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Gestrickter Sportgurt für den postnatalen Aufbau der tiefen Bauch- und Beckenbodenmuskulatur Copyright: STFI/Weißensee KHB
Gestrickter Sportgurt für den postnatalen Aufbau der tiefen Bauch- und Beckenbodenmuskulatur
26.02.2026

Techtextil 2026: STFI zeigt Impulse für die textile Kreislaufwirtschaft

Das Sächsische Textilforschungsinstitut e.V. (STFI) begleitet Unternehmen mit einem Fokus auf Nachhaltigkeit, Umwelt und Gesundheit. Es bietet zukunftsorientierte Forschung, Textilprüfung für passgenaue Lösungen und Zertifizierung von persönlicher Schutzausrüstung. Auf der Techtextil 2026 präsentiert das Chemnitzer Institut Impulse für die textile Kreislaufwirtschaft und stellt Lösungen für ein gesundes und sicheres Leben vor.  

Das Sächsische Textilforschungsinstitut e.V. (STFI) begleitet Unternehmen mit einem Fokus auf Nachhaltigkeit, Umwelt und Gesundheit. Es bietet zukunftsorientierte Forschung, Textilprüfung für passgenaue Lösungen und Zertifizierung von persönlicher Schutzausrüstung. Auf der Techtextil 2026 präsentiert das Chemnitzer Institut Impulse für die textile Kreislaufwirtschaft und stellt Lösungen für ein gesundes und sicheres Leben vor.  

Die Messehighlights: 
Soundkabine – Ruheinsel mitten im Messetrubel 

Beim chemischen Recycling textiler Mischfraktionen fallen textile Reststoffe an, die aktuell meist nicht stofflich genutzt, sondern thermisch verwertet oder beseitigt werden. Für eine weitere Kreislaufführung untersucht das STFI in Kooperation mit dem Unternehmen Refresh Global effiziente Aufbereitungs- und Verarbeitungsverfahren, um diese textilen Reststoffe einer erneuten Nutzung zuzuführen. Einsatz können diese in schallabsorbierenden Designprodukten, wie z.B. Akustikwänden oder -möbeln finden. Für die Verarbeitung dieser textilen Reststoffe eignen sich vor allem Vliesbildungsverfahren. Am STFI werden die Rezyklate auf Technikumsanlagen im Labor- bzw. im semiindustriellen Maßstab mechanisch aufbereitet, bevor sie zu einem Vlies gelegt und verfestigt werden. Durch entsprechende Veredlung kann ergänzend eine optisch entsprechende Decklage direkt auf dem Vliesstoff integriert werden. Die Konfektionierung der gefertigten Vliesstoffe zu schallabsorbierenden Designprodukten erfolgt durch den industriellen Partner des Projekts. Auf der Techtextil zeigen wir eine Soundkabine, die die Leistungsfähigkeit dieser akustisch wirksamen Vliesstoffe veranschaulicht. 
 
Sportgurt auf Basis von modulierten Mittelfrequenzen für mobile Anwendungen zum postnatalen Muskelaufbau der tiefen Bauch- und Beckenbodenmuskeln 
Ein Team aus Unternehmen und Forschungseinrichtungen entwickelte ein neuartiges Smart Textile zur Stimulation und Kräftigung der tiefen Bauch- und Beckenbodenmuskulatur mittels modulierten Mittelfrequenzen (EMA), speziell für die mobile Anwendung im Wochenbett und danach. Dazu wurde ein textiler Gurt mittels Stricktechnologie konzipiert, der Bauch, Oberschenkel und Po umfasst und Elektroden an den relevanten Muskelzonen integriert. Die Elektroden sind waschbar im Gurtsystem fixiert und der Gurt passt sich durch seine textile Konstruktion an den abnehmenden Körperumfang der Nutzerin an. Die miniaturisierte, akkubetriebene Steuerung wird am Gurt befestigt und kann über eine abnehmbare Fernbedienung bedient werden. Das System ist leicht anzulegen, komfortabel, intuitiv nutzbar und schränkt die Bewegungsfreiheit nicht ein. Dadurch eignet es sich besonders für den Heimgebrauch und die alltagsnahe Rückbildung nach der Geburt. 
 
Keilerschutzhose schützt vor Stich- und Schnittverletzungen und vor Wildschweinangriffen 
Insbesondere in der Forst- und Jagdwirtschaft sind Arbeitskräfte hohen Gefährdungen durch Prallverletzungen ausgesetzt, die aus Angriffen von Schwarzwild resultieren. Herkömmliche Schutzbekleidung bietet oft nur Schutz gegen Stich- oder Schnittverletzungen. Das STFI hat daher ein Textilkonzept entwickelt, das den vorhandenen Schutzgrad um einen Prallschutz erweitert und somit den gesamtheitlichen Schutz der Anwender im praktischen Arbeitsumfeld erhöht. Um bis zu 20 Prozent konnte der Impakt eines Schlags im Versuch gedämpft werden. Wir zeigen exemplarisch eine Hose, in der spezielle Prallschutzgewirke eingearbeitet sind. Je nach Anforderung können die Prallschutzelemente auch recyclinggerecht konstruiert werden. Speziell eingewirkte Scharniere erhöhen zudem den Tragekomfort der Arbeitshose.  

MC4 – Wertstoffkreisläufe für Carbon- und Glasfaserverbundwerkstoffe optimieren 
Hochleistungsfaserstoffe aus Carbon und Glas haben nicht nur wegen ihrer energieintensiven Herstellung einen erheblichen ökologischen Fußabdruck. Hohe Verschnittmengen im Herstellungsprozess und die Wiederverwendung der Rohstoffe am Ende des Produktlebenszyklus bieten für die Zukunft enormes Recyclingpotenzial. MC4 (Multi-level Circular Process Chain for Carbon and Glass Fibre Composites) ist ein europäisches Projekt zur Förderung zirkulärer Ansätze für Carbon- und Glasfaserverbundwerkstoffe. Diese Materialien sind aufgrund ihrer Leichtbaueigenschaften und guten mechanischen Kennwerte in vielen technischen Anwendungen unverzichtbar. Das Projektkonsortium hat daran gearbeitet, die europäischen Wertschöpfungsketten für Carbon- und Glasfasern ökologisch und wirtschaftlich effizienter zu gestalten und zeigt sowohl am Stand des STFI die durchgeführten Entwicklungsarbeiten und das technisch Machbare an ausgewählten Demonstratoren. 

(c) Institut für Textiltechnik (ITA) der RWTH Aachen University
26.02.2026

ITA: Thermomechanisches Textilrecycling mit Pelletpresse

Das Technikum des Instituts für Textiltechnik (ITA) der RWTH Aachen University ist seit Ende 2025 mit einer Pelletpresse des Herstellers Amandus Kahl GmbH & Co. KG, Reinbek ausgestattet. Mit dieser Presse können zerkleinerte synthetische Textilien mit einem Durchsatz von bis zu 25 kg/h effizient verdichtet und zu Pellets mit einem Durchmesser von 4 mm verarbeitet werden.

Die erzeugten Pellets zeichnen sich durch eine homogene Geometrie, eine definierte Schüttdichte sowie eine geeignete Rieselfähigkeit aus. Dadurch lassen sie sich zuverlässig dosieren und kontinuierlich einem Extruder zuführen. Dies schafft die prozesstechnische Voraussetzung für das thermomechanische Textilrecycling im Pilotmaßstab am ITA.

Zur aktuellen Forschung am Institut gehört das thermomechanische Recycling von Reinigungstextilien aus Polylactid (PLA). Die Beschaffung der Pelletpresse erfolgte innerhalb des Forschungsprojekts RePLAy. Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt fördert das Projekt im Rahmen des Innovationsraums BIOTEXFUTURE. 

Das Technikum des Instituts für Textiltechnik (ITA) der RWTH Aachen University ist seit Ende 2025 mit einer Pelletpresse des Herstellers Amandus Kahl GmbH & Co. KG, Reinbek ausgestattet. Mit dieser Presse können zerkleinerte synthetische Textilien mit einem Durchsatz von bis zu 25 kg/h effizient verdichtet und zu Pellets mit einem Durchmesser von 4 mm verarbeitet werden.

Die erzeugten Pellets zeichnen sich durch eine homogene Geometrie, eine definierte Schüttdichte sowie eine geeignete Rieselfähigkeit aus. Dadurch lassen sie sich zuverlässig dosieren und kontinuierlich einem Extruder zuführen. Dies schafft die prozesstechnische Voraussetzung für das thermomechanische Textilrecycling im Pilotmaßstab am ITA.

Zur aktuellen Forschung am Institut gehört das thermomechanische Recycling von Reinigungstextilien aus Polylactid (PLA). Die Beschaffung der Pelletpresse erfolgte innerhalb des Forschungsprojekts RePLAy. Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt fördert das Projekt im Rahmen des Innovationsraums BIOTEXFUTURE. 

Von Sumatrix hergestellte bakterielle Zellulosefolie. Foto: Sumatrix Biotech (CC BY-NC 4.0)
Von Sumatrix hergestellte bakterielle Zellulosefolie.
24.02.2026

Vegane und kreislauffähige Lederalternativen aus biotechnologisch gewonnener Zellulose

Fabulose ist der Name eines von der EU finanzierten Projekts, das von den Deutschen Instituten für Textil- und Faserforschung (DITF) koordiniert wird. Das Konsortium besteht aus führenden Forschungsinstituten, Biotech-Innovatoren und Industrieakteuren. Ziel ist es, leistungsstarke, biobasierte und recycelbare lederähnliche Stoffe herzustellen. Dabei werden effiziente biotechnologische Produktionsverfahren für bakterielle Zellulose, Cyanophycin und bakterielle Pigmente eingesetzt.

Derzeitige Lederalternativen werden entweder aus erdölbasierten Kunststoffen hergestellt, die nicht recycelbar sind, oder sie sind zumindest teilweise biobasiert, aber schwer zu skalieren und zu recyceln.

Deshalb zielt das vom Circular Bio-based Europe Joint Undertaking (CBE JU) unterstützte Projekt darauf ab, tierische Materialien zum Beispiel in der Automobil-, Mode- oder Polstermöbelbranche durch nachhaltige Alternativen zu ersetzten.

Fabulose ist der Name eines von der EU finanzierten Projekts, das von den Deutschen Instituten für Textil- und Faserforschung (DITF) koordiniert wird. Das Konsortium besteht aus führenden Forschungsinstituten, Biotech-Innovatoren und Industrieakteuren. Ziel ist es, leistungsstarke, biobasierte und recycelbare lederähnliche Stoffe herzustellen. Dabei werden effiziente biotechnologische Produktionsverfahren für bakterielle Zellulose, Cyanophycin und bakterielle Pigmente eingesetzt.

Derzeitige Lederalternativen werden entweder aus erdölbasierten Kunststoffen hergestellt, die nicht recycelbar sind, oder sie sind zumindest teilweise biobasiert, aber schwer zu skalieren und zu recyceln.

Deshalb zielt das vom Circular Bio-based Europe Joint Undertaking (CBE JU) unterstützte Projekt darauf ab, tierische Materialien zum Beispiel in der Automobil-, Mode- oder Polstermöbelbranche durch nachhaltige Alternativen zu ersetzten.

Mit dem Einsatz fortschrittlicher Fermentationstechniken, Abfallströme als Rohstoffe und KI-gesteuerte Prozessoptimierung wird Fabulose effizient bakterielle Zellulose, Cyanophycin und bakterielle Pigmente produzieren und dabei die Umweltbelastung minimieren. Die biobasierten Materialien werden in einer Beschichtungsformulierung kombiniert, die die Haltbarkeit und Ästhetik von traditionellem Leder nachahmt. Die HighPerCell®-Technologie der DITF ermöglicht das erneute Verspinnen von bakterieller Zellulose zu Filamenten, die zu recycelten Textilträgern verarbeitet werden, die eine hohe Zugfestigkeit bieten und keine giftigen Stoffe beinhalten.

Statt einzelne Partien (Batches) zu bearbeiten, ermöglicht die Technologie zudem einen Rolle-zu-Rolle-Produktionsprozess, der die zukünftige Skalierung zu einer kostengünstigen Massenproduktion vereinfacht.

Um optimale Materialeigenschaften zu bestimmen, wurden im Projekt die Marktanforderungen erhoben. Ökodesign- und Safe-by-Design-Prinzipien bewerten potenzielle Risiken und stellen sicher, dass Sicherheits- und Nachhaltigkeitsziele erfüllt werden. Ein Digital-Twin-Framework wird wichtige Prozessparameter für die Optimierung und Überwachung der Materialleistung umfassen.

Zusammenfassung der wichtigsten Projektinnovationen:

  • Verwendung von Fermentationsprodukten zur schnellen und kostengünstigen Herstellung von Rohmaterialien
  • Kultivierung von Mikroorganismen auf Abfallstoffen und CO₂ zur Senkung der Produktionskosten und Verringerung der Umweltbelastung
  • Recycling von bakterieller Zellulose zu Filamenten mittels Spinnverfahren zur Herstellung von Textilien mit gleichbleibender und hochwertiger Qualität.
  • Entwicklung von Produktionsprozessen für Cyanophycin zur Herstellung strapazierfähiger Beschichtungen und Veredelungen.
  • Entwicklung eines Rolle-zu-Rolle-Produktionsprozesses zur Vereinfachung der zukünftigen Skalierung.

Projektpartner
Das Fabulose-Projekt hat eine Laufzeit von 3,5 Jahren und ein Budget von ca. 3,5 Millionen Euro.

Das Konsortium umfasst zehn Partner aus sechs europäischen Ländern, die die gesamte Wertschöpfungskette von der Forschung bis zur praktischen Anwendung abdecken:

Deutsche Institute für Textil- und Faserforschung Denkendorf (DITF) (Deutschland), Next Technology Tecnotessile Societa Nazionale (Italien), Universität Maribor (Slowenien), Sumatrix Biotech (Türkei), VTL GmbH (Österreich), Novis GmbH (Deutschland), Melina Bucher (Deutschland), Benecke-Kaliko GmbH (Deutschland), Konrad Hornschuch GmbH (Deutschland), Universität Aveiro (Portugal) und Steinbeis 2i GmbH (Deutschland).

© CWS Workwear
18.02.2026

EcoVadis-Goldstatus für CWS Workwear

CWS Workwear, ein führender Anbieter von Workwear as a Service, hat erstmals den Goldstatus von EcoVadis auf Ebene der CWS Workwear-Unternehmensgruppe erreicht und gehört damit zu den besten fünf Prozent der weltweit bewerteten Unternehmen. Für CWS Workwear ist EcoVadis ein externer und wichtiger Gradmesser für die Wirksamkeit ihrer ESG-Strategie und unterstreicht damit die Rolle als führender Anbieter von Berufs-, Arbeits- und Schutzbekleidung im Servicemodell.

Top-Performance in Umwelt und Beschaffung
Das diesjährige Ranking zeigt für CWS Workwear eine deutliche Verbesserung in allen vier Bewertungskriterien gegenüber dem Vorjahr. Besonders stark hat sich das Unternehmen dabei in den Bereichen Umwelt sowie nachhaltige Beschaffung entwickelt. Der EcoVadis-Goldstatus steht für ein verlässliches Lieferkettenmanagement mit klar definierten Standards, Transparenz und langfristigen Partnerschaften.

CWS Workwear, ein führender Anbieter von Workwear as a Service, hat erstmals den Goldstatus von EcoVadis auf Ebene der CWS Workwear-Unternehmensgruppe erreicht und gehört damit zu den besten fünf Prozent der weltweit bewerteten Unternehmen. Für CWS Workwear ist EcoVadis ein externer und wichtiger Gradmesser für die Wirksamkeit ihrer ESG-Strategie und unterstreicht damit die Rolle als führender Anbieter von Berufs-, Arbeits- und Schutzbekleidung im Servicemodell.

Top-Performance in Umwelt und Beschaffung
Das diesjährige Ranking zeigt für CWS Workwear eine deutliche Verbesserung in allen vier Bewertungskriterien gegenüber dem Vorjahr. Besonders stark hat sich das Unternehmen dabei in den Bereichen Umwelt sowie nachhaltige Beschaffung entwickelt. Der EcoVadis-Goldstatus steht für ein verlässliches Lieferkettenmanagement mit klar definierten Standards, Transparenz und langfristigen Partnerschaften.

EcoVadis: Anerkannter Nachhaltigkeitsstandard
EcoVadis ist eine der weltweit führenden Nachhaltigkeits-Bewertungsplattformen für Unternehmen und hat bereits über 150.000 internationale Unternehmen auf ihre Nachhaltigkeitsaktivitäten geprüft und bewertet. Die Bewertung umfasst vier Bereiche: Umweltmanagement, Arbeits- und Menschenrechte, Ethik sowie nachhaltige Beschaffung. Die Gold-Auszeichnung schafft Transparenz, Vertrauen und reduziert den Audit- und Nachweisaufwand in Lieferketten erheblich. Für Kunden bedeutet das mehr Planungssicherheit, verlässliche ESG-relevante Kennzahlen sowie eine gestärkte Resilienz der gesamten Wertschöpfungskette, und das in einem zunehmend regulierten und dynamischen Marktumfeld.

Weitere Informationen:
CWS Workwear EcoVadis
Quelle:

CWS Workwear

Foto congerdesign, Pixabay
17.02.2026

TU Berlin koordiniert EU-Projekt mit Gesamtbudget von mehr als vier Millionen Euro

Heimtextilien und Schuhe in der Europäischen Union sollen nachhaltiger werden – das ist das Ziel eines neuen Forschungsprojekts am Fachgebiet Innovationsökonomie an der TU Berlin. Das Projekt mit dem Namen STEPH (STrengthening Ecodesign pathways with performance assessment Parameters for Home textiles and footwear) im Rahmen des EU-Programms „Horizon Europe“ hat ein Gesamtbudget von vier Millionen Euro über drei Jahre und bringt 15 Partner*innen aus ganz Europa zusammen, darunter Universitäten, Forschungsinstitute, Industrieverbände, Hersteller, Normungsgremien, Behörden und zivilgesellschaftliche Organisationen. 

Koordiniert wird es von der TU Berlin, auf die über 500.000 Euro an Fördermitteln entfallen. STEPH will vor allem die Umsetzung der EU-Verordnung über die umweltgerechte Gestaltung nachhaltiger Produkte (ESPR) unterstützen. Zusätzlich dazu ist das Fachgebiet Innovationsökonomie auch am neu bewilligten Horizon-Europe-Projekt CIRCONOMY beteiligt, das Kommunen, Unternehmen und Haushalten helfen will, allgemein die Leistungen der Kreislaufwirtschaft besser zu verstehen und zu messen. Hierfür erhält die TU Berlin  in den kommenden drei Jahren rund 400.000 Euro.

Heimtextilien und Schuhe in der Europäischen Union sollen nachhaltiger werden – das ist das Ziel eines neuen Forschungsprojekts am Fachgebiet Innovationsökonomie an der TU Berlin. Das Projekt mit dem Namen STEPH (STrengthening Ecodesign pathways with performance assessment Parameters for Home textiles and footwear) im Rahmen des EU-Programms „Horizon Europe“ hat ein Gesamtbudget von vier Millionen Euro über drei Jahre und bringt 15 Partner*innen aus ganz Europa zusammen, darunter Universitäten, Forschungsinstitute, Industrieverbände, Hersteller, Normungsgremien, Behörden und zivilgesellschaftliche Organisationen. 

Koordiniert wird es von der TU Berlin, auf die über 500.000 Euro an Fördermitteln entfallen. STEPH will vor allem die Umsetzung der EU-Verordnung über die umweltgerechte Gestaltung nachhaltiger Produkte (ESPR) unterstützen. Zusätzlich dazu ist das Fachgebiet Innovationsökonomie auch am neu bewilligten Horizon-Europe-Projekt CIRCONOMY beteiligt, das Kommunen, Unternehmen und Haushalten helfen will, allgemein die Leistungen der Kreislaufwirtschaft besser zu verstehen und zu messen. Hierfür erhält die TU Berlin  in den kommenden drei Jahren rund 400.000 Euro.

Die Verordnung über die umweltgerechte Gestaltung nachhaltiger Produkte (ESPR), die am 18. Juli 2024 in Kraft getreten ist, ist die Grundlage für die Europäische Kommission, um verbindliche Regeln für umweltverträglichere und kreislauffähige Produkte zu schaffen. Für einzelne Produktgruppen werden dabei schrittweise spezifische Regulatorien eingeführt, darunter auch ein Digitaler Produktpass. „Die Umsetzung der ESPR steht vor großen Herausforderungen. Den Verbrauchern fehlen klare Informationen zur Nachhaltigkeit, die Hersteller sind sich über die Vorschriften unsicher, und die Behörden benötigen bessere Instrumente, um die Nachhaltigkeit von Produkten zu überprüfen“, erklärt Dr. Luana Ladu, die das Projekt STEPH eingeworben hat und für die Gesamtkoordination verantwortlich ist. „Um diese Probleme zu lösen, brauchen wir zuverlässige Daten, einfache und einheitlichere Bewertungsmethoden sowie eine enge Zusammenarbeit zwischen allen an der Umsetzung der ESPR beteiligten Akteuren. STEPH wird dazu beitragen, diese Lücken zu schließen und die nächsten Schritte der ESPR für alle leichter umsetzbar zu machen.“

STEPH beschäftigt sich mit der Nachhaltigkeit von Heimtextilien und Schuhen
STEPH konzentriert sich dabei speziell auf Heimtextilien (wie Bettwäsche, Handtücher und Vorhänge) und Schuhe – zwei Produktgruppen, die eine wichtige Rolle im täglichen Leben der Menschen spielen und einen erheblichen ökologischen Fußabdruck haben, aber noch nicht vollständig von den kommenden EU-Ökodesign-Vorschriften abgedeckt sind. Das Ziel ist es, Produkte so zu gestalten, dass ihre Umweltauswirkungen während ihres gesamten Lebenszyklus reduziert werden – von den Rohstoffen über die Herstellung bis hin zu Verwendung, Wiederverwendung und Recycling.

Spezifische Probleme bei den Produkten werden angegangen
Die Probleme liegen dabei im Detail: Bei Heimtextilien zum Beispiel führen Waschen, Verschmutzung, UV-Strahlung und Kontakt mit chloriertem Wasser zu komplexen Belastungen, die noch nicht völlig verstanden sind. Veredelungsbehandlungen, Mischfasern und Verunreinigungen erschweren zudem das Recycling. Die Prüfung der Kreislaufwirtschaftsfähigkeit von Schuhen erfolgt nach wie vor weitgehend im Labor, wobei reale Bedingungen wie Abnutzung, Biegung, Umwelteinflüsse oder Nutzerverhalten nur begrenzt berücksichtigt werden. Gerade die Materialkomplexität von Schuhen, die meist aus mehreren Materialien und mit geklebten Konstruktionen aufgebaut sind, erschwert das Recycling zusätzlich.

20 Ökodesign-Parameter und zehn Testmethoden
Im Mittelpunkt von STEPH steht die Entwicklung und Erprobung klarer, messbarer Nachhaltigkeitsparameter, mit denen bewertet werden kann, wie „kreislauffähig” und umweltfreundlich die Produkte sind. Mindestens 20 Ökodesign-Parameter und zehn Testmethoden sollen entwickelt und validiert werden. Mehr als 800 Unternehmen, zehn Marktüberwachungsbehörden und rund 3.000 Stakeholder werden durch Konsultationen, Workshops und Schulungsmaßnahmen einbezogen. Unter den 15 Projektpartner*innen sind unter anderem der Hersteller Deichmann, der spanische Textilindustrieverband TEXFOR, die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), das Deutsche Institut für Normung (DIN), die italienische Agentur zur Förderung der europäischen Forschung (APRE), das schwedische Forschungszentrum RISE, das Zertifizierungsunternehmen RINA-C sowie die Nichtregierungsorganisation ECOS. Am Projektende von STEPH werde es klare Regeln, Testmethoden und benutzerfreundliche digitale Lösungen geben, die es Unternehmen erleichtern, nachhaltigere Heimtextilien und Schuhe zu entwerfen. 

Beteiligung am EU-Projekt CIRCONOMY als Ergänzung zu STEPH
Neben STEPH ist der Lehrstuhl für Innovationsökonomie auch Partner des neu bewilligten Horizon Europe-Projekts CIRCONOMY (Unlocking the potential of circularity with smart indicators), das von der italienischen Online-Universität Unitelma Sapienza koordiniert wird. Der Schwerpunkt des Projekts liegt auf der Entwicklung einfacher, praktischer Indikatoren und digitaler Tools, die Kommunen, Unternehmen und Haushalten helfen, die Leistung der Kreislaufwirtschaft besser zu verstehen und zu messen. Während sich STEPH auf die Nachhaltigkeit auf Produktebene in bestimmten Sektoren konzentriert, ergänzt CIRCONOMY diese Arbeit, indem es eine bessere Entscheidungsfindung und Verhaltensänderungen in der gesamten Gesellschaft ermöglicht.

Erstes Probe-Design: Die Deutschen Institute für Textil- und Faserforschung (DITF) haben produkt- und materialspezifische Nähte und Klebungen an einem eigens designten DBU-Shirt ausgetestet. © Assyst GmbH
Erstes Probe-Design: Die Deutschen Institute für Textil- und Faserforschung (DITF) haben produkt- und materialspezifische Nähte und Klebungen an einem eigens designten DBU-Shirt ausgetestet.
17.02.2026

Nachhaltige Textilproduktion: 920.000 Euro für Projekt „Eco-Shoring“

Zunehmendes Online-Shopping in Kombination mit Fast Fashion belasten die Umwelt: Schnell ist Kleidung per Knopfdruck bestellt, obwohl der Kleiderschrank eigentlich noch gut bestückt ist. Der Textilsektor ist nicht nur einer der weltweit größten Wirtschaftszweige, sondern verantwortlich für jährlich fast 92 Millionen Tonnen Abfall, große Emissionen klimaschädlicher Treibhausgase (THG) und massiven Rohstoffverbrauch. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) hat eine kundenorientierte Strategie der Kleidungsproduktion gefördert – umweltfreundlicher, regional und genau passend.

Zunehmendes Online-Shopping in Kombination mit Fast Fashion belasten die Umwelt: Schnell ist Kleidung per Knopfdruck bestellt, obwohl der Kleiderschrank eigentlich noch gut bestückt ist. Der Textilsektor ist nicht nur einer der weltweit größten Wirtschaftszweige, sondern verantwortlich für jährlich fast 92 Millionen Tonnen Abfall, große Emissionen klimaschädlicher Treibhausgase (THG) und massiven Rohstoffverbrauch. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) hat eine kundenorientierte Strategie der Kleidungsproduktion gefördert – umweltfreundlicher, regional und genau passend.

Projekt „Eco-Shoring“: Paradigmenwechsel in der Modeindustrie
Einer McKinsey-Studie zufolge trägt die globale Modeindustrie durch den Ausstoß von jährlich rund zwei Milliarden Tonnen Treibhausgasemissionen beträchtlich zum Klimawandel bei. Die Ursachen liegen innerhalb der weltweiten Lieferketten: Anbau und Gewinnung von Rohstoffen, Verarbeitung, Transport, Handel und Nutzung. „Die Textilbranche hat einen enormen Hebel für den Klimaschutz“, sagt DBU-Generalsekretär Alexander Bonde. Zudem erhöhen ihm zufolge Digitalisierungs- und Automatisierungstechniken Produktivität und Kosteneffizienz und eröffnen Chancen für mehr Nachhaltigkeit. Die Firma Assyst (Aschheim, Bayern) und die Deutschen Institute für Textil- und Faserforschung (DITF) (Denkendorf, Baden-Württemberg) zeigen mit „Eco-Shoring“, dem ökologischen Ausgliedern von Aufgaben, einen möglichen Paradigmenwechsel in der Modeindustrie.

Online-Handel: mehr als 40 Prozent Anteil am Gesamtmarkt
Statt Kleidung in fernen Ländern in großen Mengen zu produzieren, setzt das Konsortium auf regionale Produktion nach Bedarf – also nur das, was wirklich gebraucht wird. Dabei helfen digitale Technologien, mit denen Kleidungsstücke am Computer geplant und auf Maß gefertigt werden können. In einem vorgeschalteten Vorhaben entwickelte die Firma Human Solutions mit dem Projektkonsortium einen vollständig digitalen Vertriebsprozess zwischen Herstellung, Handel und Kundschaft. DBU-Fachreferent Dr. Michael Schwake: „Im Online-Shop kann ein digitales dreidimensionales Abbild des eigenen Körpers, ein sogenannter Avatar, erstellt und die Kleidung virtuell anprobiert werden.“ Zugleich werden der Kundschaft die Auswirkungen verschiedener Kaufentscheidungen transparent gemacht: Ökobilanzierung, Quantifizierung und Visualisierung der Umweltentlastungseffekte werden im Gesamtprozess des Onlinehandels dargestellt. 

In Deutschland hatte 2024 der Online-Handel bei Bekleidung und Accessoires laut Handelsverband Deutschland (HDE) mehr als 40 Prozent Anteil am Gesamtmarkt der Branche. „Die passende Bestellung dank virtueller Kleideranprobe verringert die Retourenquote und schont deshalb Ressourcen und Umwelt“, so Schwake.

Digitale Demonstrator-Plattform: von der Ökobilanzierung bis zur Produktentwicklung
Im Vorhaben Eco-Shoring entwickelten die DITF Simulationsmodelle, die sowohl traditionelle als auch zukunftsorientierte Produktionsszenarien vergleichbar machen – inklusive Recycling und regionaler Fertigung. Projektleiter Dr. Martin Lades von der Firma Assyst: „Damit gewinnen wir Transparenz über Umweltauswirkungen und Ressourceneinsatz. So erkennen wir Hebel für einen nachhaltigeren Lieferprozess.“ Ein weiterer Baustein war die Entwicklung einer Demonstrator-Plattform, die laut Konsortium von der Ökobilanzierung bis zur Produktentwicklung alle wichtigen digitalen Komponenten integriert. Lades: „Die Demonstratoren sind die Brücke zwischen Forschung und Anwendung.“ Die Plattform dient als Werkzeug für Unternehmen, um eigene Nachhaltigkeitsszenarien zu erproben und maßgeschneiderte Lösungen zu entwickeln. Für die stark fragmentierte Modebranche sollten Voraussetzungen für eine voll vernetzte integrierte Kette in einem auf Bedarf produzierenden Netzwerk erarbeitet werden. „Die Plattform unterstützt zudem in der Lieferkette gezielt den Trend, nachhaltige Fertigungsstrukturen durch teilweise Rückverlagerung von Produktionsstätten von Asien zurück nach Europa aufzubauen“, sagt Lades.

Einsparungen von mehr als zwei Millionen Tonnen klimaschädliches CO2
Projektleiter Lades ist sicher, „dass nachhaltige Textilproduktion in Europa nicht nur möglich, sondern auch wirtschaftlich attraktiv ist“. Das Konsortium rechnet damit, dass durch die Anwendung von Eco-Shoring-Strategien der CO2-Fußabdruck von Bekleidung um bis zu 98 Prozent gegenüber Fast Fashion, also der massenhaften Billigproduktion, gesenkt werden kann – insbesondere durch Ökostrom, weniger Überproduktion und längerer Nutzung von Kleidung. Lades versichert: „Allein bei zehn Prozent Eco Shoring-Produktion für den deutschen Markt könnten jährlich mehr als zwei Millionen Tonnen klimaschädliches Kohlendioxid (CO2) eingespart werden.“ Zum Vergleich: 2023 wurden laut Datenportal Statista in Deutschland insgesamt mehr als eine Million Tonnen CO2-äquivalente Treibhausgase bei der Produktion von Textilien, Bekleidung, Leder und Lederwaren ausgestoßen. Zudem sind laut Lades weniger Abfall und kürzere Lieferzeiten Vorteile des neuen Ansatzes. Die Demonstrator-Plattform soll künftig Unternehmen helfen, diese umweltfreundlichen Lösungen in die Praxis zu bringen. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt förderte beide Vorhaben mit insgesamt rund 920.000 Euro.

Datengetriebene Prozesse, neue Geschäftsmodelle und ressourcenschonendes Produktdesign steigern die Resilienz des Maschinen- und Anlagenbaus und stärken zugleich die Wettbewerbsfähigkeit des Industriestandorts Deutschland. Bild VDI ZRE
Datengetriebene Prozesse, neue Geschäftsmodelle und ressourcenschonendes Produktdesign steigern die Resilienz des Maschinen- und Anlagenbaus und stärken zugleich die Wettbewerbsfähigkeit des Industriestandorts Deutschland.
17.02.2026

Neues VDI ZRE-Kurzpapier: Zirkuläre Strategien als Chance im Maschinen- und Anlagenbau

Steigende Rohstoffpreise, volatile Energiemärkte und wachsende regulatorische Anforderungen erhöhen auch im Maschinen- und Anlagenbau den Handlungsdruck auf Unternehmen, sich resilienter aufzustellen. Das neue Kurzpapier des VDI ZRE zeigt, welche Rolle zirkuläre Geschäftsmodelle, Produktgestaltung und Digitalisierung für die Zukunftsfähigkeit der Branche spielen und welche Handlungsmöglichkeiten sich insbesondere für KMU ergeben.

Die Kreislaufwirtschaft zielt auf einen maximalen Werterhalt ab, indem sie Materialien und Produkte möglichst lange in Wertschöpfungskreisläufen hält. Im Maschinen- und Anlagenbau ist diese Entwicklung besonders relevant, da die Branche nicht nur selbst zirkuläre Strategien anwendet, sondern mit ihren Technologien ressourceneffiziente und kreislauffähige Lösungen in vielen weiteren Industriezweigen ermöglicht.

Steigende Rohstoffpreise, volatile Energiemärkte und wachsende regulatorische Anforderungen erhöhen auch im Maschinen- und Anlagenbau den Handlungsdruck auf Unternehmen, sich resilienter aufzustellen. Das neue Kurzpapier des VDI ZRE zeigt, welche Rolle zirkuläre Geschäftsmodelle, Produktgestaltung und Digitalisierung für die Zukunftsfähigkeit der Branche spielen und welche Handlungsmöglichkeiten sich insbesondere für KMU ergeben.

Die Kreislaufwirtschaft zielt auf einen maximalen Werterhalt ab, indem sie Materialien und Produkte möglichst lange in Wertschöpfungskreisläufen hält. Im Maschinen- und Anlagenbau ist diese Entwicklung besonders relevant, da die Branche nicht nur selbst zirkuläre Strategien anwendet, sondern mit ihren Technologien ressourceneffiziente und kreislauffähige Lösungen in vielen weiteren Industriezweigen ermöglicht.

Das neue Kurzpapier „Kreislaufwirtschaft im Maschinen- und Anlagenbau“ des VDI ZRE bietet einen kompakten Überblick über aktuelle Entwicklungen in der industriellen Praxis. Es zeigt, welche strategische Bedeutung zirkuläre Ansätze für die Resilienz des Maschinen- und Anlagenbaus in Deutschland haben und wie KMU ökologische Anforderungen mit wirtschaftlichen Potenzialen verbinden können. 

Zirkuläre Strategien als Antwort auf steigenden Transformationsdruck 
Der Maschinen- und Anlagenbau ist aktuell mit vielfältigen Herausforderungen konfrontiert, die ein strategisches Umdenken von Unternehmen fordern, um weiterhin am Markt bestehen zu können. Gleichzeitig verändern Digitalisierung und datengetriebene Prozesse die Wertschöpfungsstrukturen der Branche – und eröffnen Unternehmen neue Chancen.

Neue Geschäftsmodelle, Produktdesign und Digitalisierung als zentrale Erfolgsfaktoren
Wichtige Hebel für das Gelingen dieser Transformation, so zeigt das Kurzpapier, sind u.a. neue Geschäftsmodelle, eine zirkulär ausgerichtete Produktentwicklung und insbesondere der Einsatz digitaler Technologien. Diese sind essenziell, um die notwendige Transparenz für eine lückenlose Abbildung eines Maschinen- oder Komponentenzustands über den gesamten Lebenszyklus zu schaffen und die Umsetzung zirkulärer Geschäftsmodelle wie Wartungsangebote, Verfügbarkeitsgarantien oder nutzungsbasierte Abrechnungen zu ermöglichen.

Neben der digitalen Transparenz ist ein zirkulär ausgerichtetes Produktdesign ein weiterer wichtiger Baustein: Modulare Bauweisen, recyclingfähige Materialien, standardisierte Komponenten und eine einfache Demontage tragen dazu bei, Ressourcen länger und werterhaltend über den eigentlichen Produktlebenszyklus hinaus im Kreislauf zu halten.

Handlungsempfehlung für Unternehmen
Das Kurzpapier zeigt, dass zirkuläres Wirtschaften bereits heute von strategischer Relevanz für Unternehmen im Maschinen- und Anlagenbau ist. Entscheidend für den Erfolg sind insbesondere: 

  • Investitionen in Digitalisierung und datenbasierte Prozesse
  • Integration kreislauforientierter Designprinzipien in der Produktentwicklung
  • Entwicklung neuer Geschäftsmodelle wie Product-as-a-Service
  • enge Zusammenarbeit der Unternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette

Unternehmen, die die Transformation aktiv mitgestalten, sichern nicht nur ihre eigene Zukunftsfähigkeit, sondern leisten einen wichtigen Beitrag zur Nachhaltigkeit und Innovationskraft des Industriestandorts Deutschland.

Das Kurzpapier „Kreislaufwirtschaft im Maschinen- und Anlagenbau“ des VDI ZRE wurde im Auftrag des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) erstellt.

Quelle:

VDI ZRE – das Kompetenzzentrum für zirkuläre Wirtschaft und Ressourceneffizienz
 

Das Respirometersystem misst, wie viel Sauerstoff die Bodenmikroorganismen beim Abbau eines Materials verbrauchen. So lässt sich bestimmen, wie schnell und vollständig das Material biologisch abgebaut wird. Foto (c) Hohenstein
Das Respirometersystem misst, wie viel Sauerstoff die Bodenmikroorganismen beim Abbau eines Materials verbrauchen. So lässt sich bestimmen, wie schnell und vollständig das Material biologisch abgebaut wird.
11.02.2026

Neue DIN SPEC bewertet Umweltwirkung von Textilfragmenten im Boden

Textilprodukte aus synthetischen Fasern, veredelten Stoffen oder gefärbten Materialien geben während ihres gesamten Lebenszyklus textile Fragmente an die Umwelt ab. Mit der neuen DIN SPEC 19296 bietet Hohenstein erstmals ein standardisiertes, ganzheitliches Prüfverfahren, um zu untersuchen, wie sich diese Fragmente im Boden verhalten. Wie sie dort reagieren und welche ökologischen Auswirkungen sie haben, war bislang weitgehend unklar.

Ganzheitliches Prüfverfahren
Im Fokus stehen textile Produkte und ihre Fragmente, wie sie durch Nutzung, Abrieb oder Entsorgung in die Umwelt gelangen. Die Prüfungen erfolgen in standardisierter Erde unter definiertem Normklima und dauern bis zu 180 Tage. Dabei fließen verschiedene Messgrößen ein: So wird in einem Respirometersystem ermittelt, wie viel Sauerstoff Bodenmikroorganismen beim Abbau der Materialien verbrauchen, um den biologischen Abbau der Textilfragmente zu berechnen. Ergänzend werden nach der Biodegradation Kressesamen in der Erde mit den verbliebenen Rückständen ausgesät, um mögliche Auswirkungen auf das Pflanzenwachstum zu untersuchen. 

Textilprodukte aus synthetischen Fasern, veredelten Stoffen oder gefärbten Materialien geben während ihres gesamten Lebenszyklus textile Fragmente an die Umwelt ab. Mit der neuen DIN SPEC 19296 bietet Hohenstein erstmals ein standardisiertes, ganzheitliches Prüfverfahren, um zu untersuchen, wie sich diese Fragmente im Boden verhalten. Wie sie dort reagieren und welche ökologischen Auswirkungen sie haben, war bislang weitgehend unklar.

Ganzheitliches Prüfverfahren
Im Fokus stehen textile Produkte und ihre Fragmente, wie sie durch Nutzung, Abrieb oder Entsorgung in die Umwelt gelangen. Die Prüfungen erfolgen in standardisierter Erde unter definiertem Normklima und dauern bis zu 180 Tage. Dabei fließen verschiedene Messgrößen ein: So wird in einem Respirometersystem ermittelt, wie viel Sauerstoff Bodenmikroorganismen beim Abbau der Materialien verbrauchen, um den biologischen Abbau der Textilfragmente zu berechnen. Ergänzend werden nach der Biodegradation Kressesamen in der Erde mit den verbliebenen Rückständen ausgesät, um mögliche Auswirkungen auf das Pflanzenwachstum zu untersuchen. 

Ein weiterer zentraler Bestandteil ist der Test mit Regenwürmern, die aufgrund ihrer hohen Empfindlichkeit gezielt als Bioindikatoren eingesetzt werden. Anhand von Überlebensrate und möglichen Masseverlusten lässt sich bewerten, ob die abgebauten Textilfragmente oder verbleibende Rückstände eine toxische Wirkung im Boden entfalten. Der ganzheitliche Ansatz zeigt damit nicht nur, ob Materialien biologisch abgebaut werden, sondern auch, ob dabei Rückstände entstehen, die Pflanzen oder Bodenorganismen schädigen könnten. 

Praxisrelevanz und Mehrwert
„Textile Fasern und Fragmente gelangen nicht nur beim Waschen, sondern auch beim Tragen in die Umwelt“, sagt Hohenstein-Projektleiterin Juliane Alberts. „Mit der DIN SPEC 19296 können wir erstmals unter realitätsnahen Bedingungen prüfen, wie sich verschiedene textile Fragmente im Boden verhalten. So machen wir ein unsichtbares Thema sichtbar und liefern einen Mehrwert für die Entwicklung nachhaltigerer textiler Produkte.“ Mit der DIN SPEC 19296 können Unternehmen verschiedene textile Produkte am Markt hinsichtlich ihrer Umwelteinwirkung im Kontext des potenziellen Faserverlustes vergleichen. Gleichzeitig ermöglicht sie, irreführende Aussagen wie „kompostierbar“ kritisch zu hinterfragen.

Gemeinsam entwickelt – öffentlich zugänglich
Die DIN SPEC 19296 wurde von Hohenstein gemeinsam mit Industriepartnern entwickelt und ist öffentlich zugänglich. Sie vereint die Bewertung der biologischen Abbaubarkeit mit ökotoxikologischen Tests. So lässt sich feststellen, ob der Boden nach dem Abbau von textilen Fragmenten belastet ist oder weiterhin als Lebensraum für Pflanzen und Organismen fungiert.
Die Ergebnisse helfen, die tatsächlichen Umweltfolgen des textilen Faserverlusts besser einzuschätzen, geeignete Schutzmaßnahmen abzuleiten und Materialien mit geringerem umweltschädlichen Faserverlust für die Textilindustrie zu entwickeln. 

Quelle:

Hohenstein 

11.02.2026

EU-Vernichtungsverbot für Textilien „löchrig wie Schweizer Käse“

Der bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung begrüßt grundsätzlich die Zielrichtung der neuen Maßnahmen der Europäischen Kommission zur Vermeidung der Vernichtung unverkaufter Textilien.

Gleichzeitig warnt der Recyclingverband davor, dass weitreichende Ausnahmeregelungen das geplante Vernichtungsverbot erheblich abschwächen könnten.

Durch die Ökodesign-Verordnung für nachhaltige Produkte (ESPR) wurde ein grundsätzliches Vernichtungsverbot unverkaufter Bekleidung, Accessoires und Schuhe festgelegt. Aus gutem Grund, denn der Handlungsbedarf ist erheblich. Schätzungen zufolge werden in Europa jährlich vier bis neun Prozent der unverkauften Textilien vernichtet, bevor sie überhaupt genutzt wurden. Dadurch entstehen rund 5,6 Millionen Tonnen CO₂-Emissionen pro Jahr.

Der bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung begrüßt grundsätzlich die Zielrichtung der neuen Maßnahmen der Europäischen Kommission zur Vermeidung der Vernichtung unverkaufter Textilien.

Gleichzeitig warnt der Recyclingverband davor, dass weitreichende Ausnahmeregelungen das geplante Vernichtungsverbot erheblich abschwächen könnten.

Durch die Ökodesign-Verordnung für nachhaltige Produkte (ESPR) wurde ein grundsätzliches Vernichtungsverbot unverkaufter Bekleidung, Accessoires und Schuhe festgelegt. Aus gutem Grund, denn der Handlungsbedarf ist erheblich. Schätzungen zufolge werden in Europa jährlich vier bis neun Prozent der unverkauften Textilien vernichtet, bevor sie überhaupt genutzt wurden. Dadurch entstehen rund 5,6 Millionen Tonnen CO₂-Emissionen pro Jahr.

Die Europäische Kommission hat am 9. Februar jedoch neue ergänzende Vorschriften verabschiedet. Diese legen Ausnahmen vom Vernichtungsverbot unverkaufter Bekleidung, Accessoires und Schuhe fest. Zudem werden Unternehmen verpflichtet offenzulegen, welche Mengen unverkaufter Konsumgüter als Abfall entsorgt werden. Ziel der Maßnahmen ist es, Abfälle zu vermeiden, Umweltschäden zu reduzieren und nachhaltige Geschäftsmodelle zu fördern.

Der bvse sieht in diesen Ausnahmen jedoch erhebliche Risiken. „Die Ausnahmetatbestände des delegierten Rechtsakts sind sehr weit gefasst und könnten das eigentliche Vernichtungsverbot faktisch unterlaufen“, kritisiert bvse-Rechtsreferentin Rechtsanwältin Xandra Hennemann. Insbesondere Ausnahmen aus technischen Gründen oder bei bestimmten Produktmerkmalen eröffnen die Möglichkeit, weiterhin große Mengen neuwertiger Textilien aus dem Kreislauf auszuschleusen und der Verbrennung zuzuführen.

Nach Auffassung des bvse steht die Regelung teilweise im Widerspruch zu den Grundprinzipien der europäischen Abfallhierarchie. „Wer die Abfallhierarchie ernst nimmt, darf die vermeintlich technische Unmöglichkeit, Etiketten oder Logos aus Textilien zu entfernen, nicht als Vorwand für die Vernichtung nutzen. Hersteller sind vielmehr gefordert, Etiketten und Logos im Sinne der Ökodesign-Vorgaben so anzubringen, dass sie problemlos entfernt werden können und unverkaufte Ware der Wieder- beziehungsweise Weiterverwendung zur Verfügung gestellt werden kann“, betont Hennemann.

Der Recyclingverband fordert daher eine konsequentere Ausrichtung der Regelungen auf echte Kreislaufwirtschaft. Dazu gehören aus Sicht des bvse verbindliche Anforderungen an ein reparatur- und wiederverwendungsfreundliches Produktdesign sowie eine engere Auslegung möglicher Ausnahmen vom Vernichtungsverbot.

Hintergrund der neuen EU-Vorgaben ist ein wachsendes Problem in mehreren Mitgliedstaaten. Allein in Frankreich werden jährlich Produkte im Wert von rund 630 Millionen Euro vernichtet. Auch in Deutschland werden weiterhin Millionen zurückgesandter Artikel entsorgt. Die ESPR soll dazu beitragen, Produkte langlebiger, wiederverwendbarer und recycelbarer zu gestalten sowie die Kreislaufwirtschaft in Europa zu stärken.

Quelle:

bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung

Kreislaufwirtschafts-Forum zu Verbundmaterialien Foto AVK - Industrievereinigung Verstärkte Kunststoffe e. V.
10.02.2026

Erfolgreiche Premiere: Kreislaufwirtschafts-Forum zu Verbundmaterialien

Erstmals hat am 3. Februar 2026 ein Kreislaufwirtschafts-Forum zum Thema „Verbundmaterialien und Composites – Textilien im Second Life“ stattgefunden. Organisiert wurde die Veranstaltung in Kooperation von der AVK – Industrievereinigung Verstärkte Kunststoffe und dem Verband der Nordwestdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie.

Fast 40 Vertreter aus Mitgliedsunternehmen der beiden Verbände sowie Experten aus der Wertschöpfung folgten der Einladung nach Münster, um sich über die jeweils spezifischen Herausforderungen, aber auch Lösungsansätze auszutauschen. In 8 Fachvorträgen informierten Expert:innen aus den jeweiligen Bereichen über Materialspezifika, Anwendungsbereiche, Recyclingmöglichkeiten und mögliche zukünftige Ansatzpunkte – z. B. über das Produktdesign  – für das Second Life technischer Textilien und Composites.

Über allem stand das Ziel der Wertschöpfung und -erhalts im Kontext der Kreislaufwirtschaft mit seinen R-Strategien und die Erkenntnis, dass Kooperationen dabei notwendig und vorteilhaft sind.

Erstmals hat am 3. Februar 2026 ein Kreislaufwirtschafts-Forum zum Thema „Verbundmaterialien und Composites – Textilien im Second Life“ stattgefunden. Organisiert wurde die Veranstaltung in Kooperation von der AVK – Industrievereinigung Verstärkte Kunststoffe und dem Verband der Nordwestdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie.

Fast 40 Vertreter aus Mitgliedsunternehmen der beiden Verbände sowie Experten aus der Wertschöpfung folgten der Einladung nach Münster, um sich über die jeweils spezifischen Herausforderungen, aber auch Lösungsansätze auszutauschen. In 8 Fachvorträgen informierten Expert:innen aus den jeweiligen Bereichen über Materialspezifika, Anwendungsbereiche, Recyclingmöglichkeiten und mögliche zukünftige Ansatzpunkte – z. B. über das Produktdesign  – für das Second Life technischer Textilien und Composites.

Über allem stand das Ziel der Wertschöpfung und -erhalts im Kontext der Kreislaufwirtschaft mit seinen R-Strategien und die Erkenntnis, dass Kooperationen dabei notwendig und vorteilhaft sind.

Der zweite Fokus der Veranstaltung lag auf den verbandsübergreifenden Netzwerken und dem Knüpfen neuer Kontakte. Die Diskussionen zeigten Unterschiede, aber auch vielfältige Möglichkeiten zur zukünftigen Zusammenarbeit und zur Erarbeitung neuer Lösungsmöglichkeiten, auch über die jeweiligen Branchen hinaus.

Die Teilnehmenden waren sich einig über den Mehrwert des neuen Formates und sich eröffnende Handlungsperspektiven, sodass für die Zukunft eine Fortführung der Zusammenarbeit und des Veranstaltungskonzeptes geplant ist.

Quelle:

AVK - Industrievereinigung Verstärkte Kunststoffe e. V.

Die Kunst mit Spitze Korallen zu retten Foto Museum für textile Kunst e. V.
Die Kunst mit Spitze Korallen zu retten
07.02.2026

Die Kunst mit Spitze Korallen zu retten

Mit Klöppelspitze rettet der international renommierte Künstler Jérémy Gobé in Zusammenarbeit mit Wissenschaft und innovativer Technologie Korallen. 
 
Der französische Künstler Jérémy Gobé stellt erstmals in Deutschland und in Zusammenarbeit mit dem Museum für textile Kunst (MftK) in Hannover aus – vom 28. Februar 2026 bis 28. Februar 2027. Hier zeigt er seine Kunstwerke, die von Korallen inspiriert sind und die Schönheit und Fragilität unserer Umwelt zeigen.

Gobé entdeckt: Korallen lieben Spitze
Jérémy Gobé gilt als einer der international renommiertesten Vertreter der „Environmental Art“ (Umwelt-Kunst). Als der in Paris lebende Künstler (Jahrgang 1986) das traditionelle Kunsthandwerk des Spitzenklöppelns 2017 kennenlernte, erinnerte ihn das besondere Muster sofort an die Struktur von Korallen, mit denen er sich in seiner künstlerischen Laufbahn schon lange beschäftigt hatte. 

Bei einem Versuch in einem Meeresaquarium stellte er fest, dass sich Korallen an geklöppelter Spitze, deren Muster Korallen ähnelt, ansiedelten. 

Mit Klöppelspitze rettet der international renommierte Künstler Jérémy Gobé in Zusammenarbeit mit Wissenschaft und innovativer Technologie Korallen. 
 
Der französische Künstler Jérémy Gobé stellt erstmals in Deutschland und in Zusammenarbeit mit dem Museum für textile Kunst (MftK) in Hannover aus – vom 28. Februar 2026 bis 28. Februar 2027. Hier zeigt er seine Kunstwerke, die von Korallen inspiriert sind und die Schönheit und Fragilität unserer Umwelt zeigen.

Gobé entdeckt: Korallen lieben Spitze
Jérémy Gobé gilt als einer der international renommiertesten Vertreter der „Environmental Art“ (Umwelt-Kunst). Als der in Paris lebende Künstler (Jahrgang 1986) das traditionelle Kunsthandwerk des Spitzenklöppelns 2017 kennenlernte, erinnerte ihn das besondere Muster sofort an die Struktur von Korallen, mit denen er sich in seiner künstlerischen Laufbahn schon lange beschäftigt hatte. 

Bei einem Versuch in einem Meeresaquarium stellte er fest, dass sich Korallen an geklöppelter Spitze, deren Muster Korallen ähnelt, ansiedelten. 

Er gründete das Projekt „Corail Artefact“ und bringt seitdem mit seiner Kunst Unternehmen, Wissenschaft, innovative Technologie und Bildung zusammen. Mit seinen Kunstwerken aus Klöppelspitze lädt er einerseits in die Welt der Koralle ein, andererseits macht er auf die Fragilität unseres Ökosystems aufmerksam.  

Das Museum für textile Kunst engagiert sich für einen achtsamen, sozialverträglichen und umweltfreundlichen Umgang mit Kleidung. Die Dauerausstellung zeigt kostbare und besondere Textilien aus aller Welt. Der Ausstellungsort ist ebenfalls besonders: In einem renovierten Bunker des Zweiten Weltkriegs befindet sich die wertvolle von Modedesignerin und Museumsgründerin Erika Knoop zusammengetragene Textilsammlung, die als Dauerausstellung „Textile Weltreise“ durchgehend geöffnet ist.
 
Museum für textile Kunst e.V.

Quelle:

Museum für textile Kunst e. V.

Fraunhofer Cluster of Excellence Circular Plastics Economy CCPE auf der Circular Valley Convention in Düsseldorf © Fraunhofer CCPE
Fraunhofer Cluster of Excellence Circular Plastics Economy CCPE auf der Circular Valley Convention in Düsseldorf
05.02.2026

Fraunhofer CCPE auf der Circular Valley Convention 2026

Das Fraunhofer CCPE präsentiert auf der Circular Valley Convention 2026 vom 11. bis 12. März 2026 innovative Lösungen für die Transformation der Kunststoffwirtschaft. Im Fokus stehen der Monomaterial-Ansatz, fortschrittliche Recyclingtechnologien und der Einsatz von Künstlicher Intelligenz. 

Nach dem erfolgreichen Start im Jahr 2025 geht die Circular Valley Convention (CVC) 2026 in die zweite Runde und bietet erneut eine Plattform, um die Zukunft der industriellen Kreislaufwirtschaft zu gestalten. Die Convention am 11. bis 12. März 2026 wird von der Circular Valley Stiftung in Kooperation mit der Messe Düsseldorf veranstaltet und erhält wissenschaftliche Begleitung durch Fraunhofer UMSICHT. Zielsetzung ist, Entscheidungsträger aus Unternehmen, Start-ups, Forschung, Politik und Gesellschaft zusammenzubringen, um den Fortschritt in der Kreislaufwirtschaft voranzutreiben und Synergien zu fördern.

Das Fraunhofer CCPE wird am 11. und 12. März 2026 in Düsseldorf, Areal Böhler, mit einer Vielzahl von Themen vertreten sein, die die Kunststoffwirtschaft nachhaltig verändern können.

Das Fraunhofer CCPE präsentiert auf der Circular Valley Convention 2026 vom 11. bis 12. März 2026 innovative Lösungen für die Transformation der Kunststoffwirtschaft. Im Fokus stehen der Monomaterial-Ansatz, fortschrittliche Recyclingtechnologien und der Einsatz von Künstlicher Intelligenz. 

Nach dem erfolgreichen Start im Jahr 2025 geht die Circular Valley Convention (CVC) 2026 in die zweite Runde und bietet erneut eine Plattform, um die Zukunft der industriellen Kreislaufwirtschaft zu gestalten. Die Convention am 11. bis 12. März 2026 wird von der Circular Valley Stiftung in Kooperation mit der Messe Düsseldorf veranstaltet und erhält wissenschaftliche Begleitung durch Fraunhofer UMSICHT. Zielsetzung ist, Entscheidungsträger aus Unternehmen, Start-ups, Forschung, Politik und Gesellschaft zusammenzubringen, um den Fortschritt in der Kreislaufwirtschaft voranzutreiben und Synergien zu fördern.

Das Fraunhofer CCPE wird am 11. und 12. März 2026 in Düsseldorf, Areal Böhler, mit einer Vielzahl von Themen vertreten sein, die die Kunststoffwirtschaft nachhaltig verändern können.

Künstliche Intelligenz
Ein besonderes Highlight ist der Launch des Positionspapiers „Einsatz von KI in der Kunststoffwertschöpfung bis 2030“, das am 12. März 2026 im Rahmen einer Masterclass vorgestellt wird. Dieses Dokument spiegelt die Position unserer Expertinnen und Experten im Fraunhofer CCPE sowie in dem Forschungsprojekt „KI HuBs Kunststoffverpackung“, in dem Frauhofer UMSICHT, Fraunhofer LBF und Fraunhofer IVV Projektpartner waren, wider. Aus den Ergebnissen der Befragung sind eine Roadmap sowie Handlungsempfehlungen entstanden, wie Künstliche Intelligenz die Kunststoffindustrie revolutionieren kann. Am Fraunhofer-Messestand können Besucherinnen und Besucher mit „Prompting Visions“ ihre persönliche Vorstellung davon „prompten“, wie die Kunststoffwelt in fünf Jahren aussehen könnte. Aus wenigen Klicks und Schlagworten entstehen individuelle KI-Bilder, die überraschende Zukunftsszenarien sichtbar machen und zum Gespräch über Kreislaufwirtschaft und Innovation anregen.

Monomaterialien und Circular Design
Das Fraunhofer CCPE stellt sein Monomaterial-Design-Set vor, in dem der Monomaterial- mit dem Circular Design Ansatz verbunden wird. Ein aufmerksamkeitsstarkes Beispiel ist der Kindersitz-Demonstrator, ein modularer und reparierbarer Prototyp, der aus Bio-Kunststoffen gefertigt ist. Durch die Verwendung von Monomaterialien wird eine vollständige Recyclingfähigkeit gewährleistet, was die Entsorgung und Wiederverwertung erheblich vereinfacht. Der Circular Design-Ansatz fördert gleichzeitig die Langlebigkeit des Produkts, indem er modulare Komponenten und reparaturfreundliche Designs integriert. Ein weiteres Beispiel ist die zirkuläre Mehrweg-Transportbox, die eine neu gedachte Lösung für den Lebensmittelversand bietet. Diese Box besteht ebenfalls aus Monomaterial und erfüllt strenge Kühlkettenanforderungen. Ihre einfache Handhabung trägt dazu bei, den CO₂-Fußabdruck zu minimieren.

Recyclingtechnologien
Der CCPE-Recyclingkaskade liegt eine Kombination aus drei Fraunhofer-Recycling-Technologien zugrunde: das lösungsmittelbasierte Recycling, die Solvolyse und der iCycle® Prozess. Diese Technologien ermöglichen es, verschiedene Kunststoffe effizient zu recyceln und ihre Qualität zu sichern. Auf den Bühnen werden wir auch mit dem Thema „Chemical Recycling“ vertreten sein. Diese Technologie ergänzt die bestehenden Recyclingansätze und kann somit einen entscheidenden Beitrag zur Schließung von Materialkreisläufen leisten. Unsere Experten werden die neuesten Entwicklungen und Anwendungen in diesem Bereich vorstellen.

Quelle:

Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

02.02.2026

bvse: Dialog, klare Worte und drängende Herausforderungen

Der traditionsreiche Neujahrsempfang des bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung, der jährlich vom bvse-Landesverband Bayern ausgerichtet wird, fand in diesem Jahr in Nürnberg statt. Rund 100 Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Branche folgten der Einladung des bayerischen Landesvorsitzenden Christian Güntner. Als Ehrengast konnte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN), Carsten Träger, MdB, begrüßt werden.

Mittelstand am Limit
In seiner Eröffnungsrede zeichnete Christian Güntner ein klares Bild: Er betonte, dass die Belastungsgrenze des Mittelstandes vielerorts überschritten sei. Dabei verwies er auf die zentrale Rolle kleiner und mittelständischer Unternehmen für die deutsche Wirtschaft. Mehr als 20 Millionen Menschen sind im Mittelstand beschäftigt. Zudem fungieren diese Unternehmen als wichtigste Ausbildungs- und Talentschmiede: Über 90 Prozent aller Auszubildenden werden in kleinen und mittelständischen Betrieben ausgebildet.

Der traditionsreiche Neujahrsempfang des bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung, der jährlich vom bvse-Landesverband Bayern ausgerichtet wird, fand in diesem Jahr in Nürnberg statt. Rund 100 Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Branche folgten der Einladung des bayerischen Landesvorsitzenden Christian Güntner. Als Ehrengast konnte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN), Carsten Träger, MdB, begrüßt werden.

Mittelstand am Limit
In seiner Eröffnungsrede zeichnete Christian Güntner ein klares Bild: Er betonte, dass die Belastungsgrenze des Mittelstandes vielerorts überschritten sei. Dabei verwies er auf die zentrale Rolle kleiner und mittelständischer Unternehmen für die deutsche Wirtschaft. Mehr als 20 Millionen Menschen sind im Mittelstand beschäftigt. Zudem fungieren diese Unternehmen als wichtigste Ausbildungs- und Talentschmiede: Über 90 Prozent aller Auszubildenden werden in kleinen und mittelständischen Betrieben ausgebildet.

Güntner forderte von der Politik mehr Verlässlichkeit, die Vereinfachung von Regeln und Vorschriften sowie größeres Vertrauen in die Leistungsfähigkeit der Unternehmen. „So wie bisher kann es jedenfalls nicht weitergehen“, machte er deutlich.

Besonders kritisch hob er drei zentrale Problemfelder hervor:

Bürokratie und Berichtspflichten
Zeit sei inzwischen die knappste Ressource vieler Unternehmen. Laut KfW entfielen 2025 rund sieben Prozent der gesamten Arbeitszeit im Mittelstand auf bürokratische Prozesse – das entspricht etwa 1,5 Milliarden Arbeitsstunden jährlich. Insgesamt koste die Erfüllung gesetzlicher Anforderungen den Mittelstand rund 61 Milliarden Euro pro Jahr. Bürokratie sei damit längst kein Randthema mehr, sondern ein ernstzunehmender Standortfaktor.

Regulierungskaskaden aus EU und Bund
Beispielhaft nannte Güntner die Nachhaltigkeitsberichterstattung im Zuge der EU-CSRD, durch die sich die Zahl der berichtspflichtigen Unternehmen von etwa 500 auf rund 15.000 erhöht. Zwar seien viele Mittelständler formal nicht berichtspflichtig, würden aber als Zulieferer großer Unternehmen dennoch in umfangreiche Datenerhebungen eingebunden. Ähnliche Effekte zeigten sich beim Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz. Verantwortung gehöre zwar zum Unternehmertum, problematisch werde es jedoch, wenn diese Verantwortung in bürokratischen Formalismus umschlage, der kleinere Unternehmen unverhältnismäßig stark belaste.

Kostenbelastung und Fachkräftemangel
Mit einer Steuer- und Abgabenquote von 47,9 Prozent für durchschnittliche Arbeitnehmer zählt Deutschland laut OECD zu den Spitzenreitern im internationalen Vergleich. Gleichzeitig entfielen zwischen Juli 2024 und Juni 2025 über 72 Prozent aller offenen Stellen auf kleine und mittlere Unternehmen. Insgesamt fehlten ihnen mehr als 280.000 Fachkräfte. Gerade der Mittelstand habe aufgrund höherer Personalkostenanteile am Umsatz deutlich geringere Spielräume als Großkonzerne, um im Wettbewerb um Fachkräfte mitzuhalten.

Diese Faktoren führten, so Güntner, zu einer gefährlichen Entwicklung: Investitionsstau, ungeklärte Nachfolgeregelungen und Standortverlagerungen seien zunehmend die Folge – oder schlicht die Entscheidung, auf weiteres Wachstum zu verzichten.

Politik signalisiert Dialogbereitschaft
Parlamentarischer Staatssekretär Carsten Träger griff die angesprochenen Kritikpunkte in seiner Rede direkt auf. „Sie haben nicht mit Kritik an der Politik gespart und diese Kritik berührt mich“, erklärte er gegenüber den Teilnehmerinnen und Teilnehmern.

Er räumte ein, dass insbesondere die hohen Energiekosten Wirtschaft und Bevölkerung stark belasteten. Als wesentliche Ursache verwies er auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine und den damit verbundenen Gaslieferstopp. Gleichzeitig betonte Träger, dass die Bundesregierung bereits erste Steuersenkungen beschlossen habe und weitere Maßnahmen vorbereite. Zudem sollen in den kommenden Jahren Investitionen in Höhe von rund einer Billion Euro mobilisiert werden, die auch dem Mittelstand zugutekommen sollen.

„Ich nehme sehr ernst, wenn Sie sagen, dass der Mittelstand mit dem Rücken zur Wand steht“, unterstrich Träger. Zugleich zeigte er sich überzeugt davon, dass die Bundesregierung entschlossen sei, die bestehenden Probleme anzugehen. „Der Mittelstand ist ein Pfund für Deutschland. Er trägt maßgeblich zur wirtschaftlichen Stärke unseres Landes bei.“

Ein zentrales Branchenthema griff bvse-Hauptgeschäftsführer Eric Rehbock auf. Er dankte Träger ausdrücklich für seine Teilnahme und bezeichnete dessen Besuch als wichtiges Signal für den Dialog zwischen Politik und Mittelstand.

Besonders positiv bewertete Rehbock die Initiative des Bundesumweltministeriums zur Bekämpfung von Brandereignissen durch falsch entsorgte Lithium-Ionen-Akkus. Auf Forderung der Branche wurde kurzfristig ein „Runder Tisch“ unter Vorsitz von Carsten Träger eingerichtet. Das erste Treffen habe bereits gezeigt, dass tragfähige Lösungen möglich seien. Der bvse werde sich aktiv und konstruktiv in diesen Prozess einbringen.

Gleichzeitig machte Rehbock deutlich, dass sich die Recycling- und Entsorgungsbranche aktuell in einer äußerst angespannten wirtschaftlichen Situation befinde. Zwar folge die Entwicklung grundsätzlich der allgemeinen Konjunkturlage, treffe die Branche jedoch besonders hart.

Vor allem im Kunststoff- und Textilrecycling sei die Lage teilweise existenziell. Ohne kurzfristige Unterstützung drohten weitere Insolvenzen, Stilllegungen und Standortschließungen. Jeder verlorene Betrieb bedeute nicht nur den Verlust von Arbeitsplätzen, sondern auch von Know-how, regionaler Infrastruktur und Leistungsfähigkeit der Kreislaufwirtschaft.

Als besonders dringlich bezeichnete Rehbock die Forderung nach einem verlässlichen Zugang zu deutlich vergünstigten Industriestrompreisen für Kunststoffrecycler. Ein Ausschluss der Branche von entsprechenden Entlastungsmaßnahmen wäre ein fatales Signal.

Der bvse kündigte an, sich weiterhin engagiert und lösungsorientiert in politische Prozesse einzubringen –im Sinne eines handlungsfähigen Mittelstandes und einer starken Kreislaufwirtschaft in Deutschland.