EU-Freihandelsabkommen als Wachstumsimpulse für global orientierte Textilindustrie
Die wirtschaftliche Lage in der baden-württembergischen Textilindustrie bleibt herausfordernd – EU-Freihandelsabkommen könnten wichtige Wachstumsimpulse bewirken und sollten nicht ausgebremst werden.
Die baden-württembergische Textilindustrie verzeichnet ein gemischtes Bild: der Umsatz stieg im November zwar um 1,6 %, allerdings lag der Rückgang in der Mehrmonatsbetrachtung bei 3,2% im Vergleich zum Vorjahr. Der Wettbewerb mit internationalen Produktionsstandorten und der daraus resultierende hohe Kostendruck spiegelt sich ebenfalls in einem Rückgang der Beschäftigtenzahl um 6,1 % wider.
EU muss wirtschaftliche und sicherheitspolitische Weichen neu stellen
Als Verband der baden-württembergischen Textil- und Bekleidungsindustrie sieht Südwesttextil daher großen politische Handlungsbedarf. Mit Blick auf die vorerst zurückgezogene Zolldrohung von US-Präsident Donald Trump ist seitens der EU vor allem eine stringente außenpolitische Zusammenarbeit in Sicherheits- und Wirtschaftsbelangen erforderlich. Hauptgeschäftsführerin Edina Brenner: „Die geopolitischen Warnsignale stehen alle auf Rot und wir müssen den Fokus nachdrücklich auf das Wesentliche setzen: Wachstum und Sicherheit für die EU. Das bedeutet nicht nur, dass wir uns klar und deutlich gegen Angriffe stellen, sondern auch, dass wir strategische Partnerschaften knüpfen.“
Freihandelsabkommen mit Indien eröffnet neue Märkte für die Textilbranche
Vor diesem Hintergrund begrüßt Südwesttextil ausdrücklich, dass sich die EU und Indien nach fast 20-jähriger Verhandlung auf ein Freihandelsabkommen geeinigt haben. Das Land ist eines der größten Faserproduzenten weltweit und schon jetzt wichtiger Bestandteil der textilen Wertschöpfungskette. Durch den Abbau von Handelsbarrieren und Zöllen entstehen neue Einkaufs- und Absatzmärkte für die Branche sowie für Industrien, denen sie zuliefert. Eine schnelle Ratifizierung des Abkommens sollte aus Perspektive des Verbands daher priorisiert werden.
Mercosur-Abkommen darf nicht ausgebremst werden
Gleichzeitig kritisiert Südwesttextil das Signal, das europäische Abgeordnete mit der Anrufung des Europäischen Gerichtshofs zur Überprüfung des Mercosur-Abkommens letzte Woche senden. Hauptgeschäftsführerin Edina Brenner: „Die EU muss sich endlich ihrer Wirtschaftsmacht bewusst werden und sich in der Neujustierung der internationalen, handelspolitischen Weichen klar für freien Handel positionieren. Gerade auch in Kenntnis der schweren Wirtschaftskrise in Deutschland ist es nicht nachvollziehbar, dass u.a. Abgeordnete aus Deutschland nach mehr als 25 Jahren Verhandlungen jetzt durch die Anrufung des EUGHs eine weitere zeitliche Verzögerung in Kauf nehmen.“
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