Aus der Branche

Zurücksetzen
Modelling für Produktbilder mit Verkaufswirkung (c) CyberLink
Modelling für Produktbilder mit Verkaufswirkung
03.02.2026

Neue KI-Funktionen in Promeo: Virtuelle Anprobe und KI-Produkt-Modelling

CyberLink erweitert sein KI-Kreativstudio Promeo für den Online-Handel und das Marketing um die beiden neuen KI-basierten Funktionen „KI-Anprobe” und „KI-Produkt-Modelling”. Damit können Unternehmen ohne klassische Fotoshootings schneller, kosteneffizienter und flexibler hochwertige Produktbilder erstellen. 

KI-Anprobe für realistische Outfit-Darstellungen
Mithilfe der neuen KI-Anprobe können Kleidungsstücke realistisch auf virtuelle oder reale Models übertragen werden. Dazu laden Anwender Fotos der Kleidung sowie einer Person hoch oder wählen eine passende Model-Vorlage aus. Die KI passt das Outfit automatisch an die Körperform, Proportionen, Pose, das Licht und den natürlichen Fall des Materials an. So entstehen authentische Outfit-Darstellungen in unterschiedlichen Bildformaten, die sich anschließend im Promeo Editor weiterbearbeiten lassen, beispielsweise mit Texten, Stickern oder Designelementen. Die Funktion eignet sich sowohl für ansprechende Produktbilder als auch für virtuelle Anproben. Kosten und Aufwand für das Buchen von Models, Fotoshootings und Bildbearbeitung entfallen.

CyberLink erweitert sein KI-Kreativstudio Promeo für den Online-Handel und das Marketing um die beiden neuen KI-basierten Funktionen „KI-Anprobe” und „KI-Produkt-Modelling”. Damit können Unternehmen ohne klassische Fotoshootings schneller, kosteneffizienter und flexibler hochwertige Produktbilder erstellen. 

KI-Anprobe für realistische Outfit-Darstellungen
Mithilfe der neuen KI-Anprobe können Kleidungsstücke realistisch auf virtuelle oder reale Models übertragen werden. Dazu laden Anwender Fotos der Kleidung sowie einer Person hoch oder wählen eine passende Model-Vorlage aus. Die KI passt das Outfit automatisch an die Körperform, Proportionen, Pose, das Licht und den natürlichen Fall des Materials an. So entstehen authentische Outfit-Darstellungen in unterschiedlichen Bildformaten, die sich anschließend im Promeo Editor weiterbearbeiten lassen, beispielsweise mit Texten, Stickern oder Designelementen. Die Funktion eignet sich sowohl für ansprechende Produktbilder als auch für virtuelle Anproben. Kosten und Aufwand für das Buchen von Models, Fotoshootings und Bildbearbeitung entfallen.

KI-Produkt-Modelling für Produktbilder mit Verkaufswirkung
Ergänzend dazu bietet die Funktion KI-Produkt-Modelling die Möglichkeit, Produkte wie Accessoires, Sonnenbrillen oder andere Lifestyle-Artikel realitätsnah im Einsatz darzustellen. Hierfür können ebenfalls Fotos von Produkten und Personen hochgeladen oder passende Model-Vorlagen verwendet werden. Die KI erzeugt passende Produktbilder in verschiedenen Formaten für Social-Media-Anzeigen, Online-Shops und weitere Werbezwecke. Dabei lassen sich unterschiedliche Zielgruppen, Szenarien oder internationale Märkte ohne zusätzlichen Produktionsaufwand und Kosten abbilden. 

Promeo – KI-Kreativstudio für Marketing und E-Commerce
Mit Promeo von CyberLink lassen sich dank integrierter Vorlagen und KI-gestützter Designs professionelle Marketinginhalte ohne Vorkenntnisse erstellen. Mit den neuen KI-Funktionen können Einzelhändler, Marketer und kleine Unternehmen nun schneller und einfacher professionelle Produktbilder und Werbeinhalte gestalten.

Quelle:

CyberLink 

© Institut für Textiltechnik (ITA) der RWTH Aachen University
03.02.2026

Förderung bewilligt: Textilfabrik 7.0 entsteht in Mönchengladbach

Textilfabrik 7.0 – die Vision eines vernetzten, emissionsfreien Industrieparks der Zukunft für die Stadt Mönchengladbach wird Realität. Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) hat die Förderung des Vorhabens bewilligt.

Ziel des Projekts ist der Aufbau eines Technologie- und Entwicklungszentrums in Mönchengladbach und damit die Entwicklung eines Industrieparks der Zukunft. Statt abgekoppelter Betrachtung einzelner Technologien kombiniert die „Textilfabrik 7.0“ Energieeffizienz, KI/Robotik und Biotechnologie in einem einzigen funktionsfähigen Textil-Reallabor unter der engen Zusammenarbeit von Industrie und Forschung.

Das Projekt wird einen entscheidenden Beitrag zur nachhaltigen Steigerung der Attraktivität und Produktivität der regionalen, textilen Produktion leisten: Mit der T7-Factory werden neue Arbeitsplätze geschaffen und die innovative Textilforschung am Standort gestärkt.

Textilfabrik 7.0 – die Vision eines vernetzten, emissionsfreien Industrieparks der Zukunft für die Stadt Mönchengladbach wird Realität. Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) hat die Förderung des Vorhabens bewilligt.

Ziel des Projekts ist der Aufbau eines Technologie- und Entwicklungszentrums in Mönchengladbach und damit die Entwicklung eines Industrieparks der Zukunft. Statt abgekoppelter Betrachtung einzelner Technologien kombiniert die „Textilfabrik 7.0“ Energieeffizienz, KI/Robotik und Biotechnologie in einem einzigen funktionsfähigen Textil-Reallabor unter der engen Zusammenarbeit von Industrie und Forschung.

Das Projekt wird einen entscheidenden Beitrag zur nachhaltigen Steigerung der Attraktivität und Produktivität der regionalen, textilen Produktion leisten: Mit der T7-Factory werden neue Arbeitsplätze geschaffen und die innovative Textilforschung am Standort gestärkt.

Der Kick-Off findet als Netzwerkveranstaltung am 19. März 2026 statt. Industrieakteure werden dann gemeinsame Fragestellungen rund um die künftigen Themen der T7-Factory: On-Demand-Fertigung, MicroFactory Engineering, Digital Textiles und Biosphere erarbeiten. Die Fachexpert:innen des ITA werden für die Themengebiete MicroFactory Engineering und Digital Textiles als Ansprechpartner:innen bereitstehen. Bei Interesse an Kooperationen oder Einblicken in den Projektfortschritt besteht hier die Anmeldemöglichkeit zum Kick-off. 

Projektpartner sind das ITA – Institut für Textiltechnik der RWTH Aachen University, das Forschungsinstitut für Textil und Bekleidung der Hochschule Niederrhein, der Verband der Nordwestdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie, der Verband der Rheinischen Textil- und Bekleidungsindustrie, die Textilakademie NRW sowie die Wirtschaftsförderung Mönchengladbach GmbH.

Quelle:

ITA – Institut für TextilInstitut für Textiltechnik (ITA) der RWTH Aachen Universitytechnik of RWTH Aachen University

Südwesttextil als „Altersdiverser Arbeitgeber“ ausgezeichnet Foto: Verband der Südwestdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie Südwesttextil e. V.
03.02.2026

Südwesttextil als „Altersdiverser Arbeitgeber“ ausgezeichnet

Der Wirtschafts- und Arbeitgeberverband setzt sich nicht nur für bessere Rahmenbedingungen für die Weiterbeschäftigung von Rentnern und Qualifizierungen über alle Altersstufen ein, sondern lebt auch im eigenen Team die Generationenvielfalt.

Dank einer Nominierung aus den eigenen Reihen wurde Südwesttextil Ende Januar als eines von drei Unternehmen deutschlandweit mit dem Siegel „Altersdiverser Arbeitgeber“ ausgezeichnet. Anita Glombik, Expertin für Karriere 55+ und generationsübergreifende Führung, würdigte bei der Verleihung an Hauptgeschäftsführerin Edina Brenner, dass der Verband Generationenvielfalt als strategische Stärke begreift und als festen Bestandteil der eigenen Kultur lebt. 

Der Wirtschafts- und Arbeitgeberverband setzt sich nicht nur für bessere Rahmenbedingungen für die Weiterbeschäftigung von Rentnern und Qualifizierungen über alle Altersstufen ein, sondern lebt auch im eigenen Team die Generationenvielfalt.

Dank einer Nominierung aus den eigenen Reihen wurde Südwesttextil Ende Januar als eines von drei Unternehmen deutschlandweit mit dem Siegel „Altersdiverser Arbeitgeber“ ausgezeichnet. Anita Glombik, Expertin für Karriere 55+ und generationsübergreifende Führung, würdigte bei der Verleihung an Hauptgeschäftsführerin Edina Brenner, dass der Verband Generationenvielfalt als strategische Stärke begreift und als festen Bestandteil der eigenen Kultur lebt. 

Südwesttextil-Hauptgeschäftsführerin Edina Brenner: „Als Verband wollen wir in allen Bereichen stets mit einem Maximum an Kompetenz, Qualität und Engagement für unsere Mitglieder da sein. Bei der Personalauswahl ist es daher für uns ausschließlich wichtig, dass die Person die nötigen Kompetenzen mitbringt und sich mit den individuellen Stärken gerne in unser Team einbringt. Das Zusammenspiel unterschiedlicher Generationen und Erfahrungsstufen erachten wir insbesondere in den aktuell wirtschaftlich herausfordernden Zeiten als wichtig.“ 

In seiner politischen Arbeit fordert der Verband mit Blick auf den demographischen Wandel und den Fachkräftemangel z. B. erleichterte Rahmenbedingungen für die Weiterbeschäftigung von Mitarbeitenden mit Rentenbezug. Der Anfang des Jahres aufgehobene Vorbeschäftigungsverbot ist hierfür ein wichtiger Schritt. Mit dem TEXOVERSUM für den Campus der Hochschule hat der Verband ebenso ein Begegnungszentrum geschaffen, in dem unter anderem über die „texhub academy“ lebenslanges Lernen durch Qualifizierungen entlang der textilen Wertschöpfungskette ermöglicht wird. 

Zur Auszeichnung
Das Siegel „Altersdiverser Arbeitgeber“ versteht sich nicht als klassische Zertifizierung, sondern als bewusstes Zeichen für Haltung, Verantwortung und zukunftsorientierte Führung. Es ist eng mit der von Anita Glombik gegründeten Community Karriere 55+ verbunden. Die Kern-Community umfasst mehrere hundert aktive Mitglieder. Nach der Nominierung erfolgte die Prüfung der drei Kriterien „Haltung gegenüber Generationenvielfalt“, „Konkrete Maßnahmen zur generationsübergreifenden Zusammenarbeit“ und „Vorbildwirkung/gelebte Praxis“ im Rahmen eines persönlichen Austauschs und einer darauffolgenden Beurteilung durch eine Jury. Dabei wird bewertet, ob Generationenvielfalt im Unternehmensalltag tatsächlich gelebt wird und welchen Beitrag sie zum nachhaltigen Erfolg des Unternehmens leistet.

Quelle:

Verband der Südwestdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie Südwesttextil e. V.

02.02.2026

Fazit MUNICH FABRIC START Spring.Summer 27: Solide. Optimistisch.

Solide Messe. Optimistisches Mindset. So lautet das Ergebnis der MUNICH FABRIC START. Nach drei Messetagen ist am 29. Januar die Münchner Textilmesse mit den integrierten Show-in-Shows BLUEZONE, KEYHOUSE und THE SOURCE zu Ende gegangen. Die MUNICH FABRIC START schloss mit einer stabilen Besucherfrequenz im Vergleich zur vergangenen Veranstaltung ab. Rund 1.000 Kollektionen von internationalen Stoff- und Zutatenherstellern zeigten im MOC München ihre Farb- und Materialtrends für Spring.Summer 27. Hochwertige Stoffe und Zutaten trafen auf internationale Denim-Kompetenz und zukunftsweisende Innovationen entlang der gesamten textilen Wertschöpfungskette.  

Solide Messe. Optimistisches Mindset. So lautet das Ergebnis der MUNICH FABRIC START. Nach drei Messetagen ist am 29. Januar die Münchner Textilmesse mit den integrierten Show-in-Shows BLUEZONE, KEYHOUSE und THE SOURCE zu Ende gegangen. Die MUNICH FABRIC START schloss mit einer stabilen Besucherfrequenz im Vergleich zur vergangenen Veranstaltung ab. Rund 1.000 Kollektionen von internationalen Stoff- und Zutatenherstellern zeigten im MOC München ihre Farb- und Materialtrends für Spring.Summer 27. Hochwertige Stoffe und Zutaten trafen auf internationale Denim-Kompetenz und zukunftsweisende Innovationen entlang der gesamten textilen Wertschöpfungskette.  

Trends Spring.Summer 27: Gegenpole setzen  
„Es ist eine Zeit radikaler Veränderungen. Viele Menschen sind von Pessimismus geprägt und wollen am Status quo festhalten. Feigheit ist unser Problem. ‚Polite Fashion‘ ist das Ergebnis“, provoziert Trendforscher David Shah von View Publications vor vollen Zuschauerrängen auf der STAGE. Umso wichtiger sei es, gegenzusteuern. „Wir bewegen uns in einem herausfordernden Marktumfeld, in einer schwierigen Zeit. In der Modebranche setzt das aktuell eine unheimliche kreative Energie frei. Es geht darum, einen positiven Gegenpol zu setzen“, so eröffneten die MFS-Trendexperten Volker Orthmann und Katharina Majorek von o/m Collective ihren Trendvortrag „PLEASURE – Colours, Fabrics, Styling (Wo)mens Key Trends for Spring.Summer 27“. Nachdem die modische Grundrichtung lange durch Pragmatismus und Neutralität geprägt war, richtet sich der Blick jetzt nach vorne. Mit dem übergreifenden Leitthema „PLEASURE“, hat die MUNICH FABRIC START diese Trendentwicklung modern inszeniert und für Besucher erlebbar gemacht. Mit Themen wie Cinematic Colours, Every Day Pop, Cultural Power oder Sunny Nonchalance stellte auch Karin Schmitz von Peclers Paris Optimismus, Spaß und Zuversicht in den Mittelpunkt.  
 
Farbe, Drucke und Struktur als modische Treiber 

Modisch markiert die neue Saison einen Wendepunkt, hin zu bewusster Erneuerung. Optimismus, Vergnügen und Kreativität sind die vorherrschenden Themen. Das spiegelt sich in den rund 1.000 Kollektionen internationaler Stoff- und Zutatenhersteller deutlich wider. Farbe, Drucke und Struktur sind zentrale Impulsgeber der Saison. „Wir sind in einer Phase der Veränderung. Was ist morgen? Das ist die alles überlagernde Frage. Wichtig dafür ist Farbe. Es ist wenig Farbe auf dem Markt gewesen. Das ändert sich jetzt“, so Schmitz von Peclers Paris. Annette Schrewe, Head of Design bei Betty Barclay, beobachtet in den Kollektionen „mehr Mut zur Farbe“, ergänzt durch Neutrals mit interessanten Oberflächenstrukturen.  „Wunderschön, insbesondere für Blusen, sind die neuen fluiden, transparenten, fließenden Stoffe. Die Saison macht Spaß“, so Schrewe weiter. Eveline Rammler, Einkauf DOB bei s.Oliver, beschreibt: „Markisenstreifen, Pinstripes, florale und naive Paisley Prints, verfremdete Animals – das kristallisiert sich für uns als dominierende  Themen bei den Drucken heraus.“ Gamze Camuzcuoglu, Sales Manager von A.P.C. bestätigt: „Leuchtendes Blau und Weiß, fließende Animal-Prints, verschwommene orientalische Motive, florale Bordüren, geometrische Designs, unregelmäßige Geometrien und Pyjamastreifen – das sind für uns die wichtigsten Modetrends.“ „Wir suchen nach Neuheiten, die unsere Sprache sprechen. Pastellige Farben und helle Drucke sehen wir auch für den Abend. Leichte, transparente Chiffons, Organza mit Struktur, Drucke mit malerischen Blüten, Bohème, das ist für uns neu. Dunkelbraun und Bordeaux bleibt. Braun war ein Riesen-Hype. Jetzt geht es in Toffee und Camel in Verbindung mit Rosa oder hellem Gelb“, sagt Heike Schaible, Produktmanagement, Vera Mont. Im Hinblick auf die Oberflächen rücken Haptik und Textur in den Vordergrund. „Die Themen der Stunde sind Materialien, die haptisch erlebbar sind. Materialien, die ansprechen, über taktile Strukturen“, betont Majorek von o/m Collective. Thoshikiko Kanatani von Stylem bestätigt: „Die Highlights dieser Saison sind besondere Veredelungen, viele Texturen sowie Knitter- und Falteneffekte.“ 
 
Preis, Marge, Konsum 
„Das Zauberwort lautet: Marge. Themen wie Handfeel, Qualität, Finish sind für den deutschen Markt im Moment völlig zweitrangig. Die Wertschätzung für Hochwertigkeit fehlt“, bedauert Mladen Pototschnik, Sales, Albini & Thomas Mason. Er verweist auf eine weiter steigende Preissensibilität und sieht auch in der Messeentwicklung einen Indikator dafür, „dass sich die deutsche Bekleidungsindustrie sehr schwer tut.“ Eser Kaygusuz, Sales Head von Yünsa sieht es ähnlich: „Die Stimmung in Deutschland ist angespannt. Die Preissensibilität ist hoch, die Konsumstimmung schlecht. Das zeigt sich nicht nur im Textilbereich, sondern auch bei den Zahlen der Automobilindustrie. Dennoch, der erste Messetag war gar nicht schlecht. Viele wichtige Kunden wie Seidensticker, Hugo Boss und Digel waren schon da.“ Trotz der herausfordernden Rahmenbedingungen wurde die Messe von Ausstellern und Besuchern konstruktiv genutzt. „Es lief besser als erwartet. Mailand war so stark, dass wir nicht dachten, dass es in München nochmal so gut wird. Die Qualität der Kunden war RICHTIG gut. Toni Dress, Brax, Bugatti, Betty Barclay und Vera Mont – um nur einige zu nennen“, sagt Thomas Buschjost, Inhaber der Agentur Fashion & Friends. Viele Kunden würden das Thema Preis „erstmal ausklammern“ und sich zunächst darauf konzentrieren, „schöne, neue Dinge zu finden“. 
 
Compliance, KI und Circularity 

Neben den Trends zählten vor allem regulatorische Anforderungen wie der Digital Product Passport, Digitalisierung, KI und zirkuläre Modelle zu den zentralen inhaltlichen Schwerpunkten des umfangreichen Vortragsprogramms. „Es geht nicht nur um Kosten und Optimierung. Ein zentrales Thema ist, wie politische Vorgaben ins Sourcing übersetzt werden können und wie sich Compliance durch konsistente Daten sicherstellen lässt“, betont Politikberaterin Muchaneta ten Napel von Shape Innovate. Während der drei Messetage diskutierte sie gemeinsam mit zahlreichen namhaften Experten auf den Panels Themen wie diese. Deutlich wurde in Round Tables, Talks und Vorträgen der hohe Veränderungsdruck, der ab 2026 auf die Branche zukommt. „Es gibt kein Patentrezept. Jede Marke arbeitet anders. Ich habe nicht das Gefühl, dass die Branche gut vorbereitet ist“, so die Einschätzung von Leila Abu el Hawa, Beraterin und Head of Product von Elizabeth Scarlett, im Hinblick auf den Digital Product Passport.  
 
Angewandte neue Technologie- und Systemlösungen präsentierte das KEYHOUSE. Im Fokus standen Transparenz, Vertrauen und der Übergang zur Kreislaufwirtschaft – von der Stärkung resilienter, zirkulärer Prozesse bis hin zu marktreifen Innovationen. Zu den Highlights zählten unter anderem eine neue Technologie zur Smartphone-basierten Authentifizierung von Fakes oder Originalen von Original-ID sowie das erstmals vorgestellte Rücknahmesystem von Trove für Wiederverkauf und Recycling. „Das ist unsere Antwort auf die Rohstoffknappheit“, so Janis Künkler, Managing Director Trove Europe.  
 
Forschungsnahe Projekte, bei denen Nachhaltigkeit kulturell, sinnlich und systemisch gedacht wird, wurden erneut im SUSTAINABLE INNOVATIONS Forum kuratiert. Zu den Teilnehmern zählten Marie Vilay mit den Projekten „To Read a Pattern“ und „A Bindle“, Materia Futura von Alessia Pasquini und Beatriz Sandini sowie 
„Threaded Protocols“ von Floor Berkhout. Eine weitere Messeneuheit mit höchstem Nachhaltigkeitsanspruch: Die Kooperation von Dirt und Loads Collection mit der ersten Demeter-zertifizierten Textilkollektion. Erstmals wird der Demeter-Standard auf Textilien angewendet – perspektivisch auch für Bekleidung. „Das ist ein echter Meilenstein“, betont Lea Mahlke von Dirt, Neuaussteller in der RESOURCE Area.  
 
BLUEZONE: Unperfekt – perfekt 

Die BLUEZONE zeigte für Spring.Summer 2027 ein vielschichtiges Denim-Bild zwischen urbaner Strenge, funktionaler Reduktion und sinnlicher Opulenz. Nachhaltige Materialien, handwerkliche Details und innovative Oberflächen rücken den Wert des Materials ebenso in den Fokus wie Individualität und Emotion. Einen zentralen Trend beschreibt Denim-Experte Tilmann Wröbel vom Denim Lifestyle Studio Monsieur-T. in seinem Vortrag „The perfect time for denim imperfection“: „Hyperperfektion durch AI? Für die Denim-Industrie liegt der aktuelle Trend im Gegenteil: in der Idee der Unperfektheit. Nicht zu glatt, nicht zu perfekt. Ist es nicht genau das, was Denim ausmacht?“ Auch auf der BLUEZONE standen innovative Materialentwicklungen und ressourcenschonende, zirkuläre Produktionsprozesse im Vordergrund. „Wir stellen Evogeny vor – unsere Premium-Denim-Kollektion – sowie eine spezielle Capsule, die wir eigens für den deutschen Markt entwickelt haben, mit Fokus auf Stretch-Technologie und Tragekomfort. Revo-Su mit seinem wasserfreien Ansatz sowie insgesamt umweltbewusste Innovationen sind für uns sehr wichtig. Re/essence steht ganz im Zeichen natürlicher Farben“, Marketing Manager Selen Baltaci zählt die Neuheiten für Spring.Summer 27 von Calik Denim auf. Ob Berto, Bossa, Calik, ISKO, Orta, Sharabati, Tejidos Royo oder Troficolor Denim Makers – die BLUEZONE versammelte erneut das Gros der wichtigsten internationalen Denimhersteller. Philipp Walendy, Geschäftsführer von Alberto bekräftigt den klaren Vorteil der BLUEZONE gegenüber anderen Veranstaltungen: „Alle sind da, ca. 95 % unserer Lieferanten. Das haben wir nirgendwo anders.“ Die BLUEZONE habe nicht mehr den gewohnten Lifestyle, und sei jetzt stärker eine Arbeitsmesse, „aber wir sind ja auch zum Arbeiten hier“, so Walendy und spricht damit für viele. 
 
Raum für neue Lösungen 
Klar strukturiert und effizient gebündelt: Die neue Anordnung der acht Areas im MOC stärkt den Austausch, schafft mehr Sichtbarkeit und fördert Synergien. Was sich verändert hat: Nachhaltiges Sourcing mit RESOURCE wurde neu positioniert und befindet sich nun gemeinsam mit den ADDITIONALS in Halle 1 in direkter Nachbarschaft zu THE SOURCE. An der Schnittstelle von Design, Technologie und Nachhaltigkeit – BLUEZONE und KEYHOUSE inklusive der SUSTAINABLE INNOVATIONS sind im hochfrequentierten Bereich in Halle 2 gelegen. Die DESIGN STUDIOS liegen nun noch zentraler in Halle 4. Sie schließen an den großen Bereich der FABRICS an, die sich weiterhin über die Hallen 3, 4 und das Atrium 3 verteilen. Die klaren Strukturen schaffen Orientierung und Raum für neue Lösungen.  

Quelle:

munich fabric start

Tourismusbranche Foto Michelle Pitzel, Pixabay
02.02.2026

Südwesttextil: Tourismusindustrie als Blaupause

Wöchentliche statt tägliche Höchstarbeitszeit, steuerliche Begünstigung von Überstundenzuschlägen und Prämien für Mehrarbeit sowie Erleichterungen bei der Gewinnung von Fachkräften aus dem Ausland – Südwesttextil begrüßt die in der nationalen Tourismusstrategie enthaltenen Maßnahmen.  

Das Bundeskabinett hat in dieser Woche das Papier zur Nationalen Tourismusstrategie verabschiedet. Aus Perspektive von Südwesttextil sind darin für den gesamten Arbeitsmarkt entscheidende Maßnahmen enthalten. Der Wirtschafts- und Arbeitgeberverband Südwesttextil forderte in den letzten Jahren bereits eine Anpassung des deutschen Arbeitszeitgesetzes. Bisher sieht dieses eine tägliche Höchstarbeitszeit vor, während die EU-Richtlinie diese wöchentlich bemisst. Deutschland liegt damit im Vergleich zu anderen EU-Staaten wie Irland, Italien, Kroatien oder Schweden zurück. Die flexible Einteilung der Arbeitszeit innerhalb einer Woche ermöglicht es Arbeitnehmern in diesen Ländern, wichtige Prozesse zu beenden und die mehr gearbeitete Zeit auszugleichen. Von der Flexibilität profitieren ebenfalls Berufstätige mit zusätzlicher Verantwortung für Angehörige. 

Wöchentliche statt tägliche Höchstarbeitszeit, steuerliche Begünstigung von Überstundenzuschlägen und Prämien für Mehrarbeit sowie Erleichterungen bei der Gewinnung von Fachkräften aus dem Ausland – Südwesttextil begrüßt die in der nationalen Tourismusstrategie enthaltenen Maßnahmen.  

Das Bundeskabinett hat in dieser Woche das Papier zur Nationalen Tourismusstrategie verabschiedet. Aus Perspektive von Südwesttextil sind darin für den gesamten Arbeitsmarkt entscheidende Maßnahmen enthalten. Der Wirtschafts- und Arbeitgeberverband Südwesttextil forderte in den letzten Jahren bereits eine Anpassung des deutschen Arbeitszeitgesetzes. Bisher sieht dieses eine tägliche Höchstarbeitszeit vor, während die EU-Richtlinie diese wöchentlich bemisst. Deutschland liegt damit im Vergleich zu anderen EU-Staaten wie Irland, Italien, Kroatien oder Schweden zurück. Die flexible Einteilung der Arbeitszeit innerhalb einer Woche ermöglicht es Arbeitnehmern in diesen Ländern, wichtige Prozesse zu beenden und die mehr gearbeitete Zeit auszugleichen. Von der Flexibilität profitieren ebenfalls Berufstätige mit zusätzlicher Verantwortung für Angehörige. 

Für qualifizierte Einwanderung befürwortet Südwesttextil die Zentralisierung und Digitalisierung des Prozesses durch eine „Work-and-Stay-Agentur“. Die Einheitlichkeit des Prozesses und der Abbau von bürokratischen Hürden sind entscheidend, um den Standort für hoch qualifizierte Fachkräfte aus dem Ausland attraktiv zu machen. Das Ziel der Bundesregierung, das einheitliche Anerkennungsverfahren innerhalb von acht Wochen zu ermöglichen, bewertet der Verband in diesem Zusammenhang als evident wichtig. 

Südwesttextil-Hauptgeschäftsführerin Edina Brenner fasst zusammen: „Wir begrüßen grundsätzlich jede Möglichkeit, Potenziale auf dem Arbeitsmarkt zu heben. Die in der nationalen Tourismusstrategie enthaltenen Maßnahmen zur Flexibilisierung der Arbeitszeit, zur Erleichterung der Fachkräfteeinwanderung sowie zur steuerlichen Begünstigung von Mehrarbeit sind überfällig und sollten besonders mit Blick auf die konjunkturell herausfordernde Lage beschleunigt vorangetrieben werden.“

Quelle:

Verband der Südwestdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie Südwesttextil e. V.

IFCO – Istanbul Fashion Connection 4. bis 7. Februar 2026 Foto IFCO – Istanbul Fashion Connection
02.02.2026

IFCO – Istanbul Fashion Connection 4. bis 7. Februar 2026

Istanbul wird im Februar erneut zum internationalen Treffpunkt der Modebranche: Vom 4. bis 7. Februar 2026 öffnet die IFCO – Istanbul Fashion Connection zum neunten Mal ihre Tore im Istanbul Expo Center und vereint das kreative Designverständnis sowie die industrielle Stärke der türkischen Bekleidungsindustrie auf einer global ausgerichteten Businessplattform.  

Mit rund 400 ausstellenden Unternehmen in sechs Hallen, 30.000 erwarteten Besuchern und Einkäufern aus 125 Ländern bietet IFCO 2026 einen umfassenden Überblick über alle Segmente der Ready-to-WearIndustrie – von Womenswear, Menswear und Kidswear bis hin zu Eveningwear, Lingerie und Denim. Internationale B2B-Meetings und ein starkes Einkäuferprofil unterstreichen die Bedeutung der Messe als zentrale Beschaffungs- und Orderplattform zwischen Europa, Asien, dem Nahen Osten und Nordamerika. 

Istanbul wird im Februar erneut zum internationalen Treffpunkt der Modebranche: Vom 4. bis 7. Februar 2026 öffnet die IFCO – Istanbul Fashion Connection zum neunten Mal ihre Tore im Istanbul Expo Center und vereint das kreative Designverständnis sowie die industrielle Stärke der türkischen Bekleidungsindustrie auf einer global ausgerichteten Businessplattform.  

Mit rund 400 ausstellenden Unternehmen in sechs Hallen, 30.000 erwarteten Besuchern und Einkäufern aus 125 Ländern bietet IFCO 2026 einen umfassenden Überblick über alle Segmente der Ready-to-WearIndustrie – von Womenswear, Menswear und Kidswear bis hin zu Eveningwear, Lingerie und Denim. Internationale B2B-Meetings und ein starkes Einkäuferprofil unterstreichen die Bedeutung der Messe als zentrale Beschaffungs- und Orderplattform zwischen Europa, Asien, dem Nahen Osten und Nordamerika. 

Seit ihrer Gründung hat sich die IFCO – Istanbul Fashion Connection zu einer der international relevantesten Mode- und Orderplattformen in Europa entwickelt. In den bisherigen Ausgaben von 2022 bis 2025 (jeweils Februar- und August-Editionen) hat die Messe mit 3,340 Ausstellern, über 210.000 Fachbesuchern aus 165 Ländern eindrucksvolle Reichweiten erzielt. Die Zahlen unterstreichen die dynamische Entwicklung der IFCO und ihr Bestreben, als internationale Businessplattform die türkische Design- und Produktionskompetenz nachhaltig mit globalen Märkten verbindet. 

The Core Istanbul zeigt eine kuratierte Auswahl von 22 führenden türkischen Designern, darunter international renommierte Namen wie Özlem Süer, Mehtap Elaidi, Emre Erdemoglu und Ceren Ocak, und bringt kreatives Design auf die globale Bühne. 

Starke Segmente in Womenswear-, Menswear- und Kidswear sowie spezialisierte Bereiche wie FashionIst, IFCO Kids und die neu integrierte Lineexpo, unterstreichen die Bandbreite, Produktionskompetenz, handwerkliche Qualität und Marktstärke der türkischen Bekleidungsindustrie. 

Quelle:

Jandali

Image: Vitaly Kobzun, Pixabay
02.02.2026

Lenzing AG: Mehrheitseigentümerin von TreeToTextile AB, beschleunigte Industrialisierung neuer Fasern

Die Lenzing Gruppe übernimmt die kontrollierende Mehrheit am schwedischen Innovationsunternehmen TreeToTextile AB und stärkt so ihre Position als eine führende Anbieterin nachhaltiger, holzbasierter Spezialfasern. Gleichzeitig erweitert sie ihr Innovationsportfolio um eine hochskalierbare, patentgeschützte Technologieplattform. Die Transaktion wird durch die Ausgabe neuer Aktien umgesetzt. 

TreeToTextile steht für den nächsten großen technologischen Fortschritt in der cellulosischen Faserproduktion – nach der Entwicklung von Viscose Anfang des 20. Jahrhunderts und Lenzings eigener Lyocell Technologie in den 1990er Jahren. Das Verfahren bietet ein deutlich verbessertes Nachhaltigkeitsprofil, attraktive Kostenvorteile und eine breite Anwendbarkeit in Textil  und Vliesstoffmärkten. Mit der Mehrheitsübernahme unterstreicht Lenzing den Anspruch, die Premiumisierungsstrategie voranzutreiben und ihre führende Rolle im globalen Markt für Spezialfasern weiter auszubauen. 

Die Lenzing Gruppe übernimmt die kontrollierende Mehrheit am schwedischen Innovationsunternehmen TreeToTextile AB und stärkt so ihre Position als eine führende Anbieterin nachhaltiger, holzbasierter Spezialfasern. Gleichzeitig erweitert sie ihr Innovationsportfolio um eine hochskalierbare, patentgeschützte Technologieplattform. Die Transaktion wird durch die Ausgabe neuer Aktien umgesetzt. 

TreeToTextile steht für den nächsten großen technologischen Fortschritt in der cellulosischen Faserproduktion – nach der Entwicklung von Viscose Anfang des 20. Jahrhunderts und Lenzings eigener Lyocell Technologie in den 1990er Jahren. Das Verfahren bietet ein deutlich verbessertes Nachhaltigkeitsprofil, attraktive Kostenvorteile und eine breite Anwendbarkeit in Textil  und Vliesstoffmärkten. Mit der Mehrheitsübernahme unterstreicht Lenzing den Anspruch, die Premiumisierungsstrategie voranzutreiben und ihre führende Rolle im globalen Markt für Spezialfasern weiter auszubauen. 

„TreeToTextile zählt zu den weltweit fortschrittlichsten Next-Gen-Fasertechnologien und ist die vielversprechendste Entwicklung am Markt. Seit unserer Erstinvestition 2025 hat die Zusammenarbeit zwischen dem innovativen TreeToTextile-Team und Lenzings Faserexperten deutliche technologische Fortschritte ermöglicht. Wir stehen klar hinter dem gemeinsamen Scale up und der Kommerzialisierung. H&M Group, Inter IKEA Group und Stora Enso werden diesen Weg auch weiterhin als Minderheitsgesellschafter begleiten und wertvolle Markt  und Verbraucherperspektiven einbringen“, sagt Georg Kasperkovitz, COO der Lenzing Gruppe. Auch LSCS Invest bekräftigt mit seinem langjährigen Engagement seit der Gründung des Unternehmens und der fortgesetzten Aktionärsrolle das Vertrauen in die gemeinsame Technologieplattform. 

„Innovation im industriellen Maßstab erfordert Zeit, Fachwissen und starke Partnerschaften. Die Aufstockung der Beteiligung der Lenzing Gruppe ist eine klare Bestätigung unserer Technologie und unseres Ziels, ein wichtiger Akteur auf dem globalen Fasermarkt zu werden“, sagt Dr. Roxana Barbieru, CEO von TreeToTextile.

Die Transaktion ermöglicht eine beschleunigte Skalierung der neuen Technologie. Lenzing plant eine deutliche Steigerung des Produktionsausstoßes in der bestehenden Demonstrationsanlage in Nymölla, Schweden, sowie die Vorbereitung der ersten industriellen Großanlage. Darüber hinaus erwartet das Unternehmen operative Synergien aus einer engeren Zusammenarbeit.

02.02.2026

Rieter vollzieht Akquisition von Barmag

Rieter hat die Akquisition von Barmag per 2. Februar 2026 erfolgreich vollzogen. Mit dieser strategisch wichtigen Übernahme wird Rieter zum weltweit führenden Systemanbieter für Natur- und Chemiefasern. 

Barmag wird ab dem 2. Februar 2026 konsolidiert und als „Man-Made Fiber“-Division in den Rieter-Konzern integriert. Das Management von Barmag verbleibt im Unternehmen. Georg Stausberg wird weiterhin die Division führen und an Thomas Oetterli, CEO von Rieter, berichten. Gleichzeitig wird er Mitglied der Konzernleitung. 

Die Transaktion wird durch die im Oktober des vergangenen Jahres vollzogene Kapitalerhöhung sowie durch langfristige Bankdarlehen finanziert. Darüber hinaus verfügt Rieter neben signifikanten Bargeldbeständen in den operativen Einheiten über eine deutlich aufgestockte revolvierende Kreditfazilität. 

Rieter hat die Akquisition von Barmag per 2. Februar 2026 erfolgreich vollzogen. Mit dieser strategisch wichtigen Übernahme wird Rieter zum weltweit führenden Systemanbieter für Natur- und Chemiefasern. 

Barmag wird ab dem 2. Februar 2026 konsolidiert und als „Man-Made Fiber“-Division in den Rieter-Konzern integriert. Das Management von Barmag verbleibt im Unternehmen. Georg Stausberg wird weiterhin die Division führen und an Thomas Oetterli, CEO von Rieter, berichten. Gleichzeitig wird er Mitglied der Konzernleitung. 

Die Transaktion wird durch die im Oktober des vergangenen Jahres vollzogene Kapitalerhöhung sowie durch langfristige Bankdarlehen finanziert. Darüber hinaus verfügt Rieter neben signifikanten Bargeldbeständen in den operativen Einheiten über eine deutlich aufgestockte revolvierende Kreditfazilität. 

Thomas Oetterli, CEO von Rieter: „Barmag passt mit seinem Know-how bestens zu Rieter und wird das profitable Wachstum beschleunigen sowie unsere Marktführerschaft in der wichtigen Region Asien stärken. Das erworbene Filament Know-how wird dazu beitragen, unsere Kompetenzbereiche zu erweitern und Automatisierungs- sowie Digitalisierungslösungen weiter voranzutreiben. Dies ist der Auftakt für eine erfolgreiche gemeinsame Zukunft und stellt einen wichtigen Meilenstein bei der Umsetzung unserer Unternehmensstrategie dar.“

Quelle:

Rieter Holding AG

02.02.2026

bvse: Dialog, klare Worte und drängende Herausforderungen

Der traditionsreiche Neujahrsempfang des bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung, der jährlich vom bvse-Landesverband Bayern ausgerichtet wird, fand in diesem Jahr in Nürnberg statt. Rund 100 Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Branche folgten der Einladung des bayerischen Landesvorsitzenden Christian Güntner. Als Ehrengast konnte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN), Carsten Träger, MdB, begrüßt werden.

Mittelstand am Limit
In seiner Eröffnungsrede zeichnete Christian Güntner ein klares Bild: Er betonte, dass die Belastungsgrenze des Mittelstandes vielerorts überschritten sei. Dabei verwies er auf die zentrale Rolle kleiner und mittelständischer Unternehmen für die deutsche Wirtschaft. Mehr als 20 Millionen Menschen sind im Mittelstand beschäftigt. Zudem fungieren diese Unternehmen als wichtigste Ausbildungs- und Talentschmiede: Über 90 Prozent aller Auszubildenden werden in kleinen und mittelständischen Betrieben ausgebildet.

Der traditionsreiche Neujahrsempfang des bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung, der jährlich vom bvse-Landesverband Bayern ausgerichtet wird, fand in diesem Jahr in Nürnberg statt. Rund 100 Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Branche folgten der Einladung des bayerischen Landesvorsitzenden Christian Güntner. Als Ehrengast konnte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN), Carsten Träger, MdB, begrüßt werden.

Mittelstand am Limit
In seiner Eröffnungsrede zeichnete Christian Güntner ein klares Bild: Er betonte, dass die Belastungsgrenze des Mittelstandes vielerorts überschritten sei. Dabei verwies er auf die zentrale Rolle kleiner und mittelständischer Unternehmen für die deutsche Wirtschaft. Mehr als 20 Millionen Menschen sind im Mittelstand beschäftigt. Zudem fungieren diese Unternehmen als wichtigste Ausbildungs- und Talentschmiede: Über 90 Prozent aller Auszubildenden werden in kleinen und mittelständischen Betrieben ausgebildet.

Güntner forderte von der Politik mehr Verlässlichkeit, die Vereinfachung von Regeln und Vorschriften sowie größeres Vertrauen in die Leistungsfähigkeit der Unternehmen. „So wie bisher kann es jedenfalls nicht weitergehen“, machte er deutlich.

Besonders kritisch hob er drei zentrale Problemfelder hervor:

Bürokratie und Berichtspflichten
Zeit sei inzwischen die knappste Ressource vieler Unternehmen. Laut KfW entfielen 2025 rund sieben Prozent der gesamten Arbeitszeit im Mittelstand auf bürokratische Prozesse – das entspricht etwa 1,5 Milliarden Arbeitsstunden jährlich. Insgesamt koste die Erfüllung gesetzlicher Anforderungen den Mittelstand rund 61 Milliarden Euro pro Jahr. Bürokratie sei damit längst kein Randthema mehr, sondern ein ernstzunehmender Standortfaktor.

Regulierungskaskaden aus EU und Bund
Beispielhaft nannte Güntner die Nachhaltigkeitsberichterstattung im Zuge der EU-CSRD, durch die sich die Zahl der berichtspflichtigen Unternehmen von etwa 500 auf rund 15.000 erhöht. Zwar seien viele Mittelständler formal nicht berichtspflichtig, würden aber als Zulieferer großer Unternehmen dennoch in umfangreiche Datenerhebungen eingebunden. Ähnliche Effekte zeigten sich beim Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz. Verantwortung gehöre zwar zum Unternehmertum, problematisch werde es jedoch, wenn diese Verantwortung in bürokratischen Formalismus umschlage, der kleinere Unternehmen unverhältnismäßig stark belaste.

Kostenbelastung und Fachkräftemangel
Mit einer Steuer- und Abgabenquote von 47,9 Prozent für durchschnittliche Arbeitnehmer zählt Deutschland laut OECD zu den Spitzenreitern im internationalen Vergleich. Gleichzeitig entfielen zwischen Juli 2024 und Juni 2025 über 72 Prozent aller offenen Stellen auf kleine und mittlere Unternehmen. Insgesamt fehlten ihnen mehr als 280.000 Fachkräfte. Gerade der Mittelstand habe aufgrund höherer Personalkostenanteile am Umsatz deutlich geringere Spielräume als Großkonzerne, um im Wettbewerb um Fachkräfte mitzuhalten.

Diese Faktoren führten, so Güntner, zu einer gefährlichen Entwicklung: Investitionsstau, ungeklärte Nachfolgeregelungen und Standortverlagerungen seien zunehmend die Folge – oder schlicht die Entscheidung, auf weiteres Wachstum zu verzichten.

Politik signalisiert Dialogbereitschaft
Parlamentarischer Staatssekretär Carsten Träger griff die angesprochenen Kritikpunkte in seiner Rede direkt auf. „Sie haben nicht mit Kritik an der Politik gespart und diese Kritik berührt mich“, erklärte er gegenüber den Teilnehmerinnen und Teilnehmern.

Er räumte ein, dass insbesondere die hohen Energiekosten Wirtschaft und Bevölkerung stark belasteten. Als wesentliche Ursache verwies er auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine und den damit verbundenen Gaslieferstopp. Gleichzeitig betonte Träger, dass die Bundesregierung bereits erste Steuersenkungen beschlossen habe und weitere Maßnahmen vorbereite. Zudem sollen in den kommenden Jahren Investitionen in Höhe von rund einer Billion Euro mobilisiert werden, die auch dem Mittelstand zugutekommen sollen.

„Ich nehme sehr ernst, wenn Sie sagen, dass der Mittelstand mit dem Rücken zur Wand steht“, unterstrich Träger. Zugleich zeigte er sich überzeugt davon, dass die Bundesregierung entschlossen sei, die bestehenden Probleme anzugehen. „Der Mittelstand ist ein Pfund für Deutschland. Er trägt maßgeblich zur wirtschaftlichen Stärke unseres Landes bei.“

Ein zentrales Branchenthema griff bvse-Hauptgeschäftsführer Eric Rehbock auf. Er dankte Träger ausdrücklich für seine Teilnahme und bezeichnete dessen Besuch als wichtiges Signal für den Dialog zwischen Politik und Mittelstand.

Besonders positiv bewertete Rehbock die Initiative des Bundesumweltministeriums zur Bekämpfung von Brandereignissen durch falsch entsorgte Lithium-Ionen-Akkus. Auf Forderung der Branche wurde kurzfristig ein „Runder Tisch“ unter Vorsitz von Carsten Träger eingerichtet. Das erste Treffen habe bereits gezeigt, dass tragfähige Lösungen möglich seien. Der bvse werde sich aktiv und konstruktiv in diesen Prozess einbringen.

Gleichzeitig machte Rehbock deutlich, dass sich die Recycling- und Entsorgungsbranche aktuell in einer äußerst angespannten wirtschaftlichen Situation befinde. Zwar folge die Entwicklung grundsätzlich der allgemeinen Konjunkturlage, treffe die Branche jedoch besonders hart.

Vor allem im Kunststoff- und Textilrecycling sei die Lage teilweise existenziell. Ohne kurzfristige Unterstützung drohten weitere Insolvenzen, Stilllegungen und Standortschließungen. Jeder verlorene Betrieb bedeute nicht nur den Verlust von Arbeitsplätzen, sondern auch von Know-how, regionaler Infrastruktur und Leistungsfähigkeit der Kreislaufwirtschaft.

Als besonders dringlich bezeichnete Rehbock die Forderung nach einem verlässlichen Zugang zu deutlich vergünstigten Industriestrompreisen für Kunststoffrecycler. Ein Ausschluss der Branche von entsprechenden Entlastungsmaßnahmen wäre ein fatales Signal.

Der bvse kündigte an, sich weiterhin engagiert und lösungsorientiert in politische Prozesse einzubringen –im Sinne eines handlungsfähigen Mittelstandes und einer starken Kreislaufwirtschaft in Deutschland.