Aus der Branche

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15.09.2026

Weniger Druckluft beim Texturieren

Heberlein Technology baut sein Geschäft mit Luftverwirbelungs- und Texturierdüsen für synthetische Filamentgarne in China aus. Im Fokus stehen die APh- und APe-Serien für DTY-Anwendungen und insbesondere Air Covering. Nach Angaben des Unternehmens sollen die Düsen die Druckluftkosten senken, ohne die Garnqualität zu beeinträchtigen.

Druckluft ist in Filamentprozessen ein relevanter Kosten- und Energieposten. Heberlein beziffert für Investitionen in die neue Advanced-Performance-Generation eine mögliche Amortisationszeit von rund 18 Monaten, abhängig von der jeweiligen Anlage und Nutzung. Solche Angaben sollten im konkreten Kundenfall überprüft werden.

Parallel hat das Schweizer Unternehmen in Shengze City einen Service-Hub eingerichtet. Mobile Luftversorgung, Ultraschallreinigung, Durchflussmessung und Spleißtechnik sollen Versuche, Wartung und Fehlerbehebung näher an chinesische Produktionsstandorte bringen.

Heberlein Technology baut sein Geschäft mit Luftverwirbelungs- und Texturierdüsen für synthetische Filamentgarne in China aus. Im Fokus stehen die APh- und APe-Serien für DTY-Anwendungen und insbesondere Air Covering. Nach Angaben des Unternehmens sollen die Düsen die Druckluftkosten senken, ohne die Garnqualität zu beeinträchtigen.

Druckluft ist in Filamentprozessen ein relevanter Kosten- und Energieposten. Heberlein beziffert für Investitionen in die neue Advanced-Performance-Generation eine mögliche Amortisationszeit von rund 18 Monaten, abhängig von der jeweiligen Anlage und Nutzung. Solche Angaben sollten im konkreten Kundenfall überprüft werden.

Parallel hat das Schweizer Unternehmen in Shengze City einen Service-Hub eingerichtet. Mobile Luftversorgung, Ultraschallreinigung, Durchflussmessung und Spleißtechnik sollen Versuche, Wartung und Fehlerbehebung näher an chinesische Produktionsstandorte bringen.

Quelle:

Heberlein Technology AG

(c) Dhana Inc.
15.09.2026

Alte Saris werden zum digitalen Schal

Dhana Inc. hat während der New York Fashion Week einen Schal vorgestellt, der aus getragenen Saris und Second-Life-Hemden entsteht. Jedes 25-Zoll-Quadrat ist ein Einzelstück und soll Materialspuren und Geschichten der ursprünglichen Textilien sichtbar erhalten.

Das Konzept verbindet Upcycling mit der digitalen Plattform D/Sphere. Damit soll nicht nur das Material weitergenutzt, sondern auch die Herkunft und Geschichte eines Produkts als Teil seines Werts vermittelt werden. Für die Kreislaufwirtschaft ist das ein anderer Ansatz als Faser-zu-Faser-Recycling: Der vorhandene textile Wert wird möglichst direkt erhalten und in ein neues Produkt überführt.

Die Skalierbarkeit solcher Einzelstücke ist naturgemäß begrenzt. Als Design- und Kommunikationsmodell ist der Ansatz dennoch relevant, weil er zeigt, wie Second-Life-Materialien, Handwerk und digitale Rückverfolgbarkeit in einer Premium-Erzählung zusammengeführt werden können.

Dhana Inc. hat während der New York Fashion Week einen Schal vorgestellt, der aus getragenen Saris und Second-Life-Hemden entsteht. Jedes 25-Zoll-Quadrat ist ein Einzelstück und soll Materialspuren und Geschichten der ursprünglichen Textilien sichtbar erhalten.

Das Konzept verbindet Upcycling mit der digitalen Plattform D/Sphere. Damit soll nicht nur das Material weitergenutzt, sondern auch die Herkunft und Geschichte eines Produkts als Teil seines Werts vermittelt werden. Für die Kreislaufwirtschaft ist das ein anderer Ansatz als Faser-zu-Faser-Recycling: Der vorhandene textile Wert wird möglichst direkt erhalten und in ein neues Produkt überführt.

Die Skalierbarkeit solcher Einzelstücke ist naturgemäß begrenzt. Als Design- und Kommunikationsmodell ist der Ansatz dennoch relevant, weil er zeigt, wie Second-Life-Materialien, Handwerk und digitale Rückverfolgbarkeit in einer Premium-Erzählung zusammengeführt werden können.

(c) Parkdale Mills Inc. / Intrinsic Advanced Materials
15.09.2026

CiCLO zieht tiefer in Bettwaren ein

Intrinsic Advanced Materials erweitert CiCLO in Home- und Hospitality-Textilien. ADVANSA integriert die Technologie in Suprelle-Faserfüllungen für Kissen, Bettdecken und weitere Bettwaren. Parallel untersucht HeiQ Kombinationen mit funktionalen Technologien für Kühlung, Feuchtigkeitsmanagement, Frische, schnelleres Trocknen und Allergenreduktion.

CiCLO wird während der Herstellung in Polyester- oder Nylonfasern eingebracht. Die Technologie soll die Persistenz freigesetzter synthetischer Mikrofasern reduzieren, wenn diese in feuchte, mikrobiell aktive Umgebungen gelangen. Der Anbieter verweist auf Prüfungen durch unabhängige Labore nach ASTM- und ISO-Methoden.

Interessant ist die zunehmende kommerzielle Tiefe: Aus einer Materialtechnologie wird ein Baustein etablierter Füllstoff- und Funktionssysteme. Gerade für Bettwaren und Hospitality ist dabei entscheidend, dass Komfort- und Gebrauchseigenschaften nicht hinter der Umweltargumentation zurücktreten.

Intrinsic Advanced Materials erweitert CiCLO in Home- und Hospitality-Textilien. ADVANSA integriert die Technologie in Suprelle-Faserfüllungen für Kissen, Bettdecken und weitere Bettwaren. Parallel untersucht HeiQ Kombinationen mit funktionalen Technologien für Kühlung, Feuchtigkeitsmanagement, Frische, schnelleres Trocknen und Allergenreduktion.

CiCLO wird während der Herstellung in Polyester- oder Nylonfasern eingebracht. Die Technologie soll die Persistenz freigesetzter synthetischer Mikrofasern reduzieren, wenn diese in feuchte, mikrobiell aktive Umgebungen gelangen. Der Anbieter verweist auf Prüfungen durch unabhängige Labore nach ASTM- und ISO-Methoden.

Interessant ist die zunehmende kommerzielle Tiefe: Aus einer Materialtechnologie wird ein Baustein etablierter Füllstoff- und Funktionssysteme. Gerade für Bettwaren und Hospitality ist dabei entscheidend, dass Komfort- und Gebrauchseigenschaften nicht hinter der Umweltargumentation zurücktreten.

Quelle:

Intrinsic Advanced Materials / Parkdale Advanced Materials / ADVANSA / HeiQ

15.09.2026

Funktionsfasern für den Arbeitsalltag

The LYCRA Company stellt ihr Portfolio „FIBERS THAT WORK“ erstmals in Nordamerika vor. Die Lösungen richten sich an Workwear, Uniformen und Schutzbekleidung und kombinieren Stretch, Feuchtigkeitsmanagement, thermischen Komfort, Sichtbarkeit, antistatische Eigenschaften und Beständigkeit gegen industrielle Pflegeprozesse.

Zu den gezeigten Technologien gehören LYCRA ANTISTATIC sowie LYCRA T400- und COOLMAX/THERMOLITE-Lösungen. Entscheidend ist der Systemgedanke: Schutzbekleidung wird nicht allein über Normerfüllung betrachtet, sondern über das Zusammenspiel von Sicherheit, Bewegungsfreiheit, Klimakomfort und Lebensdauer.

Für Hersteller von Berufs- und Schutzkleidung ist diese Entwicklung relevant, weil Tragekomfort unmittelbar beeinflusst, ob Schutzkleidung im Arbeitsalltag korrekt und dauerhaft getragen wird. Gleichzeitig steigen Anforderungen an Waschbeständigkeit und Ressourcenverbrauch über die Nutzungsdauer.

The LYCRA Company stellt ihr Portfolio „FIBERS THAT WORK“ erstmals in Nordamerika vor. Die Lösungen richten sich an Workwear, Uniformen und Schutzbekleidung und kombinieren Stretch, Feuchtigkeitsmanagement, thermischen Komfort, Sichtbarkeit, antistatische Eigenschaften und Beständigkeit gegen industrielle Pflegeprozesse.

Zu den gezeigten Technologien gehören LYCRA ANTISTATIC sowie LYCRA T400- und COOLMAX/THERMOLITE-Lösungen. Entscheidend ist der Systemgedanke: Schutzbekleidung wird nicht allein über Normerfüllung betrachtet, sondern über das Zusammenspiel von Sicherheit, Bewegungsfreiheit, Klimakomfort und Lebensdauer.

Für Hersteller von Berufs- und Schutzkleidung ist diese Entwicklung relevant, weil Tragekomfort unmittelbar beeinflusst, ob Schutzkleidung im Arbeitsalltag korrekt und dauerhaft getragen wird. Gleichzeitig steigen Anforderungen an Waschbeständigkeit und Ressourcenverbrauch über die Nutzungsdauer.

Quelle:

The LYCRA Company

Foto (c) Filo / AssoServizi Biella srl
14.09.2026

Filo66 spannt den Bogen bis zu Geotextilien

Die 66. Ausgabe der Garn- und Fasermesse Filo am 15. und 16. September in Mailand erweitert ihr Dialogprogramm deutlich über klassische Mode- und Materialtrends hinaus. In den „Dialoghi di Confronto“ stehen unter anderem integrierte Qualität, Lieferkettenkooperation, Forschung und Produktion, Chemikalienmanagement, künstliche Intelligenz und technische Textilanwendungen auf dem Programm.

Besonders relevant ist eine Session zu biologisch abbaubaren Geotextilien im Val Senales, an der unter anderem Marchi & Fildi, SAFE und Lenzing beteiligt sind. Weitere Beiträge behandeln ZDHC Supplier to Zero, neue Lösungen aus Engineering und Produktion sowie die Nutzung von KI in Textilunternehmen.

Die Themenbreite zeigt, wie stark sich die Diskussion auf vorgelagerten Stufen der textilen Wertschöpfung verändert. Garne und Fasern werden nicht mehr isoliert betrachtet, sondern im Zusammenhang mit Chemie, Daten, Kreislauffähigkeit, Design und konkreten industriellen Anwendungen. Filo positioniert das Begleitprogramm damit als Schnittstelle zwischen Materialanbieter, Veredler, Technologieunternehmen und Anwenderbranchen.

Die 66. Ausgabe der Garn- und Fasermesse Filo am 15. und 16. September in Mailand erweitert ihr Dialogprogramm deutlich über klassische Mode- und Materialtrends hinaus. In den „Dialoghi di Confronto“ stehen unter anderem integrierte Qualität, Lieferkettenkooperation, Forschung und Produktion, Chemikalienmanagement, künstliche Intelligenz und technische Textilanwendungen auf dem Programm.

Besonders relevant ist eine Session zu biologisch abbaubaren Geotextilien im Val Senales, an der unter anderem Marchi & Fildi, SAFE und Lenzing beteiligt sind. Weitere Beiträge behandeln ZDHC Supplier to Zero, neue Lösungen aus Engineering und Produktion sowie die Nutzung von KI in Textilunternehmen.

Die Themenbreite zeigt, wie stark sich die Diskussion auf vorgelagerten Stufen der textilen Wertschöpfung verändert. Garne und Fasern werden nicht mehr isoliert betrachtet, sondern im Zusammenhang mit Chemie, Daten, Kreislauffähigkeit, Design und konkreten industriellen Anwendungen. Filo positioniert das Begleitprogramm damit als Schnittstelle zwischen Materialanbieter, Veredler, Technologieunternehmen und Anwenderbranchen.

Quelle:

Filo / AssoServizi Biella srl

Tacnera: Freudenbergs innovative Technologie für silikonbeschichtete sekundäre Schaumverbände. © Freudenberg Performance Materials
Tacnera: Freudenbergs innovative Technologie für silikonbeschichtete sekundäre Schaumverbände.
14.09.2026

Wundversorgung wird textiler

Freudenberg Performance Materials und Foshan United Medical Technologies (UMT) treten auf dem WUWHS-Kongress in Kuala Lumpur erstmals gemeinsam auf, seit Freudenberg den chinesischen Wundversorgungsspezialisten Ende Juli übernommen hat. Die Kombination erweitert das Portfolio von der Faser- und Vliesstofftechnik bis zu fertigen Lösungen für die moderne Wundversorgung.

Im Mittelpunkt stehen primäre Wundauflagen auf Basis von Alginat, Carboxymethylcellulose (CMC) und Chitosan. Alginate werden wegen ihrer hohen Aufnahmefähigkeit eingesetzt; Varianten mit Silberalginat ergänzen antimikrobielle Eigenschaften. CMC soll Feuchtigkeitsmanagement und Gelbildung verbinden, während Chitosan hämostatische und bakteriostatische Eigenschaften in die Wundversorgung einbringt. Hinzu kommt ein nicht-invasives Wundverschlusssystem von UMT.

Freudenberg Performance Materials und Foshan United Medical Technologies (UMT) treten auf dem WUWHS-Kongress in Kuala Lumpur erstmals gemeinsam auf, seit Freudenberg den chinesischen Wundversorgungsspezialisten Ende Juli übernommen hat. Die Kombination erweitert das Portfolio von der Faser- und Vliesstofftechnik bis zu fertigen Lösungen für die moderne Wundversorgung.

Im Mittelpunkt stehen primäre Wundauflagen auf Basis von Alginat, Carboxymethylcellulose (CMC) und Chitosan. Alginate werden wegen ihrer hohen Aufnahmefähigkeit eingesetzt; Varianten mit Silberalginat ergänzen antimikrobielle Eigenschaften. CMC soll Feuchtigkeitsmanagement und Gelbildung verbinden, während Chitosan hämostatische und bakteriostatische Eigenschaften in die Wundversorgung einbringt. Hinzu kommt ein nicht-invasives Wundverschlusssystem von UMT.

Freudenberg ergänzt diese Produkte um Tacnera®, eine patentierte Technologie für silikonbeschichtete Schaumverbände. Eine Dual-Silikon-Konstruktion kombiniert stärkere Haftung am Verbandrand mit einer besonders sanften Kontaktfläche zur Wunde; eine wellenförmige Beschichtungsstruktur soll Flexibilität und Exsudatmanagement verbessern. Für Textination ist insbesondere die vertikale Integration interessant: UMT deckt laut Freudenberg Faserherstellung und -funktionalisierung, Vliesstoffproduktion, Verpackung, Sterilisation und Marktzulassung ab.

Quelle:

Freudenberg Performance Materials Holding GmbH

Key Visual S.OLIVER GROUP
11.09.2026

s.Oliver spielt mit den 90ern

s.Oliver startet unter dem Claim „Casual Since Forever“ eine neue Hero-Kampagne mit Heidi Klum. Das Konzept bringt die heutige Klum mit einer jüngeren Version aus den 1990er-Jahren zusammen und nutzt den Zeitsprung, um die eigene Markenpositionierung als Casual-Brand zu schärfen.

Zur Kampagne gehört eine limitierte Vintage-Capsule, die Stilcodes der 1990er aufgreift. Basics und vintage-inspirierte Entwürfe sollen dabei sowohl die Kampagnenästhetik als auch die Markenhistorie transportieren. Die Teile werden online und in ausgewählten s.Oliver Stores angeboten.

Redaktionell interessant ist weniger die prominente Besetzung als die Verbindung von Markenstorytelling, Archivästhetik und unmittelbar vermarktbarem Produkt. Die Kampagne zeigt, wie etablierte Modemarken Heritage und Nostalgie nutzen, um bestehende Markencodes neu aufzuladen und gleichzeitig konkrete Retail-Impulse zu setzen.

s.Oliver startet unter dem Claim „Casual Since Forever“ eine neue Hero-Kampagne mit Heidi Klum. Das Konzept bringt die heutige Klum mit einer jüngeren Version aus den 1990er-Jahren zusammen und nutzt den Zeitsprung, um die eigene Markenpositionierung als Casual-Brand zu schärfen.

Zur Kampagne gehört eine limitierte Vintage-Capsule, die Stilcodes der 1990er aufgreift. Basics und vintage-inspirierte Entwürfe sollen dabei sowohl die Kampagnenästhetik als auch die Markenhistorie transportieren. Die Teile werden online und in ausgewählten s.Oliver Stores angeboten.

Redaktionell interessant ist weniger die prominente Besetzung als die Verbindung von Markenstorytelling, Archivästhetik und unmittelbar vermarktbarem Produkt. Die Kampagne zeigt, wie etablierte Modemarken Heritage und Nostalgie nutzen, um bestehende Markencodes neu aufzuladen und gleichzeitig konkrete Retail-Impulse zu setzen.

Key Visual bluesign technologies ag
11.09.2026

bluepass richtet sich auf EmpCo aus

bluesign erläutert, wie das Zertifizierungssystem bluepass auf die ab 27. September 2026 durchsetzbaren Vorgaben der EU-Richtlinie Empowering Consumers for the Green Transition (EmpCo/ECGT) ausgerichtet werden soll. Die Richtlinie verschärft Anforderungen an Umwelt- und Sozialclaims sowie an die Systeme hinter verbrauchergerichteten Nachhaltigkeitslabels.

Nach bluesign umfasst das Modell eine unabhängige Produktzertifizierung durch eine akkreditierte Konformitätsbewertungsstelle nach ISO/IEC 17065, öffentlich zugängliche Kriterien, jährliche Überwachung einschließlich Produkttests sowie einheitliche Zugangsbedingungen. Die überarbeiteten Kriterien und das Scheme-Dokument sollen zur öffentlichen Konsultation gestellt werden.

Für bestehende Systempartner soll sich operativ zunächst wenig ändern. Bestehende Zertifizierungen und bluesign PRODUCT- bzw. APPROVED-Kennzeichnungen bleiben nach Darstellung des Unternehmens gültig; die Umstellung auf bluepass soll mit dem nächsten Label-Produktionszyklus erfolgen. Wichtig bleibt: Die Verantwortung für einen rechtskonformen Claim liegt beim Unternehmen, das das Produkt im EU-Markt anbietet.

bluesign erläutert, wie das Zertifizierungssystem bluepass auf die ab 27. September 2026 durchsetzbaren Vorgaben der EU-Richtlinie Empowering Consumers for the Green Transition (EmpCo/ECGT) ausgerichtet werden soll. Die Richtlinie verschärft Anforderungen an Umwelt- und Sozialclaims sowie an die Systeme hinter verbrauchergerichteten Nachhaltigkeitslabels.

Nach bluesign umfasst das Modell eine unabhängige Produktzertifizierung durch eine akkreditierte Konformitätsbewertungsstelle nach ISO/IEC 17065, öffentlich zugängliche Kriterien, jährliche Überwachung einschließlich Produkttests sowie einheitliche Zugangsbedingungen. Die überarbeiteten Kriterien und das Scheme-Dokument sollen zur öffentlichen Konsultation gestellt werden.

Für bestehende Systempartner soll sich operativ zunächst wenig ändern. Bestehende Zertifizierungen und bluesign PRODUCT- bzw. APPROVED-Kennzeichnungen bleiben nach Darstellung des Unternehmens gültig; die Umstellung auf bluepass soll mit dem nächsten Label-Produktionszyklus erfolgen. Wichtig bleibt: Die Verantwortung für einen rechtskonformen Claim liegt beim Unternehmen, das das Produkt im EU-Markt anbietet.

Quelle:

 bluesign technologies ag

Gelebte Kultur in jedem Schritt. Die Gewinnerdesigns des Footwear Contest mit der Politecnico Calzaturiero kombinieren eine Elastopan® SpringPURe-Zwischensohle mit einer Elastollan® TPU-Außensohle. Foto: BASF
Gelebte Kultur in jedem Schritt. Die Gewinnerdesigns des Footwear Contest mit der Politecnico Calzaturiero kombinieren eine Elastopan® SpringPURe-Zwischensohle mit einer Elastollan® TPU-Außensohle.
11.09.2026

BASF schließt den Schuhkreislauf

BASF stellt auf der SIMAC 2026 in Mailand neue Polyurethan- und TPU-Lösungen vor, die Performance, Verarbeitung und Recycling stärker zusammenführen sollen. Im Mittelpunkt stehen unter anderem Elastopan SpringPURe für thermogeformte Zwischensohlen sowie die Werkstofffamilien Elastollan und Infinergy.

Mit Gusbi hat BASF die Heatpress-Technologie für leichte Zwischensohlen automatisiert. Die Systeme sollen geringe Dichten, Gestaltungsfreiheit und langlebige Komforteigenschaften mit einer nahezu abfallfreien Verarbeitung verbinden. Parallel zeigt BASF gemeinsam mit DESMA ein Closed-Loop-Konzept für PU und TPU. Drei Konzeptschuhe demonstrieren, wie Materialkomponenten gezielt getrennt und anschließend mechanischen oder chemischen Recyclingrouten zugeführt werden können.

BASF stellt auf der SIMAC 2026 in Mailand neue Polyurethan- und TPU-Lösungen vor, die Performance, Verarbeitung und Recycling stärker zusammenführen sollen. Im Mittelpunkt stehen unter anderem Elastopan SpringPURe für thermogeformte Zwischensohlen sowie die Werkstofffamilien Elastollan und Infinergy.

Mit Gusbi hat BASF die Heatpress-Technologie für leichte Zwischensohlen automatisiert. Die Systeme sollen geringe Dichten, Gestaltungsfreiheit und langlebige Komforteigenschaften mit einer nahezu abfallfreien Verarbeitung verbinden. Parallel zeigt BASF gemeinsam mit DESMA ein Closed-Loop-Konzept für PU und TPU. Drei Konzeptschuhe demonstrieren, wie Materialkomponenten gezielt getrennt und anschließend mechanischen oder chemischen Recyclingrouten zugeführt werden können.

Mit „Infinergy Revolution“ kommt zudem ein energieeffizienteres Heatpress-Verfahren für expandiertes TPU hinzu. Das soll leichte Komponenten, neue Oberflächen und bessere Recyclingfähigkeit ermöglichen. Für die textile und modische Wertschöpfung ist die Meldung relevant, weil Schuhhersteller zunehmend nicht nur Materialeigenschaften, sondern auch Demontage, Rückgewinnung und Prozessenergie in die Produktentwicklung integrieren müssen.

Foto: (c) Groz-Beckert KG
10.09.2026

Groz-Beckert startet mit 21 Nachwuchskräften

Groz-Beckert hat zum 1. September 21 neue Auszubildende und Studierende am Standort Albstadt begrüßt. Der neue Jahrgang verteilt sich auf technische, kaufmännische und digitale Berufsbilder und zeigt, wie breit der Qualifikationsbedarf im modernen Textilmaschinen- und Komponentenbau inzwischen ist.

Zu den Ausbildungswegen gehören unter anderem Industriemechanik und Mechatronik. Hinzu kommen kaufmännische und IT-orientierte Profile sowie duale Studienrichtungen, darunter Data Science. Damit verbindet das Unternehmen klassische Fertigungsqualifikationen mit Kompetenzen, die für digitalisierte Produktions- und Serviceprozesse zunehmend relevant werden.

Der Nachwuchsstart ist auch vor dem Hintergrund des Fachkräftebedarfs im europäischen Textilmaschinenbau interessant. Unternehmen müssen mechanische, elektronische und datenbezogene Kompetenz enger verzahnen, während gleichzeitig erfahrene Fachkräfte aus dem Arbeitsmarkt ausscheiden. Ausbildung bleibt damit ein strategischer Baustein für Technologie- und Produktionsstandorte.

Groz-Beckert hat zum 1. September 21 neue Auszubildende und Studierende am Standort Albstadt begrüßt. Der neue Jahrgang verteilt sich auf technische, kaufmännische und digitale Berufsbilder und zeigt, wie breit der Qualifikationsbedarf im modernen Textilmaschinen- und Komponentenbau inzwischen ist.

Zu den Ausbildungswegen gehören unter anderem Industriemechanik und Mechatronik. Hinzu kommen kaufmännische und IT-orientierte Profile sowie duale Studienrichtungen, darunter Data Science. Damit verbindet das Unternehmen klassische Fertigungsqualifikationen mit Kompetenzen, die für digitalisierte Produktions- und Serviceprozesse zunehmend relevant werden.

Der Nachwuchsstart ist auch vor dem Hintergrund des Fachkräftebedarfs im europäischen Textilmaschinenbau interessant. Unternehmen müssen mechanische, elektronische und datenbezogene Kompetenz enger verzahnen, während gleichzeitig erfahrene Fachkräfte aus dem Arbeitsmarkt ausscheiden. Ausbildung bleibt damit ein strategischer Baustein für Technologie- und Produktionsstandorte.

Quelle:

Groz-Beckert KG

08.09.2026

BTE fordert Abschaffung der Sonderregelung für zusätzliche verkaufsoffene Sonntage am Zweibrücken Fashion Outlet (ZFO)

Der BTE fordert die Landesregierung Rheinland-Pfalz erneut auf, die Landesverordnung zur Durchführung des § 7 Abs. 2 des Ladenöffnungsgesetzes unverzüglich aufzuheben. Damit müssen die unrechtmäßigen Öffnungen an zwölf Feriensonntagen im Zweibrücken Fashion Outlet (ZFO), die seit vielen Jahren zulasten vieler Mode-, Schuh- und Lederwareneinzelhändler im Einzugsbereich des Centers gehen, endgültig beendet werden. Nach mehreren Urteilen und Beschlüssen der verschiedenen Instanzen und Gerichte steht unzweifelhaft fest, dass die Verordnung verfassungswidrig und damit nichtig ist. Die Landesregierung hat keinen Ermessensspielraum mehr, sie muss jetzt handeln. 
 

Der BTE fordert die Landesregierung Rheinland-Pfalz erneut auf, die Landesverordnung zur Durchführung des § 7 Abs. 2 des Ladenöffnungsgesetzes unverzüglich aufzuheben. Damit müssen die unrechtmäßigen Öffnungen an zwölf Feriensonntagen im Zweibrücken Fashion Outlet (ZFO), die seit vielen Jahren zulasten vieler Mode-, Schuh- und Lederwareneinzelhändler im Einzugsbereich des Centers gehen, endgültig beendet werden. Nach mehreren Urteilen und Beschlüssen der verschiedenen Instanzen und Gerichte steht unzweifelhaft fest, dass die Verordnung verfassungswidrig und damit nichtig ist. Die Landesregierung hat keinen Ermessensspielraum mehr, sie muss jetzt handeln. 
 
„Es ist absurd, dass die bereits seit 2014 unzulässige und unlautere Praktik der Öffnungen an Feriensonntagen im ZFO dennoch bis heute fortgeführt wird. Im Laufe der letzten Jahre hat sich bei uns und vielen betroffenen Mode-, Schuh- und Lederwarenunternehmen der Eindruck verfestigt, dass erst langwierige und kostspielige Gerichtsverfahren das Handeln von Politik und Verwaltung erzwingen müssen. Das hinterlässt leider ebenso Zweifel an der Verlässlichkeit unserer Rechtsstaatlichkeit wie auch letztendlich an der Wahrung von Grundrechten“, so BTE-Hauptgeschäftsführer Rolf Pangels. 

Da das ZFO bislang alle Feriensonntage geöffnet und öffentlich erklärt hat, an den unrechtmäßigen Öffnungen festhalten zu wollen, besteht aus Sicht des BTE akuter politischer Handlungsbedarf. „Vor diesem Hintergrund erwarten wir jetzt keine weitere Verschleppung beim Prozess zur Abschaffung der Verordnung. Die erforderlichen Verfahren und Abstimmungen müssen beschleunigt und mit höchster Priorität vorangetrieben werden. Nach unserem Verständnis bedarf es bei der Abschaffung einer verfassungswidrigen Verordnung auch eigentlich keinerlei weiterer Diskussionen“, so Pangels abschließend. 

Quelle:

BTE Handelsverband Textil Schuhe Lederwaren

(c) Recover Textile Systems, S.L.
08.09.2026

Recover skaliert Recyclingbaumwolle

Recover beziffert die Jahreskapazität seines weltweiten Produktionsnetzes für mechanisch recycelte Baumwolle inzwischen auf 84.300 Tonnen. Fünf Produktionsstandorte in Europa, Südasien, Südostasien und Zentralamerika sollen nach einheitlichen Qualitäts- und Managementsystemen arbeiten. Über mehr als 140 Spinnereipartner, Stoffangebote und fertige Blank-Produkte will das Unternehmen Marken ermöglichen, Recyclingmaterial an unterschiedlichen Punkten der Lieferkette einzusetzen.

Der Nachhaltigkeitsbericht 2025 trennt nach Darstellung von Recover die durch den Einsatz der Recyclingfaser ermöglichten Umweltentlastungen von den Emissionen der eigenen Geschäftstätigkeit. Für 2025 nennt das Unternehmen gegenüber konventioneller Baumwolle Einsparungen von 47.566 Tonnen CO₂-Äquivalenten in Scope 3 sowie mehr als 25 Milliarden Litern Wasser. Pro Kilogramm werden unter anderem 99,9 Prozent weniger Wasserverbrauch, 93 Prozent weniger CO₂-Äquivalente und 96 Prozent weniger Energie angegeben. Die zugrunde liegenden LCAs für Spanien und Bangladesch wurden laut Recover unabhängig durch EcoReview geprüft und nach ISO 14040/14044 sowie PEF-Methodik erstellt.

Recover beziffert die Jahreskapazität seines weltweiten Produktionsnetzes für mechanisch recycelte Baumwolle inzwischen auf 84.300 Tonnen. Fünf Produktionsstandorte in Europa, Südasien, Südostasien und Zentralamerika sollen nach einheitlichen Qualitäts- und Managementsystemen arbeiten. Über mehr als 140 Spinnereipartner, Stoffangebote und fertige Blank-Produkte will das Unternehmen Marken ermöglichen, Recyclingmaterial an unterschiedlichen Punkten der Lieferkette einzusetzen.

Der Nachhaltigkeitsbericht 2025 trennt nach Darstellung von Recover die durch den Einsatz der Recyclingfaser ermöglichten Umweltentlastungen von den Emissionen der eigenen Geschäftstätigkeit. Für 2025 nennt das Unternehmen gegenüber konventioneller Baumwolle Einsparungen von 47.566 Tonnen CO₂-Äquivalenten in Scope 3 sowie mehr als 25 Milliarden Litern Wasser. Pro Kilogramm werden unter anderem 99,9 Prozent weniger Wasserverbrauch, 93 Prozent weniger CO₂-Äquivalente und 96 Prozent weniger Energie angegeben. Die zugrunde liegenden LCAs für Spanien und Bangladesch wurden laut Recover unabhängig durch EcoReview geprüft und nach ISO 14040/14044 sowie PEF-Methodik erstellt.

Bei der Rückverfolgbarkeit kombiniert Recover drei Ebenen: GRS-Dokumentation und Transaktionszertifikate, einen physischen Tracer in der Faser sowie digitale Rückverfolgung. 2025 wurde dafür TextileGenesis mit Fibercoin-Token erprobt. Ziel ist eine Rückverfolgbarkeit von der Faser bis zum Handel und die Vorbereitung auf künftige Anforderungen wie den Digitalen Produktpass.

Für die eigenen Betriebsprozesse nennt Recover ein über Cascales Manufacturer Climate Action Program validiertes Science-Aligned Target: Die absoluten Scope-1- und Scope-2-Emissionen sollen zwischen 2024 und 2034 um 58,8 Prozent sinken. Der Bericht wurde zudem freiwillig mit Bezug auf die ESRS erstellt. Bei der redaktionellen Bewertung ist zu trennen: Die LCA-Daten sind nach Unternehmensangaben extern verifiziert, der Nachhaltigkeitsbericht insgesamt bleibt jedoch eine Unternehmensquelle und sollte entsprechend eingeordnet werden.

 

08.09.2026

Teijin bringt Recycling-CFK in Mobilität

WHILL setzt beim kommenden elektrischen Mobilitätsgerät Model C Lite auf Teijins carbonfaserverstärkten Thermoplast Sereebo P CFP. Das Material wird für mehrere strukturelle Bauteile verwendet, darunter Fußstütze, Rückenstütze, Armlehnen und Batteriegehäuse. Damit erreicht ein spritzgießbarer CFRTP-Werkstoff eine Anwendung, bei der geringes Gewicht, Bauteilkomplexität und robuste Alltagstauglichkeit unmittelbar zusammenkommen.

Sereebo P CFP besteht nach Angaben von Teijin aus postindustriell recycelten Carbonfasern, die gleichmäßig in einer Polyamidmatrix verteilt werden. Das Material wird als Granulat geliefert und kann auf Standard-Spritzgießmaschinen verarbeitet werden. Der hohe Fließgrad soll dünne und komplexe Geometrien ermöglichen. Gegenüber Aluminium und Magnesium nennt Teijin Vorteile bei Gewicht sowie bei Fertigungsaufwand und Systemkosten; quantitative Vergleichswerte enthält die Pressemitteilung allerdings nicht.

WHILL setzt beim kommenden elektrischen Mobilitätsgerät Model C Lite auf Teijins carbonfaserverstärkten Thermoplast Sereebo P CFP. Das Material wird für mehrere strukturelle Bauteile verwendet, darunter Fußstütze, Rückenstütze, Armlehnen und Batteriegehäuse. Damit erreicht ein spritzgießbarer CFRTP-Werkstoff eine Anwendung, bei der geringes Gewicht, Bauteilkomplexität und robuste Alltagstauglichkeit unmittelbar zusammenkommen.

Sereebo P CFP besteht nach Angaben von Teijin aus postindustriell recycelten Carbonfasern, die gleichmäßig in einer Polyamidmatrix verteilt werden. Das Material wird als Granulat geliefert und kann auf Standard-Spritzgießmaschinen verarbeitet werden. Der hohe Fließgrad soll dünne und komplexe Geometrien ermöglichen. Gegenüber Aluminium und Magnesium nennt Teijin Vorteile bei Gewicht sowie bei Fertigungsaufwand und Systemkosten; quantitative Vergleichswerte enthält die Pressemitteilung allerdings nicht.

Der Einsatz ist für die Composite-Industrie deshalb relevant, weil hier mehrere Skalierungsanforderungen zusammentreffen: Recyclinganteil in der Verstärkungsfaser, thermoplastische Matrix, standardisierte Hochserienverarbeitung und Funktionsintegration in komplexe Bauteile. Statt großformatiger Hochleistungsverbunde steht eine an Spritzguss orientierte Prozessroute im Mittelpunkt, die auch für kleinere Mobilitäts-, Robotik- und Elektronikkomponenten interessant ist.

Teijin will die Sereebo-Reihe über Mobilitätsanwendungen hinaus für Drohnen, Robotik sowie elektrische und elektronische Komponenten ausbauen. Für die Bewertung der Nachhaltigkeitswirkung wären künftig zusätzliche Daten zu Rezyklatanteil, mechanischem Eigenschaftsniveau, Lebensdauer und End-of-Life-Pfaden hilfreich. Die aktuelle Meldung belegt zunächst die konkrete Industrialisierung eines PIR-basierten Carbonfaser-Thermoplasts.

Quelle:

Teijin Limited

Ministerin Mona Neubaur mit T7-Logo (c) Tomas Rodriguez
Ministerin Mona Neubaur mit T7-Logo
08.09.2026

T7 zeigt smarte Textilproduktion

Die Textilfabrik 7.0 in Mönchengladbach zeigt erstmals mehrere konkrete Demonstratoren aus ihrem Reallabor für eine „smarte und saubere“ Textilproduktion. Bei einem Besuch der nordrhein-westfälischen Wirtschaftsministerin Mona Neubaur präsentierten Forschende des Forschungsinstituts für Textil und Bekleidung der Hochschule Niederrhein und des ITA der RWTH Aachen unter anderem eine smarte Jacke, digitale Fertigungsverfahren sowie biotechnologische Ansätze zur Textilbearbeitung.

Die smarte Jacke erfasst Bewegungs- und Körperdaten und überträgt sie an eine App. Daraus ergeben sich mögliche Anwendungen beispielsweise in Physiotherapie und Rehabilitation. Ergänzend demonstrierten die Projektpartner, wie leitfähige Garne durch Sticktechnik in textile Strukturen integriert werden können. Auf der Digitalisierungsseite gehören KI-basierte Analysen von Naturfasern und Materialzusammensetzungen sowie laserbasierte Druck- und Bearbeitungsverfahren zum aktuellen Entwicklungsstand.

Die Textilfabrik 7.0 in Mönchengladbach zeigt erstmals mehrere konkrete Demonstratoren aus ihrem Reallabor für eine „smarte und saubere“ Textilproduktion. Bei einem Besuch der nordrhein-westfälischen Wirtschaftsministerin Mona Neubaur präsentierten Forschende des Forschungsinstituts für Textil und Bekleidung der Hochschule Niederrhein und des ITA der RWTH Aachen unter anderem eine smarte Jacke, digitale Fertigungsverfahren sowie biotechnologische Ansätze zur Textilbearbeitung.

Die smarte Jacke erfasst Bewegungs- und Körperdaten und überträgt sie an eine App. Daraus ergeben sich mögliche Anwendungen beispielsweise in Physiotherapie und Rehabilitation. Ergänzend demonstrierten die Projektpartner, wie leitfähige Garne durch Sticktechnik in textile Strukturen integriert werden können. Auf der Digitalisierungsseite gehören KI-basierte Analysen von Naturfasern und Materialzusammensetzungen sowie laserbasierte Druck- und Bearbeitungsverfahren zum aktuellen Entwicklungsstand.

Im Themenfeld „Biosphere“ untersucht das Projekt unter anderem die Entfärbung von Textilien mit Pilzkulturen. Ziel ist es, chemisch und energetisch aufwendige Prozessschritte durch biotechnologische Alternativen zu ergänzen oder perspektivisch zu ersetzen. Die vier Kernbereiche von T7 sind On-Demand-Fertigung, MicroFactory Engineering, Digital Textiles und Biosphere. Damit sollen einzelne Technologien nicht isoliert erprobt, sondern in einer durchgängigen, wirtschaftlich relevanten Produktionsumgebung verbunden werden.

Textination hatte über die Textilfabrik 7.0 bereits berichtet. Die aktuelle Meldung ist deshalb nicht als erneute Projektvorstellung zu verstehen, sondern als Fortschrittsbericht: Neu sind die nun gezeigten Demonstratoren und die konkrete Kombination von Smart-Textile-Anwendung, digitaler Analyse, Laserprozess und biotechnologischer Entfärbung. Das Projekt wird von Forschung, Industrieverbänden, Textilakademie NRW und Wirtschaftsförderung getragen und soll CO₂-neutrale, zirkuläre Produktion in Deutschland praktisch erproben.

Quelle:

ITA – Institut für Textiltechnik der RWTH Aachen University 

08.09.2026

Masche wächst weltweit

Der weltweite Exportwert von Maschenbekleidung hat sich seit 2006 nahezu verdoppelt und 2025 rund 289,1 Milliarden US-Dollar erreicht. 2006 waren es 145,2 Milliarden US-Dollar. Damit entwickelte sich Maschenbekleidung dynamischer als Webbekleidung, deren Exportwert im gleichen Zeitraum von 158,5 auf 257,7 Milliarden US-Dollar stieg. Nach einer aktuellen Auswertung des Gesamtverbands der deutschen Maschenindustrie auf Basis unter anderem von ICAC-Daten stellen Maschen- und Webbekleidung inzwischen zusammen knapp 60 Prozent der weltweiten Textil- und Bekleidungsexporte.

Der weltweite Exportwert von Maschenbekleidung hat sich seit 2006 nahezu verdoppelt und 2025 rund 289,1 Milliarden US-Dollar erreicht. 2006 waren es 145,2 Milliarden US-Dollar. Damit entwickelte sich Maschenbekleidung dynamischer als Webbekleidung, deren Exportwert im gleichen Zeitraum von 158,5 auf 257,7 Milliarden US-Dollar stieg. Nach einer aktuellen Auswertung des Gesamtverbands der deutschen Maschenindustrie auf Basis unter anderem von ICAC-Daten stellen Maschen- und Webbekleidung inzwischen zusammen knapp 60 Prozent der weltweiten Textil- und Bekleidungsexporte.

Die Entwicklung wird nicht nur durch mehr Bekleidungskonsum getragen. Casualwear, Sportswear und Athleisure begünstigen Konstruktionen, die Komfort, Bewegungsfreiheit und Funktion bereits über Faser, Garn und Maschenstruktur integrieren. Gleichzeitig verschiebt sich der Fasermix. Baumwollbasierte Maschenbekleidung steigerte ihren Exportwert seit 2006 von 69,9 auf 128,3 Milliarden US-Dollar. Die von ICAC als „man-made and synthetic“ ausgewiesene Gruppe wuchs im selben Zeitraum noch stärker von 35,6 auf 99,2 Milliarden US-Dollar. 2025 entfielen 44,5 Prozent der Maschenwarenexporte auf Baumwollprodukte und 34,4 Prozent auf die Gruppe der Chemie- und Synthesefasern.

Gesamtmasche weist zugleich auf einen Zielkonflikt hin: Polyester stellt inzwischen einen sehr großen Anteil der globalen Faserproduktion, doch 2024 waren dem Beitrag zufolge lediglich zwölf Prozent des weltweit produzierten Polyesters recycelt; der überwiegende Teil des Recyclingpolyesters stammt weiterhin aus PET-Flaschen statt aus Alttextilien. Parallel erhöhen Fast und Ultra Fast Fashion den Mengen- und Preisdruck. Der weltweite Markt wächst also, während zirkuläre Rohstoffströme und Wertschöpfung pro Teil nicht im gleichen Tempo vorankommen.

Auch geografisch sortiert sich der Markt neu. China bleibt führender Textil- und Bekleidungsexporteur, während Bangladesch und Vietnam stark aufgeholt haben. Auf der Nachfrageseite verlieren die USA relativ an Gewicht, während sich zusätzliche Nachfrage breiter auf Europa, Asien, Lateinamerika und den Nahen Osten verteilt. Für europäische Maschenhersteller sieht Gesamtmasche Chancen vor allem dort, wo Qualität, Funktion, Spezialisierung, innovative Konstruktionen und verlässliche Lieferketten stärker wiegen als der reine Mengenpreis.

Heimtextil Trends 27/28: „Home-Maxxing“ Foto: Messe Frankfurt/Alcova
07.09.2026

Heimtextil Trends 27/28: „Home-Maxxing“ zwischen Leistungsfähigkeit und Entlastung

Besser schlafen, schneller regenerieren, effizienter leben: Der Wunsch nach Optimierung hat längst unser Zuhause erreicht. Unter dem Titel „Home-Maxxing – The Performance of Everyday Living“ zeigen die Heimtextil Trends 27/28, wie sich unser Verhältnis zu Effizienzdenken und Technologie auf die Gestaltung von Räumen und Textilien auswirkt. Je stärker Schlaf, Wellness, Routinen, Materialien und Räume optimiert werden, desto größer wird zugleich die Sehnsucht nach einem Zuhause, das nicht noch mehr Leistung verlangt. 

Besser schlafen, schneller regenerieren, effizienter leben: Der Wunsch nach Optimierung hat längst unser Zuhause erreicht. Unter dem Titel „Home-Maxxing – The Performance of Everyday Living“ zeigen die Heimtextil Trends 27/28, wie sich unser Verhältnis zu Effizienzdenken und Technologie auf die Gestaltung von Räumen und Textilien auswirkt. Je stärker Schlaf, Wellness, Routinen, Materialien und Räume optimiert werden, desto größer wird zugleich die Sehnsucht nach einem Zuhause, das nicht noch mehr Leistung verlangt. 

Die Anforderungen an Räume werden vielfältiger. In einem immer schnelleren und digitaleren Alltag sollen sie Orientierung geben, funktionale Ansprüche erfüllen und zugleich Entlastung bieten. „Home-Maxxing“ greift diesen Widerspruch auf. Textilien regulieren Licht, dämpfen Geräusche oder filtern Luft. Gleichzeitig wächst das Bedürfnis nach Materialien, die sich angenehm anfühlen, lange halten und nicht zusätzlichen Optimierungsdruck erzeugen. Ob Zuhause, Hotel, Arbeitswelt oder Healthcare – Interior Design muss Leistungsfähigkeit und menschliche Bedürfnisse neu ausbalancieren. Gemeinsam mit der Mailänder Designplattform Alcova übersetzt die Heimtextil diese Entwicklung in drei Trendrichtungen: Staged Competence, Inside, Out und Hyper Presence. Sie reichen von sichtbar inszenierter technischer Leistungsfähigkeit über offen gezeigte Verbindungselemente bis hin zu Materialien, deren Haptik, Beschaffenheit und Langlebigkeit in den Vordergrund rücken.
 
01 Staged Competence
Funktionalität darf man sehen. Staged Competence beschreibt eine Ästhetik, in der technische Kompetenz nicht im Hintergrund bleibt, sondern bewusst inszeniert wird. Textilien und Oberflächen zeigen, was sie können – und zunehmend auch, wie sie es können. Technische Codes, Zahlen, Symbole und Mikrografiken werden zu Gestaltungselementen. Entscheidend ist dabei nicht allein die tatsächliche Funktion eines Materials. Seine Leistungsfähigkeit soll auch nach außen erkennbar sein. Was getestet, konstruiert und optimiert wurde, darf entsprechend aussehen. Strapazierfähigkeit, technische Raffinesse und nachweisbare Qualität werden Teil der Ästhetik. 

Die Farben unterstreichen diesen technisch geprägten Charakter. Kühle Blau- und Grüntöne, mineralische Nuancen und helle, fast synthetische Farben erinnern an Hardware, Outdoor-Ausrüstung und Funktionsmaterialien. Ein leuchtendes Säuregelb setzt einen bewussten Akzent.

02 Inside, Out
Was steckt in den Dingen, mit denen wir uns umgeben? Inside, Out reagiert auf eine Welt, in der Technologien und digitale Systeme immer komplexer und schwerer nachvollziehbar werden. Der Trend setzt dieser Unsichtbarkeit eine neue Offenheit entgegen: Konstruktionen werden verständlich, Verbindungen sichtbar. Schrauben, Gurte, Nähte, Kabel, Reißverschlüsse oder andere Verbindungselemente werden nicht länger verborgen und werden bewusst Teil des Designs. Ein Bezug darf erkennen lassen, dass er abgenommen und ausgetauscht werden kann. Technik muss nicht hinter einer makellosen Oberfläche verschwinden.

Auch diese Farbpalette lebt von sichtbaren Gegensätzen. Dunkles Anthrazit und tiefes Graphit erinnern an Stahl und industrielle Bauteile. Ein kräftiges Rot und sanftes Violett setzen dazu beinahe künstlich wirkende Kontraste. Ergänzt wird die Palette durch einen gedämpften, kühlen Grün-Grau-Ton. 

03 Hyper Presence
Nach all der Optimierung kommt die Gegenbewegung. Hyper Presence richtet die Aufmerksamkeit auf das, was sich nicht messen lässt: wie sich ein Stoff auf der Haut anfühlt, wie ein Material altert oder welche Atmosphäre durch Textur entsteht. Wie sinnlich Materialien wirken können, zeigen etwa mit Bienenwachs behandelte Gewebe, die durch Wärme den natürlichen Duft von Honig und Propolis entfalten. Der Trend reagiert auf die permanente digitale Reizüberflutung mit bewusster physischer Präsenz. Materialien stehen entsprechend im Mittelpunkt: Naturfasern, raue und lebendige Oberflächen, Wolle, Leder oder Holztextilien sprechen den Körper und die Sinne an. Falten, Patina und Gebrauchsspuren sind keine Fehler, sondern Teil ihres Charakters. 

Auch die Farben verlassen die digitale Welt. Tiefes Rostrot, gebranntes Orange, Ocker, Altrosa und warmes Cremeweiß erinnern an Feuer, Ton und oxidiertes Metall. Die Palette ist warm, erdig und beruhigend – und bildet damit den deutlichsten Gegenpol zur technisch-kühlen Ästhetik der beiden anderen Trendrichtungen.
 
Im Trend Space in Halle 4.2 werden die Heimtextil Trends 27/28 erlebbar präsentiert.

Quelle:

Messe Frankfurt 

07.09.2026

G-III schließt Marc-Jacobs-Übernahme ab

G-III Apparel Group hat die Übernahme des operativen Marc-Jacobs-Geschäfts abgeschlossen und gleichzeitig die Ergebnisse für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2027 vorgelegt. Der Konzernumsatz sank im Quartal um 10 Prozent von 613,3 auf 554,1 Millionen US-Dollar. Gleichzeitig verbesserte sich die Bruttomarge um 440 Basispunkte auf 45,2 Prozent. G-III führt dies unter anderem auf Preisanpassungen und einen höheren Anteil margenstärkerer eigener Marken zurück.

Die Portfolioveränderung ist größer als der reine Zukauf von Marc Jacobs. G-III verliert rund 460 Millionen US-Dollar Umsatz aus auslaufenden Calvin-Klein- und Tommy-Hilfiger-Lizenzen und richtet das Geschäftsmodell stärker auf eigene beziehungsweise langfristig kontrollierte Marken aus. Für das Geschäftsjahr 2027 erwartet das Unternehmen rund 2,71 Milliarden Dollar Umsatz nach 2,96 Milliarden im Vorjahr.

G-III Apparel Group hat die Übernahme des operativen Marc-Jacobs-Geschäfts abgeschlossen und gleichzeitig die Ergebnisse für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2027 vorgelegt. Der Konzernumsatz sank im Quartal um 10 Prozent von 613,3 auf 554,1 Millionen US-Dollar. Gleichzeitig verbesserte sich die Bruttomarge um 440 Basispunkte auf 45,2 Prozent. G-III führt dies unter anderem auf Preisanpassungen und einen höheren Anteil margenstärkerer eigener Marken zurück.

Die Portfolioveränderung ist größer als der reine Zukauf von Marc Jacobs. G-III verliert rund 460 Millionen US-Dollar Umsatz aus auslaufenden Calvin-Klein- und Tommy-Hilfiger-Lizenzen und richtet das Geschäftsmodell stärker auf eigene beziehungsweise langfristig kontrollierte Marken aus. Für das Geschäftsjahr 2027 erwartet das Unternehmen rund 2,71 Milliarden Dollar Umsatz nach 2,96 Milliarden im Vorjahr.

Marc Jacobs soll zu einem zentralen Wachstumsträger werden. G-III hat das operative Geschäft übernommen; parallel hält ein mit WHP Global gegründetes Gemeinschaftsunternehmen die Markenrechte. G-III nennt für Marc Jacobs langfristig ein Ziel von rund einer Milliarde US-Dollar Jahresumsatz. Kurzfristig erwartet der Konzern aus der Akquisition allerdings noch eine leichte Verwässerung des Ergebnisses.

Für die Modewirtschaft ist die Kombination aus sinkendem Gesamtumsatz, steigender Marge und aktiver Portfoliobereinigung besonders aufschlussreich. Sie zeigt, wie Lizenzkonzerne versuchen, Abhängigkeiten von fremden Markenrechten zu reduzieren und gleichzeitig mehr Kontrolle über Markenentwicklung, Retail, E-Commerce und internationale Expansion zu gewinnen.

Quelle:

G-III Apparel Group, Ltd.

Kollektion „Always U“ (c) UniFirst Corporation
Kollektion „Always U“
07.09.2026

UniFirst bringt Stretch-Workwear in den Mietservice

UniFirst erweitert sein Mietwäsche- und Berufsbekleidungsangebot um die Kollektion „Always U“. Die neue Linie richtet sich ausdrücklich an Beschäftigte, die sich während einer Arbeitsschicht häufig beugen, strecken und bewegen. Zum Einsatz kommen Poly-Baumwoll-Gewebe mit mechanischem Stretch, die nach Angaben des Unternehmens 10 bis 12 Prozent mehr Dehnung bieten als Standarduniformen.

Die konstruktiven Details sind auf Bewegungsfreiheit ausgelegt: interne elastische Taillenbänder, Zwickel im Schritt, vorgeformte Knie sowie funktionale Taschenlösungen. Bemerkenswert ist die eigenständig entwickelte Damenlinie. Shirts berücksichtigen eine weibliche Taillen- und Saumform, Hosen und Shorts verfügen über eine konturierte Mid-Rise-Passform und flach anliegende Taschen. UniFirst begründet dies mit dem wachsenden Frauenanteil in Bau, Fertigung sowie Transport und Logistik.

UniFirst erweitert sein Mietwäsche- und Berufsbekleidungsangebot um die Kollektion „Always U“. Die neue Linie richtet sich ausdrücklich an Beschäftigte, die sich während einer Arbeitsschicht häufig beugen, strecken und bewegen. Zum Einsatz kommen Poly-Baumwoll-Gewebe mit mechanischem Stretch, die nach Angaben des Unternehmens 10 bis 12 Prozent mehr Dehnung bieten als Standarduniformen.

Die konstruktiven Details sind auf Bewegungsfreiheit ausgelegt: interne elastische Taillenbänder, Zwickel im Schritt, vorgeformte Knie sowie funktionale Taschenlösungen. Bemerkenswert ist die eigenständig entwickelte Damenlinie. Shirts berücksichtigen eine weibliche Taillen- und Saumform, Hosen und Shorts verfügen über eine konturierte Mid-Rise-Passform und flach anliegende Taschen. UniFirst begründet dies mit dem wachsenden Frauenanteil in Bau, Fertigung sowie Transport und Logistik.

Für den Textilservice ist entscheidend, dass die Kollektion nicht als reines Kaufprodukt konzipiert wurde. Sie wird in das gemanagte Mietprogramm von UniFirst integriert, das hygienische Wäsche, Prüfung, Instandhaltung, automatische Reparaturen beziehungsweise Ersatz sowie Abholung und Auslieferung umfasst. Damit müssen Materialauswahl, Komfort und modische Passform mit industrieller Waschbarkeit, Reparierbarkeit und wirtschaftlicher Umlauffähigkeit zusammenpassen.

UniFirst betreibt mehr als 270 Servicestandorte in Nordamerika, bedient über 300.000 Kundenstandorte und stattet nach eigenen Angaben täglich mehr als zwei Millionen Beschäftigte aus. Die Kombination aus eigenproduzierter Berufsbekleidung und Serviceplattform macht den Launch deshalb auch für europäische Textilserviceanbieter interessant: Komfort- und Fit-Themen werden zunehmend Bestandteil des Dienstleistungsversprechens und nicht nur der Bekleidungsbeschaffung.

Quelle:

UniFirst Corporation

07.09.2026

Hyosung startet integrierte Bio-Spandex-Produktion

Hyosung TNC hat in Vietnam ein integriertes Produktionssystem für biobasiertes Spandex in Betrieb genommen. Kern ist eine neue Bio-BDO-Anlage in Ho-Chi-Minh-Stadt mit einer Jahreskapazität von 50.000 Tonnen. Die Infrastruktur ist nach Unternehmensangaben so ausgelegt, dass die Kapazität bei entsprechender Marktentwicklung auf bis zu 200.000 Tonnen erweitert werden kann. Für das Gesamtprojekt nennt Hyosung ein Investitionsvolumen von einer Milliarde US-Dollar.

Das biobasierte 1,4-Butandiol wird aus Zucker gewonnen, der aus Zuckerrohr stammt. Hyosung verarbeitet Bio-BDO am Standort Dong Nai zu PTMG, einem zentralen Vorprodukt für Spandex-Polymere, und führt dieses anschließend direkt der Produktion der eigenen Faser „regen Bio“ zu. Damit verbindet das Unternehmen Rohstoff, Polymerzwischenprodukt und Faser in einer regional integrierten Wertschöpfungskette.

Hyosung TNC hat in Vietnam ein integriertes Produktionssystem für biobasiertes Spandex in Betrieb genommen. Kern ist eine neue Bio-BDO-Anlage in Ho-Chi-Minh-Stadt mit einer Jahreskapazität von 50.000 Tonnen. Die Infrastruktur ist nach Unternehmensangaben so ausgelegt, dass die Kapazität bei entsprechender Marktentwicklung auf bis zu 200.000 Tonnen erweitert werden kann. Für das Gesamtprojekt nennt Hyosung ein Investitionsvolumen von einer Milliarde US-Dollar.

Das biobasierte 1,4-Butandiol wird aus Zucker gewonnen, der aus Zuckerrohr stammt. Hyosung verarbeitet Bio-BDO am Standort Dong Nai zu PTMG, einem zentralen Vorprodukt für Spandex-Polymere, und führt dieses anschließend direkt der Produktion der eigenen Faser „regen Bio“ zu. Damit verbindet das Unternehmen Rohstoff, Polymerzwischenprodukt und Faser in einer regional integrierten Wertschöpfungskette.

Nach Unternehmensangaben wird die verantwortliche Beschaffung und Rückverfolgbarkeit des Bio-BDO über das VIVE Sustainable Program überprüft. Hyosung stellt zudem in Aussicht, die Plattform über Spandex hinaus für TPU, PBAT, Schuhsohlen und weitere industrielle Anwendungen zu nutzen. Die textile Relevanz liegt vor allem in Anwendungen wie Sportswear, Swimwear und Denim, in denen Elastizität und Dauerhaftigkeit zentrale Anforderungen sind.

Die Meldung ist zugleich ein wichtiger Hinweis auf die strategische Verschiebung bei Elastomerfasern: Nicht nur die Faser selbst, sondern bereits die chemische Vorstufe wird in Defossilisierungsstrategien einbezogen. Die von Hyosung genannten Aussagen zur Gleichwertigkeit von Elastizität und Haltbarkeit gegenüber petrochemischem Spandex stammen allerdings vom Hersteller; unabhängige Vergleichsdaten werden in der Mitteilung nicht vorgelegt.

Quelle:

Hyosung TNC / Hyosung Performance Textiles

Geschäftsklimaindex  3. Q 2026 Grafik (c) GESAMTMASCHE e. V.
07.09.2026

Maschenunternehmen erwarten Personalabbau: Entlastung versprochen – Belastungen steigen

Das Geschäftsklima der deutschen Maschenindustrie bleibt im dritten Quartal tief im Minus. Die aktuelle Lage hat sich nochmals deutlich verschlechtert. Die Erwartungen hellen sich etwas auf. Doch die Belastungen am Standort wachsen weiter. 

Der GESAMTMASCHE-Geschäftsklimaindex verbessert sich im dritten Quartal 2026 nur geringfügig von –28,22 auf –27,47 Punkte. Dahinter steht eine deutliche Schere: Die Bewertung der aktuellen Geschäftslage fällt von –28,47 auf –34,72 Punkte. Die Erwartungen für die kommenden Monate steigen dagegen von –27,98 auf –19,05 Punkte. 

„Die Unternehmen hoffen auf Besserung. Aber die wirtschaftliche Realität wird zunächst noch härter“, sagt GESAMTMASCHE-Präsidentin Martina Bandte. „Die Politik verspricht Entlastung, doch bei den Unternehmen kommt das Gegenteil an. So entsteht keine Trendwende.“ 

Das Geschäftsklima der deutschen Maschenindustrie bleibt im dritten Quartal tief im Minus. Die aktuelle Lage hat sich nochmals deutlich verschlechtert. Die Erwartungen hellen sich etwas auf. Doch die Belastungen am Standort wachsen weiter. 

Der GESAMTMASCHE-Geschäftsklimaindex verbessert sich im dritten Quartal 2026 nur geringfügig von –28,22 auf –27,47 Punkte. Dahinter steht eine deutliche Schere: Die Bewertung der aktuellen Geschäftslage fällt von –28,47 auf –34,72 Punkte. Die Erwartungen für die kommenden Monate steigen dagegen von –27,98 auf –19,05 Punkte. 

„Die Unternehmen hoffen auf Besserung. Aber die wirtschaftliche Realität wird zunächst noch härter“, sagt GESAMTMASCHE-Präsidentin Martina Bandte. „Die Politik verspricht Entlastung, doch bei den Unternehmen kommt das Gegenteil an. So entsteht keine Trendwende.“ 

Die schwache Nachfrage setzt den Unternehmen weiter zu. 52 Prozent bewerten ihre Inlandsumsätze als schlecht, beim Auslandsumsatz sind es knapp 55 Prozent. Rund 46 Prozent melden schlechte Auftragseingänge, 42 Prozent eine schlechte Ertragslage. Für die kommenden Monate rechnen 37,5 Prozent der Unternehmen mit sinkender Personalstärke. 

Bürokratieabbau? Die Rechnung geht nicht auf. 
Beim versprochenen Bürokratieabbau klaffen Anspruch und Wirklichkeit weit auseinander. Die EU-Kommission beziffert die möglichen jährlichen Einsparungen ihrer bisherigen Vereinfachungsvorschläge und weiterer Initiativen auf 15 Milliarden Euro. Dem stehen nach Berechnungen der dänischen EU-Ratspräsidentschaft aus jüngerer und laufender EU-Gesetzgebung 70,9 bis 85,9 Milliarden Euro neue jährliche Bürokratiekosten für Unternehmen gegenüber. Hinzu kommen bis zu 69,9 Milliarden Euro einmalige Kosten. 

„Deutschland setzt bei der Umsetzung von EU-Vorgaben oft noch eins drauf“, kritisiert Bandte. „Dieses Gold-Plating bringt deutsche Unternehmen auch im europäischen Binnenmarkt gegenüber ihren Wettbewerbern ins Hintertreffen.“

Quelle:

GESAMTMASCHE e. V