.2026

WHZ tritt Kompetenzzentrum für Luft- und Raumfahrttechnik bei

Die Westsächsische Hochschule Zwickau (WHZ) ist neues Mitglied im Kompetenzzentrum für Luft- und Raumfahrttechnik Sachsen/Thüringen (LRT). Die Hochschule will das Netzwerk nutzen, um neue Forschungsprojekte zu akquirieren und Entwicklungen schneller in den Markt zu überführen.  

Die Westsächsische Hochschule Zwickau (WHZ) ist neues Mitglied im Kompetenzzentrum für Luft- und Raumfahrttechnik Sachsen/Thüringen (LRT). Die Hochschule will das Netzwerk nutzen, um neue Forschungsprojekte zu akquirieren und Entwicklungen schneller in den Markt zu überführen.  

Der Luft- und Raumfahrtsektor ist ein Wachstumsmarkt und fordert permanente Forschungs- und Entwicklungsleistungen. Die WHZ ist mit ihrer schon vorhandenen Forschungsstärke ein geeigneter Partner für eine Vielzahl aktueller Fragestellungen. „Speziell im Bereich der Fertigungstechnik ist die Hochschule bestens positioniert, um anspruchsvolle Projekte im Bereich der Luft- und Raumfahrttechnik durchzuführen. Beispielsweise forscht und entwickelt die Professur Spanungstechnik am Institut für Produktionstechnik (IfP) der WHZ schon seit vielen Jahren im Bereich der Turbinenschaufelfertigung“, berichtet Professor Uwe Teicher von der Fakultät Automobil- und Maschinenbau, der die Mitgliedschaft initiiert hat. Hinzu kämen Forschungsarbeiten zur industriellen Anwendung kryogener Kühltechniken, bei denen im extremen Niedrigtemperaturbereich gearbeitet werde, um Werkstoffe schädigungsarm und sauber bearbeiten zu können. 

Chancen für Studierende und Absolventen 
Der Beitritt zum Netzwerk basiert auf einer langjährigen Beziehung zwischen Mitgliedsfirmen, dem Verband und der Hochschule. „Durch die sehr gute Stellung der Hochschule in der Forschungslandschaft war es der Wunsch des Netzwerks, einen leistungsstarken Partner in Westsachsen als Schnittstelle zwischen Thüringen und Sachsen zu etablieren“, berichtet Uwe Teicher. Mit dem Netzwerk des LRT sollen Forschungsergebnisse der WHZ künftig schneller ausgetauscht und in den Markt gebracht werden. Netzwerkeffekte sollen dabei genutzt werden, um auch größere FuE-Projekte zu akquirieren. „Weiterhin bietet das Netzwerk die Chance, dass Studierende und Absolventen in dieser Hochtechnologiebrache – in Form von Abschlussarbeiten oder späterer Beschäftigung – platziert werden können“, erklärt Professor Uwe Teicher. 

15.09.2026

Weniger Druckluft beim Texturieren

Heberlein Technology baut sein Geschäft mit Luftverwirbelungs- und Texturierdüsen für synthetische Filamentgarne in China aus. Im Fokus stehen die APh- und APe-Serien für DTY-Anwendungen und insbesondere Air Covering. Nach Angaben des Unternehmens sollen die Düsen die Druckluftkosten senken, ohne die Garnqualität zu beeinträchtigen.

Druckluft ist in Filamentprozessen ein relevanter Kosten- und Energieposten. Heberlein beziffert für Investitionen in die neue Advanced-Performance-Generation eine mögliche Amortisationszeit von rund 18 Monaten, abhängig von der jeweiligen Anlage und Nutzung. Solche Angaben sollten im konkreten Kundenfall überprüft werden.

Parallel hat das Schweizer Unternehmen in Shengze City einen Service-Hub eingerichtet. Mobile Luftversorgung, Ultraschallreinigung, Durchflussmessung und Spleißtechnik sollen Versuche, Wartung und Fehlerbehebung näher an chinesische Produktionsstandorte bringen.

Heberlein Technology baut sein Geschäft mit Luftverwirbelungs- und Texturierdüsen für synthetische Filamentgarne in China aus. Im Fokus stehen die APh- und APe-Serien für DTY-Anwendungen und insbesondere Air Covering. Nach Angaben des Unternehmens sollen die Düsen die Druckluftkosten senken, ohne die Garnqualität zu beeinträchtigen.

Druckluft ist in Filamentprozessen ein relevanter Kosten- und Energieposten. Heberlein beziffert für Investitionen in die neue Advanced-Performance-Generation eine mögliche Amortisationszeit von rund 18 Monaten, abhängig von der jeweiligen Anlage und Nutzung. Solche Angaben sollten im konkreten Kundenfall überprüft werden.

Parallel hat das Schweizer Unternehmen in Shengze City einen Service-Hub eingerichtet. Mobile Luftversorgung, Ultraschallreinigung, Durchflussmessung und Spleißtechnik sollen Versuche, Wartung und Fehlerbehebung näher an chinesische Produktionsstandorte bringen.

Quelle:

Heberlein Technology AG

(c) Dhana Inc.
15.09.2026

Alte Saris werden zum digitalen Schal

Dhana Inc. hat während der New York Fashion Week einen Schal vorgestellt, der aus getragenen Saris und Second-Life-Hemden entsteht. Jedes 25-Zoll-Quadrat ist ein Einzelstück und soll Materialspuren und Geschichten der ursprünglichen Textilien sichtbar erhalten.

Das Konzept verbindet Upcycling mit der digitalen Plattform D/Sphere. Damit soll nicht nur das Material weitergenutzt, sondern auch die Herkunft und Geschichte eines Produkts als Teil seines Werts vermittelt werden. Für die Kreislaufwirtschaft ist das ein anderer Ansatz als Faser-zu-Faser-Recycling: Der vorhandene textile Wert wird möglichst direkt erhalten und in ein neues Produkt überführt.

Die Skalierbarkeit solcher Einzelstücke ist naturgemäß begrenzt. Als Design- und Kommunikationsmodell ist der Ansatz dennoch relevant, weil er zeigt, wie Second-Life-Materialien, Handwerk und digitale Rückverfolgbarkeit in einer Premium-Erzählung zusammengeführt werden können.

Dhana Inc. hat während der New York Fashion Week einen Schal vorgestellt, der aus getragenen Saris und Second-Life-Hemden entsteht. Jedes 25-Zoll-Quadrat ist ein Einzelstück und soll Materialspuren und Geschichten der ursprünglichen Textilien sichtbar erhalten.

Das Konzept verbindet Upcycling mit der digitalen Plattform D/Sphere. Damit soll nicht nur das Material weitergenutzt, sondern auch die Herkunft und Geschichte eines Produkts als Teil seines Werts vermittelt werden. Für die Kreislaufwirtschaft ist das ein anderer Ansatz als Faser-zu-Faser-Recycling: Der vorhandene textile Wert wird möglichst direkt erhalten und in ein neues Produkt überführt.

Die Skalierbarkeit solcher Einzelstücke ist naturgemäß begrenzt. Als Design- und Kommunikationsmodell ist der Ansatz dennoch relevant, weil er zeigt, wie Second-Life-Materialien, Handwerk und digitale Rückverfolgbarkeit in einer Premium-Erzählung zusammengeführt werden können.

(c) Parkdale Mills Inc. / Intrinsic Advanced Materials
15.09.2026

CiCLO zieht tiefer in Bettwaren ein

Intrinsic Advanced Materials erweitert CiCLO in Home- und Hospitality-Textilien. ADVANSA integriert die Technologie in Suprelle-Faserfüllungen für Kissen, Bettdecken und weitere Bettwaren. Parallel untersucht HeiQ Kombinationen mit funktionalen Technologien für Kühlung, Feuchtigkeitsmanagement, Frische, schnelleres Trocknen und Allergenreduktion.

CiCLO wird während der Herstellung in Polyester- oder Nylonfasern eingebracht. Die Technologie soll die Persistenz freigesetzter synthetischer Mikrofasern reduzieren, wenn diese in feuchte, mikrobiell aktive Umgebungen gelangen. Der Anbieter verweist auf Prüfungen durch unabhängige Labore nach ASTM- und ISO-Methoden.

Interessant ist die zunehmende kommerzielle Tiefe: Aus einer Materialtechnologie wird ein Baustein etablierter Füllstoff- und Funktionssysteme. Gerade für Bettwaren und Hospitality ist dabei entscheidend, dass Komfort- und Gebrauchseigenschaften nicht hinter der Umweltargumentation zurücktreten.

Intrinsic Advanced Materials erweitert CiCLO in Home- und Hospitality-Textilien. ADVANSA integriert die Technologie in Suprelle-Faserfüllungen für Kissen, Bettdecken und weitere Bettwaren. Parallel untersucht HeiQ Kombinationen mit funktionalen Technologien für Kühlung, Feuchtigkeitsmanagement, Frische, schnelleres Trocknen und Allergenreduktion.

CiCLO wird während der Herstellung in Polyester- oder Nylonfasern eingebracht. Die Technologie soll die Persistenz freigesetzter synthetischer Mikrofasern reduzieren, wenn diese in feuchte, mikrobiell aktive Umgebungen gelangen. Der Anbieter verweist auf Prüfungen durch unabhängige Labore nach ASTM- und ISO-Methoden.

Interessant ist die zunehmende kommerzielle Tiefe: Aus einer Materialtechnologie wird ein Baustein etablierter Füllstoff- und Funktionssysteme. Gerade für Bettwaren und Hospitality ist dabei entscheidend, dass Komfort- und Gebrauchseigenschaften nicht hinter der Umweltargumentation zurücktreten.

Quelle:

Intrinsic Advanced Materials / Parkdale Advanced Materials / ADVANSA / HeiQ

15.09.2026

Funktionsfasern für den Arbeitsalltag

The LYCRA Company stellt ihr Portfolio „FIBERS THAT WORK“ erstmals in Nordamerika vor. Die Lösungen richten sich an Workwear, Uniformen und Schutzbekleidung und kombinieren Stretch, Feuchtigkeitsmanagement, thermischen Komfort, Sichtbarkeit, antistatische Eigenschaften und Beständigkeit gegen industrielle Pflegeprozesse.

Zu den gezeigten Technologien gehören LYCRA ANTISTATIC sowie LYCRA T400- und COOLMAX/THERMOLITE-Lösungen. Entscheidend ist der Systemgedanke: Schutzbekleidung wird nicht allein über Normerfüllung betrachtet, sondern über das Zusammenspiel von Sicherheit, Bewegungsfreiheit, Klimakomfort und Lebensdauer.

Für Hersteller von Berufs- und Schutzkleidung ist diese Entwicklung relevant, weil Tragekomfort unmittelbar beeinflusst, ob Schutzkleidung im Arbeitsalltag korrekt und dauerhaft getragen wird. Gleichzeitig steigen Anforderungen an Waschbeständigkeit und Ressourcenverbrauch über die Nutzungsdauer.

The LYCRA Company stellt ihr Portfolio „FIBERS THAT WORK“ erstmals in Nordamerika vor. Die Lösungen richten sich an Workwear, Uniformen und Schutzbekleidung und kombinieren Stretch, Feuchtigkeitsmanagement, thermischen Komfort, Sichtbarkeit, antistatische Eigenschaften und Beständigkeit gegen industrielle Pflegeprozesse.

Zu den gezeigten Technologien gehören LYCRA ANTISTATIC sowie LYCRA T400- und COOLMAX/THERMOLITE-Lösungen. Entscheidend ist der Systemgedanke: Schutzbekleidung wird nicht allein über Normerfüllung betrachtet, sondern über das Zusammenspiel von Sicherheit, Bewegungsfreiheit, Klimakomfort und Lebensdauer.

Für Hersteller von Berufs- und Schutzkleidung ist diese Entwicklung relevant, weil Tragekomfort unmittelbar beeinflusst, ob Schutzkleidung im Arbeitsalltag korrekt und dauerhaft getragen wird. Gleichzeitig steigen Anforderungen an Waschbeständigkeit und Ressourcenverbrauch über die Nutzungsdauer.

Quelle:

The LYCRA Company

Foto Kraig Biocraft Laboratories, Inc.
15.09.2026

Spinnenseide sucht den Maßstab

Kraig Biocraft Laboratories rückt seine rekombinante Spinnenseide gezielt in den Kontext von Mode und Performance-Textilien. Das Unternehmen nutzt gentechnisch veränderte Seidenraupen, die Spinnenseidenproteine direkt in der Seidenfaser erzeugen. Anders als Verfahren, bei denen Proteine zunächst fermentativ hergestellt und anschließend zu Fasern verarbeitet werden, soll damit vorhandene Infrastruktur der Seidenindustrie genutzt werden können.

Für die textile Industrie ist vor allem die Skalierungsfrage relevant. Kraig Labs verweist auf rund 3,2 Tonnen rekombinante Spinnenseidenkokons aus einem einzelnen Produktionszyklus. Damit verschiebt sich die Diskussion von Laborproben hin zu reproduzierbarer Produktion in industriell interessanter Größenordnung. Als mögliche Einsatzfelder nennt das Unternehmen Luxus- und Modetextilien, Performance Apparel sowie Schutzmaterialien.

Kraig Biocraft Laboratories rückt seine rekombinante Spinnenseide gezielt in den Kontext von Mode und Performance-Textilien. Das Unternehmen nutzt gentechnisch veränderte Seidenraupen, die Spinnenseidenproteine direkt in der Seidenfaser erzeugen. Anders als Verfahren, bei denen Proteine zunächst fermentativ hergestellt und anschließend zu Fasern verarbeitet werden, soll damit vorhandene Infrastruktur der Seidenindustrie genutzt werden können.

Für die textile Industrie ist vor allem die Skalierungsfrage relevant. Kraig Labs verweist auf rund 3,2 Tonnen rekombinante Spinnenseidenkokons aus einem einzelnen Produktionszyklus. Damit verschiebt sich die Diskussion von Laborproben hin zu reproduzierbarer Produktion in industriell interessanter Größenordnung. Als mögliche Einsatzfelder nennt das Unternehmen Luxus- und Modetextilien, Performance Apparel sowie Schutzmaterialien.

Quelle:

Kraig Biocraft Laboratories, Inc.

Foto (c) Filo / AssoServizi Biella srl
14.09.2026

Filo66 spannt den Bogen bis zu Geotextilien

Die 66. Ausgabe der Garn- und Fasermesse Filo am 15. und 16. September in Mailand erweitert ihr Dialogprogramm deutlich über klassische Mode- und Materialtrends hinaus. In den „Dialoghi di Confronto“ stehen unter anderem integrierte Qualität, Lieferkettenkooperation, Forschung und Produktion, Chemikalienmanagement, künstliche Intelligenz und technische Textilanwendungen auf dem Programm.

Besonders relevant ist eine Session zu biologisch abbaubaren Geotextilien im Val Senales, an der unter anderem Marchi & Fildi, SAFE und Lenzing beteiligt sind. Weitere Beiträge behandeln ZDHC Supplier to Zero, neue Lösungen aus Engineering und Produktion sowie die Nutzung von KI in Textilunternehmen.

Die Themenbreite zeigt, wie stark sich die Diskussion auf vorgelagerten Stufen der textilen Wertschöpfung verändert. Garne und Fasern werden nicht mehr isoliert betrachtet, sondern im Zusammenhang mit Chemie, Daten, Kreislauffähigkeit, Design und konkreten industriellen Anwendungen. Filo positioniert das Begleitprogramm damit als Schnittstelle zwischen Materialanbieter, Veredler, Technologieunternehmen und Anwenderbranchen.

Die 66. Ausgabe der Garn- und Fasermesse Filo am 15. und 16. September in Mailand erweitert ihr Dialogprogramm deutlich über klassische Mode- und Materialtrends hinaus. In den „Dialoghi di Confronto“ stehen unter anderem integrierte Qualität, Lieferkettenkooperation, Forschung und Produktion, Chemikalienmanagement, künstliche Intelligenz und technische Textilanwendungen auf dem Programm.

Besonders relevant ist eine Session zu biologisch abbaubaren Geotextilien im Val Senales, an der unter anderem Marchi & Fildi, SAFE und Lenzing beteiligt sind. Weitere Beiträge behandeln ZDHC Supplier to Zero, neue Lösungen aus Engineering und Produktion sowie die Nutzung von KI in Textilunternehmen.

Die Themenbreite zeigt, wie stark sich die Diskussion auf vorgelagerten Stufen der textilen Wertschöpfung verändert. Garne und Fasern werden nicht mehr isoliert betrachtet, sondern im Zusammenhang mit Chemie, Daten, Kreislauffähigkeit, Design und konkreten industriellen Anwendungen. Filo positioniert das Begleitprogramm damit als Schnittstelle zwischen Materialanbieter, Veredler, Technologieunternehmen und Anwenderbranchen.

Quelle:

Filo / AssoServizi Biella srl

(c) Messe Frankfurt
14.09.2026

36.000 Besucher für Heimtextilien in Shanghai

Die Herbst-Ausgabe der Intertextile Shanghai Home Textiles meldet mehr als 900 Aussteller aus 19 Ländern und Regionen sowie knapp 36.000 Besucher aus 113 Märkten. Die Messe belegte über 100.000 Quadratmeter und deckte unter anderem Bettwaren, Möbelstoffe, Vorhänge, Teppiche und designorientierte Kollektionen ab.

Messe Frankfurt hebt insbesondere die wachsende Bedeutung von Nachhaltigkeit, neuen Technologien und supply-chain-orientierter Transparenz hervor. Neben klassischen Sourcing-Kategorien zeigten Aussteller funktionale Textilien, nachhaltigere Materialien und technologiegestützte Lösungen. Stark vertreten waren Käufer aus Greater China, Südostasien und zunehmend Zentralasien.

Auch das Rahmenprogramm zielte stärker auf Markt- und Technologiefragen. Die Themen reichten von Lifestyle-Trends und urbaner Erneuerung bis zum Einsatz von KI im Heimtextilsektor und zu Absatzchancen in Lateinamerika. Damit bestätigt die Messe, dass sich Heimtextilbeschaffung zunehmend mit Materialinnovation, Daten, Nachhaltigkeitsnachweisen und schnelleren Designzyklen verschränkt.

Die Herbst-Ausgabe der Intertextile Shanghai Home Textiles meldet mehr als 900 Aussteller aus 19 Ländern und Regionen sowie knapp 36.000 Besucher aus 113 Märkten. Die Messe belegte über 100.000 Quadratmeter und deckte unter anderem Bettwaren, Möbelstoffe, Vorhänge, Teppiche und designorientierte Kollektionen ab.

Messe Frankfurt hebt insbesondere die wachsende Bedeutung von Nachhaltigkeit, neuen Technologien und supply-chain-orientierter Transparenz hervor. Neben klassischen Sourcing-Kategorien zeigten Aussteller funktionale Textilien, nachhaltigere Materialien und technologiegestützte Lösungen. Stark vertreten waren Käufer aus Greater China, Südostasien und zunehmend Zentralasien.

Auch das Rahmenprogramm zielte stärker auf Markt- und Technologiefragen. Die Themen reichten von Lifestyle-Trends und urbaner Erneuerung bis zum Einsatz von KI im Heimtextilsektor und zu Absatzchancen in Lateinamerika. Damit bestätigt die Messe, dass sich Heimtextilbeschaffung zunehmend mit Materialinnovation, Daten, Nachhaltigkeitsnachweisen und schnelleren Designzyklen verschränkt.

Quelle:

Messe Frankfurt (HK) Ltd / Intertextile Shanghai Home Textiles

Recycled Fiber Matrix Grafik (c) Uster Technologies AG
Recycled Fiber Matrix
14.09.2026

Recyclingbaumwolle wird messbar

Uster Technologies hat mit der Recycled Fiber Matrix ein zweidimensionales Bewertungssystem für mechanisch recycelte Baumwollfasern entwickelt. Hintergrund ist ein zentrales Problem des Faserrecyclings: Rezyklate schwanken stark in Länge, Kurzfaseranteil und weiteren Qualitätsparametern, obwohl genau diese Eigenschaften darüber entscheiden, welche Spinnverfahren, Mischungen und Endanwendungen technisch sinnvoll sind.

Für die Entwicklung wurden zahlreiche Proben aus wichtigen Recyclingregionen in China, Indien und Europa analysiert. Berücksichtigt wurden graue, gefärbte und gebleichte Materialien aus postindustriellen, Pre-Consumer- und Post-Consumer-Strömen. Die Messungen mit Uster AFIS 6 bilden unter anderem mittlere Faserlänge, Länge der längsten fünf Prozent und Kurzfaseranteil ab.

Uster Technologies hat mit der Recycled Fiber Matrix ein zweidimensionales Bewertungssystem für mechanisch recycelte Baumwollfasern entwickelt. Hintergrund ist ein zentrales Problem des Faserrecyclings: Rezyklate schwanken stark in Länge, Kurzfaseranteil und weiteren Qualitätsparametern, obwohl genau diese Eigenschaften darüber entscheiden, welche Spinnverfahren, Mischungen und Endanwendungen technisch sinnvoll sind.

Für die Entwicklung wurden zahlreiche Proben aus wichtigen Recyclingregionen in China, Indien und Europa analysiert. Berücksichtigt wurden graue, gefärbte und gebleichte Materialien aus postindustriellen, Pre-Consumer- und Post-Consumer-Strömen. Die Messungen mit Uster AFIS 6 bilden unter anderem mittlere Faserlänge, Länge der längsten fünf Prozent und Kurzfaseranteil ab.

Die Matrix übersetzt diese Messwerte in Qualitätsklassen von A bis D. Entscheidend ist, dass nicht ein einzelner Kennwert bewertet wird, sondern zwei miteinander interagierende Parameter. Dadurch werden etwa zwei Faserlose mit identischer mittlerer Länge unterscheidbar, wenn ihr Kurzfaseranteil stark voneinander abweicht. In der Praxis soll das Bale Management, Mischungsverhältnisse sowie Einstellungen für Verzug, Drehung und Spinngeschwindigkeit unterstützen. Uster kündigt an, die Datengrundlage fortlaufend mit weiteren globalen Recyclingproben zu erweitern.

Tacnera: Freudenbergs innovative Technologie für silikonbeschichtete sekundäre Schaumverbände. © Freudenberg Performance Materials
Tacnera: Freudenbergs innovative Technologie für silikonbeschichtete sekundäre Schaumverbände.
14.09.2026

Wundversorgung wird textiler

Freudenberg Performance Materials und Foshan United Medical Technologies (UMT) treten auf dem WUWHS-Kongress in Kuala Lumpur erstmals gemeinsam auf, seit Freudenberg den chinesischen Wundversorgungsspezialisten Ende Juli übernommen hat. Die Kombination erweitert das Portfolio von der Faser- und Vliesstofftechnik bis zu fertigen Lösungen für die moderne Wundversorgung.

Im Mittelpunkt stehen primäre Wundauflagen auf Basis von Alginat, Carboxymethylcellulose (CMC) und Chitosan. Alginate werden wegen ihrer hohen Aufnahmefähigkeit eingesetzt; Varianten mit Silberalginat ergänzen antimikrobielle Eigenschaften. CMC soll Feuchtigkeitsmanagement und Gelbildung verbinden, während Chitosan hämostatische und bakteriostatische Eigenschaften in die Wundversorgung einbringt. Hinzu kommt ein nicht-invasives Wundverschlusssystem von UMT.

Freudenberg Performance Materials und Foshan United Medical Technologies (UMT) treten auf dem WUWHS-Kongress in Kuala Lumpur erstmals gemeinsam auf, seit Freudenberg den chinesischen Wundversorgungsspezialisten Ende Juli übernommen hat. Die Kombination erweitert das Portfolio von der Faser- und Vliesstofftechnik bis zu fertigen Lösungen für die moderne Wundversorgung.

Im Mittelpunkt stehen primäre Wundauflagen auf Basis von Alginat, Carboxymethylcellulose (CMC) und Chitosan. Alginate werden wegen ihrer hohen Aufnahmefähigkeit eingesetzt; Varianten mit Silberalginat ergänzen antimikrobielle Eigenschaften. CMC soll Feuchtigkeitsmanagement und Gelbildung verbinden, während Chitosan hämostatische und bakteriostatische Eigenschaften in die Wundversorgung einbringt. Hinzu kommt ein nicht-invasives Wundverschlusssystem von UMT.

Freudenberg ergänzt diese Produkte um Tacnera®, eine patentierte Technologie für silikonbeschichtete Schaumverbände. Eine Dual-Silikon-Konstruktion kombiniert stärkere Haftung am Verbandrand mit einer besonders sanften Kontaktfläche zur Wunde; eine wellenförmige Beschichtungsstruktur soll Flexibilität und Exsudatmanagement verbessern. Für Textination ist insbesondere die vertikale Integration interessant: UMT deckt laut Freudenberg Faserherstellung und -funktionalisierung, Vliesstoffproduktion, Verpackung, Sterilisation und Marktzulassung ab.

Quelle:

Freudenberg Performance Materials Holding GmbH

Key Visual S.OLIVER GROUP
11.09.2026

s.Oliver spielt mit den 90ern

s.Oliver startet unter dem Claim „Casual Since Forever“ eine neue Hero-Kampagne mit Heidi Klum. Das Konzept bringt die heutige Klum mit einer jüngeren Version aus den 1990er-Jahren zusammen und nutzt den Zeitsprung, um die eigene Markenpositionierung als Casual-Brand zu schärfen.

Zur Kampagne gehört eine limitierte Vintage-Capsule, die Stilcodes der 1990er aufgreift. Basics und vintage-inspirierte Entwürfe sollen dabei sowohl die Kampagnenästhetik als auch die Markenhistorie transportieren. Die Teile werden online und in ausgewählten s.Oliver Stores angeboten.

Redaktionell interessant ist weniger die prominente Besetzung als die Verbindung von Markenstorytelling, Archivästhetik und unmittelbar vermarktbarem Produkt. Die Kampagne zeigt, wie etablierte Modemarken Heritage und Nostalgie nutzen, um bestehende Markencodes neu aufzuladen und gleichzeitig konkrete Retail-Impulse zu setzen.

s.Oliver startet unter dem Claim „Casual Since Forever“ eine neue Hero-Kampagne mit Heidi Klum. Das Konzept bringt die heutige Klum mit einer jüngeren Version aus den 1990er-Jahren zusammen und nutzt den Zeitsprung, um die eigene Markenpositionierung als Casual-Brand zu schärfen.

Zur Kampagne gehört eine limitierte Vintage-Capsule, die Stilcodes der 1990er aufgreift. Basics und vintage-inspirierte Entwürfe sollen dabei sowohl die Kampagnenästhetik als auch die Markenhistorie transportieren. Die Teile werden online und in ausgewählten s.Oliver Stores angeboten.

Redaktionell interessant ist weniger die prominente Besetzung als die Verbindung von Markenstorytelling, Archivästhetik und unmittelbar vermarktbarem Produkt. Die Kampagne zeigt, wie etablierte Modemarken Heritage und Nostalgie nutzen, um bestehende Markencodes neu aufzuladen und gleichzeitig konkrete Retail-Impulse zu setzen.

11.09.2026

Textilien als soziale Infrastruktur

Die weißensee kunsthochschule berlin zeigt mit „SOFT COMMONS“ vom 11. bis 13. September am Forschungscampus Dahlem eine Ausstellung zu Textilien als sozialen Infrastrukturen. Das Projekt entsteht als Kooperation des Fachgebiets Textil- und Material-Design mit dem Forschungscampus Dahlem und ist Teil des Festivals CURRENTS. Design in Berlin.

Die gezeigten Positionen bewegen sich zwischen Installation, Materialexperiment, Archiv, Intervention und Performance. Im Zentrum steht die Frage, wie Materialien Beziehungen stiften, Gemeinschaft ermöglichen und öffentliche Räume aktivieren können. Der Begriff „Commoning“ beschreibt dabei gemeinschaftliche Prozesse der Wissensproduktion, Fürsorge und Handlung.

Für Textination ist die Ausstellung als Hochschul- und Nachwuchsradar relevant. Sie zeigt, wie sich Textildesign zunehmend von der reinen Produktgestaltung löst und Materialforschung mit gesellschaftlichen, räumlichen und partizipativen Fragestellungen verbindet. Solche Ansätze können Impulse für neue Anwendungsfelder und kollaborative Entwicklungsprozesse liefern.

Die weißensee kunsthochschule berlin zeigt mit „SOFT COMMONS“ vom 11. bis 13. September am Forschungscampus Dahlem eine Ausstellung zu Textilien als sozialen Infrastrukturen. Das Projekt entsteht als Kooperation des Fachgebiets Textil- und Material-Design mit dem Forschungscampus Dahlem und ist Teil des Festivals CURRENTS. Design in Berlin.

Die gezeigten Positionen bewegen sich zwischen Installation, Materialexperiment, Archiv, Intervention und Performance. Im Zentrum steht die Frage, wie Materialien Beziehungen stiften, Gemeinschaft ermöglichen und öffentliche Räume aktivieren können. Der Begriff „Commoning“ beschreibt dabei gemeinschaftliche Prozesse der Wissensproduktion, Fürsorge und Handlung.

Für Textination ist die Ausstellung als Hochschul- und Nachwuchsradar relevant. Sie zeigt, wie sich Textildesign zunehmend von der reinen Produktgestaltung löst und Materialforschung mit gesellschaftlichen, räumlichen und partizipativen Fragestellungen verbindet. Solche Ansätze können Impulse für neue Anwendungsfelder und kollaborative Entwicklungsprozesse liefern.

Quelle:

 weißensee kunsthochschule berlin / Forschungscampus Dahlem

 

11.09.2026

Recyclingpolyester geht nach New York

Indorama Ventures unterstützt das thailändische Label KH Editions mit Stoffen aus deja™ Recyclingpolyestergarn. Zwei Looks und Accessoires der zehnteiligen Spring/Summer-2027-Kollektion sollen am 15. September während der New York Fashion Week präsentiert werden.

Die Zusammenarbeit baut auf dem RECO-Programm auf, das Indorama Ventures 2011 startete und 2023 zum RECO Collective weiterentwickelte. Ziel ist es, recycelte Materialien mit Design- und Branchenkompetenz zu verbinden und jungen Labels Zugang zu zirkulären Materiallösungen zu geben. KH Editions nutzt die Stoffe für eine Streetwear-orientierte Kollektion.

Für die Branche ist die Meldung vor allem als Transferbeispiel interessant: Recyceltes PET wird nicht nur als Rohstoffinnovation kommuniziert, sondern in einen konkreten Design-, Marken- und Marktzugang eingebettet. Damit rücken Materialqualität, Verfügbarkeit und kreative Anwendbarkeit gleichzeitig in den Fokus.

Indorama Ventures unterstützt das thailändische Label KH Editions mit Stoffen aus deja™ Recyclingpolyestergarn. Zwei Looks und Accessoires der zehnteiligen Spring/Summer-2027-Kollektion sollen am 15. September während der New York Fashion Week präsentiert werden.

Die Zusammenarbeit baut auf dem RECO-Programm auf, das Indorama Ventures 2011 startete und 2023 zum RECO Collective weiterentwickelte. Ziel ist es, recycelte Materialien mit Design- und Branchenkompetenz zu verbinden und jungen Labels Zugang zu zirkulären Materiallösungen zu geben. KH Editions nutzt die Stoffe für eine Streetwear-orientierte Kollektion.

Für die Branche ist die Meldung vor allem als Transferbeispiel interessant: Recyceltes PET wird nicht nur als Rohstoffinnovation kommuniziert, sondern in einen konkreten Design-, Marken- und Marktzugang eingebettet. Damit rücken Materialqualität, Verfügbarkeit und kreative Anwendbarkeit gleichzeitig in den Fokus.

Quelle:

Indorama Ventures Public Company Limited

11.09.2026

Wolle verdampft Salzwasser

Forschende der Cornell University zeigen, dass mit Polydopamin gefärbte Wolle als kostengünstiges und erneuerbares Material für solare Wasseraufbereitung dienen kann. Das Team nutzt „interfacial solar vapor generation“: Sonnenenergie erwärmt gezielt die Wasseroberfläche, während das textile Material Wasser zuführt und in Dampf überführt.

Besonders leistungsfähig war ultradunkel modifizierte Wolle in einer beidseitig beleuchteten vertikalen Anordnung. Sie erreichte 2,43 Kilogramm Wasser pro Quadratmeter Textil und Stunde; Polydopamin-Wolle ohne zusätzliche Plasmaätzung kam auf 2,21 Kilogramm. Beide Werte liegen nach Angaben des Teams nahezu doppelt so hoch wie bei klassischen horizontalen zweidimensionalen Systemen. Zehn Stunden Dauerbetrieb verliefen ohne Salzablagerung.

Die Anwendung verbindet Naturfaser, Oberflächenfunktionalisierung und technische Textilarchitektur. Das gewonnene Wasser lag beim Salzgehalt unter dem WHO-Grenzwert für Trinkwasser. Als nächste Schritte wollen die Forschenden Regen- und Abwasser sowie verbesserte Sammelsysteme untersuchen.

Forschende der Cornell University zeigen, dass mit Polydopamin gefärbte Wolle als kostengünstiges und erneuerbares Material für solare Wasseraufbereitung dienen kann. Das Team nutzt „interfacial solar vapor generation“: Sonnenenergie erwärmt gezielt die Wasseroberfläche, während das textile Material Wasser zuführt und in Dampf überführt.

Besonders leistungsfähig war ultradunkel modifizierte Wolle in einer beidseitig beleuchteten vertikalen Anordnung. Sie erreichte 2,43 Kilogramm Wasser pro Quadratmeter Textil und Stunde; Polydopamin-Wolle ohne zusätzliche Plasmaätzung kam auf 2,21 Kilogramm. Beide Werte liegen nach Angaben des Teams nahezu doppelt so hoch wie bei klassischen horizontalen zweidimensionalen Systemen. Zehn Stunden Dauerbetrieb verliefen ohne Salzablagerung.

Die Anwendung verbindet Naturfaser, Oberflächenfunktionalisierung und technische Textilarchitektur. Das gewonnene Wasser lag beim Salzgehalt unter dem WHO-Grenzwert für Trinkwasser. Als nächste Schritte wollen die Forschenden Regen- und Abwasser sowie verbesserte Sammelsysteme untersuchen.

Quelle:

Cornell University / Cornell Chronicle

 

Key Visual bluesign technologies ag
11.09.2026

bluepass richtet sich auf EmpCo aus

bluesign erläutert, wie das Zertifizierungssystem bluepass auf die ab 27. September 2026 durchsetzbaren Vorgaben der EU-Richtlinie Empowering Consumers for the Green Transition (EmpCo/ECGT) ausgerichtet werden soll. Die Richtlinie verschärft Anforderungen an Umwelt- und Sozialclaims sowie an die Systeme hinter verbrauchergerichteten Nachhaltigkeitslabels.

Nach bluesign umfasst das Modell eine unabhängige Produktzertifizierung durch eine akkreditierte Konformitätsbewertungsstelle nach ISO/IEC 17065, öffentlich zugängliche Kriterien, jährliche Überwachung einschließlich Produkttests sowie einheitliche Zugangsbedingungen. Die überarbeiteten Kriterien und das Scheme-Dokument sollen zur öffentlichen Konsultation gestellt werden.

Für bestehende Systempartner soll sich operativ zunächst wenig ändern. Bestehende Zertifizierungen und bluesign PRODUCT- bzw. APPROVED-Kennzeichnungen bleiben nach Darstellung des Unternehmens gültig; die Umstellung auf bluepass soll mit dem nächsten Label-Produktionszyklus erfolgen. Wichtig bleibt: Die Verantwortung für einen rechtskonformen Claim liegt beim Unternehmen, das das Produkt im EU-Markt anbietet.

bluesign erläutert, wie das Zertifizierungssystem bluepass auf die ab 27. September 2026 durchsetzbaren Vorgaben der EU-Richtlinie Empowering Consumers for the Green Transition (EmpCo/ECGT) ausgerichtet werden soll. Die Richtlinie verschärft Anforderungen an Umwelt- und Sozialclaims sowie an die Systeme hinter verbrauchergerichteten Nachhaltigkeitslabels.

Nach bluesign umfasst das Modell eine unabhängige Produktzertifizierung durch eine akkreditierte Konformitätsbewertungsstelle nach ISO/IEC 17065, öffentlich zugängliche Kriterien, jährliche Überwachung einschließlich Produkttests sowie einheitliche Zugangsbedingungen. Die überarbeiteten Kriterien und das Scheme-Dokument sollen zur öffentlichen Konsultation gestellt werden.

Für bestehende Systempartner soll sich operativ zunächst wenig ändern. Bestehende Zertifizierungen und bluesign PRODUCT- bzw. APPROVED-Kennzeichnungen bleiben nach Darstellung des Unternehmens gültig; die Umstellung auf bluepass soll mit dem nächsten Label-Produktionszyklus erfolgen. Wichtig bleibt: Die Verantwortung für einen rechtskonformen Claim liegt beim Unternehmen, das das Produkt im EU-Markt anbietet.

Quelle:

 bluesign technologies ag

Foto: EMPA
11.09.2026

Mikrofasern reisen durch die Luft

Eine schweizweite Untersuchung von Empa, Eawag und Agroscope beziffert erstmals systematisch, wie viel Mikroplastik über die Atmosphäre auf Böden und Gewässer gelangt. Hochgerechnet auf Gebiete unterhalb von 2.000 Metern Höhe lagern sich jährlich rund 219 Tonnen Mikroplastik ab. Etwa 78 Tonnen treffen landwirtschaftliche Flächen, rund zehn Tonnen direkt Gewässer.

Als mögliche Quellen nennt die Medienmitteilung unter anderem lose Fasern aus Funktionskleidung, PET-Produkte und andere Kunststoffanwendungen. Gemessen wurde ein Jahr lang an fünf Standorten. Die Partikel zwischen 20 und 215 Mikrometern wurden mithilfe bildgebender Infrarotmikrospektroskopie analysiert. Besonders häufig fanden die Forschenden PET, Polyethylen und Polypropylen.

Für die Textilindustrie ist vor allem relevant, dass Mikrofasern nicht nur über Waschwasser, sondern auch über die Atmosphäre in Umweltkompartimente gelangen können. Die Daten liefern damit einen weiteren Baustein für die Diskussion um Faserfreisetzung, Materialwahl und Kreislaufführung. Die Forschenden betonen zugleich, dass gesundheitliche und ökologische Langzeitfolgen weiterhin Gegenstand der Forschung sind.

Eine schweizweite Untersuchung von Empa, Eawag und Agroscope beziffert erstmals systematisch, wie viel Mikroplastik über die Atmosphäre auf Böden und Gewässer gelangt. Hochgerechnet auf Gebiete unterhalb von 2.000 Metern Höhe lagern sich jährlich rund 219 Tonnen Mikroplastik ab. Etwa 78 Tonnen treffen landwirtschaftliche Flächen, rund zehn Tonnen direkt Gewässer.

Als mögliche Quellen nennt die Medienmitteilung unter anderem lose Fasern aus Funktionskleidung, PET-Produkte und andere Kunststoffanwendungen. Gemessen wurde ein Jahr lang an fünf Standorten. Die Partikel zwischen 20 und 215 Mikrometern wurden mithilfe bildgebender Infrarotmikrospektroskopie analysiert. Besonders häufig fanden die Forschenden PET, Polyethylen und Polypropylen.

Für die Textilindustrie ist vor allem relevant, dass Mikrofasern nicht nur über Waschwasser, sondern auch über die Atmosphäre in Umweltkompartimente gelangen können. Die Daten liefern damit einen weiteren Baustein für die Diskussion um Faserfreisetzung, Materialwahl und Kreislaufführung. Die Forschenden betonen zugleich, dass gesundheitliche und ökologische Langzeitfolgen weiterhin Gegenstand der Forschung sind.

Quelle:

Empa / Eawag / Agroscope; publiziert über die Schweizer Bundesbehörden

 

Gelebte Kultur in jedem Schritt. Die Gewinnerdesigns des Footwear Contest mit der Politecnico Calzaturiero kombinieren eine Elastopan® SpringPURe-Zwischensohle mit einer Elastollan® TPU-Außensohle. Foto: BASF
Gelebte Kultur in jedem Schritt. Die Gewinnerdesigns des Footwear Contest mit der Politecnico Calzaturiero kombinieren eine Elastopan® SpringPURe-Zwischensohle mit einer Elastollan® TPU-Außensohle.
11.09.2026

BASF schließt den Schuhkreislauf

BASF stellt auf der SIMAC 2026 in Mailand neue Polyurethan- und TPU-Lösungen vor, die Performance, Verarbeitung und Recycling stärker zusammenführen sollen. Im Mittelpunkt stehen unter anderem Elastopan SpringPURe für thermogeformte Zwischensohlen sowie die Werkstofffamilien Elastollan und Infinergy.

Mit Gusbi hat BASF die Heatpress-Technologie für leichte Zwischensohlen automatisiert. Die Systeme sollen geringe Dichten, Gestaltungsfreiheit und langlebige Komforteigenschaften mit einer nahezu abfallfreien Verarbeitung verbinden. Parallel zeigt BASF gemeinsam mit DESMA ein Closed-Loop-Konzept für PU und TPU. Drei Konzeptschuhe demonstrieren, wie Materialkomponenten gezielt getrennt und anschließend mechanischen oder chemischen Recyclingrouten zugeführt werden können.

BASF stellt auf der SIMAC 2026 in Mailand neue Polyurethan- und TPU-Lösungen vor, die Performance, Verarbeitung und Recycling stärker zusammenführen sollen. Im Mittelpunkt stehen unter anderem Elastopan SpringPURe für thermogeformte Zwischensohlen sowie die Werkstofffamilien Elastollan und Infinergy.

Mit Gusbi hat BASF die Heatpress-Technologie für leichte Zwischensohlen automatisiert. Die Systeme sollen geringe Dichten, Gestaltungsfreiheit und langlebige Komforteigenschaften mit einer nahezu abfallfreien Verarbeitung verbinden. Parallel zeigt BASF gemeinsam mit DESMA ein Closed-Loop-Konzept für PU und TPU. Drei Konzeptschuhe demonstrieren, wie Materialkomponenten gezielt getrennt und anschließend mechanischen oder chemischen Recyclingrouten zugeführt werden können.

Mit „Infinergy Revolution“ kommt zudem ein energieeffizienteres Heatpress-Verfahren für expandiertes TPU hinzu. Das soll leichte Komponenten, neue Oberflächen und bessere Recyclingfähigkeit ermöglichen. Für die textile und modische Wertschöpfung ist die Meldung relevant, weil Schuhhersteller zunehmend nicht nur Materialeigenschaften, sondern auch Demontage, Rückgewinnung und Prozessenergie in die Produktentwicklung integrieren müssen.

(c) Richard Harnisch, IÖW
11.09.2026

Lausitz soll zum Faser-Revier werden

Ein neues Forschungsprojekt will die Lausitz vom ehemaligen Braunkohlerevier zu einer Modellregion für eine regional verankerte Naturfaserwirtschaft entwickeln. Im Projekt „LauTra“ untersuchen das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung und die Hochschule Zittau/Görlitz über drei Jahre, welche Wertschöpfungsketten sich mit Flachs, Nutzhanf, Fasernessel, Miscanthus sowie Reststoffen wie Stroh und kommunalem Laub aufbauen lassen.

Im Mittelpunkt stehen ausdrücklich nicht klassische Bekleidungstextilien, sondern industrielle Anwendungen. Genannt werden naturfaserverstärkte Kunststoffe, Spezialpapiere, Leichtbauplatten, Faserverbundwerkstoffe, Formteile für die Automobilindustrie und neue Verpackungslösungen. Ein regional aufgelöstes Stoffstrommodell soll Rohstoffpotenziale, Verarbeitungswege, Flächenkonkurrenzen und mögliche Engpässe sichtbar machen.

Ein neues Forschungsprojekt will die Lausitz vom ehemaligen Braunkohlerevier zu einer Modellregion für eine regional verankerte Naturfaserwirtschaft entwickeln. Im Projekt „LauTra“ untersuchen das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung und die Hochschule Zittau/Görlitz über drei Jahre, welche Wertschöpfungsketten sich mit Flachs, Nutzhanf, Fasernessel, Miscanthus sowie Reststoffen wie Stroh und kommunalem Laub aufbauen lassen.

Im Mittelpunkt stehen ausdrücklich nicht klassische Bekleidungstextilien, sondern industrielle Anwendungen. Genannt werden naturfaserverstärkte Kunststoffe, Spezialpapiere, Leichtbauplatten, Faserverbundwerkstoffe, Formteile für die Automobilindustrie und neue Verpackungslösungen. Ein regional aufgelöstes Stoffstrommodell soll Rohstoffpotenziale, Verarbeitungswege, Flächenkonkurrenzen und mögliche Engpässe sichtbar machen.

Entscheidend ist der Aufbau vollständiger regionaler Ketten von Landwirtschaft und Faseraufbereitung bis zu verarbeitenden Unternehmen und Anwendern. Workshops mit Wirtschaft, Kommunen und weiteren Akteuren sollen daraus realistische Transformationspfade für eine zirkuläre Bioökonomie ableiten. Für technische Textilien und Composites ist das Projekt interessant, weil es Materialinnovation unmittelbar mit Rohstoffverfügbarkeit und regionaler Industrialisierung verknüpft.

 

Quelle:

Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) / Hochschule Zittau/Görlitz