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04.10.2026

EmpCo: Last-Minute-Nachbesserung schafft keine echte Übergangsfrist

Südwesttextil kritisiert die kurzfristige Änderung des UWG unmittelbar vor Anwendungsbeginn der neuen Vorgaben für Umwelt- und Nachhaltigkeitsaussagen. Die beschlossene Verhältnismäßigkeitsprüfung für bereits in Verkehr gebrachte Waren ist ein wichtiges Signal, ersetzt jedoch keine verlässliche Übergangsregelung.

Nur zwei Tage vor dem verbindlichen Anwendungsbeginn der neuen Vorgaben zur Umsetzung der „Empowering Consumers for the Green Transition“-Richtlinie (EmpCo) hatte der Deutsche Bundestag eine ergänzende Regelung für bereits in Verkehr gebrachte Waren beschlossen. Südwesttextil begrüßt, dass die besonderen Herausforderungen bei Altbeständen damit grundsätzlich anerkannt werden. Für die Unternehmen kommt die Nachbesserung jedoch zu spät und schafft keine tatsächliche Übergangsfrist.

Seit dem 27. September 2026 gelten deutlich strengere Anforderungen an Umwelt- und Nachhaltigkeitsaussagen. Unternehmen der Textil- und Bekleidungsindustrie müssen unter anderem Claims auf Produkten, Verpackungen und Hangtags sowie in Online-Shops und weiteren Marketingmaterialien an die neuen Vorgaben anpassen.

Südwesttextil kritisiert die kurzfristige Änderung des UWG unmittelbar vor Anwendungsbeginn der neuen Vorgaben für Umwelt- und Nachhaltigkeitsaussagen. Die beschlossene Verhältnismäßigkeitsprüfung für bereits in Verkehr gebrachte Waren ist ein wichtiges Signal, ersetzt jedoch keine verlässliche Übergangsregelung.

Nur zwei Tage vor dem verbindlichen Anwendungsbeginn der neuen Vorgaben zur Umsetzung der „Empowering Consumers for the Green Transition“-Richtlinie (EmpCo) hatte der Deutsche Bundestag eine ergänzende Regelung für bereits in Verkehr gebrachte Waren beschlossen. Südwesttextil begrüßt, dass die besonderen Herausforderungen bei Altbeständen damit grundsätzlich anerkannt werden. Für die Unternehmen kommt die Nachbesserung jedoch zu spät und schafft keine tatsächliche Übergangsfrist.

Seit dem 27. September 2026 gelten deutlich strengere Anforderungen an Umwelt- und Nachhaltigkeitsaussagen. Unternehmen der Textil- und Bekleidungsindustrie müssen unter anderem Claims auf Produkten, Verpackungen und Hangtags sowie in Online-Shops und weiteren Marketingmaterialien an die neuen Vorgaben anpassen.

Mit dem neu eingefügten § 15b UWG soll für Waren, die bereits vor dem Stichtag in Verkehr gebracht wurden, bei Beseitigungs- und Unterlassungsansprüchen künftig der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit berücksichtigt werden. In die Bewertung sollen unter anderem bereits ergriffene Abhilfemaßnahmen, die Kosten einer Beseitigung sowie dadurch entstehende Umweltbelastungen einfließen. In der Praxis bedeutet das: Jede Ware, unabhängig davon, ob sie bereits im Laden liegt oder noch im Lager des Herstellers sowie alle Aussagen, mit denen Unternehmen ihre Produkte bewerben, etwa auf Etiketten und Hangtags, in Online-Shops, Newslettern oder auf Social Media müssen seit dem 27. September 2026 EmpCo-konform sein. Die Regelung ändert nichts an den materiellen Anforderungen. Sie räumt lediglich gewisse Hürden bei der Rechtsverfolgung und Gestaltungsspielräume bei der Nachweisbarkeit ein. Eine echte Entlastung für die Unternehmen bedeutet das jedoch nicht.

„Dass die Politik die Problematik bei bereits produzierten und in Verkehr gebrachten Waren anerkennt, ist grundsätzlich richtig. Dass eine solche Regelung aber erst wenige Tage vor dem Anwendungsbeginn auf den Weg gebracht wird, ist für Unternehmen nicht akzeptabel. Wer Produkte, Verpackungen und Kennzeichnungen mit langen Vorlaufzeiten plant, braucht verlässliche Rahmenbedingungen, echte Erleichterungen und keine Korrekturen auf den letzten Metern, die in der Praxis keine wirkliche Entlastung mit sich bringen“, erklärt Edina Brenner, Hauptgeschäftsführerin von Südwesttextil.

Südwesttextil kritisiert auch, dass die Neuregelung keine allgemeine Abverkaufs- oder Übergangsfrist vorsieht. Ohne eine solche Frist müssen jegliche, bereits produzierte Waren, Hangtags und Werbematerialien nachträglich geändert, überklebt oder – wenn eine Anpassung nicht möglich ist – im schlimmsten Fall vernichtet werden. Besonders betroffen sind Produkte mit langen Planungszyklen oder Waren, die aufgrund längerer Verkaufszeiträume noch auf Lager liegen. Die Umetikettierung und Vernichtung verursachen zusätzliche Kosten sowie Personalaufwand und laufen zugleich Nachhaltigkeitszielen zuwider.

Hinzu kommt: Die Sonderregelung beschränkt sich nach ihrem Wortlaut auf bereits in Verkehr gebrachte Waren. Für Werbeunterlagen, wie z.B. Kataloge, Plakate oder Banner am Point of Sale sowie Websites, Online-Shops, Newsletter und Social-Media-Auftritte gibt es keine vergleichbare Erleichterung. Gerade dort wäre eine Übergangsfrist auch notwendig, da Werbemittel häufig in großen Auflagen vorproduziert werden und digitale Inhalte über zahlreiche Seiten, Produktlisten und ältere Beiträge hinweg geprüft und angepasst werden müssen. Eine vollständige Anpassung sämtlicher Inhalte benötigt einen angemessenen zeitlichen Vorlauf.

Für Südwesttextil steht die kurzfristige Nachbesserung damit beispielhaft für ein grundsätzliches Problem bei neuen regulatorischen Anforderungen: Praxistauglichkeit und realistische Umsetzungsfristen müssen bereits im Gesetzgebungsprozess berücksichtigt werden – und nicht erst unmittelbar vor dem Stichtag.

Quelle:

Verband der Südwestdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie Südwesttextil e.V.

Blade2Poly Kick-Off Meeting on September 17, 2026, at the Composite Circularity Lab in Leipzig (from left to right): Andrej Fehler (HTWK), Dr. Philipp Johst (HTWK), Olaf Thannheiser (KomRec-ReCond), Christian Schmaus (Schmaus Kunststoffaufbereitung), Prof. Robert Böhm (HTWK – participating online, not pictured) © HTWK Leipzig © HTWK Leipzig
Blade2Poly-Auftaktveranstaltung am 17. September 2026 im Composite Circularity Lab in Leipzig (von links nach rechts): Andrej Fehler (HTWK), Dr. Philipp Johst (HTWK), Olaf Thannheiser (KomRec-ReCond), Christian Schmaus (Schmaus Kunststoffaufbereitung), Prof. Robert Böhm (HTWK – nahm online teil, nicht im Bild)
22.09.2026

Blade2Poly recycelt Rotorblätter für Spritzguss

Die HTWK Leipzig entwickelt im Projekt Blade2Poly gemeinsam mit KomRec-ReCond und Schmaus Kunststoffaufbereitung eine Prozesskette für ausgediente Windkraft-Rotorblätter. Ziel ist, glasfaserverstärkte Kunststoffe energieeffizient aufzubereiten und als hochwertige Sekundärrohstoffe für neue Spritzgussanwendungen nutzbar zu machen.

Der Ansatz beginnt bei Materialcharakterisierung und Kategorisierung. Darauf folgen mechanische Aufbereitung, intelligente Stoffstromsteuerung und die Weiterverarbeitung der zurückgewonnenen Glasfasern mit Recyclingkunststoffen zu Post-Consumer-Rezyklaten.

Gerade Rotorblätter sind für die Kreislaufwirtschaft anspruchsvoll, weil große, langlebige Verbundbauteile nach Ende ihrer Nutzungsdauer in heterogene Materialströme überführt werden müssen. Blade2Poly adressiert deshalb nicht nur die Zerkleinerung, sondern die Qualität des zurückgewonnenen Materials und dessen Anschlussfähigkeit an einen neuen industriellen Prozess.

Das ZIM-geförderte Verbundprojekt läuft von Juni 2026 bis Januar 2029

Die HTWK Leipzig entwickelt im Projekt Blade2Poly gemeinsam mit KomRec-ReCond und Schmaus Kunststoffaufbereitung eine Prozesskette für ausgediente Windkraft-Rotorblätter. Ziel ist, glasfaserverstärkte Kunststoffe energieeffizient aufzubereiten und als hochwertige Sekundärrohstoffe für neue Spritzgussanwendungen nutzbar zu machen.

Der Ansatz beginnt bei Materialcharakterisierung und Kategorisierung. Darauf folgen mechanische Aufbereitung, intelligente Stoffstromsteuerung und die Weiterverarbeitung der zurückgewonnenen Glasfasern mit Recyclingkunststoffen zu Post-Consumer-Rezyklaten.

Gerade Rotorblätter sind für die Kreislaufwirtschaft anspruchsvoll, weil große, langlebige Verbundbauteile nach Ende ihrer Nutzungsdauer in heterogene Materialströme überführt werden müssen. Blade2Poly adressiert deshalb nicht nur die Zerkleinerung, sondern die Qualität des zurückgewonnenen Materials und dessen Anschlussfähigkeit an einen neuen industriellen Prozess.

Das ZIM-geförderte Verbundprojekt läuft von Juni 2026 bis Januar 2029

Quelle:

HTWK Leipzig

Mikroskopisch kleine „Bewehrungsstäbe“ verleihen einem neuartigen Kohlefasermaterial, das funktionalisierte einwandige Kohlenstoffnanoröhren enthält, zusätzliche Festigkeit. Ingenieure der Washington University haben das Herstellungsverfahren entwickelt, um das Abfallprodukt Lignin zu verwerten und die Kohlefaser für den Einsatz in der Automobil- und Energiebranche weiter zu verstärken. Foto: Yuan-Labor
Mikroskopisch kleine „Bewehrungsstäbe“ verleihen einem neuartigen Kohlefasermaterial, das funktionalisierte einwandige Kohlenstoffnanoröhren enthält, zusätzliche Festigkeit. Ingenieure der Washington University haben das Herstellungsverfahren entwickelt, um das Abfallprodukt Lignin zu verwerten und die Kohlefaser für den Einsatz in der Automobil- und Energiebranche weiter zu verstärken.
22.09.2026

Lignin senkt PAN-Anteil in Carbonfasern

Forschende der Washington University in St. Louis haben einen Ansatz entwickelt, bei dem Lignin einen erheblichen Teil des üblicherweise eingesetzten Polyacrylnitrils (PAN) in Carbonfasern ersetzt. Lignin fällt in großen Mengen als Nebenprodukt der Zellstoff- und Bioraffinerieindustrie an. Nach Angaben der Universität lässt sich der PAN-Anteil damit halbieren; zugleich werden geringere Produktionskosten und Emissionen erwartet.

Die eigentliche technische Hürde liegt in der mechanischen Leistungsfähigkeit. Das Team funktionalisiert einwandige Kohlenstoffnanoröhren und bringt sie in die Lignin-PAN-Matrix ein. Die Nanoröhren wirken als nanoskalige Verstärkung und unterstützen eine stärkere kristalline Orientierung während Spinnen und Wärmebehandlung.

Die Vorläuferlösung wird nassgesponnen, anschließend unter Zug wärmebehandelt und carbonisiert. Die Forschenden berichten, dass die so erzeugte erneuerbare Carbonfaser Qualitätsanforderungen für Automobilanwendungen erreichen kann. Als weitere Einsatzfelder werden Luftfahrt, Energieinfrastruktur, Sportgeräte und Windkraft genannt.

Forschende der Washington University in St. Louis haben einen Ansatz entwickelt, bei dem Lignin einen erheblichen Teil des üblicherweise eingesetzten Polyacrylnitrils (PAN) in Carbonfasern ersetzt. Lignin fällt in großen Mengen als Nebenprodukt der Zellstoff- und Bioraffinerieindustrie an. Nach Angaben der Universität lässt sich der PAN-Anteil damit halbieren; zugleich werden geringere Produktionskosten und Emissionen erwartet.

Die eigentliche technische Hürde liegt in der mechanischen Leistungsfähigkeit. Das Team funktionalisiert einwandige Kohlenstoffnanoröhren und bringt sie in die Lignin-PAN-Matrix ein. Die Nanoröhren wirken als nanoskalige Verstärkung und unterstützen eine stärkere kristalline Orientierung während Spinnen und Wärmebehandlung.

Die Vorläuferlösung wird nassgesponnen, anschließend unter Zug wärmebehandelt und carbonisiert. Die Forschenden berichten, dass die so erzeugte erneuerbare Carbonfaser Qualitätsanforderungen für Automobilanwendungen erreichen kann. Als weitere Einsatzfelder werden Luftfahrt, Energieinfrastruktur, Sportgeräte und Windkraft genannt.

Quelle:

Washington University in St. Louis

16.09.2026

Tyvek bekommt biozirkuläre Zuordnung

DuPont führt Tyvek mit „Renewable Attribution“ weltweit für Consumer- und Industrieanwendungen ein. Das Material bleibt technisch Tyvek, die Rohstoffbilanz verändert sich jedoch: Je nach Variante werden 30 bis 100 Prozent erneuerbare Zuordnung mit ISCC-PLUS-zertifizierten biozirkulären Ausgangsstoffen verknüpft.

Der Ansatz basiert auf Massenbilanz. Biozirkuläre Rohstoffe aus Abfällen und Reststoffen der zweiten Generation werden in die vorgelagerte Lieferkette eingebracht und bilanziell den gekauften HDPE-Mengen zugeordnet. DuPont nennt für eine 30-prozentige Renewable Attribution eine Verringerung des Product Carbon Footprint um rund 30 Prozent gegenüber Standard-Tyvek, einschließlich CO2-Aufnahme und auf Basis peer-reviewter, ISO-konformer LCA-Daten.

Für bestehende Anwender ist die Drop-in-Logik zentral. Spezifikation und Gebrauchseigenschaften sollen unverändert bleiben, sodass keine erneute Produktqualifizierung erforderlich ist. Das betrifft unter anderem aktive Verpackungen, Tags und Labels, Startnummern, Armbänder sowie industrielle Verpackungen und Schutzlösungen.

DuPont führt Tyvek mit „Renewable Attribution“ weltweit für Consumer- und Industrieanwendungen ein. Das Material bleibt technisch Tyvek, die Rohstoffbilanz verändert sich jedoch: Je nach Variante werden 30 bis 100 Prozent erneuerbare Zuordnung mit ISCC-PLUS-zertifizierten biozirkulären Ausgangsstoffen verknüpft.

Der Ansatz basiert auf Massenbilanz. Biozirkuläre Rohstoffe aus Abfällen und Reststoffen der zweiten Generation werden in die vorgelagerte Lieferkette eingebracht und bilanziell den gekauften HDPE-Mengen zugeordnet. DuPont nennt für eine 30-prozentige Renewable Attribution eine Verringerung des Product Carbon Footprint um rund 30 Prozent gegenüber Standard-Tyvek, einschließlich CO2-Aufnahme und auf Basis peer-reviewter, ISO-konformer LCA-Daten.

Für bestehende Anwender ist die Drop-in-Logik zentral. Spezifikation und Gebrauchseigenschaften sollen unverändert bleiben, sodass keine erneute Produktqualifizierung erforderlich ist. Das betrifft unter anderem aktive Verpackungen, Tags und Labels, Startnummern, Armbänder sowie industrielle Verpackungen und Schutzlösungen.

Die Luxemburger und die US-amerikanische Tyvek-Produktion in Richmond sind nach ISCC PLUS zertifiziert und werden jährlich extern auditiert. Für Nachhaltigkeitsclaims bleibt wichtig, dass eine Massenbilanz-Zuordnung nicht mit einem physisch nachweisbaren Anteil biozirkulären Rohstoffs im einzelnen Produkt gleichgesetzt wird.

Quelle:

DuPont

(c) Dhana Inc.
15.09.2026

Alte Saris werden zum digitalen Schal

Dhana Inc. hat während der New York Fashion Week einen Schal vorgestellt, der aus getragenen Saris und Second-Life-Hemden entsteht. Jedes 25-Zoll-Quadrat ist ein Einzelstück und soll Materialspuren und Geschichten der ursprünglichen Textilien sichtbar erhalten.

Das Konzept verbindet Upcycling mit der digitalen Plattform D/Sphere. Damit soll nicht nur das Material weitergenutzt, sondern auch die Herkunft und Geschichte eines Produkts als Teil seines Werts vermittelt werden. Für die Kreislaufwirtschaft ist das ein anderer Ansatz als Faser-zu-Faser-Recycling: Der vorhandene textile Wert wird möglichst direkt erhalten und in ein neues Produkt überführt.

Die Skalierbarkeit solcher Einzelstücke ist naturgemäß begrenzt. Als Design- und Kommunikationsmodell ist der Ansatz dennoch relevant, weil er zeigt, wie Second-Life-Materialien, Handwerk und digitale Rückverfolgbarkeit in einer Premium-Erzählung zusammengeführt werden können.

Dhana Inc. hat während der New York Fashion Week einen Schal vorgestellt, der aus getragenen Saris und Second-Life-Hemden entsteht. Jedes 25-Zoll-Quadrat ist ein Einzelstück und soll Materialspuren und Geschichten der ursprünglichen Textilien sichtbar erhalten.

Das Konzept verbindet Upcycling mit der digitalen Plattform D/Sphere. Damit soll nicht nur das Material weitergenutzt, sondern auch die Herkunft und Geschichte eines Produkts als Teil seines Werts vermittelt werden. Für die Kreislaufwirtschaft ist das ein anderer Ansatz als Faser-zu-Faser-Recycling: Der vorhandene textile Wert wird möglichst direkt erhalten und in ein neues Produkt überführt.

Die Skalierbarkeit solcher Einzelstücke ist naturgemäß begrenzt. Als Design- und Kommunikationsmodell ist der Ansatz dennoch relevant, weil er zeigt, wie Second-Life-Materialien, Handwerk und digitale Rückverfolgbarkeit in einer Premium-Erzählung zusammengeführt werden können.

Recycled Fiber Matrix Grafik (c) Uster Technologies AG
Recycled Fiber Matrix
14.09.2026

Recyclingbaumwolle wird messbar

Uster Technologies hat mit der Recycled Fiber Matrix ein zweidimensionales Bewertungssystem für mechanisch recycelte Baumwollfasern entwickelt. Hintergrund ist ein zentrales Problem des Faserrecyclings: Rezyklate schwanken stark in Länge, Kurzfaseranteil und weiteren Qualitätsparametern, obwohl genau diese Eigenschaften darüber entscheiden, welche Spinnverfahren, Mischungen und Endanwendungen technisch sinnvoll sind.

Für die Entwicklung wurden zahlreiche Proben aus wichtigen Recyclingregionen in China, Indien und Europa analysiert. Berücksichtigt wurden graue, gefärbte und gebleichte Materialien aus postindustriellen, Pre-Consumer- und Post-Consumer-Strömen. Die Messungen mit Uster AFIS 6 bilden unter anderem mittlere Faserlänge, Länge der längsten fünf Prozent und Kurzfaseranteil ab.

Uster Technologies hat mit der Recycled Fiber Matrix ein zweidimensionales Bewertungssystem für mechanisch recycelte Baumwollfasern entwickelt. Hintergrund ist ein zentrales Problem des Faserrecyclings: Rezyklate schwanken stark in Länge, Kurzfaseranteil und weiteren Qualitätsparametern, obwohl genau diese Eigenschaften darüber entscheiden, welche Spinnverfahren, Mischungen und Endanwendungen technisch sinnvoll sind.

Für die Entwicklung wurden zahlreiche Proben aus wichtigen Recyclingregionen in China, Indien und Europa analysiert. Berücksichtigt wurden graue, gefärbte und gebleichte Materialien aus postindustriellen, Pre-Consumer- und Post-Consumer-Strömen. Die Messungen mit Uster AFIS 6 bilden unter anderem mittlere Faserlänge, Länge der längsten fünf Prozent und Kurzfaseranteil ab.

Die Matrix übersetzt diese Messwerte in Qualitätsklassen von A bis D. Entscheidend ist, dass nicht ein einzelner Kennwert bewertet wird, sondern zwei miteinander interagierende Parameter. Dadurch werden etwa zwei Faserlose mit identischer mittlerer Länge unterscheidbar, wenn ihr Kurzfaseranteil stark voneinander abweicht. In der Praxis soll das Bale Management, Mischungsverhältnisse sowie Einstellungen für Verzug, Drehung und Spinngeschwindigkeit unterstützen. Uster kündigt an, die Datengrundlage fortlaufend mit weiteren globalen Recyclingproben zu erweitern.

11.09.2026

Recyclingpolyester geht nach New York

Indorama Ventures unterstützt das thailändische Label KH Editions mit Stoffen aus deja™ Recyclingpolyestergarn. Zwei Looks und Accessoires der zehnteiligen Spring/Summer-2027-Kollektion sollen am 15. September während der New York Fashion Week präsentiert werden.

Die Zusammenarbeit baut auf dem RECO-Programm auf, das Indorama Ventures 2011 startete und 2023 zum RECO Collective weiterentwickelte. Ziel ist es, recycelte Materialien mit Design- und Branchenkompetenz zu verbinden und jungen Labels Zugang zu zirkulären Materiallösungen zu geben. KH Editions nutzt die Stoffe für eine Streetwear-orientierte Kollektion.

Für die Branche ist die Meldung vor allem als Transferbeispiel interessant: Recyceltes PET wird nicht nur als Rohstoffinnovation kommuniziert, sondern in einen konkreten Design-, Marken- und Marktzugang eingebettet. Damit rücken Materialqualität, Verfügbarkeit und kreative Anwendbarkeit gleichzeitig in den Fokus.

Indorama Ventures unterstützt das thailändische Label KH Editions mit Stoffen aus deja™ Recyclingpolyestergarn. Zwei Looks und Accessoires der zehnteiligen Spring/Summer-2027-Kollektion sollen am 15. September während der New York Fashion Week präsentiert werden.

Die Zusammenarbeit baut auf dem RECO-Programm auf, das Indorama Ventures 2011 startete und 2023 zum RECO Collective weiterentwickelte. Ziel ist es, recycelte Materialien mit Design- und Branchenkompetenz zu verbinden und jungen Labels Zugang zu zirkulären Materiallösungen zu geben. KH Editions nutzt die Stoffe für eine Streetwear-orientierte Kollektion.

Für die Branche ist die Meldung vor allem als Transferbeispiel interessant: Recyceltes PET wird nicht nur als Rohstoffinnovation kommuniziert, sondern in einen konkreten Design-, Marken- und Marktzugang eingebettet. Damit rücken Materialqualität, Verfügbarkeit und kreative Anwendbarkeit gleichzeitig in den Fokus.

Quelle:

Indorama Ventures Public Company Limited

11.09.2026

Wolle verdampft Salzwasser

Forschende der Cornell University zeigen, dass mit Polydopamin gefärbte Wolle als kostengünstiges und erneuerbares Material für solare Wasseraufbereitung dienen kann. Das Team nutzt „interfacial solar vapor generation“: Sonnenenergie erwärmt gezielt die Wasseroberfläche, während das textile Material Wasser zuführt und in Dampf überführt.

Besonders leistungsfähig war ultradunkel modifizierte Wolle in einer beidseitig beleuchteten vertikalen Anordnung. Sie erreichte 2,43 Kilogramm Wasser pro Quadratmeter Textil und Stunde; Polydopamin-Wolle ohne zusätzliche Plasmaätzung kam auf 2,21 Kilogramm. Beide Werte liegen nach Angaben des Teams nahezu doppelt so hoch wie bei klassischen horizontalen zweidimensionalen Systemen. Zehn Stunden Dauerbetrieb verliefen ohne Salzablagerung.

Die Anwendung verbindet Naturfaser, Oberflächenfunktionalisierung und technische Textilarchitektur. Das gewonnene Wasser lag beim Salzgehalt unter dem WHO-Grenzwert für Trinkwasser. Als nächste Schritte wollen die Forschenden Regen- und Abwasser sowie verbesserte Sammelsysteme untersuchen.

Forschende der Cornell University zeigen, dass mit Polydopamin gefärbte Wolle als kostengünstiges und erneuerbares Material für solare Wasseraufbereitung dienen kann. Das Team nutzt „interfacial solar vapor generation“: Sonnenenergie erwärmt gezielt die Wasseroberfläche, während das textile Material Wasser zuführt und in Dampf überführt.

Besonders leistungsfähig war ultradunkel modifizierte Wolle in einer beidseitig beleuchteten vertikalen Anordnung. Sie erreichte 2,43 Kilogramm Wasser pro Quadratmeter Textil und Stunde; Polydopamin-Wolle ohne zusätzliche Plasmaätzung kam auf 2,21 Kilogramm. Beide Werte liegen nach Angaben des Teams nahezu doppelt so hoch wie bei klassischen horizontalen zweidimensionalen Systemen. Zehn Stunden Dauerbetrieb verliefen ohne Salzablagerung.

Die Anwendung verbindet Naturfaser, Oberflächenfunktionalisierung und technische Textilarchitektur. Das gewonnene Wasser lag beim Salzgehalt unter dem WHO-Grenzwert für Trinkwasser. Als nächste Schritte wollen die Forschenden Regen- und Abwasser sowie verbesserte Sammelsysteme untersuchen.

Quelle:

Cornell University / Cornell Chronicle

 

Key Visual bluesign technologies ag
11.09.2026

bluepass richtet sich auf EmpCo aus

bluesign erläutert, wie das Zertifizierungssystem bluepass auf die ab 27. September 2026 durchsetzbaren Vorgaben der EU-Richtlinie Empowering Consumers for the Green Transition (EmpCo/ECGT) ausgerichtet werden soll. Die Richtlinie verschärft Anforderungen an Umwelt- und Sozialclaims sowie an die Systeme hinter verbrauchergerichteten Nachhaltigkeitslabels.

Nach bluesign umfasst das Modell eine unabhängige Produktzertifizierung durch eine akkreditierte Konformitätsbewertungsstelle nach ISO/IEC 17065, öffentlich zugängliche Kriterien, jährliche Überwachung einschließlich Produkttests sowie einheitliche Zugangsbedingungen. Die überarbeiteten Kriterien und das Scheme-Dokument sollen zur öffentlichen Konsultation gestellt werden.

Für bestehende Systempartner soll sich operativ zunächst wenig ändern. Bestehende Zertifizierungen und bluesign PRODUCT- bzw. APPROVED-Kennzeichnungen bleiben nach Darstellung des Unternehmens gültig; die Umstellung auf bluepass soll mit dem nächsten Label-Produktionszyklus erfolgen. Wichtig bleibt: Die Verantwortung für einen rechtskonformen Claim liegt beim Unternehmen, das das Produkt im EU-Markt anbietet.

bluesign erläutert, wie das Zertifizierungssystem bluepass auf die ab 27. September 2026 durchsetzbaren Vorgaben der EU-Richtlinie Empowering Consumers for the Green Transition (EmpCo/ECGT) ausgerichtet werden soll. Die Richtlinie verschärft Anforderungen an Umwelt- und Sozialclaims sowie an die Systeme hinter verbrauchergerichteten Nachhaltigkeitslabels.

Nach bluesign umfasst das Modell eine unabhängige Produktzertifizierung durch eine akkreditierte Konformitätsbewertungsstelle nach ISO/IEC 17065, öffentlich zugängliche Kriterien, jährliche Überwachung einschließlich Produkttests sowie einheitliche Zugangsbedingungen. Die überarbeiteten Kriterien und das Scheme-Dokument sollen zur öffentlichen Konsultation gestellt werden.

Für bestehende Systempartner soll sich operativ zunächst wenig ändern. Bestehende Zertifizierungen und bluesign PRODUCT- bzw. APPROVED-Kennzeichnungen bleiben nach Darstellung des Unternehmens gültig; die Umstellung auf bluepass soll mit dem nächsten Label-Produktionszyklus erfolgen. Wichtig bleibt: Die Verantwortung für einen rechtskonformen Claim liegt beim Unternehmen, das das Produkt im EU-Markt anbietet.

Quelle:

 bluesign technologies ag

Foto: EMPA
11.09.2026

Mikrofasern reisen durch die Luft

Eine schweizweite Untersuchung von Empa, Eawag und Agroscope beziffert erstmals systematisch, wie viel Mikroplastik über die Atmosphäre auf Böden und Gewässer gelangt. Hochgerechnet auf Gebiete unterhalb von 2.000 Metern Höhe lagern sich jährlich rund 219 Tonnen Mikroplastik ab. Etwa 78 Tonnen treffen landwirtschaftliche Flächen, rund zehn Tonnen direkt Gewässer.

Als mögliche Quellen nennt die Medienmitteilung unter anderem lose Fasern aus Funktionskleidung, PET-Produkte und andere Kunststoffanwendungen. Gemessen wurde ein Jahr lang an fünf Standorten. Die Partikel zwischen 20 und 215 Mikrometern wurden mithilfe bildgebender Infrarotmikrospektroskopie analysiert. Besonders häufig fanden die Forschenden PET, Polyethylen und Polypropylen.

Für die Textilindustrie ist vor allem relevant, dass Mikrofasern nicht nur über Waschwasser, sondern auch über die Atmosphäre in Umweltkompartimente gelangen können. Die Daten liefern damit einen weiteren Baustein für die Diskussion um Faserfreisetzung, Materialwahl und Kreislaufführung. Die Forschenden betonen zugleich, dass gesundheitliche und ökologische Langzeitfolgen weiterhin Gegenstand der Forschung sind.

Eine schweizweite Untersuchung von Empa, Eawag und Agroscope beziffert erstmals systematisch, wie viel Mikroplastik über die Atmosphäre auf Böden und Gewässer gelangt. Hochgerechnet auf Gebiete unterhalb von 2.000 Metern Höhe lagern sich jährlich rund 219 Tonnen Mikroplastik ab. Etwa 78 Tonnen treffen landwirtschaftliche Flächen, rund zehn Tonnen direkt Gewässer.

Als mögliche Quellen nennt die Medienmitteilung unter anderem lose Fasern aus Funktionskleidung, PET-Produkte und andere Kunststoffanwendungen. Gemessen wurde ein Jahr lang an fünf Standorten. Die Partikel zwischen 20 und 215 Mikrometern wurden mithilfe bildgebender Infrarotmikrospektroskopie analysiert. Besonders häufig fanden die Forschenden PET, Polyethylen und Polypropylen.

Für die Textilindustrie ist vor allem relevant, dass Mikrofasern nicht nur über Waschwasser, sondern auch über die Atmosphäre in Umweltkompartimente gelangen können. Die Daten liefern damit einen weiteren Baustein für die Diskussion um Faserfreisetzung, Materialwahl und Kreislaufführung. Die Forschenden betonen zugleich, dass gesundheitliche und ökologische Langzeitfolgen weiterhin Gegenstand der Forschung sind.

Quelle:

Empa / Eawag / Agroscope; publiziert über die Schweizer Bundesbehörden

 

Gelebte Kultur in jedem Schritt. Die Gewinnerdesigns des Footwear Contest mit der Politecnico Calzaturiero kombinieren eine Elastopan® SpringPURe-Zwischensohle mit einer Elastollan® TPU-Außensohle. Foto: BASF
Gelebte Kultur in jedem Schritt. Die Gewinnerdesigns des Footwear Contest mit der Politecnico Calzaturiero kombinieren eine Elastopan® SpringPURe-Zwischensohle mit einer Elastollan® TPU-Außensohle.
11.09.2026

BASF schließt den Schuhkreislauf

BASF stellt auf der SIMAC 2026 in Mailand neue Polyurethan- und TPU-Lösungen vor, die Performance, Verarbeitung und Recycling stärker zusammenführen sollen. Im Mittelpunkt stehen unter anderem Elastopan SpringPURe für thermogeformte Zwischensohlen sowie die Werkstofffamilien Elastollan und Infinergy.

Mit Gusbi hat BASF die Heatpress-Technologie für leichte Zwischensohlen automatisiert. Die Systeme sollen geringe Dichten, Gestaltungsfreiheit und langlebige Komforteigenschaften mit einer nahezu abfallfreien Verarbeitung verbinden. Parallel zeigt BASF gemeinsam mit DESMA ein Closed-Loop-Konzept für PU und TPU. Drei Konzeptschuhe demonstrieren, wie Materialkomponenten gezielt getrennt und anschließend mechanischen oder chemischen Recyclingrouten zugeführt werden können.

BASF stellt auf der SIMAC 2026 in Mailand neue Polyurethan- und TPU-Lösungen vor, die Performance, Verarbeitung und Recycling stärker zusammenführen sollen. Im Mittelpunkt stehen unter anderem Elastopan SpringPURe für thermogeformte Zwischensohlen sowie die Werkstofffamilien Elastollan und Infinergy.

Mit Gusbi hat BASF die Heatpress-Technologie für leichte Zwischensohlen automatisiert. Die Systeme sollen geringe Dichten, Gestaltungsfreiheit und langlebige Komforteigenschaften mit einer nahezu abfallfreien Verarbeitung verbinden. Parallel zeigt BASF gemeinsam mit DESMA ein Closed-Loop-Konzept für PU und TPU. Drei Konzeptschuhe demonstrieren, wie Materialkomponenten gezielt getrennt und anschließend mechanischen oder chemischen Recyclingrouten zugeführt werden können.

Mit „Infinergy Revolution“ kommt zudem ein energieeffizienteres Heatpress-Verfahren für expandiertes TPU hinzu. Das soll leichte Komponenten, neue Oberflächen und bessere Recyclingfähigkeit ermöglichen. Für die textile und modische Wertschöpfung ist die Meldung relevant, weil Schuhhersteller zunehmend nicht nur Materialeigenschaften, sondern auch Demontage, Rückgewinnung und Prozessenergie in die Produktentwicklung integrieren müssen.

(c) Richard Harnisch, IÖW
11.09.2026

Lausitz soll zum Faser-Revier werden

Ein neues Forschungsprojekt will die Lausitz vom ehemaligen Braunkohlerevier zu einer Modellregion für eine regional verankerte Naturfaserwirtschaft entwickeln. Im Projekt „LauTra“ untersuchen das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung und die Hochschule Zittau/Görlitz über drei Jahre, welche Wertschöpfungsketten sich mit Flachs, Nutzhanf, Fasernessel, Miscanthus sowie Reststoffen wie Stroh und kommunalem Laub aufbauen lassen.

Im Mittelpunkt stehen ausdrücklich nicht klassische Bekleidungstextilien, sondern industrielle Anwendungen. Genannt werden naturfaserverstärkte Kunststoffe, Spezialpapiere, Leichtbauplatten, Faserverbundwerkstoffe, Formteile für die Automobilindustrie und neue Verpackungslösungen. Ein regional aufgelöstes Stoffstrommodell soll Rohstoffpotenziale, Verarbeitungswege, Flächenkonkurrenzen und mögliche Engpässe sichtbar machen.

Ein neues Forschungsprojekt will die Lausitz vom ehemaligen Braunkohlerevier zu einer Modellregion für eine regional verankerte Naturfaserwirtschaft entwickeln. Im Projekt „LauTra“ untersuchen das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung und die Hochschule Zittau/Görlitz über drei Jahre, welche Wertschöpfungsketten sich mit Flachs, Nutzhanf, Fasernessel, Miscanthus sowie Reststoffen wie Stroh und kommunalem Laub aufbauen lassen.

Im Mittelpunkt stehen ausdrücklich nicht klassische Bekleidungstextilien, sondern industrielle Anwendungen. Genannt werden naturfaserverstärkte Kunststoffe, Spezialpapiere, Leichtbauplatten, Faserverbundwerkstoffe, Formteile für die Automobilindustrie und neue Verpackungslösungen. Ein regional aufgelöstes Stoffstrommodell soll Rohstoffpotenziale, Verarbeitungswege, Flächenkonkurrenzen und mögliche Engpässe sichtbar machen.

Entscheidend ist der Aufbau vollständiger regionaler Ketten von Landwirtschaft und Faseraufbereitung bis zu verarbeitenden Unternehmen und Anwendern. Workshops mit Wirtschaft, Kommunen und weiteren Akteuren sollen daraus realistische Transformationspfade für eine zirkuläre Bioökonomie ableiten. Für technische Textilien und Composites ist das Projekt interessant, weil es Materialinnovation unmittelbar mit Rohstoffverfügbarkeit und regionaler Industrialisierung verknüpft.

 

Quelle:

Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) / Hochschule Zittau/Görlitz

11.09.2026

BTE stellt Handel Handreichung zur EmpCo-Richtlinie bereit

Die Empowering Consumers for the Green Transition Directive (EU) 2024/825 (EmpCo) verschärft ab dem 27. September 2026 die Anforderungen an Umwelt- und Nachhaltigkeitsaussagen gegenüber Verbraucherinnen und Verbrauchern deutlich. Ziel der EU-Richtlinie ist es, Greenwashing zu unterbinden. Künftig sind pauschale Begriffe wie „nachhaltig“, „umweltfreundlich“ oder „grün“ nur noch zulässig, wenn sie durch eine anerkannte herausragende Umweltleistung belegt werden. Eigene Nachhaltigkeitssiegel ohne unabhängige Zertifizierung, irreführende oder pauschale Umweltaussagen sowie Klimaneutralitätsaussagen zu Produkten werden künftig unzulässig.
 
Unternehmen des Textil-, Schuh- und Lederwarenhandels müssen deshalb ihre gesamte Nachhaltigkeits- und Marketingkommunikation sowohl online als auch stationär kritisch überprüfen. „Die EmpCo-Richtlinie trifft den Handel in einer ohnehin herausfordernden Phase. Besonders problematisch ist, dass keine Abverkaufs- oder Übergangsfristen vorgesehen sind. Dadurch entstehen erhebliche rechtliche Unsicherheiten und praktische Herausforderungen für Händlerinnen und Händler“, so Marika Hanschke, Referentin für Kreislaufwirtschaft beim BTE.

Die Empowering Consumers for the Green Transition Directive (EU) 2024/825 (EmpCo) verschärft ab dem 27. September 2026 die Anforderungen an Umwelt- und Nachhaltigkeitsaussagen gegenüber Verbraucherinnen und Verbrauchern deutlich. Ziel der EU-Richtlinie ist es, Greenwashing zu unterbinden. Künftig sind pauschale Begriffe wie „nachhaltig“, „umweltfreundlich“ oder „grün“ nur noch zulässig, wenn sie durch eine anerkannte herausragende Umweltleistung belegt werden. Eigene Nachhaltigkeitssiegel ohne unabhängige Zertifizierung, irreführende oder pauschale Umweltaussagen sowie Klimaneutralitätsaussagen zu Produkten werden künftig unzulässig.
 
Unternehmen des Textil-, Schuh- und Lederwarenhandels müssen deshalb ihre gesamte Nachhaltigkeits- und Marketingkommunikation sowohl online als auch stationär kritisch überprüfen. „Die EmpCo-Richtlinie trifft den Handel in einer ohnehin herausfordernden Phase. Besonders problematisch ist, dass keine Abverkaufs- oder Übergangsfristen vorgesehen sind. Dadurch entstehen erhebliche rechtliche Unsicherheiten und praktische Herausforderungen für Händlerinnen und Händler“, so Marika Hanschke, Referentin für Kreislaufwirtschaft beim BTE.
 
Um die Branche bei der Umsetzung der neuen Vorgaben zu unterstützen, stellt der BTE dem Handel eine Handreichung zur EmpCo-Richtlinie bereit. Sie erläutert die wesentlichen rechtlichen Anforderungen und zeigt auf, welche Schritte Händlerinnen und Händler jetzt angehen sollten. „Die Handreichung informiert darüber, welche Nachhaltigkeitsaussagen künftig zulässig sind, welche etablierten Nachhaltigkeitssiegel weiterhin verwendet werden dürfen und wo die neuen rechtlichen Grenzen verlaufen. Zudem enthält sie Informationen zu neuen Pflichten bei Gewährleistung und Garantien, etwa zum EU-weiten GARAN-Label. Damit bietet sie dem Handel eine wichtige Orientierungshilfe für die Umsetzung der EmpCo-Richtlinie“, so Hanschke.
 
Die Handreichung kann ab sofort unter hanschke@bte.de angefordert werden. Der BTE wird die Branche auch künftig über weitere Entwicklungen informieren und die Interessen des Handels in den politischen Dialog einbringen.

Weitere Informationen:
Empowering Consumers Directive BTE
Quelle:

BTE Handelsverband Textil Schuhe Lederwaren

Grafik RE&UP Recycling Technologies
09.09.2026

RE&UP zieht in Zalando-Basics ein

RE&UP bringt seine textile-to-textile recycelte Baumwolle erstmals in Zalandos Eigenmarkensortiment. Eine fünfteilige T-Shirt-Kollektion der Labels YOURTURN und Even&Odd verwendet einen Stoff aus 20 Prozent RE&UP Next-Gen Cotton und 80 Prozent Bio-Baumwolle. Für den Recyclinganbieter ist das vor allem deshalb relevant, weil ein alltagstaugliches Basisprodukt statt einer limitierten Konzeptkollektion gewählt wurde.

RE&UP verarbeitet Pre- und Post-Consumer-Textilabfälle über automatisierte Sortierung, Zerlegung und Entfärbung zu neuen Fasern. Nach Unternehmensangaben soll die daraus gewonnene Recyclingbaumwolle die für größere Marken erforderliche Festigkeit, Gleichmäßigkeit und Rückverfolgbarkeit erreichen. Gerade bei T-Shirts sind Haptik, Haltbarkeit und reproduzierbare Stoffqualität entscheidend; ein Einsatz in diesem Segment ist daher ein belastbarer Test für industrielle Skalierbarkeit.

RE&UP bringt seine textile-to-textile recycelte Baumwolle erstmals in Zalandos Eigenmarkensortiment. Eine fünfteilige T-Shirt-Kollektion der Labels YOURTURN und Even&Odd verwendet einen Stoff aus 20 Prozent RE&UP Next-Gen Cotton und 80 Prozent Bio-Baumwolle. Für den Recyclinganbieter ist das vor allem deshalb relevant, weil ein alltagstaugliches Basisprodukt statt einer limitierten Konzeptkollektion gewählt wurde.

RE&UP verarbeitet Pre- und Post-Consumer-Textilabfälle über automatisierte Sortierung, Zerlegung und Entfärbung zu neuen Fasern. Nach Unternehmensangaben soll die daraus gewonnene Recyclingbaumwolle die für größere Marken erforderliche Festigkeit, Gleichmäßigkeit und Rückverfolgbarkeit erreichen. Gerade bei T-Shirts sind Haptik, Haltbarkeit und reproduzierbare Stoffqualität entscheidend; ein Einsatz in diesem Segment ist daher ein belastbarer Test für industrielle Skalierbarkeit.

Die Kooperation zeigt zugleich, wohin sich textile Kreislaufmodelle bewegen: weg von einzelnen Pilotprojekten, hin zu Materialien, die in bestehende Lieferketten und kommerzielle Stückzahlen integriert werden können. Für Plattformen und Marken steigt damit die Möglichkeit, Recyclinganteile in Kernsortimente einzubauen, ohne komplett neue Produktarchitekturen entwickeln zu müssen. Entscheidend bleibt, ob Materialverfügbarkeit, Preis und konstante Qualität über größere Volumina gesichert werden können.