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16.06.2026

Handel als Treiber der Nachhaltigkeit – Warnung vor erdrückender Regulierung

Der Handelsverband Deutschland (HDE) rückt die Themen Nachhaltigkeit und Umweltschutz beim heutigen Sustainability & Retail Summit in den Fokus. Aus Sicht des HDE bleibt Nachhaltigkeit auch in den aktuell wirtschaftlich herausfordernden Zeiten eine Kernaufgabe von Wirtschaft und Gesellschaft.

Der Handel leistet seit vielen Jahrzehnten einen wichtigen Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit und Umweltschutz. Ein prominentes Beispiel ist die Gründung des Deutschen Pfandsystems (DPG) vor 20 Jahren. Hier schuf die Branche einen Meilenstein für erfolgreiche Kreislaufwirtschaft und Recycling. Gleichzeitig investieren viele Handelsunternehmen beispielsweise in den Second-Hand-Markt und fördern damit einen nachhaltigeren Umgang mit Ressourcen: So wird allein im Online-Handel inzwischen jeder zehnte Euro mit gebrauchten Produkten umgesetzt.

Der Handelsverband Deutschland (HDE) rückt die Themen Nachhaltigkeit und Umweltschutz beim heutigen Sustainability & Retail Summit in den Fokus. Aus Sicht des HDE bleibt Nachhaltigkeit auch in den aktuell wirtschaftlich herausfordernden Zeiten eine Kernaufgabe von Wirtschaft und Gesellschaft.

Der Handel leistet seit vielen Jahrzehnten einen wichtigen Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit und Umweltschutz. Ein prominentes Beispiel ist die Gründung des Deutschen Pfandsystems (DPG) vor 20 Jahren. Hier schuf die Branche einen Meilenstein für erfolgreiche Kreislaufwirtschaft und Recycling. Gleichzeitig investieren viele Handelsunternehmen beispielsweise in den Second-Hand-Markt und fördern damit einen nachhaltigeren Umgang mit Ressourcen: So wird allein im Online-Handel inzwischen jeder zehnte Euro mit gebrauchten Produkten umgesetzt.

Damit der Handel seine Rolle als Treiber der nachhaltigen Transformation auch künftig erfüllen kann, braucht es jedoch verlässliche und praxisnahe politische Rahmenbedingungen. „Zu oft erleben wir im regulatorischen Alltag den Unterschied zwischen gut gemeint und gut gemacht. Wenn die Politik den Bogen überspannt, würgt sie genau die Investitionskraft ab, die wir für den Wandel dringend brauchen. Wir brauchen eine Wirtschaftspolitik des Vertrauens und des Augenmaßes – keinen dirigistischen Dauerdruck“, sagt HDE-Präsident Alexander von Preen.

Als aktuelles Beispiel nennt der HDE die europäische Verpackungsverordnung (PPWR). Deren Umsetzung sei in der derzeit vorgesehenen Form und innerhalb der geltenden Fristen für viele Unternehmen kaum zu bewältigen. „Wir steuern hier sehenden Auges in ein bürokratisches Chaos und riskieren ohne Not die Überforderung der Wirtschaft. Das ist eine Entwicklung, die uns fatal an das Debakel rund um die Entwaldungsverordnung (EUDR) erinnert“, so von Preen.

Grundsätzlich unterstützt der HDE die Ziele der PPWR und befürwortet die Verordnung. Voraussetzung für eine erfolgreiche Umsetzung seien jedoch praktikable Lösungen. „Wenn wir den Geist der Verordnung retten wollen, muss der Anwendungsbeginn verschoben werden. Wir brauchen mehr Zeit um praktikable, europaweit harmonisierte Lösungen zu entwickeln, die den Zielen dienen, ohne die Unternehmen im administrativen Aufwand zu erdrücken“, fordert von Preen.

Auf dem Sustainability & Retail Summit am 16.Juni 2026 erwartet der HDE neben Bundestagsabgeordneten, Fachexpertinnen und -experten auch den Bundesumweltminister Carsten Schneider, der die Veranstaltung mit einer Begrüßungsrede eröffnen wird.

MUNICH FABRIC START Foto (c) MUNICH FABRIC START
15.06.2026

Art meets Textiles - MUNICH FABRIC START startet Designers Area für Kunst und Textilien

Im Zeichen von Kunst, Kreativität und persönlichem Geschmack überrascht die MUNICH FABRIC START in ihrem Jubiläumsjahr mit neuen Perspektiven auf die Zukunft der Textil- und Modebranche. Zur kommenden Veranstaltung vom 14. bis 16. Juli 2026 im MOC München erweitert die internationale Textilmesse ihr kuratorisches Konzept um eine Designers Area, die textile Innovationen im Spannungsfeld von Kunst, Handwerk und Technologie erlebbar macht. 

Zu den Highlights zählen zwei großformatige textile Arbeiten des französischen Künstlers Julien Jaca. Die Werke „Children of Sky“ und „Riders of Silence“ werden als eindrucksvolle textile Installationen neue atmosphärische Akzente setzen. Ergänzt wird die Ausstellung durch Richard Nadlers „Sanctum Carnis“ – eine monumentale Stickarbeit, die die Verbindung von KI-generierter Bildsprache und traditioneller textiler Umsetzung erforscht. Darüber hinaus arbeitet die MUNICH FABRIC START an einer internationalen Video-Art-Kooperation, die weitere Impulse an der Schnittstelle von Kunst, Design und Materialität setzen wird. 

Im Zeichen von Kunst, Kreativität und persönlichem Geschmack überrascht die MUNICH FABRIC START in ihrem Jubiläumsjahr mit neuen Perspektiven auf die Zukunft der Textil- und Modebranche. Zur kommenden Veranstaltung vom 14. bis 16. Juli 2026 im MOC München erweitert die internationale Textilmesse ihr kuratorisches Konzept um eine Designers Area, die textile Innovationen im Spannungsfeld von Kunst, Handwerk und Technologie erlebbar macht. 

Zu den Highlights zählen zwei großformatige textile Arbeiten des französischen Künstlers Julien Jaca. Die Werke „Children of Sky“ und „Riders of Silence“ werden als eindrucksvolle textile Installationen neue atmosphärische Akzente setzen. Ergänzt wird die Ausstellung durch Richard Nadlers „Sanctum Carnis“ – eine monumentale Stickarbeit, die die Verbindung von KI-generierter Bildsprache und traditioneller textiler Umsetzung erforscht. Darüber hinaus arbeitet die MUNICH FABRIC START an einer internationalen Video-Art-Kooperation, die weitere Impulse an der Schnittstelle von Kunst, Design und Materialität setzen wird. 

Neben dem Storytelling-Projekt „30 Years. 30 Stories.“ ist die Designers Area ein weiteres Sonderformat anlässlich des 30-jährigen Bestehens der MUNICH FABRIC START. Es verbindet die Geschichte und Zukunft der Textil- und Modebranche und macht textile Wertschöpfung auf neue Weise sichtbar – von der Stoffentwicklung über die Materialauswahl bis hin zum finalen Designprodukt. Als inspirierende Plattform präsentiert das Format zukunftsweisende Ideen, innovative Designansätze und die Perspektiven einer jungen Generation von Gestaltenden. 
 
Fünf Trends 
Ebenso prominent wie richtungsweisend sind die Stofftrends für Autumn.Winter 27/28, die auf der kommenden MUNICH FABRIC START in den Trendforen inszeniert werden. Unter dem Leitthema „TASTE.“ werden fünf wesentliche Strömungen zusammengefasst: 
 
Quiet Disruption steht für eine neue Form des subtilen Widerstands und verbindet dekonstruiertes Heritage mit moderner Funktionalität. Ceremonial widmet sich der Sehnsucht nach Ritualen, Spiritualität und emotionaler Tiefe und interpretiert Eleganz mit opulenten, ausdrucksstarken Materialien neu. Drifting reflektiert hybride Lebenswelten und vereint technische Performance-Qualitäten mit vertrauten Traditionen. Intimate rückt Nähe, Komfort und sensorische Erfahrungen in den Mittelpunkt und definiert Luxus über Haptik und Wohlbefinden. Inheritance schließlich beschäftigt sich mit Herkunft, Handwerk und kulturellem Gedächtnis und übersetzt textile Traditionen in eine zeitgemäße Formensprache. 
 
Über alle Trends hinweg prägen haptische Oberflächen, innovative Veredelungen, handwerkliche Details und die Neuinterpretation klassischer Materialien die Saison. Die Stoffe erzählen Geschichten von Identität, Zugehörigkeit und persönlichem Ausdruck – und spiegeln damit den Wunsch nach mehr Authentizität, Bedeutung und Individualität wider. 
 
Drei Hallen 
Die MUNICH FABIC START wird künftig in den Hallen 1, 2 und 3 des MOC München stattfinden. Das optimierte Hallenkonzept vereint die relevanten Marktsegmente auf kompakterer Fläche und schafft ein konzentriertes, hochwertiges Messeerlebnis mit kurzen Wegen und maximaler Orientierung. 
 
Die Anpassung erfolgt vor dem Hintergrund der langfristigen Neuvermietung der Halle 4 durch den Eigentümer des MOC München. 
 
Die drei Hallen- und Atriumsflächen im MOC bieten weiterhin perfekte Voraussetzungen, um die führende europäische Textilmesse mit ihren Show-in-Shows BLUEZONE, KEYHOUSE und THE SOURCE auf gewohnt hohem Niveau durchzuführen und gleichzeitig neue, fokussierte Konzepte für die Zukunft der europäischen Fashion- und Textile-Community zu entwickeln. 

Quelle:

MUNICH FABRIC START

12.06.2026

Neues VerpackDG: Last-Minute-Regelung für Rezyklateinsatz

Der Bundestag hat das Verpackungsrecht-Durchführungsgesetz mit einer Regelung verabschiedet, die im ursprünglichen Kabinettsentwurf noch nicht enthalten war.

Der Umweltausschuss hatte erst am Vortag der Abstimmung vorgeschlagen, mit § 26a eine Verordnungsermächtigung zur Förderung des Rezyklateinsatzes (Ökomodulierung der Verpackungsentgelte) aufzunehmen.

„Dass diese Forderung der Recyclingbranche nun – wenn auch in letzter Minute – Eingang ins Gesetz gefunden hat, ist ausdrücklich zu begrüßen", sagt bvse-Vizepräsident Herbert Snell. Gleichwohl sei der vorgesehene Zeitrahmen bis Januar 2027 sehr ehrgeizig. Der bvse stehe jedenfalls bereit, gemeinsam mit den Akteuren entlang der Wertschöpfungskette, kurzfristig tragfähige Modelle zu entwickeln.

Der Bundestag hat das Verpackungsrecht-Durchführungsgesetz mit einer Regelung verabschiedet, die im ursprünglichen Kabinettsentwurf noch nicht enthalten war.

Der Umweltausschuss hatte erst am Vortag der Abstimmung vorgeschlagen, mit § 26a eine Verordnungsermächtigung zur Förderung des Rezyklateinsatzes (Ökomodulierung der Verpackungsentgelte) aufzunehmen.

„Dass diese Forderung der Recyclingbranche nun – wenn auch in letzter Minute – Eingang ins Gesetz gefunden hat, ist ausdrücklich zu begrüßen", sagt bvse-Vizepräsident Herbert Snell. Gleichwohl sei der vorgesehene Zeitrahmen bis Januar 2027 sehr ehrgeizig. Der bvse stehe jedenfalls bereit, gemeinsam mit den Akteuren entlang der Wertschöpfungskette, kurzfristig tragfähige Modelle zu entwickeln.

Als Orientierung empfiehlt der bvse das französische Modell. bvse-Vizepräsident Herbert Snell: "Dort erhalten Hersteller, die Rezyklate einsetzen, spürbare Reduzierungen bei den Beteiligungsentgelten. Ein vergleichbarer Ansatz ließe sich auch in Deutschland umsetzen. Zudem sollte – analog zum französischen Modell – auch die geografische Dimension berücksichtigt werden, etwa durch die Definition eines Einzugsgebiets, um regionale Stoffkreisläufe zu stärken."

"Wir können es uns aber nicht leisten, auf die volle Wirkung der PPWR in einigen Jahren zu warten", macht Dirk Textor, Vorsitzender des bvse-Fachverbands Kunststoffrecycling deutlich. "Die Recyclingwirtschaft braucht bereits heute verlässliche Absatzperspektiven. Der Rezyklatanteil liegt derzeit weiterhin unter 20 Prozent. Dieser Wert ist nicht in Stein gemeißelt. Den könnten wir schon heute deutlich steigern."

Die nächsten Schritte sind daher klar: Die politischen Zielsetzungen zur Kreislaufwirtschaft müssen jetzt konsequent mit funktionierenden Marktmechanismen hinterlegt werden. Entscheidend ist vor allem, verlässliche Absatzmärkte für Rezyklate zu schaffen und damit Investitionssicherheit für Recyclingunternehmen zu gewährleisten. Ein wesentlicher Hebel liegt in der öffentlichen Beschaffung: Bund, Länder und Kommunen sollten ihre Marktmacht gezielt nutzen, um die Nachfrage nach Rezyklaten zu stärken.

Zentral ist zudem eine zügige und praxistaugliche Umsetzung der EU-Verpackungsverordnung (PPWR). Weitere Verzögerungen würden dringend benötigte Investitionen ausbremsen. Gerade vor dem Hintergrund aktueller geopolitischer Krisen zeigt sich, wie wichtig wirtschaftlich stabile Recyclingstrukturen für die Resilienz Europas sind – Deutschland und Europa dürfen hier keine weiteren Kapazitäten verlieren.

Wenn die kunststoffverarbeitende Industrie künftig nicht einseitig von Rohstoffimporten abhängig sein will, müssen bereits heute stabile und langfristige Lieferbeziehungen aufgebaut werden. "Recyclingkapazitäten entstehen nicht kurzfristig – und was einmal verloren geht, lässt sich nicht schnell ersetzen. Eine zukunftsfähige Industriepolitik darf sich nicht auf die Sicherung von Primärrohstoffen beschränken. Sie muss ebenso die Verfügbarkeit von Sekundärrohstoffen in den Blick nehmen", betont Snell.

Gleichzeitig gilt es, Wettbewerbsverzerrungen durch Importe zu beseitigen: Europäische Recycler dürfen nicht durch niedrigere Umwelt- und Qualitätsstandards im Ausland benachteiligt werden. Mehr Transparenz im internationalen Handel, etwa durch klare Zollcodes für Rezyklate und wirksamer Vollzug, ist hierfür unerlässlich.

Nicht zuletzt muss die Qualität der Stoffströme verbessert werden – etwa durch konsequentes Design for Recycling. Dirk Textor, Vorsitzender des bvse-Fachverbandes Kunststoffrecycling: "Wir können in den Recyclinganlagen vieles lösen. Aber wir können die Fehler schlechten Designs nicht vollständig wegrecyceln."

Darüber hinaus braucht es bessere Rahmenbedingungen für die Branche. Dazu zählen insbesondere schnellere Genehmigungs- und Planungsverfahren sowie insgesamt weniger bürokratische Belastungen.

Ebenso entscheidend sind wettbewerbsfähige Energiepreise. Angesichts der Energieintensität der Prozesse ist das keine Kleinigkeit, sondern eine existenzielle Frage für die Wettbewerbsfähigkeit der Recyclingindustrie. bvse-Vizepräsident Herbert Snell: "Ja, es gibt den Industriestrompreis, aber Kunststoffrecycler profitieren davon kaum, weil die Regelung auf einer veralteten Wirtschaftszweigklassifikation basiert und die Kunststoffrecyclingunternehmen hier außen vor bleiben. Dabei sollte gerade eine Branche, die nachweislich CO2 einspart und Primärrohstoffe ersetzt, bei der Entlastung der energieintensiven Industrie selbstverständlich berücksichtigt werden."

Quelle:

bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung

@ AiF Projekt GmbH
12.06.2026

Innovationstag: Mittelstand macht Zukunft!

Wie entstehen Innovationen, die aktuelle technologische Herausforderungen angehen und zugleich die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands stärken? Auf dem Innovationstag Mittelstand 2026 des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE) wurde diese Frage ganz praktisch beantwortet: mit Forschungs- und Entwicklungsprojekten, die auf konkrete Anforderungen in Unternehmen eingehen, und aus denen neue Technologien und marktnahe Anwendungen entstehen. Rund 300 Ausstellende aus mittelständischen Unternehmen, Start-ups, Handwerksbetrieben sowie Forschungseinrichtungen präsentierten bei dem Open-Air-Event in Berlin-Pankow aktuelle Projektergebnisse. Rund 2.000 Besucherinnen und Besucher nutzten die Veranstaltung für fachlichen Austausch, Vernetzung und Einblicke in die Innovationspraxis des deutschen Mittelstands.

Wie entstehen Innovationen, die aktuelle technologische Herausforderungen angehen und zugleich die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands stärken? Auf dem Innovationstag Mittelstand 2026 des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE) wurde diese Frage ganz praktisch beantwortet: mit Forschungs- und Entwicklungsprojekten, die auf konkrete Anforderungen in Unternehmen eingehen, und aus denen neue Technologien und marktnahe Anwendungen entstehen. Rund 300 Ausstellende aus mittelständischen Unternehmen, Start-ups, Handwerksbetrieben sowie Forschungseinrichtungen präsentierten bei dem Open-Air-Event in Berlin-Pankow aktuelle Projektergebnisse. Rund 2.000 Besucherinnen und Besucher nutzten die Veranstaltung für fachlichen Austausch, Vernetzung und Einblicke in die Innovationspraxis des deutschen Mittelstands.

Die Bandbreite der gezeigten Projekte reichte von intelligenten Produktionssystemen über digitale Gesundheitsanwendungen bis hin zu ressourceneffizienten Fertigungstechnologien. Sichtbar wurde vor allem eines: Innovation im Mittelstand entsteht häufig nah am konkreten Bedarf, anwendungsorientiert und in enger Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen und Netzwerkpartnern.

„Innovation beginnt dort, wo Menschen bereit sind, neue Ideen zu verfolgen. Die großen Entdeckungen und technologischen Fortschritte der Geschichte wären ohne Mut, Neugier und Pioniergeist nicht möglich gewesen. Genau diese Haltung erleben wir heute auch im Mittelstand und bei den Ausstellern des Innovationstags“, betonte auch Gitta Connemann, Parlamentarische Staatssekretärin bei der Bundesministerin für Wirtschaft und Energie und Mittelstandsbeauftragte der Bundesregierung bei der Auszeichnung der ZIM-Projekte des Jahres.

Innovation im Dialog: Praxis statt Zukunftsversprechen
Mit Fachimpulsen, Projektvorstellungen, Themenrundgängen und Diskussionsformaten beschäftigte sich die Veranstaltung mit der konkreten Umsetzung von Innovationen. Im Fokus standen weniger abstrakte Zukunftsszenarien als die Frage, wie neue Technologien entwickelt, erprobt und erfolgreich in den Markt gebracht werden.

Das Bühnenprogramm griff zentrale Themen des Mittelstands auf – darunter Digitalisierung, Fachkräftesicherung, Nachhaltigkeit, industrielle Transformation und Technologietransfer. Unternehmen und Forschungspartner berichteten aus der Praxis und zeigten, wie aus Forschungsprojekten marktfähige Produkte und Verfahren entstehen. Ergänzt wurde das Programm durch interaktive Austauschformate sowie die „International Area“, in der grenzüberschreitende Innovationskooperationen vorgestellt wurden. 

Ein neues Format war der „ZIM-NetzwerkCampus“. Er brachte Akteure aus unterschiedlichen Technologiebereichen gezielt miteinander ins Gespräch und zeigte, welche Bedeutung interdisziplinäre Netzwerke für Innovationsprozesse im Mittelstand haben. 
 
ZIM-Projekte des Jahres 2026 ausgezeichnet
Ein Höhepunkt des Innovationstags war die Auszeichnung der „ZIM-Projekte des Jahres 2026“. Gitta Connemann, Parlamentarische Staatssekretärin bei der Bundesministerin für Wirtschaft und Energie und Mittelstandsbeauftragte der Bundesregierung, würdigte Forschungs- und Entwicklungsprojekte, die beispielhaft für Innovationskraft, Praxisbezug und technologischen Fortschritt im Mittelstand stehen. „Das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand und unsere weiteren Förderprogramme zielen auf den Mittelstand. Von den 3,9 Millionen Betrieben in Deutschland sind 99 Prozent kleine und mittlere Unternehmen. Sie werden zuweilen nicht gesehen und kommen nicht in den Schlagzeilen vor. Dennoch tragen sie unser Land, weil sie Kraftwerk und Kreativzentrum zugleich sind“, sagte Gitta Connemann. Die Auszeichnungen wurden in den Kategorien Einzelprojekt, Kooperationsprojekt, Handwerksprojekt und Innovationsnetzwerk vergeben.

ZIM-Einzelprojekt des Jahres 2026
Für das „ZIM-Einzelprojekt des Jahres“ wurde die SINOVO health solutions GmbH ausgezeichnet. Mit „AUdiTE“ entwickelte das Unternehmen ein Assistenzsystem zur automatisierten Analyse von Diabetesdaten. Die Software unterstützt Ärztinnen und Ärzte dabei, komplexe Therapieverläufe schneller auszuwerten und fundierte Therapieentscheidungen zu treffen. Die Anwendung reagiert auf zwei zentrale Herausforderungen in der Diabetesversorgung: immer größere Datenmengen und steigenden Zeitdruck im medizinischen Alltag. Eine regelbasierte Analyseplattform wertet relevante Daten automatisiert aus und liefert strukturierte Hinweise für die weitere Behandlung.

ZIM-Kooperationsprojekt des Jahres 2026
Die Auszeichnung für das „ZIM-Kooperationsprojekt des Jahres“ erhielten die A. Liersch GmbH und die css-elektronik Computersysteme Dr. Schmidt GmbH. Gemeinsam mit der Helmut-Schmidt-Universität Hamburg als Kooperationspartner entwickelten sie ein intelligentes Überwachungssystem für industrielle Nähprozesse. Das System erkennt sicherheitskritische Nahtfehler bei technischen Textilien automatisiert und in Echtzeit, etwa bei Sicherheitsgurten, Airbags oder Fallschirmen. Möglich wird dies durch die Kombination aus Sensorik, Magnetfeldmessung und KI-gestützter Anomalieerkennung. 

ZIM-Handwerksprojekt des Jahres 2026
Im Handwerk überzeugte die KTB Holzbearbeitung mit einem teilautomatisierten Lackierverfahren für Streichinstrumente. Das Unternehmen wurde für das  „ZIM-Handwerksprojekt des Jahres 2026“ ausgezeichnet. Es entwickelte ein teilautomatisiertes Lackierverfahren für Streichinstrumente, das die bislang sehr zeitaufwendige manuelle Lackierung kleiner und mittlerer Serien deutlich effizienter macht. Ein speziell angepasster Roboterarm ermöglicht einen reproduzierbaren Lackauftrag bei gleichzeitig hoher handwerklicher Qualität. Dadurch lassen sich Fertigungszeiten reduzieren und Produktionskapazitäten erhöhen, wobei die traditionelle Optik der Instrumente erhalten bleibt. 

ZIM-Innovationsnetzwerk des Jahres 2026
 
Als „ZIM-Innovationsnetzwerk des Jahres“ wurde das internationale Netzwerk META ausgezeichnet. Es verbindet Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Automatisierungsexperten aus Deutschland und Polen mit dem Ziel, digitale Produktionslösungen aus dem Bereich Industrie 4.0 für kleine und mittlere Unternehmen weiterzuentwickeln. Im Mittelpunkt stehen intelligente Fertigungssysteme, Automatisierung und datenbasierte Produktionsprozesse. Im Netzwerk entstanden unter anderem ein Infrarotspektroskopie-basiertes Messsystem für Kühlschmierstoffe sowie eine Technologie zur reproduzierbaren Verbesserung von Bauteiloberflächen.
 
Mittelstand als Innovationsmotor
Der Innovationstag Mittelstand 2026 machte deutlich, welche Rolle kleine und mittlere Unternehmen für die Innovationsfähigkeit Deutschlands spielen. Viele der vorgestellten Lösungen entstehen aus konkreten betrieblichen Herausforderungen. Sie sind nah an der Praxis, schnell in der Umsetzung und auf reale Marktbedarfe ausgerichtet. Gerade in wirtschaftlich anspruchsvollen Zeiten investieren mittelständische Unternehmen in neue Technologien, Prozesse und Produkte, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu sichern und auf veränderte Marktanforderungen zu reagieren.

Das technologie- und branchenoffene Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) zählt dabei zu den wichtigsten technologie- und branchenoffenen Förderprogrammen für den innovativen Mittelstand in Deutschland. Es unterstützt Forschungs- und Entwicklungsprojekte von Unternehmen ebenso wie Kooperationen mit Forschungseinrichtungen und Innovationsnetzwerken. 

„Der Mittelstand ist das Rückgrat unserer Wirtschaft. Er verfügt über eine besondere Stärke, ist für die Wettbewerbsfähigkeit unseres Landes von enormer Bedeutung und bringt die Innovationskraft mit, die wir brauchen, um Deutschland zukunftsfähig und zukunftsfest aufzustellen”, so Dr. Janina Jänsch, Leiterin der Abteilung „Mittelstand, Zukunftstechnologien, Start-ups“ im BMWE zur Eröffnung der Veranstaltung. 

Quelle:

AiF Projekt GmbH 

10.06.2026

Textilien zum Anfassen und Mitnehmen – Hochschule-Hightech auf Münchberger Stadtfest

Wenn sich am 13. und 14. Juni 2026 die Innenstadt von Münchberg wieder in eine lebendige Festmeile verwandelt, ist auch die Hochschule Hof mit ihrem Campus Münchberg mittendrin statt nur dabei. Mit einem abwechslungsreichen Programm rund um das Thema Textilien präsentiert sich die Hochschule praxisnah, innovativ und vor allem zum Mitmachen.

Der Campus Münchberg steht seit jeher für zukunftsweisende Studienangebote im Bereich Textiltechnologie und -design. Genau diese Verbindung aus Tradition und Innovation wird auf dem Stadtfest erlebbar gemacht. Besucherinnen und Besucher erhalten spannende Einblicke in Studienmöglichkeiten und aktuelle Entwicklungen – von nachhaltigen Materialien bis hin zu Hightech-Textilien.

Wenn sich am 13. und 14. Juni 2026 die Innenstadt von Münchberg wieder in eine lebendige Festmeile verwandelt, ist auch die Hochschule Hof mit ihrem Campus Münchberg mittendrin statt nur dabei. Mit einem abwechslungsreichen Programm rund um das Thema Textilien präsentiert sich die Hochschule praxisnah, innovativ und vor allem zum Mitmachen.

Der Campus Münchberg steht seit jeher für zukunftsweisende Studienangebote im Bereich Textiltechnologie und -design. Genau diese Verbindung aus Tradition und Innovation wird auf dem Stadtfest erlebbar gemacht. Besucherinnen und Besucher erhalten spannende Einblicke in Studienmöglichkeiten und aktuelle Entwicklungen – von nachhaltigen Materialien bis hin zu Hightech-Textilien.

Personalisierte Brillenputztücher
Ein besonderes Highlight erwartet die Gäste direkt am Stand der Hochschule Hof: Bei der ersten Mitmachaktion können Besucherinnen und Besucher selbst Teil eines kreativen Prozesses werden. Vor Ort aufgenommene Fotos werden unmittelbar auf spezielles Sublimationspapier gedruckt und anschließend mithilfe einer Transferpresse auf Polyester-Brillenputztücher übertragen. So entsteht ein individuelles Andenken zum Mitnehmen – persönlich, praktisch und technologisch spannend zugleich.

“Was trage ich da eigentlich?”
Die zweite Aktion bringt Wissenschaft zum Anfassen: Mit einem tragbaren IR-Spektroskop scannen Expertinnen und Experten die Kleidung der Besucherinnen und Besucher. Ob Baumwolle, Polyester oder Mischgewebe – innerhalb weniger Sekunden wird sichtbar, aus welchen Materialien das eigene Outfit besteht. Ein faszinierender Einblick in die Welt moderner Materialanalyse.

„Unser Ziel ist es, die Begeisterung für textile Technologien zu wecken und zu zeigen, wie vielseitig und zukunftsorientiert dieser Bereich ist, der häufig nur mit Bekleidung in Verbindung gebracht wird. Wir möchten insbesondere junge Menschen inspirieren, sich mit unseren Studienangeboten auseinanderzusetzen und vielleicht sogar ihren beruflichen Weg darin zu finden.“
Prof. Dr. Anett Matthäi

Der Stand der Hochschule Hof lädt an beiden Festtagen zum Entdecken, Ausprobieren und Mitmachen ein. Ob Technikinteressierte, Familien oder Neugierige jeden Alters – hier wird Wissenschaft greifbar und Textilinnovation erlebbar. Ein Besuch lohnt sich – nicht nur für ein individuelles Erinnerungsstück, sondern auch für spannende Einblicke in eine Branche mit Zukunft.

Quelle:

Rainer Krauß, Hochschule Hof

Foto (c) Neo.Fashion.
08.06.2026

Neo.Fashion. Berlin: Modenachwuchs macht sich auf zu neuen Ufern

Über 620 Talente, neun Ausgaben, ein Meilenstein: Die Neo.Fashion. feiert im Juli ihre 10. Edition und setzt mit neuer Struktur ein Zeichen für nachhaltige Nachwuchsförderung in der deutschen Modebranche. Die Plattform für Mode-Nachwuchs begeht ihr zehnjähriges Bestehen mit einer Neuausrichtung und einem Standortwechsel: Die Neo.Fashion. findet im Rahmen der Berlin Fashion Week vom 2. bis 4. Juli 2026 in einer ehemaligen Industriehalle am „Neuen Ufer 13“ in Berlin-Moabit statt. Seit der Gründung 2017 haben mehr als 620 Absolvent:innen ihre Kollektionen präsentiert; in diesem Jahr werden bis zu 80 Teilnehmende in über zehn Shows erwartet. Auf dem Programm stehen die Best Graduates Shows und Aspiring Designer Shows; zudem werden der Neo.Fashion. Award und der Digital Fashion Award verliehen. Zugesagt haben bislang zehn Hochschulen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und der Ukraine. Inhaltlich steht insbesondere das Thema Nachhaltigkeit im Fokus der Arbeiten. Mit der Gründung des gemeinnützigen Neo.Fashion. e.V. im Jahr 2025 wurden zudem die organisatorischen Strukturen professionalisiert und die Grundlage für eine langfristige Nachwuchsförderung gestärkt. 

Über 620 Talente, neun Ausgaben, ein Meilenstein: Die Neo.Fashion. feiert im Juli ihre 10. Edition und setzt mit neuer Struktur ein Zeichen für nachhaltige Nachwuchsförderung in der deutschen Modebranche. Die Plattform für Mode-Nachwuchs begeht ihr zehnjähriges Bestehen mit einer Neuausrichtung und einem Standortwechsel: Die Neo.Fashion. findet im Rahmen der Berlin Fashion Week vom 2. bis 4. Juli 2026 in einer ehemaligen Industriehalle am „Neuen Ufer 13“ in Berlin-Moabit statt. Seit der Gründung 2017 haben mehr als 620 Absolvent:innen ihre Kollektionen präsentiert; in diesem Jahr werden bis zu 80 Teilnehmende in über zehn Shows erwartet. Auf dem Programm stehen die Best Graduates Shows und Aspiring Designer Shows; zudem werden der Neo.Fashion. Award und der Digital Fashion Award verliehen. Zugesagt haben bislang zehn Hochschulen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und der Ukraine. Inhaltlich steht insbesondere das Thema Nachhaltigkeit im Fokus der Arbeiten. Mit der Gründung des gemeinnützigen Neo.Fashion. e.V. im Jahr 2025 wurden zudem die organisatorischen Strukturen professionalisiert und die Grundlage für eine langfristige Nachwuchsförderung gestärkt. 

Was 2017 mit einer Vision begann, ist heute eine feste Größe für junge Fashion Designerinnen und -Designer in Deutschland: Die Neo.Fashion. feiert in diesem Jahr ihre 10. Edition. 2019 wurde die Neo.Fashion. erstmals Teil der offiziellen Berlin Fashion Week und hat sich seitdem im Kalender der internationalen Modewoche etabliert. Mit den Best Graduates Shows, den Aspiring Designer Shows, dem Neo.Fashion. Award sowie dem im vergangenen Jahr erstmals verliehenen Digital Fashion Award ist ein besonderes Ökosystem entstanden, das weit über eine reine Präsentationsplattform hinausgeht. 

Mit der Gründung des gemeinnützigen Neo.Fashion. e.V. im Jahr 2025 markiert die Initiative einen wichtigen Schritt in Richtung langfristiger und strukturierter Nachwuchsförderung. Ein breit aufgestelltes Organisationsteam bearbeitet in der neuen Aufstellung die unterschiedlichen Bereiche der Neo.Fashion. von der Hochschulkoordination über Kommunikation und Marketing bis hin zur technischen Umsetzung und den Kontakten zur Modeindustrie, zur Textilforschung und zu StartUps. Workshops, Wettbewerbe, Mentoring-Programme und internationale Kooperationen gehören künftig zum erweiterten Angebot der Neo.Fashion.  

Außerdem vollzieht die Neo.Fashion. eine räumliche Neuorientierung: Vom 2. bis 4. Juli 2026 – wie immer zur Berlin Fashion Week – zieht die Veranstaltung diesmal ins „Neues Ufer 13“ in Berlin-Moabit: eine ehemalige Industriehalle, die mit ihrer rohen, urbanen Ästhetik einen authentischen Rahmen für junge, unverbrauchte Modesprache bietet. „Wir verstehen das ‚Neues Ufer‘ als eine Metapher: Für uns als Format, das sich seit zehn Jahren immer wieder neu erfindet. Und für die Talente, die hier ihre Kollektionen zeigen und deren Ziel ein neues Ufer ist“, so Jens Zander, Geschäftsführer der Agentur S49 für Markeninszenierung, Gründer der Neo.Fashion und Leiter des neuen Neo.Fashion. e.V. In diesem Team konzentriert sich Zander auf die Produktion und strategische Weiterentwicklung der Plattform. 

Vorgesehen sind wieder über zehn professionelle Modenschauen, in denen ausgewählte Absolvent:innen aus nahezu allen deutschen Modehochschulen ihre Kollektionen präsentieren. Pro Schau zeigen jeweils sechs bis acht Nachwuchsdesigner:innen ihre Arbeiten. Insgesamt treten im Juli bis zu 80 Teilnehmende vor ein breites öffentliches Publikum – weit über die Fachwelt hinaus. In diesem Ansatz unterscheidet sich die Neo.Fashion. von anderen Formaten. 

Ihre Teilnahme bereits fest zugesagt haben zehn Hochschulen: die Hochschule Pforzheim (Pforzheim), die Hochschule Niederrhein (Krefeld, Mönchengladbach), die AMD Akademie Mode & Design (Berlin, Hamburg, Düsseldorf, Wiesbaden, München), die Hochschule Reutlingen (Reutlingen), die Hochschule Hannover (Hannover), die Hochschule Bielefeld (Bielefeld), die Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin – HTW Berlin (Berlin), die Hochschule Macromedia (Berlin), die Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle (Halle/Saale) sowie die HAW - Hochschule für Angewandte Wissenschaften (Hamburg). International dabei sind die Universität für künstlerische und industrielle Gestaltung Linz (Linz, Österreich), die Hochschule für Gestaltung und Kunst Basel – HGK FHNW (Basel, Schweiz), Fashion Art Toronto (Toronto, Kanada) sowie die Kyiv National University of Technologies and Design – KNUTD (Kyjiw, Ukraine). 

Ein Thema zieht sich durch nahezu alle auf der Neo.Fashion. präsentierten Kollektionen: Nachhaltigkeit. Was vor zehn Jahren noch Nischenthema war, ist heute essenzieller Bestandteil und Motor der kreativen Arbeit junger Designer:innen. Von der Materialwahl über Produktionsprozesse bis hin zu zirkulären Designansätzen – die Neo.Fashion.-Absolventinnen und -Absolventen denken Mode von Grund auf neu und setzen Standards für eine verantwortungsvolle Zukunft der Branche. Die Neo.Fashion. fördert diesen Wandel aktiv und schafft Raum für innovative, nachhaltige Ansätze. 

Nachwuchsförderung als Investition in die Zukunft 
Die gesamte deutsche Modewirtschaft – einschließlich Handel, Start-ups und FashionTech – erwirtschaftet nach Berechnungen von Oxford Economics im Auftrag des Fashion Council Germany (FCG) und des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) einen BIP-Beitrag von rund 70 Milliarden Euro und sichert rund eine Million Arbeitsplätze. Die deutsche Textil- und Bekleidungsindustrie erwirtschaftet davon jährlich rund 32 Milliarden Euro Umsatz und beschäftigt über 120.000 Menschen in rund 1.400 Unternehmen. Der gesamte deutsche Bekleidungsmarkt verzeichnete 2025 einen Umsatz von rund 67,7 Milliarden Euro. 

Um diese Position zu halten und auszubauen, braucht es kontinuierliche Nachwuchsförderung. Plattformen wie die Neo.Fashion. spielen dabei eine zentrale Rolle: Sie bilden die Schnittstelle zwischen Ausbildung und Berufseinstieg und ermöglichen es jungen Designer:innen, sich mit der Industrie zu vernetzen und erste Sichtbarkeit zu erlangen. 

Erfolgsgeschichten und internationale Partnerschaften 
Die Bedeutung der Neo.Fashion. als Sprungbrett für junge Designer:innen zeigt sich in zahlreichen Erfolgsgeschichten: Viele Absolventinnen und Absolventen, die ihre erste Kollektion auf der Neo.Fashion. präsentierten, sind dort heute mit eigenen Labels vertreten und haben sich als feste Größen im Kalender der Berlin Fashion Week etabliert. 

Besonders hervorzuheben ist die seit 2022 bestehende Partnerschaft mit der Ukrainian Fashion Week, die ukrainischen Designtalenten trotz der schwierigen Situation in ihrer Heimat eine internationale Bühne bietet. Strategische Partner wie der Fashion Council Germany (FCG) und der Gesamtverband textil+mode unterstützen die Neo.Fashion. dabei, die Reichweite zu vergrößern und jungen Talenten Türen in die Industrie zu öffnen. 

Neo.Fashion. – das Ökosystem 
Best Graduates Show: Die Hauptshow der Neo.Fashion. während der Berlin Fashion Week, bei der die besten Abschlusskollektionen von Modedesign-Studierenden aus ganz Deutschland in professionellen Laufsteg-Shows präsentiert werden. 

Neo.Fashion. Award: Auszeichnung für herausragende Nachwuchstalente, die sich durch besondere Kreativität, Innovation oder nachhaltige Ansätze in ihren Kollektionen auszeichnen und damit Impulse für die Zukunft der Modebranche setzen. 

Aspiring Designer Shows: Plattform für junge Designerinnen und Designer, die bereits erste Schritte in die Selbstständigkeit gemacht haben und ihre eigenen Labels aufbauen – sie erhalten die Möglichkeit, ihre aktuellen Kollektionen einem breiten Fachpublikum vorzustellen. 

Digital Fashion Award: Die Einführung im Jahr 2025 setzt Zeichen für eine Mode, die den digitalen Raum nicht mehr nur als Werkzeug, sondern als eigenständigen Gestaltungsort begreift. Für die Neo.Fashion. markiert er einen zentralen Schritt in der Weiterentwicklung des Formats und eröffnet ein neues Kapitel in der Förderung digitaler Nachwuchstalente. 

08.06.2026

Entgelttransparenz: Südwesttextil fordert substanzielle Nachbesserung

Südwesttextil sieht bei der EU-Entgelttransparenzrichtlinie erheblichen Korrekturbedarf – insbesondere zum Erhalt der Tarifautonomie und zur Vermeidung zusätzlicher Bürokratie.  

Die Frist für die Umsetzung der EU-Entgelttransparenzrichtlinie in nationales Recht ist am gestrigen 07.06.2026 abgelaufen. In der Bundespolitik wird die Kritik an der Richtlinie lauter – die zuständige Bundesfamilienministerin Karin Prien hat nun den erheblich höheren Bürokratieaufwand benannt und angekündigt, sich um Nachverhandlungen auf EU-Ebene bemühen zu wollen.

Die Textil- und Bekleidungsindustrie bekennt sich klar zum Ziel der Entgeltgleichheit – als Wirtschafts- und Arbeitgeberverband warnt Südwesttextil aber vor den erheblichen bürokratischen, organisatorischen und rechtlichen Konsequenzen, die mit der Umsetzung der EU-Entgelttransparenzrichtlinie einhergehen. In einem Positionspapier fordert der Verband insbesondere, dass bewährte Prinzipien – insbesondere die Tarifautonomie und die Angemessenheitsvermutung – erhalten bleiben und dass die Regulierung bürokratiearm und praxistauglich umgesetzt wird.

Südwesttextil sieht bei der EU-Entgelttransparenzrichtlinie erheblichen Korrekturbedarf – insbesondere zum Erhalt der Tarifautonomie und zur Vermeidung zusätzlicher Bürokratie.  

Die Frist für die Umsetzung der EU-Entgelttransparenzrichtlinie in nationales Recht ist am gestrigen 07.06.2026 abgelaufen. In der Bundespolitik wird die Kritik an der Richtlinie lauter – die zuständige Bundesfamilienministerin Karin Prien hat nun den erheblich höheren Bürokratieaufwand benannt und angekündigt, sich um Nachverhandlungen auf EU-Ebene bemühen zu wollen.

Die Textil- und Bekleidungsindustrie bekennt sich klar zum Ziel der Entgeltgleichheit – als Wirtschafts- und Arbeitgeberverband warnt Südwesttextil aber vor den erheblichen bürokratischen, organisatorischen und rechtlichen Konsequenzen, die mit der Umsetzung der EU-Entgelttransparenzrichtlinie einhergehen. In einem Positionspapier fordert der Verband insbesondere, dass bewährte Prinzipien – insbesondere die Tarifautonomie und die Angemessenheitsvermutung – erhalten bleiben und dass die Regulierung bürokratiearm und praxistauglich umgesetzt wird.

Hauptgeschäftsführerin Edina Brenner: „Die Richtlinie schießt in ihrer aktuellen Form weit über das Ziel hinaus – sie weitet Auskunftsansprüche und Berichtspflichten nicht nur unverhältnismäßig aus, sondern bedroht auch Tarifautonomie und Wettbewerbsfähigkeit. Wir begrüßen vor diesem Hintergrund die Bestrebungen der Bundesregierung sich für Nachbesserungen einzusetzen, auch wenn diese reichlich spät kommen. Jetzt ist schnelles, konsolidiertes Handeln auf EU-Ebene erforderlich, gerade um in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten den politischen Willen zu einem wirksamen Bürokratieabbau mit konkreten Maßnahmen zu hinterlegen.“

Aktuell gelten mit dem Entgelttransparenzgesetz bereits umfangreiche Regelungen, darunter individuelle Auskunftsansprüche und Berichtspflichten. Die EU-Entgelttransparenzrichtlinie weitet diese Vorgaben jedoch erheblich aus, verschärft Sanktionen und Klagemöglichkeiten und führt zu zusätzlichem Organisations- und Dokumentationsaufwand sowie einer Verschlechterung der prozessualen Ausgangslage für Unternehmen. Besonders kritisch bewertet Südwesttextil die Auswirkungen auf die Tarifautonomie: Tarifverträge gewährleisten bereits heute ein hohes Maß an Transparenz, Nachvollziehbarkeit und Gleichbehandlung bei der Entgeltfindung. Durch den Wegfall bestehender Privilegierungen für tarifgebundene und tarifanwendende Unternehmen sowie die vorgesehene Überprüfung tariflicher Bewertungssysteme greift die Richtlinie in den verfassungsrechtlich geschützten Gestaltungsspielraum der Tarifparteien ein. Darüber hinaus erhöhen neue Kriterien zur Bewertung gleichwertiger Arbeit und die Ausweitung von Vergleichsgruppen auf konzern- und unternehmensübergreifende sowie hypothetische Vergleichsfälle die Komplexität und schaffen zusätzliche Rechtsunsicherheit. Auch die verpflichtende Gehaltstransparenz im Bewerbungsverfahren schränkt die Flexibilität von Arbeitgebern ein und kann den Wettbewerb um Fachkräfte weiter verschärfen. Südwesttextil fordert daher eine nationale Umsetzung, die Tarifautonomie und bewährte tarifliche Bewertungssysteme behält sowie praxistaugliche und rechtssichere Rahmenbedingungen für die Unternehmen sicherstellt.

Quelle:

Verband der Südwestdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie Südwesttextil e.V. 

03.06.2026

bvse: Aktionsprogramm zur Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie bleibt hinter den Erwartungen zurück

„Das Aktionsprogramm zur Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie bleibt hinter unseren Erwartungen zurück“, kommentiert Eric Rehbock, Hauptgeschäftsführer des bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung, die Verabschiedung des Programms durch die Bundesregierung.

Aus Sicht des bvse war die Erwartung klar: Nach zahlreichen Strategien, Ankündigungen und Zielsetzungen sollten nun konkrete Maßnahmen folgen, die den Übergang zur Kreislaufwirtschaft tatsächlich beschleunigen.

Stattdessen enthalte das Aktionsprogramm in weiten Teilen bekannte Absichtserklärungen und bereits formulierte Forderungen.

„Man ist angetreten, um die Umsetzung der Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie mit konkreten Maßnahmen zu hinterlegen. Herausgekommen sind vielfach neue Formulierungen für alte Forderungen. Das wirkt streckenweise wie alter Wein in neuen Schläuchen“, so Rehbock.

„Das Aktionsprogramm zur Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie bleibt hinter unseren Erwartungen zurück“, kommentiert Eric Rehbock, Hauptgeschäftsführer des bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung, die Verabschiedung des Programms durch die Bundesregierung.

Aus Sicht des bvse war die Erwartung klar: Nach zahlreichen Strategien, Ankündigungen und Zielsetzungen sollten nun konkrete Maßnahmen folgen, die den Übergang zur Kreislaufwirtschaft tatsächlich beschleunigen.

Stattdessen enthalte das Aktionsprogramm in weiten Teilen bekannte Absichtserklärungen und bereits formulierte Forderungen.

„Man ist angetreten, um die Umsetzung der Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie mit konkreten Maßnahmen zu hinterlegen. Herausgekommen sind vielfach neue Formulierungen für alte Forderungen. Das wirkt streckenweise wie alter Wein in neuen Schläuchen“, so Rehbock.

Besonders kritisch bewertet der bvse die Ausgestaltung der nachhaltigen öffentlichen Beschaffung. Obwohl Bund, Länder und Kommunen als wichtige Nachfrager eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung von Märkten für Recyclingrohstoffe und zirkuläre Produkte spielen könnten, bleibt das Aktionsprogramm nach Einschätzung des Verbandes weitgehend unverbindlich.

Statt klarer Vorgaben und rechtlich durchsetzbarer Anforderungen sei vor allem von Empfehlungen, Leitfäden und einer „Hinwirkung“ auf die öffentliche Hand die Rede.

„Gerade im Bereich der nachhaltigen Beschaffung hätten wir uns deutlich mehr gewünscht. Öffentliche Auftraggeber müssen stärker verpflichtet werden, Produkte aus der Kreislaufwirtschaft einzusetzen. Entscheidend ist, dass solche Vorgaben auch überprüfbar und im Zweifel rechtlich durchsetzbar sind. Freiwilligkeit allein hat bislang nicht zum gewünschten Erfolg geführt“, betont Rehbock.

Zwar begrüßt der bvse ausdrücklich das Ziel der Bundesregierung, das jährliche Auftragsvolumen für zirkuläre Produkte bei Unternehmen mit mehrheitlicher Bundesbeteiligung kontinuierlich zu steigern und regulatorische Hemmnisse abzubauen. Allerdings fehlten konkrete Zielgrößen, Zeitpläne und messbare Zwischenziele.

„Was fehlt, ist ein belastbarer Mechanismus zur Erfolgskontrolle. Wer mehr Kreislaufwirtschaft will, muss auch messen, ob die Nachfrage nach zirkulären Produkten und Rezyklaten tatsächlich steigt“, fordert Rehbock. Deshalb sei ein transparentes Monitoring notwendig, das Fortschritte dokumentiere und Defizite offenlege.

Nach Auffassung des bvse offenbart das Aktionsprogramm damit ein grundlegendes Problem der deutschen Kreislaufwirtschaftspolitik: Die politischen Ziele werden immer ambitionierter, während verbindliche Instrumente zur Marktstärkung häufig fehlen. Gerade die Recyclingwirtschaft brauche jedoch verlässliche Absatzmärkte und klare Investitionssignale. Rehbock: „Wieder wird eine große Chance vertan, der deutschen Kreislaufwirtschaft den dringend notwendigen Schub nach vorne zu geben.“

„Die Nachfrage nach Rezyklaten muss endlich spürbar steigen. Die Recyclingwirtschaft investiert seit Jahren in Anlagen, Technologien und Kapazitäten. Was fehlt, sind stabile Märkte. Wenn die öffentliche Hand ihrer Vorbildfunktion nicht konsequent nachkommt, wird das Ziel einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft nicht erreichbar sein“, so der bvse-Hauptgeschäftsführer und weiter: „Momentan bewegen wir uns nicht in Richtung einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft, sondern immer weiter davon weg. Eine desaströse Entwicklung, die mit kurzfristig belastbaren Maßnahmen aufgehalten und umgekehrt werden muss.

Der bvse fordert daher, das Aktionsprogramm zeitnah um verbindliche Vorgaben für die öffentliche Beschaffung, konkrete Zielwerte für den Einsatz von Sekundärrohstoffen und zirkulären Produkten sowie ein wirksames Monitoring zu ergänzen. Nur so könne aus den richtigen Zielen auch eine messbare Umsetzung werden.

Das Mercedes-Benz Museum bot den Rahmen für die Jahrestagung von Südwesttextil. ©Joshua Lehmann für Südwesttextil
Das Mercedes-Benz Museum bot den Rahmen für die Jahrestagung von Südwesttextil.
24.05.2026

80 Jahre Südwesttextil

Bei der Jahrestagung 2026 blickte Südwesttextil auf die wirtschaftlich schwierige Lage und auf acht Jahrzehnte Verbandsgeschichte zurück. 

Über 100 Vertreterinnen und Vertreter der baden-württembergischen Textil- und Bekleidungsindustrie sowie Gäste aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft kamen am Mittwoch, dem 20.05.2026, zur diesjährigen Jahrestagung des Verbands zusammen, die zugleich im Zeichen des 80-jährigen Jubiläums stand. Das Mercedes-Benz Museum bot den Rahmen für den Blick auf Geschichte, Innovation und Zukunftsorientierung der Industrie. Südwesttextil-Präsident Bodo Th. Bölzle erinnerte in seiner Rede an die Entstehungsgeschichte: „Seit 1946 ist aus Baden und Württemberg, aus Textil und Bekleidung, ein gemeinsamer Verband zusammengewachsen. Eine starke Gemeinschaft, die besonders in wirtschaftlich schwierigen Zeiten zusammensteht.“ 

Bei der Jahrestagung 2026 blickte Südwesttextil auf die wirtschaftlich schwierige Lage und auf acht Jahrzehnte Verbandsgeschichte zurück. 

Über 100 Vertreterinnen und Vertreter der baden-württembergischen Textil- und Bekleidungsindustrie sowie Gäste aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft kamen am Mittwoch, dem 20.05.2026, zur diesjährigen Jahrestagung des Verbands zusammen, die zugleich im Zeichen des 80-jährigen Jubiläums stand. Das Mercedes-Benz Museum bot den Rahmen für den Blick auf Geschichte, Innovation und Zukunftsorientierung der Industrie. Südwesttextil-Präsident Bodo Th. Bölzle erinnerte in seiner Rede an die Entstehungsgeschichte: „Seit 1946 ist aus Baden und Württemberg, aus Textil und Bekleidung, ein gemeinsamer Verband zusammengewachsen. Eine starke Gemeinschaft, die besonders in wirtschaftlich schwierigen Zeiten zusammensteht.“ 

Unter dem Leitgedanken „Gemeinsam für die textile Zukunft“ verband Südwesttextil die Perspektiven der Branche mit einer Einordnung der aktuellen wirtschaftlichen Lage. Die baden-württembergische Textil- und Bekleidungsindustrie ist mit Umsatzeinbußen und einem harten internationalen Wettbewerb konfrontiert – sowohl preis- als auch technologieseitig. Hohe Standortkosten und regulatorische Anforderungen verschärfen die Situation zusätzlich. 

Mit Blick auf diese gesamtwirtschaftliche Entwicklung sprach Bodo Th. Bölzle von tiefgreifenden Herausforderungen für den Standort und warnte vor einem gravierenden Verlust industrieller Wertschöpfung. Gleichzeitig machte er deutlich: „Wir werden – bei allen Herausforderungen – nicht in den Abgesang auf die Industrie einstimmen. Wir sind überzeugt von der Vielfalt der Industriezweige hier im Bundesland und, dass in der Zusammenarbeit zwischen allen Akteuren, auch diese Krise bewältigt werden kann.“ 

Die Textil- und Bekleidungsindustrie sieht sich als innovationsstarken und transformationserfahrenen Wirtschaftszweig, der aktiv zur Zukunft des Standorts beiträgt. Der Verband fordert deshalb einen wettbewerbsfähigen europäischen Wirtschaftsraum mit strategischen Partnerschaften, konsequentem Bürokratieabbau, schnellere und modernere staatliche Prozesse sowie faire Wettbewerbsbedingungen durch eine stärkere Kontrolle von Importstandards. Hinzu kommen Investitionen in digitale und energetische Infrastruktur sowie eine Reform des Vergaberechts, die Qualität und Langlebigkeit stärker berücksichtigt.

Mit Gastredner Wolfgang Bosbach nahm die Jahrestagung auch die aktuellen geopolitischen Entwicklungen in den Blick. Unter dem Titel „Krieg & Krisen – der neue Normalfall? Klartext bei Textil!“ sprach der ehemalige Bundestagsabgeordnete über aktuelle globale Konflikte, wirtschaftliche Unsicherheiten und die Folgen für Unternehmen und Industrie.

Zwischen Historie und Zukunft wurde bei der Jahrestagung vor allem eines deutlich: Der politische Handlungsbedarf ist angesichts der Bedrohung von Wettbewerbsfähigkeit und industrieller Wertschöpfung groß.

Quelle:

Verband der Südwestdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie Südwesttextil e.V. 

Die wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen Madita Fischer und Sylvie Hiemenz präsentieren nachhaltige studentische Arbeiten – zuvor gezeigt auf der Neo.Fashion Berlin. Copyright: Gregor Fischer – Fotografie
Die wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen Madita Fischer und Sylvie Hiemenz präsentieren nachhaltige studentische Arbeiten – zuvor gezeigt auf der Neo.Fashion Berlin.
13.05.2026

HSNR: Mit Hanf in den Textilkreislauf

Mit innovativen Forschungsprojekten rund um Hanf als nachhaltigen Rohstoff präsentierte sich der Fachbereich Textil- und Bekleidungstechnik der Hochschule Niederrhein (HSNR) beim 3. Stakeholder-Dialog zur Erweiterten Herstellerverantwortung für Textilen in Berlin.
 
Auf dem „Marktplatz der textilen Kreislaufwirtschaft“ stellte das Forschungsinstitut für Textil und Bekleidung (FTB) die Projekte „Hanfknit“ und „ReHemp“ vor. Ergänzt wurde der Auftritt durch studentische Arbeiten mit Nachhaltigkeitsbezug, die zuvor auf der Neo.Fashion in Berlin vorgestellt worden waren.
 

Mit innovativen Forschungsprojekten rund um Hanf als nachhaltigen Rohstoff präsentierte sich der Fachbereich Textil- und Bekleidungstechnik der Hochschule Niederrhein (HSNR) beim 3. Stakeholder-Dialog zur Erweiterten Herstellerverantwortung für Textilen in Berlin.
 
Auf dem „Marktplatz der textilen Kreislaufwirtschaft“ stellte das Forschungsinstitut für Textil und Bekleidung (FTB) die Projekte „Hanfknit“ und „ReHemp“ vor. Ergänzt wurde der Auftritt durch studentische Arbeiten mit Nachhaltigkeitsbezug, die zuvor auf der Neo.Fashion in Berlin vorgestellt worden waren.
 
Die eintägige Konferenz brachte mehr als 150 Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Verbänden und Politik zusammen. Im Mittelpunkt stand das Eckpunktepapier zur erweiterten Herstellerverantwortung im Textilbereich und die Frage, wie ein künftiges Textilgesetz Kreislaufwirtschaft praxisnah, effizient und mit möglichst geringem bürokratischem Aufwand ermöglichen kann. Im Rahmen der Veranstaltung trafen die Mitarbeiterinnen des FTB zudem Bundesumweltminister Carsten Schneider und nutzten die Gelegenheit zum Austausch über die Bedeutung innovativer Materialien und zirkulärer Ansätze für eine nachhaltige Transformation der Textilwirtschaft.
 
Der Fachbereich Textil- und Bekleidungstechnik verfügt über modern ausgestattete Labore und bildet die gesamte textile Wertschöpfungskette von der Faserentwicklung bis zum fertigen Produkt. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf Hanf als nachhaltiger, regional anbaubarer Alternative zu Baumwolle.
 
Im Projekt „Hanfknit“, gefördert vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), entwickelte das FTB eine nachhaltige und recyclingfähige Funktionsstrickjacke aus 70 Prozent Hanf und 30 Prozent LyoHemp (Regeneratfasern aus Hanffasern). Das Produkt wird vollständig von der Faser bis zum 3D-Seamless-Strick lokal in der Region rund um Mönchengladbach gefertigt. Durch das innovative Zero-Waste-Verfahren der Firma Bache Innovative entstehen keine Produktionsabfälle. Ein intelligentes Bodymapping-Design mit funktionalen Zonen für Ventilation, Polsterung und enganliegende Bereiche vereint Komfort, Funktionalität und Nachhaltigkeit. Die Jacke wurde bereits im Designprozess auf Ressourcenschonung, Monomaterialität und vielseitige Nutzung ausgelegt und bietet großes Potenzial für Anwendungen in Sport- und Arbeitsbekleidung.
 
Das Projekt „ReHemp“, gefördert durch die Industrielle Gemeinschaftsforschung (IGF), knüpft an diese Entwicklung an und verfolgt das Ziel, Hanffasern in einen geschlossenen textilen Kreislauf zu überführen. Im Fokus steht die Wiederverwertung der im Vorgängerprojekt entwickelten Hanf- / LyoHhemp-Jacke. Künftig soll Lyohemp verstärkt aus Hanf-Abfallstoffen statt aus Primärfasern hergestellt werden. Das Material kombiniert die Robustheit von Hanf mit dem Tragekomfort von Lyocell und bleibt auch nach mehrfacher Wiederverwertung qualitativ hochwertig.
 
Gemeinsam mit dem Thüringisches Institut für Textil- und Kunststoff-Forschung Rudolstadt e.V. (TITK) und zahlreichen Partnern aus der deutschen Textilindustrie entwickelt das FTB hierfür unter anderem eine Abfallklassifizierung für Fasern, Garne sowie Pre- und Post-Consumer-Materialien als Grundlage für effiziente Recyclingprozesse. Die Abfälle werden gesammelt, sortiert und zerkleinert und anschließend chemisch zu neuen Lyocell-Fasern recycelt. Parallel untersucht das Forschungsteam Alterungs- und Mehrfachrecyclingprozesse. Angestrebt werden mindestens drei Recyclingzyklen. Erste Fasern aus Abfallstoffen werden bereits produziert und weiterverarbeitet.

Studiengang International Fashion Business erneut erfolgreich im CHE-Hochschulranking (c) Nadine Wilmanns/Hochschule Reutlingen
Studiengang International Fashion Business erneut erfolgreich im CHE-Hochschulranking
13.05.2026

International Fashion Business am TEXOVERSUM im CHE-Hochschulranking 2026

Im CHE Hochschulranking 2026 erreicht International Fashion Business sehr hohe Studierendenbewertungen und eine Platzierung in der Spitzengruppe bei den Faktenindikatoren „Kontakt zur Berufspraxis“ und „Internationale Ausrichtung“.

Der Bachelorstudiengang International Fashion Business (IFB) an der TEXOVERSUM Fakultät Textil der Hochschule Reutlingen erzielt im aktuellen CHE Hochschulranking 2026 erneut sehr hohe Bewertungen durch seine Studierenden. Gleichzeitig erreicht der Studiengang auch in zentralen Faktenindikatoren Platzierungen in der Spitzengruppe. Mit seiner gezielten Ausrichtung auf die internationale Mode  und Textilwirtschaft misst sich der Studiengang dabei im CHE Ranking mit klassischen betriebswirtschaftlichen Studiengängen anderer Hochschulen. Die Ergebnisse unterstreichen das klar profilierte und deutschlandweit besondere Studienkonzept innerhalb der Betriebswirtschaftslehre.

Im CHE Hochschulranking 2026 erreicht International Fashion Business sehr hohe Studierendenbewertungen und eine Platzierung in der Spitzengruppe bei den Faktenindikatoren „Kontakt zur Berufspraxis“ und „Internationale Ausrichtung“.

Der Bachelorstudiengang International Fashion Business (IFB) an der TEXOVERSUM Fakultät Textil der Hochschule Reutlingen erzielt im aktuellen CHE Hochschulranking 2026 erneut sehr hohe Bewertungen durch seine Studierenden. Gleichzeitig erreicht der Studiengang auch in zentralen Faktenindikatoren Platzierungen in der Spitzengruppe. Mit seiner gezielten Ausrichtung auf die internationale Mode  und Textilwirtschaft misst sich der Studiengang dabei im CHE Ranking mit klassischen betriebswirtschaftlichen Studiengängen anderer Hochschulen. Die Ergebnisse unterstreichen das klar profilierte und deutschlandweit besondere Studienkonzept innerhalb der Betriebswirtschaftslehre.

In der Studierendenbefragung bewerten die IFB Studierenden insbesondere die allgemeine Studiensituation mit 4,6 von 5 Sternen – deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt anderer betriebswirtschaftlicher Studiengänge. Auch Lehrangebot, Betreuung durch Lehrende und Studienorganisation erreichen sehr hohe Werte zwischen 4,5 und 4,6 Sternen.

„Die Ergebnisse zeigen sehr deutlich, dass unsere Studierenden sich im Studiengang fachlich wie organisatorisch sehr gut aufgehoben fühlen“, sagt Prof. Dr. Peter Bug, Studiendekan International Fashion Business. „Vor allem die enge Betreuung, die klare Struktur des Studiums und das branchenspezifische Profil spiegeln sich in den sehr positiven Bewertungen wider.“

Auch die Praxisnähe des Studiengangs wird im CHE Ranking deutlich: Im Faktenindikator „Kontakt zur Berufspraxis“ erreicht International Fashion Business 10 von 12 möglichen Punkten und gehört damit zur Spitzengruppe. Entsprechend hoch fällt die Bewertung der Praxisrelevanz der erworbenen Kompetenzen aus, die von den Studierenden mit 4,8 von 5 Sternen bewertet wird.

Ein weiteres prägendes Merkmal ist die internationale Ausrichtung des Studiengangs. Im gleichnamigen CHE Faktenindikator erzielt International Fashion Business 8 von 10 Punkten und wird ebenfalls der Spitzengruppe zugeordnet. Auch die Studierenden bewerten die Unterstützung bei Auslandsaufenthalten mit 4,4 von 5 Sternen sehr positiv.

„International Fashion Business steht für eine bewusste Profilbildung innerhalb der Betriebswirtschaftslehre, die klassische BWL Kompetenzen mit einer klaren internationalen Branchenperspektive verbindet“, betont Prof. Dr. Jochen Strähle, Dekan der TEXOVERSUM Fakultät Textil.

Die Ergebnisse des CHE Hochschulrankings 2026 zeigen International Fashion Business als klar positionierten, praxisnahen und international ausgerichteten BWL Studiengang, der gezielt auf die Anforderungen der globalen Mode  und Textilwirtschaft vorbereitet. Als Studienangebot an der staatlichen Hochschule Reutlingen verbindet der Studiengang fundierte akademische Qualität mit enger Betreuung und hoher Praxisorientierung. Für Studieninteressierte, die wirtschaftliche Kompetenzen mit Branchenkenntnis und internationaler Perspektive verbinden möchten, bietet International Fashion Business damit überzeugende Studienbedingungen und eine verlässliche Grundlage für den Einstieg in ein internationales Berufsfeld.

13.05.2026

HDE begrüßt Debatte um mehr Arbeitszeitflexibilität

Vor dem Hintergrund der aktuellen Debatte um eine Reform des Arbeitszeitgesetzes betont der HDE, dass das aktuelle Konzept im Arbeitszeitgesetz mit einer täglichen Höchstarbeitszeit überholt ist und einer digitalisierten Arbeitswelt nicht mehr gerecht wird, zudem erschwere es die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Vor dem Hintergrund der aktuellen Debatte um eine Reform des Arbeitszeitgesetzes betont der HDE, dass das aktuelle Konzept im Arbeitszeitgesetz mit einer täglichen Höchstarbeitszeit überholt ist und einer digitalisierten Arbeitswelt nicht mehr gerecht wird, zudem erschwere es die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

„Mit dem Arbeitszeitgesetz wurde damals die EU-Arbeitszeitrichtlinie in nationales Recht umgesetzt. Dabei wurden die Gestaltungsspielräume der EU-Richtlinie in Deutschland nicht voll ausgeschöpft. Der HDE fordert daher seit Langem den Wegfall der täglichen Höchstarbeitszeit und einen Wechsel hin zu einer wöchentlichen Höchstarbeitszeit. Dies schafft mehr Flexibilität im Alltag, ohne dass sich dadurch aber die Gesamtwochenarbeitszeit der Menschen erhöht. Diese Reform im Arbeitszeitgesetz wäre auch im Einklang mit geltendem EU-Recht, das ja selbst von einer wöchentlichen Höchstarbeitszeit ausgeht. Klar sei aber auch, dass eine Reform des Arbeitszeitgesetzes die Vertrauensarbeitszeit erhalten müsse, das sehe schließlich auch der aktuelle Koalitionsvertrag der Bundesregierung aus guten Gründen so vor. Eine hochbürokratische und zudem mittelstandsfeindliche elektronische Arbeitszeiterfassungspflicht ist hingegen strikt abzulehnen, noch dazu in der Wirtschaftskrise.“ sagt HDE-Geschäftsführer für Arbeit, Bildung, Sozial- und Tarifpolitik, Steven Haarke. Aber auch die ununterbrochene Ruhezeit im Arbeitszeitgesetz von elf Stunden nach Beendigung der täglichen Arbeitszeit sei zu unflexibel und müsse im Zuge einer Reform überdacht werden, so Haarke.

Quelle:

HDE Handelsverband Deutschland

12.05.2026

„Digitale Transformation gelingt nur mit MedTech“

Für die digitale Transformation der Gesundheitsversorgung müssen digitale, datengetriebene Medizinprodukte aktiv und frühzeitig im Prozess eingebunden werden. Das fordert der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) in einem neuen, umfassenden Positionspapier „Mit Datennutzung und Innovationen zur Smarten Gesundheitsversorgung“. „Eine umfassende Digitalisierung der Gesundheitsversorgung gelingt nur mit MedTech. Dazu müssen Schrittinnovationen und KI-basierte MedTech-Lösungen mitbedacht werden“, so BVMed-Digitalexpertin Natalie Gladkov.

Moderne, datengetriebene MedTech-Lösungen spielen bei der digitalen Transformation eine wesentliche Rolle und können die Gesundheitsversorgung grundlegend verbessern – „wenn Daten kontinuierlich verfügbar sind und Versorgungsprozesse neu gedacht werden“, so Gladkov. Doch regulatorische Vorgaben, die sektorale Strukturen und tradierte Vergütungssysteme fortschreiben, erschweren die Transformation hin zur einer smarten Gesundheitsversorgung. 

Für die digitale Transformation der Gesundheitsversorgung müssen digitale, datengetriebene Medizinprodukte aktiv und frühzeitig im Prozess eingebunden werden. Das fordert der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) in einem neuen, umfassenden Positionspapier „Mit Datennutzung und Innovationen zur Smarten Gesundheitsversorgung“. „Eine umfassende Digitalisierung der Gesundheitsversorgung gelingt nur mit MedTech. Dazu müssen Schrittinnovationen und KI-basierte MedTech-Lösungen mitbedacht werden“, so BVMed-Digitalexpertin Natalie Gladkov.

Moderne, datengetriebene MedTech-Lösungen spielen bei der digitalen Transformation eine wesentliche Rolle und können die Gesundheitsversorgung grundlegend verbessern – „wenn Daten kontinuierlich verfügbar sind und Versorgungsprozesse neu gedacht werden“, so Gladkov. Doch regulatorische Vorgaben, die sektorale Strukturen und tradierte Vergütungssysteme fortschreiben, erschweren die Transformation hin zur einer smarten Gesundheitsversorgung. 

Damit Innovationen tatsächlich in der Versorgung ankommen, beschreibt der BVMed in seinem Positionspapier vier Handlungsfelder, die jeweils mit konkreten Lösungsvorschlägen und Gesetzesänderungen versehen sind:

1. Daten besser verfügbar machen

  • In einem neuen Primärversorgungssystem sollte die digitale Ersteinschätzung so entwickelt werden, dass künftig auch Echtzeitdaten für eine valide Ersteinschätzung genutzt werden können.
  • Für „Digital Twin Technologien“ sollten pseudonymisierte Behandlungsdaten nutzbar gemacht werden. Denn Simulationen anhand von vorhandenem Bildmaterial können invasive Diagnostik verhindern oder Therapieschritte vorbereiten. 
  • Das Einwilligungsmanagement zur Datennutzung im Behandlungsablauf sollte bundesweit vereinheitlicht werden und auf einer einheitlichen Interpretation der europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) basieren.
  • Für die Verbesserung von Produkten und Services braucht die Industrie Zugang zu Gesundheitsdaten und teilt selbst auch ihre Daten. Dabei sind allerdings IP-Rechte zu beachten, gerade bei Medizinprodukten.

2. Internationale Standards für Datenformate und -sicherheit verwenden

  • Datengenerierende Medizinprodukte erheben Messwerte, die sie algorithmisch in gängige Datenformate zur Beschreibung der Physiologie verwandeln. Beim Bereitstellen von Daten ist der Schutz der Daten der algorithmischen Verarbeitung ein wichtiger Aspekt der IP-Rechte, um Rückschlüsse auf die Funktionsweise der verbauten Messtechnik zu verhindern.
  • Standardisierte Datenformate sollten europaweit einheitlich auf den EHDS-Standards beruhen, um keine landesspezifischen Datenformate ergänzen zu müssen.
  • Datensicherheit sollte europaweit einheitlich zertifiziert und das Zertifikat entsprechend anerkannt werden. Ergänzende nationale Zertifikate sollten entfallen.

3. Digitale Versorgung besser etablieren

  • Statt weiterer Restriktionen für DiGA und DiPA braucht es förderliche Rahmenbedingungen, um digitale Produkte auf den Markt zu bringen.
  • Digitale Medizinprodukte, die keine DiGA sind und ein geringes Risiko haben, sollten eine den digitalen Anforderungen angepasste eigene Form der Nutzenbewertung erhalten.
  • Methodenbewertung und Vergütung sollten Schrittinnovationen bei Medizinprodukten besser berücksichtigen, sofern die Vorteile nachgewiesen sind. 
  • Die Qualitätsvorteile von assistierender Künstlicher Intelligenz (KI) sollten auch in der Vergütung berücksichtigt werden. In einem ersten Schritt sollte die Verwendung von KI ergänzend dokumentiert werden, um den Einsatz auch für die Forschung erkennbar zu machen.
  • Die Elektronische Patientenakte (ePA) sollte zu einer Datenplattform mit Anschluss für alle Gesundheitsberufe und sonstigen Leistungserbringer weiterentwickelt werden. Hilfsmittel-Leistungserbringer arbeiten mit qualifizierten Fachkräften bei den Patient:innen in der Häuslichkeit. Bisher ist aber für sie kein Zugang zu den Informationen in der ePA vorgesehen – auch keine Schreibrechte, um wichtige Hinweise für die weitere Behandlung zu geben.

4. Digitale Versorgungspfade umsetzen

  • Für die digitalen Versorgungsangebote, die mehr als nur eine Prozedur oder ein Hilfsmittel sind, braucht es Zugangswege in die Regelversorgung, die den Anforderungen digitaler Versorgung und digitaler Produkte gerecht werden. 
  • Digitale Versorgung kann bisherige Sektorengrenzen überwinden, braucht dafür aber andere Vergütungs- und Erstattungsbedingungen.
  • Mit dem Telemonitoring Herzinsuffizienz wird nur ein kleiner Teil der Patient:innen erreicht. Für Telemonitoring-Lösungen sollten Regeln etabliert werden, die neue Ansätze einfach in die Versorgung aufnehmen können. 
  • Im Zuge der Umsetzung des European Health Data Space (EHDS) muss es auch gelingen, Informationen über datengenerierende Devices in der ePA aufzufinden und somit einen Zugang zu Daten herzustellen. Dafür müssen datengenerierende Devices im ersten Schritt in der ePA erkennbar werden. 
  • Digitale Versorgung, die verschiedene Sektoren und Gesundheitsberufe erfasst oder den Behandlungspfad grundlegend verändert, braucht eine neue Form der Nutzenbewertung, die neben den klassischen Sektoren der Selbstverwaltung auch neue Beteiligte einbezieht.

Das Fazit von BVMed-Digitalexpertin Natalie Gladkov: „Die smarte Gesundheitsversorgung entsteht nicht durch einzelne Innovationen, sondern durch das Zusammenspiel von Daten, Vernetzung und KI. Die Zukunft der Versorgung ist möglich – jetzt muss das System folgen.“

 

Quelle:

Bundesverband Medizintechnologie BVMed

Start eines Trainings für Common Ground Farmer Foto GoodTextiles Foundation
Start eines Trainings für Common Ground Farmer
12.05.2026

GoodTextiles Foundation startet die Farmer-Initiative „Common Ground“ in Indien

Die GoodTextiles Foundation gibt in Zusammenarbeit mit Dibella India, Gallant Regenerative Organic Private Limited und der Spoorthi Raith Producer Company Limited den Start ihres neuen Leitprojekts „Common Ground“ bekannt. Die Initiative stellt einen bedeutenden Schritt zur Förderung eines nachhaltigen und regenerativen Baumwollanbaus unter Kleinbauern in Südindien dar. 

Eingebettet in die ländlichen Regionen des Distrikts Haveri im indischen Bundesstaat Karnataka bringt „Common Ground“ Farmer, lokale Gemeinschaften und Agrarfachleute mit einem gemeinsamen Ziel zusammen: das Gleichgewicht zwischen Mensch und Natur durch ökologische und regenerative Anbaumethoden wiederherzustellen. 

Der Grundstein für diese Initiative wurde bereits 2024 durch Vor-Ort-Besuche, Gespräche mit Farmern und die Zusammenarbeit mit der University of Agricultural Sciences Dharwad gelegt. Im Jahr 2025 trat das Projekt in die Umsetzungsphase ein, einschließlich Bodenanalysen, Schulungen des Projektteams, Einbindung der Gemeinschaften sowie der Registrierung der teilnehmenden Landwirte. 

Die GoodTextiles Foundation gibt in Zusammenarbeit mit Dibella India, Gallant Regenerative Organic Private Limited und der Spoorthi Raith Producer Company Limited den Start ihres neuen Leitprojekts „Common Ground“ bekannt. Die Initiative stellt einen bedeutenden Schritt zur Förderung eines nachhaltigen und regenerativen Baumwollanbaus unter Kleinbauern in Südindien dar. 

Eingebettet in die ländlichen Regionen des Distrikts Haveri im indischen Bundesstaat Karnataka bringt „Common Ground“ Farmer, lokale Gemeinschaften und Agrarfachleute mit einem gemeinsamen Ziel zusammen: das Gleichgewicht zwischen Mensch und Natur durch ökologische und regenerative Anbaumethoden wiederherzustellen. 

Der Grundstein für diese Initiative wurde bereits 2024 durch Vor-Ort-Besuche, Gespräche mit Farmern und die Zusammenarbeit mit der University of Agricultural Sciences Dharwad gelegt. Im Jahr 2025 trat das Projekt in die Umsetzungsphase ein, einschließlich Bodenanalysen, Schulungen des Projektteams, Einbindung der Gemeinschaften sowie der Registrierung der teilnehmenden Landwirte. 

Sieben sorgfältig ausgewählte Dörfer bilden nun den Kern des Projekts. Aufgrund ihrer guten Erreichbarkeit, starken Gemeinschaftsstrukturen und ihres Entwicklungspotenzials ausgewählt, bieten sie einen fruchtbaren Boden für ein skalierbares Modell, das auch auf andere Regionen übertragen werden kann. 

Farmer durch Wissen und Struktur stärken 
Im Mittelpunkt von „Common Ground“ steht das Engagement der Menschen. Bis heute wurden 510 Landwirte identifiziert, von denen sich 475 bereits in der finalen Phase der Aufnahme in eine neu gegründete Organic Cotton Grower Group (OGG) befinden.

Das Projekt verbindet technisches Fachwissen mit praxisnaher und kontinuierlicher Unterstützung vor Ort. Ein engagiertes Team – bestehend aus einem Internal Control System (ICS) Manager und geschulten Außendienstmitarbeitern – wird kontinuierlich erweitert, um eine wirksame Umsetzung direkt vor Ort sicherzustellen. Die Farmer nehmen an gezielten Schulungen teil, in denen sie mit ökologischen Anbaumethoden und Zertifizierungsanforderungen vertraut gemacht werden. Dadurch erhalten sie das notwendige Wissen für langfristigen Erfolg. 

Parallel dazu entwickeln externe Fachleute standortspezifische „Packages of Practice“, die an die lokalen Bedingungen angepasst sind, sowie Strategien auf Wassereinzugsgebietsebene zur Förderung eines nachhaltigen Ressourcenmanagements. Um Transparenz und Rückverfolgbarkeit von Beginn an sicherzustellen, werden sämtliche landwirtschaftlichen Flächen digital dokumentiert, einschließlich GPS-basierter Kartierungen der Anbauflächen. 

Mehr als Baumwolle: Zukunftsfähige Perspektiven schaffen 
„Common Ground“ geht weit über eine nachhaltige Baumwollproduktion hinaus. Die Initiative ist eine Investition in die langfristige Widerstandsfähigkeit landwirtschaftlicher Gemeinschaften. Durch die Verbesserung der Bodengesundheit, den Schutz von Wasserressourcen und die Förderung der Biodiversität unterstützt das Projekt sowohl ökologische Nachhaltigkeit als auch wirtschaftliche Chancen. 

Gleichzeitig stärkt es die Unabhängigkeit und das Vertrauen der Farmer in ein Agrarsystem, das Lebensgrundlagen für kommende Generationen sichern kann. 

Gemeinsam bauen die Partner ein skalierbares Modell für regenerative Wertschöpfung auf – vom Saatgut bis zum fertigen Textil. Schritt für Schritt entsteht eine transparente und verantwortungsvolle Lieferkette. 

Mit jeder umgestellten Anbaufläche, jeder durchgeführten Schulung und jeder neu geschlossenen Partnerschaft fördert „Common Ground“ weit mehr als nur Baumwolle – die Initiative stärkt eine wachsende Gemeinschaft, die sich der Gestaltung einer nachhaltigeren Zukunft verschrieben hat.

Quelle:

GoodTextiles Foundation

08.05.2026

BW: Koalitionsvertrag soll Wachstum in wirtschaftlich schwierigen Zeiten ermöglichen

Südwesttextil bewertet den Koalitionsvertrag von Grünen und CDU grundsätzlich positiv: Der Fokus auf Wettbewerbsfähigkeit, Bürokratieabbau und Fachkräftesicherung setzt wichtige Signale für die Industrie. Gleichzeitig mahnt der Verband schnelle Umsetzung und konkrete Maßnahmen angesichts der anhaltend schwierigen Lage der Branche an.

Als Wirtschafts- und Arbeitgeberverband der baden-württembergischen Textil- und Bekleidungsindustrie bewertet Südwesttextil die Stoßrichtung des vorgestellten Koalitionsvertrags zwischen GRÜNEN und CDU grundsätzlich positiv. Hauptgeschäftsführerin Edina Brenner: „Der Entwurf erkennt die tiefe Krise an, in der sich die baden-württembergische Wirtschaft befindet und setzt folgerichtig den Schwerpunkt auf die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit. Der Kurswechsel, dass Politik über neue Rahmenbedingungen Innovation und Wachstum ermöglichen muss, sollte sich schnellstmöglich in der Umsetzung zeigen.“

Südwesttextil bewertet den Koalitionsvertrag von Grünen und CDU grundsätzlich positiv: Der Fokus auf Wettbewerbsfähigkeit, Bürokratieabbau und Fachkräftesicherung setzt wichtige Signale für die Industrie. Gleichzeitig mahnt der Verband schnelle Umsetzung und konkrete Maßnahmen angesichts der anhaltend schwierigen Lage der Branche an.

Als Wirtschafts- und Arbeitgeberverband der baden-württembergischen Textil- und Bekleidungsindustrie bewertet Südwesttextil die Stoßrichtung des vorgestellten Koalitionsvertrags zwischen GRÜNEN und CDU grundsätzlich positiv. Hauptgeschäftsführerin Edina Brenner: „Der Entwurf erkennt die tiefe Krise an, in der sich die baden-württembergische Wirtschaft befindet und setzt folgerichtig den Schwerpunkt auf die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit. Der Kurswechsel, dass Politik über neue Rahmenbedingungen Innovation und Wachstum ermöglichen muss, sollte sich schnellstmöglich in der Umsetzung zeigen.“

Südwesttextil begrüßt daher die kombinierten Maßnahmen aus Bürokratieabbau, Infrastrukturausbau und Resilienz. Das versprochene Effizienzgesetz und die „One-in-two-out-Regel“ tragen dem Ziel des Bürokratieabbaus grundsätzlich Rechnung. Der Leidensdruck bei den Unternehmen ist allerdings so hoch, dass die Umsetzung nicht nur schnell und spürbar kommen muss, sondern in Verbindung mit dem versprochenen Einsatz in Berlin und Brüssel für einen entsprechenden Kurswechsel pro Wirtschaft erfolgen sollte. Südwesttextil adressiert insbesondere den besseren Schutz des Binnenmarkts vor Billigimporten, die regelmäßig europäische Standards unterlaufen. Ein Thema, das aktuell im Zusammenhang mit Verbraucherschutz und Handel genannt wird, aber ebenso ansässige Hersteller aus der Textil- und Bekleidungsindustrie trifft. Konkret fordert der Verband, dass sich die zukünftige Landesregierung für die beschleunigte Abschaffung der 150-Euro-Zollfreigrenze und eine wirkungsvolle Paket-Handling-Fee von mindestens 30 Euro einsetzt. Für Importe muss zudem die Benennung eines bevollmächtigten Vertreters mit verifiziertem Sitz in der EU und nachgewiesener finanzieller Leistungsfähigkeit verpflichtend sein, um wirksam sanktionieren zu können. 

Im Bereich des Vergaberechts muss die angekündigte Ausrichtung auf Qualität, Innovation und digitale Souveränität aus Perspektive von Südwesttextil konkretisiert werden: Kriterien wie Langlebigkeit, Nachhaltigkeit und kurze Transportwege – insbesondere bei der Beschaffung von Schutzausrüstung und technischen Textilien für die öffentliche Hand (z.B. Militär, Polizei, Feuerwehr etc.) – sollten auch verbindlich verankert werden, damit die heimische Textil- und Bekleidungsindustrie im Wettbewerb um den Zuschlag wieder eine echte Chance hat.

Der Koalitionsvertrag benennt den Bedarf im schwierigen internationalen Umfeld resilienter und unabhängiger zu werden. Südwesttextil sieht an dieser Stelle die Notwendigkeit, die Strategie zu vertiefen: „Die neue Landesregierung schaut gezielt nach vorne – das verdeutlich insbesondere die anvisierte High-Tech-Strategie. Das ist wichtig, doch darf Politik nicht verkennen, wie gravierend sich die Rahmenbedingungen für die bestehende Industrie in den letzten Jahren bereits verschlechtert haben. Wachstum und Innovation werden durch langwierige Genehmigungsprozesse und übermäßige Regulierung gebremst; zugleich schwächen steigende Energiepreise sowie hohe Steuer- und Sozialabgaben pro Arbeitsstunde die Wettbewerbsfähigkeit. Wir brauchen den Mut für echte Reformen, die schnell und umfangreich Entlastung bringen, um aktiv gegen ein Abwandern der Industrie zu steuern. Wenn wichtige Lieferketten abreißen, rücken auch Technologieführerschaft und Wachstum in weite Ferne. Die Strategie des Landes darf sich deshalb nicht nur auf isolierte High-Tech-Branchen fokussieren, sondern muss auch das Zusammenwirken mit anderen Industriezweigen berücksichtigen.“ 

Die angespannte wirtschaftliche Lage in der baden-württembergischen Textil- und Bekleidungsindustrie unterstreicht den Handlungsbedarf deutlich: Die Zahl der Beschäftigten sank zuletzt im Vorjahresvergleich um 5,6 Prozent, das Arbeitsvolumen um knapp vier Prozent. Der Umsatz der Textilindustrie lag im Februar fünf Prozent unter Vorjahr, in der Zweimonatsbetrachtung sogar bei minus 8,2 Prozent. 

Südwesttextil bewertet positiv, dass der Ausbau der Infrastruktur für Energie, Digitalisierung, Logistik und Cybersicherheit als wichtiger Faktor für die Standortqualität auf der Agenda der neuen Landesregierung stehen. Ebenso begrüßt der Verband die Initiativen zur Fachkräftesicherung. Die Stärkung der Berufsorientierung, die geplante Ausbildungsoffensive inklusive der Investitionen in Berufsschulen und der Ausbau der Landesagentur für Fachkräftezuwanderung sind wichtige Maßnahmen, um Unternehmen in der Transformation mit wichtigen Fachkräften zu unterstützen. 

Quelle:

Verband der Südwestdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie Südwesttextil e.V. 

Von links nach rechts: Maike Rabe, Elke Giese, Karin Veit und Marina Elena Wachs. Foto: Marina Elena Wachs
Von links nach rechts: Maike Rabe, Elke Giese, Karin Veit und Marina Elena Wachs.
04.05.2026

Wilhelm-Lorch-Preis 2026 für Professorin Marina-Elena Wachs

Professorin Dr. Marina-Elena Wachs vom Fachbereich Textil- und Bekleidungstechnik der Hochschule Niederrhein (HSNR) ist mit dem Wilhelm-Lorch-Preis 2026 ausgezeichnet worden. Mit der mit 10.000 Euro dotierten Förderung würdigt die Wilhelm-Lorch-Stiftung ihr Projekt „Textil Designen in XR-Lernräumen“, das neue Wege in der Ausbildung von Textil- und Modeexpert:innen eröffnet.
 
Die Preisverleihung fand am 29. April 2026 im Palmengarten in Frankfurt am Main statt. Überreicht wurde die Auszeichnung im Rahmen des 67. Forums der TextilWirtschaft vor rund 500 Branchenvertreter:innen. Der Wilhelm-Lorch-Preis zählt zu den höchstdotierten Auszeichnungen im deutschen Textilbereich und wird von Unternehmen sowie Persönlichkeiten aus Handel, Industrie und Dienstleistung getragen.
 

Professorin Dr. Marina-Elena Wachs vom Fachbereich Textil- und Bekleidungstechnik der Hochschule Niederrhein (HSNR) ist mit dem Wilhelm-Lorch-Preis 2026 ausgezeichnet worden. Mit der mit 10.000 Euro dotierten Förderung würdigt die Wilhelm-Lorch-Stiftung ihr Projekt „Textil Designen in XR-Lernräumen“, das neue Wege in der Ausbildung von Textil- und Modeexpert:innen eröffnet.
 
Die Preisverleihung fand am 29. April 2026 im Palmengarten in Frankfurt am Main statt. Überreicht wurde die Auszeichnung im Rahmen des 67. Forums der TextilWirtschaft vor rund 500 Branchenvertreter:innen. Der Wilhelm-Lorch-Preis zählt zu den höchstdotierten Auszeichnungen im deutschen Textilbereich und wird von Unternehmen sowie Persönlichkeiten aus Handel, Industrie und Dienstleistung getragen.
 
Im Zentrum von Wachs’ Projekt steht die Verbindung von handwerklichem Textilwissen und digitalen Technologien. Studierende sollen textile Produkte in virtuellen und erweiterten Umgebungen entwerfen und so nachhaltige Designlösungen entwickeln. „Bislang werden VR-Brillen in der Industrie in erster Linie als Kommunikations- und Evaluierungs-Tool benutzt. Die Förderung ermöglicht es uns, XR-Technologien gezielt in der Lehre einzusetzen und den Studierenden neue Formen des experimentellen und nachhaltigen Designens zu eröffnen“, erklärt Wachs.
 
Ein besonderes Augenmerk liegt auf praxisnahen Lernmethoden: VR-Brillen, Mixed-Reality-Tools und KI-gestützte Anwendungen werden in kleineren Gruppen eingesetzt, um das erfahrungsbasierte Gestalten zu fördern. Das Projekt bietet zudem die Möglichkeit, eng mit Industriepartner:innen zusammenzuarbeiten und realistische Fallbeispiele in den Lehralltag zu integrieren.
 
Marina-Elena Wachs ist zudem als Industrial-Designerin aktiv und entwickelt nachhaltige Materiallösungen für unterschiedlichste Anwendungen. „Ohne die enge interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Kolleg:innen, Studierenden und Industriepartnern wären diese Innovationen nicht möglich“, betont sie. Besonders dankbar ist sie für die Unterstützung bei ihrem neuen Projekt „Cross Design Engineering in VR and AR“, das gemeinsam mit Professorin Dr. Sue Rossano-Rivero und Dr. Lennart Hofeditz vom Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der HSNR umgesetzt wird. AR (Augmented Reality) und VR (Virtual Reality) sind Technologien, die digitale Inhalte in die physische Welt integrieren oder vollständig virtuelle Umgebungen schaffen. Während AR (Augmented Reality) die Realität per Kamera um digitale Elemente erweitert, isoliert VR (Virtual Reality) die Nutzerin bzw. den Nutzer, um ein vollständig simuliertes Erlebnis zu bieten.
 
Neben der technologischen Perspektive engagiert sich Wachs als Damenschneider-Meisterin auch für den Erhalt des traditionellen Textil-Handwerks. Ihr Ziel ist, die Balance zwischen handwerklichem Können, nachhaltigem Design und modernen digitalen Werkzeugen zu fördern. „Die Förderung durch die Wilhelm-Lorch-Stiftung bedeutet eine tolle Chance darin, diese Zukunftskompetenzen gezielt zu vermitteln und Studierende auf die Herausforderungen der Kreativwirtschaft vorzubereiten“, so Wachs.

01.05.2026

Lectra: Neue Version seiner KI-gestützten Market-Intelligence-Lösung für Fashionbrands

Lectra, ein führender Anbieter von industriellen Intelligence-Technologielösungen, gibt die Einführung einer neuen Version von Retviews bekannt, seiner KI-gestützten Market-Intelligence-Lösoung für Bekleidungsmodemarken. Angesichts eines immer komplexeren Marktumfelds und steigenden Wettbewerbsdrucks auf Marken positioniert sich diese neue Version als strategischer Verbündeter: Sie soll helfen, Entscheidungen zu erleichtern, die Vertriebsleistung zu optimieren und den Markenwert nachhaltig zu stärken.

Retviews – fundierte Geschäftsentscheidungen dank Fashion Expertise.
Retviews entwickelt und ist eine Lösung, die sich auf Wettbewerbsanalysen für die Bekleidungsbranche spezialisiert hat. Die Lösung basiert auf Modellen künstlicher Intelligenz, die speziell auf die besonderen Dynamiken dieser Branche trainiert wurden. Retviews sammelt und analysiert Daten von Tausenden von Fashion- und Mode-Websites, um Marken einen 360°-Überblick über ihr Wettbewerbsumfeld zu bieten.

Lectra, ein führender Anbieter von industriellen Intelligence-Technologielösungen, gibt die Einführung einer neuen Version von Retviews bekannt, seiner KI-gestützten Market-Intelligence-Lösoung für Bekleidungsmodemarken. Angesichts eines immer komplexeren Marktumfelds und steigenden Wettbewerbsdrucks auf Marken positioniert sich diese neue Version als strategischer Verbündeter: Sie soll helfen, Entscheidungen zu erleichtern, die Vertriebsleistung zu optimieren und den Markenwert nachhaltig zu stärken.

Retviews – fundierte Geschäftsentscheidungen dank Fashion Expertise.
Retviews entwickelt und ist eine Lösung, die sich auf Wettbewerbsanalysen für die Bekleidungsbranche spezialisiert hat. Die Lösung basiert auf Modellen künstlicher Intelligenz, die speziell auf die besonderen Dynamiken dieser Branche trainiert wurden. Retviews sammelt und analysiert Daten von Tausenden von Fashion- und Mode-Websites, um Marken einen 360°-Überblick über ihr Wettbewerbsumfeld zu bieten.

Die Market-Intelligence-Lösung ermöglicht es Marken, ihre Kollektionsplanung zu verfeinern, aufkommende Trends zu erkennen, ihre Preisstrategie anzupassen und ihre Margen zu optimieren –unter der Gewährleistung, dass das richtige Produkt zur richtigen Zeit verfügbar ist. Durch eine detaillierte Analyse der Angebots- und Nachfragedynamik hilft die Lösung dabei, die richtige Menge zu produzieren, Volumina besser abzustimmen und Lagerbestände nachhaltig zu reduzieren.

Die neue Version bietet einen detaillierteren und kontextbezogenen Überblick über die Marktdynamik sowie eine Datenklassifizierung, die an die individuellen Bedürfnisse jedes Kunden angepasst werden kann. Als strategischer Geschäfts- und Wachstumsassistent konzipiert, ermöglicht die Lösung eine sichere Entscheidungsfindung, indem sie einen zuverlässigen und konsolidierten Überblick über den Markt bietet.

Fashion Insight Reports - Entscheidungsrelevante Analysen, die Wachstum beschleunigen 
Als Ergänzung zu dieser Lösung bieten die Fashion Insight Reports hochwertige, maßgeschneiderte Analysen, die speziell für Führungskräfte und strategische Entscheidungsträger konzipiert sind.

„Die Modebranche steht heute vor einem Paradoxon: Marken hatten noch nie Zugang zu so vielen Daten, doch waren Entscheidungen noch nie so komplex. Marktvolatilität, geografische Fragmentierung, Preisdruck und immer kürzere Zyklen lassen traditionelle Modelle überholt erscheinen“, erklärt François Gonnot, Product Marketing Director bei Lectra. „Mit dieser neuen Version von Retviews verfolgen wir ein klares Ziel: Daten in einen nachhaltigen strategischen Vorteil zu verwandeln, indem wir Marken die Mittel an die Hand geben, ihr Wachstum präzise zu steuern, ohne dabei jemals ihren Markenwert zu beeinträchtigen.“

28.04.2026

Temu und Shein kosten deutsche Wirtschaft 2,4 Milliarden Euro im Jahr

Die Online-Plattformen und Händler Temu und Shein liefern täglich 460.000 Pakete nach Deutschland, EU-weit sind es zwölf Millionen Pakete pro Tag (2025). Das Problem dabei: Die beiden Unternehmen verstoßen gegen zahlreiche EU-Regeln. Am Ende steht damit ein unfairer Wettbewerb, gegen den Händler aus der EU keine Chance haben.

Dadurch gehen laut aktueller IW-Studie im Auftrag des Handelsverbandes Deutschland (HDE) der deutschen Wirtschaft jährlich 2,4 Milliarden Euro Wertschöpfung verloren, davon 1,3 Milliarden Euro allein im Einzelhandel.

Die Online-Plattformen und Händler Temu und Shein liefern täglich 460.000 Pakete nach Deutschland, EU-weit sind es zwölf Millionen Pakete pro Tag (2025). Das Problem dabei: Die beiden Unternehmen verstoßen gegen zahlreiche EU-Regeln. Am Ende steht damit ein unfairer Wettbewerb, gegen den Händler aus der EU keine Chance haben.

Dadurch gehen laut aktueller IW-Studie im Auftrag des Handelsverbandes Deutschland (HDE) der deutschen Wirtschaft jährlich 2,4 Milliarden Euro Wertschöpfung verloren, davon 1,3 Milliarden Euro allein im Einzelhandel.

„Die Lage ist eindeutig. Die Politik hat bei dem Thema trotz großer Versprechungen noch immer nicht geliefert. Temu und Shein halten sich oft nicht an die rechtlichen und regulatorischen Vorgaben, liefern unsichere Ware in unseren Markt, die mitunter gesundheitsgefährdend ist, und bringen viele heimische Händler an den Rand des Ruins. Denn anders als Temu und Shein werden die hiesigen Händler streng kontrolliert und halten sich an alle Gesetze und Steuersätze“, so HDE-Präsident Alexander von Preen. Die Missstände hinterlassen deutliche Spuren: Insgesamt entgehen Bund, Ländern und Kommunen durch Temu und Shein nach der aktuellen Studie 429 Millionen Euro Steuereinnahmen pro Jahr. Darüber hinaus fallen durch den unfairen Wettbewerb über 40.000 Arbeitsplätze in Deutschland weg, davon 28.300 Arbeitsplätze allein im Einzelhandel.

„Die aktuellen Daten machen die Dramatik der Lage deutlich: Die massenhaften Regelverstöße von Temu und Shein schädigen den Einzelhandel und die gesamte deutsche Wirtschaft in großem Umfang. Wenn die Politik nach Jahren des Zuschauens hier nicht endlich massiv und spürbar tätig wird, dann sehe ich schwarz für den Standort Deutschland. Wenn sonst nichts hilft, muss bei solch massiven Regelverstößen der Stecker gezogen werden. Wettbewerb ist gut, aber er muss fair sein“, so von Preen weiter. Zudem fordert der HDE den Zoll auf, ähnlich wie in Frankreich bei der Einfuhr der Pakete mit massiven Schwerpunktkontrollen deutliche Signale zu setzen und den Kontrolldruck zu erhöhen. Darüber hinaus erneuert der Verband seine Forderung, dass jeder Händler und jede Plattform aus Drittstaaten einen solventen und in der Praxis erreichbaren Repräsentanten innerhalb der EU haben muss, damit bei Verstößen Sanktionen durchgesetzt und rechtskonformes Verhalten sichergestellt werden kann.

Die repräsentative IW-Studie im Auftrag des HDE wurde unter 4.000 Befragten im Alter von 16-69 Jahren durchgeführt. Der Zeitraum der Bevölkerungsbefragung lag im Februar 2026.

Quelle:

HDE Handelsverband Deutschland

28.04.2026

Trending Topics 2026: KI-Boom, Zurückhaltung beim Digitalen Euro

Der deutsche E-Commerce setzt im Jahr 2026 konsequent auf technologische Evolution statt auf Experimente. Laut dem aktuell veröffentlichten Report „Trending Topics 2026“, den der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel e.V. (bevh) gemeinsam mit dem PayTech-Anbieter Nexi erstellt hat, haben KI-Agenten im Kundenservice die oberste Investitionspriorität der befragten Unternehmen. Agentic AI und Generative KI werden dabei zunehmend als Bausteine einer geschäftskritischen Infrastruktur verstanden – nicht mehr als Experimentierfeld. 
 
KI-Agenten im Kundenservice: Investitionsschwerpunkt Nummer eins 
Die Umfrage unter den bevh-Mitgliedern zeigt: KI-Anwendungen, die direkt im Kundenkontakt ansetzen, stehen ganz oben auf der Agenda. Eine deutliche Mehrheit der Unternehmen stuft KI-Agenten im Kundenservice als relevantes Thema ein und stellt dafür bereits Budget bereit – sei es als Investitionsschwerpunkt oder als fester Bestandteil des laufenden Budgets. Hinzu kommt eine hohe Bereitschaft, in Generative KI und Agentic AI zu investieren, um Produkt- und Serviceangebote zu optimieren. 
 

Der deutsche E-Commerce setzt im Jahr 2026 konsequent auf technologische Evolution statt auf Experimente. Laut dem aktuell veröffentlichten Report „Trending Topics 2026“, den der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel e.V. (bevh) gemeinsam mit dem PayTech-Anbieter Nexi erstellt hat, haben KI-Agenten im Kundenservice die oberste Investitionspriorität der befragten Unternehmen. Agentic AI und Generative KI werden dabei zunehmend als Bausteine einer geschäftskritischen Infrastruktur verstanden – nicht mehr als Experimentierfeld. 
 
KI-Agenten im Kundenservice: Investitionsschwerpunkt Nummer eins 
Die Umfrage unter den bevh-Mitgliedern zeigt: KI-Anwendungen, die direkt im Kundenkontakt ansetzen, stehen ganz oben auf der Agenda. Eine deutliche Mehrheit der Unternehmen stuft KI-Agenten im Kundenservice als relevantes Thema ein und stellt dafür bereits Budget bereit – sei es als Investitionsschwerpunkt oder als fester Bestandteil des laufenden Budgets. Hinzu kommt eine hohe Bereitschaft, in Generative KI und Agentic AI zu investieren, um Produkt- und Serviceangebote zu optimieren. 
 
Christoph Wenk-Fischer, Hauptgeschäftsführer des bevh, ordnet die Ergebnisse ein: 
„Unsere Mitglieder gehen beim Thema Künstliche Intelligenz rational und unaufgeregt vor. Entscheidend ist, wo KI konkret hilft, Kundenerwartungen zu erfüllen und Prozesse zu optimieren. Dass KI-Agenten im Kundenservice ganz oben auf der Investitionsliste stehen, zeigt: Der Handel setzt neue Technologien dort ein, wo sie unmittelbar die Kundinnen und Kunde erreichen – zunehmend auch mit agentischen KI-Ansätzen, die schrittweise durch Auswahl, Bezahlung und Fulfilment begleiten.“ 
 
Aus Sicht des Kooperationspartners Nexi ist dieser Fokus folgerichtig. Thomas Spreitzer, CEO Nexi DACH, dazu: „Wer heute Kundenservice-Prozesse und Checkout-Strecken plant, denkt KI nicht mehr als Add-on, sondern als integralen Bestandteil der Customer Journey und der dahinterliegenden Prozesse. Den Wunsch nach Vereinfachung, schnellen Reaktions- und Bearbeitungszeiten sowie ganzheitlicher Erfassung von Kundeninteraktionen und individuellen Adaptionen sehen wir entlang des gesamten Omnichannels und der dahinterliegenden Prozesse im Handel.“ 
 
Zahlungsverkehr: Wero auf der Roadmap, Digitaler Euro bleibt Zukunftsthema 
Beim Thema Payment zeichnet die Befragung ein differenziertes Bild. Das neue europäische Zahlverfahren Wero taucht bei vielen Unternehmen auf der Roadmap auf: Ein Teil der Händler prüft aktuell die Integration, andere planen sie konkret oder haben entsprechende Projekte bereits angestoßen. 
 
Deutlich zurückhaltender fällt die Einschätzung beim Digitalen Euro und der EUDI-Wallet aus. Hier dominiert die Haltung „Abwarten und Beobachten“: Nur kleine Minderheiten sehen kurzfristig hohe Relevanz oder stellen dedizierte Projektbudgets bereit. „Infrastrukturprojekte wie der Digitale Euro oder die EUDI-Wallet werden aufmerksam verfolgt, aber noch nicht flächendeckend operativ eingeplant“, erläutert Spreitzer. „Händler warten auf klare regulatorische Rahmenbedingungen, konkrete Use Cases und einen eindeutig erkennbaren Mehrwert für Alltagsszenarien im Checkout.“ 
 
Pragmatismus statt Hype: Investitionen gegen Fachkräftemangel und für stabile Margen 
Über KI und Payment hinaus zeigt der Report eine klare Leitlinie: Pragmatismus schlägt Hype. Im Mittelpunkt stehen Maßnahmen, die unmittelbar auf Conversion, Margen und Kundenerlebnis einzahlen. Hohe Priorität haben die Personalisierung von Werbeangeboten sowie die Optimierung von Retourenprozessen – Bereiche, in denen Effizienzgewinne und Kostenvorteile schnell sichtbar werden. 
 
Parallel dazu bleibt Recruiting ein zentrales Thema. Die Gewinnung und Ausbildung von Fachkräften wird von der Mehrheit der Unternehmen als relevant bewertet. Gleichzeitig gewinnen KI-gestützte Einkaufsassistenten im Onlineshop und automatisierte Kundenkommunikation an Bedeutung. „Die Kombination aus Fachkräftemangel und wachsender Prozesskomplexität erklärt, warum KI-basierte Anwendungen gerade jetzt in den Vordergrund rücken“, so Spreitzer. „Händler suchen nach Wegen, ihre Teams zu entlasten und gleichzeitig Servicequalität und Conversion hochzuhalten – KI-gestützte Kundenkommunikation und optimierte Zahlungsprozesse greifen dabei zunehmend ineinander.“ 
 
Radikale Automatisierung, etwa durch Roboter in der Logistik, wird zwar als wichtiges Zukunftsthema angesehen, steht aktuell jedoch seltener im Mittelpunkt der Budgetplanung. Viele Unternehmen priorisieren zunächst Verbesserungen, die näher am Kunden und an der Profitabilität des Geschäfts ansetzen. 
 
Hintergrund zum Report „Trending Topics 2026“ 
Für den Report wurden Unternehmen aus dem Mitgliederkreis des bevh befragt. Die Teilnehmerstruktur spiegelt das Rückgrat des deutschen Onlinehandels wider: Rund 54 Prozent der befragten Unternehmen erwirtschaften einen Jahresumsatz von mehr als 50 Millionen Euro. Mit einem Fokus auf B2C- und gemischte Geschäftsmodelle (80,3 Prozent) liefert die Umfrage ein aussagekräftiges Bild der Investitionsschwerpunkte im deutschen Digitalhandel. 
Die Entwicklung der Befragung erfolgte in Zusammenarbeit mit Althaller Communication, München. Nexi hat die Ergebnisse aus Payment-Perspektive ausgewertet und in die Aufbereitung des Reports eingebracht. 

Quelle:

Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V. bevh

28.04.2026

Südwesttextil: Betriebliche Konflikte nicht kriminalisieren

Initiative zur Änderung von § 119 BetrVG schafft neue Rechtsunsicherheiten in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten: Als Wirtschafts- und Arbeitgeberverband kritisiert Südwesttextil die Initiative zur Änderung des § 119 Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG). Diese fordert, die Behinderung von Betriebsratsarbeit als Offizialdelikt auszugestalten. Der Vorstoß war sowohl Bestandteil der Forderungen des Bundesrats 2025 als auch am 23. April 2026 Inhalt eines Entschließungsantrags des Landes Niedersachsen an den Bundesrat. 

Initiative zur Änderung von § 119 BetrVG schafft neue Rechtsunsicherheiten in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten: Als Wirtschafts- und Arbeitgeberverband kritisiert Südwesttextil die Initiative zur Änderung des § 119 Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG). Diese fordert, die Behinderung von Betriebsratsarbeit als Offizialdelikt auszugestalten. Der Vorstoß war sowohl Bestandteil der Forderungen des Bundesrats 2025 als auch am 23. April 2026 Inhalt eines Entschließungsantrags des Landes Niedersachsen an den Bundesrat. 

Aus Sicht von Südwesttextil ist die Änderung weder erforderlich noch zielführend. Bereits nach geltender Rechtslage stellt § 119 BetrVG die Behinderung und Benachteiligung von Betriebsratsarbeit unter Strafe. Die Antragslösung gewährleistet dabei bewusst eine sachgerechte Vorprüfung im betrieblichen Kontext und verhindert eine vorschnelle Verlagerung von Konflikten in das Strafrecht. Die geforderte Umstellung auf ein Offizialdelikt würde hingegen die Schwelle für strafrechtliche Ermittlungen deutlich absenken. So könnten bereits Anzeigen Dritter oder vage Verdachtsmomente Ermittlungsverfahren auslösen – mit erheblichen Risiken für Unternehmen. Reputationsschäden, unnötige Eskalationen und eine zunehmende Verrechtlichung betrieblicher Auseinandersetzungen wären mögliche Folgen.

Südwesttextil sieht darüber hinaus die Gefahr einer missbräuchlichen Instrumentalisierung: In Konflikt- oder Trennungssituationen könnte der Vorwurf des sogenannten „Union Busting“ gezielt als Druckmittel eingesetzt werden, um unternehmerische Entscheidungen zu beeinflussen oder wirtschaftliche Zugeständnisse zu erzwingen. Auch die Auswirkungen auf die Strafverfolgung sind kritisch zu bewerten. Eine Ausweitung auf ein Offizialdelikt würde die Ermittlungsbehörden zusätzlich belasten – mit dem Risiko, dass Ressourcen zulasten der Verfolgung schwerwiegender Kriminalität verschoben werden.

Südwesttextil hat Anfang des Jahres bereits in einem Positionspapier zur Modernisierung der betrieblichen Mitbestimmung betont, dass eine funktionierende Sozialpartnerschaft auf klaren, praktikablen und rechtssicheren Rahmenbedingungen basiert. Hauptgeschäftsführerin Edina Brenner fasst zusammen: „Statt zusätzlicher strafrechtlicher Verschärfungen braucht es eine echte Modernisierung der betrieblichen Mitbestimmung. Das Betriebsverfassungsgesetz muss schlanker, klarer und praxistauglicher werden. Dazu gehört insbesondere, Mitbestimmungsrechte stärker an sachliche Kriterien zu binden, verbindliche Fristen für Entscheidungen des Betriebsrats einzuführen und die Handlungsfähigkeit der Unternehmen in Eilfällen sicherzustellen. Mitbestimmung darf nicht zu Blockaden führen, sondern muss effiziente und rechtssichere Entscheidungsprozesse ermöglichen – gerade mit Blick auf die großen Transformationsaufgaben, vor denen unsere Industrie steht.“

Quelle:

Verband der Südwestdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie Südwesttextil e.V.