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(c) RenewPoly GmbH
20.10.2026

AVK-Innovationspreis 2026 – Gewinnende stehen fest

Die Gewinnenden des renommierten Innovationspreises für Faserverbundkunststoffe der AVK– In-dustrievereinigung Verstärkte Kunststoffe wurden in diesem Jahr am 20. Oktober 2026 im Rahmen des JEC Composites Talks DACH in Köln präsentiert.

Der Preis geht an Unternehmen, Institute und deren Partner jeweils in den drei Kategorien „Produkte und Anwendungen“, „Prozesse und Verfahren“ sowie „Forschung und Wissenschaft“ für herausra-gende Composites-Innovationen. Eine Fachjury aus Ingenieuren, Wissenschaftlern und Fachjourna-listen bewertet die Einreichungen in den drei Kategorien anhand von Kriterien wie Innovationshöhe, Realisierungsgrad und Nachhaltigkeit.

KATEGORIE INNOVATIVE PRODUKTE UND ANWENDUNGEN

PLATZ 1 | ANYBRID
PARTNER: AVANCO COMPOSITES, MITSUI CHEMICALS EUROPE, STRUCNAMICS, AFPT, HILTI KUNSTSTOFFTECHNIK, INSTITUT FÜR LEICHTBAU UND KUNSTSTOFFTECHNIK DER TU 
DRESDEN

Die Gewinnenden des renommierten Innovationspreises für Faserverbundkunststoffe der AVK– In-dustrievereinigung Verstärkte Kunststoffe wurden in diesem Jahr am 20. Oktober 2026 im Rahmen des JEC Composites Talks DACH in Köln präsentiert.

Der Preis geht an Unternehmen, Institute und deren Partner jeweils in den drei Kategorien „Produkte und Anwendungen“, „Prozesse und Verfahren“ sowie „Forschung und Wissenschaft“ für herausra-gende Composites-Innovationen. Eine Fachjury aus Ingenieuren, Wissenschaftlern und Fachjourna-listen bewertet die Einreichungen in den drei Kategorien anhand von Kriterien wie Innovationshöhe, Realisierungsgrad und Nachhaltigkeit.

KATEGORIE INNOVATIVE PRODUKTE UND ANWENDUNGEN

PLATZ 1 | ANYBRID
PARTNER: AVANCO COMPOSITES, MITSUI CHEMICALS EUROPE, STRUCNAMICS, AFPT, HILTI KUNSTSTOFFTECHNIK, INSTITUT FÜR LEICHTBAU UND KUNSTSTOFFTECHNIK DER TU 
DRESDEN

Composite Hybrid Power Tool
Erstmals wurde eine hochbelastete Diamant-Bohrkrone als thermoplastisches Faserverbundbauteil realisiert. Der gewickelte Hohlkörper aus carbonfaserverstärktem Polypropylen (PP-CF) wird dabei über eine spritzgegossene Verbindungskomponente mit dem metallischen Gewinde verbunden. Diese Anwendungsinnovation wird durch einen integrativen Fertigungsprozess ermöglicht, in dem das la-serbasierte Tapewickeln und das mobile Spritzgießen zusammengeführt werden. Die besonders an-spruchsvolle Auslegung der Verbindungszonen wurde dabei mit einer systematischen Analyse der Prozess-Struktur-Eigenschaftsbeziehungen entwickelt und anhand von umfangreichen experimentel-len Untersuchungen abgesichert.

Die erzielten Ergebnisse sprechen für sich: eine Massereduzierung von ca. 70 % gegenüber Stahl, eine mindestens verdoppelte Lebensdauer mit weiterem Potenzial sowie eine um ca. 37 % verbes-serte CO₂-Bilanz, unterstützt durch den gezielten Einsatz von Rezyklaten, die direkt aus Produkti-onsabfällen erzeugt worden sind.

Am Ende konnte nachgewiesen werden, dass die Praxistauglichkeit einer Bohrkrone aus thermoplas-tischen Composites gegeben ist, da sowohl die mechanischen Ersatztests als auch die Realversu-che im Feld erfolgreich bestanden wurden.

PLATZ 2 | RENEWPOLY GMBH
PARTNER: EXIST FORSCHUNGSTRANSFER, UNTERNEHMERTUM, TUM
FlexFuran™ – Hochleistungs-Polymersystem für flammhemmende Verbundwerkstoffe
FlexFuran™ ist ein innovatives, biobasiertes Polymersystem, das für hochleistungsfähige, flamm-hemmende Verbundwerkstoffe entwickelt wurde. Es bietet eine nachhaltige Alternative zu herkömmli-chen, auf fossilen Rohstoffen basierenden Phenolharzsystemen und erfüllt gleichzeitig die Verarbei-tungs- und Leistungsanforderungen anspruchsvoller Anwendungen. FlexFuran™ basiert auf nach-wachsendem Furfurylalkohol und vereint hohe Feuerbeständigkeit, geringe Rauchtoxizität und her-vorragende mechanische Eigenschaften mit einem deutlich reduzierten ökologischen Fußabdruck. Das Harz lässt sich mit etablierten Verbundwerkstoff-Fertigungstechnologien (als „Drop-in-Lösung“) verarbeiten, darunter Prepreg-, Infusions- und Formpressverfahren. Seine anpassbare Formulierung ermöglicht die Einstellung von Viskosität, Aushärtungsverhalten, Zähigkeit und thermischen Eigen-schaften, um anwendungsspezifische Anforderungen zu erfüllen. FlexFuran™ ist eine skalierbare, industriell umsetzbare Lösung für den Verkehrs- und Mobilitätssektor sowie andere Anwendungen, bei denen Brandschutz, Leichtbau und Nachhaltigkeit von entscheidender Bedeutung sind.

PLATZ 3 | RELINEEUROPE GMBH
Alphaliner MH - Nachhaltige, innovative Sanierungslösung von Abwasserschächten
Der Alphaliner MH ist ein UV-lichthärtender GFK-Schachtliner zur grabenlosen Sanierung maroder Abwasserschächte. Das Produkt wird als standardisierter Schlauchliner mit hoher Dehnfähigkeit in Endloslänge gefertigt und mit DN 630 auf die Baustelle geliefert. Vor Ort wird der Liner zugeschnit-ten, eingehängt und unter Innendruck auf die vorhandene Geometrie aufgedehnt, bevor die Aushär-tung mittels UV-Technologie erfolgt. Für den Prozess wurden ein LKW mit Schachtanhänger zur Linervorbereitung und eine Packer-Kern-Einheit entwickelt.

Der Liner basiert auf einem mehrjährigen F&E-Projekt der RelineEurope GmbH mit Patentanmeldun-gen zur Mess- und Steuertechnik beim Aufdehnen, zur Ausgestaltung des Schachtlinerbodens und zum Verschlusskonzept. Zwanzig Baustellentests bestätigten die Praxistauglichkeit, die Serienüber-führung ist für 2026 geplant. Die grabenlose Sanierung reduziert gegenüber offener Bauweise Aus-hub, Neubau und Transportleistungen und senkt Ressourcenverbrauch und CO₂-Emissionen.

KATEGORIE INNOVATIVE PROZESSE UND VERFAHREN
PLATZ 1 | COMPRISETEC GMBH
PARTNER: INSTITUT FÜR FLUGZEUG-PRODUKTIONSTECHNIK (IFPT), TECHNISCHE UNIVER-SITÄT HAMBURG (TUHH), INVENT GMBH

Robotic Dieless Composite Manufacturing
Mit dem „Robotic Dieless Composite Manufacturing“ haben CompriseTec, das Institut für Flugzeug-Produktionstechnik (IFPT) der Technischen Universität Hamburg (TUHH) und INVENT einen neuen Ansatz für die werkzeuglose Fertigung thermoplastischer Composite-Bauteile entwickelt. Zwei ko-operierende Roboter verformen erwärmte, endlosfaserverstärkte Organobleche von beiden Seiten inkrementell und ermöglichen so die flexible Herstellung komplexer Geometrien ohne geometriespe-zifische Formwerkzeuge. Eine durchgängige digitale Prozesskette überführt das CAD-Modell direkt in drapierungsgerechte Roboterbahnen. Ergänzend lassen sich faserverstärkte Funktionselemente mittels non-planarer, robotergestützter additiver Fertigung direkt auf die ausgeformte Oberfläche aufbringen. Der Ansatz reduziert Werkzeugaufwand und Vorlaufzeiten und eröffnet damit neue Mög-lichkeiten für eine flexible und wirtschaftliche Fertigung von Prototypen, Einzelteilen und Kleinserien.

PLATZ 2 | FIBCLICK GMBH
Pultrusion Planner - Digitale und automatisierte Auslegung von Pultrusionsprozessen mittels KI-basierter CAE-Software
Komplexe Profilgeometrien galten in der Pultrusion lange als unwirtschaftlich, weil die Prozessausle-gung lange dauerte und stark von erfahrenen Ingenieuren abhing. Die fibclick GmbH aus Augsburg bringt mit einem graphbasierten Modell Licht in die Blackbox des Produktionsverhaltens und wurde dafür mit dem AVK Innovationspreis 2026 ausgezeichnet. Mit dem Ansatz ausgelegte Profile laufen bereits in der EU und China, seit Oktober 2026 ist die Software Pul-Planner selbst auf dem Markt. Ein digitaler Zwilling bildet Faserverhalten und Materialeigenschaften ab, die KI generiert daraus De-signvorschläge für Werkzeuge und Anlagen und senkt so Konstruktionszeit und Ausfallraten: Die Produktionsdauer sank in einem Fall von 7 auf 3 Tage. So bleibt das Unternehmen auch bei Perso-nalwechsel oder Krankheit arbeitsfähig. „Wir sehen, wie sich datengetriebene Prozessauslegung etabliert, und freuen uns, Pultrudeuren einen einfachen Einstieg zu ermöglichen", sagt Isa Taflan, Mitgründer von fibclick.

PLATZ 3 | HORNUNG OSP
PARTNER: STEINBEIS INNOVATIONSZENTRUM SMART SOLUTIONS
Biimtec – neues patentiertes Funktionsprinzip für die industrielle Oberflächenbearbeitung
Biimtec wurde für die effiziente und reproduzierbare Vorbereitung von Oberflächen für Klebe-, La-ckier- und Beschichtungsprozesse entwickelt. Gerade bei modernen und empfindlichen Werkstoffen, großflächigen 2D-Bauteilen, komplexen 3D-Geometrien oder dünnen Folien besteht die Herausforde-rung darin, eine homogene und definierte Oberflächenstruktur zu erzeugen, ohne das Bauteil unnötig mechanisch zu belasten.

Die industrielle Strahltechnik blickt auf eine mehr als 150-jährige Entwicklungsgeschichte zurück. Biimtec führt erstmals ein neues Funktionsprinzip ein, bei dem Strahlmitteltransport und Partikelbe-schleunigung funktional voneinander getrennt und unabhängig regelbar werden. Das patentierte Ver-fahren hebt sich damit grundlegend von den bisher etablierten Strahltechnologien ab.

Durch die Entkopplung kann eine sehr hohe Partikelmenge bei gleichzeitig vergleichsweise niedrigem Strahldruck eingesetzt werden. Es entsteht ein dichtes und großflächig wirksames Strahlnetz, das eine schnelle, homogene und konturtreue Bearbeitung von 2D- und 3D-Oberflächen ermöglicht. Die höhere Flächenleistung reduziert notwendige Überfahrten und Bearbeitungszeiten und damit zugleich den Energiebedarf von Kompressor, Absaugung, Robotik und Anlagenperipherie.

Das Verfahren ist materialübergreifend einsetzbar – unter anderem für CFK, GFK, Kunststoffe, Hyb-ridwerkstoffe, Metalle sowie dünne und empfindliche Folien. Oberflächen können gezielt und reprodu-zierbar strukturiert, aufgeraut und in ihrer wirksamen Fläche vergrößert werden. Damit schafft Biim-tec neue Möglichkeiten insbesondere für die Klebe-, Lackier- und Beschichtungsvorbereitung und schließt eine technologische Lücke zwischen klassischen mechanischen Verfahren wie Schleifen und anderen Aktivierungsverfahren, die keine definierte mechanische Oberflächenrauheit erzeugen.

Ein zusätzlicher Vorteil zeigt sich bei geeigneten Werkstoffen in der Fehlererkennung während der Bearbeitung: Poren, Lunker, Delaminationen, Harzfehlstellen oder Faserfehler können sichtbar wer-den. Biimtec verbindet damit Oberflächenvorbereitung, hohe Flächenleistung, Energie- und Ressour-ceneffizienz sowie zusätzliche Qualitätssicherung in einem neuen Prozessprinzip.

KATEGORIE WISSENSCHAFT UND FORSCHUNG
PLATZ 1 | UNIVERSITÄT STUTTGART – INSTITUT FÜR WERKZEUGMASCHINEN,
UNIVERSITÄT STUTTGART – INSTITUT FÜR TEXTIL- UND FASERTECHNOLOGIEN

Strukturkomponenten aus vorgespanntem faserverstärktem Mineralguss
Mineralguss findet aufgrund seiner herausragenden schwingungsdämpfenden Eigenschaften bereits seit den 1970er Jahren Einsatz im Werkzeugmaschinenbau. 

Bedingt durch die vergleichsweise geringe Zugfestigkeit des Werkstoffs, ist sein Anwendungsgebiet jedoch weitestgehend auf stehende Maschinenkomponenten wie Maschinenbetten begrenzt. Um das Einsatzgebiet auszuweiten, wurde im Rahmen zweier DFG-Forschungsprojekte erstmals das aus dem Spannbeton bekannte Prinzip der Vorspannung auf Mineralguss übertragen. Durch die vorge-nommene Integration vorgespannter Carbonfaserrovings entsteht der Werkstoff „vorgespannter fa-serverstärkter Mineralguss“ (VFMG). Die Vorgehensweise steigert die Biegesteifigkeit gegenüber reinem Mineralguss um 33% und ermöglicht damit den Einsatz von VFMG in sich bewegenden Struk-turkomponenten von Werkzeugmaschinen. Drei Demonstratoren zeigen das Potential, das vor allem in einer hohen Dämpfung, einer Gewichtseinsparung um bis zu 65% und einem geringen CO2-Fußabdruck liegt.

PLATZ 2 | UNIVERSITÄT BAYREUTH/ LEHRSTUHL FÜR POLYMERE WERKSTOFFE
Einfluss des Faserspreizens und der Verarbeitungsmethode auf die mechanischen Eigenschaften von CFK-Laminaten für Wasserstoffdrucktanks
In der Masterarbeit von Dennis Droßel wurde der Einfluss des Faserspreizens und der Verarbei-tungsmethode auf die mechanischen Eigenschaften von carbonfaserverstärkten Kunststoff-Laminaten untersucht. Ziel der Arbeit war es, durch das Spreizen von Carbonfasern die Lagendicke zu reduzieren und damit die Bauteilperformance zu optimieren. Damit unterstützt die Arbeit die Ent-wicklung von nachhaltigeren, leistungsfähigeren und gleichzeitig kosteneffizienteren Wasserstoff-drucktanks für mobile Anwendungen wie Brennstoffzellenfahrzeuge. Besonders innovativ ist die di-rekte Übertragung von klassisch im Prepreg-Bereich eingesetzten Spreiztechnologien auf das Wi-ckelverfahren und die Identifikation von Prozessanpassungen zur Reduktion von Defekten. Die Kopp-lung von zerstörungsfreier Prüfung, mikrostruktureller Analyse und mechanischer Prüfung ermöglicht eine bisher fehlende, ganzheitliche Bewertung der Auswirkungen von Porosität, Faser-Harz-Verteilung und Faserschädigung auf interlaminare Scherfestigkeit und Zugfestigkeit solcher Lamina-te.

PLATZ 3 | FASERINSTITUT BREMEN E. V.
Sortenrein, bärenstark, 100 % rezyklierbar -- Untertitel: Neuartige    Verbundwerkstoffe auf Basis von Polylactid-Bikomponentenfasern
Für ihre wegweisende Arbeit zu eigenverstärkten, polymeren Werkstoffen wurden Forschende vom Faserinstitut Bremen e. V. mit dem AVK-Innovationspreis 2026 in der Kategorie „For-schung/Wissenschaft“ ausgezeichnet. Dabei nutzten sie Kern-Mantel-Bikomponentenfasern auf Ba-sis von Polylactid (PLA), um sortenreine Verbundwerkstoffe (Single-Polymer Composites) herzustel-len. Durch eine gezielte Konsolidierung steigen die mechanischen Eigenschaften drastisch: Die Zug-festigkeit verdoppelt sich nahezu im Vergleich zu reinem PLA, der Elastizitätsmodul konnte nahezu verdreifacht werden. 

Da das resultierende SRP-PLA vollständig aus einer einzigen Polymerfamilie besteht, bietet es neben exzellenter Performance eine hervorragende Rezyklierbarkeit - ein Meilenstein für die industrielle Kreislaufwirtschaft.

ÜBERSICHT ALLER PREISTRAGENDEN IN DEN DREI KATEGORIEN
KATEGORIE PRODUKTE UND ANWENDUNGEN
Platz 1 | ANYBRID
PARTNER: AVANCO COMPOSITES, MITSUI CHEMICALS EUROPE, STRUCNAMICS, AFPT, HILTI KUNSTSTOFFTECHNIK, INSTITUT FÜR LEICHTBAU UND KUNSTSTOFFTECHNIK DER TU 
DRESDEN
Composite Hybrid Power Tool

Platz 2 | RENEWPOLY GMBH
PARTNER: EXIST FORSCHUNGSTRANSFER, UNTERNEHMERTUM, TUM
FlexFuran™ – Hochleistungs-Polymersystem für flammhemmende Verbundwerkstoffe

Platz 3 | RELINEEUROPE GMBH
Alphaliner MH - Nachhaltige, innovative Sanierungslösung von Abwasserschächten


KATEGORIE PROZESSE UND VERFAHREN
Platz 1 | COMPRISETEC GMBH
PARTNER: INSTITUT FÜR FLUGZEUG-PRODUKTIONSTECHNIK (IFPT), TECHNISCHE UNIVER-SITÄT HAMBURG (TUHH), INVENT GMBH
Robotic Dieless Composite Manufacturing

Platz 2 | FIBCLICK GMBH
Pultrusion Planner - Digitale und automatisierte Auslegung von Pultrusionsprozessen mittels KI-basierter CAE-Software

Platz 3 | HORNUNG OSP
PARTNER: STEINBEIS INNOVATIONSZENTRUM SMART SOLUTIONS
Biimtec – neues patentiertes Funktionsprinzip für die industrielle Oberflächenbearbeitung

KATEGORIE FORSCHUNG UND WISSENSCHAFT
Platz 1 | UNIVERSITÄT STUTTGART – INSTITUT FÜR WERKZEUGMASCHINEN,
UNIVERSITÄT STUTTGART – INSTITUT FÜR TEXTIL- UND FASERTECHNOLOGIEN
Strukturkomponenten aus vorgespanntem faserverstärktem Mineralguss

Platz 2 | UNIVERSITÄT BAYREUTH/ LEHRSTUHL FÜR POLYMERE WERKSTOFFE
Einfluss des Faserspreizens und der Verarbeitungsmethode auf die mechanischen Eigenschaften von CFK-Laminaten für Wasserstoffdrucktanks

Platz 3 | FASERINSTITUT BREMEN E. V.
Sortenrein, bärenstark, 100 % rezyklierbar -- Untertitel: Neuartige    Verbundwerkstoffe auf Basis von Polylactid-Bikomponentenfasern

Quelle:

AVK - Industrievereinigung Verstärkte Kunststoffe e. V.

Foto  UPM-Kymmene Oyj
16.10.2026

Holzchemie aus Leuna erreicht Industriemaßstab

UPM hat am 15. Oktober seine Bioraffinerie in Leuna eingeweiht. Die Anlage verarbeitet lignocellulosehaltige Biomasse zu erneuerbaren chemischen Grundstoffen und ist auf eine Jahreskapazität von 220.000 Tonnen ausgelegt.
Das Investitionsvolumen beziffert der finnische Konzern auf 1,37 Milliarden Euro.

Als Rohstoff dienen vor allem Buchenholz aus Durchforstungen und Reststoffe aus Sägewerken. 
Sie stammen nach Unternehmensangaben aus einem Radius von etwa 200 Kilometern und sind nicht für höherwertige Verwendungen wie Bauholz oder Möbel vorgesehen. 
In einem enzymatischen Hydrolyseprozess wird die Biomasse in Industriezucker und Lignin zerlegt. Daraus entstehen Vorprodukte, die bisher überwiegend aus fossilen Quellen gewonnen werden.

UPM hat am 15. Oktober seine Bioraffinerie in Leuna eingeweiht. Die Anlage verarbeitet lignocellulosehaltige Biomasse zu erneuerbaren chemischen Grundstoffen und ist auf eine Jahreskapazität von 220.000 Tonnen ausgelegt.
Das Investitionsvolumen beziffert der finnische Konzern auf 1,37 Milliarden Euro.

Als Rohstoff dienen vor allem Buchenholz aus Durchforstungen und Reststoffe aus Sägewerken. 
Sie stammen nach Unternehmensangaben aus einem Radius von etwa 200 Kilometern und sind nicht für höherwertige Verwendungen wie Bauholz oder Möbel vorgesehen. 
In einem enzymatischen Hydrolyseprozess wird die Biomasse in Industriezucker und Lignin zerlegt. Daraus entstehen Vorprodukte, die bisher überwiegend aus fossilen Quellen gewonnen werden.

Für die textile Wertschöpfung ist insbesondere die Verfügbarkeit erneuerbarer Chemiebausteine von Bedeutung. 
UPM nennt Bekleidung ausdrücklich als einen der möglichen Absatzmärkte seiner Biochemikalien.
Zum Portfolio gehören unter anderem erneuerbare Glykole sowie ligninbasierte Spezialchemikalien. Eine konkrete textile Lieferkette oder der Anteil der Kapazität, der künftig in Fasern und Textilien fließen wird, wurde in der Mitteilung nicht beziffert.

Die Anlage befindet sich noch im Hochlauf. UPM berichtet, dass enzymatische Hydrolyse und die Herstellung ligninbasierter Spezialchemikalien mittlerweile stabil laufen. Damit verschiebt sich die Diskussion über biobasierte Materialalternativen vom Labormaßstab hin zu Fragen der industriellen Verfügbarkeit, Preisstellung und Einbindung in bestehende Produktionsprozesse.

Für Faser- und Bekleidungsunternehmen bleibt die Unterscheidung zwischen erneuerbarer Rohstoffherkunft und tatsächlich nachgewiesener Umweltwirkung wichtig. Aussagen zu CO₂-Einsparungen oder Produktvorteilen müssen sich auf die jeweils verwendeten Materialien und überprüfbare Bilanzierungsgrundlagen beziehen.

 

Quelle:

 UPM-Kymmene Oyj

Kunstrasen für Golf (c) Foto STC Extrusion GmbH
14.10.2026

Neuer Spezialist für Kunstrasen und technische Monofilamente

Mit der Gründung der STC Extrusion GmbH mit Sitz in Chemnitz entsteht ein technisches Kompetenz- und Know-How-Zentrum für die Herstellung von Kunstrasen und technischer Monofilamente innerhalb der Starlinger Gruppe.

Das neu gegründete Maschinenbauunternehmen ist Teil der in Österreich ansässigen Starlinger Gruppe und übernimmt ausgewählte Vermögenswerte der insolventen STC Spinnzwirn GmbH. Die STC Extrusion GmbH ist rechtlich eigenständig und tritt nicht als Rechtsnachfolgerin der STC Spinnzwirn GmbH auf. Zukünftig will man sich auf die Kernbereiche Monofilament-Produktion für Kunstrasen und technische Monofilamente aus verschiedensten Polymeren konzentrieren.

 „Mit der Gründung der STC Extrusion GmbH schlagen wir ein neues Kapitel in der Geschichte von STC auf – mit der Erfahrung, Leidenschaft und Einsatzbereitschaft für unsere Kunden, die STC seit jeher auszeichnen“ so Geschäftsführer Nico Dürrschmidt. „Wir sind überzeugt, dass wir mit dieser Lösung eine gute Grundlage geschaffen haben, die es uns ermöglicht, in Zukunft weiterhin Mehrwert für unsere Kunden und Partner weltweit zu schaffen.“ 

Mit der Gründung der STC Extrusion GmbH mit Sitz in Chemnitz entsteht ein technisches Kompetenz- und Know-How-Zentrum für die Herstellung von Kunstrasen und technischer Monofilamente innerhalb der Starlinger Gruppe.

Das neu gegründete Maschinenbauunternehmen ist Teil der in Österreich ansässigen Starlinger Gruppe und übernimmt ausgewählte Vermögenswerte der insolventen STC Spinnzwirn GmbH. Die STC Extrusion GmbH ist rechtlich eigenständig und tritt nicht als Rechtsnachfolgerin der STC Spinnzwirn GmbH auf. Zukünftig will man sich auf die Kernbereiche Monofilament-Produktion für Kunstrasen und technische Monofilamente aus verschiedensten Polymeren konzentrieren.

 „Mit der Gründung der STC Extrusion GmbH schlagen wir ein neues Kapitel in der Geschichte von STC auf – mit der Erfahrung, Leidenschaft und Einsatzbereitschaft für unsere Kunden, die STC seit jeher auszeichnen“ so Geschäftsführer Nico Dürrschmidt. „Wir sind überzeugt, dass wir mit dieser Lösung eine gute Grundlage geschaffen haben, die es uns ermöglicht, in Zukunft weiterhin Mehrwert für unsere Kunden und Partner weltweit zu schaffen.“ 

Neben Produktionstechnologie für Kunstrasenanwendungen und technische Monofilamente bietet die STC Extrusion GmbH ein Customer Experience Center, das für Kundentests, Evaluierung von Rohstoffen sowie Forschungszwecke und Produkt- und Technologieentwicklung zur Verfügung steht. Weiters werden Service und Ersatzteilversorgung für installierte Extrusionsanlagen von STC Spinnzwirn übernommen und fortgesetzt. So wird sichergestellt, dass bestehende Kunden weiterhin die erforderliche technische Unterstützung erhalten. 
Um das vorhandene Know-How im Bereich Spuler zu nutzen, werden außerdem Synergien mit dem ebenfalls zur Starlinger Gruppe gehörenden Spultechnik-Spezialisten Georg Sahm GmbH & Co. KG vertieft, um innovative Wickeltechnologie voranzutreiben und Automatisierungslösungen und Handling-Systeme für Spulen anzubieten. Die Kompetenz der Recycling-Sparte von Starlinger soll zudem in die Entwicklung und Umsetzung umweltfreundlicher Lösungen mit höheren Recycling-Anteilen einfließen. 

„Mit der strategischen Neuorientierung wollen wir die STC Extrusion GmbH zum Wissens- und Kompetenzzentrum für die Spezialbereiche Kunstrasen und technische Monofilamente innerhalb des Starlinger-Netzwerks machen und als Technologieführer und Marke etablieren“, erklärt Angelika Huemer, CEO und Managing Partner der Starlinger & Co Ges.m.b.H., welche die Anteile an der neu gegründeten Gesellschaft hält. „Synergien, die sich zwischen den Unternehmen der Starlinger Gruppe ergeben, sollen noch besser genutzt und die individuellen Kompetenzen der jeweiligen Firmen weiterentwickelt und ausgebaut werden.“

Quelle:

STC Extrusion GmbH

Erntestücke des breitblättrigen Rohrkolbens, geerntet in Neukalen Foto: Marie Jennißen, Hochschule Niederrhein Mönchengladbach
Erntestücke des breitblättrigen Rohrkolbens, geerntet in Neukalen
13.10.2026

Rohrkolben aus wiedervernässten Mooren soll zur Textilfaser werden

Rohrkolben aus Paludikultur soll künftig als Rohstoff für hochwertige Textilfasern nutzbar werden. Ein von der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe vorgestelltes Projekt der Hochschule Niederrhein untersucht, wie sich Fasern aus Typha latifolia so gewinnen und aufbereiten lassen, dass eine industrielle Verarbeitung möglich wird.

Im Mittelpunkt stehen skalierbare mechanische und chemisch-physikalische Aufschlussverfahren. Die gewonnenen Fasern werden auf Reißfestigkeit, Feinheit, Dehnbarkeit und Spinnfähigkeit untersucht. Anschließend sollen die bislang im Labormaßstab entwickelten Prozessschritte in Richtung industrieller Anwendung weiterentwickelt und dafür Prozessparameter sowie Qualitätsstandards definiert werden.

Der Ansatz verbindet Textiltechnik und Moorbodenschutz. Wiedervernässte Moore binden große Kohlenstoffmengen, bislang fehlen jedoch vielerorts wirtschaftlich tragfähige Absatzmärkte für die Biomasse aus Paludikultur. Eine textile Nutzung könnte landwirtschaftlichen Betrieben zusätzliche Erlösmöglichkeiten eröffnen und zugleich eine regionale Alternative zu fossilen Synthetikfasern schaffen.

Rohrkolben aus Paludikultur soll künftig als Rohstoff für hochwertige Textilfasern nutzbar werden. Ein von der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe vorgestelltes Projekt der Hochschule Niederrhein untersucht, wie sich Fasern aus Typha latifolia so gewinnen und aufbereiten lassen, dass eine industrielle Verarbeitung möglich wird.

Im Mittelpunkt stehen skalierbare mechanische und chemisch-physikalische Aufschlussverfahren. Die gewonnenen Fasern werden auf Reißfestigkeit, Feinheit, Dehnbarkeit und Spinnfähigkeit untersucht. Anschließend sollen die bislang im Labormaßstab entwickelten Prozessschritte in Richtung industrieller Anwendung weiterentwickelt und dafür Prozessparameter sowie Qualitätsstandards definiert werden.

Der Ansatz verbindet Textiltechnik und Moorbodenschutz. Wiedervernässte Moore binden große Kohlenstoffmengen, bislang fehlen jedoch vielerorts wirtschaftlich tragfähige Absatzmärkte für die Biomasse aus Paludikultur. Eine textile Nutzung könnte landwirtschaftlichen Betrieben zusätzliche Erlösmöglichkeiten eröffnen und zugleich eine regionale Alternative zu fossilen Synthetikfasern schaffen.

Das Projekt läuft von Januar 2026 bis Dezember 2027. Geleitet wird es an der Hochschule Niederrhein von Prof. Dr.-Ing. habil. Maike Rabe. Der Entwicklungsstand ist noch früh: Die industrielle Eignung und eine belastbare Skalierung müssen im Projekt erst nachgewiesen werden.

Quelle:

Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR) / Hochschule Niederrhein

12.10.2026

Lenzing und Kaihara erweitern TENCEL™-Lyocell-Spektrum für Denim

Die Lenzing Gruppe und der japanische Denimhersteller Kaihara Corporation bringen zur Kingpins Amsterdam eine neue „REMOD-Kollektion“ auf den Markt. Sie kombiniert TENCEL™ Lyocell Standard, TENCEL™ Lyocell – HV100 und TENCEL™ Lyocell dtex 2.2 in unterschiedlichen Denim-Konstruktionen. Gezeigt werden unter anderem schwere Jacken, Stretch-Jeans, weit geschnittene Modelle und baumwollfreie Freizeithemden.

Parallel baut Lenzing das Netzwerk für TENCEL™ Lyocell – HV100 weiter aus. Ein Jahr nach der Markteinführung umfasst es nahezu 50 Webereien in 13 Ländern; Indien ist erstmals vertreten. Die HV100-Faser wird mit variierenden Stapellängen erzeugt, um eine matte, baumwollähnliche Optik zu ermöglichen, und kann laut Lenzing ohne zusätzliche Investitionen in bestehende Produktionsabläufe integriert werden.

Für Denimmarken entsteht damit ein breiteres Beschaffungsnetz für unterschiedliche Lyocell-Charakteristika. Lenzing nennt für HV100 und dtex 2.2 zudem einen gegenüber konventionellem Lyocell um mindestens 50 Prozent geringeren CO₂-Fußabdruck und Wasserverbrauch; diese Angaben beruhen auf den vom Unternehmen ausgewiesenen Vergleichsgrundlagen.

Die Lenzing Gruppe und der japanische Denimhersteller Kaihara Corporation bringen zur Kingpins Amsterdam eine neue „REMOD-Kollektion“ auf den Markt. Sie kombiniert TENCEL™ Lyocell Standard, TENCEL™ Lyocell – HV100 und TENCEL™ Lyocell dtex 2.2 in unterschiedlichen Denim-Konstruktionen. Gezeigt werden unter anderem schwere Jacken, Stretch-Jeans, weit geschnittene Modelle und baumwollfreie Freizeithemden.

Parallel baut Lenzing das Netzwerk für TENCEL™ Lyocell – HV100 weiter aus. Ein Jahr nach der Markteinführung umfasst es nahezu 50 Webereien in 13 Ländern; Indien ist erstmals vertreten. Die HV100-Faser wird mit variierenden Stapellängen erzeugt, um eine matte, baumwollähnliche Optik zu ermöglichen, und kann laut Lenzing ohne zusätzliche Investitionen in bestehende Produktionsabläufe integriert werden.

Für Denimmarken entsteht damit ein breiteres Beschaffungsnetz für unterschiedliche Lyocell-Charakteristika. Lenzing nennt für HV100 und dtex 2.2 zudem einen gegenüber konventionellem Lyocell um mindestens 50 Prozent geringeren CO₂-Fußabdruck und Wasserverbrauch; diese Angaben beruhen auf den vom Unternehmen ausgewiesenen Vergleichsgrundlagen.

Quelle:

Lenzing Gruppe / Kaihara Corporation

09.10.2026

Lenzing will mit 300 Millionen Euro Kapitalerhöhung „Grow Nonwovens, Reset Textiles“ stützen

Die Lenzing AG hat eine vollständig garantierte Barkapitalerhöhung mit Bezugsrechten angekündigt, die einen Bruttoerlös von rund 300 Millionen Euro bringen soll. Der Mittelzufluss soll zusätzliche finanzielle Flexibilität schaffen, die Kapitalstruktur stärken und ausdrücklich die Umsetzung der Strategie „Grow Nonwovens, Reset Textiles“ unterstützen.

Geplant ist die Ausgabe von 34.756.362 neuen Aktien zu 8,65 Euro je Aktie. Das Bezugsverhältnis beträgt 10 zu 9. Die Bezugsfrist läuft nach der Mitteilung voraussichtlich vom 6. bis 20. Oktober 2026. Das Syndikat aus B&C-Gruppe und Suzano sowie die Oberbank haben sich zur Ausübung ihrer Bezugsrechte verpflichtet.

Für die Faserbranche ist vor allem die Mittelverwendung interessant: Lenzing koppelt die Kapitalmaßnahme direkt an eine Strategie, die Wachstum im Vliesstoffgeschäft und eine Neuausrichtung des Textilsegments vorsieht. 
Damit erhält die operative Transformation einen erheblichen zusätzlichen Finanzierungsspielraum.

Die Lenzing AG hat eine vollständig garantierte Barkapitalerhöhung mit Bezugsrechten angekündigt, die einen Bruttoerlös von rund 300 Millionen Euro bringen soll. Der Mittelzufluss soll zusätzliche finanzielle Flexibilität schaffen, die Kapitalstruktur stärken und ausdrücklich die Umsetzung der Strategie „Grow Nonwovens, Reset Textiles“ unterstützen.

Geplant ist die Ausgabe von 34.756.362 neuen Aktien zu 8,65 Euro je Aktie. Das Bezugsverhältnis beträgt 10 zu 9. Die Bezugsfrist läuft nach der Mitteilung voraussichtlich vom 6. bis 20. Oktober 2026. Das Syndikat aus B&C-Gruppe und Suzano sowie die Oberbank haben sich zur Ausübung ihrer Bezugsrechte verpflichtet.

Für die Faserbranche ist vor allem die Mittelverwendung interessant: Lenzing koppelt die Kapitalmaßnahme direkt an eine Strategie, die Wachstum im Vliesstoffgeschäft und eine Neuausrichtung des Textilsegments vorsieht. 
Damit erhält die operative Transformation einen erheblichen zusätzlichen Finanzierungsspielraum.

rPET-Granulate: Am Fraunhofer IAP wird Terephthalsäure aus PET zurückgewonnen, um daraus neue Polymere für Flaschen, Fasern und Folien herzustellen. Die gelblichen bis grauen Farbtöne sind auf das recycelte Ausgangsmaterial zurückzuführen. Durch gezielte Additivierung lässt sich die Farbe bis hin zu farblosem Material steuern. © Fraunhofer IAP / Romina Schönefeld
rPET-Granulate: Am Fraunhofer IAP wird Terephthalsäure aus PET zurückgewonnen, um daraus neue Polymere für Flaschen, Fasern und Folien herzustellen. Die gelblichen bis grauen Farbtöne sind auf das recycelte Ausgangsmaterial zurückzuführen. Durch gezielte Additivierung lässt sich die Farbe bis hin zu farblosem Material steuern.
09.10.2026

Fraunhofer IAP macht PET-Alttextilien zum Rohstoff für neue Biopolymere

Das Fraunhofer IAP zeigt zur Fakuma 2026 verschiedene Wege, Kunststoff- und Textilströme stärker zirkulär zu nutzen. 
Ein textilnaher Ansatz setzt bei PET-haltigen Alttextilien an: Sie dienen als Ausgangsmaterial für die Herstellung des Biopolymers Polyhydroxybutyrat (PHB). 
Damit wird ein schwer verwertbarer Abfallstrom in eine neue Rohstoffbasis überführt.

Parallel arbeitet das Institut an der Rückgewinnung von Terephthalsäure aus PET, aus der erneut Polymere für Flaschen, Fasern und Folien entstehen können. Neue Typen des Biokunststoffs Polybutylensuccinat (PBS) wurden gemeinsam mit Industriepartnern im Pilotmaßstab entwickelt. 
Sie lassen sich unter anderem extrudieren und verspinnen und kommen damit auch für textile Anwendungen infrage.

Ein weiteres Thema ist recyclinggerechte Materialgestaltung. 
Beim selbstverstärkten sc-PLA bestehen Matrix und Verstärkung aus demselben Polymer, wodurch spätere Trennschritte entfallen.
Ergänzend zeigt das IAP biobasierte Carbonfasern aus erneuerbaren Rohstoffen wie Cellulose oder Lignin für Leichtbau-, Energie- und weitere technische Anwendungen.

Das Fraunhofer IAP zeigt zur Fakuma 2026 verschiedene Wege, Kunststoff- und Textilströme stärker zirkulär zu nutzen. 
Ein textilnaher Ansatz setzt bei PET-haltigen Alttextilien an: Sie dienen als Ausgangsmaterial für die Herstellung des Biopolymers Polyhydroxybutyrat (PHB). 
Damit wird ein schwer verwertbarer Abfallstrom in eine neue Rohstoffbasis überführt.

Parallel arbeitet das Institut an der Rückgewinnung von Terephthalsäure aus PET, aus der erneut Polymere für Flaschen, Fasern und Folien entstehen können. Neue Typen des Biokunststoffs Polybutylensuccinat (PBS) wurden gemeinsam mit Industriepartnern im Pilotmaßstab entwickelt. 
Sie lassen sich unter anderem extrudieren und verspinnen und kommen damit auch für textile Anwendungen infrage.

Ein weiteres Thema ist recyclinggerechte Materialgestaltung. 
Beim selbstverstärkten sc-PLA bestehen Matrix und Verstärkung aus demselben Polymer, wodurch spätere Trennschritte entfallen.
Ergänzend zeigt das IAP biobasierte Carbonfasern aus erneuerbaren Rohstoffen wie Cellulose oder Lignin für Leichtbau-, Energie- und weitere technische Anwendungen.

Quelle:

Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP

Barmag DTY eFK EvoSmart heater insert exchange (c) Barmag GmbH & Co. KG
09.10.2026

Barmag bündelt Automatisierung, Energieeffizienz und Digitalisierung für die Chemiefaserproduktion

Barmag stellt für die India ITME 2026 ein breit angelegtes Technologiepaket für die Chemiefaserproduktion vor. 
Im Zentrum steht POY 2.0 mit dem WINGS-POY-2.0-Wickler, der den Aufspulvorgang automatisiert. 
Ergänzt wird das Konzept durch eine kompaktere Spinnpackung und einen neu ausgelegten Spinnbalken. 
Barmag nennt dabei unter anderem rund ein Drittel weniger Filtersand und Energieeinsparungen von bis zu zehn Prozent am Spinnbalken.

Digital flankiert wird die Produktion durch atmos.io. Die Plattform verknüpft Prozessdaten entlang der Garnherstellung und soll Qualitätsabweichungen früher sichtbar machen. 
Für die Texturierung nennt Barmag bei der eFK EvoSmart einen um bis zu 25 Prozent reduzierten spezifischen Energieverbrauch je Kilogramm Garn.

Auch Neumag ist Teil des Auftritts: EvoSteam adressiert Stapelfaserqualität und Energieeinsatz, FiberGuard BCF misst Garnspannung im Teppichgarnprozess in Echtzeit, und hycuTEC zielt mit elektrostatischer Aufladung von Meltblown-Materialien auf anspruchsvolle Filtrationsanwendungen. Die Neuheiten werden vom 4. bis 9. Dezember 2026 in Greater Noida gezeigt.

Barmag stellt für die India ITME 2026 ein breit angelegtes Technologiepaket für die Chemiefaserproduktion vor. 
Im Zentrum steht POY 2.0 mit dem WINGS-POY-2.0-Wickler, der den Aufspulvorgang automatisiert. 
Ergänzt wird das Konzept durch eine kompaktere Spinnpackung und einen neu ausgelegten Spinnbalken. 
Barmag nennt dabei unter anderem rund ein Drittel weniger Filtersand und Energieeinsparungen von bis zu zehn Prozent am Spinnbalken.

Digital flankiert wird die Produktion durch atmos.io. Die Plattform verknüpft Prozessdaten entlang der Garnherstellung und soll Qualitätsabweichungen früher sichtbar machen. 
Für die Texturierung nennt Barmag bei der eFK EvoSmart einen um bis zu 25 Prozent reduzierten spezifischen Energieverbrauch je Kilogramm Garn.

Auch Neumag ist Teil des Auftritts: EvoSteam adressiert Stapelfaserqualität und Energieeinsatz, FiberGuard BCF misst Garnspannung im Teppichgarnprozess in Echtzeit, und hycuTEC zielt mit elektrostatischer Aufladung von Meltblown-Materialien auf anspruchsvolle Filtrationsanwendungen. Die Neuheiten werden vom 4. bis 9. Dezember 2026 in Greater Noida gezeigt.

Quelle:

Barmag GmbH & Co. KG

Am Fraunhofer IKTS werden aus Polymilchsäure (PLA), einem im Körper abbaubaren Polymer, innovative Auflagen elektrogesponnen: Dank spezieller eingebrachter Wirkstoffe verbessern sie die Wundheilung nachhaltig und verhindern wirksam eine Infektion der Wunde. © Fraunhofer IKTS
Am Fraunhofer IKTS werden aus Polymilchsäure (PLA), einem im Körper abbaubaren Polymer, innovative Auflagen elektrogesponnen: Dank spezieller eingebrachter Wirkstoffe verbessern sie die Wundheilung nachhaltig und verhindern wirksam eine Infektion der Wunde.
07.10.2026

Elektrogesponnene Wundauflagen kombinieren Phagen, Proteine und MXene

Fraunhofer-Forschende entwickeln elektrogesponnene Wundauflagen, die mehrere therapeutische Funktionen in einer einzigen Membran zusammenführen. Ausgangsmaterial ist Polymilchsäure (PLA), aus der im Elektrospinning sehr feine Fasern und daraus taschentuchartige Membranen erzeugt werden.

Im M-ERA.NET-Projekt AntiMicroMXen sollen drei Wirkstoffgruppen kombiniert werden: antibakterielle Bakteriophagen, wundheilungsfördernde Proteine und antiseptische MXene. Die Phagen dienen als natürliche Alternative zu Antibiotika, die Proteine sollen die Neubildung von Hautzellen unterstützen, und die MXene wirken gegen Keime. Damit adressiert der Ansatz mehrere Phasen der Wundheilung gleichzeitig.

Technisch anspruchsvoll ist die unterschiedliche Empfindlichkeit der Komponenten. Proteine und Bakteriophagen müssen möglichst geschützt in den Fasern liegen, während MXene für ihre antiseptische Wirkung eher an der Oberfläche verfügbar sein sollen. Elektrospinning bietet hierfür einen Vorteil, weil das Verfahren ohne hohe Prozesstemperaturen auskommt und sich damit auch für sensible Biomaterialien eignet.

Fraunhofer-Forschende entwickeln elektrogesponnene Wundauflagen, die mehrere therapeutische Funktionen in einer einzigen Membran zusammenführen. Ausgangsmaterial ist Polymilchsäure (PLA), aus der im Elektrospinning sehr feine Fasern und daraus taschentuchartige Membranen erzeugt werden.

Im M-ERA.NET-Projekt AntiMicroMXen sollen drei Wirkstoffgruppen kombiniert werden: antibakterielle Bakteriophagen, wundheilungsfördernde Proteine und antiseptische MXene. Die Phagen dienen als natürliche Alternative zu Antibiotika, die Proteine sollen die Neubildung von Hautzellen unterstützen, und die MXene wirken gegen Keime. Damit adressiert der Ansatz mehrere Phasen der Wundheilung gleichzeitig.

Technisch anspruchsvoll ist die unterschiedliche Empfindlichkeit der Komponenten. Proteine und Bakteriophagen müssen möglichst geschützt in den Fasern liegen, während MXene für ihre antiseptische Wirkung eher an der Oberfläche verfügbar sein sollen. Elektrospinning bietet hierfür einen Vorteil, weil das Verfahren ohne hohe Prozesstemperaturen auskommt und sich damit auch für sensible Biomaterialien eignet.

Die Werkstoffentwicklung und Wirkstoffintegration sollen bis Mai 2027 abgeschlossen sein. Das Fraunhofer IKTS sucht bereits klinische Partner für spätere Zulassungstests. Neben der Medizin nennt das Institut auch antimikrobielle Verpackungen als mögliche weitere Anwendung.

Mikroskopisch kleine „Bewehrungsstäbe“ verleihen einem neuartigen Kohlefasermaterial, das funktionalisierte einwandige Kohlenstoffnanoröhren enthält, zusätzliche Festigkeit. Ingenieure der Washington University haben das Herstellungsverfahren entwickelt, um das Abfallprodukt Lignin zu verwerten und die Kohlefaser für den Einsatz in der Automobil- und Energiebranche weiter zu verstärken. Foto: Yuan-Labor
Mikroskopisch kleine „Bewehrungsstäbe“ verleihen einem neuartigen Kohlefasermaterial, das funktionalisierte einwandige Kohlenstoffnanoröhren enthält, zusätzliche Festigkeit. Ingenieure der Washington University haben das Herstellungsverfahren entwickelt, um das Abfallprodukt Lignin zu verwerten und die Kohlefaser für den Einsatz in der Automobil- und Energiebranche weiter zu verstärken.
22.09.2026

Lignin senkt PAN-Anteil in Carbonfasern

Forschende der Washington University in St. Louis haben einen Ansatz entwickelt, bei dem Lignin einen erheblichen Teil des üblicherweise eingesetzten Polyacrylnitrils (PAN) in Carbonfasern ersetzt. Lignin fällt in großen Mengen als Nebenprodukt der Zellstoff- und Bioraffinerieindustrie an. Nach Angaben der Universität lässt sich der PAN-Anteil damit halbieren; zugleich werden geringere Produktionskosten und Emissionen erwartet.

Die eigentliche technische Hürde liegt in der mechanischen Leistungsfähigkeit. Das Team funktionalisiert einwandige Kohlenstoffnanoröhren und bringt sie in die Lignin-PAN-Matrix ein. Die Nanoröhren wirken als nanoskalige Verstärkung und unterstützen eine stärkere kristalline Orientierung während Spinnen und Wärmebehandlung.

Die Vorläuferlösung wird nassgesponnen, anschließend unter Zug wärmebehandelt und carbonisiert. Die Forschenden berichten, dass die so erzeugte erneuerbare Carbonfaser Qualitätsanforderungen für Automobilanwendungen erreichen kann. Als weitere Einsatzfelder werden Luftfahrt, Energieinfrastruktur, Sportgeräte und Windkraft genannt.

Forschende der Washington University in St. Louis haben einen Ansatz entwickelt, bei dem Lignin einen erheblichen Teil des üblicherweise eingesetzten Polyacrylnitrils (PAN) in Carbonfasern ersetzt. Lignin fällt in großen Mengen als Nebenprodukt der Zellstoff- und Bioraffinerieindustrie an. Nach Angaben der Universität lässt sich der PAN-Anteil damit halbieren; zugleich werden geringere Produktionskosten und Emissionen erwartet.

Die eigentliche technische Hürde liegt in der mechanischen Leistungsfähigkeit. Das Team funktionalisiert einwandige Kohlenstoffnanoröhren und bringt sie in die Lignin-PAN-Matrix ein. Die Nanoröhren wirken als nanoskalige Verstärkung und unterstützen eine stärkere kristalline Orientierung während Spinnen und Wärmebehandlung.

Die Vorläuferlösung wird nassgesponnen, anschließend unter Zug wärmebehandelt und carbonisiert. Die Forschenden berichten, dass die so erzeugte erneuerbare Carbonfaser Qualitätsanforderungen für Automobilanwendungen erreichen kann. Als weitere Einsatzfelder werden Luftfahrt, Energieinfrastruktur, Sportgeräte und Windkraft genannt.

Quelle:

Washington University in St. Louis