Aus der Branche

from to
Zurücksetzen
1258 Ergebnisse
11.03.2026

Hohe Energiepreise: Stromsteuer für alle senken

Der Handelsverband Deutschland (HDE) unterstützt die Forderung der EU-Kommission, die Stromsteuer für alle auf das zulässige Minimum abzusenken.

„Die Kosten müssen runter. Da ist der Bereich Energie auch im Einzelhandel in den letzten Jahren einfach zu teuer geworden. Es ist allerhöchste Zeit, dass die Bundesregierung ihr Versprechen aus dem Koalitionsvertrag endlich einlöst und die Stromsteuer für alle senkt. Das darf kein Privileg für einige Wirtschaftszweige bleiben. Die EU-Kommission hat verstanden, dass hohe Strom- und Energiepreise Kaufkraft und Wachstum unmittelbar belasten.  Jetzt muss die Bundesregierung rasch entsprechend handeln“, so HDE-Präsident Alexander von Preen.

Der HDE setzt sich seit Jahren für eine Stromsteuersenkung für Privatverbraucher und alle Unternehmen ein. „Für die Handelsunternehmen wäre das in diesen wirtschaftlich schwierigen Zeiten ein doppelt positiver Impuls. Sinkt die Stromsteuer, sinken die Kosten in den Unternehmen und bei den Verbrauchern. Dadurch bleibt den Menschen mehr Geld für den Konsum, was unmittelbar für dringend notwendige Wachstumsimpulse sorgt“, so von Preen weiter.

Der Handelsverband Deutschland (HDE) unterstützt die Forderung der EU-Kommission, die Stromsteuer für alle auf das zulässige Minimum abzusenken.

„Die Kosten müssen runter. Da ist der Bereich Energie auch im Einzelhandel in den letzten Jahren einfach zu teuer geworden. Es ist allerhöchste Zeit, dass die Bundesregierung ihr Versprechen aus dem Koalitionsvertrag endlich einlöst und die Stromsteuer für alle senkt. Das darf kein Privileg für einige Wirtschaftszweige bleiben. Die EU-Kommission hat verstanden, dass hohe Strom- und Energiepreise Kaufkraft und Wachstum unmittelbar belasten.  Jetzt muss die Bundesregierung rasch entsprechend handeln“, so HDE-Präsident Alexander von Preen.

Der HDE setzt sich seit Jahren für eine Stromsteuersenkung für Privatverbraucher und alle Unternehmen ein. „Für die Handelsunternehmen wäre das in diesen wirtschaftlich schwierigen Zeiten ein doppelt positiver Impuls. Sinkt die Stromsteuer, sinken die Kosten in den Unternehmen und bei den Verbrauchern. Dadurch bleibt den Menschen mehr Geld für den Konsum, was unmittelbar für dringend notwendige Wachstumsimpulse sorgt“, so von Preen weiter.

Quelle:

HDE Handelsverband Deutschland 

Grafik IntelligentVisualDesing, Pixabay
11.03.2026

Nach Landtagswahl: Südwesttextil fordert klare Weichenstellungen für die Wirtschaft

Als Wirtschafts- und Arbeitgeberverband der baden-württembergischen Textil- und Bekleidungsindustrie gratuliert Südwesttextil Cem Özdemir und Bündnis 90/Die Grünen zum Erfolg bei der Landtagswahl am letzten Sonntag. Das Ergebnis bewertet Hauptgeschäftsführerin Edina Brenner: „Positiv ist die deutlich höhere Wahlbeteiligung und, dass sich GRÜNE und CDU insgesamt die Mehrheit gesichert haben. Trotzdem liegt auf der Hand, dass sich in diesem Superwahljahr daraus auch Diskussionsbedarf für die Parteien im Bund ergibt. Sowohl die künftige Landes-, wie auch die aktuelle Bundesregierung wissen, dass wir von der versprochenen Wirtschaftswende noch weit entfernt sind, ebenso wie von einer ambitionierten Reformagenda. Wir erwarten, dass die in den letzten Jahren insgesamt konstruktive Zusammenarbeit von GRÜNEN und CDU schnellstmöglich in Koalitionsverhandlungen fortgesetzt wird, die sich auf das Wesentliche konzentrieren.“ 

Als Wirtschafts- und Arbeitgeberverband der baden-württembergischen Textil- und Bekleidungsindustrie gratuliert Südwesttextil Cem Özdemir und Bündnis 90/Die Grünen zum Erfolg bei der Landtagswahl am letzten Sonntag. Das Ergebnis bewertet Hauptgeschäftsführerin Edina Brenner: „Positiv ist die deutlich höhere Wahlbeteiligung und, dass sich GRÜNE und CDU insgesamt die Mehrheit gesichert haben. Trotzdem liegt auf der Hand, dass sich in diesem Superwahljahr daraus auch Diskussionsbedarf für die Parteien im Bund ergibt. Sowohl die künftige Landes-, wie auch die aktuelle Bundesregierung wissen, dass wir von der versprochenen Wirtschaftswende noch weit entfernt sind, ebenso wie von einer ambitionierten Reformagenda. Wir erwarten, dass die in den letzten Jahren insgesamt konstruktive Zusammenarbeit von GRÜNEN und CDU schnellstmöglich in Koalitionsverhandlungen fortgesetzt wird, die sich auf das Wesentliche konzentrieren.“ 

Vor dem Hintergrund der wirtschaftlich herausfordernden Zeiten hat Südwesttextil unter dem Leitmotiv „Struktur zeigen – für einen Standort, der zusammenhält“ fünf zentrale landespolitische Handlungsfelder und dazugehörige Forderungen formuliert. Ein entschiedenes Handeln für die Wirtschaft steht dabei ebenso auf der Agenda wie ein deutlich ambitionierterer Abbau von Bürokratie, für den sich die zukünftige Landesregierung ebenfalls in Berlin und Brüssel einsetzen muss. Denn die Textil- und Bekleidungsindustrie blickt auf ein schwieriges Jahr 2025 zurück. Auch wenn sich spezialisierte Segmente wie technische Textilien oder Wäsche vergleichsweise gut behaupten konnten, zeigen die Zahlen einen gravierenden Strukturwandel. Die Textilindustrie verzeichnete 2025 einen Beschäftigungsrückgang von 6,6 Prozent. Der Umsatz sank um 3,5 Prozent. 

Hauptgeschäftsführerin Edina Brenner fasst zusammen: „Vom Wahlergebnis kann kein ‚Weiter so‘ ausgehen – wir brauchen mehr als ein wohlwollendes Management des Status Quo, damit wir industrielle Wertschöpfung und Wohlstand in Baden-Württemberg sichern können. Der Koalitionsvertrag muss ambitioniert, hart in der Sache und verantwortungsvoll verhandelt werden.“

Quelle:

Verband der Südwestdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie Südwesttextil e.V. 

11.03.2026

BSI und bevh bündeln Kräfte in strategischer Partnerschaft

Der Bundesverband der Deutschen Sportartikel-Industrie e.V. (BSI) und der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V. (bevh) bündeln ihre Kompetenzen in einer strategischen Partnerschaft. Ziel ist es, zentrale Themen entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von Produktion und Beschaffung bis hin zum digitalen Vertrieb – gemeinsam voranzubringen und politisch wie kommunikativ stärker zu positionieren. 
 
Der Bundesverband der Deutschen Sportartikel-Industrie e.V. (BSI) ist der 1910 gegründete Unternehmensverband der deutschen Sportartikelhersteller, -großhändler und -Importeure. Ihm gehören rund 170 führende meist mittelständisch geprägte Firmen mit 220 Marken an; unter ihnen internationale Marktführer verschiedener Branchen. Die im BSI organisierten Unternehmen erwirtschaften einen Jahresumsatz von ca. 35 Milliarden Euro.

Der Bundesverband der Deutschen Sportartikel-Industrie e.V. (BSI) und der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V. (bevh) bündeln ihre Kompetenzen in einer strategischen Partnerschaft. Ziel ist es, zentrale Themen entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von Produktion und Beschaffung bis hin zum digitalen Vertrieb – gemeinsam voranzubringen und politisch wie kommunikativ stärker zu positionieren. 
 
Der Bundesverband der Deutschen Sportartikel-Industrie e.V. (BSI) ist der 1910 gegründete Unternehmensverband der deutschen Sportartikelhersteller, -großhändler und -Importeure. Ihm gehören rund 170 führende meist mittelständisch geprägte Firmen mit 220 Marken an; unter ihnen internationale Marktführer verschiedener Branchen. Die im BSI organisierten Unternehmen erwirtschaften einen Jahresumsatz von ca. 35 Milliarden Euro.

Der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V. (bevh) ist die Branchenvereinigung der Interaktiven Händler (d.h. der Online- und Versandhändler). Neben den Versendern sind dem bevh auch namhafte Dienstleister angeschlossen. Nach Fusionen mit dem Bundesverband Lebensmittel-Onlinehandel und dem Bundesverband der Deutschen Versandbuchhändler, repräsentiert der bevh die kleinen und großen Player und rund 90 Prozent des Umsatzes der Branche im Endkundengeschäft.

Im Mittelpunkt der Zusammenarbeit stehen die politische Interessenvertretung und Networking-Aktivitäten wie Messen und Branchenevents. Auch in Presse- und Öffentlichkeitsarbeit stimmen sich beide Verbände künftig enger ab, um relevante Themen koordiniert zu platzieren. Zudem prüfen BSI und bevh, inwieweit Marktdaten, Studien und Services gemeinsam erarbeitet und veröffentlicht werden können.  
 
Seitens des BSI wird die Partnerschaft als wichtiger strategischer Schritt bewertet. BSI-Geschäftsführer Stefan Rosenkranz erklärt: „Die Verbindung von Industriekompetenz und digitaler Marktexpertise eröffnet neue Perspektiven für unsere Mitgliedsunternehmen. Die engere Abstimmung schafft eine solide Basis, um die Interessen der Sportartikelbranche in einem zunehmend digitalisierten Umfeld wirkungsvoll zu vertreten.“  
 
„Unsere Verbände rücken näher zusammen, um die Stärken des jeweils anderen besser kennen- und nutzen zu lernen. Der Fokus des bevh im digitalen Endkundengeschäft ist wichtig für Sportartikelhersteller, die digitale Kanäle für direkte Verkaufs- und Markenerlebnisse mit ihren Händlern und Kunden aufbauen. Der BSI und seine Mitgliedsunternehmen haben ihren Schwerpunkt in den Produktions- und Einkaufs-Prozessen. Die Ergänzung von beidem schafft eine starke Wissens- und Politikplattform, die den E-Commerce in seiner Gesamtheit betrachtet“, freut sich bevh-Hauptgeschäftsführer Christoph Wenk-Fischer.  
 
So stärken beide Verbände ihre Rolle als Impulsgeber für wirtschaftliche und politische Rahmenbedingungen im Sport- und E-Commerce-Sektor. 

Tarifrunde Textil Nord-Ost 2026 Gerd Altmann, Pixabay
11.03.2026

Tarifrunde Textil Nord-Ost 2026: „IG Metall überfordert ostdeutsche Textilindustrie“

Stellenabbau, Arbeitslosenzahlen auf höchstem Wert seit 12 Jahren, Insolvenzen und Produktionsverlagerungen ins Ausland, drastisch steigende Lohnnebenkosten und seit 2022 Energiepreise auf Spitzenniveau. Diese Hiobsbotschaften gehören mittlerweile zum Alltag der deutschen Wirtschaft und der Betriebe der Textilindustrie.

Stellenabbau, Arbeitslosenzahlen auf höchstem Wert seit 12 Jahren, Insolvenzen und Produktionsverlagerungen ins Ausland, drastisch steigende Lohnnebenkosten und seit 2022 Energiepreise auf Spitzenniveau. Diese Hiobsbotschaften gehören mittlerweile zum Alltag der deutschen Wirtschaft und der Betriebe der Textilindustrie.

Am Dienstag, dem 10. März 2026, startete die Tarifrunde Textil Nord-Ost 2026 mit der ersten Verhandlung in Chemnitz. Die Arbeitnehmerseite war mit 14 Teilnehmern aus den Reihen der IG Metall und der Betriebsräte vertreten. Die acht anwesenden Mitglieder des Tarif- und Sozialausschusses des Verbandes der Nord-Ostdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie e.V. (vti) wurden unterstützt durch die für Tarifpolitik verantwortliche Verbandsjuristin des Gesamtverbandes der deutschen Textil- und Modeindustrie e.V. (textil+mode) und die für Tarifrecht zuständige Verbandsjuristin des vti.
 
Nach der internen Vorberatung der Tarifpartner erfolgte mit einem ersten gemeinsamen Gespräch die Vorstellung und Begründung der Forderungen durch die IG Metall. Dabei bezog sie sich auf das Forderungsschreiben vom 23. Februar 2026, welches der Arbeitgeberseite erst verzögert und damit erst eine Woche vor Verhandlungsbeginn am 3. März 2026 zuging. Der Arbeitgeberseite blieb deshalb keine Zeit zur Ausarbeitung eines Angebots.
 
Mit ihrer Forderung nach 5,0 Prozent mehr Lohn bei einer Laufzeit von 12 Monaten zeige die IG Metall, so der vti, ein mangelndes Gespür für die aktuelle wirtschaftliche Realität.
 
Die wirtschaftliche Lage sei in der Branche immens angespannt, Negativ-Zahlen nehmen kein Ende. Die Textilunternehmen verzeichneten über die vergangenen fünf Jahre reale Umsatzeinbußen von über 20 Prozent. Sämtliche Kennzahlen seien wieder im Minus: Beschäftigung, inländische Produktion, Export, Auftragseingänge und -bestände. Besonders alarmierend sei jedoch, dass die Zahl der Betriebe im vergangenen Jahr noch einmal deutlich gesunken ist: bei Textil bundesweit um 6,5 Prozent.
 
Zwar ist nach zwei Rezessionsjahren die gesamtdeutsche Wirtschaft in 2025 wieder leicht gewachsen. Im Verarbeitenden Gewerbe, zu dem die Textilindustrie zählt, gilt dies nicht. Hier wurde 2025 im dritten Jahr in Folge weniger erwirtschaftet. Die preisbereinigte Bruttowertschöpfung nahm gegenüber dem Vorjahr um 1,3 Prozent ab. Die Zahl der Erwerbstätigen im Verarbeitenden Gewerbe sank ebenfalls erneut.

Nach einem ersten Austausch der Positionen verständigten sich die Vertreter des vti und der IG Metall darauf, die Verhandlungen am 24. März 2026 fortzusetzen. Die Friedenspflicht für die aktuelle Tarifrunde endet am 31. März 2026.

Quelle:

Verband der Nord-Ostdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie e.V. 

06.03.2026

HDE: ver.di-Forderungen gehen an der Realität vorbei

Der Handelsverband Deutschland (HDE) sieht die am 05.03.2026 von ver.di in den Tarifgebieten Rheinland-Pfalz und Saarland im Einzelhandel beschlossenen Forderungen als unverhältnismäßig an und befürchtet in der Folge den unnötigen, massenhaften Verlust von Arbeitsplätzen. Der Verband appelliert in diesen wirtschaftlich außerordentlich schwierigen Zeiten an das Verantwortungsbewusstsein der Gewerkschaft, der Branche keinen Schaden zuzufügen. Ver.di fordert bei einer Laufzeit von zwölf Monaten monatlich 225 Euro mehr Lohn und Gehalt für die Beschäftigten. Das entspräche beim Verkäufereckgehalt im Saarland einer prozentualen Tarifanhebung um sieben Prozent, in Rheinland-Pfalz um 7,2 Prozent. In den unteren Entgeltgruppen lägen die prozentualen Steigerungen sogar bei knapp zehn Prozent. Die Auszubildendenvergütungen sollen zudem um 150 Euro steigen. Dies entspräche im 1. Ausbildungsjahr dann prozentualen Steigerungen von mehr als 13 Prozent.

Der Handelsverband Deutschland (HDE) sieht die am 05.03.2026 von ver.di in den Tarifgebieten Rheinland-Pfalz und Saarland im Einzelhandel beschlossenen Forderungen als unverhältnismäßig an und befürchtet in der Folge den unnötigen, massenhaften Verlust von Arbeitsplätzen. Der Verband appelliert in diesen wirtschaftlich außerordentlich schwierigen Zeiten an das Verantwortungsbewusstsein der Gewerkschaft, der Branche keinen Schaden zuzufügen. Ver.di fordert bei einer Laufzeit von zwölf Monaten monatlich 225 Euro mehr Lohn und Gehalt für die Beschäftigten. Das entspräche beim Verkäufereckgehalt im Saarland einer prozentualen Tarifanhebung um sieben Prozent, in Rheinland-Pfalz um 7,2 Prozent. In den unteren Entgeltgruppen lägen die prozentualen Steigerungen sogar bei knapp zehn Prozent. Die Auszubildendenvergütungen sollen zudem um 150 Euro steigen. Dies entspräche im 1. Ausbildungsjahr dann prozentualen Steigerungen von mehr als 13 Prozent.

„Diese ver.di-Forderungen gehen in der aktuellen Situation leider an der Realität von vielen Einzelhandelsunternehmen vorbei. Bereits vor Ausbruch des akuten kriegerischen Konflikts im Iran, kämpften die Arbeitgeber im Einzelhandel mit seit Jahren stagnierenden Umsätzen sowie mit explodierenden Kosten – so beispielsweise in den Bereichen Energie, Wareneinkauf sowie Logistik und auch Personal. Diese Probleme werden sich wegen der aktuellen Konfliktlage auf unbestimmte Zeit eher noch verschlimmern. Hinzu kommen die stetig steigenden Sozialversicherungsbeiträge und die erdrückende Bürokratie- und Regulierungslast, die den Faktor Arbeit immer noch weiter verteuern. Der gesetzliche Mindestlohn steigt zudem zum 1. Januar 2027 auf 14,60 Euro brutto pro Stunde, dies entspricht einer Steigerung seit seiner Einführung im Jahr 2015 um dann rund 72 Prozent. In dieser schwierigen Situation für alle haben die Arbeitgeber im Einzelhandel aktuell leider kaum mehr Verteilungsspielraum übrig“, so der HDE-Tarifgeschäftsführer Steven Haarke.

Zudem hatte der letzte Tarifabschluss den Beschäftigten im Einzelhandel über die Laufzeit von 2023 bis 2025 bereits insgesamt 14 Prozent Gehaltserhöhung ermöglicht und damit nachweislich auch einen Reallohngewinn. Damit besteht kein wirklicher Nachholbedarf in der Branche. Haarke: „Wenn man die heutige Forderung von ver.di im Einzelhandel im Saarland und in Rheinland-Pfalz deutschlandweit umsetzen müsste, würde das bei den Unternehmen rund 3,3 Milliarden Euro zusätzlicher Kosten auslösen. Das wäre für die Branche finanziell nicht mehr tragbar.“ Die Auswirkungen zeigen sich bereits auf dem Arbeitsmarkt: Laut Bundesagentur für Arbeit hat der Einzelhandel seit 2022 rund 60.000 sozialversicherungspflichtige Stellen verloren. „Unsere oberste Priorität muss die Zukunftsfähigkeit der Branche sowie die Sicherung der Arbeitsplätze sein“, betont Haarke. Die geforderten Lohnsteigerungen seien in der aktuellen Dynamik schlicht nicht leistbar.

05.03.2026

Landtagswahl 2026: Südwesttextil ruft zur Wahlbeteiligung auf

Der Wirtschafts- und Arbeitgeberverband sieht die Landtagswahl als richtungsweisend für Wettbewerbsfähigkeit, Investitionen und Beschäftigung in Baden-Württemberg und richtet sich an die Wahlberechtigten.

Gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten sei es wichtig, Verantwortung zu übernehmen. Der Wirtschafts- und Arbeitgeberverband der baden-württembergischen Textil- und Bekleidungsindustrie Südwesttextil unterstreicht daher die Bedeutung der Information über und Teilnahme an der bevorstehenden Landtagswahl am kommenden Sonntag, dem 8. März 2026.

Hauptgeschäftsführerin Edina Brenner erklärt: „Die am Sonntag zu wählende Landesregierung steht vor wichtigen Aufgaben, darunter, die Weichen für die Zukunft des Wirtschaftsstandorts Baden-Württemberg zu stellen. Für die Textil- und Bekleidungsindustrie als innovative Querschnittsbranche ist die Wahl deswegen ebenfalls entscheidend. Wir appellieren daher an alle Wahlberechtigten, sich intensiv zu informieren und ihre Stimme zu nutzen. An unsere Mitgliedsunternehmen und ihre Belegschaften plädieren wir besonders: Gehen Sie wählen und gestalten Sie so aktiv die Zukunft mit – für Baden-Württemberg und für Textil!“

Der Wirtschafts- und Arbeitgeberverband sieht die Landtagswahl als richtungsweisend für Wettbewerbsfähigkeit, Investitionen und Beschäftigung in Baden-Württemberg und richtet sich an die Wahlberechtigten.

Gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten sei es wichtig, Verantwortung zu übernehmen. Der Wirtschafts- und Arbeitgeberverband der baden-württembergischen Textil- und Bekleidungsindustrie Südwesttextil unterstreicht daher die Bedeutung der Information über und Teilnahme an der bevorstehenden Landtagswahl am kommenden Sonntag, dem 8. März 2026.

Hauptgeschäftsführerin Edina Brenner erklärt: „Die am Sonntag zu wählende Landesregierung steht vor wichtigen Aufgaben, darunter, die Weichen für die Zukunft des Wirtschaftsstandorts Baden-Württemberg zu stellen. Für die Textil- und Bekleidungsindustrie als innovative Querschnittsbranche ist die Wahl deswegen ebenfalls entscheidend. Wir appellieren daher an alle Wahlberechtigten, sich intensiv zu informieren und ihre Stimme zu nutzen. An unsere Mitgliedsunternehmen und ihre Belegschaften plädieren wir besonders: Gehen Sie wählen und gestalten Sie so aktiv die Zukunft mit – für Baden-Württemberg und für Textil!“

Unter dem Leitmotiv „Struktur zeigen – für einen Standort, der zusammenhält“ hat der Wirtschafts- und Arbeitgeberverband fünf zentrale landespolitische Handlungsfelder definiert: 

  1. Industriepolitik neu denken
  2. Bürokratie auf allen Ebenen abbauen
  3. Know-How stärken
  4. Infrastruktur priorisieren
  5. Zusammenhalt fördern
Quelle:

Verband der Südwestdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie Südwesttextil

Laufzeit verlängert: Das Mittelstand-Digital Zentrum Smarte Kreisläufe legt den Fokus auf KI, Kreislaufwirtschaft und nachhaltige Wertschöpfung © Gesamtverband textil+mode
Laufzeit verlängert: Das Mittelstand-Digital Zentrum Smarte Kreisläufe legt den Fokus auf KI, Kreislaufwirtschaft und nachhaltige Wertschöpfung
02.03.2026

Laufzeitverlängerung für Mittelstand-Digital Zentrum Smarte Kreisläufe

Das Mittelstand-Digital Zentrum Smarte Kreisläufe kann seine Arbeit über den ursprünglichen Projektzeitraum hinaus fortsetzen. Die Laufzeit des Projekts, das ursprünglich bis zum 28. Februar 2026 angesetzt war, wird bis Ende 2026 verlängert. Damit können KMU auch weiterhin kostenfrei bei der digitalen Transformation sowie beim Aufbau smarter und nachhaltiger Wertschöpfungskreisläufe unterstützt werden. 

Mit der verlängerten Laufzeit bleibt Unternehmen der Zugang zu den Angeboten und Austauschformaten des Zentrums sowie seiner Partner Gesamtverband textil+mode, Deutsche Institute für Textil- und Faserforschung Denkendorf (DITF), Institut für Textiltechnik der RWTH Aachen University (ITA), Sächsisches Textilforschungsinstitut (STFI) und DER MITTELSTANDSVERBUND – ZGV erhalten. Der inhaltliche Schwerpunkt liegt auf dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz – insbesondere zur Analyse von Daten, zur Optimierung von Prozessen und zur Unterstützung nachhaltiger Entscheidungen.

Das Mittelstand-Digital Zentrum Smarte Kreisläufe kann seine Arbeit über den ursprünglichen Projektzeitraum hinaus fortsetzen. Die Laufzeit des Projekts, das ursprünglich bis zum 28. Februar 2026 angesetzt war, wird bis Ende 2026 verlängert. Damit können KMU auch weiterhin kostenfrei bei der digitalen Transformation sowie beim Aufbau smarter und nachhaltiger Wertschöpfungskreisläufe unterstützt werden. 

Mit der verlängerten Laufzeit bleibt Unternehmen der Zugang zu den Angeboten und Austauschformaten des Zentrums sowie seiner Partner Gesamtverband textil+mode, Deutsche Institute für Textil- und Faserforschung Denkendorf (DITF), Institut für Textiltechnik der RWTH Aachen University (ITA), Sächsisches Textilforschungsinstitut (STFI) und DER MITTELSTANDSVERBUND – ZGV erhalten. Der inhaltliche Schwerpunkt liegt auf dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz – insbesondere zur Analyse von Daten, zur Optimierung von Prozessen und zur Unterstützung nachhaltiger Entscheidungen.

Weitere zentrale Themen sind die Bewertung der Kreislauffähigkeit von Unternehmen, die Modellierung und Berechnung von Umweltkennzahlen wie CO₂-Fußabdruck, Energieverbrauch oder Rückführbarkeit sowie die ökologische Optimierung von Lieferketten und Produktionsprozessen. Ergänzt werden diese Inhalte durch KI-gestützte Anwendungen, etwa in der Datenerfassung, Cloud-basierten Verarbeitung, vorausschauenden Wartung und im Qualitätsmanagement.


Praxisnahe Formate und Demonstratoren an den Standorten in Aachen, Chemnitz und Denkendorf machen technologische Potenziale erlebbar und zeigen konkrete Ansätze zur Effizienzsteigerung von Unternehmensprozessen auf. 

Das Mittelstand-Digital Zentrum Smarte Kreisläufe ist Teil des bundesweiten Mittelstand-Digital Netzwerks, das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie getragen wird. Alle Angebote sind für KMU kostenfrei und anbieterneutral. 

Quelle:

Mittelstand-Digital Zentrum Smarte Kreisläufe 

1. Mr. Saleem Akhtar (CFO) Alujain Corporation 2. Mr. Rajesh Kumar (Sr. Projects Manager) NATPET 3. Eng. Mohammad Barad’i (General Manager ) NATPET Downstream 4. Eng. Mohammed Al-Shamrani (VP of Conversion Chemicals) NIDC 5. Mr. Naif Alkhaldi (General Manager of Conversion Industry ) MISA 6. Mr. Pieter Vanoosthuyse (Director Strategy & Business Development) Beaulieu 7. His Excellency Eng. Khalil Bin Salamah (Vice Minister for Industrial Affairs) MIM 8. Mr. Jean-Baptiste De Ruyck (Chief Executive Officer) Be © Beaulieu International Group
1. Mr. Saleem Akhtar (CFO) Alujain Corporation 2. Mr. Rajesh Kumar (Sr. Projects Manager) NATPET 3. Eng. Mohammad Barad’i (General Manager ) NATPET Downstream 4. Eng. Mohammed Al-Shamrani (VP of Conversion Chemicals) NIDC 5. Mr. Naif Alkhaldi (General Manager of Conversion Industry ) MISA 6. Mr. Pieter Vanoosthuyse (Director Strategy & Business Development) Beaulieu 7. His Excellency Eng. Khalil Bin Salamah (Vice Minister for Industrial Affairs) MIM 8. Mr. Jean-Baptiste De Ruyck (Chief Executive Officer) Beaulieu 9. His Excellency Pascal H. Grégoire (Ambassador) Embassy of the Kingdom of Belgium in Riyadh 10. Eng. Khalid Al Dawood (Chief Executive Officer) Alujain Corporation 11. Mr. Saleh Alsolami(Chief Executive Officer) NIDC 12. Mr. Abdulaziz Al-Ahmadi‏ (Deputy Minister for Industrial Development )MIM 13. Eng. Ahmed Bin Eid (EVP, Chemicals) NIDC 14. Mr. Habib Al Harbi (Director of Conversion Chemical) NIDC 15. Mr. Wim van Cauteren (Trade & Investment Commissioner) Belgian Embassy Riyadh
26.02.2026

Joint Venture zur lokalen Produktion von synthetischen Fasern und Vliesstoffen in Saudi-Arabien

Alujain Corporation und Beaulieu International Group haben ein Memorandum of Understanding (MoU) – eine Absichtserklärung für ein geplantes strategisches Joint Venture im Königreich Saudi-Arabien unterzeichnet. Dies stellt einen bedeutenden Meilenstein in der industriellen Entwicklungsagenda des Landes dar. Die Partnerschaft, vorbehaltlich der behördlichen Genehmigungen, vereint die etablierte regionale Fertigungsplattform von Alujain Corporation mit modernen Polymeren und Beaulieus anerkannter Expertise im Bereich Synthetische Fasern und Vliesstoffe.

Ausweitung der lokalen Produktion in Yanbu
Das Joint Venture wird sich auf die Erweiterung der bestehenden GEONATPET‑Aktivitäten von Alujain Corporation in Yanbu konzentrieren.

Alujain Corporation und Beaulieu International Group haben ein Memorandum of Understanding (MoU) – eine Absichtserklärung für ein geplantes strategisches Joint Venture im Königreich Saudi-Arabien unterzeichnet. Dies stellt einen bedeutenden Meilenstein in der industriellen Entwicklungsagenda des Landes dar. Die Partnerschaft, vorbehaltlich der behördlichen Genehmigungen, vereint die etablierte regionale Fertigungsplattform von Alujain Corporation mit modernen Polymeren und Beaulieus anerkannter Expertise im Bereich Synthetische Fasern und Vliesstoffe.

Ausweitung der lokalen Produktion in Yanbu
Das Joint Venture wird sich auf die Erweiterung der bestehenden GEONATPET‑Aktivitäten von Alujain Corporation in Yanbu konzentrieren.

Jean-Baptiste De Ruyck, CEO von Beaulieu, kommentierte die geplante Partnerschaft wie folgt: "Diese strategische Investition unterstreicht Beaulieus langfristiges Engagement, unsere Kernkompetenzen auszubauen und zu stärken, während wir eine wirklich globale Produktionsplattform entwickeln. Durch dieses Joint Venture mit Alujain Corporation freuen wir uns, unsere fortschrittlichen Technologien, unser operatives Know-how und unsere globale Markterfahrung in Faserbereich in das Königreich Saudi-Arabien einzubringen. Durch die Kombination von erstklassigen Produktionsanlagen, hochmodernen Maschinen und hochqualifizierten Teams möchten wir unseren Kunden weltweit eine höhere Effizienz, gesteigerte Zuverlässigkeit und langfristigen Mehrwert bieten."

Darüber hinaus wird der durch das Joint Venture geschaffene erweiterte globale operative Fasern Footprint die Resilienz der Lieferkette und die Zuverlässigkeit der weltweiten Lieferungen weiter stärken.

Mr. Khalid Al Dawood, CEO von Alujain, erklärte: "Diese Partnerschaft stellt einen bedeutenden Meilenstein in der Downstream-Wachstumsstrategie von Alujain Corporation dar und entspricht unserem Ziel, fortschrittliche Geosynthetics‑Lösungen für große Infrastrukturprojekte anzubieten. In Zusammenarbeit mit Beaulieu werden wir die Lokalisierung fortschrittlicher Materialien beschleunigen, die für Infrastruktur‑, Bau‑ und Umweltanwendungen von zentraler Bedeutung sind. Gleichzeitig unterstützen wir das Königreich bei der Umsetzung seiner Vision‑2030‑Ziele und tragen zur Stärkung der Exportfähigkeit des Königreichs auf globalen Märkten bei."

Die geplante Partnerschaft spiegelt das gemeinsame Engagement von Alujain Corporation und Beaulieu wider, die industrielle Lokalisierung voranzutreiben, den Technologietransfer zu fördern und das Königreich Saudi-Arabien als führenden Hub für die Produktion von synthetischen Fasern und Vliesstoffen zu positionieren.

Quelle:

Beaulieu International Group

(c) Institut für Textiltechnik (ITA) der RWTH Aachen University
26.02.2026

ITA: Thermomechanisches Textilrecycling mit Pelletpresse

Das Technikum des Instituts für Textiltechnik (ITA) der RWTH Aachen University ist seit Ende 2025 mit einer Pelletpresse des Herstellers Amandus Kahl GmbH & Co. KG, Reinbek ausgestattet. Mit dieser Presse können zerkleinerte synthetische Textilien mit einem Durchsatz von bis zu 25 kg/h effizient verdichtet und zu Pellets mit einem Durchmesser von 4 mm verarbeitet werden.

Die erzeugten Pellets zeichnen sich durch eine homogene Geometrie, eine definierte Schüttdichte sowie eine geeignete Rieselfähigkeit aus. Dadurch lassen sie sich zuverlässig dosieren und kontinuierlich einem Extruder zuführen. Dies schafft die prozesstechnische Voraussetzung für das thermomechanische Textilrecycling im Pilotmaßstab am ITA.

Zur aktuellen Forschung am Institut gehört das thermomechanische Recycling von Reinigungstextilien aus Polylactid (PLA). Die Beschaffung der Pelletpresse erfolgte innerhalb des Forschungsprojekts RePLAy. Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt fördert das Projekt im Rahmen des Innovationsraums BIOTEXFUTURE. 

Das Technikum des Instituts für Textiltechnik (ITA) der RWTH Aachen University ist seit Ende 2025 mit einer Pelletpresse des Herstellers Amandus Kahl GmbH & Co. KG, Reinbek ausgestattet. Mit dieser Presse können zerkleinerte synthetische Textilien mit einem Durchsatz von bis zu 25 kg/h effizient verdichtet und zu Pellets mit einem Durchmesser von 4 mm verarbeitet werden.

Die erzeugten Pellets zeichnen sich durch eine homogene Geometrie, eine definierte Schüttdichte sowie eine geeignete Rieselfähigkeit aus. Dadurch lassen sie sich zuverlässig dosieren und kontinuierlich einem Extruder zuführen. Dies schafft die prozesstechnische Voraussetzung für das thermomechanische Textilrecycling im Pilotmaßstab am ITA.

Zur aktuellen Forschung am Institut gehört das thermomechanische Recycling von Reinigungstextilien aus Polylactid (PLA). Die Beschaffung der Pelletpresse erfolgte innerhalb des Forschungsprojekts RePLAy. Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt fördert das Projekt im Rahmen des Innovationsraums BIOTEXFUTURE. 

24.02.2026

HDE gegen Abschaffung von Minijobs

Angesichts der aktuellen Debatte über eine Abschaffung oder Einschränkung von Minijobs betont der Handelsverband Deutschland (HDE) die Bedeutung der geringfügigen Beschäftigung für den Einzelhandel.

Der HDE hält die anlässlich eines Antrages des CDU-Arbeitnehmerflügels vor dem Bundesparteitag am Wochenende aufgekommene Diskussion für deplatziert und warnt davor, von ungelösten Problemen wie immer weiter ansteigenden Lohnnebenkosten abzulenken. Trotz der derzeit sehr herausfordernden wirtschaftlichen Lage im Einzelhandel beschäftigt die Branche weiter mehr als 3,1 Millionen Menschen in Deutschland. Rund 800.000 davon gehen einer geringfügigen Beschäftigung nach, sogenannten Minijobs.

Angesichts der aktuellen Debatte über eine Abschaffung oder Einschränkung von Minijobs betont der Handelsverband Deutschland (HDE) die Bedeutung der geringfügigen Beschäftigung für den Einzelhandel.

Der HDE hält die anlässlich eines Antrages des CDU-Arbeitnehmerflügels vor dem Bundesparteitag am Wochenende aufgekommene Diskussion für deplatziert und warnt davor, von ungelösten Problemen wie immer weiter ansteigenden Lohnnebenkosten abzulenken. Trotz der derzeit sehr herausfordernden wirtschaftlichen Lage im Einzelhandel beschäftigt die Branche weiter mehr als 3,1 Millionen Menschen in Deutschland. Rund 800.000 davon gehen einer geringfügigen Beschäftigung nach, sogenannten Minijobs.

„Minijobs werden von den Beschäftigten in der Praxis erfahrungsgemäß aus unterschiedlichen Gründen sehr bewusst angefragt, da diese Beschäftigungsform in besonderem Maße mit den individuellen Lebensumständen vieler Menschen vereinbar ist“, so Steven Haarke, HDE-Geschäftsführer für Arbeit, Bildung, Sozial- und Tarifpolitik. Einige Menschen hätten aufgrund ihrer persönlichen Lebensumstände schlicht keine Möglichkeit, ein höheres Arbeitszeitvolumen zu realisieren. Andere locke vor allem der optimierte Nettolohn im Minijob („brutto für netto“), weil beispielsweise bereits ein hohes Haupt- oder Familieneinkommen zur Verfügung stehe. „Wegen ihrer Flexibilität sind Minijobs bei Beschäftigten und Arbeitgebern sehr beliebt, gerade auch in konjunkturell schwierigen Zeiten“, so Haarke weiter. Die vom CDU-Arbeitnehmerflügel angestoßene Debatte über eine Abschaffung oder Einschränkung von Minijobs verkenne die Bedeutung geringfügiger Beschäftigung für den Einzelhandel. „Die Diskussion soll offenbar von Problemen ablenken, die bis heute ungelöst sind, wie etwa den immer weiter steigenden Lohnnebenkosten“, so Haarke weiter.

Die im aktuellen Antrag des CDU-Arbeitnehmerflügels vorgesehene grundsätzliche Beitragspflicht auch für Kleinstjobs würde laut HDE die Nettoentgelte der ehemaligen Minijobber schlagartig spürbar verringern und damit die Attraktivität dieser Tätigkeiten reduzieren. Gleichzeitig wären die dadurch erworbenen Ansprüche dieser Menschen in der Renten- und Arbeitslosenversicherung aufgrund des geringen Stundenumfangs auch nur minimal. „Der aktuelle Antrag geht also ins Leere und ist daher überhaupt nicht zielführend“, so Haarke. Erschwerend komme hinzu, dass dadurch erhebliche zusätzliche Bürokratie für die Sozialversicherungsträger entstehen würde. Für Arbeitgeber seien Minijobs als Flexibilisierungsinstrument enorm wichtig, um branchenspezifische Stoßzeiten bedienen zu können. „Ohne Minijobs ließe sich der gewohnte, flächendeckende Service im Handel zu allen Öffnungszeiten kaum sicherstellen“, so Haarke weiter. Um Missbrauch im Minijob-System vorzubeugen, würden Arbeitgeber bereits heute strengen, bußgeldbewehrten Aufzeichnungspflichten unterliegen. „Eine Reform würde weder den Beschäftigten noch den Unternehmen oder der Verwaltung einen echten Mehrwert bieten“, so Haarke.

Quelle:

HDE Handelsverband Deutschland

Von Sumatrix hergestellte bakterielle Zellulosefolie. Foto: Sumatrix Biotech (CC BY-NC 4.0)
Von Sumatrix hergestellte bakterielle Zellulosefolie.
24.02.2026

Vegane und kreislauffähige Lederalternativen aus biotechnologisch gewonnener Zellulose

Fabulose ist der Name eines von der EU finanzierten Projekts, das von den Deutschen Instituten für Textil- und Faserforschung (DITF) koordiniert wird. Das Konsortium besteht aus führenden Forschungsinstituten, Biotech-Innovatoren und Industrieakteuren. Ziel ist es, leistungsstarke, biobasierte und recycelbare lederähnliche Stoffe herzustellen. Dabei werden effiziente biotechnologische Produktionsverfahren für bakterielle Zellulose, Cyanophycin und bakterielle Pigmente eingesetzt.

Derzeitige Lederalternativen werden entweder aus erdölbasierten Kunststoffen hergestellt, die nicht recycelbar sind, oder sie sind zumindest teilweise biobasiert, aber schwer zu skalieren und zu recyceln.

Deshalb zielt das vom Circular Bio-based Europe Joint Undertaking (CBE JU) unterstützte Projekt darauf ab, tierische Materialien zum Beispiel in der Automobil-, Mode- oder Polstermöbelbranche durch nachhaltige Alternativen zu ersetzten.

Fabulose ist der Name eines von der EU finanzierten Projekts, das von den Deutschen Instituten für Textil- und Faserforschung (DITF) koordiniert wird. Das Konsortium besteht aus führenden Forschungsinstituten, Biotech-Innovatoren und Industrieakteuren. Ziel ist es, leistungsstarke, biobasierte und recycelbare lederähnliche Stoffe herzustellen. Dabei werden effiziente biotechnologische Produktionsverfahren für bakterielle Zellulose, Cyanophycin und bakterielle Pigmente eingesetzt.

Derzeitige Lederalternativen werden entweder aus erdölbasierten Kunststoffen hergestellt, die nicht recycelbar sind, oder sie sind zumindest teilweise biobasiert, aber schwer zu skalieren und zu recyceln.

Deshalb zielt das vom Circular Bio-based Europe Joint Undertaking (CBE JU) unterstützte Projekt darauf ab, tierische Materialien zum Beispiel in der Automobil-, Mode- oder Polstermöbelbranche durch nachhaltige Alternativen zu ersetzten.

Mit dem Einsatz fortschrittlicher Fermentationstechniken, Abfallströme als Rohstoffe und KI-gesteuerte Prozessoptimierung wird Fabulose effizient bakterielle Zellulose, Cyanophycin und bakterielle Pigmente produzieren und dabei die Umweltbelastung minimieren. Die biobasierten Materialien werden in einer Beschichtungsformulierung kombiniert, die die Haltbarkeit und Ästhetik von traditionellem Leder nachahmt. Die HighPerCell®-Technologie der DITF ermöglicht das erneute Verspinnen von bakterieller Zellulose zu Filamenten, die zu recycelten Textilträgern verarbeitet werden, die eine hohe Zugfestigkeit bieten und keine giftigen Stoffe beinhalten.

Statt einzelne Partien (Batches) zu bearbeiten, ermöglicht die Technologie zudem einen Rolle-zu-Rolle-Produktionsprozess, der die zukünftige Skalierung zu einer kostengünstigen Massenproduktion vereinfacht.

Um optimale Materialeigenschaften zu bestimmen, wurden im Projekt die Marktanforderungen erhoben. Ökodesign- und Safe-by-Design-Prinzipien bewerten potenzielle Risiken und stellen sicher, dass Sicherheits- und Nachhaltigkeitsziele erfüllt werden. Ein Digital-Twin-Framework wird wichtige Prozessparameter für die Optimierung und Überwachung der Materialleistung umfassen.

Zusammenfassung der wichtigsten Projektinnovationen:

  • Verwendung von Fermentationsprodukten zur schnellen und kostengünstigen Herstellung von Rohmaterialien
  • Kultivierung von Mikroorganismen auf Abfallstoffen und CO₂ zur Senkung der Produktionskosten und Verringerung der Umweltbelastung
  • Recycling von bakterieller Zellulose zu Filamenten mittels Spinnverfahren zur Herstellung von Textilien mit gleichbleibender und hochwertiger Qualität.
  • Entwicklung von Produktionsprozessen für Cyanophycin zur Herstellung strapazierfähiger Beschichtungen und Veredelungen.
  • Entwicklung eines Rolle-zu-Rolle-Produktionsprozesses zur Vereinfachung der zukünftigen Skalierung.

Projektpartner
Das Fabulose-Projekt hat eine Laufzeit von 3,5 Jahren und ein Budget von ca. 3,5 Millionen Euro.

Das Konsortium umfasst zehn Partner aus sechs europäischen Ländern, die die gesamte Wertschöpfungskette von der Forschung bis zur praktischen Anwendung abdecken:

Deutsche Institute für Textil- und Faserforschung Denkendorf (DITF) (Deutschland), Next Technology Tecnotessile Societa Nazionale (Italien), Universität Maribor (Slowenien), Sumatrix Biotech (Türkei), VTL GmbH (Österreich), Novis GmbH (Deutschland), Melina Bucher (Deutschland), Benecke-Kaliko GmbH (Deutschland), Konrad Hornschuch GmbH (Deutschland), Universität Aveiro (Portugal) und Steinbeis 2i GmbH (Deutschland).

12.02.2026

Rieter: Preiserhöhung für Produkte und Systeme ab März

Reaktion auf weltweit gestiegene Materialkosten: Die globalen Entwicklungen in Politik und Wirtschaft führen seit längerem zu steigen-den Rohstoff- und Energiekosten. Davon ist auch der Textilmaschinenbau betroffen. Die Maschinen und Komponenten von Rieter bestehen zu grossen Teilen aus Stahl, Kupfer, Aluminium und Elektronik. Gerade diese Materialien verzeichneten in den vergangenen Monaten eine höhere Nachfrage sowie gestiegene Preise.

Bisher hat Rieter die entstandenen Mehrkosten nicht an ihre Kunden weitergegeben. Da sich die Preisentwicklung als langfristig erweist, passt das Unternehmen die Preise ab März 2026 an.

Reaktion auf weltweit gestiegene Materialkosten: Die globalen Entwicklungen in Politik und Wirtschaft führen seit längerem zu steigen-den Rohstoff- und Energiekosten. Davon ist auch der Textilmaschinenbau betroffen. Die Maschinen und Komponenten von Rieter bestehen zu grossen Teilen aus Stahl, Kupfer, Aluminium und Elektronik. Gerade diese Materialien verzeichneten in den vergangenen Monaten eine höhere Nachfrage sowie gestiegene Preise.

Bisher hat Rieter die entstandenen Mehrkosten nicht an ihre Kunden weitergegeben. Da sich die Preisentwicklung als langfristig erweist, passt das Unternehmen die Preise ab März 2026 an.

Weitere Informationen:
Rieter AG Rieter Preiserhöhung
Quelle:

Rieter AG

Das Respirometersystem misst, wie viel Sauerstoff die Bodenmikroorganismen beim Abbau eines Materials verbrauchen. So lässt sich bestimmen, wie schnell und vollständig das Material biologisch abgebaut wird. Foto (c) Hohenstein
Das Respirometersystem misst, wie viel Sauerstoff die Bodenmikroorganismen beim Abbau eines Materials verbrauchen. So lässt sich bestimmen, wie schnell und vollständig das Material biologisch abgebaut wird.
11.02.2026

Neue DIN SPEC bewertet Umweltwirkung von Textilfragmenten im Boden

Textilprodukte aus synthetischen Fasern, veredelten Stoffen oder gefärbten Materialien geben während ihres gesamten Lebenszyklus textile Fragmente an die Umwelt ab. Mit der neuen DIN SPEC 19296 bietet Hohenstein erstmals ein standardisiertes, ganzheitliches Prüfverfahren, um zu untersuchen, wie sich diese Fragmente im Boden verhalten. Wie sie dort reagieren und welche ökologischen Auswirkungen sie haben, war bislang weitgehend unklar.

Ganzheitliches Prüfverfahren
Im Fokus stehen textile Produkte und ihre Fragmente, wie sie durch Nutzung, Abrieb oder Entsorgung in die Umwelt gelangen. Die Prüfungen erfolgen in standardisierter Erde unter definiertem Normklima und dauern bis zu 180 Tage. Dabei fließen verschiedene Messgrößen ein: So wird in einem Respirometersystem ermittelt, wie viel Sauerstoff Bodenmikroorganismen beim Abbau der Materialien verbrauchen, um den biologischen Abbau der Textilfragmente zu berechnen. Ergänzend werden nach der Biodegradation Kressesamen in der Erde mit den verbliebenen Rückständen ausgesät, um mögliche Auswirkungen auf das Pflanzenwachstum zu untersuchen. 

Textilprodukte aus synthetischen Fasern, veredelten Stoffen oder gefärbten Materialien geben während ihres gesamten Lebenszyklus textile Fragmente an die Umwelt ab. Mit der neuen DIN SPEC 19296 bietet Hohenstein erstmals ein standardisiertes, ganzheitliches Prüfverfahren, um zu untersuchen, wie sich diese Fragmente im Boden verhalten. Wie sie dort reagieren und welche ökologischen Auswirkungen sie haben, war bislang weitgehend unklar.

Ganzheitliches Prüfverfahren
Im Fokus stehen textile Produkte und ihre Fragmente, wie sie durch Nutzung, Abrieb oder Entsorgung in die Umwelt gelangen. Die Prüfungen erfolgen in standardisierter Erde unter definiertem Normklima und dauern bis zu 180 Tage. Dabei fließen verschiedene Messgrößen ein: So wird in einem Respirometersystem ermittelt, wie viel Sauerstoff Bodenmikroorganismen beim Abbau der Materialien verbrauchen, um den biologischen Abbau der Textilfragmente zu berechnen. Ergänzend werden nach der Biodegradation Kressesamen in der Erde mit den verbliebenen Rückständen ausgesät, um mögliche Auswirkungen auf das Pflanzenwachstum zu untersuchen. 

Ein weiterer zentraler Bestandteil ist der Test mit Regenwürmern, die aufgrund ihrer hohen Empfindlichkeit gezielt als Bioindikatoren eingesetzt werden. Anhand von Überlebensrate und möglichen Masseverlusten lässt sich bewerten, ob die abgebauten Textilfragmente oder verbleibende Rückstände eine toxische Wirkung im Boden entfalten. Der ganzheitliche Ansatz zeigt damit nicht nur, ob Materialien biologisch abgebaut werden, sondern auch, ob dabei Rückstände entstehen, die Pflanzen oder Bodenorganismen schädigen könnten. 

Praxisrelevanz und Mehrwert
„Textile Fasern und Fragmente gelangen nicht nur beim Waschen, sondern auch beim Tragen in die Umwelt“, sagt Hohenstein-Projektleiterin Juliane Alberts. „Mit der DIN SPEC 19296 können wir erstmals unter realitätsnahen Bedingungen prüfen, wie sich verschiedene textile Fragmente im Boden verhalten. So machen wir ein unsichtbares Thema sichtbar und liefern einen Mehrwert für die Entwicklung nachhaltigerer textiler Produkte.“ Mit der DIN SPEC 19296 können Unternehmen verschiedene textile Produkte am Markt hinsichtlich ihrer Umwelteinwirkung im Kontext des potenziellen Faserverlustes vergleichen. Gleichzeitig ermöglicht sie, irreführende Aussagen wie „kompostierbar“ kritisch zu hinterfragen.

Gemeinsam entwickelt – öffentlich zugänglich
Die DIN SPEC 19296 wurde von Hohenstein gemeinsam mit Industriepartnern entwickelt und ist öffentlich zugänglich. Sie vereint die Bewertung der biologischen Abbaubarkeit mit ökotoxikologischen Tests. So lässt sich feststellen, ob der Boden nach dem Abbau von textilen Fragmenten belastet ist oder weiterhin als Lebensraum für Pflanzen und Organismen fungiert.
Die Ergebnisse helfen, die tatsächlichen Umweltfolgen des textilen Faserverlusts besser einzuschätzen, geeignete Schutzmaßnahmen abzuleiten und Materialien mit geringerem umweltschädlichen Faserverlust für die Textilindustrie zu entwickeln. 

Quelle:

Hohenstein 

Bild Gerd Altmann, Pixabay
03.02.2026

Vergabeverfahren modernisieren: „Vom Preis- zum Qualitätsfokus in der Patientenversorgung“

Der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) setzt sich in seiner Stellungnahme zur Revision des europäischen Vergaberechts („Public Procurement Revision“) bei der Europäischen Kommission für klare, transparente und praktikable Beschaffungsverfahren ein. „Ein modernes Vergaberecht für Medizinprodukte zum Wohle der Patient:innen darf sich nicht allein auf den Preis fokussieren, sondern muss Qualität, Innovation, Versorgungssicherheit und Nachhaltigkeit gleichermaßen berücksichtigen“, fordert BVMed-Geschäftsführer und Vorstandsmitglied Dr. Marc-Pierre Möll.

Der Wechsel hin zu einem „value based“-Gesundheitssystem und Vergaberecht ist aus Sicht des BVMed überfällig. „Die Patient:innen stehen im Zentrum des Gesundheitssystems – entsprechend müssen sich die Beschaffungskriterien viel stärker als bisher an den Ergebnissen der medizinischen Versorgung orientieren“, erklärt Möll. Die EU-Kommission sollte deshalb bereits jetzt, in der Vorbereitungsphase des Kommissionsvorschlags, die Weichen für den dringend erforderlichen Systemwechsel vom alleinigen Fokus auf den Preis hin zu Qualität und Werten („value based“) stellen. 

Der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) setzt sich in seiner Stellungnahme zur Revision des europäischen Vergaberechts („Public Procurement Revision“) bei der Europäischen Kommission für klare, transparente und praktikable Beschaffungsverfahren ein. „Ein modernes Vergaberecht für Medizinprodukte zum Wohle der Patient:innen darf sich nicht allein auf den Preis fokussieren, sondern muss Qualität, Innovation, Versorgungssicherheit und Nachhaltigkeit gleichermaßen berücksichtigen“, fordert BVMed-Geschäftsführer und Vorstandsmitglied Dr. Marc-Pierre Möll.

Der Wechsel hin zu einem „value based“-Gesundheitssystem und Vergaberecht ist aus Sicht des BVMed überfällig. „Die Patient:innen stehen im Zentrum des Gesundheitssystems – entsprechend müssen sich die Beschaffungskriterien viel stärker als bisher an den Ergebnissen der medizinischen Versorgung orientieren“, erklärt Möll. Die EU-Kommission sollte deshalb bereits jetzt, in der Vorbereitungsphase des Kommissionsvorschlags, die Weichen für den dringend erforderlichen Systemwechsel vom alleinigen Fokus auf den Preis hin zu Qualität und Werten („value based“) stellen. 

Aus Sicht des deutschen MedTech-Verbandes tragen zudem eine zentrale, digitalisierte EU-Vergabeplattform und europaweit einheitliche Kriterien entscheidend zur Effizienz, Planbarkeit und Rechtssicherheit bei. „Gleichzeitig muss die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Medizintechnik-Branche gestärkt werden, ohne die globalen Lieferketten unnötig zu beschränken“, heißt es in der BVMed-Stellungnahme. Ein ausgewogenes Verhältnis zwischen europäischer Souveränität, freiem Handel und Innovationsförderung sei entscheidend, um die Versorgungssicherheit langfristig zu gewährleisten.

Zentrale Anliegen des BVMed für eine zielgerichtete, praktikable und innovationsfreundliche Weiterentwicklung des europäischen Vergaberechts sind insbesondere folgende Punkte:

  • Vereinfachung und Harmonisierung des Rechtsrahmens durch Bürokratieabbau und Digitalisierung der Vergabeverfahren unter besonderer Berücksichtigung der Bedürfnisse kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU).
  • Neuausrichtung der Zuschlagskriterien durch eine stärkere Gewichtung qualitativer Aspekte gegenüber einer ausschließlich preisorientierten Vergabe. Von Patient:innen berichtete Ergebnisse ( „Patient-reported Outcomes“; PROMs) müssen für die Messung des tatsächlichen Wertes einbezogen werden.
  • Förderung innovativer und nachhaltiger Lösungen, die zur Verbesserung der Patient:innen-Versorgung und zur langfristigen Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Medizintechnik beitragen.
  • Erleichterung einer umweltfreundlichen Beschaffung auf Basis klarer, verbindlicher und nichtdiskriminierender Kriterien, durch geeignete Finanzierung sowie durch transparente, gemeinsam mit der Industrie entwickelte Standards.

Für die Medizintechnik-Branche hat die öffentliche Vergabe eine hohe Relevanz. Die Ausgestaltung des Vergaberechts entscheidet darüber, ob neben dem Preis auch Qualität, Innovation, Versorgungssicherheit und regulatorische Anforderungen angemessen berücksichtigt werden. „Für die Medizintechnik ist das europäische Vergaberecht damit nicht nur ein Beschaffungsinstrument, sondern ein zentraler Rahmen für Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft in Europa“, so der BVMed.

Die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit Europas, insbesondere durch Förderung strategischer Sektoren, muss jedoch im Einklang mit internationalen Handelsabkommen stehen und darf keinesfalls die Exportstärke Europas in der Medizintechnik behindern.

Dr. Marc-Pierre Möll: „Vor dem Hintergrund der aktuellen geopolitischen Spannungen, insbesondere der handelspolitischen Unsicherheiten und Zollmaßnahmen der USA, gewinnt die Ausgestaltung eines ausgewogenen, verlässlichen und international kompatiblen Vergaberechts zusätzlich an Bedeutung. Europa muss hier Vorreiter für Qualität, Innovationsfreundlichkeit und Nachhaltigkeit sein.“

© Institut für Textiltechnik (ITA) der RWTH Aachen University
03.02.2026

Förderung bewilligt: Textilfabrik 7.0 entsteht in Mönchengladbach

Textilfabrik 7.0 – die Vision eines vernetzten, emissionsfreien Industrieparks der Zukunft für die Stadt Mönchengladbach wird Realität. Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) hat die Förderung des Vorhabens bewilligt.

Ziel des Projekts ist der Aufbau eines Technologie- und Entwicklungszentrums in Mönchengladbach und damit die Entwicklung eines Industrieparks der Zukunft. Statt abgekoppelter Betrachtung einzelner Technologien kombiniert die „Textilfabrik 7.0“ Energieeffizienz, KI/Robotik und Biotechnologie in einem einzigen funktionsfähigen Textil-Reallabor unter der engen Zusammenarbeit von Industrie und Forschung.

Das Projekt wird einen entscheidenden Beitrag zur nachhaltigen Steigerung der Attraktivität und Produktivität der regionalen, textilen Produktion leisten: Mit der T7-Factory werden neue Arbeitsplätze geschaffen und die innovative Textilforschung am Standort gestärkt.

Textilfabrik 7.0 – die Vision eines vernetzten, emissionsfreien Industrieparks der Zukunft für die Stadt Mönchengladbach wird Realität. Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) hat die Förderung des Vorhabens bewilligt.

Ziel des Projekts ist der Aufbau eines Technologie- und Entwicklungszentrums in Mönchengladbach und damit die Entwicklung eines Industrieparks der Zukunft. Statt abgekoppelter Betrachtung einzelner Technologien kombiniert die „Textilfabrik 7.0“ Energieeffizienz, KI/Robotik und Biotechnologie in einem einzigen funktionsfähigen Textil-Reallabor unter der engen Zusammenarbeit von Industrie und Forschung.

Das Projekt wird einen entscheidenden Beitrag zur nachhaltigen Steigerung der Attraktivität und Produktivität der regionalen, textilen Produktion leisten: Mit der T7-Factory werden neue Arbeitsplätze geschaffen und die innovative Textilforschung am Standort gestärkt.

Der Kick-Off findet als Netzwerkveranstaltung am 19. März 2026 statt. Industrieakteure werden dann gemeinsame Fragestellungen rund um die künftigen Themen der T7-Factory: On-Demand-Fertigung, MicroFactory Engineering, Digital Textiles und Biosphere erarbeiten. Die Fachexpert:innen des ITA werden für die Themengebiete MicroFactory Engineering und Digital Textiles als Ansprechpartner:innen bereitstehen. Bei Interesse an Kooperationen oder Einblicken in den Projektfortschritt besteht hier die Anmeldemöglichkeit zum Kick-off. 

Projektpartner sind das ITA – Institut für Textiltechnik der RWTH Aachen University, das Forschungsinstitut für Textil und Bekleidung der Hochschule Niederrhein, der Verband der Nordwestdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie, der Verband der Rheinischen Textil- und Bekleidungsindustrie, die Textilakademie NRW sowie die Wirtschaftsförderung Mönchengladbach GmbH.

Quelle:

ITA – Institut für TextilInstitut für Textiltechnik (ITA) der RWTH Aachen Universitytechnik of RWTH Aachen University

Südwesttextil als „Altersdiverser Arbeitgeber“ ausgezeichnet Foto: Verband der Südwestdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie Südwesttextil e. V.
03.02.2026

Südwesttextil als „Altersdiverser Arbeitgeber“ ausgezeichnet

Der Wirtschafts- und Arbeitgeberverband setzt sich nicht nur für bessere Rahmenbedingungen für die Weiterbeschäftigung von Rentnern und Qualifizierungen über alle Altersstufen ein, sondern lebt auch im eigenen Team die Generationenvielfalt.

Dank einer Nominierung aus den eigenen Reihen wurde Südwesttextil Ende Januar als eines von drei Unternehmen deutschlandweit mit dem Siegel „Altersdiverser Arbeitgeber“ ausgezeichnet. Anita Glombik, Expertin für Karriere 55+ und generationsübergreifende Führung, würdigte bei der Verleihung an Hauptgeschäftsführerin Edina Brenner, dass der Verband Generationenvielfalt als strategische Stärke begreift und als festen Bestandteil der eigenen Kultur lebt. 

Der Wirtschafts- und Arbeitgeberverband setzt sich nicht nur für bessere Rahmenbedingungen für die Weiterbeschäftigung von Rentnern und Qualifizierungen über alle Altersstufen ein, sondern lebt auch im eigenen Team die Generationenvielfalt.

Dank einer Nominierung aus den eigenen Reihen wurde Südwesttextil Ende Januar als eines von drei Unternehmen deutschlandweit mit dem Siegel „Altersdiverser Arbeitgeber“ ausgezeichnet. Anita Glombik, Expertin für Karriere 55+ und generationsübergreifende Führung, würdigte bei der Verleihung an Hauptgeschäftsführerin Edina Brenner, dass der Verband Generationenvielfalt als strategische Stärke begreift und als festen Bestandteil der eigenen Kultur lebt. 

Südwesttextil-Hauptgeschäftsführerin Edina Brenner: „Als Verband wollen wir in allen Bereichen stets mit einem Maximum an Kompetenz, Qualität und Engagement für unsere Mitglieder da sein. Bei der Personalauswahl ist es daher für uns ausschließlich wichtig, dass die Person die nötigen Kompetenzen mitbringt und sich mit den individuellen Stärken gerne in unser Team einbringt. Das Zusammenspiel unterschiedlicher Generationen und Erfahrungsstufen erachten wir insbesondere in den aktuell wirtschaftlich herausfordernden Zeiten als wichtig.“ 

In seiner politischen Arbeit fordert der Verband mit Blick auf den demographischen Wandel und den Fachkräftemangel z. B. erleichterte Rahmenbedingungen für die Weiterbeschäftigung von Mitarbeitenden mit Rentenbezug. Der Anfang des Jahres aufgehobene Vorbeschäftigungsverbot ist hierfür ein wichtiger Schritt. Mit dem TEXOVERSUM für den Campus der Hochschule hat der Verband ebenso ein Begegnungszentrum geschaffen, in dem unter anderem über die „texhub academy“ lebenslanges Lernen durch Qualifizierungen entlang der textilen Wertschöpfungskette ermöglicht wird. 

Zur Auszeichnung
Das Siegel „Altersdiverser Arbeitgeber“ versteht sich nicht als klassische Zertifizierung, sondern als bewusstes Zeichen für Haltung, Verantwortung und zukunftsorientierte Führung. Es ist eng mit der von Anita Glombik gegründeten Community Karriere 55+ verbunden. Die Kern-Community umfasst mehrere hundert aktive Mitglieder. Nach der Nominierung erfolgte die Prüfung der drei Kriterien „Haltung gegenüber Generationenvielfalt“, „Konkrete Maßnahmen zur generationsübergreifenden Zusammenarbeit“ und „Vorbildwirkung/gelebte Praxis“ im Rahmen eines persönlichen Austauschs und einer darauffolgenden Beurteilung durch eine Jury. Dabei wird bewertet, ob Generationenvielfalt im Unternehmensalltag tatsächlich gelebt wird und welchen Beitrag sie zum nachhaltigen Erfolg des Unternehmens leistet.

Quelle:

Verband der Südwestdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie Südwesttextil e. V.

Tourismusbranche Foto Michelle Pitzel, Pixabay
02.02.2026

Südwesttextil: Tourismusindustrie als Blaupause

Wöchentliche statt tägliche Höchstarbeitszeit, steuerliche Begünstigung von Überstundenzuschlägen und Prämien für Mehrarbeit sowie Erleichterungen bei der Gewinnung von Fachkräften aus dem Ausland – Südwesttextil begrüßt die in der nationalen Tourismusstrategie enthaltenen Maßnahmen.  

Das Bundeskabinett hat in dieser Woche das Papier zur Nationalen Tourismusstrategie verabschiedet. Aus Perspektive von Südwesttextil sind darin für den gesamten Arbeitsmarkt entscheidende Maßnahmen enthalten. Der Wirtschafts- und Arbeitgeberverband Südwesttextil forderte in den letzten Jahren bereits eine Anpassung des deutschen Arbeitszeitgesetzes. Bisher sieht dieses eine tägliche Höchstarbeitszeit vor, während die EU-Richtlinie diese wöchentlich bemisst. Deutschland liegt damit im Vergleich zu anderen EU-Staaten wie Irland, Italien, Kroatien oder Schweden zurück. Die flexible Einteilung der Arbeitszeit innerhalb einer Woche ermöglicht es Arbeitnehmern in diesen Ländern, wichtige Prozesse zu beenden und die mehr gearbeitete Zeit auszugleichen. Von der Flexibilität profitieren ebenfalls Berufstätige mit zusätzlicher Verantwortung für Angehörige. 

Wöchentliche statt tägliche Höchstarbeitszeit, steuerliche Begünstigung von Überstundenzuschlägen und Prämien für Mehrarbeit sowie Erleichterungen bei der Gewinnung von Fachkräften aus dem Ausland – Südwesttextil begrüßt die in der nationalen Tourismusstrategie enthaltenen Maßnahmen.  

Das Bundeskabinett hat in dieser Woche das Papier zur Nationalen Tourismusstrategie verabschiedet. Aus Perspektive von Südwesttextil sind darin für den gesamten Arbeitsmarkt entscheidende Maßnahmen enthalten. Der Wirtschafts- und Arbeitgeberverband Südwesttextil forderte in den letzten Jahren bereits eine Anpassung des deutschen Arbeitszeitgesetzes. Bisher sieht dieses eine tägliche Höchstarbeitszeit vor, während die EU-Richtlinie diese wöchentlich bemisst. Deutschland liegt damit im Vergleich zu anderen EU-Staaten wie Irland, Italien, Kroatien oder Schweden zurück. Die flexible Einteilung der Arbeitszeit innerhalb einer Woche ermöglicht es Arbeitnehmern in diesen Ländern, wichtige Prozesse zu beenden und die mehr gearbeitete Zeit auszugleichen. Von der Flexibilität profitieren ebenfalls Berufstätige mit zusätzlicher Verantwortung für Angehörige. 

Für qualifizierte Einwanderung befürwortet Südwesttextil die Zentralisierung und Digitalisierung des Prozesses durch eine „Work-and-Stay-Agentur“. Die Einheitlichkeit des Prozesses und der Abbau von bürokratischen Hürden sind entscheidend, um den Standort für hoch qualifizierte Fachkräfte aus dem Ausland attraktiv zu machen. Das Ziel der Bundesregierung, das einheitliche Anerkennungsverfahren innerhalb von acht Wochen zu ermöglichen, bewertet der Verband in diesem Zusammenhang als evident wichtig. 

Südwesttextil-Hauptgeschäftsführerin Edina Brenner fasst zusammen: „Wir begrüßen grundsätzlich jede Möglichkeit, Potenziale auf dem Arbeitsmarkt zu heben. Die in der nationalen Tourismusstrategie enthaltenen Maßnahmen zur Flexibilisierung der Arbeitszeit, zur Erleichterung der Fachkräfteeinwanderung sowie zur steuerlichen Begünstigung von Mehrarbeit sind überfällig und sollten besonders mit Blick auf die konjunkturell herausfordernde Lage beschleunigt vorangetrieben werden.“

Quelle:

Verband der Südwestdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie Südwesttextil e. V.

Image: Vitaly Kobzun, Pixabay
02.02.2026

Lenzing AG: Mehrheitseigentümerin von TreeToTextile AB, beschleunigte Industrialisierung neuer Fasern

Die Lenzing Gruppe übernimmt die kontrollierende Mehrheit am schwedischen Innovationsunternehmen TreeToTextile AB und stärkt so ihre Position als eine führende Anbieterin nachhaltiger, holzbasierter Spezialfasern. Gleichzeitig erweitert sie ihr Innovationsportfolio um eine hochskalierbare, patentgeschützte Technologieplattform. Die Transaktion wird durch die Ausgabe neuer Aktien umgesetzt. 

TreeToTextile steht für den nächsten großen technologischen Fortschritt in der cellulosischen Faserproduktion – nach der Entwicklung von Viscose Anfang des 20. Jahrhunderts und Lenzings eigener Lyocell Technologie in den 1990er Jahren. Das Verfahren bietet ein deutlich verbessertes Nachhaltigkeitsprofil, attraktive Kostenvorteile und eine breite Anwendbarkeit in Textil  und Vliesstoffmärkten. Mit der Mehrheitsübernahme unterstreicht Lenzing den Anspruch, die Premiumisierungsstrategie voranzutreiben und ihre führende Rolle im globalen Markt für Spezialfasern weiter auszubauen. 

Die Lenzing Gruppe übernimmt die kontrollierende Mehrheit am schwedischen Innovationsunternehmen TreeToTextile AB und stärkt so ihre Position als eine führende Anbieterin nachhaltiger, holzbasierter Spezialfasern. Gleichzeitig erweitert sie ihr Innovationsportfolio um eine hochskalierbare, patentgeschützte Technologieplattform. Die Transaktion wird durch die Ausgabe neuer Aktien umgesetzt. 

TreeToTextile steht für den nächsten großen technologischen Fortschritt in der cellulosischen Faserproduktion – nach der Entwicklung von Viscose Anfang des 20. Jahrhunderts und Lenzings eigener Lyocell Technologie in den 1990er Jahren. Das Verfahren bietet ein deutlich verbessertes Nachhaltigkeitsprofil, attraktive Kostenvorteile und eine breite Anwendbarkeit in Textil  und Vliesstoffmärkten. Mit der Mehrheitsübernahme unterstreicht Lenzing den Anspruch, die Premiumisierungsstrategie voranzutreiben und ihre führende Rolle im globalen Markt für Spezialfasern weiter auszubauen. 

„TreeToTextile zählt zu den weltweit fortschrittlichsten Next-Gen-Fasertechnologien und ist die vielversprechendste Entwicklung am Markt. Seit unserer Erstinvestition 2025 hat die Zusammenarbeit zwischen dem innovativen TreeToTextile-Team und Lenzings Faserexperten deutliche technologische Fortschritte ermöglicht. Wir stehen klar hinter dem gemeinsamen Scale up und der Kommerzialisierung. H&M Group, Inter IKEA Group und Stora Enso werden diesen Weg auch weiterhin als Minderheitsgesellschafter begleiten und wertvolle Markt  und Verbraucherperspektiven einbringen“, sagt Georg Kasperkovitz, COO der Lenzing Gruppe. Auch LSCS Invest bekräftigt mit seinem langjährigen Engagement seit der Gründung des Unternehmens und der fortgesetzten Aktionärsrolle das Vertrauen in die gemeinsame Technologieplattform. 

„Innovation im industriellen Maßstab erfordert Zeit, Fachwissen und starke Partnerschaften. Die Aufstockung der Beteiligung der Lenzing Gruppe ist eine klare Bestätigung unserer Technologie und unseres Ziels, ein wichtiger Akteur auf dem globalen Fasermarkt zu werden“, sagt Dr. Roxana Barbieru, CEO von TreeToTextile.

Die Transaktion ermöglicht eine beschleunigte Skalierung der neuen Technologie. Lenzing plant eine deutliche Steigerung des Produktionsausstoßes in der bestehenden Demonstrationsanlage in Nymölla, Schweden, sowie die Vorbereitung der ersten industriellen Großanlage. Darüber hinaus erwartet das Unternehmen operative Synergien aus einer engeren Zusammenarbeit.

02.02.2026

bvse: Dialog, klare Worte und drängende Herausforderungen

Der traditionsreiche Neujahrsempfang des bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung, der jährlich vom bvse-Landesverband Bayern ausgerichtet wird, fand in diesem Jahr in Nürnberg statt. Rund 100 Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Branche folgten der Einladung des bayerischen Landesvorsitzenden Christian Güntner. Als Ehrengast konnte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN), Carsten Träger, MdB, begrüßt werden.

Mittelstand am Limit
In seiner Eröffnungsrede zeichnete Christian Güntner ein klares Bild: Er betonte, dass die Belastungsgrenze des Mittelstandes vielerorts überschritten sei. Dabei verwies er auf die zentrale Rolle kleiner und mittelständischer Unternehmen für die deutsche Wirtschaft. Mehr als 20 Millionen Menschen sind im Mittelstand beschäftigt. Zudem fungieren diese Unternehmen als wichtigste Ausbildungs- und Talentschmiede: Über 90 Prozent aller Auszubildenden werden in kleinen und mittelständischen Betrieben ausgebildet.

Der traditionsreiche Neujahrsempfang des bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung, der jährlich vom bvse-Landesverband Bayern ausgerichtet wird, fand in diesem Jahr in Nürnberg statt. Rund 100 Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Branche folgten der Einladung des bayerischen Landesvorsitzenden Christian Güntner. Als Ehrengast konnte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN), Carsten Träger, MdB, begrüßt werden.

Mittelstand am Limit
In seiner Eröffnungsrede zeichnete Christian Güntner ein klares Bild: Er betonte, dass die Belastungsgrenze des Mittelstandes vielerorts überschritten sei. Dabei verwies er auf die zentrale Rolle kleiner und mittelständischer Unternehmen für die deutsche Wirtschaft. Mehr als 20 Millionen Menschen sind im Mittelstand beschäftigt. Zudem fungieren diese Unternehmen als wichtigste Ausbildungs- und Talentschmiede: Über 90 Prozent aller Auszubildenden werden in kleinen und mittelständischen Betrieben ausgebildet.

Güntner forderte von der Politik mehr Verlässlichkeit, die Vereinfachung von Regeln und Vorschriften sowie größeres Vertrauen in die Leistungsfähigkeit der Unternehmen. „So wie bisher kann es jedenfalls nicht weitergehen“, machte er deutlich.

Besonders kritisch hob er drei zentrale Problemfelder hervor:

Bürokratie und Berichtspflichten
Zeit sei inzwischen die knappste Ressource vieler Unternehmen. Laut KfW entfielen 2025 rund sieben Prozent der gesamten Arbeitszeit im Mittelstand auf bürokratische Prozesse – das entspricht etwa 1,5 Milliarden Arbeitsstunden jährlich. Insgesamt koste die Erfüllung gesetzlicher Anforderungen den Mittelstand rund 61 Milliarden Euro pro Jahr. Bürokratie sei damit längst kein Randthema mehr, sondern ein ernstzunehmender Standortfaktor.

Regulierungskaskaden aus EU und Bund
Beispielhaft nannte Güntner die Nachhaltigkeitsberichterstattung im Zuge der EU-CSRD, durch die sich die Zahl der berichtspflichtigen Unternehmen von etwa 500 auf rund 15.000 erhöht. Zwar seien viele Mittelständler formal nicht berichtspflichtig, würden aber als Zulieferer großer Unternehmen dennoch in umfangreiche Datenerhebungen eingebunden. Ähnliche Effekte zeigten sich beim Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz. Verantwortung gehöre zwar zum Unternehmertum, problematisch werde es jedoch, wenn diese Verantwortung in bürokratischen Formalismus umschlage, der kleinere Unternehmen unverhältnismäßig stark belaste.

Kostenbelastung und Fachkräftemangel
Mit einer Steuer- und Abgabenquote von 47,9 Prozent für durchschnittliche Arbeitnehmer zählt Deutschland laut OECD zu den Spitzenreitern im internationalen Vergleich. Gleichzeitig entfielen zwischen Juli 2024 und Juni 2025 über 72 Prozent aller offenen Stellen auf kleine und mittlere Unternehmen. Insgesamt fehlten ihnen mehr als 280.000 Fachkräfte. Gerade der Mittelstand habe aufgrund höherer Personalkostenanteile am Umsatz deutlich geringere Spielräume als Großkonzerne, um im Wettbewerb um Fachkräfte mitzuhalten.

Diese Faktoren führten, so Güntner, zu einer gefährlichen Entwicklung: Investitionsstau, ungeklärte Nachfolgeregelungen und Standortverlagerungen seien zunehmend die Folge – oder schlicht die Entscheidung, auf weiteres Wachstum zu verzichten.

Politik signalisiert Dialogbereitschaft
Parlamentarischer Staatssekretär Carsten Träger griff die angesprochenen Kritikpunkte in seiner Rede direkt auf. „Sie haben nicht mit Kritik an der Politik gespart und diese Kritik berührt mich“, erklärte er gegenüber den Teilnehmerinnen und Teilnehmern.

Er räumte ein, dass insbesondere die hohen Energiekosten Wirtschaft und Bevölkerung stark belasteten. Als wesentliche Ursache verwies er auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine und den damit verbundenen Gaslieferstopp. Gleichzeitig betonte Träger, dass die Bundesregierung bereits erste Steuersenkungen beschlossen habe und weitere Maßnahmen vorbereite. Zudem sollen in den kommenden Jahren Investitionen in Höhe von rund einer Billion Euro mobilisiert werden, die auch dem Mittelstand zugutekommen sollen.

„Ich nehme sehr ernst, wenn Sie sagen, dass der Mittelstand mit dem Rücken zur Wand steht“, unterstrich Träger. Zugleich zeigte er sich überzeugt davon, dass die Bundesregierung entschlossen sei, die bestehenden Probleme anzugehen. „Der Mittelstand ist ein Pfund für Deutschland. Er trägt maßgeblich zur wirtschaftlichen Stärke unseres Landes bei.“

Ein zentrales Branchenthema griff bvse-Hauptgeschäftsführer Eric Rehbock auf. Er dankte Träger ausdrücklich für seine Teilnahme und bezeichnete dessen Besuch als wichtiges Signal für den Dialog zwischen Politik und Mittelstand.

Besonders positiv bewertete Rehbock die Initiative des Bundesumweltministeriums zur Bekämpfung von Brandereignissen durch falsch entsorgte Lithium-Ionen-Akkus. Auf Forderung der Branche wurde kurzfristig ein „Runder Tisch“ unter Vorsitz von Carsten Träger eingerichtet. Das erste Treffen habe bereits gezeigt, dass tragfähige Lösungen möglich seien. Der bvse werde sich aktiv und konstruktiv in diesen Prozess einbringen.

Gleichzeitig machte Rehbock deutlich, dass sich die Recycling- und Entsorgungsbranche aktuell in einer äußerst angespannten wirtschaftlichen Situation befinde. Zwar folge die Entwicklung grundsätzlich der allgemeinen Konjunkturlage, treffe die Branche jedoch besonders hart.

Vor allem im Kunststoff- und Textilrecycling sei die Lage teilweise existenziell. Ohne kurzfristige Unterstützung drohten weitere Insolvenzen, Stilllegungen und Standortschließungen. Jeder verlorene Betrieb bedeute nicht nur den Verlust von Arbeitsplätzen, sondern auch von Know-how, regionaler Infrastruktur und Leistungsfähigkeit der Kreislaufwirtschaft.

Als besonders dringlich bezeichnete Rehbock die Forderung nach einem verlässlichen Zugang zu deutlich vergünstigten Industriestrompreisen für Kunststoffrecycler. Ein Ausschluss der Branche von entsprechenden Entlastungsmaßnahmen wäre ein fatales Signal.

Der bvse kündigte an, sich weiterhin engagiert und lösungsorientiert in politische Prozesse einzubringen –im Sinne eines handlungsfähigen Mittelstandes und einer starken Kreislaufwirtschaft in Deutschland.

29.01.2026

EmpCo-Richtlinie: rechtssichere und rechtzeitige Umsetzung utopisch?

Südwesttextil fordert die Klärung von Rechtsbegriffen sowie eine Verlängerung der Abverkaufsfristen, um eine Umsetzung in der Industriepraxis zu gewährleisten. 

Die Änderung des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb wird am 30. Januar 2026 im Bundesrat beraten. Nur wenige Wochen vor der Frist soll mit dem Gesetz die europäische Empowering Consumers-Richtlinie in nationales Recht umgesetzt werden. Konkret verpflichtet diese Unternehmen, jegliche „Umweltaussagen“ oder Darstellungen im Rahmen ihrer kommerziellen Kommunikation im unmittelbaren Kontext zu belegen. Aktuell stehen einer rechtssicheren Umsetzung in der Praxis aber fehlende Präzision und eine zu kurzfristige Zeitschiene im Weg, so Südwesttextil. 

Südwesttextil fordert die Klärung von Rechtsbegriffen sowie eine Verlängerung der Abverkaufsfristen, um eine Umsetzung in der Industriepraxis zu gewährleisten. 

Die Änderung des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb wird am 30. Januar 2026 im Bundesrat beraten. Nur wenige Wochen vor der Frist soll mit dem Gesetz die europäische Empowering Consumers-Richtlinie in nationales Recht umgesetzt werden. Konkret verpflichtet diese Unternehmen, jegliche „Umweltaussagen“ oder Darstellungen im Rahmen ihrer kommerziellen Kommunikation im unmittelbaren Kontext zu belegen. Aktuell stehen einer rechtssicheren Umsetzung in der Praxis aber fehlende Präzision und eine zu kurzfristige Zeitschiene im Weg, so Südwesttextil. 

Aktuell gebe es nur wenige Anhaltspunkte, was und wie Unternehmen weiterhin rechtssicher kommunizieren können. Zwar stellt eine Beschlussempfehlung des Ausschusses klar, dass „anerkannte, auf Grundlage vorab festgelegter Kriterien unabhängig durchgeführte und belastbare Verbrauchertests“ weiterhin verwendet werden können. Trotzdem bleibe unklar, ob branchenspezifische Standards der Textilindustrie darin inkludiert sind. Würden diese unbestimmten Rechtsbegriffe nicht konkretisiert, werde es in der Konsequenz erst durch Gerichtsverfahren Präzisierungen geben. Für Unternehmen stelle dies ein kostspieliges Risiko dar. 

Südwesttextil kritisiert die konkrete Umsetzung vor allem auch vor dem Hintergrund des von der EU vorgegebenen Zeitrahmens. Denn Unternehmen müssen bis zum 27. September 2026 – trotz der noch offenen Fragen und teilweise fehlenden Leitlinien – ihre Strategie festgelegt und notwendige Vorkehrungen getroffen haben. Südwesttextil fordert die Bundesregierung nochmals auf, sich mit dem Anliegen an die EU zu wenden, die Umsetzungsfrist im Hinblick auf die von der EU vorgegebene enge Zeitschiene für die Unternehmen realistisch zu gestalten. 

Südwesttextil-Hauptgeschäftsführerin Edina Brenner: „Angesichts der Rechtsunsicherheiten ist es für eine langfristig, effizient planende Industrieproduktion kaum möglich, rechtssicher und rechtzeitig die laufenden Prozesse umzustellen. Die Politik berücksichtigt bei der aktuellen Umsetzung nicht, dass entsprechende Vorlaufzeiten und Vorproduktionen – gerade im Bereich von Verpackungen und Kennzeichnungen – stattfinden.“ 

Quelle:

Verband der Südwestdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie Südwesttextil