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27.06.2025

HDE befürchtet Jobverluste durch empfohlene Anhebung des Mindestlohns

Nach der Entscheidung der Mindestlohnkommission warnt der Handelsverband Deutschland (HDE) vor den Folgen. Der HDE steht zu der unabhängigen Mindestlohnkommission, kritisiert aber vor allem die politische Einmischung im Vorfeld der heutigen Entscheidung scharf und fürchtet nun erhebliche Jobverluste im Einzelhandel. Mit Blick auf die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Branche, die sich seit sechs Jahren in der Rezession beziehungsweise Stagnation befindet, sei ein Mindestlohn in Höhe von 13,90 Euro zum 01.01.2026 sowie 14,60 Euro zum 01.01.2027 nicht mehr zu stemmen.

Nach der Entscheidung der Mindestlohnkommission warnt der Handelsverband Deutschland (HDE) vor den Folgen. Der HDE steht zu der unabhängigen Mindestlohnkommission, kritisiert aber vor allem die politische Einmischung im Vorfeld der heutigen Entscheidung scharf und fürchtet nun erhebliche Jobverluste im Einzelhandel. Mit Blick auf die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Branche, die sich seit sechs Jahren in der Rezession beziehungsweise Stagnation befindet, sei ein Mindestlohn in Höhe von 13,90 Euro zum 01.01.2026 sowie 14,60 Euro zum 01.01.2027 nicht mehr zu stemmen.

„Die Festlegung des Mindestlohns ist keine Sozialpolitik. Jobs müssen sich für Arbeitgeber in der Privatwirtschaft rechnen, sonst fallen sie weg. Die Entscheidung der Mindestlohnkommission setzt im Einzelhandel zahlreiche Stellen aufs Spiel“, so HDE-Präsident Alexander von Preen. Im Rahmen der gesetzlich vorgesehenen Gesamtabwägung hätte die unabhängige Mindestlohnkommission die schlechte konjunkturelle Lage der Branche sowie die drohenden Arbeitsplatzverluste stärker berücksichtigen müssen. „In der Privatwirtschaft ergeben sich Löhne aus der finanziellen Leistungsfähigkeit des Arbeitgebers und vor allem der Arbeitsproduktivität“, so von Preen weiter. Die Absicherung des Existenzminimums sei in Deutschland hingegen allein Aufgabe der staatlichen Sozialpolitik, nicht die der unabhängigen Mindestlohnkommission.

Der gesetzliche Mindestlohn wird damit nochmals um 13,9 Prozent angehoben. Dies entspricht seit seiner Einführung im Jahr 2015 einer Steigerung um insgesamt 71,8 Prozent. „Der Mindestlohn steigt viel schneller als die Tariflöhne und frisst sich immer tiefer in die geltenden Tarifstrukturen. Das kann auf Dauer so nicht funktionieren. Die Tarifautonomie ist aus gutem Grund verfassungsrechtlich geschützt“, betont von Preen. Diese Entwicklung sei besorgniserregend. Zu befürchten sei, dass die Preise in der Folge steigen müssen. „Am Ende gibt es dann nur Verlierer. Die Kaufkraft der Beschäftigten steigt nicht, die Wettbewerbsfähigkeit unseres Landes leidet und die Menschen müssen jetzt auch noch um ihren Job bangen“, so von Preen. „Eine so deutliche Mindestlohnerhöhung auf nahezu 15 Euro können die Händlerinnen und Händler nicht stemmen, erschwerend kommen die steigenden Lohnnebenkosten hinzu. Es drohen erhebliche Jobverluste. Die Entscheidung der Mindestlohnkommission wird gravierende Folgen für den Wirtschaftsstandort Deutschland haben“, warnt von Preen.

Kritisch bewertet der HDE die politische Einmischung. „Den Mindestlohn zu politisieren, ist populistisch und letztlich systembedrohend. Die Politik muss sich aus der Lohnfindung raushalten“, fordert von Preen. Die Mindestlohnkommission arbeite wissenschaftlich und unabhängig, das sei zu respektieren. „Die Mitglieder der Mindestlohnkommission sind einem starken Druck aus der Politik ausgesetzt. Es ist nicht mehr abzusehen, wie sich der Mindestlohn im nächsten Jahrzehnt entwickeln wird“, so von Preen. Dabei seien Händlerinnen und Händler gerade in diesen herausfordernden Zeiten auf Planbarkeit und Zuverlässigkeit angewiesen.

Quelle:

HDE Handelsverband Deutschland

27.06.2025

Partnernetzwerk wächst: Mehr als 1.000 Marken nutzen PrimaLoft-Technologie

Nachhaltigkeit und Komfort überzeugen: Zahlreiche deutsche und internationale Outdoor- und Sportunternehmen wie Vaude, Schöffel, adidas TERREX, Maloja, Löffler, Fjällräven, Helly Hansen, Rab und Salomon setzen auf PrimaLoft. Mittlerweile nutzen mehr als 1.000 Partner die Isolationslösungen von PrimaLoft. Entscheidend für den Erfolg ist das konsequente Engagement für Nachhaltigkeit, technischen Fortschritt und spürbaren Komfort.

PrimaLoft, Inc., ein führender Anbieter von leistungsstarken und nachhaltigen Isolationslösungen, hat mit dem Überschreiten der Schwelle von 1.000 Markenpartnern einen wichtigen Meilenstein erreicht. Als sogenannter „Ingredient Brand“ liefert das Unternehmen die technische Basis für viele Produkte im Outdoor- und Sportbereich – von Funktionsjacken über Hosen bis hin zu Schlafsäcken und Handschuhen. 

Nachhaltigkeit und Komfort überzeugen: Zahlreiche deutsche und internationale Outdoor- und Sportunternehmen wie Vaude, Schöffel, adidas TERREX, Maloja, Löffler, Fjällräven, Helly Hansen, Rab und Salomon setzen auf PrimaLoft. Mittlerweile nutzen mehr als 1.000 Partner die Isolationslösungen von PrimaLoft. Entscheidend für den Erfolg ist das konsequente Engagement für Nachhaltigkeit, technischen Fortschritt und spürbaren Komfort.

PrimaLoft, Inc., ein führender Anbieter von leistungsstarken und nachhaltigen Isolationslösungen, hat mit dem Überschreiten der Schwelle von 1.000 Markenpartnern einen wichtigen Meilenstein erreicht. Als sogenannter „Ingredient Brand“ liefert das Unternehmen die technische Basis für viele Produkte im Outdoor- und Sportbereich – von Funktionsjacken über Hosen bis hin zu Schlafsäcken und Handschuhen. 

Über 70 Prozent des PrimaLoft-Produktportfolios bestehen heute aus vollständig recycelten Materialien. Auf diese Weise konnten bislang mehr als 929 Millionen Plastikflaschen vor der Entsorgung auf Deponien oder dem Eintrag in Gewässer bewahrt werden – ein konkreter Beitrag zur Reduzierung von Plastikmüll und zur Förderung einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft.

Besonderes Augenmerk gilt der PrimaLoft® P.U.R.E.™ Technologie (Produced Using Reduced Emissions), mit der der CO₂-Ausstoß bei der Herstellung um mindestens 50 Prozent im Vergleich zu konventionellen Verfahren gesenkt wird. Seit Januar 2025 wird das Premiumprodukt PrimaLoft® Gold Insulation ausschließlich mit dieser umweltschonenden Technologie produziert – ein weiterer Beleg für das Engagement des Unternehmens, Verantwortung nicht nur in der Materialauswahl, sondern auch im Herstellungsprozess zu übernehmen.

Mit seiner Rolle als Ingredient Brand nimmt PrimaLoft eine besondere Position im Markt ein: Als technologische Grundlage für hochwertige Produkte arbeitet das Unternehmen eng mit seinen Partnern zusammen, bleibt für Endverbraucher:innen jedoch häufig im Hintergrund. Die Materialien von PrimaLoft ermöglichen es, Kund:innen Produkte anzubieten, die den Anforderungen aktiver Menschen gerecht werden und gleichzeitig die Ressourcen unseres Planeten schonen.

Quelle:

PrimaLoft

Wissenschftler:innen des Fachbereichs Textil-und Bekleidungstechnik der Hochschule Niederrhein präsentierten sich auf der AUTEX Konferenz in Dresden. Foto: HSNR
Wissenschftler:innen des Fachbereichs Textil-und Bekleidungstechnik der Hochschule Niederrhein präsentierten sich auf der AUTEX Konferenz in Dresden.
27.06.2025

Hochschule Niederrhein auf der AUTEX 2025

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Fachbereichs Textil- und Bekleidungstechnik der Hochschule Niederrhein (HSNR) haben sich auf der internationalen AUTEX (Association of Universities for Textiles) Konferenz 2025 in Dresden mit vielfältigen Beiträgen präsentiert. Die Konferenz, die vom 11. bis 13. Juni stattfand, zählt zu den weltweit führenden Plattformen für den wissenschaftlichen Austausch im Bereich Textilforschung.
 
Als neues Mitglied der AUTEX - seit 2024 vertreten, ermöglicht durch das Promotionsrecht für Hochschulen für Angewandte Wissenschaften durch das Promotionskolleg NRW - nutzten die Forschenden der HSNR die Gelegenheit, aktuelle Projekte und Forschungsergebnisse vorzustellen. Thematische Schwerpunkte lagen unter anderem in den Bereichen Recycling, Materialforschung, textile Technologien und innovative Lehrkonzepte.
 

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Fachbereichs Textil- und Bekleidungstechnik der Hochschule Niederrhein (HSNR) haben sich auf der internationalen AUTEX (Association of Universities for Textiles) Konferenz 2025 in Dresden mit vielfältigen Beiträgen präsentiert. Die Konferenz, die vom 11. bis 13. Juni stattfand, zählt zu den weltweit führenden Plattformen für den wissenschaftlichen Austausch im Bereich Textilforschung.
 
Als neues Mitglied der AUTEX - seit 2024 vertreten, ermöglicht durch das Promotionsrecht für Hochschulen für Angewandte Wissenschaften durch das Promotionskolleg NRW - nutzten die Forschenden der HSNR die Gelegenheit, aktuelle Projekte und Forschungsergebnisse vorzustellen. Thematische Schwerpunkte lagen unter anderem in den Bereichen Recycling, Materialforschung, textile Technologien und innovative Lehrkonzepte.
 
Leon Blanckart präsentierte das Projekt AlgaTex, in dem das Potenzial fädiger Südwasseralgen als Rohstoff für die Textilindustrie erforscht wird. Die bisherigen Materialentwicklungen weisen vielversprechende Eigenschaften für biobasierte Funktions- und technische Textilien auf. Dr. Anna Missong stellte Forschungsergebnisse aus dem Projekt SiWerTex vor, das sich mit dem chemischen Recycling flammgeschützter Polyestertextilien und der Identifikation geeigneter Rückgewinnungspfade von Wertstoffen beschäftigt.
 
Professor Dr. Boris Mahltig zeigte Möglichkeiten zur Färbung von Naturfasern mit Holzextrakten auf und veranschaulichte deren Potential für die Entwicklung vollständig biobasierter und nachhaltiger Textilien. Dr. Prisca Holderied stellte die Ergebnisse ihrer Promotion vor, in der ein neues Strickverfahren zur Herstellung innovativer Strukturen entwickelt und hinsichtlich seiner Eigenschaften untersucht wurde.
 
Lisa Gudehus berichtete über erste Ergebnisse des Projekts ReCircleTex, das am Center Textillogistik angesiedelt ist. Im Fokus stand die systematische Sortierung von Wäschereitextilien mithilfe von Nahinfrarot-Technologie um die Materialzusammensetzung zu identifizieren. Dr. Priscilla Reiners stellte eine neue Evaluierungsmethode vor, die das Stichverhalten von stichhemmender Bekleidung misst. Hierbei wird nicht nur die Tiefe des Stichs, sondern auch das Stichtrauma analysiert.
 
Im Lehrprojekt „Nachhal(l)tigkeit“ von Marie Christine Reuters wird das Thema Nachhaltigkeit in der Textil- und Bekleidungsindustrie in den Fokus gerückt. In dem neu entwickelten Wahlpflichtfach kommen moderne Lernmethoden wie das Problem-Based-Learning und der Flipped Classroom zum Einsatz.
 
Alexandra Glogowsky zeigte, wie sich mithilfe eines 3D-Druckverfahrens geschlossene, wasserdichte Beschichtungen präzise auf Textilien aufbringen lassen – passgenau und digital gesteuert. Leona Niemeyer beleuchtete den aktuellen Stand der Nutzung von Wärmepumpen in der Textilveredelung und skizzierte den bestehenden Forschungsbedarf zur Effizienzsteigerung und Systemintegration.

Quelle:

Hochschule Niederrhein

27.06.2025

Beschluss über Mindestlohnerhöhung belastet Wirtschaft

Südwesttextil bewertet die Erhöhung des Mindestlohns als herausfordernd in wirtschaftlich schwierigen Zeiten und fordert ein Ende der politischen Einmischungen. 

Die unabhängige Mindestlohnkommission hat in einer Gesamtabwägung eine Erhöhung in zwei Stufen von aktuell 12,82 Euro auf 13,90 Euro zum 01.01.2026 und zum 01.01.2027 auf 14,60 Euro einstimmig beschlossen.

Zuvor hat der Koalitionsvertrag einen Mindestlohn von 15 Euro im Jahr 2026 als erreichbar identifiziert. Südwesttextil hat dies wie viele andere Verbände als Widerspruch zur Unabhängigkeit der Mindestlohnkommission und Eingriff in die Tarifautonomie identifiziert.

Südwesttextil-Hauptgeschäftsführerin Edina Brenner erklärt: „Die konjunkturelle Lage in Deutschland ist nach wie vor sehr brisant. Eine Erhöhung des Mindestlohns ist vor diesem Hintergrund generell eine Belastung für die Wirtschaft. Die nunmehr erfolgte Gesamtabwägung, unabhängig von politischen Beeinflussungen und die Entscheidung für zwei Stufen bringt zumindest Planbarkeit. Wir erwarten daher von der Politik, dass diese Entscheidung akzeptiert und weitere Beeinflussungen oder Eingriffe unterlassen werden.“ 

Südwesttextil bewertet die Erhöhung des Mindestlohns als herausfordernd in wirtschaftlich schwierigen Zeiten und fordert ein Ende der politischen Einmischungen. 

Die unabhängige Mindestlohnkommission hat in einer Gesamtabwägung eine Erhöhung in zwei Stufen von aktuell 12,82 Euro auf 13,90 Euro zum 01.01.2026 und zum 01.01.2027 auf 14,60 Euro einstimmig beschlossen.

Zuvor hat der Koalitionsvertrag einen Mindestlohn von 15 Euro im Jahr 2026 als erreichbar identifiziert. Südwesttextil hat dies wie viele andere Verbände als Widerspruch zur Unabhängigkeit der Mindestlohnkommission und Eingriff in die Tarifautonomie identifiziert.

Südwesttextil-Hauptgeschäftsführerin Edina Brenner erklärt: „Die konjunkturelle Lage in Deutschland ist nach wie vor sehr brisant. Eine Erhöhung des Mindestlohns ist vor diesem Hintergrund generell eine Belastung für die Wirtschaft. Die nunmehr erfolgte Gesamtabwägung, unabhängig von politischen Beeinflussungen und die Entscheidung für zwei Stufen bringt zumindest Planbarkeit. Wir erwarten daher von der Politik, dass diese Entscheidung akzeptiert und weitere Beeinflussungen oder Eingriffe unterlassen werden.“ 

Quelle:

Verband der Südwestdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie e.V.

Dr. Roshan Paul © 10th International Convention on Colorants (COC 25), Mumbai, India
Dr. Roshan Paul
26.06.2025

Zwei Springer Nature Editor of Distinction Awards 2025 für ITA-Postdoc

Dr. Roshan Paul, Ph.D., wurde am 29. Mai 2025 mit zwei Springer Nature Editor of Distinction Awards 2025 für seine Beiträge als Herausgeber der Zeitschrift Cellulose ausgezeichnet.

Mit dem „Editorial Contribution Award“ würdigt Springer Nature seine sorgfältige Beurteilung der eingereichten wissenschaftlichen Arbeiten und sein entschiedenes Management des Peer-Review-Prozesses. So stellt Roshan Paul die wissenschaftliche Korrektheit der veröffentlichten Ergebnisse sicher.

Springer Nature ehrt Roshan Paul zusätzlich mit dem „Author Service Award“ und erkennt so seine außergewöhnlichen Leistungen bei der Verbesserung der Autorenerfahrung an. Damit gewährleistet Roshan Paul einen effizienten, konstruktiven und fairen Peer-Review-Prozess.

Roshan Paul arbeitet als Senior Program Manager und Platform Leader der Smart Finishing Group am Institut für Textiltechnik (ITA) der RWTH Aachen University.

Dr. Roshan Paul, Ph.D., wurde am 29. Mai 2025 mit zwei Springer Nature Editor of Distinction Awards 2025 für seine Beiträge als Herausgeber der Zeitschrift Cellulose ausgezeichnet.

Mit dem „Editorial Contribution Award“ würdigt Springer Nature seine sorgfältige Beurteilung der eingereichten wissenschaftlichen Arbeiten und sein entschiedenes Management des Peer-Review-Prozesses. So stellt Roshan Paul die wissenschaftliche Korrektheit der veröffentlichten Ergebnisse sicher.

Springer Nature ehrt Roshan Paul zusätzlich mit dem „Author Service Award“ und erkennt so seine außergewöhnlichen Leistungen bei der Verbesserung der Autorenerfahrung an. Damit gewährleistet Roshan Paul einen effizienten, konstruktiven und fairen Peer-Review-Prozess.

Roshan Paul arbeitet als Senior Program Manager und Platform Leader der Smart Finishing Group am Institut für Textiltechnik (ITA) der RWTH Aachen University.

Dr. Ritu Dhand, Chief Scientific Officer bei Springer Nature, kommentiert:
Wir sind stolz darauf, Dr. Pauls bemerkenswerte Beiträge durch die Editor of Distinction Awards zu würdigen. Indem wir ihn auszeichnen, erkennen wir die wichtige Rolle an, die er beim Management des Peer-Review-Prozesses spielt. Wir schätzen die Zeit und das Fachwissen, die er aufwendet, um Autoren bei der Verbesserung ihrer Manuskripte zu helfen, sehr. Herzlichen Glückwunsch und vielen Dank für Ihr Engagement für die Förderung der wissenschaftlichen Forschung.

Quelle:

Institut für Textiltechnik der RWTH Aachen University

Dorothee Stamm auf dem Fraunhofer Imaging Day in Berlin Foto Bundesverband Medizintechnologie BVMed
Dorothee Stamm auf dem Fraunhofer Imaging Day in Berlin
26.06.2025

BVMed: MedTech braucht institutionalisierten Dialog- und Strategieprozess

Einen „institutionalisierten Dialog- und Strategieprozess der Bundesregierung für die Leitwirtschaft Medizintechnik“ forderte die stellvertretende BVMed-Vorstandsvorsitzende Dorothee Stamm auf dem Fraunhofer Imaging Day in Berlin. Dabei sollte nicht nur das Ressort Gesundheit, sondern auch Wirtschaft und Forschung einbezogen werden. Bestenfalls würde die MedTech-Strategie dann „in eine Gesamtstrategie für die industrielle Gesundheitswirtschaft eingebettet werden“. Die BVMed-Vize betonte, dass die Medizintechnik im Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung als Leitwirtschaft anerkannt wurde: „Daran wird sich die Bundesregierung in vier Jahren messen lassen müssen.“

Die Medizintechnik sei zu Recht als Leitwirtschaft anerkannt, da sie gesellschaftlich relevant, sehr innovativ und dynamisch sowie wirtschaftlich bedeutsam sei. Die MedTech-Branche beschäftige über 210.000 Menschen, erwirtschafte einen Umsatz von über 41 Milliarden Euro und stehe für über 18 Milliarden Euro Bruttowertschöpfung – mit Ausstrahleffekten auf andere Branchen sogar über 38 Milliarden Euro Bruttowertschöpfung. 

Einen „institutionalisierten Dialog- und Strategieprozess der Bundesregierung für die Leitwirtschaft Medizintechnik“ forderte die stellvertretende BVMed-Vorstandsvorsitzende Dorothee Stamm auf dem Fraunhofer Imaging Day in Berlin. Dabei sollte nicht nur das Ressort Gesundheit, sondern auch Wirtschaft und Forschung einbezogen werden. Bestenfalls würde die MedTech-Strategie dann „in eine Gesamtstrategie für die industrielle Gesundheitswirtschaft eingebettet werden“. Die BVMed-Vize betonte, dass die Medizintechnik im Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung als Leitwirtschaft anerkannt wurde: „Daran wird sich die Bundesregierung in vier Jahren messen lassen müssen.“

Die Medizintechnik sei zu Recht als Leitwirtschaft anerkannt, da sie gesellschaftlich relevant, sehr innovativ und dynamisch sowie wirtschaftlich bedeutsam sei. Die MedTech-Branche beschäftige über 210.000 Menschen, erwirtschafte einen Umsatz von über 41 Milliarden Euro und stehe für über 18 Milliarden Euro Bruttowertschöpfung – mit Ausstrahleffekten auf andere Branchen sogar über 38 Milliarden Euro Bruttowertschöpfung. 

Zu den relevanten Themen der MedTech-Branche, die angegangen werden müssten, gehören Investitionen in Forschung und Entwicklung. Deutschland stehe hier in einem starken internationalen Wettbewerb um Investitionen und „sei hier nicht schnell genug“, so Stamm. Ein Aspekt sei das Thema Medizinforschung und Datennutzung. Hier plädierte sie für bundesweit einheitliche Datenschutzregelungen, um den aktuellen Flickenteppich zu beseitigen. Gleiches gelte für klinische Prüfungen. Hier würden der Branche Standardvertragsklauseln helfen. Einen Flickenteppich gebe es auch bei der Zulassung von Produktionsanlagen. Ein weiteres zentrales Thema sei der Innovationszugang, der in Deutschland eine große Herausforderung darstelle, vor allem für KI-basierte Produkte und Software. „Wir scheitern hier an Zulassungsbedingungen, die nicht an die neuen technologischen Entwicklungen angepasst sind“, so die BVMed-Vorständin. Wichtig sei auch, sich auf europäischer Ebene für innovationsfreundlichere Regulierungsprozesse einzusetzen. Die EU-Medizinprodukte-Verordnung (MDR) müsse zeitnah verbessert werden. „Und wir brauchen eine europaweite Harmonisierung beispielsweise von Datennutzung und Cloud-Lösungen.“

Hightech-Agenda soll im Sommer 2025 starten
Prof. Dr. Veronika von Messling, Abteilungsleiterin Lebenswissenschaften im Bundesforschungsministerium, beleuchtete die großen Fortschritte in der medizinischen Versorgung – und die überragende Rolle, die die Medizintechnik dabei spielt. Deutschland sei in der Medizinforschung sehr stark aufgestellt. Die Bundesregierung unterstützt die Forschungsbemühungen mit dem Gesundheitsforschungs-Rahmenprogramm. Der klare Fokus liege dabei auf dem Nutzen für den Menschen.

„Medizintechnische Verfahren sind aber nicht nur für die Versorgung, sondern auch für den Wirtschaftsstandort von großer Bedeutung. Deutschland braucht Spitzentechnologien. Das gilt es zu erhalten und weiterzuentwickeln“, so die Ministeriumsvertreterin. „Wir müssen das wirtschaftliche Potenzial optimal nutzen. Forschung, Versorgung und wirtschaftlicher Erfolg sind kein Widerspruch.“ Dafür müssten Technologien so schnell wie möglich in eine breite Anwendung gebracht werden. Dieser Transfer in die Anwendung werde im Rahmen der Hightech-Agenda der neuen Bundesregierung gezielt gefördert werden. Die Agenda soll bereits im Sommer 2025 starten, kündigte die BMBFR-Abteilungsleiterin an.

Ziel der Bundesregierung sei es, mit der HighTech-Strategie Deutschland als Top-Technologiestandort zu erhalten und damit Wertschöpfung zu generieren. Ein weiteres Ziel sei es, die Sichtbarkeit der Forschungsaktivitäten zu erhöhen. Denn: „Gute Forschung und schnelle Umsetzung wirken wie ein Magnet – auch in Richtung Unternehmen und Top-Talente. Deutschland wird damit als attraktiver Standort auch resilienter“, so von Messling.

Rahmenbedingungen für Gesundheitsforschung verbessern
Prof. Dr. Axel Müller-Groeling, Fraunhofer-Vorstand für Forschungsinfrastrukturen und Digitalisierung, verwies darauf, dass die Anerkennung der Medizintechnik als Leitwirtschaft im neuen Koalitionsvertrag die Bedeutung zeige, die die Bundesregierung auch der Gesundheitsforschung und der individualisierten Medizin zumesse. Er appellierte an alle Akteur:innen der medizintechnischen Forschung und Anwendung, gemeinsam an einem Strang zu ziehen, um den medizintechnischen Fortschritt schnell in die Anwendung zu bringen. Er forderte zudem, die Rahmenbedingungen für Gesundheitsforschung in Deutschland weiter zu verbessern.

Prof. Dr. Thorsten M. Buzug, Geschäftsführender Direktor der Fraunhofer-Einrichtung für Individualisierung und Zellbasierte Medizintechnik (IMTE), nannte für die Wachstumschancen in der medizinischen Bildgebungsbranche vor allem drei Treiber:

  1. Demografischer Wandel und zunehmende Krankheitslast der alternden Bevölkerung wie altersbedingte Erkrankungen oder die Zunahme chronischer Krankheiten. 
  2. Steigendes Bewusstsein für Früherkennung und Prävention wie Screening-Programme zur Früherkennung oder personalisierte Medizin.
  3. Technologische Innovationen wie künstliche Intelligenz, Fortschritte bei Geräten sowie Telemedizin und Cloud-Bildgebung.
Quelle:

Bundesverband Medizintechnologie BVMed