Moderne Prüfverfahren für Rohbaumwolle
Die 38. International Cotton Conference Bremen findet vom 25. bis 27. März 2026 im Bremer Parlament statt. Im Fokus stehen technische Innovationen, Markttrends und regulatorische Rahmenbedingungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von der Landwirtschaft bis zur Kreislaufwirtschaft. Ebenfalls im Fokus einiger Referenten: Baumwollqualität und Prüfverfahren.
Rohbaumwolle aus den verschiedenen Produktionsregionen unterscheidet sich erheblich in ihren Fasereigenschaften. Diese beeinflussen direkt, wie gut sich Baumwolle später zu Garn spinnen lässt und wie sich Textilien im weiteren Verarbeitungsprozess verhalten. Innovative Testverfahren ermöglichen es, jeden Ballen zuverlässig und reproduzierbar auf definierte Qualitätsparameter hin zu beurteilen. Das Ziel ist, Baumwollqualitäten vergleichbar zu machen als die zentrale Voraussetzung für den globalen Handel, Preisfindung und verlässliche Lieferketten. Die Qualität und Qualitätsprüfung ist das historische Herz der Bremer Tagung.
Tatsächliche Vergleichbarkeit im Blick
Verschiedene Prüfmethoden zur Baumwollprüfung sind z.B. die High Volume Prüfung (wie Uster HVI) als gängiges Verfahren zur instrumentellen Baumwollklassierung zur Preisfestlegung und Ballenzusammenstellung, das Uster AFIS zur Prüfung von Länge, Feinheit, Nissen etc. an einzelnen Fasern sowie das Mesdan Contest als thermomechanische Methode zur Ermittlung der Klebeneigung von Baumwolle.
Mourad Krifa von der Kent State University (USA) forscht seit Jahrzehnten zur Charakterisierung von Baumwollfasern mit Schwerpunkt auf der Längenverteilung. In seinem Vortrag stellt er zuverlässige statistische und softwarebasierte Werkzeuge vor, die Baumwollzüchtern, Biotechnologen und Verarbeitern helfen, Faserverteilungen besser zu analysieren und zu nutzen.
Dr. Müge Ekizoğlu, İzmir Commodity Exchange (ICE), stellt das zertifizierte Lager- und Klassifizierungssystem für türkische Baumwolle auf Basis der instrumentellen Klassierung mit High Volume-Geräten vor. Als eines der führenden Anbau- und Produktionsländer ist für die Türkei eine objektive Qualitätsbewertung für Export und internationale Standards zentral.
Deninson Lima, ABRAPA Brasilien, stellt die Ergebnisse einer Studie zu den ermittelten Messunsicherheiten der in Brasilien eingesetzten HVI-Geräte vor. Auf Basis des GUM-Standards wurden wesentliche Unsicherheitsquellen wie Instrumentendesign, Umgebungsbedingungen, Probenvorbereitung und Bedienereinfluss analysiert. Die Untersuchung quantifizierte Wiederholbarkeit, Reproduzierbarkeit und mögliche Verzerrungen und betont die Bedeutung regelmäßiger Kalibrierungen, Qualitätskontrollen und einer systematischen Unsicherheitsbudgetierung.
Gabriele Salvinelli, Mesdan, Italien, trägt vor zu Prüfgeräten der Contest-S-Serie. Diese hochautomatisierten Systeme messen die Klebrigkeit von Rohbaumwolle, die im Spinnprozess zu Maschinenschäden, erhöhtem Wartungsaufwand und Qualitätsverlusten führen kann. Da normgerechte Umgebungsbedingungen in der Praxis oft nicht vollständig eingehalten werden, untersucht die Studie, in welchem erweiterten Feuchtebereich verlässliche Messergebnisse möglich sind.
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