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08.01.2026

Einzelhandel fordert "Jahr der Reformen" in 2026

Das neue Jahr 2026 startet für den Einzelhandel angespannt. Weiter steigende Kosten und eine zurückhaltende Nachfrage bestimmen das Handelsbild. Der im vergangenen Jahr ausgebliebene wirtschaftliche Aufschwung und die noch immer verhaltene Verbraucherstimmung sorgen laut Handelsverband Deutschland (HDE) für Unsicherheit in der Branche. Für das neue Jahr fordert der Handel von der Bundesregierung klare Weichenstellungen für eine spürbare wirtschaftspolitische Wende.

„Das Jahr 2026 muss ein Jahr der Reformen werden. Die Bundesregierung hat die richtigen Themen bereits auf der Agenda. Jetzt geht es um die mutige und entschlossene Umsetzung, damit die angekündigten Entlastungen rasch in den Unternehmen und in den Haushalten ankommen“, so HDE-Präsident Alexander von Preen. Im Einzelhandel überwiege nach dem Jahreswechsel die Enttäuschung, sowohl mit Blick auf das zurückliegende Weihnachtsgeschäft als auch auf die ersten Monate der neuen Bundesregierung. „Der Regierungswechsel hat leider nur kurz für eine Aufbruchsstimmung gesorgt. Heute ist davon nichts mehr zu spüren. Es fehlen überzeugende Antworten auf die gesamtwirtschaftlichen Herausforderungen“, so von Preen.

Das neue Jahr 2026 startet für den Einzelhandel angespannt. Weiter steigende Kosten und eine zurückhaltende Nachfrage bestimmen das Handelsbild. Der im vergangenen Jahr ausgebliebene wirtschaftliche Aufschwung und die noch immer verhaltene Verbraucherstimmung sorgen laut Handelsverband Deutschland (HDE) für Unsicherheit in der Branche. Für das neue Jahr fordert der Handel von der Bundesregierung klare Weichenstellungen für eine spürbare wirtschaftspolitische Wende.

„Das Jahr 2026 muss ein Jahr der Reformen werden. Die Bundesregierung hat die richtigen Themen bereits auf der Agenda. Jetzt geht es um die mutige und entschlossene Umsetzung, damit die angekündigten Entlastungen rasch in den Unternehmen und in den Haushalten ankommen“, so HDE-Präsident Alexander von Preen. Im Einzelhandel überwiege nach dem Jahreswechsel die Enttäuschung, sowohl mit Blick auf das zurückliegende Weihnachtsgeschäft als auch auf die ersten Monate der neuen Bundesregierung. „Der Regierungswechsel hat leider nur kurz für eine Aufbruchsstimmung gesorgt. Heute ist davon nichts mehr zu spüren. Es fehlen überzeugende Antworten auf die gesamtwirtschaftlichen Herausforderungen“, so von Preen.

Der HDE warnt davor, Strukturreformen wie den Bürokratieabbau aus dem Blick zu verlieren. „Der Handel setzt darauf, dass die Bundesregierung wie versprochen bürokratische Hürden abbaut. Die Händlerinnen und Händler sollten sich wieder auf ihre eigentlichen Aufgaben konzentrieren können. Dafür brauchen sie Entlastungen“, betont von Preen. Ein Beitrag zum Bürokratieabbau und zur Stärkung der Tarifbindung wäre etwa, das Entgelttransparenzgesetz so umzusetzen, dass tarifgebundene und tarifanwendende Unternehmen von der Dokumentationspflicht befreit werden. „Das wäre ein echter Schritt, die Sozialpartnerschaft zu stärken“, so von Preen.

Auch unter den Verbrauchern müsse die Bundesregierung für Zuversicht sorgen. „Schaut man auf die Verbraucherstimmung in Deutschland, war 2025 ein verlorenes Jahr. Sie lag zuletzt auf dem unbefriedigenden Niveau, auf dem sie in das vergangene Jahr gestartet ist. Das ist besorgniserregend“, warnt von Preen. Hier müsse die Bundesregierung im Jahr 2026 ansetzen und Wirtschaft sowie Verbrauchern mit klaren Signalen zeigen, dass auf sie Verlass ist.

Quelle:

Handelsverband Deutschland

Die Lokalstoffmacher: Patrick Herter von der Strickerei Edelweiss Jersey, Sebastian Keller und Christian Weiß von der Textilveredlung Keller und Andreas Merkel von der Spinnerei Gebr. Otto. Foto Gebr. Otto Baumwollfeinzwirnerei GmbH + Co. KG
Die Lokalstoffmacher: Patrick Herter von der Strickerei Edelweiss Jersey, Sebastian Keller und Christian Weiß von der Textilveredlung Keller und Andreas Merkel von der Spinnerei Gebr. Otto.
08.01.2026

Domestic Luxuries: Regionale textile Wertschöpfungsketten in Baden-Württemberg

Regionale Wertschöpfung in der Textilindustrie gilt vielen als Kostenfaktor. Das Projekt „Lokalstoffmacher“ aus Baden-Württemberg stellt diese Annahme infrage, wenn Preis, Wertschöpfung und Rückfluss gemeinsam betrachtet werden. Drei Unternehmen haben erstmals eine vollständig regionale Strickstoff-Lieferkette aufgebaut – von der Baumwollfaser bis zum veredelten Stoff. Ziel ist es, Transparenz, Planungssicherheit und neue Absatzpotenziale für regional produzierte Textilien zu schaffen. Die Transportdistanz: 2.300 Kilometer. Der Fokus liegt dabei nicht auf Symbolik, sondern auf wirtschaftlicher Tragfähigkeit und Transparenz entlang der gesamten Lieferkette.

Gesponnen wird die spanische Faser bei Gebr. Otto in Dietenheim bei Ulm, in Albstadt bei Edelweiss Jersey entsteht der Strickstoff und in Öschingen, ebenfalls im Zollernalbkreis, bei der Textilveredlung Keller, bekommt er sein Finishing.

Regionale Wertschöpfung in der Textilindustrie gilt vielen als Kostenfaktor. Das Projekt „Lokalstoffmacher“ aus Baden-Württemberg stellt diese Annahme infrage, wenn Preis, Wertschöpfung und Rückfluss gemeinsam betrachtet werden. Drei Unternehmen haben erstmals eine vollständig regionale Strickstoff-Lieferkette aufgebaut – von der Baumwollfaser bis zum veredelten Stoff. Ziel ist es, Transparenz, Planungssicherheit und neue Absatzpotenziale für regional produzierte Textilien zu schaffen. Die Transportdistanz: 2.300 Kilometer. Der Fokus liegt dabei nicht auf Symbolik, sondern auf wirtschaftlicher Tragfähigkeit und Transparenz entlang der gesamten Lieferkette.

Gesponnen wird die spanische Faser bei Gebr. Otto in Dietenheim bei Ulm, in Albstadt bei Edelweiss Jersey entsteht der Strickstoff und in Öschingen, ebenfalls im Zollernalbkreis, bei der Textilveredlung Keller, bekommt er sein Finishing.

Initiiert hat das Projekt "Lokalstoffmacher" Patrick Herter, Geschäftsführer von Edelweiss Jersey im Frühjahr 2025. Ihm war es wichtig, eine bewusst aufgebaute, stabile Kooperationskette zu etablieren. Mehr Sichtbarkeit für die einzelnen Unternehmen, unterstreicht Sebastian Keller von dem gleichnamigen Unternehmen für Textilveredlung, habe er sich gewünscht. Schließlich liefert jedes der drei Unternehmen nur Zutaten oder bestenfalls ein Zwischenprodukt. „Am Ende geht es darum, werthaltige Aufträge zu generieren“, fasst Christian Weiss zusammen. Er teilt sich mit Sebastian Keller die Geschäftsführung der Textilveredlung.

„Domestic Luxuries“ als Chance im Bekleidungsbereich
Potential für die Strickstoffe der Lokalstoffmacher ist vorhanden, dessen ist sich Andreas Merkel, Geschäftsführer der Spinnerei Gebr. Otto sicher. Er sitzt mit Patrick Herter, Sebastian Keller und Christian Weiß am Besprechungstisch in Albstadt-Lautlingen. Dank der geografischen Nähe ist ein persönliches Treffen der drei Lokaltstoffmacher spontan möglich. Knapp 100 Kilometer liegen zwischen Spinnerei und Strickerei. Die Öschinger Textilveredler könnten ihre 40 Kilometer bis zur Strickerei sogar mit dem Rad zurücklegen. Die Strecke führt, landschaftlich reizvoll, über die Schwäbische Alb, meist zu Füßen der Zollernburg. 

Otto-Geschäftsführer Merkel nennt den Begriff der „Domestic Luxuries“. Er stammt aus einer Studie der Unternehmensberatung McKinsey und bezeichnet den Wunsch nach lokal hergestellten Gütern. Insbesondere im gehobenen Bekleidungsbereich wünschten sich – und honorierten – Kunden den regionalen Bezug.

Ob sich die Kooperation aus wirtschaftlicher Sicht gelohnt hat, können die drei Partner noch nicht benennen. „Das ist zu früh“, so Patrick Herter. Die Zusammenarbeit in der Wertschöpfungskette gestärkt hat das Projekt auf jeden Fall. „Mit der Spinnerei hatten wir bisher keinen direkten Kontakt, da war immer ein Glied dazwischen“, so Sebastian Keller. 

Öffentliche Auftraggeber als Zielkunden
Patrick Herter verweist auf ähnliche Projekte in Griechenland, mit dem Ziel, die textile Wertschöpfung im Land zu behalten. „Das ist eine globale Tendenz“, stellt Merkel fest und ergänzt: „Es geht uns hier gewiss nicht um Abschottung oder Lokalpatriotismus, sondern um das Bewusstsein, dass an einem lokal hergestellten Produkt auch Arbeitsplätze hängen.“ 

Er sieht deshalb öffentliche Ausschreibungen als zweiten Zielmarkt für Produkte der Lokalstoffmacher. Bisher werden öffentliche Aufträge aus Preisgründen meist außerhalb Deutschlands vergeben. Allerdings sei die zugrundeliegende Preisbetrachtung unvollständig: Andreas Merkel: „Als Hersteller zahlen wir in Deutschland Steuern sowie vielfältige Abgaben und Umlagen. Diesen Block müsste man in einem realistischen Preisvergleich abziehen.“

In der Konsequenz hieße das: „Würden die öffentlichen Auftraggeber ihre Aufträge in Deutschland platzieren, bekämen sie eine sehr hohe Qualität zu wettbewerbsfähigen Preisen.“

Derzeit sprechen kurzfristige Kostenargumente noch häufig dafür, Produkte zu günstigeren Preisen zu importieren. Mit dem zunehmenden Druck auf dem Arbeitsmarkt und steigenden Sozialkosten müsse der Staat, der als öffentlicher Auftraggeber Geld ausgibt so investieren, dass er den bestmöglichen Pay-Back hat. „Der größte volkswirtschaftliche Rückfluss entsteht dort, wo öffentliche Mittel im eigenen Land in Arbeit, Wertschöpfung und Steuereinnahmen zurückfließen.“

Herausforderungen und Ausblick
„Ein Stoff ist erst mal nur ein Zwischenprodukt“, sagt Christian Weiss. „Nun brauchen wir einen Konfektionär, der aus unserem Gestrick ein fertiges Textilprodukt herstellt.“ Auch für eine Teilnahme an öffentlichen Ausschreibungen braucht es einen Partner, der diesen Prozessschritt abdeckt. Einige Kandidaten hat das Lokalstoffmacher-Trio schon, zum Lokalstoffmacher-Quartett ist es bisher nicht gekommen. 

In Zukunft können sich die drei Lokalstoffmacher vorstellen, andere Fasern einzusetzen. „Baumwolle war ein guter und sinnvoller Anfang, um uns als Kooperationspartner zusammenzubringen“, sagt Patrick Herter. „In dieser Konstellation denken wir weiter.“

Quelle:

Gebr. Otto Baumwollfeinzwirnerei GmbH + Co. KG 

© Alcova/Messe Frankfurt
05.01.2026

Heimtextil 2026: Künstliche Intelligenz im Fokus

Künstliche Intelligenz (KI) verändert die Textilindustrie rasant – von Kreation und Produktion bis zu Pricing, Vertrieb und Kommunikation. Wie wird KI erfolgreich eingesetzt und wo stiftet sie Mehrwert? Diese Fragen greift die Heimtextil vom 13. bis 16. Januar 2026 auf: Das Programm rund um das Zukunftsfeld KI soll die globale Branche stärken und neue Business-Chancen sowie konkrete Anwendungen für Design, Handel, Industrie, (Innen-)Architektur, Raum- und Objektausstattung bieten. Zu den Highlights zählen die Heimtextil Trends 26/27 von Alcova, die Design-Installation von Patricia Urquiola sowie der Live-Talk mit KI-Pionier Tim Fu.

KI beschleunigt kreative Prozesse und verändert Arbeitsweisen entlang der gesamten textilen Wertschöpfung – vom Designentwurf, der Materialvisualisierungen, über Datenmigration und tägliche Workflows bis zur Umsetzung neuer Produkte und Konzepte. Die Heimtextil 2026 macht diese Entwicklungen sichtbar und bringt Expert*innen zusammen, die zeigen, wie KI konkret eingesetzt wird und welche Potenziale sie der Branche eröffnet. 

Künstliche Intelligenz (KI) verändert die Textilindustrie rasant – von Kreation und Produktion bis zu Pricing, Vertrieb und Kommunikation. Wie wird KI erfolgreich eingesetzt und wo stiftet sie Mehrwert? Diese Fragen greift die Heimtextil vom 13. bis 16. Januar 2026 auf: Das Programm rund um das Zukunftsfeld KI soll die globale Branche stärken und neue Business-Chancen sowie konkrete Anwendungen für Design, Handel, Industrie, (Innen-)Architektur, Raum- und Objektausstattung bieten. Zu den Highlights zählen die Heimtextil Trends 26/27 von Alcova, die Design-Installation von Patricia Urquiola sowie der Live-Talk mit KI-Pionier Tim Fu.

KI beschleunigt kreative Prozesse und verändert Arbeitsweisen entlang der gesamten textilen Wertschöpfung – vom Designentwurf, der Materialvisualisierungen, über Datenmigration und tägliche Workflows bis zur Umsetzung neuer Produkte und Konzepte. Die Heimtextil 2026 macht diese Entwicklungen sichtbar und bringt Expert*innen zusammen, die zeigen, wie KI konkret eingesetzt wird und welche Potenziale sie der Branche eröffnet. 

KI von der Bühne in die Praxis
Zentraler Wissens-Hub ist die Texpertise Stage in Halle 6.0. Hier bündelt die Heimtextil ein Content-Programm und übersetzt technologische Innovation in konkrete Praxisimpulse. Zu den Highlights zählt der Live-Talk mit Tim Fu: Der Londoner Architekt und KI-Pionier diskutiert mit Simon Keane-Cowell, Chefredakteur Architonic, über Raumgestaltung im Zeitalter der KI. Am ersten Messetag spricht Anja Bisgaard Gaede (Gründerin Spott trends & business aps) über Workflows, Datenintegration und die textile Zukunft mit KI. Elisabeth Ramm (Atelier Brückner) gibt Einblicke zu KI und Materialien im Ausstellungsdesign. Martin Auerbach (Verband Deutscher Heimtextilien) erklärt anhand von Beispielen, wie KI im Arbeitsalltag zum Einsatz kommt und wie Unternehmen sie gewinnbringend in tägliche Workflows integrieren können. Schlafexperte Markus Kamps moderiert zum Megatrend Schlaf und Technologie eigene Themenblöcke mit zahlreichen Gästen. Im Talk Spot der Halle 12.0 spricht Architonic mit dem Aussteller Oriental Weavers zu Teppichen zwischen Handwerk und globaler Produktion.

Heimtextil Trends 26/27: KI-Impulse für Design, Handel und Industrie
Wie lassen sich KI-gestützte Designprozesse und traditionelles Textilhandwerk verbinden? Die Heimtextil Trends 26/27 liefern unter dem Leitmotiv „Craft is a verb“ Antworten und geben Orientierung für die kommende Saison. In der Trend Arena in Halle 6.1 zeigt die Designplattform Alcova in sechs Stilrichtungen, wie Hightech und Handwerk zusammenwirken. Sichtbar wird das Zusammenspiel in einer vibrierenden Farbpalette, in der „Glitches“, unerwartete digitale Störungen und radikale, synthetische Akzente die natürliche Farbwelt gezielt durchbrechen. Tägliche Talks und Tours mit den Expert*innen übersetzen die Trendthemen in konkrete Business-Impulse.
 
„among-all“: KI-generiertes Designerlebnis von Patricia Urquiola 
Was passiert, wenn wir selbst Teil KI-basierter Kreation werden? Dieser Frage geht Patricia Urquiola in ihrer Installation „among-all“ (Halle 3.0) nach. Die Designerin verbindet dabei futuristische textile Elemente, nachhaltige Materialien sowie neue KI-Technologien. „among-all“ zeigt, wie Textilien als transformative und intelligente Materialien fungieren und bindet die Besucher*innen aktiv in die räumliche Inszenierung ein. Im Live-Talk spricht die Designikone am 14.01.2026 auf der Texpertise Stage über ihren visionären Ansatz. Tägliche Führungen machen das Interior Design von morgen erlebbar.

KI als Kreativpartner für das Objektgeschäft 
Mit Interior.Architecture.Hospitality bietet die Heimtextil Entscheider*innen aus (Innen-) Architektur, Hospitality und Objektgeschäft ein maßgeschneidertes Programm. Im fachspezifischen Talk Spot der Halle 3.1 spricht Mauro Brigham (Gründer ncbham) darüber, warum Design niemals stillsteht. Helen Häkli (freie Architektin bdia) zeigt, wie KI als Kreativpartner in der Innenarchitektur zum Einsatz kommt. Weitere spezialisierte Vorträge, unter anderem von Corinna Kretschmar-Joehnk (JOI-Design) und Robin Hepp (Kids Studio), ergänzen das umfangreiche Hospitality-Programm.

Neue Möglichkeiten für Handwerk und Raumausstattung 
Was KI konkret für die Inneneinrichtung und das Handwerk leisten kann, zeigt KI-Profi Alexander Ligowski auf der Bühne des DecoTeams (Halle 3.0). Anhand ausgewählter Beispiele liefert er praxisnahe Einblicke in KI-gestützte Innenraumgestaltung – von Raum- und Farbkonzepten, über Verkaufsunterstützung, Textgenerierung für Social Media bis hin zur Angebotsoptimierung.

New Talents Area: Perspektiven der nächsten Designgeneration 
Wie geht die nächste Designgeneration mit KI-Technologie um? Einen aktuellen Einblick bietet 2026 das Debüt der „New Talent Area“ in Halle 6.1. Die kuratierte Ausstellung präsentiert junge Design-Talente aus aller Welt und ermöglicht den direkten Austausch mit internationalen Newcomern. 

Quelle:

Messe Frankfurt

Weihnachts-Shopping Foto: Pixabay, Alexa
30.12.2025

bevh-Umfrage: Warum Verbraucher wirklich bei asiatischen Billig- Plattformen einkaufen

Das Einkaufen zu Weihnachten war 2025 geprägt durch das „Günstig oder gut“-Dilemma, wie die repräsentative Weihnachtsumfrage des bevh am 23. Dezember klar gezeigt hat. Eine zentrale Rolle im Sparverhalten der Deutschen spielen dabei Billigplattformen wie Temu, Shein & Co. auf die zum Jahresende bereits jede 20. Online-Bestellung aus Deutschland (4,9 %) entfiel. In einer weiteren repräsentativen Erhebung ist der bevh daher gesondert auf die Gründe für den Kauf bei den asiatischen Anbietern eingegangen. Danach gefragt, was diese Plattformen so attraktiv macht, wollten vier von fünf Befragten (76,8 %) die Gründe allerdings nicht nennen – oder nicht zugeben. Offen zeigt sich erneut nur die jüngere Generation: Insgesamt 60,7 Prozent der Unter-30-Jährigen geben an, bei diesen Anbietern wegen niedriger Preise, Rabatten oder besonderer Angebote einzukaufen. 
 

Das Einkaufen zu Weihnachten war 2025 geprägt durch das „Günstig oder gut“-Dilemma, wie die repräsentative Weihnachtsumfrage des bevh am 23. Dezember klar gezeigt hat. Eine zentrale Rolle im Sparverhalten der Deutschen spielen dabei Billigplattformen wie Temu, Shein & Co. auf die zum Jahresende bereits jede 20. Online-Bestellung aus Deutschland (4,9 %) entfiel. In einer weiteren repräsentativen Erhebung ist der bevh daher gesondert auf die Gründe für den Kauf bei den asiatischen Anbietern eingegangen. Danach gefragt, was diese Plattformen so attraktiv macht, wollten vier von fünf Befragten (76,8 %) die Gründe allerdings nicht nennen – oder nicht zugeben. Offen zeigt sich erneut nur die jüngere Generation: Insgesamt 60,7 Prozent der Unter-30-Jährigen geben an, bei diesen Anbietern wegen niedriger Preise, Rabatten oder besonderer Angebote einzukaufen. 
 
Dass die Billigwaren auf den großen asiatischen Plattformen eine geringere Qualität haben und häufiger Sicherheitsmängel bzw. Schadstoffe aufweisen, ist dank umfangreicher Berichterstattung allgemein bekannt. Der Bundesverband hat daher Kunden von Temu und Shein gesondert gefragt, warum sie trotz der negativen Berichte weiter auf diesen Plattformen einkaufen. Die Ergebnisse zeigen, dass die sinkende Ausgabenbereitschaft im Land eine ernste Seite hat: Jede/r vierte (24,4 %) Kundin oder Kunde gab an, aktuell nicht über genügend finanzielle Mittel zu verfügen, um auf die Billigplattformen verzichten zu können. „Der Spaß an der Schnäppchenjagd tritt in den Hintergrund. Immer mehr Menschen sehen aktuell keine andere Wahl, als den Gürtel enger zu schnallen und im Zweifel über Qualität und Image der Plattformen sowie der angebotenen Waren hinwegzusehen“, stellt Daniela Bleimaier fest. 
 
Auffällig ist, wie viele Verbraucherinnen und Verbraucher dafür bereit sind, Risiken in Kauf zu nehmen. So gaben 40,2 Prozent der Kundinnen und Kunden asiatischer Plattformen an, den kritischen Medienberichten nicht zu glauben. Mehr als die Hälfte (53,5 %) vertraut darauf, selbst beurteilen zu können, ob ein Produkt sicher ist. Rund ein Drittel (33 %) nutzt bewusst das Rückgaberecht, um besonders günstige Produkte zu testen und bei Mängeln wieder zurückzusenden. 
 
„Wir müssen feststellen, dass viele Verbraucher für die Appelle von Handel, Politik und Verbraucherschutz nicht zugänglich sind. Wenn wir wirklich wollen, dass sicher und nachhaltig eingekauft wird, muss sich die wirtschaftliche Lage verbessern“, erklärt Alien Mulyk, Geschäftsführerin Public Affairs Europa & International beim bevh. „Es muss für die Menschen in unserem Land wieder eine wirkliche Option werden, sicher, nachhaltig und gut einzukaufen, statt nur gefährlichen Billigprodukten hinterherzulaufen. Einstweilen bleibt es die Aufgabe von Behörden und Zoll, bestehendes Recht umfassend durchzusetzen und dadurch die Gefahren durch unsichere Produkte abzuwenden.“ 
 
Über die Umfrage 
Für die Civey-Umfrage wurden 1.000 Kundinnen und Kunden von Temu und Shein in Deutschland befragt, die vor Weihnachten im Internet eingekauft haben. Der Befragungszeitraum lag zwischen dem 17.12. und 21.12.2025. Die Umfrage ist repräsentativ.

Quelle:

Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V. (bevh) 

Indian Consul General Dr Shuchita Kishore to ITA © Institut für Textiltechnik (ITA) der RWTH Aachen University
22.12.2025

Indien und ITA verstärken Zusammenarbeit in Forschung, Umsetzung und bilateralen Projekten

Die indische Generalkonsulin Frau Dr. Shuchita Kishore besuchte am 15. Dezember das Institut für Textiltechnik (ITA) der RWTH Aachen University, um das gemeinsame Projekt zwischen dem ITA, dem Indian Institute of Technology (IIT) Bombay und Industriepartnern aus Indien und Deutschland in Augenschein zu nehmen und das ITA zu besichtigen.

Die Herstellung von Composite Overwrapped Pressure Vessels (COPVs) für die Wasserstoffmobilität ist eine Schlüsseltechnologie für Wasserstoffspeicherung, Leichtbau und nachhaltige Mobilität und für die erfolgreiche wissenschaftlich-industrielle Zusammenarbeit zwischen Indien und Deutschland.

Prof. Dr. Thomas Gries und Dr. Shantanu Bhat legten den Fokus beim Institutsrundgang auf innovative Textilmaschinen und digitale und nachhaltige Fertigungsprozesse. Besonderes Interesse zeigte Frau Dr. Kishore an folgenden Themengebieten:

Die indische Generalkonsulin Frau Dr. Shuchita Kishore besuchte am 15. Dezember das Institut für Textiltechnik (ITA) der RWTH Aachen University, um das gemeinsame Projekt zwischen dem ITA, dem Indian Institute of Technology (IIT) Bombay und Industriepartnern aus Indien und Deutschland in Augenschein zu nehmen und das ITA zu besichtigen.

Die Herstellung von Composite Overwrapped Pressure Vessels (COPVs) für die Wasserstoffmobilität ist eine Schlüsseltechnologie für Wasserstoffspeicherung, Leichtbau und nachhaltige Mobilität und für die erfolgreiche wissenschaftlich-industrielle Zusammenarbeit zwischen Indien und Deutschland.

Prof. Dr. Thomas Gries und Dr. Shantanu Bhat legten den Fokus beim Institutsrundgang auf innovative Textilmaschinen und digitale und nachhaltige Fertigungsprozesse. Besonderes Interesse zeigte Frau Dr. Kishore an folgenden Themengebieten:

  • Nachhaltige und biobasierte Faser- und Textilmaterialien
  • Nonwovens, Recyclingtechnologien und Kreislaufwirtschaft
  • Biopolymere und ressourceneffiziente Textilprozesse
  • Digitalisierung, Industrie 4.0 und simulationsgestützte Textilproduktion
  • Textile Anwendungen für Mobilität, Bauwesen, Energie & Umwelt sowie Gesundheit.

Mit ihrem Besuch stärkt Frau Generalkonsulin Dr. Kishore die internationale Sichtbarkeit der RWTH Aachen und des ITA in Indien,“ freut sich ITA-Institutsleiter Prof. Dr. Thomas Gries. „So kann der Aufbau langfristiger Forschungs-, Industrie- und Ausbildungspartnerschaften gelingen. Der Transfer von Forschungsergebnissen in die industrielle Anwendung ist überaus wichtig.

Dr. Shantanu Bhat unterstreicht: Gemeinsam können wir den Ausbau bestehender Kooperationen mit indischen IITs und Forschungseinrichtungen vorantreiben und gemeinsame Forschungsprojekte, Industriekooperationen und den akademischen Austausch von WissenschafterInnen und Studierenden intensivieren.

 

Quelle:

Institut für Textiltechnik (ITA) der RWTH Aachen University

Mitglieder des Smart Green Curaçao von links nach rechts: Prof. Dr. Holger Hesse (HS Kempten), Jan Geier (iwb), Daniel Maitz (TH Augsburg), Antonio Koch (HS Kempten), Marcus Rehm (TH Augsburg), Dr. Rainer Stetter (ITQ), Markus Weber (IGCV), Prof. Dr. Christine Schwägerl, TH Augsburg (nicht auf Bild). © Fraunhofer IGCV
Mitglieder des Smart Green Curaçao von links nach rechts: Prof. Dr. Holger Hesse (HS Kempten), Jan Geier (iwb), Daniel Maitz (TH Augsburg), Antonio Koch (HS Kempten), Marcus Rehm (TH Augsburg), Dr. Rainer Stetter (ITQ), Markus Weber (IGCV), Prof. Dr. Christine Schwägerl, TH Augsburg (nicht auf Bild).
22.12.2025

Sonne, Strand und Green Curaçao: Ansätze zur klimafreundlichen Energieversorgung

Klein aber oho: Curaçaos Fläche ist vergleichbar groß wie Köln, die Insel hat jedoch nur etwa ein Sechstel so viele Einwohner. Doch so überschaubar die Karibikinsel ist, in Sachen Energieversorgung will das Eiland eine 180 Grad Wende schaffen. Bis 2040 soll die Insel klimaneutral sein, obwohl zum jetzigen Zeitpunkt ein Großteil der Energie aus Öl gewonnen wird. Zu diesem Zweck rief die Greening the Island Foundation zu einer Inselchallenge auf der Solarwirtschaft-Fachmesse Intersolar 2025 auf. Markus Weber, Experte für nachhaltige Produktionssysteme am Fraunhofer Institut für Gießerei-, Composite- und Verarbeitungstechnik IGCV, war Teil des interdisziplinären Teams »Smart Green Curaçao«. In einem dreitägigen Workshop im Rahmen der Fachmesse erarbeitete er gemeinsam mit Expert:innen und Studierenden der TH Augsburg, HS Kempten und des Instituts für Werkzeugmaschinen und Betriebswissenschaften iwb der TUM eine Lösung für die Inselchallenge. Diese soll bei der Ausarbeitung einer Transformationsstrategie des Energiesystems der Karibikinsel berücksichtigt werden und könnte als Vorbild für andere Regionen dienen.

Klein aber oho: Curaçaos Fläche ist vergleichbar groß wie Köln, die Insel hat jedoch nur etwa ein Sechstel so viele Einwohner. Doch so überschaubar die Karibikinsel ist, in Sachen Energieversorgung will das Eiland eine 180 Grad Wende schaffen. Bis 2040 soll die Insel klimaneutral sein, obwohl zum jetzigen Zeitpunkt ein Großteil der Energie aus Öl gewonnen wird. Zu diesem Zweck rief die Greening the Island Foundation zu einer Inselchallenge auf der Solarwirtschaft-Fachmesse Intersolar 2025 auf. Markus Weber, Experte für nachhaltige Produktionssysteme am Fraunhofer Institut für Gießerei-, Composite- und Verarbeitungstechnik IGCV, war Teil des interdisziplinären Teams »Smart Green Curaçao«. In einem dreitägigen Workshop im Rahmen der Fachmesse erarbeitete er gemeinsam mit Expert:innen und Studierenden der TH Augsburg, HS Kempten und des Instituts für Werkzeugmaschinen und Betriebswissenschaften iwb der TUM eine Lösung für die Inselchallenge. Diese soll bei der Ausarbeitung einer Transformationsstrategie des Energiesystems der Karibikinsel berücksichtigt werden und könnte als Vorbild für andere Regionen dienen.

Wind- und Sonnenenergie optimal nutzen
Mithilfe von Simulationen und Tools wie TOP-Energy, HOMER Energy und Python-Skripten untersuchte das Projektteam zu Beginn der Challenge, wie Photovoltaik in Kombination mit den bereits bestehenden Windkraftanlagen optimal eingesetzt werden kann. »Ziel der Berechnungen war es, die verfügbaren Flächen auf der Insel effizient zu nutzen und einen maximalen Sonnen-Ertrag herauszuholen. Unsere Ergebnisse zeigten, dass die Anlagen dafür in folgender Priorisierung verteilt werden sollten: bevorzugt auf industriellen und privaten Dächern, danach auf Freiflächen in Form von Solarparks und zuletzt schwimmend auf Gewässern.« Auf diese Weise werden die bislang ungenutzten Flächen optimal genutzt, was zu einer höheren Gesamtstromproduktion führt. Gleichzeitig wird das Stromnetz entlastet, da die Energieerzeugung besser verteilt ist. Die flexible Installation auf bereits bestehenden Strukturen wie Dächern spart Kosten und beansprucht zusätzlich weniger landwirtschaftliche Flächen.

Nachhaltiges und stabiles Stromnetz
Eine wesentliche Herausforderung bei der angestrebten klimafreundlichen Stromversorgung ist die Netzstabilität. Entscheidend ist dabei die geografische Nähe der Energiequellen, denn so können Netzverluste minimiert werden. »Wir haben uns in diesem Kontext auch mit innovativen Speichermethoden beschäftigt. Diese tragen zur Energieversorgung in Zeiten ohne Wind bei«, erklärt Weber. Denn insbesondere eine »Windflaute«, bei der die Stromerzeugung aus Windkraft signifikant sinkt, kann bei einer Insel wie Curaçao schnell zu einem Blackout führen. Neben zusätzlicher Resilienz gegenüber Windflauten durch PV-Installation sei die Integration von Batteriespeichern daher laut Weber essenziell. Überschüssiger Strom kann damit gespeichert und bei Bedarf wieder ins Netz eingespeist werden. »Für 2040 erwarten wir, dass rund zwei Drittel unseres Stroms aus Wind-, Solar- und Speicheranlagen stammen, wobei die Batterien weniger als ein Prozent liefern und ein Drittel weiter von Dieselgeneratoren kommt. Um einen Anteil von 90 Prozent Ökostrom zu erreichen, ist eine Verdreifachung der Solarkapazitäten sowie eine Vervierzehnfachung der Speicherkapazitäten erforderlich. Dadurch ließe sich der Dieselanteil auf ca. zehn Prozent reduzieren. Allerdings würde auch deutlich mehr überschüssiger Strom anfallen, den wir ungenutzt abschalten müssten.«

Stromdiebstahl erschwert Netzplanung
Die Möglichkeit, Strom zu speichern, ist notwendig, weil Wind und Sonne nicht jederzeit zur Verfügung stehen. Genauso entscheidend ist es, wann der Strom von den Menschen benötigt wird. Auf der Insel ist das primär in den Abendstunden. Neben der Industrie hängt der Stromverbrauch besonders stark von privaten Haushalten und dem Tourismussektor ab. »Für mich überraschend war zudem der hohe Anteil des Stromdiebstahls, der als eigener Sektor im Gesamtstrombedarf des Netzbetreibers Aquaelectra aufgeführt wird«, hebt der Wissenschaftler hervor. Dabei werden Stromzähler manipuliert oder der Strom wird direkt von Leitungen abgezapft. Diese Tatsache sei laut Weber eine Herausforderung, wenn es um die Planung von Stromnetzen geht. Denn die illegalen, nicht eingeplanten Entnahmen führen zu Überlastungen, die das Netz destabilisieren und Ausfälle verursachen. »Das zeigt, wie wichtig es ist, auch gesellschaftliche Aspekte in die Planung einzubeziehen«, schlussfolgert der Experte.

Die Ergebnisse der Inselchallenge wurden den Vertretern Curaçaos präsentiert und sollen in künftige Planungen miteinfließen. »Wir haben ein vielversprechendes Konzept entwickelt, das nicht nur die technische Machbarkeit, sondern auch wirtschaftliche Anreize wie passende Geschäftsmodelle berücksichtigt«, so der Wissenschaftler. Die nächsten Schritte beinhalten die konkrete Ausarbeitung und Überprüfung der vorgeschlagenen Maßnahmen für eine klimaneutrale Stromversorgung. Auch mögliche Anschlussbetrachtungen wie Potenzialanalysen von Wasserstoff oder Biomasse sind in das inselweite Energiekonzept zu integrieren. »Das Thema ist extrem spannend, da es eine direkte Verbindung zu den globalen Bemühungen um Klimaneutralität herstellt«, erklärt Weber. »Natürlich kann man die Erkenntnisse nicht eins zu eins auf Orte in der ganzen Welt übertragen, aber durch die Inselchallenge konnten wir, wenn auch in sehr kleinem Maßstab, die Übertragbarkeit von industriellen Energiekonzepten und deren Skalierbarkeit vortesten.«

Weitere Informationen:
Fraunhofer IGCV Energieversorgung
Quelle:

Fraunhofer IGCV

Push für chemisches Recycling: Borealis kooperiert mit BlueAlp Foto Borealis Group
16.12.2025

Push für chemisches Recycling: Borealis kooperiert mit BlueAlp

  • Borealis ist eine strategische Partnerschaft mit BlueAlp eingegangen, einem führenden Unternehmen im Bereich chemischer Recyclingtechnologie mit Sitz in Eindhoven, Niederlande.
  • Im Rahmen der Vereinbarung wird Borealis seine Mehrheitsbeteiligung an Renasci an BlueAlp übertragen und eine direkte Beteiligung von 10 % an BlueAlp erwerben, um dessen zukünftiges Wachstum und Expansion zu unterstützen.
  • Dieser strategische Schritt spiegelt das wachsende Engagement von Borealis in der Wertschöpfungskette des chemischen Recyclings wider
  • Der Betrieb von Anlagen für chemisches Recycling ist für BlueAlp ein logischer nächster Schritt, der die technologische Innovation beschleunigt und das Lizenzangebot stärkt 

Borealis gab am 16. Dezember 2025 eine strategische Partnerschaft mit BlueAlp bekannt, einem führenden Unternehmen für chemische Recyclingtechnologie mit Sitz in Eindhoven, Niederlande.

  • Borealis ist eine strategische Partnerschaft mit BlueAlp eingegangen, einem führenden Unternehmen im Bereich chemischer Recyclingtechnologie mit Sitz in Eindhoven, Niederlande.
  • Im Rahmen der Vereinbarung wird Borealis seine Mehrheitsbeteiligung an Renasci an BlueAlp übertragen und eine direkte Beteiligung von 10 % an BlueAlp erwerben, um dessen zukünftiges Wachstum und Expansion zu unterstützen.
  • Dieser strategische Schritt spiegelt das wachsende Engagement von Borealis in der Wertschöpfungskette des chemischen Recyclings wider
  • Der Betrieb von Anlagen für chemisches Recycling ist für BlueAlp ein logischer nächster Schritt, der die technologische Innovation beschleunigt und das Lizenzangebot stärkt 

Borealis gab am 16. Dezember 2025 eine strategische Partnerschaft mit BlueAlp bekannt, einem führenden Unternehmen für chemische Recyclingtechnologie mit Sitz in Eindhoven, Niederlande. Im Rahmen der Partnerschaft wird Borealis seine Mehrheitsbeteiligung an Renasci, einem chemischen Recyclingunternehmen mit Sitz in Ostende, Belgien, an BlueAlp übertragen und gleichzeitig einen Anteil von 10 % an BlueAlp erwerben, um dessen zukünftiges Wachstum und Expansion zu unterstützen.
 
Renasci hat die Technologie von BlueAlp lizenziert, um eine 20-kt-p.a.-Anlage zu errichten. Diese wurde in den letzten Jahren von BlueAlp entwickelt, gebaut und während des gesamten Betriebs unterstützt. Der Übergang von der Unterstützung des Betriebs zum direkten Betrieb der Anlage ist ein logischer nächster Schritt in der Entwicklung von BlueAlp. Dies wird die technologische Innovation beschleunigen, eine robuste Plattform für die Produktion hochwertiger kreislauffähiger Rohstoffe schaffen und das Lizenzangebot von BlueAlp weiter stärken.
 
Seit dem Einstieg bei Renasci hat Borealis die Entwicklung des Unternehmens zu einer der wenigen in Betrieb befindlichen chemischen Recyclinganlagen in Europa vorangetrieben. Im Rahmen der Vereinbarung wird BlueAlp die nächste Phase der Entwicklung und Weiterentwicklung von Renasci leiten, während Borealis weiterhin Kundenlösungen auf der Basis chemisch recycelter Rohstoffe entwickelt.
 
„Die direkte Unterstützung von Borealis kommt zu einem entscheidenden Zeitpunkt für die chemische Recyclingindustrie, in der eine rasche Kapazitätserweiterung erforderlich ist, um die Ziele für den Recyclinganteil zu erreichen. Ihre Markterfahrung und Materialkompetenz werden unser Wachstum unterstützen und uns gut positionieren, um mehr Kunststoffabfälle in hochwertige Kreislauf-Rohstoffe umzuwandeln“, sagt Valentijn de Neve, CEO von BlueAlp.
 
Diese Zusammenarbeit hilft den Kund:innen und Partner:innen von Borealis und BlueAlp entlang der gesamten Wertschöpfungskette, sich auf die bevorstehende EU-Verordnung über Verpackungen und Verpackungsabfälle (PPWR) im Jahr 2030 vorzubereiten. Diese wird voraussichtlich die Nachfrage nach recycelten Materialien für kontaktempfindliche Anwendungen wie Lebensmittel- und Kosmetikverpackungen, beispielsweise auf Basis chemisch recycelter Rohstoffe, erhöhen.
 
„Die Vertiefung der Partnerschaft mit BlueAlp kombiniert Vermögenswerte und Technologien und wird den Fortschritt im chemischen Recycling für die Industrie beschleunigen“, sagt Borealis CEO Stefan Doboczky, „Dadurch kann Borealis seinen Kund:innenstamm mit einer immer breiteren Palette an Polymeren auf Basis chemisch recycelter Rohstoffe versorgen. Diese Transaktion steht in vollem Einklang mit der We4Customers-Strategie von Borealis, die Kund:innen dabei unterstützt, ihre Nachhaltigkeitsziele zu erreichen, und gleichzeitig die Innovationskraft und den operativen Fokus der Gruppe stärkt.“
 
Die finanziellen Details der Transaktion werden nicht bekannt gegeben.

Quelle:

Borealis Group

16.12.2025

Fester Zoll für Produkte unter 150 Euro vielversprechender Einstieg zu mehr Fairness im Wettbewerb

Die EU-Staaten haben beschlossen, ab 1. Juli 2026 vorübergehend einen festen Zoll von 3 Euro auf kleine Pakete mit einem Wert von weniger als 150 Euro zu erheben. Birgit Janik, Leiterin für Steuern, Finanzen & Controlling beim bevh, begrüßt das Vorhaben: 
 
„Unsere Branche sieht die Regelung im Zusammenspiel mit der noch kommenden „Handling Fee“, als wichtigen ersten Schritt in Richtung eines Level Playing Fields. Wichtig ist aber, dass das Geld wirklich für die Ertüchtigung des Zolls eingesetzt wird, damit dieser 2028 fit für umfassende Kontrollen ist, wenn die Zollfreigrenze endgültig fällt. Bisher hat der Pauschalzoll nichts mit der Qualität der Produkte zu tun und belastet damit nicht nur die unfairen Händler. Ein Shirt aus einem Drittstaat für 149 Euro, das nachhaltig produziert wurde und alle europäischen Standards erfüllt, wird genauso teurer wie Billigmode, wenn es direkt an einen Endkunden verschickt wird. Hinzu kommt, dass die Regelung nur für Händler gilt, die im System zur einheitlichen Anmeldung und Abfuhr der Umsatzsteuer, kurz IOSS, registriert sind – also diejenigen, die damit schon ihre Bereitschaft zeigen, sich an unsere Regeln zu halten.“

Die EU-Staaten haben beschlossen, ab 1. Juli 2026 vorübergehend einen festen Zoll von 3 Euro auf kleine Pakete mit einem Wert von weniger als 150 Euro zu erheben. Birgit Janik, Leiterin für Steuern, Finanzen & Controlling beim bevh, begrüßt das Vorhaben: 
 
„Unsere Branche sieht die Regelung im Zusammenspiel mit der noch kommenden „Handling Fee“, als wichtigen ersten Schritt in Richtung eines Level Playing Fields. Wichtig ist aber, dass das Geld wirklich für die Ertüchtigung des Zolls eingesetzt wird, damit dieser 2028 fit für umfassende Kontrollen ist, wenn die Zollfreigrenze endgültig fällt. Bisher hat der Pauschalzoll nichts mit der Qualität der Produkte zu tun und belastet damit nicht nur die unfairen Händler. Ein Shirt aus einem Drittstaat für 149 Euro, das nachhaltig produziert wurde und alle europäischen Standards erfüllt, wird genauso teurer wie Billigmode, wenn es direkt an einen Endkunden verschickt wird. Hinzu kommt, dass die Regelung nur für Händler gilt, die im System zur einheitlichen Anmeldung und Abfuhr der Umsatzsteuer, kurz IOSS, registriert sind – also diejenigen, die damit schon ihre Bereitschaft zeigen, sich an unsere Regeln zu halten.“

Quelle:

Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V. bevh