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14.08.2026

KRWG-Novelle: bvse fordert Vorfahrt für hochwertiges Recycling und starke öffentliche Nachfrage

Der bvse-Recycling Germany begrüßt die Zielsetzung des Referentenentwurfs zur Änderung des Kreislaufwirtschaftsgesetzes (KrWG). Die stärkere Ausrichtung auf Rohstoffsouveränität, Versorgungssicherheit und den Einsatz von Sekundärrohstoffen setzt aus Sicht des Verbandes wichtige Impulse.

Entscheidend sei nun, die gesetzlichen Regelungen so auszugestalten, dass hochwertige Recyclingverfahren gestärkt und gleichzeitig verlässliche Absatzmärkte für Recyclingprodukte geschaffen werden.

„Deutschland braucht mehr Kreislaufwirtschaft – und dafür brauchen wir vor allem mehr Nachfrage nach Recyclingprodukten", erklärt Eric Rehbock, Hauptgeschäftsführer des bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung. „Die Recyclingwirtschaft verfügt über die notwendigen Technologien und investiert seit Jahren in moderne Anlagen. Jetzt müssen die politischen Rahmenbedingungen dafür sorgen, dass sich diese Investitionen auch wirtschaftlich tragen können."

Der bvse-Recycling Germany begrüßt die Zielsetzung des Referentenentwurfs zur Änderung des Kreislaufwirtschaftsgesetzes (KrWG). Die stärkere Ausrichtung auf Rohstoffsouveränität, Versorgungssicherheit und den Einsatz von Sekundärrohstoffen setzt aus Sicht des Verbandes wichtige Impulse.

Entscheidend sei nun, die gesetzlichen Regelungen so auszugestalten, dass hochwertige Recyclingverfahren gestärkt und gleichzeitig verlässliche Absatzmärkte für Recyclingprodukte geschaffen werden.

„Deutschland braucht mehr Kreislaufwirtschaft – und dafür brauchen wir vor allem mehr Nachfrage nach Recyclingprodukten", erklärt Eric Rehbock, Hauptgeschäftsführer des bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung. „Die Recyclingwirtschaft verfügt über die notwendigen Technologien und investiert seit Jahren in moderne Anlagen. Jetzt müssen die politischen Rahmenbedingungen dafür sorgen, dass sich diese Investitionen auch wirtschaftlich tragen können."

Werkstoffliches Recycling muss Vorrang behalten
Aus Sicht von bvse-Recycling Germany sollte die Abfallhierarchie des Kreislaufwirtschaftsgesetzes weiterhin klar zum Ausdruck bringen, dass hochwertige werkstoffliche Recyclingverfahren grundsätzlich Vorrang haben. Chemisches Recycling könne dort zusätzliche Möglichkeiten eröffnen, wo mechanische Verfahren an ihre technischen Grenzen stoßen – etwa bei stark verunreinigten oder komplexen Materialströmen. Es sollte jedoch nicht zu einer gleichrangigen Alternative zum werkstofflichen Recycling werden.

„Wir brauchen keine Grundsatzdebatte gegen neue Technologien. Wir brauchen eine klare Priorisierung dessen, was heute nachweislich große Mengen an Materialien hochwertig im Kreislauf hält", fordert Rehbock. „Chemisches Recycling kann eine wichtige Ergänzung sein. Aber es sollte dort zum Einsatz kommen, wo werkstoffliches Recycling an Grenzen stößt – und nicht dort, wo hochwertige mechanische Recyclingverfahren bereits funktionieren."

bvse-Recycling Germany verweist darauf, dass das werkstoffliche Recycling gegenwärtig einen wesentlich größeren Beitrag zur tatsächlichen Kreislaufführung von Kunststoffen leistet. Nach den in der bvse-Stellungnahme zugrunde gelegten Daten entfielen 2023 bei Post-Consumer-Kunststoffabfällen in Deutschland 35 Prozent auf werkstoffliches Recycling, während das chemische Recycling lediglich einen Anteil von 0,1 Prozent erreichte.

Auch aus ökologischer Sicht sieht der bvse gute Gründe für eine klare Priorisierung. Chemische Recyclingverfahren sind nach den Ausführungen der Stellungnahme regelmäßig energieintensiver und mit höheren Energieverbräuchen und damit häufig auch höheren CO₂-Emissionen verbunden. Gleichzeitig ist die tatsächliche Rückgewinnung von Materialien bislang deutlich geringer als beim werkstofflichen Recycling.

„Die Abfallhierarchie ist kein Selbstzweck. Sie soll sicherstellen, dass Ressourcen möglichst hochwertig und möglichst lange im Wirtschaftskreislauf gehalten werden", erläutert Eric Rehbock. „Daran sollte auch die Novelle des Kreislaufwirtschaftsgesetzes festhalten."

Öffentliche Beschaffung muss zum Leitmarkt für Recyclingprodukte werden
Mindestens ebenso entscheidend wie die Frage nach den Recyclingverfahren ist für den bvse die Frage, ob Recyclingprodukte am Ende auch einen Markt finden. Denn ohne stabile Nachfrage fehlen den Unternehmen die wirtschaftlichen Voraussetzungen für weitere Investitionen in Sortier-, Aufbereitungs- und Recyclingkapazitäten.

Der bvse-Recycling Germany begrüßt deshalb ausdrücklich, dass der Referentenentwurf die Bedeutung der öffentlichen Beschaffung für die Kreislaufwirtschaft stärker hervorhebt. Aus Sicht des Verbandes sollte dieser Ansatz jedoch konsequenter ausgestaltet werden.

Bund, Länder und Kommunen verfügen über ein erhebliches Beschaffungsvolumen. Damit besitzt die öffentliche Hand die Möglichkeit, einen echten Leitmarkt für Recyclingprodukte zu schaffen. Allgemeine Berücksichtigungspflichten reichen nach Einschätzung des bvse dafür allerdings nicht aus. Wo qualitätsgesicherte Recyclingprodukte technisch geeignet, verfügbar und wirtschaftlich vertretbar sind, sollte ihre bevorzugte Verwendung verbindlicher geregelt werden.

„Die öffentliche Hand hat es selbst in der Hand, aus Recyclingprodukten einen stabilen Markt zu machen", erläutert Rehbock. „Wenn der Staat von Unternehmen erwartet, in hochwertige Recyclingkapazitäten zu investieren, muss er zugleich dafür sorgen, dass diese Produkte auch verlässlich nachgefragt werden. Öffentliche Beschaffung kann hier eine enorme Hebelwirkung entfalten."

Der bvse schlägt unter anderem produktspezifische Mindestanteile für Rezyklate, funktionale Leistungsanforderungen sowie entsprechende Vorgaben für Planung und Ausschreibung vor. Primärmaterialien sollten nicht allein aufgrund von Gewohnheiten oder unbegründeten Vorbehalten bevorzugt werden. Wenn von der bevorzugten Beschaffung geeigneter Recyclingprodukte abgewichen wird, sollte dies sachlich begründet und dokumentiert werden.

Besonderes Potenzial sieht bvse-Recycling Germany im öffentlichen Hoch-, Tief- und Straßenbau. Mineralische Sekundärbaustoffe sollten bei nachgewiesener technischer Eignung und Umweltverträglichkeit grundsätzlich gleichberechtigt mit Primärbaustoffen ausgeschrieben und eingesetzt werden. Dies kann zugleich dazu beitragen, natürliche Rohstoffvorkommen und Deponieraum zu schonen und Transportwege zu reduzieren.

„Wir sollten die öffentliche Beschaffung als industriepolitisches Instrument für die Kreislaufwirtschaft verstehen", sagt Rehbock. „Wenn qualitätsgesicherte Recyclingprodukte die technischen Anforderungen erfüllen, sollte ihr Einsatz nicht die Ausnahme, sondern der Regelfall sein. Damit entstehen verlässliche Absatzmärkte und zugleich ein Anreiz für weitere Investitionen in Recyclingtechnologien."

Klare Regeln für Sekundärrohstoffe
Eine zentrale Bedeutung misst der bvse der Frage bei, wann aufbereitete Materialien ihre Abfalleigenschaft verlieren. Besonders deutlich zeigt sich dies nach Einschätzung des Recyclingsverbandes beispielsweise beim Altreifenrecycling. Hochwertige Gummirezyklate werden bereits in zahlreichen industriellen Anwendungen eingesetzt. Deshalb fordert der bvse einen klaren Rechtsrahmen, der EU-weit festlegt, unter welchen Voraussetzungen Altreifen das Ende der Abfalleigenschaft erreichen.

„Wer hochwertige Recyclinganlagen baut und in moderne Aufbereitungstechnologien investiert, muss darauf vertrauen können, dass die erzeugten Materialien anschließend auch als Rohstoffe rechtssicher vermarktet werden können", so Eric Rehbock. „Deshalb brauchen wir insbesondere bei Altreifen eine verlässliche und europaweit möglichst einheitliche Regelung zum Ende der Abfalleigenschaft."

Recyclingstandort Deutschland langfristig stärken
Aus Sicht des Verbandes kommt es insgesamt darauf an, die Regelungen so auszugestalten, dass sie nicht nur ambitionierte Ziele formulieren, sondern auch die wirtschaftlichen Voraussetzungen für deren Umsetzung schaffen.

„Die Recyclingwirtschaft investiert seit vielen Jahren in moderne Anlagen und Verfahren und stellt der Industrie qualitätsgesicherte Sekundärrohstoffe zur Verfügung. Diese Strukturen sind ein wichtiger Teil unserer Rohstoffversorgung", betont bvse-Hauptgeschäftsführer Rehbock. „Wenn Deutschland seine Kreislaufwirtschaft stärken und unabhängiger von Primärrohstoffen werden will, müssen wir diese Unternehmen und ihre Investitionen gezielt unterstützen. Gute Kreislaufwirtschaftspolitik muss deshalb ökologische Ziele und wirtschaftliche Umsetzbarkeit zusammenbringen."

Abschlussveranstaltung Syschemiq © Syschemiq
Abschlussveranstaltung Syschemiq
14.08.2026

Länderübergreifendes Kunststoff-Recycling realisieren

Im internationalen Forschungs- und Demonstrationsprojekt Syschemiq haben 21 Konsortialpartner aus fünf EU-Ländern vier Jahre lang erforscht, wie sich eine länderübergreifende Kunststoff-Kreislaufwirtschaft realisieren und optimieren lässt. Ob Sortiertechnik, Bewusstsein für Recycling, Produktdesign – das Projekt zielte darauf ab, die wichtigsten technischen sowie nichttechnischen Hindernisse überwinden zu können. Fraunhofer UMSICHT war insbesondere in den Themengebieten »Design for Recycling«, »Collection« und »City-Lab-Programm« tätig und erstellte beispielsweise eine Studie zum Verbraucherverhalten. Im Podcast berichtet Dr. Anna Kerps von den Ergebnissen und Herausforderungen im Projekt.

Im internationalen Forschungs- und Demonstrationsprojekt Syschemiq haben 21 Konsortialpartner aus fünf EU-Ländern vier Jahre lang erforscht, wie sich eine länderübergreifende Kunststoff-Kreislaufwirtschaft realisieren und optimieren lässt. Ob Sortiertechnik, Bewusstsein für Recycling, Produktdesign – das Projekt zielte darauf ab, die wichtigsten technischen sowie nichttechnischen Hindernisse überwinden zu können. Fraunhofer UMSICHT war insbesondere in den Themengebieten »Design for Recycling«, »Collection« und »City-Lab-Programm« tätig und erstellte beispielsweise eine Studie zum Verbraucherverhalten. Im Podcast berichtet Dr. Anna Kerps von den Ergebnissen und Herausforderungen im Projekt.

Gemischte Kunststoffabfälle stellen für das Recycling eine besondere Herausforderung dar, da sie nicht zusammen recycelt werden können. Das Produktdesign spielt ebenso eine große Rolle, da bestimmte Verpackungen unterschiedliche Plastikarten umfassen und von Verbrauchenden getrennt sortiert werden müssten, wie z.B. Aluminium-Deckel und Polypropylen (PP)-Gefäß eines Joghurtbechers. Mehr als 85 Prozent der gemischten Kunststoffabfälle gehen in der EU derzeit verloren. Daher sind EU-weit kreislauforientierte Systemlösungen auf regionaler Ebene entlang der gesamten Wertschöpfungskette notwendig, um dieses Potenzial auszuschöpfen.

Im Projekt Syschemiq konnten nun für das Dreiländereck Deutschland, Belgien, Niederlande übertragbare Konzepte zur Sortierung von Plastikmüll, Ansätze für chemisches Recycling sowie Strategien für skalierbare Kreislauflösungen entwickelt werden. Auch partizipative Elemente zur Einbeziehung der Konsument*innen waren Teil des Projekts. Insbesondere am Brightlands Chemelot Campus bringen Partner diese Ergebnisse nun weiter zur Anwendung.

Studie zum Verbraucherverhalten
Fraunhofer UMSICHT erstellte eine Studie und ein Tool, das erstmals Konsumverhalten und Recyclinggewohnheiten systematisch in die Ökobilanzierung integriert (»Design for Recycling«).

»Die Studie bezieht das Verbraucherverhalten in die Ökobilanz (LCA) ein, um die Umweltauswirkungen von Joghurtverpackungen unter Berücksichtigung verschiedener Designvarianten und Entsorgungsszenarien zu bewerten«, erläutert Dr. Anna Kerps, Projektmitarbeitende von Fraunhofer UMSICHT. Zentrale Empfehlungen für das Produktdesign waren beispielsweise, dass immer größere Portionsgrößen zu bevorzugen sind, um den Materialverbrauch pro Kilogramm Joghurt zu senken; einfache PP-Deckelfolien in Kombination mit PP-Bechern zu verwenden und auch klare, gut sichtbare Trennanweisungen und einheitliche Recycling-Symbole bereitzustellen, um die Sortiergenauigkeit zu verbessern.

Zudem analysierten die Forschenden den Status quo bei der Erfassung und Sortierung von Verpackungsabfällen in Deutschland – als Grundlage, um diese Prozesse zu optimieren (»Collection & Sorting«). Um das Konsum- und Entsorgungsverhalten zu untersuchen, richteten sie ein »City Lab« ein, in dem Bürger*innen direkt eingebunden wurden und Bildungsformate für Schulen rund um das Thema Recycling entwickelt wurden.

Im Podcast erläutert Dr. Anna Kerps nun, was z.B. die größten Hindernisse bei Recyclingketten sind, welche Vorteile Kunststoff gegenüber Glas oder Pappe aufweist und wie Konsument*innen auf unterschiedliche Produktverpackungen reagieren.

Grafik: Gerd Altmann, Pixabay
12.08.2026

Greenwashing-Verbot: bevh fordert Abverkaufsfrist und Erlass gegen Steuern auf Sachspenden

„ Es wäre absurd, ausgerechnet intakte Produkte zu entsorgen, nur weil sie wegen einer neuen Umweltschutzrichtlinie nicht mehr marktfähig sind.“ Doch genau dieses Szenario droht: Am 27. September 2026 tritt in der EU die neue EmpCo-Richtlinie in Kraft. Sie verbietet unbestimmte Umweltaussagen („Greenwashing“) und soll für mehr Transparenz für Verbraucherinnen und Verbraucher sorgen. Betroffen sind beispielsweise Produkte mit dem Aufdruck „klimaneutral gedruckt“, bei denen die Emissionen lediglich über CO₂-Kompensationen ausgeglichen wurden.  
 
Die Vorgaben stellten Unternehmen vor ein Dilemma, so der bevh: Neuwertige Waren oder Verpackungen, die ursprünglich völlig rechtskonform bedruckt wurden, verlieren schlagartig ihre Verkehrsfähigkeit. Da viele dieser Produkte nachträglich nicht mehr angepasst werden können, bleibt oft nur die Vernichtung. 
 

„ Es wäre absurd, ausgerechnet intakte Produkte zu entsorgen, nur weil sie wegen einer neuen Umweltschutzrichtlinie nicht mehr marktfähig sind.“ Doch genau dieses Szenario droht: Am 27. September 2026 tritt in der EU die neue EmpCo-Richtlinie in Kraft. Sie verbietet unbestimmte Umweltaussagen („Greenwashing“) und soll für mehr Transparenz für Verbraucherinnen und Verbraucher sorgen. Betroffen sind beispielsweise Produkte mit dem Aufdruck „klimaneutral gedruckt“, bei denen die Emissionen lediglich über CO₂-Kompensationen ausgeglichen wurden.  
 
Die Vorgaben stellten Unternehmen vor ein Dilemma, so der bevh: Neuwertige Waren oder Verpackungen, die ursprünglich völlig rechtskonform bedruckt wurden, verlieren schlagartig ihre Verkehrsfähigkeit. Da viele dieser Produkte nachträglich nicht mehr angepasst werden können, bleibt oft nur die Vernichtung. 
 
„Transparenz für Verbraucher ist wichtig. Sie darf aber nicht über dem Ziel der Abfallvermeidung stehen“, betont Eva Behling, Leiterin Recht & Compliance beim bevh. Sie fordert neben einer Abverkaufsfrist über den 27. September hinaus – wie sie etwa auch in Österreich gilt – eine weitreichendere Lösung für nicht mehr konforme Waren. Sollte ein Unternehmen sich zur Spende solcher Waren entscheiden, bietet das gemeinnützige bevh-Mitglied innatura eine Plattform, um solche Produkte bedarfsgerecht in den sozialen Sektor zu verteilen. Da innatura ausschließlich juristische Personen beliefert, darf sie auch nicht mehr marktfähige, aber sichere Produkte annehmen. 
 
„Die Spende neuwertiger Waren für wohltätige Zwecke muss Vorrang vor der Entsorgung haben. In Deutschland sind solche Sachspenden jedoch umsatzsteuerpflichtig, während die Vernichtung steuerfrei bleibt. Müllvermeidung und soziales Engagement lohnen sich für viele Unternehmen daher schlichtweg nicht“, so Behling weiter. „Wir benötigen eine dauerhafte, rechtssichere und EU-konforme Lösung, damit solche Produkte ungehindert in den sozialen Sektor fließen und dort die immer knapperen Budgets entlasten können“, betont Dr. Juliane Kronen, Geschäftsführerin der innatura gGmbH. 
 
Der Handlungsdruck auf die Bundesregierung steigt. Der bevh fordert sie dazu auf, kurzfristig per Erlass die Bemessungsgrundlage für Sachspenden im Zuge der EmpCo-Umstellung zu reduzieren. Zudem müsse am langfristigen Ziel einer grundlegenden Steuerreform unter dem Motto „Spenden statt entsorgen“ festgehalten werden. 

Quelle:

Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V. bevh

10.08.2026

Verpackung als Bürokratietreiber für Textilunternehmen

Als Wirtschafts- und Arbeitgeberverband warnt Südwesttextil vor der erheblichen Belastung durch die Umsetzung der europäischen Verpackungsverordnung.

Mit dem Anwendungsbeginn der europäischen Verpackungsverordnung am 12. August 2026 gelten auch für die Textil- und Bekleidungsindustrie umfangreiche neue Vorgaben. Vom Versandkarton über Hängeetiketten bis hin zu Tragetaschen müssen Unternehmen ihre Prozesse anpassen und neue Kennzeichnungs-, Konformitäts- und Dokumentationspflichten umsetzen.

Südwesttextil kritisiert den damit verbundenen bürokratischen Aufwand deutlich. Während auf europäischer und nationaler Ebene Bürokratieentlastung und eine Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit angekündigt werden, schafft die Umsetzung der Verpackungsverordnung neue komplexe Pflichten und Rechtsunsicherheiten für Unternehmen.

Als Wirtschafts- und Arbeitgeberverband warnt Südwesttextil vor der erheblichen Belastung durch die Umsetzung der europäischen Verpackungsverordnung.

Mit dem Anwendungsbeginn der europäischen Verpackungsverordnung am 12. August 2026 gelten auch für die Textil- und Bekleidungsindustrie umfangreiche neue Vorgaben. Vom Versandkarton über Hängeetiketten bis hin zu Tragetaschen müssen Unternehmen ihre Prozesse anpassen und neue Kennzeichnungs-, Konformitäts- und Dokumentationspflichten umsetzen.

Südwesttextil kritisiert den damit verbundenen bürokratischen Aufwand deutlich. Während auf europäischer und nationaler Ebene Bürokratieentlastung und eine Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit angekündigt werden, schafft die Umsetzung der Verpackungsverordnung neue komplexe Pflichten und Rechtsunsicherheiten für Unternehmen.

Komplexe Rollenverteilung schafft Rechtsunsicherheit für Unternehmen
Eine zentrale Rechtsunsicherheit liegt bereits in der ersten unternehmerischen Hürde: der Rolleneinordnung. Lässt ein Unternehmen bspw. Verkaufsverpackungen von einem Dritten herstellen, gestaltet diese jedoch mit eigenem Logo oder Design, gilt es selbst als Erzeuger und muss den vollständigen Pflichtenumfang erfüllen. Bezieht er dieselbe Verpackung ohne Markenlogo „von der Stange“ treffen die Pflichten primär den Produzenten der Verpackung. Die Abgrenzung der verschiedenen Rollen ist in der Praxis häufig schwer nachvollziehbar und erhöht den Umsetzungsaufwand erheblich.

Der weniger als zwei Wochen vor Anwendungsbeginn veröffentlichte Fragen- und Antwortenkatalog beseitigt diese Unsicherheiten nur teilweise. So wurde z.B. die vorherige Annahme, dass bereits produzierte Verpackungen zum Stichtag mit der notwendigen Kennzeichnung nachgerüstet werden müssen, durch den Katalog zu spät revidiert, sodass dieser für Unternehmen keine Entlastung mehr bringt.

Auch die auf Erzeuger zukommenden Pflichten sind äußerst umfangreich – jeder individuelle Bestandteil der Verpackung, wie z.B. Etiketten, Kleiderbügel, Stecknadeln, Folien, Einlegepapiere, Versandkartons usw. muss künftig mit einer Typen-, Chargen- oder Seriennummer sowie Kontaktinformationen gekennzeichnet werden. Ab 2028 kommen einheitliche Sortierhinweise und Angaben zur Materialzusammensetzung hinzu. Ab 2030 gelten weitere Anforderungen an Rezyklatanteile, Recyclingfähigkeit sowie den ungenutzten Raum von Versand- und Umverpackungen.

Unabhängig von der Rolle gelten diverse Verpackungen zudem als systembeteiligungspflichtig – die Inverkehrbringer müssen sich registrieren und einen Bevollmächtigten benennen. Da es EU-weit kein einheitliches Registrierungssystem gibt, muss dieses für jedes Land einzeln erfolgen. Alleine dies stellt für kleine und mittelständische Unternehmen einen erheblichen Aufwand dar. Südwesttextil-Hauptgeschäftsführerin Edina Brenner kritisiert: „Die Umsetzung der Verpackungsverordnung ist das neueste Beispiel für überbordende Bürokratie fernab jeglicher Praxis: komplexe Rollenzuordnungen, unverhältnismäßige Kennzeichnungs- und Dokumentationspflichten und ein regulatorischer Flickenteppich bei der Registrierung. Ein Binnenmarkt, der sich insbesondere für kleinere Unternehmen nicht mehr rechnet, führt seinen eigenen Anspruch ad absurdum. Mit den politischen Versprechen von Bürokratieabbau und mehr Wettbewerbsfähigkeit hat das nichts zu tun.“

Systembeteiligungspflicht für Etiketten und Kleiderbügel auf den Prüfstand
Kritisch bewertet Südwesttextil auch die Einordnung sämtlicher Etiketten als Verpackungen. Rein informationstragende Etiketten erfüllen regelmäßig keine Schutz-, Handhabungs- oder Darreichungsfunktion, sondern dienen ausschließlich der Produktkennzeichnung sowie der Erfüllung gesetzlicher Informationspflichten. Unter diesem Aspekt fordert der Verband, Etiketten aus dem Geltungsbereich der Verpackungsverordnung auszunehmen. Bis dahin sollte zumindest die Systembeteiligungspflicht für diese entfallen, um den bürokratischen Aufwand zu verringern.

Auch die Bewertung von Kleiderbügeln als systembeteiligungspflichtig sollte aus Sicht von Südwesttextil stärker an der tatsächlichen Nutzung ausgerichtet werden. Diese werden im privaten Haushalt häufig weiterverwendet und fallen daher vielfach nicht typischerweise als Abfall an. Diese tatsächliche Nutzung sollte bei der Bewertung berücksichtigt werden, um die in der Praxis bereits etablierte Wiederverwendung nicht durch zusätzliche Pflichten zu erschweren.

Südwesttextil-Hauptgeschäftsführerin Edina Brenner fordert: „Regelungen müssen sich an der tatsächlichen Funktion eines Produkts orientieren. Wo Etiketten ausschließlich informieren und Kleiderbügel vielfach weiterverwendet werden, führen zusätzliche Pflichten vor allem zu mehr Bürokratie – ohne einen erkennbaren Mehrwert für Umwelt oder Verbraucher.“

Quelle:

Verband der Südwestdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie

Foto: Alicja, Pixabay
10.08.2026

Verpackungssteuern: Hohe Kosten und Bürokratie bei minimalem Umwelteffekt

Kommunale Verpackungssteuern erfassen lediglich 0,7 Prozent des gesamten Verpackungsverbrauchs in Deutschland. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie der GVM Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung und des ifeu - Instituts für Energie- und Umweltforschung Heidelberg gGmbH. Gleichzeitig verursacht die Steuer erhebliche wirtschaftliche und bürokratische Belastungen für Unternehmen, Kommunen und Verbraucher, während ihr Beitrag zu Abfallvermeidung und Klimaschutz gering bleibt.

Die Studie untersucht erstmals umfassend die ökologischen und ökonomischen Auswirkungen kommunaler Verpackungssteuern. Ziel ist eine unabhängige und wissenschaftlich fundierte Bewertung ihrer Wirksamkeit und ihrer Folgen für Umwelt, Wirtschaft und Verbraucherinnen und Verbraucher.

Kommunale Verpackungssteuern erfassen lediglich 0,7 Prozent des gesamten Verpackungsverbrauchs in Deutschland. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie der GVM Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung und des ifeu - Instituts für Energie- und Umweltforschung Heidelberg gGmbH. Gleichzeitig verursacht die Steuer erhebliche wirtschaftliche und bürokratische Belastungen für Unternehmen, Kommunen und Verbraucher, während ihr Beitrag zu Abfallvermeidung und Klimaschutz gering bleibt.

Die Studie untersucht erstmals umfassend die ökologischen und ökonomischen Auswirkungen kommunaler Verpackungssteuern. Ziel ist eine unabhängige und wissenschaftlich fundierte Bewertung ihrer Wirksamkeit und ihrer Folgen für Umwelt, Wirtschaft und Verbraucherinnen und Verbraucher.

Wenig Wirkung auf das Abfallaufkommen
Nach den Berechnungen der Studie betrifft die kommunale Verpackungssteuer nur einen sehr kleinen Teil des gesamten Abfallgeschehens. Selbst bei einer fiktiven Hochrechnung auf das gesamte Bundesgebiet würde das gesamte Verpackungsaufkommen in Deutschland damit lediglich um 0,04 Prozent sinken und die deutschen Treibhausgasemissionen um 0,0013 Prozent reduziert werden. Aus Sicht der Auftraggeber bleibt der ökologische Gesamtnutzen der Verpackungssteuer deshalb begrenzt.

Hohe Belastung für Unternehmen und Kommunen
BdS-Rechtsabteilungsleiterin Kristina Harrer-Kouliev: „Die Studie zeigt, dass kommunale Verpackungssteuern ihr zentrales Ziel – Verpackungsabfälle wirksam zu reduzieren – nicht erreichen. Statt echter Abfallvermeidung entstehen zusätzliche neue Belastungen für Gastronomie, Handel sowie Verbraucher und Kommunen. Zusätzliche Bürokratie ersetzt keine wirksame Umweltpolitik.“

Der vergleichsweise geringe Umwelteffekt geht mit einem erheblichen administrativen Aufwand einher. Für Kommunen entsteht ein hoher Verwaltungsaufwand für die Einführung, Erhebung und Kontrolle der Steuer. Die Verwaltungskosten liegen nach den Berechnungen der Studie bei rund 10 bis 15 Prozent des Steueraufkommens.

Gleichzeitig entstünden in Betrieben zusätzliche Dokumentationspflichten, Anpassungen von Kassensystemen sowie Schulungsaufwand. Nach den Berechnungen der Studie würde sich die gesamte Abgabenbelastung auf die betroffenen Verpackungen von derzeit rund 0,1 Milliarden Euro auf 4,1 Milliarden Euro erhöhen. Für einzelne Verpackungen steigt die Belastung um das 20- bis 30-Fache. Die Untersuchung kommt außerdem zu dem Ergebnis, dass die Steuer langfristig überwiegend von den Verbraucherinnen und Verbrauchern getragen wird. Die zusätzlichen Kosten werden in der Regel vollständig oder weitgehend über höhere Preise weitergegeben. Besonders betroffen sind davon Haushalte mit geringeren Einkommen.

HDE-Geschäftsführerin für Nachhaltigkeit Antje Gerstein: „Unsere Unternehmen setzen sich bereits heute auch ohne Steuer mit großem Engagement für die Reduzierung und Vermeidung von Verpackungen ein, ohne Verbraucher zusätzlich zu belasten. Anstatt dieses unternehmerische Engagement zu unterstützen, führt eine solche zusätzliche Steuer nur zur Verteuerung von Produkten und schadet am Ende den Verbrauchern.“

Die Untersuchung zeigt zudem, dass 89 Prozent der betroffenen Verpackungsmengen bereits anderen regulatorischen Instrumenten und Abgaben unterliegen, darunter Systembeteiligungsentgelte und Zahlungen in den Einwegkunststofffonds. Die Verpackungssteuer führt damit zu zusätzlichen Belastungen derselben Verpackungen.

Kommunale Verpackungssteuern führen zu Ausweichreaktionen
Den Ergebnissen der Untersuchung zufolge löst die Verpackungssteuer zwar Verhaltensänderungen aus, ihre ökologische Lenkungswirkung bleibt jedoch begrenzt. Verbraucherinnen und Verbraucher weichen etwa auf vorverpackte Convenience-Produkte aus, verzichten auf gastronomische Angebote oder nutzen nicht steuerpflichtige Verpackungen. Zudem zeigt sich ein Ausweichen in Nachbarkommunen, in denen keine Verpackungssteuer gilt. Das Ergebnis: Das Verpackungsaufkommen sinkt häufig nicht, sondern verlagert sich. Teilweise kann es sogar steigen.

Mehrweg ist kein Selbstzweck
Trotz ausgebauter Mehrwegangebote bleiben Einwegverpackungen in vielen Konsumsituationen die bevorzugte Lösung der Kunden. Das bestätigen auch die Zahlen der Betriebe in den Städten, in denen es bereits Verpackungssteuern gibt. Hier zeigt sich, dass die Mehrwegabnahmequoten nicht steigen. Doch selbst dort, wo Verbraucherinnen und Verbraucher auf Mehrweg umsteigen, ist ein ökologischer Vorteil nicht automatisch gewährleistet. Mehrwegverpackungen bieten nur dann ökologische Vorteile, wenn sie ausreichend häufig genutzt und zuverlässig zurückgegeben werden. Die Studie zeigt zudem, dass Papierverpackungen aus europäischer Produktion dank hohem Anteil regenerativer Energie eine deutlich bessere Klimabilanz aufweisen als der Durchschnitt der von der Steuer erfassten Verpackungen.

Auftraggeber fordern wirksamere Maßnahmen
Vor dem Hintergrund der Studienergebnisse sprechen sich die Auftraggeber gegen kommunale Verpackungssteuern aus.
DIHK-Bereichsleiter Sebastian Bolay: „Die Studie deckt sich mit dem, was wir auch von den Unternehmen hören, die bereits davon betroffen sind. Die kommunale Verpackungssteuer ist weder zielführend noch bürokratiearm. Statt neuer Belastungen sollten die bestehenden Kreislaufwirtschaftssysteme gezielt gestärkt und weiterentwickelt werden. Der Ausbau funktionierender Recyclingsysteme und innovativer Lösungen Einsparungen beim Materialeinsatz wären deutlich zielführender.“

Über die Studie
Die Studie „Ökonomische und ökologische Bewertung der Auswirkungen kommunaler Verpackungssteuern“ wurde von der GVM Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung mbH gemeinsam mit dem ifeu – Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg gGmbH erstellt. Grundlage sind umfangreiche Marktdaten, Auswertungen der GVM-Datenbanken, Experteninterviews sowie Vor-Ort-Recherchen in Kommunen mit bestehender Verpackungssteuer. Auftraggeber der Studie sind die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK), die Allianz Verpackung und Umwelt (AVU), der Bundesverband der Systemgastronomie e.V. (BdS), die Papierindustrie, der Fachverband Faltschachtel-Industrie (FFI), der Handelsverband Deutschland (HDE), der Industrieverband Papier- und Folienverpackung (IPV) sowie die Arbeitsgemeinschaft für Serviceverpackungen (PRO-S-PACK). Die Langversion der Studie kann bei der GVM Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung mbH angefordert werden.

Quelle:

HDE Handelsverband Deutschland

(c) CHT Gruppe
03.08.2026

CHT Group: Nachhaltigkeit als Steuerungsinstrument

Die CHT Group hat im Geschäftsjahr 2025 Nachhaltigkeit weiter als festen Bestandteil ihrer Unternehmenssteuerung etabliert. Der aktuelle Nachhaltigkeitsbericht 2025 zeigt, wie ökologische, wirtschaftliche und soziale Ziele zunehmend messbar gemacht und in Prozesse, Entscheidungen sowie Produktentwicklungen integriert werden. 

Ein bedeutender Erfolg für die Unternehmensgruppe war die Auszeichnung des innovativen Färbeverfahrens PIGMENTURA mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2026 in der Produktkategorie. Die Technologie verbindet Ressourcenschonung mit konkretem Kundennutzen und unterstreicht die Innovationskraft der Gruppe. 

Auch unabhängige Bewertungen bestätigen die nachhaltige Entwicklung des Unternehmens: Mit 81 Punkten im EcoVadis-Rating und dem Gold-Status gehört CHT zu den besten fünf Prozent der weltweit bewerteten Unternehmen ihrer Branche. Darüber hinaus wurde sie im Rahmen eines Programms von Deloitte Private, UBS, der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und dem Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) als „Best Managed Company 2026“ ausgezeichnet. 

Die CHT Group hat im Geschäftsjahr 2025 Nachhaltigkeit weiter als festen Bestandteil ihrer Unternehmenssteuerung etabliert. Der aktuelle Nachhaltigkeitsbericht 2025 zeigt, wie ökologische, wirtschaftliche und soziale Ziele zunehmend messbar gemacht und in Prozesse, Entscheidungen sowie Produktentwicklungen integriert werden. 

Ein bedeutender Erfolg für die Unternehmensgruppe war die Auszeichnung des innovativen Färbeverfahrens PIGMENTURA mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2026 in der Produktkategorie. Die Technologie verbindet Ressourcenschonung mit konkretem Kundennutzen und unterstreicht die Innovationskraft der Gruppe. 

Auch unabhängige Bewertungen bestätigen die nachhaltige Entwicklung des Unternehmens: Mit 81 Punkten im EcoVadis-Rating und dem Gold-Status gehört CHT zu den besten fünf Prozent der weltweit bewerteten Unternehmen ihrer Branche. Darüber hinaus wurde sie im Rahmen eines Programms von Deloitte Private, UBS, der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und dem Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) als „Best Managed Company 2026“ ausgezeichnet. 

Ein Schwerpunkt lag auf der Weiterentwicklung der Nachhaltigkeitssteuerung. Durch die Umstellung der Berichterstattung auf die Anforderungen der European Sustainability Reporting Standards (ESRS) werden Transparenz und Vergleichbarkeit ihrer Nachhaltigkeitsleistungen gestärkt. 

Ebenso wurde 2025 eine weltweite Klimarisiko- und Wasserrisikoanalyse für alle Standorte weltweit durchgeführt und Maßnahmen für die weitere Reduzierung der jeweiligen Risiken abgeleitet.

Parallel dazu wurden konkrete Klimaschutzmaßnahmen umgesetzt. Dazu zählen die Umstellung auf erneuerbaren Strom an den Standorten in Großbritannien, Brasilien und Shanghai sowie die Investition in eine eigene Photovoltaikanlage in Torreón. Ergänzt werden diese Maßnahmen durch Projekte wie die biomassebasierte Wärmeversorgung am Standort Dußlingen. 

Für mehr Transparenz entlang der Wertschöpfungskette wurde die automatisierte Berechnung des Product Carbon Footprint eingeführt. Dadurch können produktspezifische Emissionen gezielt analysiert und reduziert werden. 

Auch im sozialen Bereich wurden Fortschritte erzielt: Bereits heute erhalten weltweit mehr als 95 % der Mitarbeitenden der CHT eine Vergütung oberhalb des jeweiligen Existenzlohnniveaus. Bis 2030 soll dies für alle Mitarbeitenden der CHT gelten. 

Quelle:

CHT Gruppe

Auf dem Eisernen Steg: Frankfurt am Main – „Design for Democracy Parade“: Marc Küperkoch (rechts, HSNR), Statist der Oper Frankfurt a.M.(links) sowie Auszubildende der Käthe-Kollwitz Schule und Anni Albers Schule Frankfurt am Main und Studierende der HSNR. Foto: HSNR
Auf dem Eisernen Steg: Frankfurt am Main – „Design for Democracy Parade“: Marc Küperkoch (rechts, HSNR), Statist der Oper Frankfurt a.M.(links) sowie Auszubildende der Käthe-Kollwitz Schule und Anni Albers Schule Frankfurt am Main und Studierende der HSNR.
28.07.2026

Design for Democracy – Atmosphere for a Better Life

Wie kann Design dazu beitragen, Demokratie zu stärken? Mit dieser Frage beschäftigt sich die World Design Capital (WDC) 2026, die unter dem Motto „Design for Democracy – Atmosphere for a Better Life“ steht. Als erste Region Deutschlands trägt Frankfurt RheinMain den von der World Design Organization (WDO) verliehenen Titel. Noch bis zum 1. August 2026 präsentiert die WDC Campus Exhibition im Museum Angewandte Kunst in Frankfurt am Main Arbeiten von Studierenden und Absolvent verschiedener Hochschulen aus ganz Deutschland, darunter auch Beiträge des Fachbereichs Textil- und Bekleidungstechnik der Hochschule Niederrhein (HSNR).
 
Mit dem Projekt „Textile Design Connects“ beteiligt sich der Fachbereich an dem internationalen Programm und zeigt, wie textiles Design gesellschaftlichen Dialog fördern, kulturelles Erbe bewahren und demokratische Werte sichtbar machen kann. Das Projekt verbindet Gestaltung, Handwerk und Partizipation und lädt dazu ein, Design als Instrument des Austauschs und der Mitgestaltung zu verstehen.
 

Wie kann Design dazu beitragen, Demokratie zu stärken? Mit dieser Frage beschäftigt sich die World Design Capital (WDC) 2026, die unter dem Motto „Design for Democracy – Atmosphere for a Better Life“ steht. Als erste Region Deutschlands trägt Frankfurt RheinMain den von der World Design Organization (WDO) verliehenen Titel. Noch bis zum 1. August 2026 präsentiert die WDC Campus Exhibition im Museum Angewandte Kunst in Frankfurt am Main Arbeiten von Studierenden und Absolvent verschiedener Hochschulen aus ganz Deutschland, darunter auch Beiträge des Fachbereichs Textil- und Bekleidungstechnik der Hochschule Niederrhein (HSNR).
 
Mit dem Projekt „Textile Design Connects“ beteiligt sich der Fachbereich an dem internationalen Programm und zeigt, wie textiles Design gesellschaftlichen Dialog fördern, kulturelles Erbe bewahren und demokratische Werte sichtbar machen kann. Das Projekt verbindet Gestaltung, Handwerk und Partizipation und lädt dazu ein, Design als Instrument des Austauschs und der Mitgestaltung zu verstehen.
 
Den Auftakt bildete am 22. April 2026 die interaktive Dialogwerkstatt „Water Connects“ im Museum Angewandte Kunst (MAK). Besucher lernten textile Techniken und natürliche Färbemethoden kennen und entwickelten gemeinsam Ideen für nachhaltige Gestaltung. Im Mittelpunkt standen Ansätze des Integrativen- und Partizipativen Designs, die den gemeinsamen kreativen Prozess fördern und unterschiedliche Perspektiven zusammenbringen.
 
Ein weiterer Höhepunkt folgte im Mai mit der Performance „Ein Aufschrei für die Demokratie“. Gemeinsam mit Repräsentant:innen des Museums Angewandte Kunst, Lehrenden und Studierenden der HSNR sowie Vertreter:innen und Auszubildenden der Kostümwerkstätten der Städtischen Bühnen Frankfurt, der Wiener Theater und der Salzburger Festspiele zog die Gruppe durch die Frankfurter Innenstadt. Begleitet von der Figur „Der Schrei“ machten die Beteiligten auf die Bedeutung textiler Handwerksberufe und den Erhalt traditionellen Fachwissens aufmerksam.
 
„Wir wurden laut für den Erhalt von ganz vielen Gewerken: Schuhmacherei, Putzmacherei, Damen- und Herrenschneiderei, Maske und mehr. Wir wurden laut für den Erhalt der handwerklichen Techniken und des textilen Wissens, das wir im Begriff sind zu verlieren, wenn viele Handwerks- und Industriebetriebe schließen“, erklärt Prof.in Dr.in Marina-Elena Wachs vom Fachbereich Textil- und Bekleidungstechnik.
 
Nach Ansicht der Projektbeteiligten bedrohen finanzielle Einsparungen im Kulturbereich nicht nur Arbeitsplätze, sondern auch den Erhalt handwerklicher Kompetenzen und kulturellen Wissens. Die Auswirkungen reichen weit über die Theaterlandschaft hinaus und betreffen Fragen gesellschaftlicher Teilhabe und kultureller Vielfalt, das breit zur Demokratie-Bildung beiträgt.
 
„Wer sich jetzt für diese Kürzungen ausspricht, entscheidet sich gegen die für die Theaterlandschaft so wichtigen Handwerke in und außerhalb der Kulturbetriebe, was entscheidende kulturelle und wirtschaftliche Konsequenzen für unser Land haben wird“, warnt Markus Maas, Direktor der Kostümwerkstätten der Städtischen Bühnen Frankfurt am Main GmbH.
 
Der letzte große Beitrag seitens der Hochschule Niederrhein zur WDC 2026 ist nun in der aktuellen MAK-Ausstellung zu sehen: Textil- und Mode-Design-Studierende der Hochschule Niederrhein zeigen ihre Entwürfe der Zukunft noch bis 9. August 2026 in Frankfurt am Main.

Networking Day 2026 © Institut für Textiltechnik (ITA) der RWTH Aachen University
28.07.2026

Networking Day 2026: Industriepartner im Austausch zum Textilrecycling

2026 brachte die Industry Research Group (IRG) Polymer Recycling im Rahmen ihres jährlichen Networking Day erneut einige der wichtigsten Stakeholder im Bereich Textilrecycling zusammen. Dieses Jahr fand die Veranstaltung bei der Firma EREMA in Ansfelden, Österreich, statt. Sie vereinte wichtige Akteure aus der gesamten Wertschöpfungskette des Textilrecyclings zu einem Tag des strukturierten Austauschs und intensiver Diskussionen.

Die Gespräche deckten ein breites Spektrum an branchenrelevanten Themen ab. Darunter waren technologische Entwicklungen, aktuelle Marktdynamiken sowie das sich wandelnde politische und regulatorische Umfeld. Referenten von Zschimmer & Schwarz, Volkswagen Group Innovation, STRÄHLE+HESS und der Montanuniversität Leoben lieferten zu diesen Themen fundierte Beiträge. Die interessanten Diskussionen wurden auch dank der IRG-Partner ermöglicht: Bekaert, EREMA, Barmag, Stadler Anlagenbau, Technip Energies, Fibrant, BASF und Remondis.

Die IRG bedankt sich herzlich bei EREMA für die Gastfreundschaft und die Öffnung ihres Technikums, was dem Tagesprogramm eine wertvolle praktische Dimension verlieh.

2026 brachte die Industry Research Group (IRG) Polymer Recycling im Rahmen ihres jährlichen Networking Day erneut einige der wichtigsten Stakeholder im Bereich Textilrecycling zusammen. Dieses Jahr fand die Veranstaltung bei der Firma EREMA in Ansfelden, Österreich, statt. Sie vereinte wichtige Akteure aus der gesamten Wertschöpfungskette des Textilrecyclings zu einem Tag des strukturierten Austauschs und intensiver Diskussionen.

Die Gespräche deckten ein breites Spektrum an branchenrelevanten Themen ab. Darunter waren technologische Entwicklungen, aktuelle Marktdynamiken sowie das sich wandelnde politische und regulatorische Umfeld. Referenten von Zschimmer & Schwarz, Volkswagen Group Innovation, STRÄHLE+HESS und der Montanuniversität Leoben lieferten zu diesen Themen fundierte Beiträge. Die interessanten Diskussionen wurden auch dank der IRG-Partner ermöglicht: Bekaert, EREMA, Barmag, Stadler Anlagenbau, Technip Energies, Fibrant, BASF und Remondis.

Die IRG bedankt sich herzlich bei EREMA für die Gastfreundschaft und die Öffnung ihres Technikums, was dem Tagesprogramm eine wertvolle praktische Dimension verlieh.

Das nächste IRG-Partnertreffen ist für Herbst 2026 geplant. Der Networking Day wird 2027 wieder stattfinden.

Die IRG Polymer Recycling ist ein fortlaufendes Kooperationsprojekt zwischen Unternehmen, die sich für den Forschungsbereich Textilrecycling interessieren, und der ITA Group. Ziel ist es, technologische, wirtschaftliche und strategische Fragen zum Thema Textilrecycling systematisch anzugehen und ein starkes Netzwerk zu schaffen, um die Herausforderungen zu bewältigen.

Quelle:

ITA – Institut für Textiltechnik of RWTH Aachen University

INNATEX58_Summer-Night©Anna-Lena.Guenther.jpg © Anna-Lena Guenther
21.07.2026

Green Fashion zeigt sich zuversichtlich auf der 58. INNATEX

Die Branche für Sustainable Fashion stellt sich der angespannten wirtschaftlichen Lage mit Realismus und Pragmatismus – mit dieser Bilanz schließt die INNATEX am 20. Juli 2026 ihre Türen. Von der Krisenwarnung, die der Handelsverband Deutschland (HDE) vor wenigen Tagen vermeldet hatte, lässt sich die Green-Fashion-Community nicht entmutigen.

„Die im Handel wahrgenommene Kaufzurückhaltung der Konsumentinnen und Konsumenten ist natürlich Thema", sagt Alexander Hitzel, Projektleiter der INNATEX. „Niemand erwartet derzeit einen großen Wurf, aber die Branche zeigt sich konstruktiv und bereit, die nötigen Maßnahmen umzusetzen. Sie weiß zu schätzen, dass die Messe ein verlässlicher Partner ist. Auch wir erkennen neue Anforderungen und gehen sie an."

Die Branche für Sustainable Fashion stellt sich der angespannten wirtschaftlichen Lage mit Realismus und Pragmatismus – mit dieser Bilanz schließt die INNATEX am 20. Juli 2026 ihre Türen. Von der Krisenwarnung, die der Handelsverband Deutschland (HDE) vor wenigen Tagen vermeldet hatte, lässt sich die Green-Fashion-Community nicht entmutigen.

„Die im Handel wahrgenommene Kaufzurückhaltung der Konsumentinnen und Konsumenten ist natürlich Thema", sagt Alexander Hitzel, Projektleiter der INNATEX. „Niemand erwartet derzeit einen großen Wurf, aber die Branche zeigt sich konstruktiv und bereit, die nötigen Maßnahmen umzusetzen. Sie weiß zu schätzen, dass die Messe ein verlässlicher Partner ist. Auch wir erkennen neue Anforderungen und gehen sie an."

Während sich jetzt im Sommer der Kidsbereich rückläufig zeigt, wächst das Interesse internationaler Brands an der INNATEX. Die Messe wird den Blick deshalb verstärkt auf bekannte und internationale Neuzugänge setzen und ihr Angebot im Messecenter Hofheim Rhein-Main künftig neu clustern. Das Retail Summer Camp will die veranstaltende MUVEO GmbH weiter ausbauen und enger mit strategischen Kooperationen und Kampagnen verknüpfen.

Green Fashion mit Zukunft
Der Verband Deutscher Mode- und Textildesigner (VDMD) verlieh im Rahmen der Messe seinen Design Award nachhaltige Kollektionen an Vaude, Jan'n June, Wote und Sweersocean. Die Laudatio hielt Dr. Jürgen Janssen, Generalsekretär des Rats für Nachhaltige Entwicklung. Er lobte, dass die Preisträgerinnen und Preisträger ihrer Vision treu bleiben.

„Wir brauchen jetzt Unternehmen, die Kurs halten. Der Gegenwind, den wir derzeit bei vielen Nachhaltigkeitsthemen wahrnehmen, wird sich wieder drehen", prognostiziert Dr. Janssen. „Wir reden schließlich nicht nur von Kosten, sondern auch von einem Nutzen, der sich etwa in der höheren Qualität und Langlebigkeit zeigt. Und dass der Einsatz nachhaltiger Rohstoffe sowie Transparenz und Fairness in der Lieferkette weniger öffentliche Aufmerksamkeit erhalten als noch vor wenigen Jahren heißt in keiner Weise, dass diese Themen irrelevant wären, auch betriebswirtschaftlich. Diese Werte werden wieder an Bedeutung gewinnen. Man hat es eben buchstäblich mit Moden zu tun, die sich ständig verändern. Ich bin davon überzeugt, dass Unternehmen wie die, die auf der INNATEX ausstellen, zukunftsfähig sind."

Gewissenhafte Unternehmen werden von der EmpCo profitieren
Als feste Größe im INNATEX-Programm gilt mittlerweile das Gespräch der Textilwirtschaft mit einer relevanten Expertenstimme. In dieser Ausgabe sprach Korrespondentin Kirsten Reinhold mit Ronja Hüttinger, Nachhaltigkeitsberaterin von BAM! Bock auf Morgen, über die Auswirkungen der Empowering Consumers for the Green Transition Directive (EmpCo) auf die Branche. Beide waren sich einig: Die EmpCo verschafft kleinen und mittleren Modeunternehmen einen strategischen wie finanziellen Vorsprung gegenüber den großen, konventionellen Konzernen.

„Bei der EmpCo geht es darum, dreisten Umweltlügen ein Ende zu setzen", so Hüttinger. „Statt Pauschalaussagen zählen jetzt konkrete, belegte Angaben. Unternehmen, die über Jahre viel Herzblut in ihre Produkte gesteckt haben, die mit Naturfasern arbeiten, fair produzieren und recyceln, sind klar im Vorteil, denn sie kennen ihre Lieferkette. Genau diesen Vorteil haben die großen Player nicht: Ihnen fehlen die Nachweise. Die EmpCo darf auf keinen Fall zu Greenhushing führen. Im Gegenteil, sie soll den Unterschied zwischen echter gewissenhafter Arbeit und Greenwashing endlich sichtbar machen."

„Die Akteurinnen und Akteure der Branche müssen sich zusammentun“
Eine der wichtigsten Maßnahmen, die Unternehmen weiterbringen, sind Kollaborationen – so der Tenor unter den Modemacher:innen und Expert:innen. Die Möglichkeiten reichen von der Zusammenarbeit zwischen Marke und Handel über Charity-Projekte bis zu gemeinsamen Events.

„Als wir mit unserem liebsten Falafel-Laden in Mülheim an der Ruhr ein T-Shirt gemacht haben, hatten wir nicht damit gerechnet, dass es sich so schnell verkauft“, sagt Henry Canton von Mazine Streetwear. „Die Leute lieben es, weil sie das Gefühl haben, Teil einer Bewegung zu sein. Kooperationen müssen nicht immer den klassischen Mustern folgen. Neben großen Kampagnen können auch kleinere, lokale Partnerschaften eine starke Wirkung entfalten. Dafür braucht es vor allem Offenheit und Kreativität – und den Austausch mit einer Community, die sich gegenseitig inspiriert. Genau das macht die INNATEX für mich aus.“

Der INNATEX Showroom Bern am 16. und 17. August 2026 rundet diese Orderrunde ab. Die nächste INNATEX findet 16. bis 18. Januar 2027 statt.