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BB Engineering Texturizing Line Foto BB Engineering GmbH
BB Engineering Texturizing Line
05.03.2026

Entwicklung biobasierter Polyethylen-Fasern für textile Anwendungen

Im Forschungsprojekt bioPEtex arbeitet BB Engineering (BBE) gemeinsam mit anderen Partnern an der Entwicklung von Textilien aus 100 % biobasiertem Polyethylen (PE). Ziel ist es, das in der Chemiefaserindustrie bislang kaum genutzte Polymer nutzbar zu machen. BBE bringt seine Spinnerei- und Texutrierexpertise ein und entwickelt den Texturierprozess auf industriellen Maßstab. Erste vielversprechende Ergebnisse liegen vor und eröffnen der Textilindustrie neue Chancen für nachhaltige und wirtschaftlich attraktive Anwendungen.

Der globale Chemiefasermarkt wird seit Jahren maßgeblich von PET dominiert, einem technisch ausgereiften, vielseitig einsetzbaren und kosteneffizienten Polymer für textile Anwendungen. Trotz seiner Vorteile hinsichtlich Verarbeitbarkeit, Festigkeit und ökonomischer Verfügbarkeit steht PET in der Kritik: Die Abhängigkeit von fossilen Rohstoffen, hohe CO2-Emissionen entlang der Wertschöpfungskette sowie Herausforderungen bei der Kreislaufführung von PET-Produkten lenken den Blick von Forschung und Industrie auf alternative sowohl wirtschaftliche als auch nachhaltige Materialien.

Im Forschungsprojekt bioPEtex arbeitet BB Engineering (BBE) gemeinsam mit anderen Partnern an der Entwicklung von Textilien aus 100 % biobasiertem Polyethylen (PE). Ziel ist es, das in der Chemiefaserindustrie bislang kaum genutzte Polymer nutzbar zu machen. BBE bringt seine Spinnerei- und Texutrierexpertise ein und entwickelt den Texturierprozess auf industriellen Maßstab. Erste vielversprechende Ergebnisse liegen vor und eröffnen der Textilindustrie neue Chancen für nachhaltige und wirtschaftlich attraktive Anwendungen.

Der globale Chemiefasermarkt wird seit Jahren maßgeblich von PET dominiert, einem technisch ausgereiften, vielseitig einsetzbaren und kosteneffizienten Polymer für textile Anwendungen. Trotz seiner Vorteile hinsichtlich Verarbeitbarkeit, Festigkeit und ökonomischer Verfügbarkeit steht PET in der Kritik: Die Abhängigkeit von fossilen Rohstoffen, hohe CO2-Emissionen entlang der Wertschöpfungskette sowie Herausforderungen bei der Kreislaufführung von PET-Produkten lenken den Blick von Forschung und Industrie auf alternative sowohl wirtschaftliche als auch nachhaltige Materialien.

Biopolymere sind hier in dem Zusammenhang ein wichtiges Stichwort. PET lässt sich jedoch nicht zu 100% biobasiert im industriellen Maßstab herstellen. Kleidung, die zu 100% aus sonstigen Biopolymeren besteht, existiert nur in Studien, da diese für den Massenmarkt zu teuer ist. Vor dem Hintergrund untersucht das deutsche Forschungsprojekt bioPEtex ein Polymer, was aufgrund seiner Eigenschaften bislang eher als ungeeignet für die Chemiefaserherstellung angesehen wurde: PE. Denn biobasiertes PE ist günstig in der Beschaffung und umweltfreundlich. Doch ist es für die Textilindustrie überhaupt noch nicht erschlossen. 

BB Engineering (BBE) ist einer der Industriepartner, die zusammen mit der RWTH Aachen das vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt geförderte Projekt umsetzen. Das Ziel des Projekts ist die Entwicklung von Textilien aus 100 % biobasiertem Polyethylen, die sowohl umweltfreundlich als auch wirtschaftlich tragfähig sein sollen. 

BBE ist Anbieter von Spinn-, Texturier- und Recyclinganlagen sowie Extrusions- und Filtrationstechnik und verfügt über umfassendes Know-How in der Herstellung von Kunstfasern und deren Rückführung in den Wertstoffkreislauf. Diese langjährige Expertise bringt das Unternehmen im Projekt bioPEtex ein. Hierbei unterstützt BBE einerseits beratend die Entwicklung des Spinnprozesses. Darüber hinaus übernimmt BBE den entscheidenden Verfahrensschritt der Texturierung, der die spätere textile Performance der entwickelten Fasern maßgeblich beeinflusst. 

„Mit unserer Beteiligung am Projekt bioPEtex wollen wir nicht nur an der Entwicklung nachhaltiger Lösungen mitwirken, sondern auch den wirtschaftlichen Nutzen für unsere Kunden im Fokus haben“, erklärt Dr. Klaus Schäfer, Geschäftsführer von BBE. „Bio-PE-Textilien bieten Unternehmen die Möglichkeit, ihre Produktionskosten zu senken und gleichzeitig neue Marktsegmente zu erschließen.“

Polyethylen und seine Rolle in der Chemiefaserindustrie
Polyethylen zählt global zu den am häufigsten produzierten Polymeren. Besonders beständig, hydrophob, leicht und chemisch stabil findet es neben seinem Haupteinsatzgebiet, der Verpackungsindustrie, auch Anwendung in diversen anderen Bereichen wie z.B. Baustoffen und Konsumgütern. Doch in der textilen Faserproduktion spielt PE bislang kaum eine Rolle. Aus technischer Sicht basiert dies insbesondere auf Verarbeitungsherausforderungen. PE kristallisiert bei niedrigen Temperaturen und bietet folglich ein enges temperaturtechnisches Fenster für Spinnen und Texturieren. Außerdem erschwert die geringe Polarität von PE seine Färbbarkeit.

So findet PE heute ausschließlich als Funktionskomponente in Composites, in Geokunststoffen oder in speziellen Hochleistungsfasern (z. B. UHMWPE) Anwendung – jedoch kaum in klassischen Bekleidungs- oder Heimtextilsegmenten. Dabei eröffnet die Materialstruktur auch interessante Eigenschaften für bestimmte textile Anwendungen:

  • sehr niedrige Dichte führt zu extrem leichten Fasern,
  • ausgezeichnete chemische Beständigkeit,
  • sehr gute Formstabilität und Abriebfestigkeit,
  • potenziell gute Rezyklierbarkeit durch klare Polymerstruktur,
  • wasserabweisend und schnell trocknend bei gleichzeitigühler Haptik.

Das Problem der erschwerten Färbbarkeit ließe sich durch Spinnfärben lösen. 

Damit könnte PE für Anwendungen relevant werden, in denen Leichtbau, Hydrophobie, robuste Performance und Recyclingfähigkeit gefragt sind – etwa in Sporttextilien, Outdoorprodukten, technischen Textilien oder hygienischen Einwegprodukten. 

Biobasiertes PE – Ökonomische und ökologische Potenziale für die Textilindustrie
Im Gegensatz zu PET unterscheidet sich biobasiertes PE chemisch nicht von seiner fossilbasierten Variante: Beide Materialien sind vollständig identisch in Struktur und Eigenschaften. Der Unterschied liegt einzig in der Herkunft der eingesetzten Monomere. Biobasiertes PE wird meist aus fermentiertem Zucker (z.B. aus Zuckerrohr) oder Stärke (z.B. aus Mais) erzeugt. 

Im Vergleich zu fossilem PE weist es eine deutlich bessere CO2-Bilanz auf und eröffnet die Möglichkeit eines vollständig biobasierten textilen Recyclingkreislaufs ohne Qualitätseinbußen. Da der niedrige Schmelzpunkt den Energiebedarf in der Verarbeitung senkt und (Bio-)PE global hoch verfügbar ist, sind die Energie- und Materialkosten potenziell geringer. Die Textilindustrie kann hier von den etablierten Rohstoffströme der Verpackungs- und Kunststoffindustrie profitieren. Darüber hinaus ermöglicht die Einführung von PE-Fasern die Entwicklung neuer, hochspezialisierter Produktsegmente und eröffnet Herstellern zusätzliche Differenzierungsmöglichkeiten durch nachhaltige Materialalternativen. 

BB Engineering entwickelt PE-Texturierprozess 
Bevor PE jedoch im industriellen Maßstab als Werkstoff für die Chemiefaserbranche genutzt werden kann, muss es zunächst systematisch erprobt werden. Daran arbeitet derzeit das Projekt bioPEtex. Innerhalb des Konsortiums übernimmt BBE die Entwicklung und Anpassung der Texturierprozesse. Dieser Schritt ist entscheidend, da erst die Texturierung die späteren haptischen, funktionalen und mechanischen Eigenschaften einer Faser definiert. Die Herausforderung liegt darin, PE unter den neuartigen Prozessbedingungen so zu modifizieren, dass es mit den etablierten textilen Anwendungen kompatibel wird. 

Insgesamt umfasst das Projekt mehrere innovative Schritte:

  1. Materialentwicklung: Herstellung von spinnbaren Bio-PE-Compounds durch die Firma TECNARO, die biobasierte Farbpigmente enthalten.
  2. Prozessoptimierung: Schmelzspinn- und Falschdrahttexturierverfahren, die am Institut für Textiltechnik der RWTH Aachen und bei BBE für die industrielle Nutzung skaliert werden.
  3. Textilproduktion: Der Partner FALKE führt erste Strickversuche durch, um die Garne in Form von Demonstrator-T-Shirts zu validieren.

Die bisherigen Ergebnisse zeigen vielversprechende Fortschritte: Die Bio-PE-Garne weisen geeignete mechanische Eigenschaften auf und bieten ein angenehmes Tragegefühl mit kühlendem Effekt, der z.B. bei Sportkleidung gewünscht ist. Gleichzeitig wird ein Design-for-Recycling-Ansatz verfolgt, um die Textilien am Ende ihres Lebenszyklus effizient wiederzuverwerten. Ein besonderer Meilenstein im Projekt ist die erfolgreiche Herstellung eines ersten weißen T-Shirts – eine erste Grundlage, um die Marktfähigkeit zu prüfen. Weitere Entwicklungsschritte und Optimierungen sind hier noch erforderlich.

„Die bisherigen Resultate stimmen uns sehr positiv. Sie zeigen, dass PE eine reale Chance in der textilen Wertschöpfung hat und in spezifischen Anwendungen deutliche ökonomische und ökologische Vorteile für die Industrie haben kann. Wir freuen uns an diesem wegbereitenden Projekt beteiligt zu sein. Es ist unser Anspruch, unseren Kunden zukunftsfähige und profitable Innovationen bereitzustellen.“ so Dr. Klaus Schäfer. 

vlnr: Tom Busse, Prof. Anna Koch, Dr. Annette Paetz gen. Schieck (Leiterin des Deutschen Textilmuseums), Felix Krämer, Carina Ortiz Copyright: Deutsches Textilmuseum Krefeld
vlnr: Tom Busse, Prof. Anna Koch, Dr. Annette Paetz gen. Schieck (Leiterin des Deutschen Textilmuseums), Felix Krämer, Carina Ortiz
04.03.2026

„Sehnsucht Wald“ im Deutschen Textilmuseum in Krefeld

Inspiration für textiles Design findet sich überall: in Strukturen, Farben und Materialien unserer Umwelt. Für Studierende des Fachbereichs Textil- und Bekleidungstechnik der Hochschule Niederrhein wurde der Wald zur Quelle kreativer Auseinandersetzung. Die daraus entstandenen Arbeiten sind ab dem 1. März Teil der Ausstellung „Sehnsucht Wald“ im Deutsches Textilmuseum in Krefeld. 
 
Die Zusammenarbeit entstand auf Einladung des Deutschen Textilmuseums und bot den Studierenden neben einem fachlichen Austausch auch die Möglichkeit, ihre Arbeiten der Öffentlichkeit zu präsentieren. Im Kurs „Entwurfsanalyse Textil“ von Anna Koch, Professorin für Textildesign, setzten sich die Studierenden im vergangenen Wintersemester mit dem Wald als komplexen Lebensraum auseinander. Insgesamt acht Objekte von Studierenden sind im Museum zu sehen. 
 
„Die Inspirationsquellen der Studierenden sind so vielfältig wie der Wald selbst“, sagt Professorin Anna Koch. „Sie erkunden Wurzelsysteme und Waldböden, greifen die Formen von Pilzen und Insekten auf und setzen sich auch mit der Beziehung zwischen Mensch und Natur auseinander.“ 
 

Inspiration für textiles Design findet sich überall: in Strukturen, Farben und Materialien unserer Umwelt. Für Studierende des Fachbereichs Textil- und Bekleidungstechnik der Hochschule Niederrhein wurde der Wald zur Quelle kreativer Auseinandersetzung. Die daraus entstandenen Arbeiten sind ab dem 1. März Teil der Ausstellung „Sehnsucht Wald“ im Deutsches Textilmuseum in Krefeld. 
 
Die Zusammenarbeit entstand auf Einladung des Deutschen Textilmuseums und bot den Studierenden neben einem fachlichen Austausch auch die Möglichkeit, ihre Arbeiten der Öffentlichkeit zu präsentieren. Im Kurs „Entwurfsanalyse Textil“ von Anna Koch, Professorin für Textildesign, setzten sich die Studierenden im vergangenen Wintersemester mit dem Wald als komplexen Lebensraum auseinander. Insgesamt acht Objekte von Studierenden sind im Museum zu sehen. 
 
„Die Inspirationsquellen der Studierenden sind so vielfältig wie der Wald selbst“, sagt Professorin Anna Koch. „Sie erkunden Wurzelsysteme und Waldböden, greifen die Formen von Pilzen und Insekten auf und setzen sich auch mit der Beziehung zwischen Mensch und Natur auseinander.“ 
 
Die Studierenden entwarfen ganz unterschiedliche Ausstellungsstücke wie Teppiche, Polstermöbel oder textile Installationen. Die entstandenen Objekte verbinden ästhetische Gestaltung mit einer inhaltlichen Reflexion über die ökologische Bedeutung und Verletzlichkeit natürlicher Lebensräume. 
 
Entwickelt wurden die Arbeiten von den Studierenden in den modern ausgestatteten Laboren und Werkstätten am Standort Mönchengladbach der Hochschule. Mit Techniken wie Weben, Tuften, Drucken und experimentellen künstlerischen Verfahren setzten die Studierenden ihre Ideen in textile Objekte um. Das Ergebnis ist eine vielfältige Präsentation, die sowohl die gestalterische Kreativität als auch die technischen Kompetenzen der angehenden Textildesignerinnen und -designer sichtbar macht. Die Ausstellungsstücke reflektieren die beeindruckende Schönheit und die Artenvielfalt der Wälder sowie die unermüdliche Arbeit der Insekten, die einen bedeutenden Teil des Ökosystems ausmachen. 
 
Die Ausstellung Sehnsucht Wald ist vom 1. März bis 27. Dezember 2026 im Deutschen Textilmuseum, Andreasmarkt 8, 47809 Krefeld zu sehen. Neben den Arbeiten der Studierenden sind Werke aus Deutschland, Polen, der Slowakei, Spanien und der Ukraine zu sehen. 

Von Sumatrix hergestellte bakterielle Zellulosefolie. Foto: Sumatrix Biotech (CC BY-NC 4.0)
Von Sumatrix hergestellte bakterielle Zellulosefolie.
24.02.2026

Vegane und kreislauffähige Lederalternativen aus biotechnologisch gewonnener Zellulose

Fabulose ist der Name eines von der EU finanzierten Projekts, das von den Deutschen Instituten für Textil- und Faserforschung (DITF) koordiniert wird. Das Konsortium besteht aus führenden Forschungsinstituten, Biotech-Innovatoren und Industrieakteuren. Ziel ist es, leistungsstarke, biobasierte und recycelbare lederähnliche Stoffe herzustellen. Dabei werden effiziente biotechnologische Produktionsverfahren für bakterielle Zellulose, Cyanophycin und bakterielle Pigmente eingesetzt.

Derzeitige Lederalternativen werden entweder aus erdölbasierten Kunststoffen hergestellt, die nicht recycelbar sind, oder sie sind zumindest teilweise biobasiert, aber schwer zu skalieren und zu recyceln.

Deshalb zielt das vom Circular Bio-based Europe Joint Undertaking (CBE JU) unterstützte Projekt darauf ab, tierische Materialien zum Beispiel in der Automobil-, Mode- oder Polstermöbelbranche durch nachhaltige Alternativen zu ersetzten.

Fabulose ist der Name eines von der EU finanzierten Projekts, das von den Deutschen Instituten für Textil- und Faserforschung (DITF) koordiniert wird. Das Konsortium besteht aus führenden Forschungsinstituten, Biotech-Innovatoren und Industrieakteuren. Ziel ist es, leistungsstarke, biobasierte und recycelbare lederähnliche Stoffe herzustellen. Dabei werden effiziente biotechnologische Produktionsverfahren für bakterielle Zellulose, Cyanophycin und bakterielle Pigmente eingesetzt.

Derzeitige Lederalternativen werden entweder aus erdölbasierten Kunststoffen hergestellt, die nicht recycelbar sind, oder sie sind zumindest teilweise biobasiert, aber schwer zu skalieren und zu recyceln.

Deshalb zielt das vom Circular Bio-based Europe Joint Undertaking (CBE JU) unterstützte Projekt darauf ab, tierische Materialien zum Beispiel in der Automobil-, Mode- oder Polstermöbelbranche durch nachhaltige Alternativen zu ersetzten.

Mit dem Einsatz fortschrittlicher Fermentationstechniken, Abfallströme als Rohstoffe und KI-gesteuerte Prozessoptimierung wird Fabulose effizient bakterielle Zellulose, Cyanophycin und bakterielle Pigmente produzieren und dabei die Umweltbelastung minimieren. Die biobasierten Materialien werden in einer Beschichtungsformulierung kombiniert, die die Haltbarkeit und Ästhetik von traditionellem Leder nachahmt. Die HighPerCell®-Technologie der DITF ermöglicht das erneute Verspinnen von bakterieller Zellulose zu Filamenten, die zu recycelten Textilträgern verarbeitet werden, die eine hohe Zugfestigkeit bieten und keine giftigen Stoffe beinhalten.

Statt einzelne Partien (Batches) zu bearbeiten, ermöglicht die Technologie zudem einen Rolle-zu-Rolle-Produktionsprozess, der die zukünftige Skalierung zu einer kostengünstigen Massenproduktion vereinfacht.

Um optimale Materialeigenschaften zu bestimmen, wurden im Projekt die Marktanforderungen erhoben. Ökodesign- und Safe-by-Design-Prinzipien bewerten potenzielle Risiken und stellen sicher, dass Sicherheits- und Nachhaltigkeitsziele erfüllt werden. Ein Digital-Twin-Framework wird wichtige Prozessparameter für die Optimierung und Überwachung der Materialleistung umfassen.

Zusammenfassung der wichtigsten Projektinnovationen:

  • Verwendung von Fermentationsprodukten zur schnellen und kostengünstigen Herstellung von Rohmaterialien
  • Kultivierung von Mikroorganismen auf Abfallstoffen und CO₂ zur Senkung der Produktionskosten und Verringerung der Umweltbelastung
  • Recycling von bakterieller Zellulose zu Filamenten mittels Spinnverfahren zur Herstellung von Textilien mit gleichbleibender und hochwertiger Qualität.
  • Entwicklung von Produktionsprozessen für Cyanophycin zur Herstellung strapazierfähiger Beschichtungen und Veredelungen.
  • Entwicklung eines Rolle-zu-Rolle-Produktionsprozesses zur Vereinfachung der zukünftigen Skalierung.

Projektpartner
Das Fabulose-Projekt hat eine Laufzeit von 3,5 Jahren und ein Budget von ca. 3,5 Millionen Euro.

Das Konsortium umfasst zehn Partner aus sechs europäischen Ländern, die die gesamte Wertschöpfungskette von der Forschung bis zur praktischen Anwendung abdecken:

Deutsche Institute für Textil- und Faserforschung Denkendorf (DITF) (Deutschland), Next Technology Tecnotessile Societa Nazionale (Italien), Universität Maribor (Slowenien), Sumatrix Biotech (Türkei), VTL GmbH (Österreich), Novis GmbH (Deutschland), Melina Bucher (Deutschland), Benecke-Kaliko GmbH (Deutschland), Konrad Hornschuch GmbH (Deutschland), Universität Aveiro (Portugal) und Steinbeis 2i GmbH (Deutschland).

Foto congerdesign, Pixabay
17.02.2026

TU Berlin koordiniert EU-Projekt mit Gesamtbudget von mehr als vier Millionen Euro

Heimtextilien und Schuhe in der Europäischen Union sollen nachhaltiger werden – das ist das Ziel eines neuen Forschungsprojekts am Fachgebiet Innovationsökonomie an der TU Berlin. Das Projekt mit dem Namen STEPH (STrengthening Ecodesign pathways with performance assessment Parameters for Home textiles and footwear) im Rahmen des EU-Programms „Horizon Europe“ hat ein Gesamtbudget von vier Millionen Euro über drei Jahre und bringt 15 Partner*innen aus ganz Europa zusammen, darunter Universitäten, Forschungsinstitute, Industrieverbände, Hersteller, Normungsgremien, Behörden und zivilgesellschaftliche Organisationen. 

Koordiniert wird es von der TU Berlin, auf die über 500.000 Euro an Fördermitteln entfallen. STEPH will vor allem die Umsetzung der EU-Verordnung über die umweltgerechte Gestaltung nachhaltiger Produkte (ESPR) unterstützen. Zusätzlich dazu ist das Fachgebiet Innovationsökonomie auch am neu bewilligten Horizon-Europe-Projekt CIRCONOMY beteiligt, das Kommunen, Unternehmen und Haushalten helfen will, allgemein die Leistungen der Kreislaufwirtschaft besser zu verstehen und zu messen. Hierfür erhält die TU Berlin  in den kommenden drei Jahren rund 400.000 Euro.

Heimtextilien und Schuhe in der Europäischen Union sollen nachhaltiger werden – das ist das Ziel eines neuen Forschungsprojekts am Fachgebiet Innovationsökonomie an der TU Berlin. Das Projekt mit dem Namen STEPH (STrengthening Ecodesign pathways with performance assessment Parameters for Home textiles and footwear) im Rahmen des EU-Programms „Horizon Europe“ hat ein Gesamtbudget von vier Millionen Euro über drei Jahre und bringt 15 Partner*innen aus ganz Europa zusammen, darunter Universitäten, Forschungsinstitute, Industrieverbände, Hersteller, Normungsgremien, Behörden und zivilgesellschaftliche Organisationen. 

Koordiniert wird es von der TU Berlin, auf die über 500.000 Euro an Fördermitteln entfallen. STEPH will vor allem die Umsetzung der EU-Verordnung über die umweltgerechte Gestaltung nachhaltiger Produkte (ESPR) unterstützen. Zusätzlich dazu ist das Fachgebiet Innovationsökonomie auch am neu bewilligten Horizon-Europe-Projekt CIRCONOMY beteiligt, das Kommunen, Unternehmen und Haushalten helfen will, allgemein die Leistungen der Kreislaufwirtschaft besser zu verstehen und zu messen. Hierfür erhält die TU Berlin  in den kommenden drei Jahren rund 400.000 Euro.

Die Verordnung über die umweltgerechte Gestaltung nachhaltiger Produkte (ESPR), die am 18. Juli 2024 in Kraft getreten ist, ist die Grundlage für die Europäische Kommission, um verbindliche Regeln für umweltverträglichere und kreislauffähige Produkte zu schaffen. Für einzelne Produktgruppen werden dabei schrittweise spezifische Regulatorien eingeführt, darunter auch ein Digitaler Produktpass. „Die Umsetzung der ESPR steht vor großen Herausforderungen. Den Verbrauchern fehlen klare Informationen zur Nachhaltigkeit, die Hersteller sind sich über die Vorschriften unsicher, und die Behörden benötigen bessere Instrumente, um die Nachhaltigkeit von Produkten zu überprüfen“, erklärt Dr. Luana Ladu, die das Projekt STEPH eingeworben hat und für die Gesamtkoordination verantwortlich ist. „Um diese Probleme zu lösen, brauchen wir zuverlässige Daten, einfache und einheitlichere Bewertungsmethoden sowie eine enge Zusammenarbeit zwischen allen an der Umsetzung der ESPR beteiligten Akteuren. STEPH wird dazu beitragen, diese Lücken zu schließen und die nächsten Schritte der ESPR für alle leichter umsetzbar zu machen.“

STEPH beschäftigt sich mit der Nachhaltigkeit von Heimtextilien und Schuhen
STEPH konzentriert sich dabei speziell auf Heimtextilien (wie Bettwäsche, Handtücher und Vorhänge) und Schuhe – zwei Produktgruppen, die eine wichtige Rolle im täglichen Leben der Menschen spielen und einen erheblichen ökologischen Fußabdruck haben, aber noch nicht vollständig von den kommenden EU-Ökodesign-Vorschriften abgedeckt sind. Das Ziel ist es, Produkte so zu gestalten, dass ihre Umweltauswirkungen während ihres gesamten Lebenszyklus reduziert werden – von den Rohstoffen über die Herstellung bis hin zu Verwendung, Wiederverwendung und Recycling.

Spezifische Probleme bei den Produkten werden angegangen
Die Probleme liegen dabei im Detail: Bei Heimtextilien zum Beispiel führen Waschen, Verschmutzung, UV-Strahlung und Kontakt mit chloriertem Wasser zu komplexen Belastungen, die noch nicht völlig verstanden sind. Veredelungsbehandlungen, Mischfasern und Verunreinigungen erschweren zudem das Recycling. Die Prüfung der Kreislaufwirtschaftsfähigkeit von Schuhen erfolgt nach wie vor weitgehend im Labor, wobei reale Bedingungen wie Abnutzung, Biegung, Umwelteinflüsse oder Nutzerverhalten nur begrenzt berücksichtigt werden. Gerade die Materialkomplexität von Schuhen, die meist aus mehreren Materialien und mit geklebten Konstruktionen aufgebaut sind, erschwert das Recycling zusätzlich.

20 Ökodesign-Parameter und zehn Testmethoden
Im Mittelpunkt von STEPH steht die Entwicklung und Erprobung klarer, messbarer Nachhaltigkeitsparameter, mit denen bewertet werden kann, wie „kreislauffähig” und umweltfreundlich die Produkte sind. Mindestens 20 Ökodesign-Parameter und zehn Testmethoden sollen entwickelt und validiert werden. Mehr als 800 Unternehmen, zehn Marktüberwachungsbehörden und rund 3.000 Stakeholder werden durch Konsultationen, Workshops und Schulungsmaßnahmen einbezogen. Unter den 15 Projektpartner*innen sind unter anderem der Hersteller Deichmann, der spanische Textilindustrieverband TEXFOR, die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), das Deutsche Institut für Normung (DIN), die italienische Agentur zur Förderung der europäischen Forschung (APRE), das schwedische Forschungszentrum RISE, das Zertifizierungsunternehmen RINA-C sowie die Nichtregierungsorganisation ECOS. Am Projektende von STEPH werde es klare Regeln, Testmethoden und benutzerfreundliche digitale Lösungen geben, die es Unternehmen erleichtern, nachhaltigere Heimtextilien und Schuhe zu entwerfen. 

Beteiligung am EU-Projekt CIRCONOMY als Ergänzung zu STEPH
Neben STEPH ist der Lehrstuhl für Innovationsökonomie auch Partner des neu bewilligten Horizon Europe-Projekts CIRCONOMY (Unlocking the potential of circularity with smart indicators), das von der italienischen Online-Universität Unitelma Sapienza koordiniert wird. Der Schwerpunkt des Projekts liegt auf der Entwicklung einfacher, praktischer Indikatoren und digitaler Tools, die Kommunen, Unternehmen und Haushalten helfen, die Leistung der Kreislaufwirtschaft besser zu verstehen und zu messen. Während sich STEPH auf die Nachhaltigkeit auf Produktebene in bestimmten Sektoren konzentriert, ergänzt CIRCONOMY diese Arbeit, indem es eine bessere Entscheidungsfindung und Verhaltensänderungen in der gesamten Gesellschaft ermöglicht.