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24.02.2026

HDE gegen Abschaffung von Minijobs

Angesichts der aktuellen Debatte über eine Abschaffung oder Einschränkung von Minijobs betont der Handelsverband Deutschland (HDE) die Bedeutung der geringfügigen Beschäftigung für den Einzelhandel.

Der HDE hält die anlässlich eines Antrages des CDU-Arbeitnehmerflügels vor dem Bundesparteitag am Wochenende aufgekommene Diskussion für deplatziert und warnt davor, von ungelösten Problemen wie immer weiter ansteigenden Lohnnebenkosten abzulenken. Trotz der derzeit sehr herausfordernden wirtschaftlichen Lage im Einzelhandel beschäftigt die Branche weiter mehr als 3,1 Millionen Menschen in Deutschland. Rund 800.000 davon gehen einer geringfügigen Beschäftigung nach, sogenannten Minijobs.

Angesichts der aktuellen Debatte über eine Abschaffung oder Einschränkung von Minijobs betont der Handelsverband Deutschland (HDE) die Bedeutung der geringfügigen Beschäftigung für den Einzelhandel.

Der HDE hält die anlässlich eines Antrages des CDU-Arbeitnehmerflügels vor dem Bundesparteitag am Wochenende aufgekommene Diskussion für deplatziert und warnt davor, von ungelösten Problemen wie immer weiter ansteigenden Lohnnebenkosten abzulenken. Trotz der derzeit sehr herausfordernden wirtschaftlichen Lage im Einzelhandel beschäftigt die Branche weiter mehr als 3,1 Millionen Menschen in Deutschland. Rund 800.000 davon gehen einer geringfügigen Beschäftigung nach, sogenannten Minijobs.

„Minijobs werden von den Beschäftigten in der Praxis erfahrungsgemäß aus unterschiedlichen Gründen sehr bewusst angefragt, da diese Beschäftigungsform in besonderem Maße mit den individuellen Lebensumständen vieler Menschen vereinbar ist“, so Steven Haarke, HDE-Geschäftsführer für Arbeit, Bildung, Sozial- und Tarifpolitik. Einige Menschen hätten aufgrund ihrer persönlichen Lebensumstände schlicht keine Möglichkeit, ein höheres Arbeitszeitvolumen zu realisieren. Andere locke vor allem der optimierte Nettolohn im Minijob („brutto für netto“), weil beispielsweise bereits ein hohes Haupt- oder Familieneinkommen zur Verfügung stehe. „Wegen ihrer Flexibilität sind Minijobs bei Beschäftigten und Arbeitgebern sehr beliebt, gerade auch in konjunkturell schwierigen Zeiten“, so Haarke weiter. Die vom CDU-Arbeitnehmerflügel angestoßene Debatte über eine Abschaffung oder Einschränkung von Minijobs verkenne die Bedeutung geringfügiger Beschäftigung für den Einzelhandel. „Die Diskussion soll offenbar von Problemen ablenken, die bis heute ungelöst sind, wie etwa den immer weiter steigenden Lohnnebenkosten“, so Haarke weiter.

Die im aktuellen Antrag des CDU-Arbeitnehmerflügels vorgesehene grundsätzliche Beitragspflicht auch für Kleinstjobs würde laut HDE die Nettoentgelte der ehemaligen Minijobber schlagartig spürbar verringern und damit die Attraktivität dieser Tätigkeiten reduzieren. Gleichzeitig wären die dadurch erworbenen Ansprüche dieser Menschen in der Renten- und Arbeitslosenversicherung aufgrund des geringen Stundenumfangs auch nur minimal. „Der aktuelle Antrag geht also ins Leere und ist daher überhaupt nicht zielführend“, so Haarke. Erschwerend komme hinzu, dass dadurch erhebliche zusätzliche Bürokratie für die Sozialversicherungsträger entstehen würde. Für Arbeitgeber seien Minijobs als Flexibilisierungsinstrument enorm wichtig, um branchenspezifische Stoßzeiten bedienen zu können. „Ohne Minijobs ließe sich der gewohnte, flächendeckende Service im Handel zu allen Öffnungszeiten kaum sicherstellen“, so Haarke weiter. Um Missbrauch im Minijob-System vorzubeugen, würden Arbeitgeber bereits heute strengen, bußgeldbewehrten Aufzeichnungspflichten unterliegen. „Eine Reform würde weder den Beschäftigten noch den Unternehmen oder der Verwaltung einen echten Mehrwert bieten“, so Haarke.

Quelle:

HDE Handelsverband Deutschland

23.02.2026

Verfahren eröffnet: Europäische Kommission gegen Shein

Das von der Europäischen Kommission gegen Shein eröffnete Verfahren bewertet der Handelsverband Deutschland (HDE) positiv.

Der HDE setzt sich seit Jahren für ein Ende der massiven Wettbewerbsverzerrung im Online-Handel ein und fordert ein konsequentes Vorgehen gegen Händler und Plattformen aus Drittstaaten, die in Europa Regelverstöße begehen.

„Dass die Europäische Kommission nun ein Verfahren gegen Shein eröffnet, ist ein ermutigendes Zeichen für alle Händlerinnen und Händler. Die Zeit der Worte muss vorbei sein, jetzt geht es um Taten“, so HDE-Präsident Alexander von Preen. Das jahrelange Zuschauen, wie Händler und Plattformen aus Fernost europäische Regeln serienweise mit Füßen treten, dürfe sich nicht fortsetzen. Dieser unfaire Wettbewerb ruiniere heimische Handels- und Produktionsunternehmen, die sich an Recht und Gesetz hielten und bei denen das auch streng kontrolliert werde. „Die Verstöße müssen spürbare Folgen haben“, fordert von Preen.

Das von der Europäischen Kommission gegen Shein eröffnete Verfahren bewertet der Handelsverband Deutschland (HDE) positiv.

Der HDE setzt sich seit Jahren für ein Ende der massiven Wettbewerbsverzerrung im Online-Handel ein und fordert ein konsequentes Vorgehen gegen Händler und Plattformen aus Drittstaaten, die in Europa Regelverstöße begehen.

„Dass die Europäische Kommission nun ein Verfahren gegen Shein eröffnet, ist ein ermutigendes Zeichen für alle Händlerinnen und Händler. Die Zeit der Worte muss vorbei sein, jetzt geht es um Taten“, so HDE-Präsident Alexander von Preen. Das jahrelange Zuschauen, wie Händler und Plattformen aus Fernost europäische Regeln serienweise mit Füßen treten, dürfe sich nicht fortsetzen. Dieser unfaire Wettbewerb ruiniere heimische Handels- und Produktionsunternehmen, die sich an Recht und Gesetz hielten und bei denen das auch streng kontrolliert werde. „Die Verstöße müssen spürbare Folgen haben“, fordert von Preen.

Wenn die Missstände nicht konsequent und glaubhaft abgeschafft werden, darf aus Sicht des HDE auch die Abschaltung einer Plattform kein Tabu sein und muss ins Auge gefasst werden. „Die jahrelange Hilflosigkeit und Untätigkeit von Politik und Behörden untergräbt bei vielen Händlern und Produzenten in Deutschland sowie in der EU mittlerweile das Vertrauen in den Rechtsstaat“, warnt von Preen. Jetzt brauche es sichtbare und klare Signale. „Wer hierzulande Waren verkauft, muss sich zwingend auch an die hiesigen Spielregeln bei Umwelt- und Verbraucherschutz sowie bei den steuerlichen Regeln halten“, so von Preen weiter.

Quelle:

Handelsverband Deutschland

19.02.2026

Checkpoint Systems auf der EuroShop: RFID als Treiber der Retail-Zukunft

Auf der EuroShop 2026 in Düsseldorf zeigt Checkpoint Systems, wie RFID Effizienz, Transparenz und Verlustprävention entlang der gesamten Retail-Wertschöpfungskette neu definiert. Auf der führenden Einzelhandelsmesse erleben Fachbesucher anhand praxisnaher Live-Demonstrationen, wie ein vollständig integrierter 360°-RFID-Ansatz Prozesse von der Produktion bis in die Filiale nachhaltig optimieren kann.

RFID am Point of Sale: Transparenz, Performance und Verlustprävention
Der erste Bereich fokussiert sich auf Lösungen für den Point of Sale. Gezeigt werden RFID-Technologien, die Echtzeit-Bestandstransparenz ermöglichen, Abläufe effizienter gestalten, Warenschwund reduzieren und gleichzeitig das Kundenerlebnis verbessern.

Auf der EuroShop 2026 in Düsseldorf zeigt Checkpoint Systems, wie RFID Effizienz, Transparenz und Verlustprävention entlang der gesamten Retail-Wertschöpfungskette neu definiert. Auf der führenden Einzelhandelsmesse erleben Fachbesucher anhand praxisnaher Live-Demonstrationen, wie ein vollständig integrierter 360°-RFID-Ansatz Prozesse von der Produktion bis in die Filiale nachhaltig optimieren kann.

RFID am Point of Sale: Transparenz, Performance und Verlustprävention
Der erste Bereich fokussiert sich auf Lösungen für den Point of Sale. Gezeigt werden RFID-Technologien, die Echtzeit-Bestandstransparenz ermöglichen, Abläufe effizienter gestalten, Warenschwund reduzieren und gleichzeitig das Kundenerlebnis verbessern.

Ein zentrales Highlight ist SFERO™ RFID Checkout – eine Innovation im Kampf gegen Warenschwund. SFERO ist die erste RFID-EAS-Antenne, die direkt in den Checkout integriert ist, und wurde speziell entwickelt, um die zunehmende Einführung von RFID im Lebensmitteleinzelhandel zu unterstützen. Auf der EuroShop wird SFERO an einer Kassenzone von Kider Store Solutions, einem Spezialisten für Ladenbau und Kassensysteme, erstmals praxisnah demonstriert.

Ergänzend präsentiert Checkpoint Systems die neue NEO™ RF/RFID Antenne. NEO ist konsequent auf die Warensicherung an Filialausgängen ausgerichtet und verbindet zuverlässige Diebstahlprävention mit den Vorteilen intelligenter RFID-Daten. Die Lösung adressiert gezielt Exit-Szenarien im Store und bietet eine klare, zukunftssichere Perspektive für Händler, die RF- und RFID-Technologien kombinieren möchten.
Abgerundet wird dieser Bereich durch innovative Sicherungslösungen aus dem Alpha High Theft Solutions-Portfolio zum Schutz hochwertiger und besonders sensibler Waren.

Ebenfalls zu sehen ist der READFINITY™ RFID Reader, Checkpoints Lesegerät der nächsten Generation. Kompakt, leistungsstark und mit moderner Konnektivität ausgestattet, setzt READFINITY neue Maßstäbe für RFID-Anwendungen am Point of Sale. Darüber hinaus unterstützt das Gerät vielseitige Einsatzszenarien – von der Absicherung von Store-Exits über die Bestandsüberwachung bis hin zu Backroom- und Lagerprozessen – und fügt sich nahtlos in das RFID-Gesamtökosystem ein.

Eine realitätsnahe Retail-Installation verdeutlicht die Reife moderner RFID-Use-Cases. Sie zeigt, wie Produkte mit UHF- und NFC-Inlays mit Lesegeräten und digitalen Displays interagieren, um Mehrwertinformationen in Echtzeit bereitzustellen. Die Demonstration gibt zugleich Einblick in Checkpoints umfangreiches Inlay-Portfolio für unterschiedlichste Anwendungen – von Wiederverwendung über Asset-Tracking bis hin zu vernetzten Kühlgeräten.

Darüber hinaus stellt Checkpoint Systems Checkpoint Store Operations™ vor – eine cloudbasierte Plattform zur zentralen Überwachung von RF- und RFID-Systemen. Angereichert mit RFID-Daten bietet sie Echtzeit-Einblicke in Systemstatus und Ereignisse, darunter Umkleidekabinen-Konversionsraten sowie RF- und RFID-Alarme. Über die mobile App erhalten Store-Teams direkten Zugriff auf relevante KPIs und Alerts und können Abläufe proaktiver und effizienter steuern.

RFID-Lösungen für Fertigung und vorgelagerte Prozesse
Der zweite Bereich des Messestands widmet sich Fertigungs- und Herstellungsprozessen. Gezeigt wird, wie RFID Produktionsabläufe optimiert, Asset-Tracking verbessert und Workflows automatisiert.

Vorgestellt wird unter anderem SPRINT™ Label Printing, eine neue On-Demand-Lösung für RFID-Etikettierung, die sich besonders für die Bekleidungsindustrie eignet. Durch die Produktion von RFID-Labels direkt vor Ort verkürzt SPRINT Durchlaufzeiten und verschafft Marken zusätzliche Flexibilität, um schneller auf Marktanforderungen zu reagieren.

Ergänzend präsentiert Checkpoint Systems seine RFID Countertop-Lösung, mit der alle RFID-gekennzeichneten Artikel innerhalb einer Box in einem einzigen Vorgang erfasst werden können. Die Lösung ermöglicht eine schnelle und zuverlässige Versandkontrolle vor dem Dispatch und unterstützt zugleich Prozesse im Store und im Distributionszentrum.

Optimierung von Distributionszentren und Logistik
Der dritte Bereich fokussiert sich auf Distributionszentren und Logistik. Checkpoint Systems zeigt hier ein umfassendes Portfolio skalierbarer RFID-Lösungen zur Verbesserung der Bestandsgenauigkeit, Warenverfolgung und operativen Effizienz entlang der gesamten Supply Chain.

Live-Demonstrationen umfassen das RFID Countertop Pad und den RFID Mini Table mit konkreten Anwendungsfällen, unter anderem im Parfümerie-Umfeld. Das RFID Countertop Pad ist eine kosteneffiziente Plug-and-Play-Lösung für die Einzelerfassung von Artikeln und lässt sich nahtlos mit einem Tablet und Checkpoints DC-Software verbinden.
Der RFID Mini Table unterstützt sowohl Einzel- als auch Massenerfassung verpackter Produkte. Mit integriertem Touchscreen ermöglicht er eine präzise Artikelverfolgung in Lagerhäusern und Filialen und stärkt die durchgängige Nachverfolgbarkeit über alle Prozessstufen hinweg.

Weitere Informationen:
Checkpoint Systems RFID Warenschwund
Quelle:

Checkpoint Systems

Start-ups & Young Innovators zeigen Zukunftslösungen für den Handel auf der EuroShop 2026 Credit: Messe Düsseldorf / C. Tillmann
Start-ups & Young Innovators zeigen Zukunftslösungen für den Handel auf der EuroShop 2026
19.02.2026

EuroShop 2026: Next Generation der Innovationen für den Handel

Wenn sich vom 22. bis 26. Februar 2026 das internationale Who is Who der Handelswelt zur EuroShop in Düsseldorf trifft, stehen neben etablierten Marktführern auch ambitionierte Innovationsanbieter im Fokus. Im Start-up Hub sowie auf der neuen Sonderfläche Young Innovators by BMWE präsentieren sie Lösungen für zentrale Herausforderungen des Handels – praxisnah, skalierbar und mit klarem Nutzen für Unternehmen und Kundschaft.

Im Mittelpunkt steht dabei nicht die Technologie als Selbstzweck, sondern ihre konkrete Wirkung im operativen Alltag: Wie lassen sich bessere Entscheidungen treffen? Wie können Prozesse effizienter gestaltet werden? Wie entstehen differenzierende Einkaufserlebnisse in einem zunehmend wettbewerbsintensiven Umfeld?

Start-up Hub: Wo Innovation in die Praxis geht
Der Start-up Hub in Halle 7 ist in der Dimension Retail Technology angesiedelt – einem der dynamischsten Technologiefelder der EuroShop. Hier bündelt sich das Spektrum aktueller Lösungen aus den Bereichen Payment, Analytics, Smart Stores, künstliche Intelligenz, Kommunikationstechnologien, POS-Lösungen sowie datenbasierter Einkaufs- und Margensteuerung.

Wenn sich vom 22. bis 26. Februar 2026 das internationale Who is Who der Handelswelt zur EuroShop in Düsseldorf trifft, stehen neben etablierten Marktführern auch ambitionierte Innovationsanbieter im Fokus. Im Start-up Hub sowie auf der neuen Sonderfläche Young Innovators by BMWE präsentieren sie Lösungen für zentrale Herausforderungen des Handels – praxisnah, skalierbar und mit klarem Nutzen für Unternehmen und Kundschaft.

Im Mittelpunkt steht dabei nicht die Technologie als Selbstzweck, sondern ihre konkrete Wirkung im operativen Alltag: Wie lassen sich bessere Entscheidungen treffen? Wie können Prozesse effizienter gestaltet werden? Wie entstehen differenzierende Einkaufserlebnisse in einem zunehmend wettbewerbsintensiven Umfeld?

Start-up Hub: Wo Innovation in die Praxis geht
Der Start-up Hub in Halle 7 ist in der Dimension Retail Technology angesiedelt – einem der dynamischsten Technologiefelder der EuroShop. Hier bündelt sich das Spektrum aktueller Lösungen aus den Bereichen Payment, Analytics, Smart Stores, künstliche Intelligenz, Kommunikationstechnologien, POS-Lösungen sowie datenbasierter Einkaufs- und Margensteuerung.

KI wird dabei zum Entscheidungsinstrument in Echtzeit – etwa bei der Validierung von Self-Scanning-Prozessen, bei der dynamischen Preissteuerung, bei der Analyse realer Customer Journeys oder bei der Planung von Frische- und Convenience-Sortimenten unter Einbezug externer Einflussfaktoren. Zugleich entstehen neue Ansätze für Kundeninteraktion, Instore-Navigation und personalisierte Ansprache entlang der gesamten Customer Journey, die den stationären Handel datengetriebener und individueller machen.

Young Innovators by BMWE: Made in Germany, marktfähig gedacht
Erstmals ist mit den Young Innovators by BMWE ein geförderter Gemeinschaftsstand auf der EuroShop vertreten. Das Programm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie unterstützt gezielt junge, innovative Unternehmen mit Sitz in Deutschland bei ihrer Teilnahme an internationalen Leitmessen.

Die präsentierten Lösungen reichen von KI-gestützter Produktions- und Absatzplanung über datenbasierte Kundenidentifikation und Einkaufssteuerung bis zur vollständigen Digitalisierung von Kassen- und Loyalty-Prozessen. Sie verdeutlichen, wie stark sich das deutsche Start-up-Ökosystem auf marktfähige, praxisorientierte Anwendungen konzentriert – und wie schnell Innovationen den Weg in reale Handelsstrukturen finden.

Effizienz trifft Erlebnis
Was die jungen Unternehmen verbindet, ist ein klarer Fokus auf messbaren Mehrwert. Daten werden zur Grundlage fundierter Entscheidungen – von der präzisen Analyse realer Kundenbewegungen bis hin zur datenbasierten Einkaufs- und Margensteuerung. KI unterstützt im Tagesgeschäft, digitale Anwendungen entlasten Mitarbeitende und stärken die Kundenbindung. Gleichzeitig entstehen neue Formen der Produktinszenierung, personalisierte Interaktionsmodelle und flexible Serviceangebote, die das Einkaufserlebnis emotional aufladen.

So zeigt sich im Start-up Hub und bei den Young Innovators, dass der Handel Technologie nicht isoliert denkt, sondern als integralen Bestandteil von Wirtschaftlichkeit, Nachhaltigkeit und Erlebnisqualität begreift.

Black Stage: Die Bühne der Next Generation
Ein besonderes Highlight innerhalb des Start-up Hubs ist die Black Stage (Halle 7 / Stand B02). Hier erhalten junge Retail-Tech-Unternehmen, Start-ups und Scale-ups eine eigene Bühne, um ihre Ideen, Produkte und Geschäftsmodelle für den Handel von morgen einem internationalen Fachpublikum vorzustellen.

Weitere Informationen:
EuroShop Start-ups künstliche Intelligenz
Quelle:

Messe Düsseldorf 

Erstes Probe-Design: Die Deutschen Institute für Textil- und Faserforschung (DITF) haben produkt- und materialspezifische Nähte und Klebungen an einem eigens designten DBU-Shirt ausgetestet. © Assyst GmbH
Erstes Probe-Design: Die Deutschen Institute für Textil- und Faserforschung (DITF) haben produkt- und materialspezifische Nähte und Klebungen an einem eigens designten DBU-Shirt ausgetestet.
17.02.2026

Nachhaltige Textilproduktion: 920.000 Euro für Projekt „Eco-Shoring“

Zunehmendes Online-Shopping in Kombination mit Fast Fashion belasten die Umwelt: Schnell ist Kleidung per Knopfdruck bestellt, obwohl der Kleiderschrank eigentlich noch gut bestückt ist. Der Textilsektor ist nicht nur einer der weltweit größten Wirtschaftszweige, sondern verantwortlich für jährlich fast 92 Millionen Tonnen Abfall, große Emissionen klimaschädlicher Treibhausgase (THG) und massiven Rohstoffverbrauch. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) hat eine kundenorientierte Strategie der Kleidungsproduktion gefördert – umweltfreundlicher, regional und genau passend.

Zunehmendes Online-Shopping in Kombination mit Fast Fashion belasten die Umwelt: Schnell ist Kleidung per Knopfdruck bestellt, obwohl der Kleiderschrank eigentlich noch gut bestückt ist. Der Textilsektor ist nicht nur einer der weltweit größten Wirtschaftszweige, sondern verantwortlich für jährlich fast 92 Millionen Tonnen Abfall, große Emissionen klimaschädlicher Treibhausgase (THG) und massiven Rohstoffverbrauch. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) hat eine kundenorientierte Strategie der Kleidungsproduktion gefördert – umweltfreundlicher, regional und genau passend.

Projekt „Eco-Shoring“: Paradigmenwechsel in der Modeindustrie
Einer McKinsey-Studie zufolge trägt die globale Modeindustrie durch den Ausstoß von jährlich rund zwei Milliarden Tonnen Treibhausgasemissionen beträchtlich zum Klimawandel bei. Die Ursachen liegen innerhalb der weltweiten Lieferketten: Anbau und Gewinnung von Rohstoffen, Verarbeitung, Transport, Handel und Nutzung. „Die Textilbranche hat einen enormen Hebel für den Klimaschutz“, sagt DBU-Generalsekretär Alexander Bonde. Zudem erhöhen ihm zufolge Digitalisierungs- und Automatisierungstechniken Produktivität und Kosteneffizienz und eröffnen Chancen für mehr Nachhaltigkeit. Die Firma Assyst (Aschheim, Bayern) und die Deutschen Institute für Textil- und Faserforschung (DITF) (Denkendorf, Baden-Württemberg) zeigen mit „Eco-Shoring“, dem ökologischen Ausgliedern von Aufgaben, einen möglichen Paradigmenwechsel in der Modeindustrie.

Online-Handel: mehr als 40 Prozent Anteil am Gesamtmarkt
Statt Kleidung in fernen Ländern in großen Mengen zu produzieren, setzt das Konsortium auf regionale Produktion nach Bedarf – also nur das, was wirklich gebraucht wird. Dabei helfen digitale Technologien, mit denen Kleidungsstücke am Computer geplant und auf Maß gefertigt werden können. In einem vorgeschalteten Vorhaben entwickelte die Firma Human Solutions mit dem Projektkonsortium einen vollständig digitalen Vertriebsprozess zwischen Herstellung, Handel und Kundschaft. DBU-Fachreferent Dr. Michael Schwake: „Im Online-Shop kann ein digitales dreidimensionales Abbild des eigenen Körpers, ein sogenannter Avatar, erstellt und die Kleidung virtuell anprobiert werden.“ Zugleich werden der Kundschaft die Auswirkungen verschiedener Kaufentscheidungen transparent gemacht: Ökobilanzierung, Quantifizierung und Visualisierung der Umweltentlastungseffekte werden im Gesamtprozess des Onlinehandels dargestellt. 

In Deutschland hatte 2024 der Online-Handel bei Bekleidung und Accessoires laut Handelsverband Deutschland (HDE) mehr als 40 Prozent Anteil am Gesamtmarkt der Branche. „Die passende Bestellung dank virtueller Kleideranprobe verringert die Retourenquote und schont deshalb Ressourcen und Umwelt“, so Schwake.

Digitale Demonstrator-Plattform: von der Ökobilanzierung bis zur Produktentwicklung
Im Vorhaben Eco-Shoring entwickelten die DITF Simulationsmodelle, die sowohl traditionelle als auch zukunftsorientierte Produktionsszenarien vergleichbar machen – inklusive Recycling und regionaler Fertigung. Projektleiter Dr. Martin Lades von der Firma Assyst: „Damit gewinnen wir Transparenz über Umweltauswirkungen und Ressourceneinsatz. So erkennen wir Hebel für einen nachhaltigeren Lieferprozess.“ Ein weiterer Baustein war die Entwicklung einer Demonstrator-Plattform, die laut Konsortium von der Ökobilanzierung bis zur Produktentwicklung alle wichtigen digitalen Komponenten integriert. Lades: „Die Demonstratoren sind die Brücke zwischen Forschung und Anwendung.“ Die Plattform dient als Werkzeug für Unternehmen, um eigene Nachhaltigkeitsszenarien zu erproben und maßgeschneiderte Lösungen zu entwickeln. Für die stark fragmentierte Modebranche sollten Voraussetzungen für eine voll vernetzte integrierte Kette in einem auf Bedarf produzierenden Netzwerk erarbeitet werden. „Die Plattform unterstützt zudem in der Lieferkette gezielt den Trend, nachhaltige Fertigungsstrukturen durch teilweise Rückverlagerung von Produktionsstätten von Asien zurück nach Europa aufzubauen“, sagt Lades.

Einsparungen von mehr als zwei Millionen Tonnen klimaschädliches CO2
Projektleiter Lades ist sicher, „dass nachhaltige Textilproduktion in Europa nicht nur möglich, sondern auch wirtschaftlich attraktiv ist“. Das Konsortium rechnet damit, dass durch die Anwendung von Eco-Shoring-Strategien der CO2-Fußabdruck von Bekleidung um bis zu 98 Prozent gegenüber Fast Fashion, also der massenhaften Billigproduktion, gesenkt werden kann – insbesondere durch Ökostrom, weniger Überproduktion und längerer Nutzung von Kleidung. Lades versichert: „Allein bei zehn Prozent Eco Shoring-Produktion für den deutschen Markt könnten jährlich mehr als zwei Millionen Tonnen klimaschädliches Kohlendioxid (CO2) eingespart werden.“ Zum Vergleich: 2023 wurden laut Datenportal Statista in Deutschland insgesamt mehr als eine Million Tonnen CO2-äquivalente Treibhausgase bei der Produktion von Textilien, Bekleidung, Leder und Lederwaren ausgestoßen. Zudem sind laut Lades weniger Abfall und kürzere Lieferzeiten Vorteile des neuen Ansatzes. Die Demonstrator-Plattform soll künftig Unternehmen helfen, diese umweltfreundlichen Lösungen in die Praxis zu bringen. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt förderte beide Vorhaben mit insgesamt rund 920.000 Euro.

12.02.2026

Digitaler Euro: Handel fordert echte Alternative zu Kartensystemen

Der Handelsverband Deutschland (HDE) unterstützt die Einführung des digitalen Euro grundsätzlich, warnt jedoch vor dem Scheitern des Projekts durch eine zu komplexe und realitätsferne Ausgestaltung.

„Der digitale Euro hat das Potenzial, die Abhängigkeit von privaten internationalen Zahlungssystemen zu durchbrechen“, so Ulrich Binnebößel, HDE-Abteilungsleiter Zahlungsverkehr und Logistik. „Die aktuellen Planungen könnten diese Chance allerdings verspielen. Das Projekt droht, in eine Komplexitätsfalle zu geraten“, warnt Binnebößel.

Der deutsche Einzelhandel wickelt jährlich rund 20 Milliarden Transaktionen ab und sieht sich mit stetig steigenden Kosten durch die Marktdominanz amerikanischer Zahlungssysteme konfrontiert. Besonders im E-Commerce und bei grenzüberschreitenden Zahlungen sind europäische Alternativen kaum vorhanden. Der HDE sieht im digitalen Euro die Chance auf ein neutrales, staatlich garantiertes Zahlungsmittel – vergleichbar mit Bargeld im analogen Raum.

Der Handelsverband Deutschland (HDE) unterstützt die Einführung des digitalen Euro grundsätzlich, warnt jedoch vor dem Scheitern des Projekts durch eine zu komplexe und realitätsferne Ausgestaltung.

„Der digitale Euro hat das Potenzial, die Abhängigkeit von privaten internationalen Zahlungssystemen zu durchbrechen“, so Ulrich Binnebößel, HDE-Abteilungsleiter Zahlungsverkehr und Logistik. „Die aktuellen Planungen könnten diese Chance allerdings verspielen. Das Projekt droht, in eine Komplexitätsfalle zu geraten“, warnt Binnebößel.

Der deutsche Einzelhandel wickelt jährlich rund 20 Milliarden Transaktionen ab und sieht sich mit stetig steigenden Kosten durch die Marktdominanz amerikanischer Zahlungssysteme konfrontiert. Besonders im E-Commerce und bei grenzüberschreitenden Zahlungen sind europäische Alternativen kaum vorhanden. Der HDE sieht im digitalen Euro die Chance auf ein neutrales, staatlich garantiertes Zahlungsmittel – vergleichbar mit Bargeld im analogen Raum.

Scharfe Kritik übt der HDE jedoch am geplanten Kompensationsmodell, mit dem die Aufwände der Banken durch den Handel ausgeglichen werden sollen. „Das vorgesehene Modell bedeutet praktisch eine Übernahme des ineffizienten Interchange-Modells aus dem Kreditkartengeschäft. Wenn die Kosten der Wallet-Anbieter von den Händlern getragen werden sollen, führt das nicht zu einer effizienten Abwicklung von Transaktionen“, so Binnebößel. Statt einer Orientierung an marktüblichen Preisen der etablierten Verfahren fordert der HDE konkret transaktionsbasierte Gebühren von maximal vier Cent statt prozentualer Entgelte. „Der öffentliche digitale Euro unterscheidet sich von privaten Zahlungsmethoden dadurch, dass er mit einer obligatorischen Akzeptanz einhergeht und für die ausstellenden Banken kein Kreditrisiko besteht. Das muss sich auch in den Kosten widerspiegeln“, fordert Binnebößel.

Zudem müssten praxisgerechte Haltegrenzen für Händler eingeführt werden, um Buchungskosten zu vermeiden und B2B-Zahlungen zu ermöglichen. Eine generelle Akzeptanzpflicht lehnt der HDE daher entschieden ab, solange die Kostenstruktur nicht effizient gestaltet ist.

„Bei richtiger Ausgestaltung könnte der digitale Euro zu einem Erfolgsmodell werden, das Effizienz und Innovation fördert“, betont Binnebößel. „Europa kann es sich nicht leisten, diese Chance zu verspielen. Die Entscheidungen der kommenden Monate werden darüber bestimmen, ob der digitale Euro seine transformative Kraft entfalten kann oder als kostenintensives Zwangssystem scheitert“, so Binnebößel.

Quelle:

HDE Handelsverband Deutschland

Grafik BTE
10.02.2026

Modehandel fordert Konsumschub und Abbau von Unternehmenshemmnissen durch Politik

Der Umsatz des Handels mit Bekleidung hat sich 2025 insgesamt nur sehr schwach entwickelt. Der Handel über alle Vertriebsformen hat nach BTE-Berechnungen im letzten Jahr Bekleidung im Wert von 57,14 Mrd. Euro verkauft. 2024 lag der Umsatz bei 56,54 Mrd. Euro. Dies entspricht einer nominalen Erhöhung von gerade einmal rund einem Prozent. Innerhalb der Branche waren die Online-Pure-Modehändler wieder die klaren Gewinner der Entwicklung. Der stationäre Bekleidungsfachhandel verharrte dagegen nahezu auf gleichem Niveau des Vorjahres. Der anderweitige stationäre Bekleidungshandel (z. B. in Warenhäusern) musste weitere Umsatzverluste hinnehmen. Bei Betrachtung der operativen Geschäftsergebnisse, unter Berücksichtigung kalkulatorischer Kosten, landete nach einer aktuellen BTE-Umfrage jeder zweite stationäre Bekleidungshändler in den roten Zahlen, bei 18 Prozent lag der operative Verlust sogar bei fünf Prozent oder schlechter. 
 

Der Umsatz des Handels mit Bekleidung hat sich 2025 insgesamt nur sehr schwach entwickelt. Der Handel über alle Vertriebsformen hat nach BTE-Berechnungen im letzten Jahr Bekleidung im Wert von 57,14 Mrd. Euro verkauft. 2024 lag der Umsatz bei 56,54 Mrd. Euro. Dies entspricht einer nominalen Erhöhung von gerade einmal rund einem Prozent. Innerhalb der Branche waren die Online-Pure-Modehändler wieder die klaren Gewinner der Entwicklung. Der stationäre Bekleidungsfachhandel verharrte dagegen nahezu auf gleichem Niveau des Vorjahres. Der anderweitige stationäre Bekleidungshandel (z. B. in Warenhäusern) musste weitere Umsatzverluste hinnehmen. Bei Betrachtung der operativen Geschäftsergebnisse, unter Berücksichtigung kalkulatorischer Kosten, landete nach einer aktuellen BTE-Umfrage jeder zweite stationäre Bekleidungshändler in den roten Zahlen, bei 18 Prozent lag der operative Verlust sogar bei fünf Prozent oder schlechter. 
 
Eine noch schlechtere Entwicklung ergab sich im Schuhhandel. Hier reduzierte sich das gesamte Marktvolumen von rund 11,66 Mrd. Euro im Vorjahr auf 11,48 Mrd. Euro im Jahr 2025, was eine Reduktion von rund anderthalb Prozent ergibt. Deutliche Verlierer waren die stationären Schuhfachgeschäfte, die nahezu vier Prozent Umsatzverluste zu verkraften hatten. Wie im Bekleidungsfachhandel konnten auch im Schuhhandel die reinen Online-Schuhanbieter Umsatzzuwächse verzeichnen. Rund 67 Prozent der stationären Schuhhändler verzeichneten ein negatives operatives Geschäftsergebnis, bei 37 Prozent lag der operative Verlust bei fünf Prozent oder schlechter. 
 
„Das Jahr 2025 hat unseren Branchen einen weiteren herben Rückschlag beschert. Wenn durchschnittlich deutlich mehr als die Hälfte aller Bekleidungs- und Schuhhändler operative Verluste machen, dann ist das ein wahres Horrorszenario. Die Entwicklung ist wirklich dramatisch und wir müssen aufpassen, dass noch bestehende stationäre Handels- und Versorgungsstrukturen unserer Branchen nicht vollends wegbrechen. Der Exitus unserer Branchen muss gestoppt werden!“, konstatiert BTE-Präsident Mark Rauschen, geschäftsführender Gesellschafter des Osnabrücker Modehauses L&T Lengermann & Trieschmann.
 
Auch für 2026 sind die Aussichten eher trüb. Laut aktueller BTE-Umfrage rechnen nur etwa 30 Prozent der Bekleidungshändler in diesem Jahr mit einem nennenswerten Umsatzplus. 34 Prozent der befragten Bekleidungshändler befürchten dagegen einen Umsatzrückgang von mindestens einem Prozent, der Rest erwartet mehr oder weniger ein Pari. Im Schuhhandel sind die Erwartungen ebenso ernüchternd: Hier gehen sogar lediglich 16 Prozent der Schuhhändler von einem leichten Umsatzplus von bis zu fünf Prozent aus. Etwa jeder zweite Schuhhändler erwartet ein Pari, ein Drittel dagegen ein deutliches Minus.
 
Als Hauptprobleme für die schlechte Entwicklung und Aussichten nennen die Händler den nach wie vor schwachen privaten Konsum. Auf Unternehmensseite werden die hohen Kostenbelastungen und die weiterhin gravierenden Beeinträchtigungen durch die Bürokratie beklagt. Auch der nach wie vor ebenso massive wie ungleiche Wettbewerb mit asiatischen Plattformen und der anhaltende Attraktivitätsverlust der Innenstädte sind abermalige Problemfelder.     
 
Vor diesem Hintergrund fordert BTE-Präsident Rauschen von der Politik zum einen schnelle und nachhaltige Maßnahmen zur Ankurbelung des privaten Konsums.  „Was wir brauchen, ist ein Konsumschub, mit deutlichen Steuerentlastungen und weiteren Senkungen der Energiekosten für alle Menschen. Die Leute brauchen effektiv mehr Geld in ihren Portemonnaies, um es auch bei uns ohne große Sorgen und Überlegungen mit Freude ausgeben zu können. Wir leben in der Masse von der Mittelschicht und die muss vor allem entlastet bzw. gestärkt werden.“
 
Zum anderen fordert der Verband massive und nachhaltige Kosten- und Bürokratieentlastungen der Unternehmen durch die Politik. „Seit Jahren tragen wir diese Forderungen nach Entlastungen unserer Branchen wie ein Mantra vor. Bisher ist bis auf viele Versprechungen wenig umgesetzt bzw. angegangen worden. Hier muss der Knoten endlich durchschlagen werden, damit unsere Unternehmen wieder mehr investieren und sich stärker engagieren können. Gerade wir als Mode- und Schuhhandelsbranche haben oft das Gefühl, dass uns die Politik ständig Knüppel zwischen die Beine wirft, anstatt uns in unserem Handeln zu unterstützen. Das muss sich ändern!“ ergänzt BTE-Hauptgeschäftsführer Rolf Pangels.
 
Nicht hinnehmbar sind nach Ansicht des Verbandes auch die bürokratischen Vorgaben für deutsche Händler, wenn gleichzeitig millionenfach dubiose und oft Schadstoff-belastete Billigware unkontrolliert über asiatische Plattformen wie Shein und Temu nach Deutschland und in die EU strömt. Hier müsse die Politik sowohl auf nationaler wie europäischen Ebene ihre Bemühungen unbedingt weiter intensivieren.
 
Appelle richtet der BTE aber auch an die eigene Branche. Die Branche müsse weiter mit Nachdruck an der Verbesserung von Geschäftsprozessen arbeiten sowie ein stärkeres Engagement in den Werbe-/Citymarketinggemeinschaften der Innenstädte zeigen, um an deren Standortverbesserungen aktiver mitzuwirken. 

Quelle:

BTE e. V.

Designers Village (c) Messe Düsseldorf
Designers Village
07.02.2026

Sonderflächen der EuroShop 2026: Erlebnisräume für den Handel

Vom 22. bis 26. Februar 2026 wird das Messegelände zur EuroShop in Düsseldorf wieder zur globalen Plattform für Retail Innovationen. Ein zentrales Element neben der Ausstellung sind die Sonderflächen der EuroShop, die Trends erlebbar machen, Interaktion fördern und Inspiration für die Praxis liefern.

Designers Village: Neu gestaltet, internationaler denn je
Das Designers Village bleibt eine der zentralen Anlaufstellen der EuroShop für kreatives Store Design, das eine Atmosphäre schafft, in der Menschen gerne einkaufen. 2026 präsentiert sich die Sonderfläche mit einer neuen Gestaltung, die mehr Raum für den Austausch mit den ausstellenden renommierten Design- und Architekturbüros aus Europa, Asien und Nordamerika bietet. Die Aussteller zeigen Trends und konkrete Beispiele rund um Store Layout, Visual Merchandising, Lighting Design, modulare Einrichtungssysteme oder multisensorische Gestaltung. Der Fokus liegt auf Austausch, Inspiration und der Frage, wie Retail-Architektur auf veränderte Kundenbedürfnisse, Nachhaltigkeitsanforderungen und technologische Entwicklungen reagieren kann. Halle 12, Stand A46

Vom 22. bis 26. Februar 2026 wird das Messegelände zur EuroShop in Düsseldorf wieder zur globalen Plattform für Retail Innovationen. Ein zentrales Element neben der Ausstellung sind die Sonderflächen der EuroShop, die Trends erlebbar machen, Interaktion fördern und Inspiration für die Praxis liefern.

Designers Village: Neu gestaltet, internationaler denn je
Das Designers Village bleibt eine der zentralen Anlaufstellen der EuroShop für kreatives Store Design, das eine Atmosphäre schafft, in der Menschen gerne einkaufen. 2026 präsentiert sich die Sonderfläche mit einer neuen Gestaltung, die mehr Raum für den Austausch mit den ausstellenden renommierten Design- und Architekturbüros aus Europa, Asien und Nordamerika bietet. Die Aussteller zeigen Trends und konkrete Beispiele rund um Store Layout, Visual Merchandising, Lighting Design, modulare Einrichtungssysteme oder multisensorische Gestaltung. Der Fokus liegt auf Austausch, Inspiration und der Frage, wie Retail-Architektur auf veränderte Kundenbedürfnisse, Nachhaltigkeitsanforderungen und technologische Entwicklungen reagieren kann. Halle 12, Stand A46

VM Experience: Visual Merchandising neu gedacht
Mit der VM Experience schafft die EuroShop 2026 zusammen mit der Fachschule für Werbegestaltung Stuttgart ein neues, interaktives Format für modernes Visual Merchandising. Auf der Sonderfläche zeigt sich zum einen die Schule unter dem Motto „Dare to create“ in einem labyrinthartig angelegten Messestand mit exemplarischen Projektarbeiten der Schule, die zur Interaktion einladen. Zum anderen inszenieren internationale Figurenhersteller ihre neuesten Exponate zu den Themen Sport und Fashion. Die VM Experience steht für den Anspruch der Beteiligten, auch in herausfordernden Zeiten Zusammenhalt und Mut für kreative Lösungen zu zeigen und den stationären Einzelhandel mit seinen sensorischen Stärken beim authentischen Einkaufserlebnis nachhaltig zu unterstützen. Halle 10, Stand A02-C02

Weitere Sonderflächen widmen sich den vielfältigen Facetten der Retail-Welt:

  • Die Italian Lighting Lounge zeigt Lichtdesign aus Italien für Innenräume, Außenbereiche und im Industriedesign.
  • Die 60s Lounge der EuroShop feiert das 60-jährige Jubiläum und die Historie der Messe.
  • Der dLv-Gemeinschaftsstand des Deutschen Ladenbau Verbands ist zentrale Anlaufstelle für Ladenbaukompetenz „Made in Germany“.
  • Das IFES Global Village bündelt internationale Expertise im Messe- und Eventbau.
  • Das Shop! Global Village setzt Fokus auf POS-Marketing und Markenaktivierung.
  • Im Start-up Hub und bei den Young Innovators by BMWE zeigen Newcomer ihre Innovationen.
Weitere Informationen:
EuroShop Sonderfläche
Quelle:

Messe Düsseldorf

06.02.2026

DIGEL: Neue Premium-Showrooms in Düsseldorf und München

Die DIGEL AG stärkt ihre nationale und internationale Präsenz mit zwei neuen, repräsentativen Standorten in Düsseldorf und München, die zur Orderrunde Frühjahr/Sommer 2027 eröffnen werden. Mit den beiden Showrooms setzt das Menswear-Unternehmen ein klares Statement für Wachstum, Internationalität und Markenstärke im Premiumsegment.

Der neue Showroom in Düsseldorf liegt in einem der renommiertesten HAKA-Umfelder Deutschlands – in direkter Nachbarschaft zu Marken wie Boss, Strellson und PVH. Auf einer Fläche von 550 Quadratmetern – rund 30 % größer als zuvor – bieten die beiden Brands Digel und Digel Move künftig ein exklusives Markenerlebnis in einem urbanen Lifestyle-Umfeld. Neben der Ordertätigkeit wird der Standort künftig auch als Eventlocation, DIGEL Academy sowie für VIP-Kundenveranstaltungen genutzt. Durch die zentrale Lage und Internationalität Düsseldorfs können zudem über 60 % Exportkunden optimal betreut werden – mit weiterem Wachstumspotenzial.

Die DIGEL AG stärkt ihre nationale und internationale Präsenz mit zwei neuen, repräsentativen Standorten in Düsseldorf und München, die zur Orderrunde Frühjahr/Sommer 2027 eröffnen werden. Mit den beiden Showrooms setzt das Menswear-Unternehmen ein klares Statement für Wachstum, Internationalität und Markenstärke im Premiumsegment.

Der neue Showroom in Düsseldorf liegt in einem der renommiertesten HAKA-Umfelder Deutschlands – in direkter Nachbarschaft zu Marken wie Boss, Strellson und PVH. Auf einer Fläche von 550 Quadratmetern – rund 30 % größer als zuvor – bieten die beiden Brands Digel und Digel Move künftig ein exklusives Markenerlebnis in einem urbanen Lifestyle-Umfeld. Neben der Ordertätigkeit wird der Standort künftig auch als Eventlocation, DIGEL Academy sowie für VIP-Kundenveranstaltungen genutzt. Durch die zentrale Lage und Internationalität Düsseldorfs können zudem über 60 % Exportkunden optimal betreut werden – mit weiterem Wachstumspotenzial.

Auch der neue Showroom in München wird die Marken Digel und Digel Move auf ein neues Level heben. Im Lodenfrey Park, umgeben von führenden Premiumlabels, entsteht ein moderner Standort mit Loftcharakter und industriellem Stil, um die Digel DNA in einem authentischen, inspirierenden Umfeld zu präsentieren. München wird künftig nicht nur ein wichtiger Order-Standort, sondern auch ein Ort für exklusive Presseevents, Academy-Formate und Kundenerlebnisse.

Mit den neuen Showrooms bekräftigt DIGEL seine Ambition, die Premium-Menswear international weiter auszubauen und gleichzeitig den kreativen und partnerschaftlichen Austausch mit Handel und Presse zu fördern.

„Mit Düsseldorf und München schaffen wir zwei außergewöhnliche Räume, die unsere Marke emotional erlebbar machen. Beide Standorte vereinen Ästhetik, Funktionalität und Inspiration – genau das, wofür DIGEL steht,“ erklärt Jochen Digel, CEO der DIGEL AG.

03.02.2026

Einzelhandel fordert Kostenentlastungen

Die Rahmenbedingungen für den Konsum und den Einzelhandel bleiben auch im Jahr 2026 schwierig. Das zeigen die Einschätzungen von knapp 600 Handelsunternehmen in einer aktuellen Umfrage des Handelsverbandes Deutschland (HDE). Demnach rechnen in diesem Jahr 49 Prozent der Befragten mit Umsätzen unter Vorjahr. Mit Blick auf dieses Umfeld rechnet der HDE in seiner am 2. Februar vorgestellten Jahresprognose für 2026 mit einem Umsatzplus von zwei Prozent im Vergleich zum Vorjahr für den Einzelhandel in Deutschland. Um die Lage für die Handelsunternehmen zu verbessern, fordert der HDE die Politik auf, Kostentreiber wie die hohen Energiepreise abzusenken. Aber auch die Gewerkschaft ver.di sieht der Verband in der anstehenden Tarifrunde in der Verantwortung.

Die Rahmenbedingungen für den Konsum und den Einzelhandel bleiben auch im Jahr 2026 schwierig. Das zeigen die Einschätzungen von knapp 600 Handelsunternehmen in einer aktuellen Umfrage des Handelsverbandes Deutschland (HDE). Demnach rechnen in diesem Jahr 49 Prozent der Befragten mit Umsätzen unter Vorjahr. Mit Blick auf dieses Umfeld rechnet der HDE in seiner am 2. Februar vorgestellten Jahresprognose für 2026 mit einem Umsatzplus von zwei Prozent im Vergleich zum Vorjahr für den Einzelhandel in Deutschland. Um die Lage für die Handelsunternehmen zu verbessern, fordert der HDE die Politik auf, Kostentreiber wie die hohen Energiepreise abzusenken. Aber auch die Gewerkschaft ver.di sieht der Verband in der anstehenden Tarifrunde in der Verantwortung.

„Das neue Jahr beginnt für den Einzelhandel ohne richtigen Schwung. Die Verbraucherstimmung macht am aktuellen Rand zwar Hoffnung auf Besserung, verharrt aber weiterhin auf unbefriedigendem Niveau. Zu groß ist angesichts geopolitischer Konflikte und eines erratischen US-Präsidenten die Verunsicherung“, so HDE-Präsident Alexander von Preen. Die schlechte Stimmung in der Branche bestätigt die aktuelle HDE-Umfrage. Demnach kalkulieren 49 Prozent der Händler mit schlechteren Umsätzen als noch 2025, 29 Prozent hoffen, das Vorjahresniveau zu erreichen und nur 23 Prozent gehen von einer Steigerung aus. Angesichts der herausfordernden Rahmendaten prognostiziert der HDE für 2026 ein Umsatzwachstum im Vergleich zum Vorjahr von nominal zwei Prozent. Real bedeutet das ein Plus von einem halben Prozent. Der Online-Handel bleibt auch 2026 der Wachstumstreiber der Branche. Hier werden die Umsätze laut HDE-Prognose um nominal 4,4 Prozent zulegen, das steht für ein reales Plus von 3,5 Prozent. Die Umsätze im Einzelhandel in Deutschland werden dieses Jahr damit voraussichtlich bei 697,4 Milliarden Euro liegen, der Online-Handel wird dazu 96,3 Milliarden Euro beitragen.

„Es sieht derzeit nicht nach dem großen Aufatmen im Einzelhandel aus. Wir brauchen jetzt eine echte Aufbruchsstimmung. Da ist die Bundesregierung gefragt, mit den richtigen Maßnahmen einen Aufwärtstrend auszulösen“, so der HDE-Präsident. Die HDE-Umfrage macht deutlich, dass die Unternehmen insbesondere beim Thema Bürokratie auf Erleichterungen hoffen. 59 Prozent sehen das als Top-Thema. Insbesondere die hohen Kosten machen den Händlern Kopfschmerzen. Sowohl im Bereich Energie als auch bei den steigenden Kosten für den Faktor Arbeit ist dringende Hilfe gefordert. Von Preen: „Es braucht Entlastungen, die auch tatsächlich ankommen. Die Stromsteuer muss endlich zeitnah für alle gesenkt werden. Und bei den Sozialversicherungsbeiträgen braucht es eine dauerhafte 40-Prozent-Obergrenze.“ Was passiert, wenn die Arbeitskosten weiter steigen, wird in der HDE-Umfrage überdeutlich. Für diesen Fall gehen 77 Prozent der Befragten von negativen Beschäftigungseffekten aus. Die selbst in den schwierigen Corona-Jahren immer weiter Arbeitsplätze aufbauende Branche verlor seit 2022 bereits 60.000 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte. Der HDE warnt deshalb vor der anstehenden Tarifrunde die Gewerkschaft ver.di vor weiteren Belastungen durch unverhältnismäßige Forderungen. Die Tarifrunde im Einzelhandel beginnt im April 2026. In der Branche sind 3,1 Millionen Menschen beschäftigt. Die Tarifrunde ist damit eine der größten in Deutschland.

02.02.2026

Fazit MUNICH FABRIC START Spring.Summer 27: Solide. Optimistisch.

Solide Messe. Optimistisches Mindset. So lautet das Ergebnis der MUNICH FABRIC START. Nach drei Messetagen ist am 29. Januar die Münchner Textilmesse mit den integrierten Show-in-Shows BLUEZONE, KEYHOUSE und THE SOURCE zu Ende gegangen. Die MUNICH FABRIC START schloss mit einer stabilen Besucherfrequenz im Vergleich zur vergangenen Veranstaltung ab. Rund 1.000 Kollektionen von internationalen Stoff- und Zutatenherstellern zeigten im MOC München ihre Farb- und Materialtrends für Spring.Summer 27. Hochwertige Stoffe und Zutaten trafen auf internationale Denim-Kompetenz und zukunftsweisende Innovationen entlang der gesamten textilen Wertschöpfungskette.  

Solide Messe. Optimistisches Mindset. So lautet das Ergebnis der MUNICH FABRIC START. Nach drei Messetagen ist am 29. Januar die Münchner Textilmesse mit den integrierten Show-in-Shows BLUEZONE, KEYHOUSE und THE SOURCE zu Ende gegangen. Die MUNICH FABRIC START schloss mit einer stabilen Besucherfrequenz im Vergleich zur vergangenen Veranstaltung ab. Rund 1.000 Kollektionen von internationalen Stoff- und Zutatenherstellern zeigten im MOC München ihre Farb- und Materialtrends für Spring.Summer 27. Hochwertige Stoffe und Zutaten trafen auf internationale Denim-Kompetenz und zukunftsweisende Innovationen entlang der gesamten textilen Wertschöpfungskette.  

Trends Spring.Summer 27: Gegenpole setzen  
„Es ist eine Zeit radikaler Veränderungen. Viele Menschen sind von Pessimismus geprägt und wollen am Status quo festhalten. Feigheit ist unser Problem. ‚Polite Fashion‘ ist das Ergebnis“, provoziert Trendforscher David Shah von View Publications vor vollen Zuschauerrängen auf der STAGE. Umso wichtiger sei es, gegenzusteuern. „Wir bewegen uns in einem herausfordernden Marktumfeld, in einer schwierigen Zeit. In der Modebranche setzt das aktuell eine unheimliche kreative Energie frei. Es geht darum, einen positiven Gegenpol zu setzen“, so eröffneten die MFS-Trendexperten Volker Orthmann und Katharina Majorek von o/m Collective ihren Trendvortrag „PLEASURE – Colours, Fabrics, Styling (Wo)mens Key Trends for Spring.Summer 27“. Nachdem die modische Grundrichtung lange durch Pragmatismus und Neutralität geprägt war, richtet sich der Blick jetzt nach vorne. Mit dem übergreifenden Leitthema „PLEASURE“, hat die MUNICH FABRIC START diese Trendentwicklung modern inszeniert und für Besucher erlebbar gemacht. Mit Themen wie Cinematic Colours, Every Day Pop, Cultural Power oder Sunny Nonchalance stellte auch Karin Schmitz von Peclers Paris Optimismus, Spaß und Zuversicht in den Mittelpunkt.  
 
Farbe, Drucke und Struktur als modische Treiber 

Modisch markiert die neue Saison einen Wendepunkt, hin zu bewusster Erneuerung. Optimismus, Vergnügen und Kreativität sind die vorherrschenden Themen. Das spiegelt sich in den rund 1.000 Kollektionen internationaler Stoff- und Zutatenhersteller deutlich wider. Farbe, Drucke und Struktur sind zentrale Impulsgeber der Saison. „Wir sind in einer Phase der Veränderung. Was ist morgen? Das ist die alles überlagernde Frage. Wichtig dafür ist Farbe. Es ist wenig Farbe auf dem Markt gewesen. Das ändert sich jetzt“, so Schmitz von Peclers Paris. Annette Schrewe, Head of Design bei Betty Barclay, beobachtet in den Kollektionen „mehr Mut zur Farbe“, ergänzt durch Neutrals mit interessanten Oberflächenstrukturen.  „Wunderschön, insbesondere für Blusen, sind die neuen fluiden, transparenten, fließenden Stoffe. Die Saison macht Spaß“, so Schrewe weiter. Eveline Rammler, Einkauf DOB bei s.Oliver, beschreibt: „Markisenstreifen, Pinstripes, florale und naive Paisley Prints, verfremdete Animals – das kristallisiert sich für uns als dominierende  Themen bei den Drucken heraus.“ Gamze Camuzcuoglu, Sales Manager von A.P.C. bestätigt: „Leuchtendes Blau und Weiß, fließende Animal-Prints, verschwommene orientalische Motive, florale Bordüren, geometrische Designs, unregelmäßige Geometrien und Pyjamastreifen – das sind für uns die wichtigsten Modetrends.“ „Wir suchen nach Neuheiten, die unsere Sprache sprechen. Pastellige Farben und helle Drucke sehen wir auch für den Abend. Leichte, transparente Chiffons, Organza mit Struktur, Drucke mit malerischen Blüten, Bohème, das ist für uns neu. Dunkelbraun und Bordeaux bleibt. Braun war ein Riesen-Hype. Jetzt geht es in Toffee und Camel in Verbindung mit Rosa oder hellem Gelb“, sagt Heike Schaible, Produktmanagement, Vera Mont. Im Hinblick auf die Oberflächen rücken Haptik und Textur in den Vordergrund. „Die Themen der Stunde sind Materialien, die haptisch erlebbar sind. Materialien, die ansprechen, über taktile Strukturen“, betont Majorek von o/m Collective. Thoshikiko Kanatani von Stylem bestätigt: „Die Highlights dieser Saison sind besondere Veredelungen, viele Texturen sowie Knitter- und Falteneffekte.“ 
 
Preis, Marge, Konsum 
„Das Zauberwort lautet: Marge. Themen wie Handfeel, Qualität, Finish sind für den deutschen Markt im Moment völlig zweitrangig. Die Wertschätzung für Hochwertigkeit fehlt“, bedauert Mladen Pototschnik, Sales, Albini & Thomas Mason. Er verweist auf eine weiter steigende Preissensibilität und sieht auch in der Messeentwicklung einen Indikator dafür, „dass sich die deutsche Bekleidungsindustrie sehr schwer tut.“ Eser Kaygusuz, Sales Head von Yünsa sieht es ähnlich: „Die Stimmung in Deutschland ist angespannt. Die Preissensibilität ist hoch, die Konsumstimmung schlecht. Das zeigt sich nicht nur im Textilbereich, sondern auch bei den Zahlen der Automobilindustrie. Dennoch, der erste Messetag war gar nicht schlecht. Viele wichtige Kunden wie Seidensticker, Hugo Boss und Digel waren schon da.“ Trotz der herausfordernden Rahmenbedingungen wurde die Messe von Ausstellern und Besuchern konstruktiv genutzt. „Es lief besser als erwartet. Mailand war so stark, dass wir nicht dachten, dass es in München nochmal so gut wird. Die Qualität der Kunden war RICHTIG gut. Toni Dress, Brax, Bugatti, Betty Barclay und Vera Mont – um nur einige zu nennen“, sagt Thomas Buschjost, Inhaber der Agentur Fashion & Friends. Viele Kunden würden das Thema Preis „erstmal ausklammern“ und sich zunächst darauf konzentrieren, „schöne, neue Dinge zu finden“. 
 
Compliance, KI und Circularity 

Neben den Trends zählten vor allem regulatorische Anforderungen wie der Digital Product Passport, Digitalisierung, KI und zirkuläre Modelle zu den zentralen inhaltlichen Schwerpunkten des umfangreichen Vortragsprogramms. „Es geht nicht nur um Kosten und Optimierung. Ein zentrales Thema ist, wie politische Vorgaben ins Sourcing übersetzt werden können und wie sich Compliance durch konsistente Daten sicherstellen lässt“, betont Politikberaterin Muchaneta ten Napel von Shape Innovate. Während der drei Messetage diskutierte sie gemeinsam mit zahlreichen namhaften Experten auf den Panels Themen wie diese. Deutlich wurde in Round Tables, Talks und Vorträgen der hohe Veränderungsdruck, der ab 2026 auf die Branche zukommt. „Es gibt kein Patentrezept. Jede Marke arbeitet anders. Ich habe nicht das Gefühl, dass die Branche gut vorbereitet ist“, so die Einschätzung von Leila Abu el Hawa, Beraterin und Head of Product von Elizabeth Scarlett, im Hinblick auf den Digital Product Passport.  
 
Angewandte neue Technologie- und Systemlösungen präsentierte das KEYHOUSE. Im Fokus standen Transparenz, Vertrauen und der Übergang zur Kreislaufwirtschaft – von der Stärkung resilienter, zirkulärer Prozesse bis hin zu marktreifen Innovationen. Zu den Highlights zählten unter anderem eine neue Technologie zur Smartphone-basierten Authentifizierung von Fakes oder Originalen von Original-ID sowie das erstmals vorgestellte Rücknahmesystem von Trove für Wiederverkauf und Recycling. „Das ist unsere Antwort auf die Rohstoffknappheit“, so Janis Künkler, Managing Director Trove Europe.  
 
Forschungsnahe Projekte, bei denen Nachhaltigkeit kulturell, sinnlich und systemisch gedacht wird, wurden erneut im SUSTAINABLE INNOVATIONS Forum kuratiert. Zu den Teilnehmern zählten Marie Vilay mit den Projekten „To Read a Pattern“ und „A Bindle“, Materia Futura von Alessia Pasquini und Beatriz Sandini sowie 
„Threaded Protocols“ von Floor Berkhout. Eine weitere Messeneuheit mit höchstem Nachhaltigkeitsanspruch: Die Kooperation von Dirt und Loads Collection mit der ersten Demeter-zertifizierten Textilkollektion. Erstmals wird der Demeter-Standard auf Textilien angewendet – perspektivisch auch für Bekleidung. „Das ist ein echter Meilenstein“, betont Lea Mahlke von Dirt, Neuaussteller in der RESOURCE Area.  
 
BLUEZONE: Unperfekt – perfekt 

Die BLUEZONE zeigte für Spring.Summer 2027 ein vielschichtiges Denim-Bild zwischen urbaner Strenge, funktionaler Reduktion und sinnlicher Opulenz. Nachhaltige Materialien, handwerkliche Details und innovative Oberflächen rücken den Wert des Materials ebenso in den Fokus wie Individualität und Emotion. Einen zentralen Trend beschreibt Denim-Experte Tilmann Wröbel vom Denim Lifestyle Studio Monsieur-T. in seinem Vortrag „The perfect time for denim imperfection“: „Hyperperfektion durch AI? Für die Denim-Industrie liegt der aktuelle Trend im Gegenteil: in der Idee der Unperfektheit. Nicht zu glatt, nicht zu perfekt. Ist es nicht genau das, was Denim ausmacht?“ Auch auf der BLUEZONE standen innovative Materialentwicklungen und ressourcenschonende, zirkuläre Produktionsprozesse im Vordergrund. „Wir stellen Evogeny vor – unsere Premium-Denim-Kollektion – sowie eine spezielle Capsule, die wir eigens für den deutschen Markt entwickelt haben, mit Fokus auf Stretch-Technologie und Tragekomfort. Revo-Su mit seinem wasserfreien Ansatz sowie insgesamt umweltbewusste Innovationen sind für uns sehr wichtig. Re/essence steht ganz im Zeichen natürlicher Farben“, Marketing Manager Selen Baltaci zählt die Neuheiten für Spring.Summer 27 von Calik Denim auf. Ob Berto, Bossa, Calik, ISKO, Orta, Sharabati, Tejidos Royo oder Troficolor Denim Makers – die BLUEZONE versammelte erneut das Gros der wichtigsten internationalen Denimhersteller. Philipp Walendy, Geschäftsführer von Alberto bekräftigt den klaren Vorteil der BLUEZONE gegenüber anderen Veranstaltungen: „Alle sind da, ca. 95 % unserer Lieferanten. Das haben wir nirgendwo anders.“ Die BLUEZONE habe nicht mehr den gewohnten Lifestyle, und sei jetzt stärker eine Arbeitsmesse, „aber wir sind ja auch zum Arbeiten hier“, so Walendy und spricht damit für viele. 
 
Raum für neue Lösungen 
Klar strukturiert und effizient gebündelt: Die neue Anordnung der acht Areas im MOC stärkt den Austausch, schafft mehr Sichtbarkeit und fördert Synergien. Was sich verändert hat: Nachhaltiges Sourcing mit RESOURCE wurde neu positioniert und befindet sich nun gemeinsam mit den ADDITIONALS in Halle 1 in direkter Nachbarschaft zu THE SOURCE. An der Schnittstelle von Design, Technologie und Nachhaltigkeit – BLUEZONE und KEYHOUSE inklusive der SUSTAINABLE INNOVATIONS sind im hochfrequentierten Bereich in Halle 2 gelegen. Die DESIGN STUDIOS liegen nun noch zentraler in Halle 4. Sie schließen an den großen Bereich der FABRICS an, die sich weiterhin über die Hallen 3, 4 und das Atrium 3 verteilen. Die klaren Strukturen schaffen Orientierung und Raum für neue Lösungen.  

Quelle:

munich fabric start