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Foto Messe Frankfurt, Valentin
20.07.2026

Heimtextil 2027: Carpets & Rugs mit neuer Struktur und Premiumsegment

Noch effizienter, noch marktnäher, noch zielgerichteter: Die Heimtextil 2027 stärkt ihre Position als führender Treffpunkt der globalen Teppichbranche und baut Carpets & Rugs entlang der Marktbedürfnisse weiter aus. Mit einer stärkeren Ausrichtung auf Vertriebskanäle integriert sich das Segment in die Produktwelten der Heimtextil. Hersteller, Handel, Industrie, Objektgeschäft profitieren von zusätzlichen Geschäftspotenzialen, Neukontakten und der effizienten Beschaffung ganzheitlicher Interior-Lösungen. Mit Carpets & Rugs Excellence entsteht zudem erstmals ein Premiumsegment für ausgewählte Volumenhersteller. Zahlreiche Keyplayer haben ihre Teilnahme für 2027 bestätigt.

Noch effizienter, noch marktnäher, noch zielgerichteter: Die Heimtextil 2027 stärkt ihre Position als führender Treffpunkt der globalen Teppichbranche und baut Carpets & Rugs entlang der Marktbedürfnisse weiter aus. Mit einer stärkeren Ausrichtung auf Vertriebskanäle integriert sich das Segment in die Produktwelten der Heimtextil. Hersteller, Handel, Industrie, Objektgeschäft profitieren von zusätzlichen Geschäftspotenzialen, Neukontakten und der effizienten Beschaffung ganzheitlicher Interior-Lösungen. Mit Carpets & Rugs Excellence entsteht zudem erstmals ein Premiumsegment für ausgewählte Volumenhersteller. Zahlreiche Keyplayer haben ihre Teilnahme für 2027 bestätigt.

Die Heimtextil 2027 vereint erneut die globale Teppichbranche in Frankfurt. Mit einer neuen Struktur orientiert sich Carpets & Rugs konsequent an den aktuellen Marktanforderungen und stärkt die Vernetzung entlang der Einkaufs- und Vertriebskanäle. Teppichanbieter integrieren sich gezielt in die Produktwelten der Heimtextil – und bündeln ganzheitliche Interior-Konzepte für den Fachhandel, Lösungen für Hospitality- und Objektprojekte sowie Angebote für das internationale Volumengeschäft. Hersteller profitieren von zusätzlichen Geschäftspotenzialen und Neukontakten. Einkäufer*innen erhalten einen direkten Zugang zu kompletten Einrichtungslösungen. „Unser Anspruch ist es, die Bedürfnisse des gesamten Teppichmarkts optimal abzubilden. Gemeinsam mit der Branche entwickeln wir Carpets & Rugs kontinuierlich weiter und schaffen eine noch zielgerichtetere Business-Plattform für Hersteller, Marken und Einkäufer*innen weltweit“, sagt Bettina Bär, Director Heimtextil. „Die starke Beteiligung bestätigt erneut die Relevanz der Heimtextil als Heimat der globalen Teppichindustrie in Frankfurt.“
 
Neue Geschäftspotenziale und starke internationale Beteiligung
Maschinengefertigte Teppiche sowie Anbieter von Fasern, Garnen und Technologien präsentieren sich künftig in Halle 3.1 im Umfeld von Decorative & Furniture Fabrics – mit direkter Anbindung an Fachhandel und Objektgeschäft. Handgeknüpfte Unikate, hochwertige Fußmatten und Bodenlösungen erweitern in Halle 3.0 den Bereich Interior Design Concepts: Windows, Wall & Floor mit ganzheitlichen Raumkonzepten. Die Hallen 11.0, 12.0 und 12.1 sind der Treffpunkt für Volumenhersteller und Großeinkäufer*innen aus aller Welt und ergänzen das Angebot um hand- und maschinengewebte Teppiche. Zahlreiche Marktführer und renommierte Marken haben ihre Teilnahme bereits bestätigt, darunter Agnee Innovates, Balta Industries, Bhadohi Carpets, Choudhary Exports, Fibre World, Hafizia Arts & Crafts, Heritage Overseas, Jaipur Rugs, Looms & Knots, Merinos, Oriental Weavers mit EFCO und MAC, Qayyum Exports, Ragolle Rugs, Rudra Rugs, Rugs INC., Unlimited Style Rugs, Teppich de Orienta sowie Verbatex. 
 
Qualität in jeder Größenordnung: neuer Bereich Carpets & Rugs Excellence

Mit Carpets & Rugs Excellence führt die Heimtextil 2027 in Halle 11.0 erstmals ein Premiumsegment für ausgewählte internationale Volumenhersteller der Teppichindustrie ein. Die von einer unabhängigen Fachjury ausgewählten Unternehmen stehen für hochwertige Produkte, exzellente Verarbeitung und Produktionskompetenz. Damit entsteht eine zentrale Anlaufstelle für Einkäufer*innen aus Handel, Hospitality und Objektgeschäft auf der Suche nach qualitätsorientierten Teppichlieferanten mit Odervolumen in jeder Größe. Das kuratierte Segment schafft Orientierung bei globalen Beschaffungsentscheidungen und unterstreicht den Qualitätsanspruch der Heimtextil.

Quelle:

Messe Frankfurt

Grafik: Schweizerische Textilfachschule STF
15.07.2026

Carpet Design Competition 2026

Die STF Schweizerische Textilfachschule und die Ruckstuhl AG laden zur Carpet Design Competition 2026 ein. 
 
Ein Teppich ist mehr als ein funktionales Objekt. Er prägt Räume, schafft Atmosphäre und verbindet Material, Farbe und Handwerk zu einer gestalterischen Einheit. Unter dem Wettbewerbsthema «Out of» suchen wir innovative Teppichentwürfe, die dieses Thema kreativ interpretieren.
 
Das Besondere
Die drei von der Jury ausgezeichneten Entwürfe werden von der Ruckstuhl AG als Unikate produziert und erstmals im Rahmen der Zurich Design Weeks 2026 präsentiert. Anschliessend werden die prämierten Teppiche an der STF End of Year Show sowie gegebenenfalls an weiteren Veranstaltungen der Ruckstuhl AG gezeigt. 
 
Zusätzlich werden ausgewählte Wettbewerbsentwürfe während der Zurich Design Weeks ausgestellt.
 
Nachhaltigkeit im Fokus

Die STF Schweizerische Textilfachschule und die Ruckstuhl AG laden zur Carpet Design Competition 2026 ein. 
 
Ein Teppich ist mehr als ein funktionales Objekt. Er prägt Räume, schafft Atmosphäre und verbindet Material, Farbe und Handwerk zu einer gestalterischen Einheit. Unter dem Wettbewerbsthema «Out of» suchen wir innovative Teppichentwürfe, die dieses Thema kreativ interpretieren.
 
Das Besondere
Die drei von der Jury ausgezeichneten Entwürfe werden von der Ruckstuhl AG als Unikate produziert und erstmals im Rahmen der Zurich Design Weeks 2026 präsentiert. Anschliessend werden die prämierten Teppiche an der STF End of Year Show sowie gegebenenfalls an weiteren Veranstaltungen der Ruckstuhl AG gezeigt. 
 
Zusätzlich werden ausgewählte Wettbewerbsentwürfe während der Zurich Design Weeks ausgestellt.
 
Nachhaltigkeit im Fokus
Für die Umsetzung steht eine von der Ruckstuhl AG definierte Farbpalette zur Verfügung. Diese setzt sich aus hochwertigen Wollgarnen aus Restbeständen sowie aus kleinen Produktionschargen zusammen, die künftig nicht mehr im regulären Sortiment verwendet werden können. Durch die gezielte Weiterverwendung dieser Materialien leistet der Wettbewerb einen Beitrag zu einem verantwortungsvollen und nachhaltigen Umgang mit Ressourcen und macht das Potenzial hochwertiger Out-of-Collection Materials sichtbar. 
 
Wer kann teilnehmen?
Der Wettbewerb steht allen Interessierten offen – unabhängig von Alter, Ausbildung oder beruflichem Hintergrund. Eine Zugehörigkeit zur STF ist nicht erforderlich. Auch Vorkenntnisse in der Teppichgestaltung oder im Tufting werden nicht vorausgesetzt.
 
Preise

  • Produktion der drei Siegerentwürfe als Unikate durch die Ruckstuhl AG
  • Präsentation im Rahmen der Zurich Design Weeks 2026
  • Gewinnerzertifikate für alle drei Preisträgerinnen und Preisträger
  • Gutschein für das Ruckstuhl Manufaktur Outlet im Wert von CHF 500.– für den ersten Platz

Einsendeschluss: 14. August 2026
Die vollständige Ausschreibung sowie die Farbpalette der Garne ist online verfügbar.

Quelle:

Schweizerische Textilfachschule STF

16.06.2026

CIRCULARITY Germany vergütet Textilabfall mit Rabatten auf Neuware

Der Textilrecycler sucht Unternehmen, die bereit sind, ihre Textilabfälle recyceln zu lassen und bietet im Gegenzug an, produzierte Textilien aus recycelten Rohstoffen preisreduziert zu kaufen.

CIRCULARITY Germany ist ein spezialisierter Hersteller besonders nachhaltiger und CO2-reduzierter Bekleidung. Sämtliche Produkte bestehen zu 100% aus recyceltem Material, verursachen bis zu 85% weniger CO2 und können erneut recycelt werden.

Zu den Standards gehören T-Shirts, Poloshirts, Sweatshirts, Hoodies, Jogginghosen, Unterwäsche, Oberhemden und Blusen, Kittel, Schürzen, Handtücher, Küchentücher und Putztücher, Socken und Strickhandschuhe, die allesamt nur von Spezialisten als Recyclingprodukte identifiziert werden können.

Bestehende Versorgungspartner wie Großhändler, Textildrucker und Textilwäschereien werden in die Kreislaufprozesse einbezogen und entwickeln im Team Materialkreisläufe fort.

Der Textilrecycler sucht Unternehmen, die bereit sind, ihre Textilabfälle recyceln zu lassen und bietet im Gegenzug an, produzierte Textilien aus recycelten Rohstoffen preisreduziert zu kaufen.

CIRCULARITY Germany ist ein spezialisierter Hersteller besonders nachhaltiger und CO2-reduzierter Bekleidung. Sämtliche Produkte bestehen zu 100% aus recyceltem Material, verursachen bis zu 85% weniger CO2 und können erneut recycelt werden.

Zu den Standards gehören T-Shirts, Poloshirts, Sweatshirts, Hoodies, Jogginghosen, Unterwäsche, Oberhemden und Blusen, Kittel, Schürzen, Handtücher, Küchentücher und Putztücher, Socken und Strickhandschuhe, die allesamt nur von Spezialisten als Recyclingprodukte identifiziert werden können.

Bestehende Versorgungspartner wie Großhändler, Textildrucker und Textilwäschereien werden in die Kreislaufprozesse einbezogen und entwickeln im Team Materialkreisläufe fort.

Die Lösungen von Circularity Germany bieten insbesondere dort Mehrwert, wo in der öffentlichen Hand größere Mengen an Berufs- und Mitarbeitenden-Kleidung beschafft, regelmäßig ersetzt und zugleich Nachhaltigkeits- bzw. Kreislaufwirtschaftsziele verfolgt werden. Durch textile Rücknahme- und Recyclingkonzepte können öffentliche Auftraggeber nachhaltige Beschaffungsstrategien sichtbar umsetzen und Ressourcenverbräuche reduzieren. Gleichzeitig gewinnen Anforderungen an nachhaltige Textilbeschaffung auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene zunehmend an Bedeutung.

Quelle:

CIRCULARITY Germany 

15.06.2026

bvse fordert wettbewerbsneutrale Textil-EPR

Die Einführung einer erweiterten Herstellerverantwortung (EPR) für Textilien stand im Mittelpunkt des 13. Internationalen Alttextiltags des bvse-Fachverbands Textilrecycling am 10. und 11. Juni in Bad Neuenahr. Zum Auftakt der Veranstaltung bekannte sich bvse-Hauptgeschäftsführer Eric Rehbock in seiner Eröffnungsrede vor über 100 Teilnehmenden ausdrücklich zur Einführung einer Textil-EPR. Entscheidend sei jedoch die konkrete Ausgestaltung des Systems.

Herstellerverantwortung ja, aber keine Zentralisierung
„Die geplante Herstellerverantwortung hat etwas Gutes, aber es muss gerecht und fair zugehen. Herstellerverantwortung heißt nicht, den Markt außer Kraft setzen. Das heißt, den Markt machen lassen, Wettbewerb zulassen und Wertschöpfung in allen Stufen: Sammlung, Sortierung, Verwertung sicherstellen.“ Rehbock betonte: Bestehende Sammel-, Sortier- und Verwertungsstrukturen müssten erhalten bleiben und weiterhin wettbewerblich organisiert werden.

Die Einführung einer erweiterten Herstellerverantwortung (EPR) für Textilien stand im Mittelpunkt des 13. Internationalen Alttextiltags des bvse-Fachverbands Textilrecycling am 10. und 11. Juni in Bad Neuenahr. Zum Auftakt der Veranstaltung bekannte sich bvse-Hauptgeschäftsführer Eric Rehbock in seiner Eröffnungsrede vor über 100 Teilnehmenden ausdrücklich zur Einführung einer Textil-EPR. Entscheidend sei jedoch die konkrete Ausgestaltung des Systems.

Herstellerverantwortung ja, aber keine Zentralisierung
„Die geplante Herstellerverantwortung hat etwas Gutes, aber es muss gerecht und fair zugehen. Herstellerverantwortung heißt nicht, den Markt außer Kraft setzen. Das heißt, den Markt machen lassen, Wettbewerb zulassen und Wertschöpfung in allen Stufen: Sammlung, Sortierung, Verwertung sicherstellen.“ Rehbock betonte: Bestehende Sammel-, Sortier- und Verwertungsstrukturen müssten erhalten bleiben und weiterhin wettbewerblich organisiert werden.

Eigentumsverantwortung als Voraussetzung für Qualität
Zugleich warnte Rehbock vor Fehlentwicklungen nach dem Vorbild anderer EPR-Systeme. „Wir haben unsere Erfahrungen mit den dualen Systemen gemacht – und in eine solche Situation möchten wir das System des Alttextilrecyclings in keinem Fall bringen.“ Qualitätsverluste seien insbesondere dann zu befürchten, wenn Sammler und Sortierer lediglich als Dienstleister ohne eigene Stoffstromverantwortung agierten. „Nur wer Eigentum an den Materialien hat, hat es auch in der Hand, Qualität zu erzeugen.“ 

stiftung ear als bewährtes Modell
Für die organisatorische Umsetzung einer zentralen Registrierungsstelle innerhalb einer Textil-EPR brachte Rehbock die stiftung ear ins Spiel. Das EPR-System müsse so ausgestaltet werden, „dass es nicht operativ tätig wird“, sondern den Wettbewerb arbeiten lasse.

„Daher ist auch unser Petitum, dass die stiftung ear die richtige Institution ist, um solch ein Register zu betreiben“, erklärte Rehbock. Die Einrichtung verfüge über langjährige Erfahrungen aus dem ElektroG.
„Eine neue Zentrale Stelle für Textilien macht keinen Sinn. Die stiftung ear ist ein bewährtes System, das weiß, wie der Markt funktioniert und keinen Einfluss auf den Markt nimmt.“

Nach Auffassung des bvse sollen Hersteller die Finanzierungs- und Zielverantwortung tragen. Gleichzeitig dürften Herstellerorganisationen keine ausschließliche Mengen- oder Stoffstromhoheit über Alttextilien erhalten. Private Sammler, Sortierer und Verwertungsunternehmen müssten als anerkannte Erfüllungsakteure in das künftige EPR-System eingebunden werden.

Branche kämpft mit Ultra Fast Fashion, Störstoffen und fehlenden Recyclingkapazitäten
Neben der Diskussion über die künftige Systemarchitektur verwies Rehbock auf die aktuellen Herausforderungen der Branche. Dazu gehörten insbesondere Ultra Fast Fashion-Importe, fehlende Recyclingkapazitäten und die zunehmende Verunreinigung der Sammelware.

„Es gibt mittlerweile Container, die bis zu 50 Prozent Restmüll enthalten“, sagte Rehbock. Dies verteuere die Sammlung, verschlechtere die Qualität der erfassten Ware und erschwere die weitere Verwertung. Gleichzeitig seien verlässliche gesetzliche Rahmenbedingungen erforderlich, um Investitionen in zusätzliche Recyclingkapazitäten zu ermöglichen.
Gedenk: Branche steht vor entscheidenden Weichenstellungen

 Der kommissarische Fachverbandsvorsitzende Marwin Gedenk ordnete in seiner Begrüßungsrede die aktuelle EPR-Debatte in die Entwicklung der vergangenen Jahre ein. Die Internationalen Alttextiltage des Fachverbands Textilrecycling hätten die Transformation der Branche kontinuierlich „von der Vision zur Regulierung, von der Regulierung zur Umsetzung und bis heute zur konkreten Ausgestaltung der zukünftigen Rahmenbedingungen für die textile Kreislaufwirtschaft“ begleitet.

Der bvse-Fachverband habe sich bereits frühzeitig mit den Auswirkungen einer Herstellerverantwortung beschäftigt und seit 2022 „viel Vorarbeit und Aufklärungsarbeit geleistet, was das ganze EPR-Thema so mit sich bringt“.

Mit Blick auf die aktuelle Marktsituation verwies Gedenk auf die Belastungen der Sammel- und Sortierunternehmen. Neben den Auswirkungen von Fast Fashion und Ultra Fast Fashion müsse dringend „eine Lösung für die für Sammler und Sortierer äußerst belastenden Störstoffe gefunden werden, bis ein EPR-System greift“.

Auch betonte Gedenk noch einmal die kritischen Folgen der fehlerhaft kommunizierten geltenden Getrenntsammlungspflicht für Alttextilien: „Das hat zu einem Chaos geführt, das die Branche jetzt gerade ausbaden muss.“

Für die weitere Ausgestaltung der Herstellerverantwortung beginne nun die entscheidende Phase: „Wir stehen gerade zwischen Eckpunktepapier und Referentenentwurf“, erklärte Gedenk. Die nun anstehenden politischen Entscheidungen werden „unsere Branche“ und jeden Beteiligten darin maßgeblich für die Zukunft prägen“, hob der Marwin Gedenk hervor.

08.06.2026

bvse: Keine Zentralisierung der Textil-EPR

Der bvse warnt Bundesumweltminister Carsten Schneider eindringlich vor einer Zentralisierung der geplanten erweiterten Herstellerverantwortung (EPR) für Textilien. In einem Schreiben an den Minister kritisiert der Verband die geplante Systemarchitektur im vorliegenden Eckpunktepapier zur nationalen Umsetzung der europäischen Textil-EPR und fordert stattdessen ein wettbewerblich organisiertes Modell, das bestehende Sammel-, Sortier- und Verwertungsstrukturen einbindet.

„Die mittelständisch geprägte Textilrecyclingwirtschaft unterstützt die Einführung einer Herstellerverantwortung ausdrücklich. Allerdings droht die derzeit diskutierte Ausgestaltung die mittelständisch geprägte Textilrecyclingwirtschaft erheblich zu benachteiligen“, betonte bvse-Hauptgeschäftsführer Eric Rehbock.

Der bvse warnt Bundesumweltminister Carsten Schneider eindringlich vor einer Zentralisierung der geplanten erweiterten Herstellerverantwortung (EPR) für Textilien. In einem Schreiben an den Minister kritisiert der Verband die geplante Systemarchitektur im vorliegenden Eckpunktepapier zur nationalen Umsetzung der europäischen Textil-EPR und fordert stattdessen ein wettbewerblich organisiertes Modell, das bestehende Sammel-, Sortier- und Verwertungsstrukturen einbindet.

„Die mittelständisch geprägte Textilrecyclingwirtschaft unterstützt die Einführung einer Herstellerverantwortung ausdrücklich. Allerdings droht die derzeit diskutierte Ausgestaltung die mittelständisch geprägte Textilrecyclingwirtschaft erheblich zu benachteiligen“, betonte bvse-Hauptgeschäftsführer Eric Rehbock.

Bestehende Strukturen dürfen nicht verdrängt werden
Nach Auffassung des bvse werden die bestehenden Sammel- und Verwertungssysteme heute überwiegend von privaten Unternehmen betrieben und nicht – wie häufig angenommen – von kommunalen oder karitativen Einrichtungen. Diese Unternehmen haben über Jahrzehnte erhebliche Investitionen in hochwertige Sammel-, Sortier- und Recyclingstrukturen getätigt, Arbeitsplätze geschaffen und eine qualitativ hochwertige Wiederverwendung und Verwertung von Alttextilien ermöglicht.

Insbesondere kritisch sieht der Verband die im Eckpunktepapier vorgesehene starke Stellung sogenannter Organisationen für Herstellerverantwortung (OfH).

„In der derzeit vorgesehenen Form droht das geplante System zu einer weitreichenden Zentralisierung von Stoffströmen und Marktstrukturen zu führen“, warnt Rehbock. Die vorgesehene Konstruktion berge die Gefahr, dass bestehende mittelständische Sammel-, Sortier- und Verwertungsunternehmen ihre wirtschaftliche Eigenständigkeit verlieren und künftig lediglich als abhängige Dienstleister innerhalb eines zentral gesteuerten Herstellersystems agieren könnten.

Zielkonflikte und Qualitätsverluste befürchtet
Besonders alarmiert zeigt sich der bvse über die Ankündigungen von GRS Pro, Stiftung GRS und Gesamtverband Textil und Mode zur Gründung einer „Gemeinsamen Stelle“ für die textile Herstellerverantwortung. Nach Einschätzung des bvse birgt die angekündigte Bündelung von Steuerungs-, Finanzierungs- und Verwertungsfunktionen bei wenigen systemnahen Akteuren erhebliche wettbewerbs- und kartellrechtliche Risiken. Marktbeherrschende Strukturen könnten entstehen und den Wettbewerb nachhaltig einschränken.

Darüber hinaus sieht der bvse einen grundlegenden Zielkonflikt. „Ausgerechnet jene Akteure, die wirtschaftlich von steigenden Produktionsmengen profitieren, sollen künftig maßgeblich die Entsorgungs- und Verwertungssysteme steuern. Dieser Zielkonflikt ist offensichtlich“, erklärt Rehbock.

Ein herstellergeführtes System werde zwangsläufig unter erheblichem Kostendruck stehen. Dadurch bestehe die Gefahr, dass hochwertige Wiederverwendung und Recyclingprozesse zugunsten kostengünstigerer Entsorgungswege verdrängt würden, was nicht nur zu einem Qualitätsverlust, sondern letztlich zu einem Rückschritt hinter bereits erreichte Umweltstandards führen würde.

„Es kann doch nicht sein, dass hier die gleichen massiven Fehler aus dem Dualen System der Verpackungsentsorgung, die zu einer immer schlechter werdenden Qualität des Recyclings geführt haben, wiederholt werden. Das wäre skandalös“, so Rehbock.

Nach Auffassung des bvse steht die vorgesehene Systemarchitektur zudem nicht im Einklang mit den Zielsetzungen der europäischen Abfallrahmenrichtlinie. Diese sehe ausdrücklich vor, bestehende Sammel- und Verwertungsstrukturen in neue EPR-Systeme einzubinden und Abfallbewirtschaftungsunternehmen als zentrale Akteure zu berücksichtigen.

bvse fordert kooperatives Wettbewerbsmodell
Der bvse spricht sich daher für ein alternatives, kooperatives Wettbewerbsmodell aus. Danach sollen Hersteller weiterhin die Finanzierungsverantwortung und die rechtliche Verantwortung für die Zielerreichung tragen. Sammlung, Sortierung, Wiederverwendung und Verwertung von Alttextilien sollen jedoch wettbewerblich organisiert bleiben. Private Entsorger, gemeinnützige Sammler, Kommunen, Re-Use-Organisationen und Sortierunternehmen sollen eigenständige Marktakteure mit diskriminierungsfreiem Zugang zu Sammelmengen bleiben.

Zudem fordert der Verband, private Sammel-, Sortier- und Verwertungsunternehmen gesetzlich als anerkannte Erfüllungsakteure der Herstellerverantwortung einzubinden. Herstellerorganisationen dürften dabei keine ausschließliche Mengen- oder Stoffstromhoheit über Alttextilien erhalten. Die Mengenbilanzierung, der Datenabgleich und die Zielkontrolle könnten durch eine neutrale Clearingstelle erfolgen.

Als Vorbild für eine wettbewerbsneutrale Organisation der Herstellerverantwortung verweist der bvse auf die Stiftung EAR im Bereich der Elektroaltgeräte.

„Die Stiftung hat bei den Elektroaltgeräten bewiesen, dass ein faires, wettbewerbsneutrales und rechtssicheres EPR-System, das keine Akteursgruppe bevorzugt oder benachteiligt, erfolgreich funktionieren kann“, so Rehbock.

Nach Auffassung des bvse würde ein solches Modell bestehende Investitionen schützen, zahlreiche Arbeitsplätze sichern sowie Wettbewerb, Innovation und mittelständische Vielfalt erhalten. Gleichzeitig könnten bestehende Sammel- und Verwertungsstrukturen erhalten bleiben, ohne funktionierende Infrastrukturen unnötig zu zerschlagen.

Auch die Finanzierung sollte nach Auffassung des bvse leistungsbezogen erfolgen. Unternehmen müssten EPR-Ausgleichszahlungen für nachweislich erbrachte Leistungen wie getrennte Sammlung, hochwertige Wiederverwendung, Vorbereitung zur Wiederverwendung und Recycling erhalten.

Fokus auf die eigentlichen Probleme des Textilmarktes
Der Verband fordert darüber hinaus, die eigentlichen Herausforderungen des Textilmarktes stärker in den Mittelpunkt der politischen Debatte zu rücken. Dazu zählen insbesondere Ultra-Fast-Fashion-Importe, mangelnde Recyclingkapazitäten, zunehmende Verunreinigungen der Sammelware, fehlende Produktverantwortung internationaler Onlineplattformen sowie unzureichende Anforderungen an Produktdesign und Recyclingfähigkeit.

„Wir lehnen die Herstellerverantwortung nicht ab. Vielmehr plädieren wir für ein kooperatives Wettbewerbsmodell, das die europarechtlichen Anforderungen erfüllt, ohne bestehende Marktstrukturen zu verdrängen“, erklärt Rehbock.

Abschließend appelliert der bvse an das Bundesumweltministerium, die weitere Ausgestaltung der Textil-EPR in einem offenen Dialog mit allen betroffenen Marktakteuren zu überarbeiten und die mittelständische Entsorgungs- und Recyclingwirtschaft gleichberechtigt einzubinden.

„Die bestehenden privaten und gemeinnützigen Sammel- und Verwertungsstrukturen sind kein Hindernis für die Kreislaufwirtschaft – sie sind ihre tragende Grundlage“, betont Rehbock.

Quelle:

bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung

Das Mercedes-Benz Museum bot den Rahmen für die Jahrestagung von Südwesttextil. ©Joshua Lehmann für Südwesttextil
Das Mercedes-Benz Museum bot den Rahmen für die Jahrestagung von Südwesttextil.
24.05.2026

80 Jahre Südwesttextil

Bei der Jahrestagung 2026 blickte Südwesttextil auf die wirtschaftlich schwierige Lage und auf acht Jahrzehnte Verbandsgeschichte zurück. 

Über 100 Vertreterinnen und Vertreter der baden-württembergischen Textil- und Bekleidungsindustrie sowie Gäste aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft kamen am Mittwoch, dem 20.05.2026, zur diesjährigen Jahrestagung des Verbands zusammen, die zugleich im Zeichen des 80-jährigen Jubiläums stand. Das Mercedes-Benz Museum bot den Rahmen für den Blick auf Geschichte, Innovation und Zukunftsorientierung der Industrie. Südwesttextil-Präsident Bodo Th. Bölzle erinnerte in seiner Rede an die Entstehungsgeschichte: „Seit 1946 ist aus Baden und Württemberg, aus Textil und Bekleidung, ein gemeinsamer Verband zusammengewachsen. Eine starke Gemeinschaft, die besonders in wirtschaftlich schwierigen Zeiten zusammensteht.“ 

Bei der Jahrestagung 2026 blickte Südwesttextil auf die wirtschaftlich schwierige Lage und auf acht Jahrzehnte Verbandsgeschichte zurück. 

Über 100 Vertreterinnen und Vertreter der baden-württembergischen Textil- und Bekleidungsindustrie sowie Gäste aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft kamen am Mittwoch, dem 20.05.2026, zur diesjährigen Jahrestagung des Verbands zusammen, die zugleich im Zeichen des 80-jährigen Jubiläums stand. Das Mercedes-Benz Museum bot den Rahmen für den Blick auf Geschichte, Innovation und Zukunftsorientierung der Industrie. Südwesttextil-Präsident Bodo Th. Bölzle erinnerte in seiner Rede an die Entstehungsgeschichte: „Seit 1946 ist aus Baden und Württemberg, aus Textil und Bekleidung, ein gemeinsamer Verband zusammengewachsen. Eine starke Gemeinschaft, die besonders in wirtschaftlich schwierigen Zeiten zusammensteht.“ 

Unter dem Leitgedanken „Gemeinsam für die textile Zukunft“ verband Südwesttextil die Perspektiven der Branche mit einer Einordnung der aktuellen wirtschaftlichen Lage. Die baden-württembergische Textil- und Bekleidungsindustrie ist mit Umsatzeinbußen und einem harten internationalen Wettbewerb konfrontiert – sowohl preis- als auch technologieseitig. Hohe Standortkosten und regulatorische Anforderungen verschärfen die Situation zusätzlich. 

Mit Blick auf diese gesamtwirtschaftliche Entwicklung sprach Bodo Th. Bölzle von tiefgreifenden Herausforderungen für den Standort und warnte vor einem gravierenden Verlust industrieller Wertschöpfung. Gleichzeitig machte er deutlich: „Wir werden – bei allen Herausforderungen – nicht in den Abgesang auf die Industrie einstimmen. Wir sind überzeugt von der Vielfalt der Industriezweige hier im Bundesland und, dass in der Zusammenarbeit zwischen allen Akteuren, auch diese Krise bewältigt werden kann.“ 

Die Textil- und Bekleidungsindustrie sieht sich als innovationsstarken und transformationserfahrenen Wirtschaftszweig, der aktiv zur Zukunft des Standorts beiträgt. Der Verband fordert deshalb einen wettbewerbsfähigen europäischen Wirtschaftsraum mit strategischen Partnerschaften, konsequentem Bürokratieabbau, schnellere und modernere staatliche Prozesse sowie faire Wettbewerbsbedingungen durch eine stärkere Kontrolle von Importstandards. Hinzu kommen Investitionen in digitale und energetische Infrastruktur sowie eine Reform des Vergaberechts, die Qualität und Langlebigkeit stärker berücksichtigt.

Mit Gastredner Wolfgang Bosbach nahm die Jahrestagung auch die aktuellen geopolitischen Entwicklungen in den Blick. Unter dem Titel „Krieg & Krisen – der neue Normalfall? Klartext bei Textil!“ sprach der ehemalige Bundestagsabgeordnete über aktuelle globale Konflikte, wirtschaftliche Unsicherheiten und die Folgen für Unternehmen und Industrie.

Zwischen Historie und Zukunft wurde bei der Jahrestagung vor allem eines deutlich: Der politische Handlungsbedarf ist angesichts der Bedrohung von Wettbewerbsfähigkeit und industrieller Wertschöpfung groß.

Quelle:

Verband der Südwestdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie Südwesttextil e.V.