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Foto (c) Neo.Fashion.
08.06.2026

Neo.Fashion. Berlin: Modenachwuchs macht sich auf zu neuen Ufern

Über 620 Talente, neun Ausgaben, ein Meilenstein: Die Neo.Fashion. feiert im Juli ihre 10. Edition und setzt mit neuer Struktur ein Zeichen für nachhaltige Nachwuchsförderung in der deutschen Modebranche. Die Plattform für Mode-Nachwuchs begeht ihr zehnjähriges Bestehen mit einer Neuausrichtung und einem Standortwechsel: Die Neo.Fashion. findet im Rahmen der Berlin Fashion Week vom 2. bis 4. Juli 2026 in einer ehemaligen Industriehalle am „Neuen Ufer 13“ in Berlin-Moabit statt. Seit der Gründung 2017 haben mehr als 620 Absolvent:innen ihre Kollektionen präsentiert; in diesem Jahr werden bis zu 80 Teilnehmende in über zehn Shows erwartet. Auf dem Programm stehen die Best Graduates Shows und Aspiring Designer Shows; zudem werden der Neo.Fashion. Award und der Digital Fashion Award verliehen. Zugesagt haben bislang zehn Hochschulen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und der Ukraine. Inhaltlich steht insbesondere das Thema Nachhaltigkeit im Fokus der Arbeiten. Mit der Gründung des gemeinnützigen Neo.Fashion. e.V. im Jahr 2025 wurden zudem die organisatorischen Strukturen professionalisiert und die Grundlage für eine langfristige Nachwuchsförderung gestärkt. 

Über 620 Talente, neun Ausgaben, ein Meilenstein: Die Neo.Fashion. feiert im Juli ihre 10. Edition und setzt mit neuer Struktur ein Zeichen für nachhaltige Nachwuchsförderung in der deutschen Modebranche. Die Plattform für Mode-Nachwuchs begeht ihr zehnjähriges Bestehen mit einer Neuausrichtung und einem Standortwechsel: Die Neo.Fashion. findet im Rahmen der Berlin Fashion Week vom 2. bis 4. Juli 2026 in einer ehemaligen Industriehalle am „Neuen Ufer 13“ in Berlin-Moabit statt. Seit der Gründung 2017 haben mehr als 620 Absolvent:innen ihre Kollektionen präsentiert; in diesem Jahr werden bis zu 80 Teilnehmende in über zehn Shows erwartet. Auf dem Programm stehen die Best Graduates Shows und Aspiring Designer Shows; zudem werden der Neo.Fashion. Award und der Digital Fashion Award verliehen. Zugesagt haben bislang zehn Hochschulen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und der Ukraine. Inhaltlich steht insbesondere das Thema Nachhaltigkeit im Fokus der Arbeiten. Mit der Gründung des gemeinnützigen Neo.Fashion. e.V. im Jahr 2025 wurden zudem die organisatorischen Strukturen professionalisiert und die Grundlage für eine langfristige Nachwuchsförderung gestärkt. 

Was 2017 mit einer Vision begann, ist heute eine feste Größe für junge Fashion Designerinnen und -Designer in Deutschland: Die Neo.Fashion. feiert in diesem Jahr ihre 10. Edition. 2019 wurde die Neo.Fashion. erstmals Teil der offiziellen Berlin Fashion Week und hat sich seitdem im Kalender der internationalen Modewoche etabliert. Mit den Best Graduates Shows, den Aspiring Designer Shows, dem Neo.Fashion. Award sowie dem im vergangenen Jahr erstmals verliehenen Digital Fashion Award ist ein besonderes Ökosystem entstanden, das weit über eine reine Präsentationsplattform hinausgeht. 

Mit der Gründung des gemeinnützigen Neo.Fashion. e.V. im Jahr 2025 markiert die Initiative einen wichtigen Schritt in Richtung langfristiger und strukturierter Nachwuchsförderung. Ein breit aufgestelltes Organisationsteam bearbeitet in der neuen Aufstellung die unterschiedlichen Bereiche der Neo.Fashion. von der Hochschulkoordination über Kommunikation und Marketing bis hin zur technischen Umsetzung und den Kontakten zur Modeindustrie, zur Textilforschung und zu StartUps. Workshops, Wettbewerbe, Mentoring-Programme und internationale Kooperationen gehören künftig zum erweiterten Angebot der Neo.Fashion.  

Außerdem vollzieht die Neo.Fashion. eine räumliche Neuorientierung: Vom 2. bis 4. Juli 2026 – wie immer zur Berlin Fashion Week – zieht die Veranstaltung diesmal ins „Neues Ufer 13“ in Berlin-Moabit: eine ehemalige Industriehalle, die mit ihrer rohen, urbanen Ästhetik einen authentischen Rahmen für junge, unverbrauchte Modesprache bietet. „Wir verstehen das ‚Neues Ufer‘ als eine Metapher: Für uns als Format, das sich seit zehn Jahren immer wieder neu erfindet. Und für die Talente, die hier ihre Kollektionen zeigen und deren Ziel ein neues Ufer ist“, so Jens Zander, Geschäftsführer der Agentur S49 für Markeninszenierung, Gründer der Neo.Fashion und Leiter des neuen Neo.Fashion. e.V. In diesem Team konzentriert sich Zander auf die Produktion und strategische Weiterentwicklung der Plattform. 

Vorgesehen sind wieder über zehn professionelle Modenschauen, in denen ausgewählte Absolvent:innen aus nahezu allen deutschen Modehochschulen ihre Kollektionen präsentieren. Pro Schau zeigen jeweils sechs bis acht Nachwuchsdesigner:innen ihre Arbeiten. Insgesamt treten im Juli bis zu 80 Teilnehmende vor ein breites öffentliches Publikum – weit über die Fachwelt hinaus. In diesem Ansatz unterscheidet sich die Neo.Fashion. von anderen Formaten. 

Ihre Teilnahme bereits fest zugesagt haben zehn Hochschulen: die Hochschule Pforzheim (Pforzheim), die Hochschule Niederrhein (Krefeld, Mönchengladbach), die AMD Akademie Mode & Design (Berlin, Hamburg, Düsseldorf, Wiesbaden, München), die Hochschule Reutlingen (Reutlingen), die Hochschule Hannover (Hannover), die Hochschule Bielefeld (Bielefeld), die Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin – HTW Berlin (Berlin), die Hochschule Macromedia (Berlin), die Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle (Halle/Saale) sowie die HAW - Hochschule für Angewandte Wissenschaften (Hamburg). International dabei sind die Universität für künstlerische und industrielle Gestaltung Linz (Linz, Österreich), die Hochschule für Gestaltung und Kunst Basel – HGK FHNW (Basel, Schweiz), Fashion Art Toronto (Toronto, Kanada) sowie die Kyiv National University of Technologies and Design – KNUTD (Kyjiw, Ukraine). 

Ein Thema zieht sich durch nahezu alle auf der Neo.Fashion. präsentierten Kollektionen: Nachhaltigkeit. Was vor zehn Jahren noch Nischenthema war, ist heute essenzieller Bestandteil und Motor der kreativen Arbeit junger Designer:innen. Von der Materialwahl über Produktionsprozesse bis hin zu zirkulären Designansätzen – die Neo.Fashion.-Absolventinnen und -Absolventen denken Mode von Grund auf neu und setzen Standards für eine verantwortungsvolle Zukunft der Branche. Die Neo.Fashion. fördert diesen Wandel aktiv und schafft Raum für innovative, nachhaltige Ansätze. 

Nachwuchsförderung als Investition in die Zukunft 
Die gesamte deutsche Modewirtschaft – einschließlich Handel, Start-ups und FashionTech – erwirtschaftet nach Berechnungen von Oxford Economics im Auftrag des Fashion Council Germany (FCG) und des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) einen BIP-Beitrag von rund 70 Milliarden Euro und sichert rund eine Million Arbeitsplätze. Die deutsche Textil- und Bekleidungsindustrie erwirtschaftet davon jährlich rund 32 Milliarden Euro Umsatz und beschäftigt über 120.000 Menschen in rund 1.400 Unternehmen. Der gesamte deutsche Bekleidungsmarkt verzeichnete 2025 einen Umsatz von rund 67,7 Milliarden Euro. 

Um diese Position zu halten und auszubauen, braucht es kontinuierliche Nachwuchsförderung. Plattformen wie die Neo.Fashion. spielen dabei eine zentrale Rolle: Sie bilden die Schnittstelle zwischen Ausbildung und Berufseinstieg und ermöglichen es jungen Designer:innen, sich mit der Industrie zu vernetzen und erste Sichtbarkeit zu erlangen. 

Erfolgsgeschichten und internationale Partnerschaften 
Die Bedeutung der Neo.Fashion. als Sprungbrett für junge Designer:innen zeigt sich in zahlreichen Erfolgsgeschichten: Viele Absolventinnen und Absolventen, die ihre erste Kollektion auf der Neo.Fashion. präsentierten, sind dort heute mit eigenen Labels vertreten und haben sich als feste Größen im Kalender der Berlin Fashion Week etabliert. 

Besonders hervorzuheben ist die seit 2022 bestehende Partnerschaft mit der Ukrainian Fashion Week, die ukrainischen Designtalenten trotz der schwierigen Situation in ihrer Heimat eine internationale Bühne bietet. Strategische Partner wie der Fashion Council Germany (FCG) und der Gesamtverband textil+mode unterstützen die Neo.Fashion. dabei, die Reichweite zu vergrößern und jungen Talenten Türen in die Industrie zu öffnen. 

Neo.Fashion. – das Ökosystem 
Best Graduates Show: Die Hauptshow der Neo.Fashion. während der Berlin Fashion Week, bei der die besten Abschlusskollektionen von Modedesign-Studierenden aus ganz Deutschland in professionellen Laufsteg-Shows präsentiert werden. 

Neo.Fashion. Award: Auszeichnung für herausragende Nachwuchstalente, die sich durch besondere Kreativität, Innovation oder nachhaltige Ansätze in ihren Kollektionen auszeichnen und damit Impulse für die Zukunft der Modebranche setzen. 

Aspiring Designer Shows: Plattform für junge Designerinnen und Designer, die bereits erste Schritte in die Selbstständigkeit gemacht haben und ihre eigenen Labels aufbauen – sie erhalten die Möglichkeit, ihre aktuellen Kollektionen einem breiten Fachpublikum vorzustellen. 

Digital Fashion Award: Die Einführung im Jahr 2025 setzt Zeichen für eine Mode, die den digitalen Raum nicht mehr nur als Werkzeug, sondern als eigenständigen Gestaltungsort begreift. Für die Neo.Fashion. markiert er einen zentralen Schritt in der Weiterentwicklung des Formats und eröffnet ein neues Kapitel in der Förderung digitaler Nachwuchstalente. 

08.06.2026

Entgelttransparenz: Südwesttextil fordert substanzielle Nachbesserung

Südwesttextil sieht bei der EU-Entgelttransparenzrichtlinie erheblichen Korrekturbedarf – insbesondere zum Erhalt der Tarifautonomie und zur Vermeidung zusätzlicher Bürokratie.  

Die Frist für die Umsetzung der EU-Entgelttransparenzrichtlinie in nationales Recht ist am gestrigen 07.06.2026 abgelaufen. In der Bundespolitik wird die Kritik an der Richtlinie lauter – die zuständige Bundesfamilienministerin Karin Prien hat nun den erheblich höheren Bürokratieaufwand benannt und angekündigt, sich um Nachverhandlungen auf EU-Ebene bemühen zu wollen.

Die Textil- und Bekleidungsindustrie bekennt sich klar zum Ziel der Entgeltgleichheit – als Wirtschafts- und Arbeitgeberverband warnt Südwesttextil aber vor den erheblichen bürokratischen, organisatorischen und rechtlichen Konsequenzen, die mit der Umsetzung der EU-Entgelttransparenzrichtlinie einhergehen. In einem Positionspapier fordert der Verband insbesondere, dass bewährte Prinzipien – insbesondere die Tarifautonomie und die Angemessenheitsvermutung – erhalten bleiben und dass die Regulierung bürokratiearm und praxistauglich umgesetzt wird.

Südwesttextil sieht bei der EU-Entgelttransparenzrichtlinie erheblichen Korrekturbedarf – insbesondere zum Erhalt der Tarifautonomie und zur Vermeidung zusätzlicher Bürokratie.  

Die Frist für die Umsetzung der EU-Entgelttransparenzrichtlinie in nationales Recht ist am gestrigen 07.06.2026 abgelaufen. In der Bundespolitik wird die Kritik an der Richtlinie lauter – die zuständige Bundesfamilienministerin Karin Prien hat nun den erheblich höheren Bürokratieaufwand benannt und angekündigt, sich um Nachverhandlungen auf EU-Ebene bemühen zu wollen.

Die Textil- und Bekleidungsindustrie bekennt sich klar zum Ziel der Entgeltgleichheit – als Wirtschafts- und Arbeitgeberverband warnt Südwesttextil aber vor den erheblichen bürokratischen, organisatorischen und rechtlichen Konsequenzen, die mit der Umsetzung der EU-Entgelttransparenzrichtlinie einhergehen. In einem Positionspapier fordert der Verband insbesondere, dass bewährte Prinzipien – insbesondere die Tarifautonomie und die Angemessenheitsvermutung – erhalten bleiben und dass die Regulierung bürokratiearm und praxistauglich umgesetzt wird.

Hauptgeschäftsführerin Edina Brenner: „Die Richtlinie schießt in ihrer aktuellen Form weit über das Ziel hinaus – sie weitet Auskunftsansprüche und Berichtspflichten nicht nur unverhältnismäßig aus, sondern bedroht auch Tarifautonomie und Wettbewerbsfähigkeit. Wir begrüßen vor diesem Hintergrund die Bestrebungen der Bundesregierung sich für Nachbesserungen einzusetzen, auch wenn diese reichlich spät kommen. Jetzt ist schnelles, konsolidiertes Handeln auf EU-Ebene erforderlich, gerade um in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten den politischen Willen zu einem wirksamen Bürokratieabbau mit konkreten Maßnahmen zu hinterlegen.“

Aktuell gelten mit dem Entgelttransparenzgesetz bereits umfangreiche Regelungen, darunter individuelle Auskunftsansprüche und Berichtspflichten. Die EU-Entgelttransparenzrichtlinie weitet diese Vorgaben jedoch erheblich aus, verschärft Sanktionen und Klagemöglichkeiten und führt zu zusätzlichem Organisations- und Dokumentationsaufwand sowie einer Verschlechterung der prozessualen Ausgangslage für Unternehmen. Besonders kritisch bewertet Südwesttextil die Auswirkungen auf die Tarifautonomie: Tarifverträge gewährleisten bereits heute ein hohes Maß an Transparenz, Nachvollziehbarkeit und Gleichbehandlung bei der Entgeltfindung. Durch den Wegfall bestehender Privilegierungen für tarifgebundene und tarifanwendende Unternehmen sowie die vorgesehene Überprüfung tariflicher Bewertungssysteme greift die Richtlinie in den verfassungsrechtlich geschützten Gestaltungsspielraum der Tarifparteien ein. Darüber hinaus erhöhen neue Kriterien zur Bewertung gleichwertiger Arbeit und die Ausweitung von Vergleichsgruppen auf konzern- und unternehmensübergreifende sowie hypothetische Vergleichsfälle die Komplexität und schaffen zusätzliche Rechtsunsicherheit. Auch die verpflichtende Gehaltstransparenz im Bewerbungsverfahren schränkt die Flexibilität von Arbeitgebern ein und kann den Wettbewerb um Fachkräfte weiter verschärfen. Südwesttextil fordert daher eine nationale Umsetzung, die Tarifautonomie und bewährte tarifliche Bewertungssysteme behält sowie praxistaugliche und rechtssichere Rahmenbedingungen für die Unternehmen sicherstellt.

Quelle:

Verband der Südwestdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie Südwesttextil e.V. 

03.06.2026

bvse: Aktionsprogramm zur Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie bleibt hinter den Erwartungen zurück

„Das Aktionsprogramm zur Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie bleibt hinter unseren Erwartungen zurück“, kommentiert Eric Rehbock, Hauptgeschäftsführer des bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung, die Verabschiedung des Programms durch die Bundesregierung.

Aus Sicht des bvse war die Erwartung klar: Nach zahlreichen Strategien, Ankündigungen und Zielsetzungen sollten nun konkrete Maßnahmen folgen, die den Übergang zur Kreislaufwirtschaft tatsächlich beschleunigen.

Stattdessen enthalte das Aktionsprogramm in weiten Teilen bekannte Absichtserklärungen und bereits formulierte Forderungen.

„Man ist angetreten, um die Umsetzung der Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie mit konkreten Maßnahmen zu hinterlegen. Herausgekommen sind vielfach neue Formulierungen für alte Forderungen. Das wirkt streckenweise wie alter Wein in neuen Schläuchen“, so Rehbock.

„Das Aktionsprogramm zur Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie bleibt hinter unseren Erwartungen zurück“, kommentiert Eric Rehbock, Hauptgeschäftsführer des bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung, die Verabschiedung des Programms durch die Bundesregierung.

Aus Sicht des bvse war die Erwartung klar: Nach zahlreichen Strategien, Ankündigungen und Zielsetzungen sollten nun konkrete Maßnahmen folgen, die den Übergang zur Kreislaufwirtschaft tatsächlich beschleunigen.

Stattdessen enthalte das Aktionsprogramm in weiten Teilen bekannte Absichtserklärungen und bereits formulierte Forderungen.

„Man ist angetreten, um die Umsetzung der Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie mit konkreten Maßnahmen zu hinterlegen. Herausgekommen sind vielfach neue Formulierungen für alte Forderungen. Das wirkt streckenweise wie alter Wein in neuen Schläuchen“, so Rehbock.

Besonders kritisch bewertet der bvse die Ausgestaltung der nachhaltigen öffentlichen Beschaffung. Obwohl Bund, Länder und Kommunen als wichtige Nachfrager eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung von Märkten für Recyclingrohstoffe und zirkuläre Produkte spielen könnten, bleibt das Aktionsprogramm nach Einschätzung des Verbandes weitgehend unverbindlich.

Statt klarer Vorgaben und rechtlich durchsetzbarer Anforderungen sei vor allem von Empfehlungen, Leitfäden und einer „Hinwirkung“ auf die öffentliche Hand die Rede.

„Gerade im Bereich der nachhaltigen Beschaffung hätten wir uns deutlich mehr gewünscht. Öffentliche Auftraggeber müssen stärker verpflichtet werden, Produkte aus der Kreislaufwirtschaft einzusetzen. Entscheidend ist, dass solche Vorgaben auch überprüfbar und im Zweifel rechtlich durchsetzbar sind. Freiwilligkeit allein hat bislang nicht zum gewünschten Erfolg geführt“, betont Rehbock.

Zwar begrüßt der bvse ausdrücklich das Ziel der Bundesregierung, das jährliche Auftragsvolumen für zirkuläre Produkte bei Unternehmen mit mehrheitlicher Bundesbeteiligung kontinuierlich zu steigern und regulatorische Hemmnisse abzubauen. Allerdings fehlten konkrete Zielgrößen, Zeitpläne und messbare Zwischenziele.

„Was fehlt, ist ein belastbarer Mechanismus zur Erfolgskontrolle. Wer mehr Kreislaufwirtschaft will, muss auch messen, ob die Nachfrage nach zirkulären Produkten und Rezyklaten tatsächlich steigt“, fordert Rehbock. Deshalb sei ein transparentes Monitoring notwendig, das Fortschritte dokumentiere und Defizite offenlege.

Nach Auffassung des bvse offenbart das Aktionsprogramm damit ein grundlegendes Problem der deutschen Kreislaufwirtschaftspolitik: Die politischen Ziele werden immer ambitionierter, während verbindliche Instrumente zur Marktstärkung häufig fehlen. Gerade die Recyclingwirtschaft brauche jedoch verlässliche Absatzmärkte und klare Investitionssignale. Rehbock: „Wieder wird eine große Chance vertan, der deutschen Kreislaufwirtschaft den dringend notwendigen Schub nach vorne zu geben.“

„Die Nachfrage nach Rezyklaten muss endlich spürbar steigen. Die Recyclingwirtschaft investiert seit Jahren in Anlagen, Technologien und Kapazitäten. Was fehlt, sind stabile Märkte. Wenn die öffentliche Hand ihrer Vorbildfunktion nicht konsequent nachkommt, wird das Ziel einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft nicht erreichbar sein“, so der bvse-Hauptgeschäftsführer und weiter: „Momentan bewegen wir uns nicht in Richtung einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft, sondern immer weiter davon weg. Eine desaströse Entwicklung, die mit kurzfristig belastbaren Maßnahmen aufgehalten und umgekehrt werden muss.

Der bvse fordert daher, das Aktionsprogramm zeitnah um verbindliche Vorgaben für die öffentliche Beschaffung, konkrete Zielwerte für den Einsatz von Sekundärrohstoffen und zirkulären Produkten sowie ein wirksames Monitoring zu ergänzen. Nur so könne aus den richtigen Zielen auch eine messbare Umsetzung werden.

Das Mercedes-Benz Museum bot den Rahmen für die Jahrestagung von Südwesttextil. ©Joshua Lehmann für Südwesttextil
Das Mercedes-Benz Museum bot den Rahmen für die Jahrestagung von Südwesttextil.
24.05.2026

80 Jahre Südwesttextil

Bei der Jahrestagung 2026 blickte Südwesttextil auf die wirtschaftlich schwierige Lage und auf acht Jahrzehnte Verbandsgeschichte zurück. 

Über 100 Vertreterinnen und Vertreter der baden-württembergischen Textil- und Bekleidungsindustrie sowie Gäste aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft kamen am Mittwoch, dem 20.05.2026, zur diesjährigen Jahrestagung des Verbands zusammen, die zugleich im Zeichen des 80-jährigen Jubiläums stand. Das Mercedes-Benz Museum bot den Rahmen für den Blick auf Geschichte, Innovation und Zukunftsorientierung der Industrie. Südwesttextil-Präsident Bodo Th. Bölzle erinnerte in seiner Rede an die Entstehungsgeschichte: „Seit 1946 ist aus Baden und Württemberg, aus Textil und Bekleidung, ein gemeinsamer Verband zusammengewachsen. Eine starke Gemeinschaft, die besonders in wirtschaftlich schwierigen Zeiten zusammensteht.“ 

Bei der Jahrestagung 2026 blickte Südwesttextil auf die wirtschaftlich schwierige Lage und auf acht Jahrzehnte Verbandsgeschichte zurück. 

Über 100 Vertreterinnen und Vertreter der baden-württembergischen Textil- und Bekleidungsindustrie sowie Gäste aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft kamen am Mittwoch, dem 20.05.2026, zur diesjährigen Jahrestagung des Verbands zusammen, die zugleich im Zeichen des 80-jährigen Jubiläums stand. Das Mercedes-Benz Museum bot den Rahmen für den Blick auf Geschichte, Innovation und Zukunftsorientierung der Industrie. Südwesttextil-Präsident Bodo Th. Bölzle erinnerte in seiner Rede an die Entstehungsgeschichte: „Seit 1946 ist aus Baden und Württemberg, aus Textil und Bekleidung, ein gemeinsamer Verband zusammengewachsen. Eine starke Gemeinschaft, die besonders in wirtschaftlich schwierigen Zeiten zusammensteht.“ 

Unter dem Leitgedanken „Gemeinsam für die textile Zukunft“ verband Südwesttextil die Perspektiven der Branche mit einer Einordnung der aktuellen wirtschaftlichen Lage. Die baden-württembergische Textil- und Bekleidungsindustrie ist mit Umsatzeinbußen und einem harten internationalen Wettbewerb konfrontiert – sowohl preis- als auch technologieseitig. Hohe Standortkosten und regulatorische Anforderungen verschärfen die Situation zusätzlich. 

Mit Blick auf diese gesamtwirtschaftliche Entwicklung sprach Bodo Th. Bölzle von tiefgreifenden Herausforderungen für den Standort und warnte vor einem gravierenden Verlust industrieller Wertschöpfung. Gleichzeitig machte er deutlich: „Wir werden – bei allen Herausforderungen – nicht in den Abgesang auf die Industrie einstimmen. Wir sind überzeugt von der Vielfalt der Industriezweige hier im Bundesland und, dass in der Zusammenarbeit zwischen allen Akteuren, auch diese Krise bewältigt werden kann.“ 

Die Textil- und Bekleidungsindustrie sieht sich als innovationsstarken und transformationserfahrenen Wirtschaftszweig, der aktiv zur Zukunft des Standorts beiträgt. Der Verband fordert deshalb einen wettbewerbsfähigen europäischen Wirtschaftsraum mit strategischen Partnerschaften, konsequentem Bürokratieabbau, schnellere und modernere staatliche Prozesse sowie faire Wettbewerbsbedingungen durch eine stärkere Kontrolle von Importstandards. Hinzu kommen Investitionen in digitale und energetische Infrastruktur sowie eine Reform des Vergaberechts, die Qualität und Langlebigkeit stärker berücksichtigt.

Mit Gastredner Wolfgang Bosbach nahm die Jahrestagung auch die aktuellen geopolitischen Entwicklungen in den Blick. Unter dem Titel „Krieg & Krisen – der neue Normalfall? Klartext bei Textil!“ sprach der ehemalige Bundestagsabgeordnete über aktuelle globale Konflikte, wirtschaftliche Unsicherheiten und die Folgen für Unternehmen und Industrie.

Zwischen Historie und Zukunft wurde bei der Jahrestagung vor allem eines deutlich: Der politische Handlungsbedarf ist angesichts der Bedrohung von Wettbewerbsfähigkeit und industrieller Wertschöpfung groß.

Quelle:

Verband der Südwestdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie Südwesttextil e.V. 

Die wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen Madita Fischer und Sylvie Hiemenz präsentieren nachhaltige studentische Arbeiten – zuvor gezeigt auf der Neo.Fashion Berlin. Copyright: Gregor Fischer – Fotografie
Die wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen Madita Fischer und Sylvie Hiemenz präsentieren nachhaltige studentische Arbeiten – zuvor gezeigt auf der Neo.Fashion Berlin.
13.05.2026

HSNR: Mit Hanf in den Textilkreislauf

Mit innovativen Forschungsprojekten rund um Hanf als nachhaltigen Rohstoff präsentierte sich der Fachbereich Textil- und Bekleidungstechnik der Hochschule Niederrhein (HSNR) beim 3. Stakeholder-Dialog zur Erweiterten Herstellerverantwortung für Textilen in Berlin.
 
Auf dem „Marktplatz der textilen Kreislaufwirtschaft“ stellte das Forschungsinstitut für Textil und Bekleidung (FTB) die Projekte „Hanfknit“ und „ReHemp“ vor. Ergänzt wurde der Auftritt durch studentische Arbeiten mit Nachhaltigkeitsbezug, die zuvor auf der Neo.Fashion in Berlin vorgestellt worden waren.
 

Mit innovativen Forschungsprojekten rund um Hanf als nachhaltigen Rohstoff präsentierte sich der Fachbereich Textil- und Bekleidungstechnik der Hochschule Niederrhein (HSNR) beim 3. Stakeholder-Dialog zur Erweiterten Herstellerverantwortung für Textilen in Berlin.
 
Auf dem „Marktplatz der textilen Kreislaufwirtschaft“ stellte das Forschungsinstitut für Textil und Bekleidung (FTB) die Projekte „Hanfknit“ und „ReHemp“ vor. Ergänzt wurde der Auftritt durch studentische Arbeiten mit Nachhaltigkeitsbezug, die zuvor auf der Neo.Fashion in Berlin vorgestellt worden waren.
 
Die eintägige Konferenz brachte mehr als 150 Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Verbänden und Politik zusammen. Im Mittelpunkt stand das Eckpunktepapier zur erweiterten Herstellerverantwortung im Textilbereich und die Frage, wie ein künftiges Textilgesetz Kreislaufwirtschaft praxisnah, effizient und mit möglichst geringem bürokratischem Aufwand ermöglichen kann. Im Rahmen der Veranstaltung trafen die Mitarbeiterinnen des FTB zudem Bundesumweltminister Carsten Schneider und nutzten die Gelegenheit zum Austausch über die Bedeutung innovativer Materialien und zirkulärer Ansätze für eine nachhaltige Transformation der Textilwirtschaft.
 
Der Fachbereich Textil- und Bekleidungstechnik verfügt über modern ausgestattete Labore und bildet die gesamte textile Wertschöpfungskette von der Faserentwicklung bis zum fertigen Produkt. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf Hanf als nachhaltiger, regional anbaubarer Alternative zu Baumwolle.
 
Im Projekt „Hanfknit“, gefördert vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), entwickelte das FTB eine nachhaltige und recyclingfähige Funktionsstrickjacke aus 70 Prozent Hanf und 30 Prozent LyoHemp (Regeneratfasern aus Hanffasern). Das Produkt wird vollständig von der Faser bis zum 3D-Seamless-Strick lokal in der Region rund um Mönchengladbach gefertigt. Durch das innovative Zero-Waste-Verfahren der Firma Bache Innovative entstehen keine Produktionsabfälle. Ein intelligentes Bodymapping-Design mit funktionalen Zonen für Ventilation, Polsterung und enganliegende Bereiche vereint Komfort, Funktionalität und Nachhaltigkeit. Die Jacke wurde bereits im Designprozess auf Ressourcenschonung, Monomaterialität und vielseitige Nutzung ausgelegt und bietet großes Potenzial für Anwendungen in Sport- und Arbeitsbekleidung.
 
Das Projekt „ReHemp“, gefördert durch die Industrielle Gemeinschaftsforschung (IGF), knüpft an diese Entwicklung an und verfolgt das Ziel, Hanffasern in einen geschlossenen textilen Kreislauf zu überführen. Im Fokus steht die Wiederverwertung der im Vorgängerprojekt entwickelten Hanf- / LyoHhemp-Jacke. Künftig soll Lyohemp verstärkt aus Hanf-Abfallstoffen statt aus Primärfasern hergestellt werden. Das Material kombiniert die Robustheit von Hanf mit dem Tragekomfort von Lyocell und bleibt auch nach mehrfacher Wiederverwertung qualitativ hochwertig.
 
Gemeinsam mit dem Thüringisches Institut für Textil- und Kunststoff-Forschung Rudolstadt e.V. (TITK) und zahlreichen Partnern aus der deutschen Textilindustrie entwickelt das FTB hierfür unter anderem eine Abfallklassifizierung für Fasern, Garne sowie Pre- und Post-Consumer-Materialien als Grundlage für effiziente Recyclingprozesse. Die Abfälle werden gesammelt, sortiert und zerkleinert und anschließend chemisch zu neuen Lyocell-Fasern recycelt. Parallel untersucht das Forschungsteam Alterungs- und Mehrfachrecyclingprozesse. Angestrebt werden mindestens drei Recyclingzyklen. Erste Fasern aus Abfallstoffen werden bereits produziert und weiterverarbeitet.

Studiengang International Fashion Business erneut erfolgreich im CHE-Hochschulranking (c) Nadine Wilmanns/Hochschule Reutlingen
Studiengang International Fashion Business erneut erfolgreich im CHE-Hochschulranking
13.05.2026

International Fashion Business am TEXOVERSUM im CHE-Hochschulranking 2026

Im CHE Hochschulranking 2026 erreicht International Fashion Business sehr hohe Studierendenbewertungen und eine Platzierung in der Spitzengruppe bei den Faktenindikatoren „Kontakt zur Berufspraxis“ und „Internationale Ausrichtung“.

Der Bachelorstudiengang International Fashion Business (IFB) an der TEXOVERSUM Fakultät Textil der Hochschule Reutlingen erzielt im aktuellen CHE Hochschulranking 2026 erneut sehr hohe Bewertungen durch seine Studierenden. Gleichzeitig erreicht der Studiengang auch in zentralen Faktenindikatoren Platzierungen in der Spitzengruppe. Mit seiner gezielten Ausrichtung auf die internationale Mode  und Textilwirtschaft misst sich der Studiengang dabei im CHE Ranking mit klassischen betriebswirtschaftlichen Studiengängen anderer Hochschulen. Die Ergebnisse unterstreichen das klar profilierte und deutschlandweit besondere Studienkonzept innerhalb der Betriebswirtschaftslehre.

Im CHE Hochschulranking 2026 erreicht International Fashion Business sehr hohe Studierendenbewertungen und eine Platzierung in der Spitzengruppe bei den Faktenindikatoren „Kontakt zur Berufspraxis“ und „Internationale Ausrichtung“.

Der Bachelorstudiengang International Fashion Business (IFB) an der TEXOVERSUM Fakultät Textil der Hochschule Reutlingen erzielt im aktuellen CHE Hochschulranking 2026 erneut sehr hohe Bewertungen durch seine Studierenden. Gleichzeitig erreicht der Studiengang auch in zentralen Faktenindikatoren Platzierungen in der Spitzengruppe. Mit seiner gezielten Ausrichtung auf die internationale Mode  und Textilwirtschaft misst sich der Studiengang dabei im CHE Ranking mit klassischen betriebswirtschaftlichen Studiengängen anderer Hochschulen. Die Ergebnisse unterstreichen das klar profilierte und deutschlandweit besondere Studienkonzept innerhalb der Betriebswirtschaftslehre.

In der Studierendenbefragung bewerten die IFB Studierenden insbesondere die allgemeine Studiensituation mit 4,6 von 5 Sternen – deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt anderer betriebswirtschaftlicher Studiengänge. Auch Lehrangebot, Betreuung durch Lehrende und Studienorganisation erreichen sehr hohe Werte zwischen 4,5 und 4,6 Sternen.

„Die Ergebnisse zeigen sehr deutlich, dass unsere Studierenden sich im Studiengang fachlich wie organisatorisch sehr gut aufgehoben fühlen“, sagt Prof. Dr. Peter Bug, Studiendekan International Fashion Business. „Vor allem die enge Betreuung, die klare Struktur des Studiums und das branchenspezifische Profil spiegeln sich in den sehr positiven Bewertungen wider.“

Auch die Praxisnähe des Studiengangs wird im CHE Ranking deutlich: Im Faktenindikator „Kontakt zur Berufspraxis“ erreicht International Fashion Business 10 von 12 möglichen Punkten und gehört damit zur Spitzengruppe. Entsprechend hoch fällt die Bewertung der Praxisrelevanz der erworbenen Kompetenzen aus, die von den Studierenden mit 4,8 von 5 Sternen bewertet wird.

Ein weiteres prägendes Merkmal ist die internationale Ausrichtung des Studiengangs. Im gleichnamigen CHE Faktenindikator erzielt International Fashion Business 8 von 10 Punkten und wird ebenfalls der Spitzengruppe zugeordnet. Auch die Studierenden bewerten die Unterstützung bei Auslandsaufenthalten mit 4,4 von 5 Sternen sehr positiv.

„International Fashion Business steht für eine bewusste Profilbildung innerhalb der Betriebswirtschaftslehre, die klassische BWL Kompetenzen mit einer klaren internationalen Branchenperspektive verbindet“, betont Prof. Dr. Jochen Strähle, Dekan der TEXOVERSUM Fakultät Textil.

Die Ergebnisse des CHE Hochschulrankings 2026 zeigen International Fashion Business als klar positionierten, praxisnahen und international ausgerichteten BWL Studiengang, der gezielt auf die Anforderungen der globalen Mode  und Textilwirtschaft vorbereitet. Als Studienangebot an der staatlichen Hochschule Reutlingen verbindet der Studiengang fundierte akademische Qualität mit enger Betreuung und hoher Praxisorientierung. Für Studieninteressierte, die wirtschaftliche Kompetenzen mit Branchenkenntnis und internationaler Perspektive verbinden möchten, bietet International Fashion Business damit überzeugende Studienbedingungen und eine verlässliche Grundlage für den Einstieg in ein internationales Berufsfeld.

13.05.2026

HDE begrüßt Debatte um mehr Arbeitszeitflexibilität

Vor dem Hintergrund der aktuellen Debatte um eine Reform des Arbeitszeitgesetzes betont der HDE, dass das aktuelle Konzept im Arbeitszeitgesetz mit einer täglichen Höchstarbeitszeit überholt ist und einer digitalisierten Arbeitswelt nicht mehr gerecht wird, zudem erschwere es die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Vor dem Hintergrund der aktuellen Debatte um eine Reform des Arbeitszeitgesetzes betont der HDE, dass das aktuelle Konzept im Arbeitszeitgesetz mit einer täglichen Höchstarbeitszeit überholt ist und einer digitalisierten Arbeitswelt nicht mehr gerecht wird, zudem erschwere es die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

„Mit dem Arbeitszeitgesetz wurde damals die EU-Arbeitszeitrichtlinie in nationales Recht umgesetzt. Dabei wurden die Gestaltungsspielräume der EU-Richtlinie in Deutschland nicht voll ausgeschöpft. Der HDE fordert daher seit Langem den Wegfall der täglichen Höchstarbeitszeit und einen Wechsel hin zu einer wöchentlichen Höchstarbeitszeit. Dies schafft mehr Flexibilität im Alltag, ohne dass sich dadurch aber die Gesamtwochenarbeitszeit der Menschen erhöht. Diese Reform im Arbeitszeitgesetz wäre auch im Einklang mit geltendem EU-Recht, das ja selbst von einer wöchentlichen Höchstarbeitszeit ausgeht. Klar sei aber auch, dass eine Reform des Arbeitszeitgesetzes die Vertrauensarbeitszeit erhalten müsse, das sehe schließlich auch der aktuelle Koalitionsvertrag der Bundesregierung aus guten Gründen so vor. Eine hochbürokratische und zudem mittelstandsfeindliche elektronische Arbeitszeiterfassungspflicht ist hingegen strikt abzulehnen, noch dazu in der Wirtschaftskrise.“ sagt HDE-Geschäftsführer für Arbeit, Bildung, Sozial- und Tarifpolitik, Steven Haarke. Aber auch die ununterbrochene Ruhezeit im Arbeitszeitgesetz von elf Stunden nach Beendigung der täglichen Arbeitszeit sei zu unflexibel und müsse im Zuge einer Reform überdacht werden, so Haarke.

Quelle:

HDE Handelsverband Deutschland

12.05.2026

„Digitale Transformation gelingt nur mit MedTech“

Für die digitale Transformation der Gesundheitsversorgung müssen digitale, datengetriebene Medizinprodukte aktiv und frühzeitig im Prozess eingebunden werden. Das fordert der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) in einem neuen, umfassenden Positionspapier „Mit Datennutzung und Innovationen zur Smarten Gesundheitsversorgung“. „Eine umfassende Digitalisierung der Gesundheitsversorgung gelingt nur mit MedTech. Dazu müssen Schrittinnovationen und KI-basierte MedTech-Lösungen mitbedacht werden“, so BVMed-Digitalexpertin Natalie Gladkov.

Moderne, datengetriebene MedTech-Lösungen spielen bei der digitalen Transformation eine wesentliche Rolle und können die Gesundheitsversorgung grundlegend verbessern – „wenn Daten kontinuierlich verfügbar sind und Versorgungsprozesse neu gedacht werden“, so Gladkov. Doch regulatorische Vorgaben, die sektorale Strukturen und tradierte Vergütungssysteme fortschreiben, erschweren die Transformation hin zur einer smarten Gesundheitsversorgung. 

Für die digitale Transformation der Gesundheitsversorgung müssen digitale, datengetriebene Medizinprodukte aktiv und frühzeitig im Prozess eingebunden werden. Das fordert der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) in einem neuen, umfassenden Positionspapier „Mit Datennutzung und Innovationen zur Smarten Gesundheitsversorgung“. „Eine umfassende Digitalisierung der Gesundheitsversorgung gelingt nur mit MedTech. Dazu müssen Schrittinnovationen und KI-basierte MedTech-Lösungen mitbedacht werden“, so BVMed-Digitalexpertin Natalie Gladkov.

Moderne, datengetriebene MedTech-Lösungen spielen bei der digitalen Transformation eine wesentliche Rolle und können die Gesundheitsversorgung grundlegend verbessern – „wenn Daten kontinuierlich verfügbar sind und Versorgungsprozesse neu gedacht werden“, so Gladkov. Doch regulatorische Vorgaben, die sektorale Strukturen und tradierte Vergütungssysteme fortschreiben, erschweren die Transformation hin zur einer smarten Gesundheitsversorgung. 

Damit Innovationen tatsächlich in der Versorgung ankommen, beschreibt der BVMed in seinem Positionspapier vier Handlungsfelder, die jeweils mit konkreten Lösungsvorschlägen und Gesetzesänderungen versehen sind:

1. Daten besser verfügbar machen

  • In einem neuen Primärversorgungssystem sollte die digitale Ersteinschätzung so entwickelt werden, dass künftig auch Echtzeitdaten für eine valide Ersteinschätzung genutzt werden können.
  • Für „Digital Twin Technologien“ sollten pseudonymisierte Behandlungsdaten nutzbar gemacht werden. Denn Simulationen anhand von vorhandenem Bildmaterial können invasive Diagnostik verhindern oder Therapieschritte vorbereiten. 
  • Das Einwilligungsmanagement zur Datennutzung im Behandlungsablauf sollte bundesweit vereinheitlicht werden und auf einer einheitlichen Interpretation der europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) basieren.
  • Für die Verbesserung von Produkten und Services braucht die Industrie Zugang zu Gesundheitsdaten und teilt selbst auch ihre Daten. Dabei sind allerdings IP-Rechte zu beachten, gerade bei Medizinprodukten.

2. Internationale Standards für Datenformate und -sicherheit verwenden

  • Datengenerierende Medizinprodukte erheben Messwerte, die sie algorithmisch in gängige Datenformate zur Beschreibung der Physiologie verwandeln. Beim Bereitstellen von Daten ist der Schutz der Daten der algorithmischen Verarbeitung ein wichtiger Aspekt der IP-Rechte, um Rückschlüsse auf die Funktionsweise der verbauten Messtechnik zu verhindern.
  • Standardisierte Datenformate sollten europaweit einheitlich auf den EHDS-Standards beruhen, um keine landesspezifischen Datenformate ergänzen zu müssen.
  • Datensicherheit sollte europaweit einheitlich zertifiziert und das Zertifikat entsprechend anerkannt werden. Ergänzende nationale Zertifikate sollten entfallen.

3. Digitale Versorgung besser etablieren

  • Statt weiterer Restriktionen für DiGA und DiPA braucht es förderliche Rahmenbedingungen, um digitale Produkte auf den Markt zu bringen.
  • Digitale Medizinprodukte, die keine DiGA sind und ein geringes Risiko haben, sollten eine den digitalen Anforderungen angepasste eigene Form der Nutzenbewertung erhalten.
  • Methodenbewertung und Vergütung sollten Schrittinnovationen bei Medizinprodukten besser berücksichtigen, sofern die Vorteile nachgewiesen sind. 
  • Die Qualitätsvorteile von assistierender Künstlicher Intelligenz (KI) sollten auch in der Vergütung berücksichtigt werden. In einem ersten Schritt sollte die Verwendung von KI ergänzend dokumentiert werden, um den Einsatz auch für die Forschung erkennbar zu machen.
  • Die Elektronische Patientenakte (ePA) sollte zu einer Datenplattform mit Anschluss für alle Gesundheitsberufe und sonstigen Leistungserbringer weiterentwickelt werden. Hilfsmittel-Leistungserbringer arbeiten mit qualifizierten Fachkräften bei den Patient:innen in der Häuslichkeit. Bisher ist aber für sie kein Zugang zu den Informationen in der ePA vorgesehen – auch keine Schreibrechte, um wichtige Hinweise für die weitere Behandlung zu geben.

4. Digitale Versorgungspfade umsetzen

  • Für die digitalen Versorgungsangebote, die mehr als nur eine Prozedur oder ein Hilfsmittel sind, braucht es Zugangswege in die Regelversorgung, die den Anforderungen digitaler Versorgung und digitaler Produkte gerecht werden. 
  • Digitale Versorgung kann bisherige Sektorengrenzen überwinden, braucht dafür aber andere Vergütungs- und Erstattungsbedingungen.
  • Mit dem Telemonitoring Herzinsuffizienz wird nur ein kleiner Teil der Patient:innen erreicht. Für Telemonitoring-Lösungen sollten Regeln etabliert werden, die neue Ansätze einfach in die Versorgung aufnehmen können. 
  • Im Zuge der Umsetzung des European Health Data Space (EHDS) muss es auch gelingen, Informationen über datengenerierende Devices in der ePA aufzufinden und somit einen Zugang zu Daten herzustellen. Dafür müssen datengenerierende Devices im ersten Schritt in der ePA erkennbar werden. 
  • Digitale Versorgung, die verschiedene Sektoren und Gesundheitsberufe erfasst oder den Behandlungspfad grundlegend verändert, braucht eine neue Form der Nutzenbewertung, die neben den klassischen Sektoren der Selbstverwaltung auch neue Beteiligte einbezieht.

Das Fazit von BVMed-Digitalexpertin Natalie Gladkov: „Die smarte Gesundheitsversorgung entsteht nicht durch einzelne Innovationen, sondern durch das Zusammenspiel von Daten, Vernetzung und KI. Die Zukunft der Versorgung ist möglich – jetzt muss das System folgen.“

 

Quelle:

Bundesverband Medizintechnologie BVMed

Start eines Trainings für Common Ground Farmer Foto GoodTextiles Foundation
Start eines Trainings für Common Ground Farmer
12.05.2026

GoodTextiles Foundation startet die Farmer-Initiative „Common Ground“ in Indien

Die GoodTextiles Foundation gibt in Zusammenarbeit mit Dibella India, Gallant Regenerative Organic Private Limited und der Spoorthi Raith Producer Company Limited den Start ihres neuen Leitprojekts „Common Ground“ bekannt. Die Initiative stellt einen bedeutenden Schritt zur Förderung eines nachhaltigen und regenerativen Baumwollanbaus unter Kleinbauern in Südindien dar. 

Eingebettet in die ländlichen Regionen des Distrikts Haveri im indischen Bundesstaat Karnataka bringt „Common Ground“ Farmer, lokale Gemeinschaften und Agrarfachleute mit einem gemeinsamen Ziel zusammen: das Gleichgewicht zwischen Mensch und Natur durch ökologische und regenerative Anbaumethoden wiederherzustellen. 

Der Grundstein für diese Initiative wurde bereits 2024 durch Vor-Ort-Besuche, Gespräche mit Farmern und die Zusammenarbeit mit der University of Agricultural Sciences Dharwad gelegt. Im Jahr 2025 trat das Projekt in die Umsetzungsphase ein, einschließlich Bodenanalysen, Schulungen des Projektteams, Einbindung der Gemeinschaften sowie der Registrierung der teilnehmenden Landwirte. 

Die GoodTextiles Foundation gibt in Zusammenarbeit mit Dibella India, Gallant Regenerative Organic Private Limited und der Spoorthi Raith Producer Company Limited den Start ihres neuen Leitprojekts „Common Ground“ bekannt. Die Initiative stellt einen bedeutenden Schritt zur Förderung eines nachhaltigen und regenerativen Baumwollanbaus unter Kleinbauern in Südindien dar. 

Eingebettet in die ländlichen Regionen des Distrikts Haveri im indischen Bundesstaat Karnataka bringt „Common Ground“ Farmer, lokale Gemeinschaften und Agrarfachleute mit einem gemeinsamen Ziel zusammen: das Gleichgewicht zwischen Mensch und Natur durch ökologische und regenerative Anbaumethoden wiederherzustellen. 

Der Grundstein für diese Initiative wurde bereits 2024 durch Vor-Ort-Besuche, Gespräche mit Farmern und die Zusammenarbeit mit der University of Agricultural Sciences Dharwad gelegt. Im Jahr 2025 trat das Projekt in die Umsetzungsphase ein, einschließlich Bodenanalysen, Schulungen des Projektteams, Einbindung der Gemeinschaften sowie der Registrierung der teilnehmenden Landwirte. 

Sieben sorgfältig ausgewählte Dörfer bilden nun den Kern des Projekts. Aufgrund ihrer guten Erreichbarkeit, starken Gemeinschaftsstrukturen und ihres Entwicklungspotenzials ausgewählt, bieten sie einen fruchtbaren Boden für ein skalierbares Modell, das auch auf andere Regionen übertragen werden kann. 

Farmer durch Wissen und Struktur stärken 
Im Mittelpunkt von „Common Ground“ steht das Engagement der Menschen. Bis heute wurden 510 Landwirte identifiziert, von denen sich 475 bereits in der finalen Phase der Aufnahme in eine neu gegründete Organic Cotton Grower Group (OGG) befinden.

Das Projekt verbindet technisches Fachwissen mit praxisnaher und kontinuierlicher Unterstützung vor Ort. Ein engagiertes Team – bestehend aus einem Internal Control System (ICS) Manager und geschulten Außendienstmitarbeitern – wird kontinuierlich erweitert, um eine wirksame Umsetzung direkt vor Ort sicherzustellen. Die Farmer nehmen an gezielten Schulungen teil, in denen sie mit ökologischen Anbaumethoden und Zertifizierungsanforderungen vertraut gemacht werden. Dadurch erhalten sie das notwendige Wissen für langfristigen Erfolg. 

Parallel dazu entwickeln externe Fachleute standortspezifische „Packages of Practice“, die an die lokalen Bedingungen angepasst sind, sowie Strategien auf Wassereinzugsgebietsebene zur Förderung eines nachhaltigen Ressourcenmanagements. Um Transparenz und Rückverfolgbarkeit von Beginn an sicherzustellen, werden sämtliche landwirtschaftlichen Flächen digital dokumentiert, einschließlich GPS-basierter Kartierungen der Anbauflächen. 

Mehr als Baumwolle: Zukunftsfähige Perspektiven schaffen 
„Common Ground“ geht weit über eine nachhaltige Baumwollproduktion hinaus. Die Initiative ist eine Investition in die langfristige Widerstandsfähigkeit landwirtschaftlicher Gemeinschaften. Durch die Verbesserung der Bodengesundheit, den Schutz von Wasserressourcen und die Förderung der Biodiversität unterstützt das Projekt sowohl ökologische Nachhaltigkeit als auch wirtschaftliche Chancen. 

Gleichzeitig stärkt es die Unabhängigkeit und das Vertrauen der Farmer in ein Agrarsystem, das Lebensgrundlagen für kommende Generationen sichern kann. 

Gemeinsam bauen die Partner ein skalierbares Modell für regenerative Wertschöpfung auf – vom Saatgut bis zum fertigen Textil. Schritt für Schritt entsteht eine transparente und verantwortungsvolle Lieferkette. 

Mit jeder umgestellten Anbaufläche, jeder durchgeführten Schulung und jeder neu geschlossenen Partnerschaft fördert „Common Ground“ weit mehr als nur Baumwolle – die Initiative stärkt eine wachsende Gemeinschaft, die sich der Gestaltung einer nachhaltigeren Zukunft verschrieben hat.

Quelle:

GoodTextiles Foundation