Aus der Branche

Zurücksetzen
198 Ergebnisse
Grafik Europäischer Rechnungshof
14.01.2026

Europäischer Rechnungshof: Nachfrage- und Angebotshemmnisse für Recyclingindustrie abbauen

Viele EU-Länder haben Schwierigkeiten, die Zielvorgaben für die Wiederverwendung und das Recycling von Siedlungsabfällen zu erfüllen. Dies geht aus dem Sonderbericht 23/2025 des Europäischen Rechnungshofs hervor.

Der Europäische Rechnungshof macht deutlich, dass zahlreiche Mitgliedstaaten die EU-Ziele für Wiederverwendung und Recycling von Siedlungsabfällen verfehlen. Zu viel Abfall wird weiterhin deponiert – nicht zuletzt wegen unzureichender Abfallbewirtschaftungspläne, geringer Getrennterfassung und großer Unterschiede bei Deponiegebühren innerhalb der EU. Diese Fehlsteuerung wirkt direkt auf die Recyclingwirtschaft zurück: Wo Abfall billig deponiert oder exportiert werden kann, fehlt dem Recycling die wirtschaftliche Grundlage.

Diese wirtschaftliche Schieflage spiegelt wider, was der Europäische Rechnungshof für die gesamte EU feststellt: Der Recyclingmarkt leidet unter strukturellen und finanziellen Defiziten. Hohe Energiekosten, volatile Neuwarepreise und eine schwache Nachfrage nach Rezyklaten treffen auf Gebühren- und Finanzierungssysteme, die die tatsächlichen Kosten der Abfallbewirtschaftung häufig nicht abdecken.

Viele EU-Länder haben Schwierigkeiten, die Zielvorgaben für die Wiederverwendung und das Recycling von Siedlungsabfällen zu erfüllen. Dies geht aus dem Sonderbericht 23/2025 des Europäischen Rechnungshofs hervor.

Der Europäische Rechnungshof macht deutlich, dass zahlreiche Mitgliedstaaten die EU-Ziele für Wiederverwendung und Recycling von Siedlungsabfällen verfehlen. Zu viel Abfall wird weiterhin deponiert – nicht zuletzt wegen unzureichender Abfallbewirtschaftungspläne, geringer Getrennterfassung und großer Unterschiede bei Deponiegebühren innerhalb der EU. Diese Fehlsteuerung wirkt direkt auf die Recyclingwirtschaft zurück: Wo Abfall billig deponiert oder exportiert werden kann, fehlt dem Recycling die wirtschaftliche Grundlage.

Diese wirtschaftliche Schieflage spiegelt wider, was der Europäische Rechnungshof für die gesamte EU feststellt: Der Recyclingmarkt leidet unter strukturellen und finanziellen Defiziten. Hohe Energiekosten, volatile Neuwarepreise und eine schwache Nachfrage nach Rezyklaten treffen auf Gebühren- und Finanzierungssysteme, die die tatsächlichen Kosten der Abfallbewirtschaftung häufig nicht abdecken.

Ziel der EU-Abfallpolitik ist der Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft. In Bezug auf Siedlungsabfälle gelangte der Europäische Rechnungshof zu dem Schluss, dass die EU die rechtlichen Anforderungen verschärft hat. Sie legte Ziele für die Vorbereitung zur Wiederverwendung und das Recycling sowie für die Begrenzung der Deponierung fest. Viele Mitgliedstaaten haben jedoch mit finanziellen Engpässen, Planungsschwächen und Problemen bei der Umsetzung ihrer Abfallbewirtschaftungspläne, einschließlich des Baus neuer Infrastrukturen, zu kämpfen.

Besonders kritisch bewerten die Prüfer die Tragfähigkeit der Recyclingindustrie. Ohne ausreichende und wirtschaftlich stabile Recyclingkapazitäten sind die Zielvorgaben nicht erreichbar. In mehreren Mitgliedstaaten gibt es jedoch nur wenige Anlagen, oder sie stehen – vor allem im Kunststoffrecycling – vor der Schließung. Als Ursachen nennt der Rechnungshof steigende Kosten, mangelnde Nachfrage nach Recyclingprodukten sowie den Import billiger Kunststoffe aus Nicht-EU-Ländern. Diese Faktoren decken sich mit den Erfahrungen der mittelständischen Recycler in Deutschland und Europa.

"Für den Mittelstand im Recycling entscheidet sich die Zukunft nicht an neuen Zielvorgaben, sondern an funktionierenden Marktbedingungen", erklärt bvse-Hauptgeschäftsführer Eric Rehbock. Nicht ohne Grund fordert der Europäische Rechnungshof deshalb, das Geschäftsmodell der Recyclingindustrie systematisch zu analysieren und Nachfrage- wie Angebotshemmnisse im Binnenmarkt abzubauen. "Bleiben kurzfristig wirksame wirtschaftliche Maßnahmen aus, drohen weitere Anlagenschließungen. Damit würde Europa nicht nur seine Recyclingziele verfehlen, sondern auch die industrielle Basis der Kreislaufwirtschaft dauerhaft beschädigen", warnt der bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung.

Hinzu kommt, dass EU-geförderte Abfallprojekte vielfach unter Verzögerungen und Kostenüberschreitungen leiden. Öffentliche Mittel sind begrenzt, während wirksame Anreizsysteme – etwa mengen- oder gewichtsabhängige Abfallgebühren, Pfandlösungen oder höhere Deponieabgaben – nur zögerlich umgesetzt werden. Der Rechnungshof weist zu Recht darauf hin, dass ohne eine stärkere Lenkungswirkung auf Bürger und Wirtschaft die Menge an getrennt erfassten Wertstoffen zu gering bleibt.

13.01.2026

HDE: Verbraucherstimmung im Januar leicht verbessert - Kaufzurückhaltung bleibt

Nachdem die Verbraucherstimmung im Dezember 2025 das Jahr mit dem tiefsten Stand seit einem Jahr beendet hat, beginnt das neue Jahr 2026 mit einer leichten Stimmungsaufhellung. Das zeigt das aktuelle Konsumbarometer des Handelsverbandes Deutschland (HDE). Demnach klettert der Index im Januar etwas. Die Stimmung der Verbraucherinnen und Verbraucher ist damit besser als vor einem Jahr. Die Kaufzurückhaltung bleibt jedoch bestehen.

Im Anschluss an das Weihnachtsgeschäft überwiegt zu Jahresbeginn die Kaufzurückhaltung bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern. Ihre Anschaffungsneigung sinkt im Vergleich zum Vormonat, gleichzeitig steigt ihre Sparneigung. Es zeigt sich somit eine Verlagerung vom Konsumieren hin zum Sparen. In den kommenden Wochen scheinen die Verbraucher ein Finanzpolster aufbauen zu wollen, sodass kein größeres Wachstum beim privaten Konsum zu erwarten ist. Ablegen werden die Verbraucherinnen und Verbraucher ihre Zurückhaltung voraussichtlich erst, wenn sich die konjunkturellen Rahmenbedingungen deutlich verbessern.

Nachdem die Verbraucherstimmung im Dezember 2025 das Jahr mit dem tiefsten Stand seit einem Jahr beendet hat, beginnt das neue Jahr 2026 mit einer leichten Stimmungsaufhellung. Das zeigt das aktuelle Konsumbarometer des Handelsverbandes Deutschland (HDE). Demnach klettert der Index im Januar etwas. Die Stimmung der Verbraucherinnen und Verbraucher ist damit besser als vor einem Jahr. Die Kaufzurückhaltung bleibt jedoch bestehen.

Im Anschluss an das Weihnachtsgeschäft überwiegt zu Jahresbeginn die Kaufzurückhaltung bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern. Ihre Anschaffungsneigung sinkt im Vergleich zum Vormonat, gleichzeitig steigt ihre Sparneigung. Es zeigt sich somit eine Verlagerung vom Konsumieren hin zum Sparen. In den kommenden Wochen scheinen die Verbraucher ein Finanzpolster aufbauen zu wollen, sodass kein größeres Wachstum beim privaten Konsum zu erwarten ist. Ablegen werden die Verbraucherinnen und Verbraucher ihre Zurückhaltung voraussichtlich erst, wenn sich die konjunkturellen Rahmenbedingungen deutlich verbessern.

Hoffnung macht daher, dass die Verbraucher etwas optimistischer auf die kommende Konjunkturentwicklung blicken. Ihre Konjunkturerwartungen hellen sich im Vergleich zum Vormonat auf und fallen sogar besser aus als vor einem Jahr. Positiv schauen die Verbraucherinnen und Verbraucher auch auf die weitere Entwicklung der eigenen Einkommenssituation. In finanzieller Hinsicht starten sie positiv in das neue Jahr.

Das Jahr 2026 ist mit der Hoffnung auf einen wirtschaftlichen Aufschwung verbunden. Das zeigt sich auch in der Entwicklung der Verbraucherstimmung in Deutschland. Die Verbraucherinnen und Verbraucher sind insgesamt optimistischer als vor einem Jahr. Noch bestehen allerdings große Unsicherheiten, die zu einer anhaltenden Kaufzurückhaltung führen können. Daher ist die Bundesregierung gefragt, ihre politischen Vorhaben umzusetzen und für nachhaltiges Wachstum zu sorgen. Das ist die Voraussetzung für eine Erholung des privaten Konsums.

Das jeweils am ersten Montag eines Monats erscheinende HDE-Konsumbarometer basiert auf einer monatlichen Umfrage unter 1.600 Personen zur Anschaffungsneigung, Sparneigung, finanziellen Situation und zu anderen konsumrelevanten Faktoren. Das Konsumbarometer, das vom Handelsblatt Research Institute (HRI) im Auftrag des HDE erstellt wird, hat eine Indikatorfunktion für den privaten Konsum. Es bildet nicht das aktuelle Verbraucherverhalten ab, sondern die erwartete Stimmung in den kommenden drei Monaten.

12.01.2026

AVK-Innovationspreis 2026: Einreichungen jetzt möglich

Die AVK – Industrievereinigung Verstärkte Kunststoffe e. V. ruft zur Bewerbung für den AVK-Innovationspreis 2026 auf. Gesucht werden herausragende Innovationen aus dem Bereich Faserverstärkte Kunststoffe (FVK) / Composites in folgenden Kategorien:

  • Innovative Produkte/Bauteile bzw. Anwendungen
  • Innovative Prozesse bzw. Verfahren
  • Forschung und Wissenschaft 

Ziel des AVK-Innovationspreises ist es, zukunftsweisende Produkte, Bauteile und Anwendungen aus FVK ebenso zu fördern wie innovative Herstellungsverfahren und Prozesse. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Auszeichnung exzellenter wissenschaftlicher Arbeiten aus Universitäten, Hochschulen und Forschungsinstituten.

In allen Kategorien spielt das Thema Nachhaltigkeit eine zentrale Rolle. Prämiert werden nicht nur die Innovationen selbst, sondern auch die dahinterstehenden Unternehmen und Institutionen. Damit möchte die AVK die Leistungsfähigkeit, Innovationskraft und Zukunftsfähigkeit der gesamten Composites-Industrie sichtbar machen.

Die Bewertung der Einreichungen erfolgt durch eine Jury aus ausgewiesenen Expertinnen und Experten der Composites-Branche.

Die AVK – Industrievereinigung Verstärkte Kunststoffe e. V. ruft zur Bewerbung für den AVK-Innovationspreis 2026 auf. Gesucht werden herausragende Innovationen aus dem Bereich Faserverstärkte Kunststoffe (FVK) / Composites in folgenden Kategorien:

  • Innovative Produkte/Bauteile bzw. Anwendungen
  • Innovative Prozesse bzw. Verfahren
  • Forschung und Wissenschaft 

Ziel des AVK-Innovationspreises ist es, zukunftsweisende Produkte, Bauteile und Anwendungen aus FVK ebenso zu fördern wie innovative Herstellungsverfahren und Prozesse. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Auszeichnung exzellenter wissenschaftlicher Arbeiten aus Universitäten, Hochschulen und Forschungsinstituten.

In allen Kategorien spielt das Thema Nachhaltigkeit eine zentrale Rolle. Prämiert werden nicht nur die Innovationen selbst, sondern auch die dahinterstehenden Unternehmen und Institutionen. Damit möchte die AVK die Leistungsfähigkeit, Innovationskraft und Zukunftsfähigkeit der gesamten Composites-Industrie sichtbar machen.

Die Bewertung der Einreichungen erfolgt durch eine Jury aus ausgewiesenen Expertinnen und Experten der Composites-Branche.

Der Einsendeschluss für die Bewerbungsunterlagen ist der 27. März 2026. Angaben und Bewertungskriterien online

Die Preisverleihung findet am 20. Oktober 2026 im Rahmen des JEC Forum DACH in Köln (20.-21.10.2026) statt.

Quelle:

AVK - Industrievereinigung Verstärkte Kunststoffe e. V.

Wechsel im Vorsitz des FTR: Marwin Gedenk übernimmt kommissarisch, Vorsitz des FTR, . v.l.n.r. bvse-Hauptgeschäftsführer Eric Rehbock, Marwin Gedenk, Fachreferent Thomas Fischer Foto bvse-Fachverband Textilrecycling
Wechsel im Vorsitz des FTR: Marwin Gedenk übernimmt kommissarisch, Vorsitz des FTR, . v.l.n.r. bvse-Hauptgeschäftsführer Eric Rehbock, Marwin Gedenk, Fachreferent Thomas Fischer
12.01.2026

bvse-Fachverband Textilrecycling: Wechsel im Vorstand

Der bvse-Fachverband Textilrecycling vollzieht einen Wechsel an seiner Spitze: Marwin Gedenk übernimmt kommissarisch den Vorsitz von Stefan Voigt, der nach fünf Jahren aus beruflichen Gründen vom Amt des Fachverbandsvorsitzenden zurücktritt.
bvse-Hauptgeschäftsführer Eric Rehbock dankte Stefan Voigt in einer Sitzung am 8. Januar ausdrücklich für sein außerordentliches Engagement in einer der herausforderndsten Phasen der Alttextilbranche. Unter seiner Führung habe der Fachverband fortlaufend und mit Nachdruck auf die dramatische Lage der überwiegend privatwirtschaftlich organisierten Alttextilsammlung und -sortierung aufmerksam gemacht.

Insolvenzen, massive Erlösrückgänge sowie strukturelle Risiken bedrohen die Stabilität des Systems, das „angeschlagen und vom Zusammenbruch bedroht“ sei. Auch die Einführung der EU-Textil-EPR berge Übergangsrisiken. Ohne Brückenfinanzierungen könnten etablierte Sammelstrukturen kollabieren, fasste er die Situation der Branche zusammen.

Der bvse-Fachverband Textilrecycling vollzieht einen Wechsel an seiner Spitze: Marwin Gedenk übernimmt kommissarisch den Vorsitz von Stefan Voigt, der nach fünf Jahren aus beruflichen Gründen vom Amt des Fachverbandsvorsitzenden zurücktritt.
bvse-Hauptgeschäftsführer Eric Rehbock dankte Stefan Voigt in einer Sitzung am 8. Januar ausdrücklich für sein außerordentliches Engagement in einer der herausforderndsten Phasen der Alttextilbranche. Unter seiner Führung habe der Fachverband fortlaufend und mit Nachdruck auf die dramatische Lage der überwiegend privatwirtschaftlich organisierten Alttextilsammlung und -sortierung aufmerksam gemacht.

Insolvenzen, massive Erlösrückgänge sowie strukturelle Risiken bedrohen die Stabilität des Systems, das „angeschlagen und vom Zusammenbruch bedroht“ sei. Auch die Einführung der EU-Textil-EPR berge Übergangsrisiken. Ohne Brückenfinanzierungen könnten etablierte Sammelstrukturen kollabieren, fasste er die Situation der Branche zusammen.

„In dieser Situation hat Stefan Voigt mit dem gesamten Fachverbandsvorstand maßgeblich dazu beigetragen, dass die Alttextilbranche als unverzichtbarer Teil der Kreislaufwirtschaft wahrgenommen und adressiert wird“, betonte Rehbock.

Stefan Voigt bestätigte: „In den vergangenen fünf Jahren hat der Vorstand unter schwierigen Bedingungen viel erreicht.“ Gemeinsam mit Rehbock zeigte er sich erfreut über die Bereitschaft von Marwin Gedenk, den Vorsitz bis zur nächsten Wahl kommissarisch zu übernehmen.

„Mit Marwin Gedenk übernimmt ein kompetenter und engagierter Spezialist den Vorsitz, der sich auch künftig mit allen Vorstandsmitgliedern und der bvse-Geschäftsstelle dafür einsetzt, dass Qualität, Transparenz und Sachlichkeit den Diskurs prägen – in der Branche ebenso wie gegenüber Behörden und politischen Entscheidungsträgern. Die privatwirtschaftlich organisierten Alttextilsammler und -sortierer in Deutschland behalten damit eine starke und verlässliche Stimme – national wie europäisch“, betonten Rehbock und Voigt.

Fokus: Stabilisierung, Zukunftssicherung und starke Interessenvertretung
Zum Amtsantritt betonte Marwin Gedenk die strategische Bedeutung der kommenden Monate: „Die kommenden Monate sind entscheidend für die Zukunft der Alttextilbranche. Wir müssen die politischen Rahmenbedingungen aktiv mitgestalten, die Finanzierungslücken bis zur Einführung der EPR schließen und gleichzeitig die Chancen nutzen, die sich aus der wachsenden Bedeutung von Kreislaufwirtschaft und nachhaltigem Produktdesign ergeben.“

„Wir stehen vor einem tiefgreifenden Wandel – aber auch vor einer großen Chance. Mit einer starken Interessenvertretung, klaren politischen Rahmenbedingungen und dem Know-how unserer Unternehmen kann Deutschland weiterhin Vorreiter im Alttextilrecycling bleiben“, zeigte sich Gedenk überzeugt.

Marwin Gedenk ist seit 2018 Geschäftsführer der L.G.R. Lothar Gedenk Recycling GmbH in Essen, einem seit 1990 – inzwischen in zweiter Generation – tätigen spezialisierten Alttextilsammlungsunternehmen. Die L.G.R. ist seit 1997 als GmbH am Markt aktiv und zählt zu den etablierten privatwirtschaftlichen Akteuren in der Alttextilerfassung.

Quelle:

bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung

MedTech-Branche gewinnt für Zulieferer an Bedeutung Grafik Bundesverband Medizintechnologie BVMed
MedTech-Branche gewinnt für Zulieferer an Bedeutung
11.01.2026

MedTech-Branche gewinnt für Zulieferer an Bedeutung

Die Medizintechnik-Branche wird für die Zulieferindustrie immer wichtiger. Das betont Niklas Kuczaty, Geschäftsführer von VDMA HealthTech und Sprecher des BVMed-Fachbereichs Zulieferer. Zulieferer liefern dabei nicht nur Teile oder Anlagen, sondern auch technologische Schlüsselkompetenzen, die Innovation, Qualität und Wettbewerbsfähigkeit der gesamten Branche sichern. Besonders in Deutschland bilden sie das technologische Fundament einer der dynamischsten Industriebranchen weltweit. Der BVMed setzt die Bedeutung der Zulieferer mit einem neuen Themenportal unter www.bvmed.de/zulieferer in den Fokus – mit Hintergrundartikeln zu den Branchenherausforderungen, Interviews und Gastbeiträgen.

Die MedTech-Zulieferindustrie ist vielfältig. Zu ihr zählen Bereiche wie Materialentwicklung, Herstellung von Komponenten oder Anlagen- und Maschinenbau. Die Zulieferer tragen dazu bei, dass die Produkte der Medizintechnik höchste Qualitätsmaßstäbe erfüllen und dem Gesundheitswesen verlässlich zur Verfügung stehen.

Die Medizintechnik-Branche wird für die Zulieferindustrie immer wichtiger. Das betont Niklas Kuczaty, Geschäftsführer von VDMA HealthTech und Sprecher des BVMed-Fachbereichs Zulieferer. Zulieferer liefern dabei nicht nur Teile oder Anlagen, sondern auch technologische Schlüsselkompetenzen, die Innovation, Qualität und Wettbewerbsfähigkeit der gesamten Branche sichern. Besonders in Deutschland bilden sie das technologische Fundament einer der dynamischsten Industriebranchen weltweit. Der BVMed setzt die Bedeutung der Zulieferer mit einem neuen Themenportal unter www.bvmed.de/zulieferer in den Fokus – mit Hintergrundartikeln zu den Branchenherausforderungen, Interviews und Gastbeiträgen.

Die MedTech-Zulieferindustrie ist vielfältig. Zu ihr zählen Bereiche wie Materialentwicklung, Herstellung von Komponenten oder Anlagen- und Maschinenbau. Die Zulieferer tragen dazu bei, dass die Produkte der Medizintechnik höchste Qualitätsmaßstäbe erfüllen und dem Gesundheitswesen verlässlich zur Verfügung stehen.

Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit mit den MedTech-Unternehmen? „Das Verhältnis ist ein besonderes“, meint Kuczaty, „denn man ist stärker aufeinander angewiesen als in den meisten anderen Branchen. Ein Hersteller kann einen Zulieferer nicht einfach wechseln. Komponenten und deren Spezifikationen unterliegen aufgrund der MDR einem strengen Änderungsmanagement. Herstellungsprozesse oder Grundstoffe dürfen nicht einseitig geändert werden. Wir haben daher in der Regel langjährige Beziehungen, zumal die Partner Produkte oftmals auch gemeinsam entwickeln.“

Diese Besonderheit bestätigt auch Rüdiger Gall, Stellvertretender Sprecher des BVMed-Fachbereichs und General Manager bei Freudenberg Medical Europe: „Die Zusammenarbeit zwischen Zulieferern und MedTech-Herstellern ist durchaus eng.“ Der Grad an Unterstützung variiert dabei erheblich. „Manche Hersteller kommen mit einer einfachen Zeichnung zu uns und wir unterstützen komplett vom Erstkonzept über die Entwicklung bis hin zur Zulassung. Andere Kunden haben schon konkrete Konzepte. Da helfen wir etwa bei der Auswahl geeigneter Materialien und passen gemeinsam das Design so an, dass große Stückzahlen wirtschaftlich produziert werden können.“ Große Hersteller hingegen übermitteln in der Regel bereits fertige Spezifikationen, die dann 1:1 umgesetzt werden. Dort sei die Rolle der Zulieferer eher ausführend, gemeinsame Diskussionen beträfen eher Details wie die Prozessoptimierung.

Niklas Kuczaty vom Maschinenbauverband VDMA nennt noch einen weiteren wichtigen Typ von Zulieferer: „Unsere Unternehmen entwickeln und liefern Anlagen und Maschinen, um MedTech-Produkte überhaupt produzieren zu können.“ Das reiche von Massenprodukten wie Spritzen oder Verbänden bis hin zu sehr spezifischen Geräten für die teilautomatisierte Produktion von Implantaten. Auch hier sei die Absprache zwischen den Zulieferern und den Herstellern sehr eng, teils werden neue Maschinen für die Fertigung von Komponenten oder ganzen Medizinprodukten eigens entwickelt.

Quelle:

Bundesverband Medizintechnologie BVMed

© Alcova/Messe Frankfurt
05.01.2026

Heimtextil 2026: Künstliche Intelligenz im Fokus

Künstliche Intelligenz (KI) verändert die Textilindustrie rasant – von Kreation und Produktion bis zu Pricing, Vertrieb und Kommunikation. Wie wird KI erfolgreich eingesetzt und wo stiftet sie Mehrwert? Diese Fragen greift die Heimtextil vom 13. bis 16. Januar 2026 auf: Das Programm rund um das Zukunftsfeld KI soll die globale Branche stärken und neue Business-Chancen sowie konkrete Anwendungen für Design, Handel, Industrie, (Innen-)Architektur, Raum- und Objektausstattung bieten. Zu den Highlights zählen die Heimtextil Trends 26/27 von Alcova, die Design-Installation von Patricia Urquiola sowie der Live-Talk mit KI-Pionier Tim Fu.

KI beschleunigt kreative Prozesse und verändert Arbeitsweisen entlang der gesamten textilen Wertschöpfung – vom Designentwurf, der Materialvisualisierungen, über Datenmigration und tägliche Workflows bis zur Umsetzung neuer Produkte und Konzepte. Die Heimtextil 2026 macht diese Entwicklungen sichtbar und bringt Expert*innen zusammen, die zeigen, wie KI konkret eingesetzt wird und welche Potenziale sie der Branche eröffnet. 

Künstliche Intelligenz (KI) verändert die Textilindustrie rasant – von Kreation und Produktion bis zu Pricing, Vertrieb und Kommunikation. Wie wird KI erfolgreich eingesetzt und wo stiftet sie Mehrwert? Diese Fragen greift die Heimtextil vom 13. bis 16. Januar 2026 auf: Das Programm rund um das Zukunftsfeld KI soll die globale Branche stärken und neue Business-Chancen sowie konkrete Anwendungen für Design, Handel, Industrie, (Innen-)Architektur, Raum- und Objektausstattung bieten. Zu den Highlights zählen die Heimtextil Trends 26/27 von Alcova, die Design-Installation von Patricia Urquiola sowie der Live-Talk mit KI-Pionier Tim Fu.

KI beschleunigt kreative Prozesse und verändert Arbeitsweisen entlang der gesamten textilen Wertschöpfung – vom Designentwurf, der Materialvisualisierungen, über Datenmigration und tägliche Workflows bis zur Umsetzung neuer Produkte und Konzepte. Die Heimtextil 2026 macht diese Entwicklungen sichtbar und bringt Expert*innen zusammen, die zeigen, wie KI konkret eingesetzt wird und welche Potenziale sie der Branche eröffnet. 

KI von der Bühne in die Praxis
Zentraler Wissens-Hub ist die Texpertise Stage in Halle 6.0. Hier bündelt die Heimtextil ein Content-Programm und übersetzt technologische Innovation in konkrete Praxisimpulse. Zu den Highlights zählt der Live-Talk mit Tim Fu: Der Londoner Architekt und KI-Pionier diskutiert mit Simon Keane-Cowell, Chefredakteur Architonic, über Raumgestaltung im Zeitalter der KI. Am ersten Messetag spricht Anja Bisgaard Gaede (Gründerin Spott trends & business aps) über Workflows, Datenintegration und die textile Zukunft mit KI. Elisabeth Ramm (Atelier Brückner) gibt Einblicke zu KI und Materialien im Ausstellungsdesign. Martin Auerbach (Verband Deutscher Heimtextilien) erklärt anhand von Beispielen, wie KI im Arbeitsalltag zum Einsatz kommt und wie Unternehmen sie gewinnbringend in tägliche Workflows integrieren können. Schlafexperte Markus Kamps moderiert zum Megatrend Schlaf und Technologie eigene Themenblöcke mit zahlreichen Gästen. Im Talk Spot der Halle 12.0 spricht Architonic mit dem Aussteller Oriental Weavers zu Teppichen zwischen Handwerk und globaler Produktion.

Heimtextil Trends 26/27: KI-Impulse für Design, Handel und Industrie
Wie lassen sich KI-gestützte Designprozesse und traditionelles Textilhandwerk verbinden? Die Heimtextil Trends 26/27 liefern unter dem Leitmotiv „Craft is a verb“ Antworten und geben Orientierung für die kommende Saison. In der Trend Arena in Halle 6.1 zeigt die Designplattform Alcova in sechs Stilrichtungen, wie Hightech und Handwerk zusammenwirken. Sichtbar wird das Zusammenspiel in einer vibrierenden Farbpalette, in der „Glitches“, unerwartete digitale Störungen und radikale, synthetische Akzente die natürliche Farbwelt gezielt durchbrechen. Tägliche Talks und Tours mit den Expert*innen übersetzen die Trendthemen in konkrete Business-Impulse.
 
„among-all“: KI-generiertes Designerlebnis von Patricia Urquiola 
Was passiert, wenn wir selbst Teil KI-basierter Kreation werden? Dieser Frage geht Patricia Urquiola in ihrer Installation „among-all“ (Halle 3.0) nach. Die Designerin verbindet dabei futuristische textile Elemente, nachhaltige Materialien sowie neue KI-Technologien. „among-all“ zeigt, wie Textilien als transformative und intelligente Materialien fungieren und bindet die Besucher*innen aktiv in die räumliche Inszenierung ein. Im Live-Talk spricht die Designikone am 14.01.2026 auf der Texpertise Stage über ihren visionären Ansatz. Tägliche Führungen machen das Interior Design von morgen erlebbar.

KI als Kreativpartner für das Objektgeschäft 
Mit Interior.Architecture.Hospitality bietet die Heimtextil Entscheider*innen aus (Innen-) Architektur, Hospitality und Objektgeschäft ein maßgeschneidertes Programm. Im fachspezifischen Talk Spot der Halle 3.1 spricht Mauro Brigham (Gründer ncbham) darüber, warum Design niemals stillsteht. Helen Häkli (freie Architektin bdia) zeigt, wie KI als Kreativpartner in der Innenarchitektur zum Einsatz kommt. Weitere spezialisierte Vorträge, unter anderem von Corinna Kretschmar-Joehnk (JOI-Design) und Robin Hepp (Kids Studio), ergänzen das umfangreiche Hospitality-Programm.

Neue Möglichkeiten für Handwerk und Raumausstattung 
Was KI konkret für die Inneneinrichtung und das Handwerk leisten kann, zeigt KI-Profi Alexander Ligowski auf der Bühne des DecoTeams (Halle 3.0). Anhand ausgewählter Beispiele liefert er praxisnahe Einblicke in KI-gestützte Innenraumgestaltung – von Raum- und Farbkonzepten, über Verkaufsunterstützung, Textgenerierung für Social Media bis hin zur Angebotsoptimierung.

New Talents Area: Perspektiven der nächsten Designgeneration 
Wie geht die nächste Designgeneration mit KI-Technologie um? Einen aktuellen Einblick bietet 2026 das Debüt der „New Talent Area“ in Halle 6.1. Die kuratierte Ausstellung präsentiert junge Design-Talente aus aller Welt und ermöglicht den direkten Austausch mit internationalen Newcomern. 

Quelle:

Messe Frankfurt

Sönke Padberg Foto BTE
Sönke Padberg
05.01.2026

Sönke Padberg zum BTE-Geschäftsführer ernannt

Per 1. Januar 2026 ist Sönke Padberg (54) zum BTE-Geschäftsführer bestellt worden. Der an der LDT Nagold ausgebildete „Fachwirt BTE“ leitete seit Anfang 2025 das BTE-Büro in Berlin und war dort zuständig für die Beratung von Mode- und Schuhhandelsunternehmen in fachlichen bzw. betriebswirtschaftlichen Fragen, für Themen rund um die Digitalisierung sowie für die allgemeine Mitgliederbetreuung. Mitte 2025 hatte der BTE seinen Verbandssitz nach Berlin verlagert und ist seitdem in den Räumlichkeiten des Handelsverband Deutschland (HDE) angesiedelt.  

Sönke Padberg verfügt über eine langjährige Berufs- und Führungserfahrung im stationären Schuhhandel und im Bereich der Verbundgruppen. Er führte den im Ruhrgebiet/Münsterland angesiedelten gleichnamigen elterlichen Schuh- und Sportfilialisten und fungierte als langjähriger Juniorensprecher der Verbundgruppe ANWR. Es folgten Positionen als Retail Manager u.a. bei Tamaris, Lloyd, Mephisto und in der Immobilienentwicklung. Bis Ende 2024 war Padberg als Senior Berater für Sanierung, M&A, Strategieentwicklung bei der Unternehmensberatung fashionconsult tätig.  

Per 1. Januar 2026 ist Sönke Padberg (54) zum BTE-Geschäftsführer bestellt worden. Der an der LDT Nagold ausgebildete „Fachwirt BTE“ leitete seit Anfang 2025 das BTE-Büro in Berlin und war dort zuständig für die Beratung von Mode- und Schuhhandelsunternehmen in fachlichen bzw. betriebswirtschaftlichen Fragen, für Themen rund um die Digitalisierung sowie für die allgemeine Mitgliederbetreuung. Mitte 2025 hatte der BTE seinen Verbandssitz nach Berlin verlagert und ist seitdem in den Räumlichkeiten des Handelsverband Deutschland (HDE) angesiedelt.  

Sönke Padberg verfügt über eine langjährige Berufs- und Führungserfahrung im stationären Schuhhandel und im Bereich der Verbundgruppen. Er führte den im Ruhrgebiet/Münsterland angesiedelten gleichnamigen elterlichen Schuh- und Sportfilialisten und fungierte als langjähriger Juniorensprecher der Verbundgruppe ANWR. Es folgten Positionen als Retail Manager u.a. bei Tamaris, Lloyd, Mephisto und in der Immobilienentwicklung. Bis Ende 2024 war Padberg als Senior Berater für Sanierung, M&A, Strategieentwicklung bei der Unternehmensberatung fashionconsult tätig.  

Darüber hinaus ist das BTE-Büro zum Jahresbeginn personell verstärkt worden. Texoversum-LDT-Absolventin (BA) Marika Hanschke mit einem Master in Nachhaltigkeit ist als Referentin speziell für den Bereich EPR (Erweiterte Produktverantwortung) und Kreislaufwirtschaft zuständig, Politikwissenschaftlerin (MBA) Franzisca Lubba unterstützt BTE-Hauptgeschäftsführer Rolf Pangels und BTE-Geschäftsführer Sönke Padberg als Referentin vor allem im Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.  

Dipl. Ökonom Axel Augustin (65) ist auf eigenen Wunsch als BTE-Geschäftsführer ausgeschieden. Er ist aber weiterhin beim ITE Institut des Deutschen Textileinzelhandels GmbH (Köln) u.a. als Chefredakteur des BTE-Magazins marketing berater sowie für BTE-Veranstaltungen verantwortlich. Zudem bleibt er Geschäftsführer des VDB Verband der Bettenfachgeschäfte. 

Weitere Informationen:
BTE Sönke Padberg Axel Augustin
Quelle:

BTE Handelsverband Textil Schuhe Lederwaren

Manfred Hinz (Solventum) neues BVMed-Vorstandsmitglied / Marc Michel (Peter Brehm) scheidet aus Foto: Bundesverband Medizintechnologie BVMed
Manfred Hinz (Solventum) neues BVMed-Vorstandsmitglied / Marc Michel (Peter Brehm) scheidet aus
04.01.2026

Manfred Hinz (Solventum) neues BVMed-Vorstandsmitglied

Manfred Hinz, Geschäftsführer von Solventum Deutschland (vormals 3M), ist seit dem 1. Januar 2026 neues Vorstandsmitglied beim Bundesverband Medizintechnologie (BVMed). Er folgt im neunköpfigen BVMed-Vorstand auf Marc Michel, der zum Jahresende 2025 bei Peter Brehm ausgeschieden ist.

Manfred Hinz verantwortet bei Solventum als „Area Vice President Medical Surgical Business“ das Medizinprodukte-Geschäft in der EMEA-Region und ist Geschäftsführer der Solventum Germany GmbH. Solventum forscht und produziert in Deutschland an mehreren Standorten. Hinz verfügt über 18 Jahre Erfahrung in der Medizin- und Dentaltechnik in nationalen und internationalen Geschäftsleitungs-Rollen sowie über 8 Jahre Erfahrung in der Elektronik-, Elektro- und Telekommunikations-Industrie.

Manfred Hinz, Geschäftsführer von Solventum Deutschland (vormals 3M), ist seit dem 1. Januar 2026 neues Vorstandsmitglied beim Bundesverband Medizintechnologie (BVMed). Er folgt im neunköpfigen BVMed-Vorstand auf Marc Michel, der zum Jahresende 2025 bei Peter Brehm ausgeschieden ist.

Manfred Hinz verantwortet bei Solventum als „Area Vice President Medical Surgical Business“ das Medizinprodukte-Geschäft in der EMEA-Region und ist Geschäftsführer der Solventum Germany GmbH. Solventum forscht und produziert in Deutschland an mehreren Standorten. Hinz verfügt über 18 Jahre Erfahrung in der Medizin- und Dentaltechnik in nationalen und internationalen Geschäftsleitungs-Rollen sowie über 8 Jahre Erfahrung in der Elektronik-, Elektro- und Telekommunikations-Industrie.

Kernthemen sind für Hinz Innovation und Qualität, Nachhaltigkeit und Verantwortung sowie die Stärkung des Medizintechnik-Standorts Deutschland. „Unser Ziel ist es, die Qualität der Versorgung von Patient:innen durch innovative Ansätze, Technologien und Digitalisierung zu verbessern. Eine erfolgreiche Krankenhausreform sowie die wertbasierte stationäre und ambulante Gesundheitsversorgung spielen eine entscheidende Rolle“, so der neue BVMed-Vorstand. Das Thema Nachhaltigkeit ist für ihn mehr als ein Schlagwort. „Es ist eine Verpflichtung gegenüber unserer Umwelt und Gesellschaft.“ Zur Stärkung des Standorts setzt sich Hinz für die Reduzierung von Bürokratie und für eine Beschleunigung von Entscheidungsprozessen ein.
Marc Michel war seit 2018 BVMed Vorstandsmitglied, zuletzt als Stellvertretender Vorstandsvorsitzender. Er war seit 1999 beim BVMed in verschiedenen Funktionen aktiv, unter anderem als Sprecher des Fachbereichs Endoprothetik. Seine berufliche Laufbahn verbrachte der studierte Betriebswirt Michel nach dem Einstieg in einer Unternehmensberatung und einer privaten Klinikkette vor allen beim mittelständischen Gelenkersatz-Hersteller Peter Brehm. Er trat 1997 in das Unternehmen ein und wurde 2005 Geschäftsführer und Sprecher der Geschäftsführung. Zum Jahresende schied er aus eigenem Wunsch aus dem Unternehmen aus. 

Der BVMed-Vorstand dankt Marc Michel für sein herausragendes Engagement für die MedTech-Branche – insbesondere für die Interessen der kleinen und mittelständischen Unternehmen. Michel habe mit seinen politischen Netzwerken und der engen Zusammenarbeit mit der Ärzteschaft und den medizinischen Fachgesellschaften wichtige Branchenthemen wie das Endoprothesenregister (EPRD) entscheidend und pragmatisch nach vorne gebracht und sich insbesondere für Innovations- und Qualitätsthemen stark gemacht. 

Der BVMed-Vorstand besteht aus dem Vorsitzenden Mark Jalaß (Lohmann & Rauscher), der Stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden Dorothee Stamm (Medtronic) sowie Dr. Chima Abuba (GHD), Alexia Anapliotis (Merete), Stefan Geiselbrechtinger (OPED), Manuel Hoffmann-Lücke (Paul Hartmann), Frank Kirchner (B. Braun) und Dr. Hans-Christian Wirtz (Johnson & Johnson). Zudem ist BVMed-Geschäftsführer Dr. Marc-Pierre Möll Mitglied des Vorstands.

Quelle:

Bundesverband Medizintechnologie BVMed 

30.12.2025

Gutes Gewissen oder günstiger Preis: Wenn nachhaltig, dann online

Vielen Menschen ist es 2025 schwerer denn je gefallen, die Frage zu beantworten, ob sie lieber nachhaltige oder besonders günstige Geschenke kaufen sollen. Das zeigt die Bilanz der diesjährigen repräsentativen Verbraucherumfrage des bevh zum Jahresende. Grundsätzlich gefragt, ob sie zu Weihnachten bewusster nachhaltig eingekauft haben als noch vor drei Jahren, stimmen zwar jeder Vierte Befragte (24,9 %) zu. Fast ebenso viele (22,0 %) geben jedoch an, dass in wirtschaftlich schwierigen Zeiten andere Aspekte wichtiger geworden sind. Für die Hälfte der Befragten (50,4 %) hat sich das eigene Konsumverhalten insgesamt allerdings nicht spürbar verändert.

Auffällig ist jedoch die Selbsteinschätzung jüngerer Menschen: Die deutliche Mehrheit der Befragten unter 30 Jahren (67,4 %) empfindet ihr Konsumverhalten heute als weniger nachhaltig als früher. „Die Sorgen vieler Menschen waren dieses Jahr meist größer als ihr Nachhaltigkeitsbewusstsein“, erklärt Daniela Bleimaier, verantwortlich für Nachhaltigkeitsthemen beim bevh. Viele nähmen beim Einkaufen schon seit Jahren zunehmend Kompromisse in Kauf.

Vielen Menschen ist es 2025 schwerer denn je gefallen, die Frage zu beantworten, ob sie lieber nachhaltige oder besonders günstige Geschenke kaufen sollen. Das zeigt die Bilanz der diesjährigen repräsentativen Verbraucherumfrage des bevh zum Jahresende. Grundsätzlich gefragt, ob sie zu Weihnachten bewusster nachhaltig eingekauft haben als noch vor drei Jahren, stimmen zwar jeder Vierte Befragte (24,9 %) zu. Fast ebenso viele (22,0 %) geben jedoch an, dass in wirtschaftlich schwierigen Zeiten andere Aspekte wichtiger geworden sind. Für die Hälfte der Befragten (50,4 %) hat sich das eigene Konsumverhalten insgesamt allerdings nicht spürbar verändert.

Auffällig ist jedoch die Selbsteinschätzung jüngerer Menschen: Die deutliche Mehrheit der Befragten unter 30 Jahren (67,4 %) empfindet ihr Konsumverhalten heute als weniger nachhaltig als früher. „Die Sorgen vieler Menschen waren dieses Jahr meist größer als ihr Nachhaltigkeitsbewusstsein“, erklärt Daniela Bleimaier, verantwortlich für Nachhaltigkeitsthemen beim bevh. Viele nähmen beim Einkaufen schon seit Jahren zunehmend Kompromisse in Kauf.

Wenn nachhaltig, dann online
So ausgeprägt die Sparneigung auch ist: Bessere Möglichkeiten für einen bewussteren Konsum als im Onlinehandel bieten sich Verbraucherinnen und Verbrauchern derzeit kaum, betont Daniela Bleimaier. Fast-Fashion-Filialisten und Discount-Ketten prägten vielerorts das Bild der Innenstädte, nachhaltige Marken und Verkaufskonzepte seien dort immer schwerer zu finden, so der Verband. Das bestätigt auch die Befragung: 36,2 Prozent der Verbraucherinnen und Verbraucher gaben an, online mehr Angebote für nachhaltige Produkte gefunden zu haben. Nur 27,6 Prozent bewerteten das stationäre Angebot als besser. „Gerade für kleinere Unternehmen mit nachhaltigen Produkten ist es am wichtigsten, größtmögliche Sichtbarkeit zu bekommen und wachsen zu können. Innovative Anbieter findet man daher vor allem im Onlinehandel und in den sozialen Medien, wo sie Kundengruppen weit über die Einkaufsstraße hinaus erreichen“, so Bleimaier.

Über die Umfrage
Für die Civey-Umfrage wurden 1.000 Käuferinnen und Käufer in Deutschland befragt, die vor Weihnachten im Internet eingekauft haben. Der Befragungszeitraum lag zwischen dem 12.12. und 15.12.2025. Die Umfrage ist repräsentativ.

Quelle:

Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V.

21.12.2025

Verbandmittel-Erstattung: „Sonstige Produkte zur Wundbehandlung“ bis Ende 2026 uneingeschränkt erstattungsfähig

Die „sonstigen Produkte zur Wundbehandlung“ sind bis Ende 2026 weiterhin uneingeschränkt in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) erstattungsfähig. Eine entsprechende Fristverlängerung hat nach dem Bundestag heute auch der Bundesrat mit einem Änderungsantrag zum nun verabschiedeten Pflegebefugnis-Erweiterungsgesetz (BEEP) zugestimmt. Darüber informiert der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed).

„Um im Markt bestehende Unsicherheiten bei der Verordnung der sogenannten sonstigen Produkte zur Wundbehandlung zu beseitigen, weisen wir darauf hin, dass diese Produkte bis Ende 2026 wie bisher erstattungsfähig sind. Durch die gesetzlich verlängerte Übergangsfrist ändert sich bis dahin nichts in der Verordnungspraxis“, so BVMed-Wundexpertin Juliane Pohl. Über die aktuell geltenden Regelungen zur Verordnung und Erstattung von Verbandmitteln informiert der BVMed in einem Infoblatt unter www.bvmed.de/factsheet-wundversorgung. 

Die „sonstigen Produkte zur Wundbehandlung“ sind bis Ende 2026 weiterhin uneingeschränkt in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) erstattungsfähig. Eine entsprechende Fristverlängerung hat nach dem Bundestag heute auch der Bundesrat mit einem Änderungsantrag zum nun verabschiedeten Pflegebefugnis-Erweiterungsgesetz (BEEP) zugestimmt. Darüber informiert der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed).

„Um im Markt bestehende Unsicherheiten bei der Verordnung der sogenannten sonstigen Produkte zur Wundbehandlung zu beseitigen, weisen wir darauf hin, dass diese Produkte bis Ende 2026 wie bisher erstattungsfähig sind. Durch die gesetzlich verlängerte Übergangsfrist ändert sich bis dahin nichts in der Verordnungspraxis“, so BVMed-Wundexpertin Juliane Pohl. Über die aktuell geltenden Regelungen zur Verordnung und Erstattung von Verbandmitteln informiert der BVMed in einem Infoblatt unter www.bvmed.de/factsheet-wundversorgung. 

Der Änderungsantrag zum BEEP-Gesetz sieht neben der Verlängerung der Übergangsfrist zur Verbandmitteldefinition bis zum 31. Dezember 2026 in der Begründung zudem ein weiteres Gesetzgebungsverfahren vor. Dabei soll der Begriff Verbandmittel so definiert werden, „dass langfristig eine Versorgung mit notwendigen Verbandmitteln und Wundbehandlungsprodukten sichergestellt ist“, heißt es in der Begründung zum nunmehr beschlossenen Änderungsantrag. 

Produktkategorien der Wundversorgung
Der Gesetzgeber und die Abgrenzungsrichtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) teilt mit der Einführung der neuen Verbandmitteldefinition Wundversorgungsprodukte in drei Kategorien ein:

  • Teil 1: Eineindeutige Verbandmittel, also klassische Verbandmittel, die bedecken, aufsaugen, stabilisieren oder komprimieren. Darunter fallen sterile und unsterile Verbandstoffe, Kompressionsbinden und Saugkompressen.
  • Teil 2: Verbandmittel mit ergänzenden Eigenschaften. Sie zeichnen sich durch eine über die Verbandmittel-Eigenschaft hinausgehende Wirkung aus, indem sie die Wunde feucht halten, Wundexsudat, Gerüche oder Keime binden, antiadhäsiv bzw. atraumatisch wechselbar sind, reinigen, antimikrobiell oder bakterienbindend sind.
  • Teil 3: Sonstige Produkte zur Wundbehandlung (sPzW). Sie können eine ergänzende therapeutische Wirkung entfalten, etwa durch pharmakologische, immunologische oder metabolische Wirkungen. sPzW gehen damit über die Verbandmitteleigenschaft in Teil (1) und (2) hinaus.

Diese Regelung gilt seit einer Gesetzesänderung aus dem Jahr 2019 sowie einer Änderung der Arzneimittel-Richtlinie durch den G-BA Ende 2020. 

Verbandmittel sowie sonstige Produkte zur Wundbehandlung werden über das Muster 16-Formular verordnet. Sie unterliegen nicht der Substitution (aut-idem-Regelung) und auch nicht der Importquote. 

BVMed-Wundexpertin Juliane Pohl: „Mit der gesetzlichen Fristverlängerung haben verordnende Ärzt:innen, Apotheken und Krankenkassen endlich wieder Klarheit beim Thema Wundversorgung. Damit ist die Versorgungslücke bei Menschen mit chronischen Wunden geschlossen und die ärztliche Therapiefreiheit gesichert.“

Quelle:

Bundesverband Medizintechnologie BVMed

BTE-Präsident Mark Rauschen Foto BTE Handelsverband Textil Schuhe Lederwaren
BTE-Präsident Mark Rauschen
17.12.2025

BTE-Präsident Mark Rauschen: Tristesse statt Aufschwung

In einem Statement hat sich BTE-Präsident Mark Rauschen zur aktuellen Lage in der Textil-, Schuh- und Lederwarenbranche geäußert:
 
Vor einem Jahr habe er mit vorsichtigem Optimismus auf das nachfolgende Jahr 2025 geschaut. 12 Monate später sei fast überall Ernüchterung eingekehrt und von den vollmundigen Versprechungen fast nichts geblieben. Statt Aufschwung herrsche vor allem Tristesse. Berichte über Umsatzeinbrüche, Massenentlassungen und Insolvenzen dominieren die Medien. Speziell in der Mode- und Schuhbranche vergehe fast keine Woche ohne Geschäftsaufgabe.
 

In einem Statement hat sich BTE-Präsident Mark Rauschen zur aktuellen Lage in der Textil-, Schuh- und Lederwarenbranche geäußert:
 
Vor einem Jahr habe er mit vorsichtigem Optimismus auf das nachfolgende Jahr 2025 geschaut. 12 Monate später sei fast überall Ernüchterung eingekehrt und von den vollmundigen Versprechungen fast nichts geblieben. Statt Aufschwung herrsche vor allem Tristesse. Berichte über Umsatzeinbrüche, Massenentlassungen und Insolvenzen dominieren die Medien. Speziell in der Mode- und Schuhbranche vergehe fast keine Woche ohne Geschäftsaufgabe.
 
Natürlich könne man die Bundespolitik nur bedingt für schwierige Rahmenbedingungen wie die US-Zollpolitik, die Auswirkungen des anhaltenden Kriegs in der Ukraine sowie die negative demographische Entwicklung verantwortlich machen. Umso wichtiger sei es aber, im Inland endlich wieder für Aufbruchstimmung zu sorgen und die Wirtschaft von unnötigen Fesseln zu befreien. Zumindest die EU, die in den letzten Jahren für manche bürokratische Zusatzbelastung verantwortlich war, habe dies endlich erkannt und übertriebene Vorgaben und Berichtspflichten rund um Lieferketten, Nachhaltigkeit und Entwaldung zurückgedreht oder dies zumindest auf den Weg gebracht. Hier habe der BTE im Zusammenspiel mit dem HDE und Eurocommerce sichtbare Erfolge in der Verbandsarbeit erzielt.
 
Rauschen weiter: „Solchen Mut wünschen wir uns auch von der deutschen Politik. Nicht nur der Textil-, Schuh- und Lederwarenhandel braucht mehr Freiheiten, um im zunehmenden Wettbewerb mit globalen Playern überhaupt bestehen zu können. Es ist doch absurd, dass bei uns absolute Nebensächlichkeiten bei der Gebäudesicherheit oder bei der Beantragung von Weihnachtsmärkten geprüft werden, während gleichzeitig millionenfach minderwertige und zum Teil gesundheitsschädigende Textilien, Schuhe und Accessoires unkontrolliert über asiatische Plattformen ins Land kommen!“
 
Mehr Freiraum wünsche er sich auch rund um den Ladenschluss. Speziell bei der Sonntagsöffnung seien die bestehenden Regelungen viel zu restriktiv und führten dazu, dass Kunden und Umsätze in den Onlinehandel oder ins benachbarte Ausland abwanderten. In guten Zeiten konnte der Handel das noch halbwegs verkraften. Aber in schwierigen Zeiten wie diesen könne dies ein entscheidender Faktor sein, ob ein Unternehmen überhaupt noch schwarze Zahlen schriebe. An die Arbeitnehmervertretergewandt, betonte der BTE-Präsident, dass Lockerungen bei der Sonntagsöffnung nicht dazu dienten, dass sich Unternehmer eine „goldene Nase“ verdienten, sondern das Überleben der Geschäfte und damit auch die Arbeitsplätze der Mitarbeiter zu sichern.
 
Auch dem viel diskutierten „Stadtbild“ dürften leichtere Sonntagsöffnungen sicher guttun. Leerstände wegen Geschäftsaufgabe führten schnell zu einer Abwärtsspirale, die den ganzen Standort massiv unter Druck setze. Attraktive Läden seien dagegen das beste Mittel, um konsumwillige Menschen in die Stadt zu ziehen. „Dies müssen wir auch den örtlichen Entscheidungsträgern immer wieder vor Augen halten und Stadtspitzen, Polizei und Ordnungsamt in Hintergrundgesprächen noch mehr dafür sensibilisieren, dass wirksame Maßnahmen ergriffen werden, um Sicherheit und Sauberkeit in den Innenstädten zu erhöhen“, so Rauschen.
 
Bei der Verbesserung der Aufenthaltsqualität in unseren Cities sehe er alle Innenstadt-Stakeholder in der Verantwortung. Beim Stadtmarketing, in Straßenwerbegemeinschaften oder im Gemeinderat müssten sich nicht nur die örtlichen Mittelständler engagieren, sondern möglichst alle Anlieger – von den Filialisten über Gastronomie und Dienstleistern bis zu den Immobilienbesitzern. Alle Betroffenen seien aufgerufen, Zeit und Budget bereitzustellen, damit Deutschland weiterhin lebens- und liebenswerte Innenstädte habe.
 
Man müsse aber auch erkennen, dass innerhalb der eigenen Branche noch längst nicht alle Hausaufgaben gemacht worden seien. Speziell das aktuelle Geschäftsmodell des Multilabelhandels scheine nicht mehr zeitgemäß. 
 
In einer solchen Situation müsse alles auf den Prüfstand. Angesichts der unsicheren Aussichten für 2026 und der volatilen Konsumstimmung würden neue Wege gebraucht, um mit gleichem oder sogar niedrigerem Umsatz mehr Rendite zu erzielen. Ein entscheidender Hebel sei das Warenmanagement, in dem noch viel Potential stecke. Die Vertikalen zeigten, was mit einer optimierten Zusammenarbeit von Handel und Industrie möglich werde.
 
„Natürlich werden wir an der einen oder anderen Stelle auch den Gürtel enger schnallen müssen. Bei den notwendigen Einsparungen könnten uns sicher auch intelligente KI-Lösungen helfen. Ich rate allen Unternehmen, sich auf diesem Gebiet auf dem Laufenden zu halten und dabei gerne auch die Informationsangebote des BTE zu nutzen“, führte Rauschen weiter aus.
 
Er schloss seine Ausführungen mit einer Aussage zur Bedeutung der Mitarbeitenden: „Im Kontakt mit den Kunden werden nach meiner festen Überzeugung auch 2026 die Mitarbeitenden auf der Fläche die zentrale Rolle spielen. Gerade im mittelständischen Fachhandel sind sie - neben Chefinnen und Chefs - als emotionale und fachkundige Botschafter des Unternehmens das größte Profilierungsinstrument gegenüber Großfilialisten und Onlinern. Gute Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben in unserer Branche enorme Auswirkungen auf den Erfolg eines jeden Unternehmens und das wird sich so schnell auch nicht ändern.“

Quelle:

BTE Handelsverband Textil Schuhe Lederwaren

Neuer Vorstand VDTF Foto Verband Deutscher Textilfachleute VDTF
Neuer Vorstand VDTF
17.12.2025

Vorstandswahl beim Verband Deutscher Textilfachleute VDTF

2025 standen im Verband Deutscher Textilfachleute VDTF e.V. wieder die im dreijährigen Rhythmus stattfindenden Präsidentschafts- und Vorstandswahlen an, zu der im Frühjahr die VDTF-Mitglieder aufgerufen waren und an der sich 35 Prozent aller Wahlberechtigten beteiligten. 

Laut Satzung dürfen Präsident und Vorstandsmitglieder nur einmal wiedergewählt werden, sodass aus dem aktuellen Vorstand noch vier Personen erneut kandidieren durften. Aus den verschiedenen Gebieten der Textilindustrie konnten sieben weitere Kandidaten gewonnen werden. Der Vorstand besteht laut Satzung aus dem Präsidenten, dessen erstem und zweitem Stellvertreter (Präsidium) und aus bis zu vier weiteren Mitgliedern. 

Wiedergewählt wurde Prof. Dr. Michael Rauch als VDTF-Präsident. Er leitet den Master-Studiengang „Sustainable Textiles“ und betreut das Lehrgebiet Verfahrenstechnik der Textilveredlung an der Hochschule Hof. Rauch ist langjähriger Vorstand der Regionalgruppe Bayern-Nord und Schatzmeister des internationalen Textilverbandes IFATCC (International Federation of Associations of Textile Chemists and Colorists). 

2025 standen im Verband Deutscher Textilfachleute VDTF e.V. wieder die im dreijährigen Rhythmus stattfindenden Präsidentschafts- und Vorstandswahlen an, zu der im Frühjahr die VDTF-Mitglieder aufgerufen waren und an der sich 35 Prozent aller Wahlberechtigten beteiligten. 

Laut Satzung dürfen Präsident und Vorstandsmitglieder nur einmal wiedergewählt werden, sodass aus dem aktuellen Vorstand noch vier Personen erneut kandidieren durften. Aus den verschiedenen Gebieten der Textilindustrie konnten sieben weitere Kandidaten gewonnen werden. Der Vorstand besteht laut Satzung aus dem Präsidenten, dessen erstem und zweitem Stellvertreter (Präsidium) und aus bis zu vier weiteren Mitgliedern. 

Wiedergewählt wurde Prof. Dr. Michael Rauch als VDTF-Präsident. Er leitet den Master-Studiengang „Sustainable Textiles“ und betreut das Lehrgebiet Verfahrenstechnik der Textilveredlung an der Hochschule Hof. Rauch ist langjähriger Vorstand der Regionalgruppe Bayern-Nord und Schatzmeister des internationalen Textilverbandes IFATCC (International Federation of Associations of Textile Chemists and Colorists). 

Erste Stellvertreterin ist Frau Saskia Kuhlen, die als Textiltechnologin bei der A. Monforts Textilmaschinen GmbH & Co. KG in Mönchengladbach tätig ist. Zur zweiten Stellvertreterin wurde Frau Jutta Holland gewählt. Frau Holland ist bei der swarotex-seiba GmbH in Murg als Umwelt-, Energiemanagement- und Qualitätsmanagementbeauftragte beschäftigt. Sie führt seit 2018, zunächst als zweite, inzwischen als erste Vorsitzende die Regionalgruppe Südbaden. 

In seinem Vorstandsamt wurde Andreas Troscheit, Head of Textile Technologies and Process Engineering bei Brückner Textile Technologies GmbH & Co. KG, für eine zweite Amtszeit bestätigt. Neu im Vorstand sind Matthias Billenstein, Qualitätssicherung bei der TVU Textilveredlungsunion GmbH in Leutershausen und Daniel Limanski, Produktionsleiter bei der NOVA Textil-Beschichtung GmbH in Grefrath. Ebenfalls neu im Vorstand ist Thomas Keh (Flexuma GmbH in Heidenheim), der bereits von 2013 bis 2019 Mitglied im VDTF-Vorstand war und seit 2023 Mitglied im Fortbildungsteam ist. Die offizielle Amtszeit des neuen Vorstandes begann nach der Mitgliederversammlung im Oktober 2025. 

Quelle:

Verband Deutscher Textilfachleute

16.12.2025

Fester Zoll für Produkte unter 150 Euro vielversprechender Einstieg zu mehr Fairness im Wettbewerb

Die EU-Staaten haben beschlossen, ab 1. Juli 2026 vorübergehend einen festen Zoll von 3 Euro auf kleine Pakete mit einem Wert von weniger als 150 Euro zu erheben. Birgit Janik, Leiterin für Steuern, Finanzen & Controlling beim bevh, begrüßt das Vorhaben: 
 
„Unsere Branche sieht die Regelung im Zusammenspiel mit der noch kommenden „Handling Fee“, als wichtigen ersten Schritt in Richtung eines Level Playing Fields. Wichtig ist aber, dass das Geld wirklich für die Ertüchtigung des Zolls eingesetzt wird, damit dieser 2028 fit für umfassende Kontrollen ist, wenn die Zollfreigrenze endgültig fällt. Bisher hat der Pauschalzoll nichts mit der Qualität der Produkte zu tun und belastet damit nicht nur die unfairen Händler. Ein Shirt aus einem Drittstaat für 149 Euro, das nachhaltig produziert wurde und alle europäischen Standards erfüllt, wird genauso teurer wie Billigmode, wenn es direkt an einen Endkunden verschickt wird. Hinzu kommt, dass die Regelung nur für Händler gilt, die im System zur einheitlichen Anmeldung und Abfuhr der Umsatzsteuer, kurz IOSS, registriert sind – also diejenigen, die damit schon ihre Bereitschaft zeigen, sich an unsere Regeln zu halten.“

Die EU-Staaten haben beschlossen, ab 1. Juli 2026 vorübergehend einen festen Zoll von 3 Euro auf kleine Pakete mit einem Wert von weniger als 150 Euro zu erheben. Birgit Janik, Leiterin für Steuern, Finanzen & Controlling beim bevh, begrüßt das Vorhaben: 
 
„Unsere Branche sieht die Regelung im Zusammenspiel mit der noch kommenden „Handling Fee“, als wichtigen ersten Schritt in Richtung eines Level Playing Fields. Wichtig ist aber, dass das Geld wirklich für die Ertüchtigung des Zolls eingesetzt wird, damit dieser 2028 fit für umfassende Kontrollen ist, wenn die Zollfreigrenze endgültig fällt. Bisher hat der Pauschalzoll nichts mit der Qualität der Produkte zu tun und belastet damit nicht nur die unfairen Händler. Ein Shirt aus einem Drittstaat für 149 Euro, das nachhaltig produziert wurde und alle europäischen Standards erfüllt, wird genauso teurer wie Billigmode, wenn es direkt an einen Endkunden verschickt wird. Hinzu kommt, dass die Regelung nur für Händler gilt, die im System zur einheitlichen Anmeldung und Abfuhr der Umsatzsteuer, kurz IOSS, registriert sind – also diejenigen, die damit schon ihre Bereitschaft zeigen, sich an unsere Regeln zu halten.“

Quelle:

Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V. bevh

16.12.2025

Recycling: Faserqualität präzise messen

Die 38. International Cotton Conference Bremen, die vom 25. bis 27. März 2026 im Bremer Parlament am Marktplatz der Hansestadt stattfindet, setzt wieder ein Signal für fachliche Exzellenz und internationalen Dialog. Im Zentrum stehen die neuesten Markttrends und technischen Innovationen entlang der Wertschöpfungskette von der Landwirtschaft über Qualitätssicherung und Verarbeitung bis hin zur Kreislaufwirtschaft. 

Mit der Session „Recycelte Fasern und ihre Qualitätsbewertung“ wird eine Thematik beleuchtet, in der es um die Faserqualität recycelter Fasern und ihre Auswirkungen auf die Garnqualität geht. 

Recyclingfasern sind ein Schlüssel für den Weg in eine wirklich zirkuläre Textilwirtschaft. Doch ihre Verarbeitung wirft entscheidende Qualitätsfragen auf: Wie schneiden sie gegenüber Neuware ab – und wie lässt sich das zuverlässig messen? Wie wirkt sich die Faserqualität auf die Garnqualität aus? Spezifische, auf Recyclingmaterial zugeschnittene Prüfmethoden sind unerlässlich, um die Leistungsfähigkeit recycelter Fasern realistisch zu bewerten. Vier Expertinnen und Experten nehmen diese Herausforderungen an und liefern Antworten aus Forschung und Praxis. 

Die 38. International Cotton Conference Bremen, die vom 25. bis 27. März 2026 im Bremer Parlament am Marktplatz der Hansestadt stattfindet, setzt wieder ein Signal für fachliche Exzellenz und internationalen Dialog. Im Zentrum stehen die neuesten Markttrends und technischen Innovationen entlang der Wertschöpfungskette von der Landwirtschaft über Qualitätssicherung und Verarbeitung bis hin zur Kreislaufwirtschaft. 

Mit der Session „Recycelte Fasern und ihre Qualitätsbewertung“ wird eine Thematik beleuchtet, in der es um die Faserqualität recycelter Fasern und ihre Auswirkungen auf die Garnqualität geht. 

Recyclingfasern sind ein Schlüssel für den Weg in eine wirklich zirkuläre Textilwirtschaft. Doch ihre Verarbeitung wirft entscheidende Qualitätsfragen auf: Wie schneiden sie gegenüber Neuware ab – und wie lässt sich das zuverlässig messen? Wie wirkt sich die Faserqualität auf die Garnqualität aus? Spezifische, auf Recyclingmaterial zugeschnittene Prüfmethoden sind unerlässlich, um die Leistungsfähigkeit recycelter Fasern realistisch zu bewerten. Vier Expertinnen und Experten nehmen diese Herausforderungen an und liefern Antworten aus Forschung und Praxis. 

Stefan Fliescher, Textechno in Mönchengladbach, spricht über „Fortschritte in der Prüftechnik für mechanisch recycelte Fasern“. Während sich die Spinneignung neuer Baumwolle vor allem über Faserlängenverteilung und Nissengehalt bestimmen lässt, sind diese Merkmale bei Recyclingfasern nur begrenzt messbar. Ihr beschädigtes, heterogenes Strukturprofil erfordert angepasste Prüfverfahren. Zudem gewinnen Parameter wie der Anteil ungeöffneter Garnreste an Bedeutung. Optimierte Messtechniken sind daher zentral, um die Qualitätssicherung im mechanischen Recycling zu verbessern und stabile Garnqualitäten zu ermöglichen.

Adele Abdoos, Mesdan, Italien, untersucht den Einsatz von Laborgeräten wie Schredder, Kardiermaschine und Garnseparator, um die Faserrückgewinnung aus verschiedenen Textilabfällen realitätsnah zu simulieren und zu optimieren. In ihrem Vortrag zeigt sie, dass gewebte Stoffe beim Zerkleinern widerstandsfähiger sind und längere Fasern behalten, während gestrickte Materialien stärker beschädigt werden und mehr Kurzfasern erzeugen. Besonders vorteilhaft erwies sich die Anpassung der Maschinenparameter, etwa durch höhere Drehzahlen der Haupttrommel und niedrigere der Arbeitswalze. Die in Bremen präsentierte Studie betont die Bedeutung von Laborversuchen, da Tests im kleinen Maßstab industrielle Ergebnisse zuverlässig vorhersagen und gleichzeitig Materialverluste reduzieren.

Christine Wörner von Uster Technologies untersucht in ihrem Vortrag die Qualitätsparameter von mechanisch recyceltem und neuem Baumwollgarn. Sie zeigt, dass die Qualität recycelter Baumwolle von Herkunft und Fasereigenschaften des Textilabfalls abhängt. Ein Analysevergleich mit Neuware zeigte deutliche Unterschiede. Mithilfe einer Matrix wurden die Fasereigenschaften verschiedener Abfallarten erfasst und untersucht. Dabei zeigte sich, wie Produktionsparameter angepasst werden müssen, um die gewünschte Garnqualität zu erreichen und welche Auswirkungen dies auf Effizienz und Garneigenschaften hat. Die Ergebnisse liefern Hinweise zur Optimierung der Recyclinggarnproduktion und betonen die Notwendigkeit differenzierter Qualitätsbewertung im mechanischen Baumwollrecycling.

Pierre Lanfer, RWTH Aachen, untersucht in seinem Vortrag zwei mechanische Recyclingzyklen. Ausgangspunkt ist ein Gewebe aus 100 % neuer versponnener bzw. verstrickter Baumwolle, das im ersten Zyklus zu Fasern zerrissen wird. Diese werden im zweiten Zyklus erneut verarbeitet. Erste Ergebnisse zeigen eine deutliche Faserverkürzung im ersten Zyklus, während der Verlust im zweiten geringer ausfällt. Die Daten deuten darauf hin, dass Einbußen bei Garn- und Gewebeeigenschaften in späteren Zyklen abnehmen könnten. Die Befunde werden anhand einer Charakterisierung des Originalgewebes sowie der Fasern, Garne und Gewebe beider Recyclingstufen präsentiert.

15.12.2025

Südwesttextil: Strukturkrise in der baden-württembergischen Textilindustrie

Die wirtschaftliche Lage in der baden-württembergischen Textilindustrie bleibt herausfordernd. Südwesttextil fordert ein konsolidiertes Handeln zugunsten der Zukunftsfähigkeit des Landes.

Die Zehnmonatsbilanz der baden-württembergischen Textilindustrie fällt herausfordernd aus: Neben einem Umsatzrückgang von 3,6 % im Vergleich zum Vorjahresniveau, verzeichnet die Branche gleichzeitig einen Verlust an Beschäftigten um 6,8 %. Die Branche bleibt unter Druck – aus Perspektive des Wirtschafts- und Arbeitgeberverbands Südwesttextil braucht es ein aktives Gegensteuern auf allen Ebenen. Hauptgeschäftsführerin Edina Brenner: „Wir erleben gerade eine massive Strukturkrise und müssen uns nicht nur sicherheits-, sondern ebenso industriepolitisch neu aufstellen. Entscheidungen über Industriestrukturen in Baden-Württemberg, die wir heute verlieren, sind unwiederbringlich; es wird kein Reset geben.“

Die wirtschaftliche Lage in der baden-württembergischen Textilindustrie bleibt herausfordernd. Südwesttextil fordert ein konsolidiertes Handeln zugunsten der Zukunftsfähigkeit des Landes.

Die Zehnmonatsbilanz der baden-württembergischen Textilindustrie fällt herausfordernd aus: Neben einem Umsatzrückgang von 3,6 % im Vergleich zum Vorjahresniveau, verzeichnet die Branche gleichzeitig einen Verlust an Beschäftigten um 6,8 %. Die Branche bleibt unter Druck – aus Perspektive des Wirtschafts- und Arbeitgeberverbands Südwesttextil braucht es ein aktives Gegensteuern auf allen Ebenen. Hauptgeschäftsführerin Edina Brenner: „Wir erleben gerade eine massive Strukturkrise und müssen uns nicht nur sicherheits-, sondern ebenso industriepolitisch neu aufstellen. Entscheidungen über Industriestrukturen in Baden-Württemberg, die wir heute verlieren, sind unwiederbringlich; es wird kein Reset geben.“

Vor diesem Hintergrund zieht Südwesttextil eine zweigeteilte Bilanz des bisherigen Regierungshandelns auf Bundesebene. Grundsätzlich sei der gute Wille, der Verantwortung gerecht zu werden, erkennbar. Kommissionen, Pläne und Schulden sicherten aber noch keinen Wohlstand. Vor diesem Hintergrund kritisiert Südwesttextil dezidiert, dass die Bundesregierung zwar die formellen Vorgaben des Sondervermögens erfüllt, aber durch Verschiebungen Projekte finanziert, die Bestandteil des regulären Haushalts waren. Südwesttextil hat bei der Lockerung der Schuldenbremse bereits eindringlich betont, dass das Sondervermögen zielgerichtet eingesetzt und mit Reformen verbunden werden muss. Hauptgeschäftsführerin Edina Brenner: „Wir fordern ein sofortiges Ende der finanzpolitischen Manöver. Noch vor Weihnachten muss die Kommission mit ambitionierten Zielen für die Rentenreform ihre Arbeit aufnehmen und ab dem neuen Jahr braucht es eine richtungsweisende Wirtschaftspolitik mit echten Reformen.“

Quelle:

Verband der Südwestdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie Südwesttextil 

(c) Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V. bevh
11.12.2025

Onlinehandel erwartet stabiles Weihnachtsgeschäft, aber Bekleidung und Schuhe stagnieren

Trotz der verhaltenen Konsumstimmung kann sich der Onlinehandel dieses Jahr erstmals wieder auf ein fröhlicheres Weihnachten freuen. In den ersten beiden Monaten des Weihnachtsquartals (Oktober und November) haben Verbraucherinnen und Verbraucher 2,9 Prozent mehr im Onlinehandel ausgegeben. Insgesamt blickt der bevh dem noch laufendem Weihnachtsgeschäft und dem Start ins neue Jahr damit zuversichtlicher entgegen als in den Vorjahren. 
 
Die Weihnachtsüberraschung 2025 ist, dass die Geschenke deutlich größer ausfallen werden. So kann das Segment Möbel & Einrichtung mit einem deutlichen Umsatzzuwachs von 9,1 Prozent rechnen. Auch Haushaltsgeräte (+ 8,7 Prozent) lagen im Zeitraum von Oktober bis November 2025 weit vorn. Nur die Umsätze mit Drogerieartikeln einschließlich Kosmetikprodukten (+ 9,0 Prozent) liegen noch etwas darüber.

Trotz der verhaltenen Konsumstimmung kann sich der Onlinehandel dieses Jahr erstmals wieder auf ein fröhlicheres Weihnachten freuen. In den ersten beiden Monaten des Weihnachtsquartals (Oktober und November) haben Verbraucherinnen und Verbraucher 2,9 Prozent mehr im Onlinehandel ausgegeben. Insgesamt blickt der bevh dem noch laufendem Weihnachtsgeschäft und dem Start ins neue Jahr damit zuversichtlicher entgegen als in den Vorjahren. 
 
Die Weihnachtsüberraschung 2025 ist, dass die Geschenke deutlich größer ausfallen werden. So kann das Segment Möbel & Einrichtung mit einem deutlichen Umsatzzuwachs von 9,1 Prozent rechnen. Auch Haushaltsgeräte (+ 8,7 Prozent) lagen im Zeitraum von Oktober bis November 2025 weit vorn. Nur die Umsätze mit Drogerieartikeln einschließlich Kosmetikprodukten (+ 9,0 Prozent) liegen noch etwas darüber.

„Der Zuwachs im Möbel- und Einrichtungssegment zeigt, dass die Menschen derzeit Wert darauf legen, es zu Hause schön und gemütlich zu haben. Viele Geschenkpakete werden damit dieses Jahr größer“, so Martin Groß-Albenhausen, stellvertretender bevh-Hauptgeschäftsführer. 
 
Digitale Dienstleistungen – dazu zählen auch verschenkte Tickets, Eintrittskarten, Reisebuchungen und mehr – kamen nach bevh-Hochrechnung mit 9,9 Prozent mehr Umsätzen beinahe wieder auf ein zweistelliges Wachstum.  
 
Tägliche Erledigungen werden ins Internet verschoben 
Gerade bei kurzfristigen Besorgungen vor dem Fest ersparen sich die Deutschen zunehmend den Stress in den vollen Geschäften und Supermärkten. Lieber werden diese Käufe im Online-Lebensmittelhandel (+ 6,1 Prozent) und bei Online-Apotheken (+ 4,5 Prozent) erledigt. Unter den Erwartungen bleibt die Kauflaune hingegen im wichtigen Onlinehandel mit Elektronikartikeln und Telekommunikation (+ 1,2 Prozent) sowie Computern inklusive -zubehör, -spielen und -software (+ 0,6 Prozent). Auch das große Cluster Bekleidung und Schuhe (+ 0,1 Prozent) stagniert in der Verbrauchererhebung. 
 
Unabhängige Shops liegen vorn 
Mehr noch als die Marktplätze (+ 3,6%) trägt das überraschend starke Abschneiden der Online-Pureplayer (+ 4,8 Prozent) zum positiven Ausblick auf das Weihnachtsgeschäft bei. „Die Online-Pureplayer verstehen es, sich im harten Wettbewerb mit den Marktplätzen zu behaupten und den Menschen bei der Geschenksuche die passenden Inspirationen und Produkte zu bieten,“ erklärt Martin Groß-Albenhausen. Einzig im Multichannel-Handel, also in den Onlineshops der stationären Händler haben die Kunden weniger Umsätze gelassen als im Vorjahreszeitraum. Dennoch erwartet Groß-Albenhausen ein Weihnachten der Zuversicht: „Das Jahr könnte für den Onlinehandel mit derselben hoffnungsvollen Note enden, mit der es begonnen hat.“ 

Über die Studie 
In der wöchentlichen Verbraucherbefragung „Interaktiver Handel in Deutschland“ werden von Januar bis Dezember insgesamt 40.000 Privatpersonen aus Deutschland im Alter ab 14 Jahren zu ihrem Ausgabeverhalten im Online- und Versandhandel und zu ihrem Konsum von digitalen Dienstleistungen (z. B. Reisen oder Ticketing) befragt. Die Endergebnisse der Studie werden am Anfang jeden Jahres veröffentlicht. Die heute vorgestellten Zahlen basieren auf der Auswertung des Zeitraums vom 1. Oktober bis 30. November 2025. Die Studie wird durch die BEYONDATA GmbH durchgeführt.

Quelle:

Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V. bevh

11.12.2025

Mittelstand in Gefahr: bvse kritisiert Referentenentwurf zur Anpassung des Verpackungsrechts

Der bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V. hat gegenüber dem Bundesumweltministerium eine umfangreiche und ungewöhnlich deutliche Stellungnahme zum Referentenentwurf des Gesetzes zur Anpassung des Verpackungsrechts und weiterer Rechtsbereiche an die EU-Verordnung 2025/40 (PPWR) abgegeben. Die Kritik fällt scharf aus: Der Verband sieht den Mittelstand existenziell bedroht, warnt vor einer gefährlichen Machtverschiebung im Markt.

In seiner Vorbemerkung weist der bvse darauf hin, dass er als Dachverband rund 1.100 überwiegend mittelständische Entsorgungs- und Recyclingunternehmen repräsentiert. Diese Struktur – kleinteilig, regional verwurzelt und wettbewerbsstark – sei für Deutschland typisch und einer der Gründe für die hohe Leistungsfähigkeit der Branche.

Der bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V. hat gegenüber dem Bundesumweltministerium eine umfangreiche und ungewöhnlich deutliche Stellungnahme zum Referentenentwurf des Gesetzes zur Anpassung des Verpackungsrechts und weiterer Rechtsbereiche an die EU-Verordnung 2025/40 (PPWR) abgegeben. Die Kritik fällt scharf aus: Der Verband sieht den Mittelstand existenziell bedroht, warnt vor einer gefährlichen Machtverschiebung im Markt.

In seiner Vorbemerkung weist der bvse darauf hin, dass er als Dachverband rund 1.100 überwiegend mittelständische Entsorgungs- und Recyclingunternehmen repräsentiert. Diese Struktur – kleinteilig, regional verwurzelt und wettbewerbsstark – sei für Deutschland typisch und einer der Gründe für die hohe Leistungsfähigkeit der Branche.

Doch genau diese Struktur sieht der Verband nun bedroht. Der Referentenentwurf schränke die unternehmerischen Freiheiten massiv ein und dränge mittelständische Unternehmen in eine neue Rolle: an den Rand. „Durch die geplanten Regelungen wird der Mittelstand real degradiert – zu reinen Dienstleistern großer Konzerne“, warnt bvse-Hauptgeschäftsführer Eric Rehbock. „Was hier vorbereitet wird, ist nichts anderes, als eine marktwirtschaftliche Schieflage mit Ansage.“

§ 32 ALS KERNPROBLEM: GEFAHR EINER MARKTBEHERRSCHENDEN STRUKTUR
Die geplante Verpflichtung für Hersteller, sich auch für gewerbliche Verpackungen zu einer zentralen Organisation zusammenzuschließen und eine unentgeltliche Rücknahme zu gewährleisten, gefährdet ein bislang bewährtes und gut funktionierendes System. Dieses zeichnet sich besonders durch Vielfalt, regionale Strukturen und den Wettbewerb zahlreicher mittelständischer Entsorger aus – Elemente, die ohne Not geschwächt oder sogar zerstört würden.

Der bvse weist darauf hin, dass derzeit die Entsorgung und Verwertung von Gewerbe- und Industrieverpackungen nach einem eingespielten Prinzip funktioniert: Die Anfallstellen beauftragen und bezahlen ein Entsorgungsunternehmen direkt für Abholung und Verwertung. Je nach vertraglicher Regelung erhalten sie die Kosten vom Hersteller ganz oder teilweise erstattet.

UNENTGELTLICHE RÜCKNAHME WIRD VON PPWR FÜR GEWERBLICHE VERPACKUNGEN NICHT VERLANGT
Es ist unstrittig, dass diese dezentrale Struktur verlässlich arbeitet und eine sichere Verwertung der Verpackungen gewährleistet – zumal diese regelmäßig über einen positiven Marktwert verfügen. Eine verpflichtende Herstellerorganisation mit unentgeltlicher Rücknahme würde diese gewachsenen Strukturen jedoch aufbrechen. Mit einer solchen Vorgabe entfiele die Möglichkeit für Anfallstellen, individuelle Verträge mit regionalen mittelständischen Entsorgern abzuschließen. Stattdessen würden große überregionale Anbieter, die eine flächendeckende Abdeckung versprechen, den Markt zunehmend dominieren – zum Nachteil des Mittelstands.

Die im Referentenentwurf vorgesehene neue Regelung droht somit eine Entwicklung zu begünstigen, die genau jene Marktverengung fördert, vor der sie eigentlich schützen sollte. An die Stelle eines vielfältigen, leistungsfähigen Wettbewerbs träte ein stark konzentrierter Markt, in dem nur wenige große Konzerne den Ton angeben und Transparenz wie Wettbewerb weiter erodieren. Rehbock: „Es ist aus unserer Sicht nicht erforderlich, das bewährte System zu ändern, denn eine unentgeltliche Rücknahme von gewerblichen Verpackungsabfällen wird in der PPWR gar nicht verlangt.“

Hinzu kommt ein weiterer kritischer Punkt: Einige Herstellerorganisationen bieten bereits selbst Entsorgungsleistungen an. Würde dies auch auf gewerbliche Verpackungen ausgeweitet, bestünde die Gefahr, dass Verwertungsströme und Recyclingquoten mit denen der systembeteiligungspflichtigen Verpackungen vermischt werden – ein Risiko für Transparenz und Nachvollziehbarkeit im gesamten System.

Der bvse warnt: Durch die verpflichtende Herstellerorganisation würden große Unternehmen den Markt übernehmen und mittelständische Betriebe verdrängen. „Dieses Modell führt geradewegs in eine kartellrechtlich problematische Konzentration“, betont Rehbock. „Wir haben in Deutschland gelernt, wie gefährlich zu große Marktanteile weniger Unternehmen sind. Es ist völlig unverständlich, jetzt sehenden Auges ein System zu errichten, das diese Probleme wieder heraufbeschwört.“

SICHERHEITSLEISTUNGEN (§ 15 ABS. 4): UNZUREICHENDER SCHUTZ FÜR DIEJENIGEN, DIE DAS RISIKO TRAGEN
Ein wesentlicher Streitpunkt betrifft aus Sicht des Mittelstandes auch die geplanten Sicherheitsleistungen. Diese sollen nach wie vor ausschließlich den Behörden zugutekommen, nicht aber den Entsorgungsunternehmen selbst – obwohl gerade sie im Insolvenzfall eines Systems die unmittelbaren Auswirkungen spüren. Rehbock kritisiert, dass Entsorger im Ernstfall weiterarbeiten müssen, weil sie mehrere Systeme parallel bedienen, aber dennoch keinen Zugriff auf die hinterlegten Sicherheiten hätten. Aus Sicht des Verbandes braucht es hier einen fairen Mechanismus, der auch diejenigen schützt, die das wirtschaftliche Risiko tatsächlich tragen. Eine Forderung, die der bvse seit mehr als 15 Jahren stellt. Jetzt sei eine hervorragende Gelegenheit für eine Änderung, die die mittelständischen Unternehmen stärken würde, betont der bvse-Hauptgeschäftsführer.

ÖKOMODULATION JETZT REFORMIEREN – BEVOR DIE RECYCLER AUFGEBEN MÜSSEN
Auch die Ökomodulation zählt zu den kritischen Punkten: Angesichts der wirtschaftlichen Lage vieler Kunststoffrecycler hält der bvse eine rasche Reform für zwingend notwendig. Die Existenz der Branche sei bedroht durch niedrige Rezyklatpreise und zweifelhafte Konkurrenz aus dem Ausland. Während andere EU-Länder längst wirksame Anreizsysteme eingeführt hätten, drohe Deutschland hier den Anschluss zu verlieren, denn die deutschen Kunststoffrecyclingunternehmen stehen unter massivem wirtschaftlichem Druck. Neben rückläufiger Nachfrage und sinkenden Erlösen für Rezyklate, belasten die Unternehmen vor allem die hohen Energiepreise. Gleichzeitig steigen die Produktionskosten in nahezu allen Bereichen. Eine Verzögerung wäre aus Sicht des bvse fatal für die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Recyclingwirtschaft.

Angesichts der äußerst schwierigen wirtschaftlichen Lage, insbesondere der Kunststoffrecycler, sieht der bvse dringenden politischen Handlungsbedarf. Notwendig ist insbesondere eine zeitnahe Anpassung der Ökomodulation, die durch eine Änderung des § 21 VerpackG umgesetzt werden könnte. Nach Einschätzung des Verbands wäre eine solche Reform auch mit der neuen EU-Verpackungsverordnung (PPWR) vereinbar. Die Erwägungsgründe lassen ausdrücklich zu, dass Mitgliedstaaten bestehende Systeme beibehalten dürfen, sofern diese einen bevorzugten und fairen Zugang zu recycelten Kunststoffen ermöglichen und damit zur Erreichung der Rezyklateinsatzquoten beitragen.

Ein Blick ins Ausland zeigt, dass entsprechende Schritte möglich und sinnvoll sind: Frankreich hat am 5. September 2025 eine Verordnung verabschiedet, die finanzielle Anreize für Hersteller festlegt, wenn diese recycelte Kunststoffe einsetzen. Besonders interessant sind Regelungen, die den Einsatz von Rezyklaten honorieren, die aus einem Umkreis von bis zu 1.500 Kilometern stammen und den europäischen Anforderungen entsprechen. Auch die Niederlande fördern im Rahmen ihrer Ökomodulation gezielt den Einsatz von Kunststoffrezyklaten. Vor diesem Hintergrund darf die Reform des § 21 VerpackG nicht weiter aufgeschoben werden. Auf die langwierigen europäischen Entscheidungsprozesse zur PPWR zu warten, wäre aus Sicht der Branche keine Option – dafür ist die Lage im deutschen Kunststoffrecycling zu ernst und zu dringlich.

Probleme sieht der bvse zudem bei der geplanten Zuordnung von Verbundverpackungen zum Hauptmaterial. Besonders faserbasierte Verbunde ließen sich weder zuverlässig im Papierstrom, noch in der Leichtverpackung erfassen. Dadurch drohen Qualitätsverluste, Verunreinigungen und zusätzliche Kosten, die letztlich das gesamte System belasten würden.

RÜCKWIRKENDE HERAUSGABEANSPRÜCHE MÜSSEN ABGESCHAFFT WERDEN
Kritik äußert der bvse auch am § 22 Absatz 4 des Referentenentwurfes, der rückwirkende Herausgabeansprüche der Systeme vorsieht. Nach Ansicht des Verbandes sollten Herausgabeansprüche jedoch beschränkt und nicht rückwirkend geltend gemacht werden können. Die rückwirkende Herausgabe erzeuge nämlich große Probleme bei den Drittbeauftragten, so der bvse. Soll Material aus Vormonaten ausgeliefert werden, ist dies oft bereits vermarktet und schlichtweg nicht mehr da. Im schlechtesten Fall müsse zusätzliches Material für die Herausgabe eingekauft werden. Eine Herausgabe verändert die zur Vermarktung zur Verfügung stehende Menge wesentlich. Herausgabeansprüche sollten daher bereits zum Vergabezeitpunkt für die ganze Vertragslaufzeit festgeschrieben werden.

WIRD EINE ORGANISATION FÜR REDUZIERUNG- UND PRÄVENTIONSMAßNAHMEN BENÖTIGT?
Im vorliegenden Gesetzentwurf wird die Gründung und Finanzierung einer Organisation für Reduzierung- und Präventionsmaßnahmen vorgeschrieben. Nach Ansicht des bvse geht der vorliegende Vorschlag in die völlig falsche Richtung. Er würde zusätzliche Bürokratie schaffen und die Hersteller mit unverhältnismäßig hohen Kosten belasten – ohne erkennbaren Mehrwert. Eine derartige Organisation ist in der PPWR nicht vorgesehen. Statt tatsächliche Verbesserungen zu erzielen, würden die entstehenden Kosten letztlich entlang der gesamten Wertschöpfungskette – bis hin zu den Verbraucherinnen und Verbrauchern – weitergereicht. Für Deutschland bedeute dies erneut höhere Kosten im Vergleich zu anderen EU-Mitgliedstaaten und damit Wettbewerbsnachteile.

Hinzu kommt: Die geforderten 5 Euro pro Tonne wirken sich je nach Stoffstrom sehr unterschiedlich aus. Während manche Bereiche kaum betroffen wären, würden andere überproportional belastet. Besonders deutlich wird dies am Beispiel Glas: Die pauschale Abgabe würde Glasverpackungen spürbar verteuern und so Marktverwerfungen begünstigen.

Statt ein weiteres kostenintensives bürokratisches Konstrukt zu schaffen, sollten die in der PPWR vorgesehenen Reduzierungs- und Präventionsmaßnahmen innerhalb der bestehenden Ökomodulation berücksichtigt werden. Herstellern könnte auferlegt werden, entsprechende Maßnahmen nachzuweisen – ein zusätzlicher Verwaltungsapparat ist dafür jedoch nicht erforderlich.

bvse-Hauptgeschäftsführer Eric Rehbock kritisiert: „Deutschland macht sich Gedanken darüber schlanker, effizienter zu werden, um Bürokratie abzubauen, aber das Bundesumweltministerium will eine neue Behörde schaffen, die niemand braucht. Das kann nicht wahr sein!“

RECYCLINGQUOTEN (§ 33 ABS. 2): ZWISCHEN REALISMUS UND ÜBERFORDERUNG
Auch die geplanten Recyclingquoten stehen in der Kritik. Der bvse fordert eine vorgezogene Einführung der Kunststoffquote als Baustein, um geeignete Rahmenbedingungen für das Kunststoffrecycling zu schaffen. Dagegen hält er die Glasquote von 90 Prozent für unrealistisch. Ein beträchtlicher Teil der Glasverpackungen lande bisher im Restmüll; außerdem werde das Netz der Glascontainer aus verschiedenen Gründen ausgedünnt. Die Quote sei in der vorgesehenen Form schlicht nicht erreichbar.

Schließlich verweist der Verband auf Risiken in der Governance der Zentralen Stelle. Durch zusätzliche Herstellerorganisationen verschiebe sich die Machtbalance zulasten der Entsorgungswirtschaft. Um faire Entscheidungsstrukturen zu gewährleisten, fordert der bvse eine stärkere Vertretung der mittelständischen Entsorger mit einem ständigen Sitz im Verwaltungsrat.

Quelle:

bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung

Patentanmeldungen der Medizintechnikbranche, China, USA, Deutschland, Europa (c) Bundesverband Medizintechnologie BVMed
Patentanmeldungen der Medizintechnikbranche, China, USA, Deutschland, Europa
10.12.2025

MedTech: Mehr europäische Patente als gedacht, China & USA global vorne

Die Medizintechnik-Branche meldet weitaus mehr Patente beim Europäischen Patentamt an als bisher bekannt. Das zeigt eine Studie des BVMed-Instituts zu den Patentanmeldungen der Branche von 2012 bis 2022. Die Untersuchung bezog dafür alle Bereiche der IPC-Patentklassifikation ein, die die Heterogenität der Branche realistisch abbildet. Im Ergebnis stiegen die Patentanmeldungen der MedTech-Branche jährlich bis auf über 21.000 Anmeldungen im Jahr 2021 an. „Besorgniserregend ist aber der Einbruch der Patentanmeldungen 2022 im europäischen Patentverfahren um 12,4 Prozent und im deutschen Patentverfahren um 22 Prozent“, so die Leiterin des BVMed-Instituts, Dr. Anne Spranger.

Der Studienbericht „Patentanmeldungen in der Medizintechnik 2012 bis 2022“ kann unter www.bvmed.de/institut abgerufen werden. Mit dieser Untersuchung legt das BVMed Institut erstmals eine Übersichtsarbeit zu der Innovationskraft der MedTech-Branche anhand der Patentanmeldungen vor. Neuere Daten sind aufgrund der 18-monatigen Offenlegungsfrist nur lückenhaft verfügbar.

Die Medizintechnik-Branche meldet weitaus mehr Patente beim Europäischen Patentamt an als bisher bekannt. Das zeigt eine Studie des BVMed-Instituts zu den Patentanmeldungen der Branche von 2012 bis 2022. Die Untersuchung bezog dafür alle Bereiche der IPC-Patentklassifikation ein, die die Heterogenität der Branche realistisch abbildet. Im Ergebnis stiegen die Patentanmeldungen der MedTech-Branche jährlich bis auf über 21.000 Anmeldungen im Jahr 2021 an. „Besorgniserregend ist aber der Einbruch der Patentanmeldungen 2022 im europäischen Patentverfahren um 12,4 Prozent und im deutschen Patentverfahren um 22 Prozent“, so die Leiterin des BVMed-Instituts, Dr. Anne Spranger.

Der Studienbericht „Patentanmeldungen in der Medizintechnik 2012 bis 2022“ kann unter www.bvmed.de/institut abgerufen werden. Mit dieser Untersuchung legt das BVMed Institut erstmals eine Übersichtsarbeit zu der Innovationskraft der MedTech-Branche anhand der Patentanmeldungen vor. Neuere Daten sind aufgrund der 18-monatigen Offenlegungsfrist nur lückenhaft verfügbar.

Insgesamt wurden im untersuchten Zehn-Jahres-Zeitraum von der MedTech-Branche über 200.000 Patente beim Europäischen Patentamt angemeldet. Die Branche verzeichnete einen kontinuierlichen Anstieg zwischen den Jahren 2012 bis 2020 auf über 21.000 Patentanmeldungen jährlich – ein Plus von fast 5.000 Patentanmeldungen oder 31 Prozent. 2022 ging die Zahl der Anmeldungen auf 18.447 Patente zurück. 

Die Gründe für den Rückgang 2022 müssten nach Ansicht des BVMed-Instituts noch näher untersucht werden. Wesentliche Gründe könnten die gestiegenen Anforderungen der europäischen Medizinprodukte- und In-Vitro-Diagnostika-Verordnung (MDR und IVDR) sein, die den Entwicklungsaufwand zum Teil erheblich erhöhen und die Entwicklungszeiten verlängern. Da Zulassungsprozesse oft fünf bis acht Jahre dauern, verkürzt sich die wirtschaftlich nutzbare Schutzdauer von Patenten drastisch – von ursprünglich 20 Jahren verbleiben häufig nur rund 12 Jahre effektiver Marktnutzen. Zudem wurden innerhalb der Unternehmen personelle und finanzielle Ressourcen für die regulatorischen Dokumentationspflichten der MDR und IVDR eingesetzt und standen der Forschung und Entwicklung nicht mehr zur Verfügung. 

Ein weiterer möglicher Grund sei eine Verlagerung der Unternehmensstrategie zur Geheimhaltung ohne Patentschutz – und damit ohne die Offenlegung der eigenen Technik. Auch eine Verwerfung durch die COVID-19-Pandemie kann durch die langen Offenlegungsfristen noch nicht ausgeschlossen werden. 

Eine besondere Rolle innerhalb der Patentanmeldung kommt dem Bereich „Diagnostik, chirurgische Instrumente und Abdeckungen“ zu. Mit knapp 40 Prozent aller Patentanmeldungen – insgesamt 72.000 – ist dieser Technologiebereich taktgebend in der MedTech-Branche. Mit 33.000 Patentanmeldungen folgt der Bereich der „Vorrichtungen zum Einbringen von Substanzen in den Körper“. Die Klasse der „Prothesen, Bandagen und implantierbaren Filter“ ist mit 26.000 Patentanmeldungen der drittstärkste Innovationsbereich. Die neu hinzugefügte Klasse der „Informations- und Kommunikationstechnik in der Medizin“ gewinnt rasch an Bedeutung und machte 2021 schon elf Prozent der Anmeldungen aus.

Die deutsche MedTech-Industrie ist ein Innovationstreiber im nationalen und europäischen Patentverfahren, weltweit allerdings weit abgeschlagen hinter den Forschungsstandorten China und den USA. So gehen 80 Prozent der Patentanmeldungen im betrachteten Zeitraum auf chinesische Entwicklungen zurück.

Quelle:

Bundesverband Medizintechnologie BVMed

Bild: JetalProduções, Pixabay
09.12.2025

Weihnachtsgeschäft weiter ohne Schwung: 2/3 der Händler unzufrieden

Das Weihnachtsgeschäft im Einzelhandel konnte auch in der Woche vor dem zweiten Advent nicht richtig an Fahrt aufnehmen. Nach einer aktuellen HDE-Trendumfrage unter rund 300 Unternehmen sind nur 22 Prozent der Händlerinnen und Händler mit den letzten Tagen zufrieden, 58 Prozent sind unzufrieden.

„Das war noch nicht der erhoffte Durchbruch, die Auswirkungen der schlechten Konsumstimmung sind nach wie vor deutlich spürbar“, so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Die HDE-Umfrage zeigt, dass das Weihnachtsgeschäft in der Woche vor dem zweiten Advent auf dem schwachen Niveau der Vorwoche verharrte. Dabei blieb die Lage uneinheitlich: So entwickelten sich die Geschäfte in städtischen Vororten und Stadtteilzentren überdurchschnittlich gut. Schaut man auf einzelne Branchen, so lief es beim Handel mit Unterhaltungselektronik und Spielwaren vergleichsweise gut. Hier waren über 30 Prozent zufrieden.

Das Weihnachtsgeschäft im Einzelhandel konnte auch in der Woche vor dem zweiten Advent nicht richtig an Fahrt aufnehmen. Nach einer aktuellen HDE-Trendumfrage unter rund 300 Unternehmen sind nur 22 Prozent der Händlerinnen und Händler mit den letzten Tagen zufrieden, 58 Prozent sind unzufrieden.

„Das war noch nicht der erhoffte Durchbruch, die Auswirkungen der schlechten Konsumstimmung sind nach wie vor deutlich spürbar“, so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Die HDE-Umfrage zeigt, dass das Weihnachtsgeschäft in der Woche vor dem zweiten Advent auf dem schwachen Niveau der Vorwoche verharrte. Dabei blieb die Lage uneinheitlich: So entwickelten sich die Geschäfte in städtischen Vororten und Stadtteilzentren überdurchschnittlich gut. Schaut man auf einzelne Branchen, so lief es beim Handel mit Unterhaltungselektronik und Spielwaren vergleichsweise gut. Hier waren über 30 Prozent zufrieden.

Hauptgrund für die vielerorts eher enttäuschte Stimmung der Händler: Die Besucherzahlen verharrten auf dem insgesamt schwachen Niveau der Vorwoche. Von zufriedenstellenden Frequenzen berichteten nur 22 Prozent der befragten Betriebe. Insgesamt sind aktuell zwei Drittel der Unternehmen (67 %) mit der Entwicklung des bisherigen Weihnachtsgeschäfts unzufrieden.

„Viele Handelsunternehmen leiden unter dem schwierigen Umfeld: Schlechte Verbraucherstimmung, hohe Energiepreise und wenig Licht am Ende des Tunnels machen es der Branche vielerorts schwierig, einen gelungenen Jahresabschluss hinzubekommen“, so Genth weiter. Hoffnung aber brachte der vergangene Samstag, der ähnlich wie in der Vorwoche für spürbare Impulse in den Hauptgeschäftslagen der Innenstädte sorgte.

„Die Menschen wollen auch in diesem Jahr zu Weihnachten ihre Liebsten beschenken. Viele schauen angesichts der vielen Unsicherheiten in der aktuellen internationalen und wirtschaftlichen Lage dabei aber mehr auf das Geld“, so Genth. Zudem bekomme die Branche die oft unfaire Konkurrenz aus Fernost zu spüren. So schätzt der HDE die Umsätze von Temu und Shein in Deutschland für November und Dezember in diesem Jahr auf bis zu eine Milliarde Euro. „Onlineplattformen und Onlinehändler aus Fernost halten sich oft nicht an unsere Regeln und Gesetze. In diesem unfairen Wettbewerb können die heimischen Händler nicht bestehen. Die Politik auf Bundes- und EU-Ebene muss endlich handeln und Verbraucher- sowie Umweltschutz und Besteuerung auch für diese Akteure wirkungsvoll durchsetzen“, so der HDE-Hauptgeschäftsführer.

Für das diesjährige Weihnachtsgeschäft in den Monaten November und Dezember erwartet der HDE insgesamt Umsätze in Höhe von 126,2 Milliarden Euro. Das entspricht im Vergleich zum Vorjahr einem Plus von 1,5 Prozent.

Quelle:

HDE Handelsverband Deutschland

09.12.2025

Verpackungskreisläufe mit verlässlichen Rahmenbedingungen und Innovation stärken

Die 8. Konferenz Verpackungsrecycling der Verbände AVU Allianz Verpackung und Umwelt, BDE Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Kreislaufwirtschaft und bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e. V., hat am 08. Dezember unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) rund 160 Teilnehmende aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Entsorgungswirtschaft zusammengeführt.

Vor dem Hintergrund neuer gesetzlicher Vorgaben und technischer Entwicklungen betonten die veranstaltenden Verbände, dass verlässliche, marktorientierte gesetzliche Leitplanken entscheidend sind, um Fortschritte in Recycling und Ressourceneffizienz langfristig abzusichern. Die Wirtschaft dürfe außerdem nicht mit zusätzlichen Kosten durch den Aufbau neuer Institutionen belastet werden. Dies müsse sich auch im neuen Verpackungs-Durchführungsgesetz klar widerspiegeln.

Die 8. Konferenz Verpackungsrecycling der Verbände AVU Allianz Verpackung und Umwelt, BDE Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Kreislaufwirtschaft und bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e. V., hat am 08. Dezember unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) rund 160 Teilnehmende aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Entsorgungswirtschaft zusammengeführt.

Vor dem Hintergrund neuer gesetzlicher Vorgaben und technischer Entwicklungen betonten die veranstaltenden Verbände, dass verlässliche, marktorientierte gesetzliche Leitplanken entscheidend sind, um Fortschritte in Recycling und Ressourceneffizienz langfristig abzusichern. Die Wirtschaft dürfe außerdem nicht mit zusätzlichen Kosten durch den Aufbau neuer Institutionen belastet werden. Dies müsse sich auch im neuen Verpackungs-Durchführungsgesetz klar widerspiegeln.

In seiner Eröffnungsrede betonte Carsten Träger, MdB, Parlamentarischer Staatssekretär im BMUKN, die Bedeutung verlässlicher regulatorischer Leitplanken für den Erfolg der Kreislaufwirtschaft in Deutschland: „Für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft braucht es klare und verlässliche Rahmenbedingungen. Nur wenn Planungssicherheit besteht, können Unternehmen investieren, Innovationen vorangetrieben werden und hochwertige Recyclingprozesse entstehen. Mit den aktuellen Weiterentwicklungen des Verpackungsrechts schaffen wir dafür die notwendigen Voraussetzungen“, erklärte Carsten Träger.

Einen Schwerpunkt der Konferenz bildete der Themenbereich Künstliche Intelligenz. Prof. Dr. Peter Buxmann von der Technischen Universität Darmstadt zeigte in seiner Keynote auf, wie KI die Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft vorantreibt und hohe Produktivitätssteigerungen ermöglicht. Menschliche Arbeit werde hierbei nur teilweise ersetzt und zunehmend in Kooperation mit Algorithmen erfolgen. Darauf aufbauend verdeutlichte Jens Bahnsen, Leiter der digitalen Unternehmensentwicklung bei Buhck Umweltservices, dass digitale Technologien in der Kreislaufwirtschaft nur dann erheblichen Mehrwert erzeugen, wenn sie sinnvoll in vorhandene Prozessketten integriert werden und praktische Probleme adressieren.

Die Gestaltung der Systeme der erweiterten Herstellerverantwortung für Verpackungen steht aktuell stark im Fokus der Gesetzgeber. Hierzu präsentierte die Agentur adelphi consult die Ergebnisse einer Vergleichsstudie zu nationalen Systemen in der EU. Die Analyse zeigt, dass erfolgreiche Systeme vor allem vollständige Kostendeckung, klare operative Zuständigkeiten und eine wirksame Aufsicht benötigen – Faktoren, die unmittelbar auch für die Umsetzung des neuen Verpackungsdurchführungsgesetzes relevant sind.

Die Verpackungs- und Kreislaufwirtschaft steht derzeit vor einer Vielzahl von Herausforderungen: Jens Kriete, Nachhaltigkeitsmanager bei Koehler Paper, stellte flexible papierbasierte Verpackungslösungen vor, die durch sehr gute Recyclingfähigkeit zur Erreichung von Klima- und Kreislaufzielen beitragen.

Marc Uphoff, bvse-Vizepräsident für das Glasrecycling, verdeutlichte die angespannte Situation auf dem Glasmarkt: Fehlende Absatzmärkte für Glasscherben und Schließungen von Glaswannen belasten den Glaskreislauf erheblich. Er betonte die Notwendigkeit stabiler Rahmenbedingungen, um die Verwertung von Glas langfristig zu sichern.

Auch Brände in Recyclinganlagen haben sich zu einer Gefahr für die Kreislaufwirtschaft entwickelt. Christian Hündgen, Geschäftsführer der Hündgen Entsorgungs GmbH & Co. KG und bvse-Landesvorsitzender von Nordrhein-Westfalen, erläuterte, dass wiederkehrende Brände für Betriebe eine existenzielle Bedrohung darstellen. Die Funktionsfähigkeit und Planungssicherheit der gesamten Recyclingwirtschaft stehen auf dem Spiel – dauerhaft wirksame Sicherheitskonzepte sind dringend erforderlich.

Die Beiträge der Konferenz machten deutlich, dass Fortschritte in Digitalisierung, Verpackungsinnovationen und Recyclingprozessen untrennbar mit stabilen politischen Rahmenbedingungen verbunden sind. Die Veranstalter BDE, bvse und AVU betonten, dass die erfolgreiche Weiterentwicklung der Kreislaufwirtschaft nur gelingt, wenn regulatorische Vorgaben, wirtschaftliche Anforderungen und Innovationen konsequent zusammengeführt werden. Die Branche benötigt hierfür praxisnahe, verlässliche und marktorientierte gesetzliche Vorgaben.

Quelle:

bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung