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Foto Messe Frankfurt, Valentin
20.07.2026

Heimtextil 2027: Carpets & Rugs mit neuer Struktur und Premiumsegment

Noch effizienter, noch marktnäher, noch zielgerichteter: Die Heimtextil 2027 stärkt ihre Position als führender Treffpunkt der globalen Teppichbranche und baut Carpets & Rugs entlang der Marktbedürfnisse weiter aus. Mit einer stärkeren Ausrichtung auf Vertriebskanäle integriert sich das Segment in die Produktwelten der Heimtextil. Hersteller, Handel, Industrie, Objektgeschäft profitieren von zusätzlichen Geschäftspotenzialen, Neukontakten und der effizienten Beschaffung ganzheitlicher Interior-Lösungen. Mit Carpets & Rugs Excellence entsteht zudem erstmals ein Premiumsegment für ausgewählte Volumenhersteller. Zahlreiche Keyplayer haben ihre Teilnahme für 2027 bestätigt.

Noch effizienter, noch marktnäher, noch zielgerichteter: Die Heimtextil 2027 stärkt ihre Position als führender Treffpunkt der globalen Teppichbranche und baut Carpets & Rugs entlang der Marktbedürfnisse weiter aus. Mit einer stärkeren Ausrichtung auf Vertriebskanäle integriert sich das Segment in die Produktwelten der Heimtextil. Hersteller, Handel, Industrie, Objektgeschäft profitieren von zusätzlichen Geschäftspotenzialen, Neukontakten und der effizienten Beschaffung ganzheitlicher Interior-Lösungen. Mit Carpets & Rugs Excellence entsteht zudem erstmals ein Premiumsegment für ausgewählte Volumenhersteller. Zahlreiche Keyplayer haben ihre Teilnahme für 2027 bestätigt.

Die Heimtextil 2027 vereint erneut die globale Teppichbranche in Frankfurt. Mit einer neuen Struktur orientiert sich Carpets & Rugs konsequent an den aktuellen Marktanforderungen und stärkt die Vernetzung entlang der Einkaufs- und Vertriebskanäle. Teppichanbieter integrieren sich gezielt in die Produktwelten der Heimtextil – und bündeln ganzheitliche Interior-Konzepte für den Fachhandel, Lösungen für Hospitality- und Objektprojekte sowie Angebote für das internationale Volumengeschäft. Hersteller profitieren von zusätzlichen Geschäftspotenzialen und Neukontakten. Einkäufer*innen erhalten einen direkten Zugang zu kompletten Einrichtungslösungen. „Unser Anspruch ist es, die Bedürfnisse des gesamten Teppichmarkts optimal abzubilden. Gemeinsam mit der Branche entwickeln wir Carpets & Rugs kontinuierlich weiter und schaffen eine noch zielgerichtetere Business-Plattform für Hersteller, Marken und Einkäufer*innen weltweit“, sagt Bettina Bär, Director Heimtextil. „Die starke Beteiligung bestätigt erneut die Relevanz der Heimtextil als Heimat der globalen Teppichindustrie in Frankfurt.“
 
Neue Geschäftspotenziale und starke internationale Beteiligung
Maschinengefertigte Teppiche sowie Anbieter von Fasern, Garnen und Technologien präsentieren sich künftig in Halle 3.1 im Umfeld von Decorative & Furniture Fabrics – mit direkter Anbindung an Fachhandel und Objektgeschäft. Handgeknüpfte Unikate, hochwertige Fußmatten und Bodenlösungen erweitern in Halle 3.0 den Bereich Interior Design Concepts: Windows, Wall & Floor mit ganzheitlichen Raumkonzepten. Die Hallen 11.0, 12.0 und 12.1 sind der Treffpunkt für Volumenhersteller und Großeinkäufer*innen aus aller Welt und ergänzen das Angebot um hand- und maschinengewebte Teppiche. Zahlreiche Marktführer und renommierte Marken haben ihre Teilnahme bereits bestätigt, darunter Agnee Innovates, Balta Industries, Bhadohi Carpets, Choudhary Exports, Fibre World, Hafizia Arts & Crafts, Heritage Overseas, Jaipur Rugs, Looms & Knots, Merinos, Oriental Weavers mit EFCO und MAC, Qayyum Exports, Ragolle Rugs, Rudra Rugs, Rugs INC., Unlimited Style Rugs, Teppich de Orienta sowie Verbatex. 
 
Qualität in jeder Größenordnung: neuer Bereich Carpets & Rugs Excellence

Mit Carpets & Rugs Excellence führt die Heimtextil 2027 in Halle 11.0 erstmals ein Premiumsegment für ausgewählte internationale Volumenhersteller der Teppichindustrie ein. Die von einer unabhängigen Fachjury ausgewählten Unternehmen stehen für hochwertige Produkte, exzellente Verarbeitung und Produktionskompetenz. Damit entsteht eine zentrale Anlaufstelle für Einkäufer*innen aus Handel, Hospitality und Objektgeschäft auf der Suche nach qualitätsorientierten Teppichlieferanten mit Odervolumen in jeder Größe. Das kuratierte Segment schafft Orientierung bei globalen Beschaffungsentscheidungen und unterstreicht den Qualitätsanspruch der Heimtextil.

Quelle:

Messe Frankfurt

Funktionsband von JUMBO-Textil bei ALEA im Einsatz Foto: (c) JUMBO-Textil
20.07.2026

Funktionsband von JUMBO-Textil bei ALEA im Einsatz

„Es ist nicht zu sehen und nicht zu hören – und gerade deshalb optimal für diesen Einsatz“, sagt Stefan Wallner, Sales Manager Automotive von JUMBO-Textil. Das Tochterunternehmen der Textation Group für technische Schmaltextilien ist Spezialist für Elastics und produziert unter anderem Bauteile für Automotive-Zulieferer, etwa Fangbänder, Entriegelungsschlaufen oder Spannlitzen. Viele dieser Produkte bleiben im Verborgenen. Eingebaut im Sitz oder hinter einer Verkleidung erfüllen sie zuverlässig ihre Funktion: Spannen, Halten, Verstellen, Fixieren … Die textilen Bauteile arbeiten im Hintergrund – leicht, leise und langlebig.

Unsichtbarer Hochleister
Zu diesen „unsichtbaren Hochleistern“ gehört auch ein clever konzipiertes Funktionsband. Die Kombination aus einem elastischen und einem unelastischen Webband dient als Klappenhalterung für eine Kartentasche in der Sitzrückenlehne. Über Maße und Materialien des elastischen Bands lässt sich das Kraft-Dehn-Verhalten exakt steuern. Das unelastische Band sorgt für Stabilität an den Reibungspunkten und für geräuschlose Funktion. 

„Es ist nicht zu sehen und nicht zu hören – und gerade deshalb optimal für diesen Einsatz“, sagt Stefan Wallner, Sales Manager Automotive von JUMBO-Textil. Das Tochterunternehmen der Textation Group für technische Schmaltextilien ist Spezialist für Elastics und produziert unter anderem Bauteile für Automotive-Zulieferer, etwa Fangbänder, Entriegelungsschlaufen oder Spannlitzen. Viele dieser Produkte bleiben im Verborgenen. Eingebaut im Sitz oder hinter einer Verkleidung erfüllen sie zuverlässig ihre Funktion: Spannen, Halten, Verstellen, Fixieren … Die textilen Bauteile arbeiten im Hintergrund – leicht, leise und langlebig.

Unsichtbarer Hochleister
Zu diesen „unsichtbaren Hochleistern“ gehört auch ein clever konzipiertes Funktionsband. Die Kombination aus einem elastischen und einem unelastischen Webband dient als Klappenhalterung für eine Kartentasche in der Sitzrückenlehne. Über Maße und Materialien des elastischen Bands lässt sich das Kraft-Dehn-Verhalten exakt steuern. Das unelastische Band sorgt für Stabilität an den Reibungspunkten und für geräuschlose Funktion. 

Die Klappe wird von zwei solcher Kombibänder gehalten, die überkreuzt im Sitzrücken verbaut sind. Die unelastischen Bänder werden durch einen Schlitz in der Klappe gezogen und auf der anderen Seite so gefaltet und vernäht, dass sie sich hinter dem Schlitz fest verankern. Die elastischen Bänder werden an vorab präzise definierten Löchern im Sitzrücken eingehakt. Die Löcher werden mittels Laserschnitt ausgespart. Dank der versiegelten Lochkanten sind sie stabil und langlebig. Für die Fahrzeuginsassen bleibt das komplexe Bauteil unbemerkt. Nur für den kurzen Moment, in dem sie die Klappe öffnen, blitzen seitlich ein bis zwei Zentimeter des unelastischen Webbands auf. 

Enge Kooperation, präzise Spezifikation
Auto Leder Atelier GmbH, kurz ALEA, verbaut dieses hochwertige Funktionsband von JUMBO-Textil. Der Spezialist für Innenraumveredelung – von der Kaschierung bis zur Belederung – fertigt für Automobilhersteller und Tier-1-Zulieferer im Luxus- und Premiumsegment hochwertige Interieur-Bauteile in Serie, darunter Ledersitze und -verkleidungen für einige der renommiertesten Automobilmarken weltweit." Kraft-Dehn-Verhalten, Flammhemmung, Oberflächeneigenschaften … – kein Parameter darf vom finalen Muster abweichen. Die Textilien müssen bis in die letzte Faser die Leistung erbringen, für die sie ausgelegt sind. „Als Lösungsanbieter liefern wir Schmaltextilien, die genau auf die jeweiligen Anforderungen – von den Umweltbedingungen bis zur Einbausituation – abgestimmt sind und präzise leisten, was die Kunden jeweils benötigen. Für das Funktionsband von ALEA haben wir eine spezielle Variante mit zwei unterschiedlichen Bandbreiten entwickelt und Muster mit den exakten projektspezifischen Eigenschaften produziert“, erläutert Wallner. „Genaue Kenntnis des Kundenprojekts ist dafür unerlässlich.“
    
Regelmäßiger Austausch vor Ort
Auch ALEA legt auf den Austausch der Partner großen Wert. „Neben der makellosen Optik, Haptik und Akustik bieten unsere Lederprodukte maximale Funktionalität. Da zählt jedes Detail, ob sichtbar oder unsichtbar“, betont Mario Haufe, COO von ALEA. „Unser Partner JUMBO-Textil steuert hochfunktionale und montagefertige Bauteile für unsere Produkte bei. Deshalb arbeiten wir mit dem Unternehmen in NRW zusammen. Und die Erfahrung zeigt, dass dieses Ergebnis auch vom guten Zusammenspiel mit dem Zulieferer abhängt. Nur wer uns, unsere Erwartungen, unsere Produktionsbedingungen, die Einbausituation des Bauteils kennt, kann uns Bauteile liefern, die perfekt ins Produkt und zu unseren Prozessen passen.“ 

JUMBO-Textil war zu Projektbeginn bei ALEA vor Ort. Das Entwicklungsteam in Sprockhövel weiß deshalb genau, wie die Kolleg*innen in Hofstetten arbeiten und was sie brauchen. Für das spezielle Funktionsband wurden alle Spezifikationen gemeinsam exakt definiert. JUMBO-Textil hat daraufhin mehrere mögliche Lösungen entwickelt, aus denen das ALEA-Team die perfekte Variante wählen konnte. „So war schon das Muster für den ersten Verbauversuch ziemlich nah an der finalen Lösung“, erklärt Haufe. „Das war einmal mehr ein ausgezeichnetes Zusammenspiel, das allen zugutekommt: uns, dem Auto-Hersteller und schließlich all denen, die im Fahrzeug unterwegs sind und ihr Tablet – oder was sonst sie bei sich haben – sicher in der Sitzrückenklappe verstauen.“

  • Elastisch und unelastisch kombiniert
  • In unterschiedlichen Bandbreiten möglich
  • In kundenspezifischer Farbgebung möglich
  • Löcher per Laserschnitt erstellt oder bereits im Flechtprozess eingearbeitet
  • Ready to use: montagefertig, z. B. auch mit angenähtem Kunststoffflachprofil 
  • Mit nähbarem Kunststoff
  • Elastisches Material: Naturgummi
  • Flammhemmend ausgerüstet

 

Quelle:

JUMBO-Textil

20.07.2026

Digitaler Produktpass: Südwesttextil fordert überprüfbare Daten und fairen Vollzug

Anlässlich der Durchführungsverordnung zum zentralen Digitalen Produktpassregister mahnt Südwesttextil eine praxistaugliche Umsetzung an. Nur mit kontrollierbaren Angaben und wirksamer Marktüberwachung kann ein fairer Wettbewerb sichergestellt werden.

Mit dem Digitalen Produktpass (DPP) führt die EU im Rahmen der Ökodesign-Verordnung (ESPR) ein zentrales Instrument für mehr Transparenz und Kreislauffähigkeit ein. Doch das Tempo der Umsetzung läuft der Klärung zentraler Grundfragen voraus: in der letzten Woche wurde die Durchführungsverordnung zum DPP-Register veröffentlicht. Seit dieser Woche ist die erstmalige Registrierung von Organisationen sowie der Zugriff auf eine Testumgebung möglich. Der erste delegierte Rechtsakt für Textilien wird für Ende 2026 erwartet, mit anschließend rund 18 Monaten Übergangsfrist. 

Anlässlich der Durchführungsverordnung zum zentralen Digitalen Produktpassregister mahnt Südwesttextil eine praxistaugliche Umsetzung an. Nur mit kontrollierbaren Angaben und wirksamer Marktüberwachung kann ein fairer Wettbewerb sichergestellt werden.

Mit dem Digitalen Produktpass (DPP) führt die EU im Rahmen der Ökodesign-Verordnung (ESPR) ein zentrales Instrument für mehr Transparenz und Kreislauffähigkeit ein. Doch das Tempo der Umsetzung läuft der Klärung zentraler Grundfragen voraus: in der letzten Woche wurde die Durchführungsverordnung zum DPP-Register veröffentlicht. Seit dieser Woche ist die erstmalige Registrierung von Organisationen sowie der Zugriff auf eine Testumgebung möglich. Der erste delegierte Rechtsakt für Textilien wird für Ende 2026 erwartet, mit anschließend rund 18 Monaten Übergangsfrist. 

„Der Digitale Produktpass kann die Stärken unserer Branche – Qualität, Langlebigkeit, Transparenz – sichtbar machen und ein echtes Differenzierungsmerkmal werden. Das gelingt aber nur, wenn die Daten überprüfbar sind und der Vollzug funktioniert. Ein Pass, der sich auf ungeprüfte Selbstauskünfte stützt, belastet die regelkonformen europäischen Hersteller und nützt am Ende denen, die schon heute EU-Regulatorik unterlaufen“, so Hauptgeschäftsführerin Edina Brenner.

Wie real diese Gefahr ist, zeigt der Online-Handel: 2025 gelangten laut IW-Studie im Auftrag des Handelsverbands rund 12 Millionen Pakete aus Drittstaaten pro Tag in die EU. Bei dieser Ware wären grundsätzlich der Wirtschaftsakteur bzw. dessen Bevollmächtigter zur Registrierung der Produkte verpflichtet. Die Wirksamkeit des Digitalen Produktpasses hängt jedoch entscheidend davon ab, dass die hinterlegten Informationen auch überprüft werden können. Zoll- und Marktüberwachungsbehörden stoßen aber schon jetzt angesichts der hohen Zahl importierter Produkte an ihre Grenzen, sodass derzeit unklar ist, wie viele der in den Verkehr gebrachten Güter europäische Standards unterlaufen. Die inhaltliche Prüfung von Millionen Produktpässen ist daher unrealistisch. Der DPP droht zur Bürokratielast für regelkonforme Hersteller zu werden. 

Aus Perspektive von Südwesttextil muss der Digitale Produktpass daher von Beginn an mit Verifizierung und wirksamer Marktüberwachung verbunden werden, damit ungeprüfte Importe keinen leichteren Marktzugang erhalten als nachweislich konforme Produkte. Da die Textil- und Bekleidungsindustrie äußerst heterogen ist; von Mode über Berufsbekleidung bis hin zu Heimtextilien, sind die Anforderungen zudem nach Produktart und Geschäftsmodell zu differenzieren, schrittweise einzuführen und so auszugestalten, dass auch kleine und mittlere Unternehmen sie umsetzen können. 

Südwesttextil fordert die politischen Entscheidungsträger auf, die in der Ökodesign-Verordnung vorgesehenen Folgenabschätzungen auch für den Digitalen Produktpass sorgfältig durchzuführen und die Branche frühzeitig in die Ausgestaltung des delegierten Rechtsakts für Textilien einzubinden. Ziel sollte eine praxistaugliche Ausgestaltung sein, die den Digitalen Produktpass nicht inhaltlich überfrachtet, sondern auf das erforderliche Maß beschränkt und überprüfbar ausgestaltet.

Quelle:

Verband der Südwestdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie Südwesttextil e.V. 

Beim 8. Textillogistik-Forum trafen sich 75 Vertreter:innen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Praxis zusammen, um aktuelle Entwicklungen, innovative Technologien und konkrete Lösungsansätze für die textile Wertschöpfungskette zu diskutieren. Foto: Fachbereich Textil- und Bekleidungstechnik/HSNR
Beim 8. Textillogistik-Forum trafen sich 75 Vertreter:innen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Praxis zusammen, um aktuelle Entwicklungen, innovative Technologien und konkrete Lösungsansätze für die textile Wertschöpfungskette zu diskutieren.
16.07.2026

8. Textillogistik-Forum: Lösungen für eine nachhaltige textile Zukunft

Wie kann die Textilbranche angesichts steigender Anforderungen an Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Ressourceneffizienz zukunftsfähig gestaltet werden? Mit dieser Frage beschäftigte sich das 8. Textillogistik-Forum am 8. Juli 2026 in Mönchengladbach. Rund um das Thema „Textillogistik in herausfordernden Zeiten“ kamen 75 Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Wirtschaft und Praxis zusammen, um aktuelle Entwicklungen, innovative Technologien und konkrete Lösungsansätze für die textile Wertschöpfungskette zu diskutieren.
 
Veranstaltet wurde das Forum vom Center Textillogistik (CTL) der Hochschule Niederrhein (HSNR) gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik (IML) in Dortmund. Ziel der jährlich stattfindenden Veranstaltung ist es, den Austausch zwischen Forschung und Industrie zu stärken und gemeinsam Perspektiven für eine leistungsfähige und nachhaltige Textillogistik zu entwickeln.
 

Wie kann die Textilbranche angesichts steigender Anforderungen an Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Ressourceneffizienz zukunftsfähig gestaltet werden? Mit dieser Frage beschäftigte sich das 8. Textillogistik-Forum am 8. Juli 2026 in Mönchengladbach. Rund um das Thema „Textillogistik in herausfordernden Zeiten“ kamen 75 Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Wirtschaft und Praxis zusammen, um aktuelle Entwicklungen, innovative Technologien und konkrete Lösungsansätze für die textile Wertschöpfungskette zu diskutieren.
 
Veranstaltet wurde das Forum vom Center Textillogistik (CTL) der Hochschule Niederrhein (HSNR) gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik (IML) in Dortmund. Ziel der jährlich stattfindenden Veranstaltung ist es, den Austausch zwischen Forschung und Industrie zu stärken und gemeinsam Perspektiven für eine leistungsfähige und nachhaltige Textillogistik zu entwickeln.
 
„Die Herausforderungen in der Textilbranche lassen sich nur gemeinsam bewältigen. Gerade die Verbindung von wissenschaftlicher Expertise, technologischen Innovationen und praktischer Anwendung ist entscheidend, um neue Lösungen für die Zukunft der Textillogistik zu entwickeln“, betonte Prof. Dr.-Ing. Markus Muschkiet, Leiter des Center Textillogistik an der HSNR und am Fraunhofer IML.
 
Das diesjährige Programm zeigte die gesamte Bandbreite aktueller Fragestellungen: Im Mittelpunkt standen unter anderem die Entwicklung einer textilen Kreislaufwirtschaft, der Einsatz künstlicher Intelligenz in logistischen Prozessen, nachhaltige Materialien, Recyclingpotenziale sowie intelligente Lösungen für die Sammlung und Wiederverwertung von Alttextilien.
 
Nach der Begrüßung durch Prof. Dr.-Ing. Markus Muschkiet und Prof. Dr.-Ing. Uwe Clausen (Institutsleiter am Fraunhofer IML und am Institut für Transportlogistik der Technischen Universität Dortmund) folgte ein vielseitiges Fachprogramm. Prof. Dr.-Ing. Robert Groten von der HSNR stellte Forschungsergebnisse zur Integration von Nachhaltigkeitsaspekten bei Polymeren in der textilen Produktentwicklung vor und zeigte auf, welche Bedeutung bereits das Produktdesign für die spätere Wiederverwendung und Verwertung von Textilien hat.
 
Dr. Anna Missong, wissenschaftliche Mitarbeiterin der HSNR, präsentierte anschließend Ergebnisse des Projekts „Nachhal(l)tigkeit – Nachhaltige Fachkräfteausbildung für eine umweltschonende Textil- und Bekleidungswirtschaft“ vor. 
 
Ein zentraler Programmpunkt war die Podiumsdiskussion „Textillogistik in herausfordernden Zeiten“. Prof. Dr.-Ing. Markus Muschkiet diskutierte gemeinsam mit Stefan Anspach (Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Mönchengladbach), Ralf Düster (Vice President Customer Solutions der Rhenus Group) und Patrick Lamke (Head of Inbound Logistics der KiK Textilien und Non-Food GmbH) über aktuelle Marktbedingungen, neue Anforderungen an Lieferketten und die Bedeutung resilienter Logistikstrukturen.
 
„Die Textillogistik steht vor einem grundlegenden Wandel. Themen wie Kreislaufwirtschaft und Digitalisierung werden die Branche in den kommenden Jahren maßgeblich prägen. Dafür brauchen wir neue Kooperationen und innovative Ansätze entlang der gesamten Wertschöpfungskette“, so Prof. Dr.-Ing. Markus Muschkiet.
 
Auch die Bedeutung des Textilstandorts Mönchengladbach wurde hervorgehoben. Felix Heinrichs, Oberbürgermeister der Stadt Mönchengladbach, unterstrich in seinen Grußworten die Rolle der Branche für die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt und die Bedeutung von Forschung und Innovation für die Zukunft des Standorts.
 
Einblicke in neue Geschäftsmodelle boten die anschließenden Start-up-Pitches. Das aus dem Center Textillogistik hervorgegangene Unternehmen „nodes“, vertreten durch Sabrina Mauter und Lisa Gudehus, entwickelt ein digitales Recyclingmanagement-Tool zur Erfassung und Distribution textiler Rest- und Abfallstoffe. Ziel ist es, textile Materialien besser zu erfassen und wieder in Wertstoffkreisläufe zurückzuführen. Das Start-up „Baybi.O“, vorgestellt von Günther Winck, verfolgt mit einer abfallfreien On-Demand-Produktion einen Ansatz gegen textile Überproduktion.
 
Darüber hinaus stellte Janika Schüßler, wissenschaftliche Mitarbeiterin am CTL, Ergebnisse einer Verbraucherumfrage zur Wahrnehmung der Getrenntsammlungspflicht für Alttextilien in Deutschland vor. Einen weiteren Schwerpunkt bildete das Forschungsprojekt „CollecTS“ (Collect Textiles Smart), das Anna Engelpracht (Leiterin Umweltmanagement bei der mags Mönchengladbacher Abfall-, Grün- und Straßenbetriebe AöR) und Lisa Gudehus (CTL) vorstellten. Ziel des Projekts ist es, intelligente Lösungen für die Sammlung von Alttextilien zu entwickeln und damit die Grundlage für bessere Recyclingprozesse zu schaffen.
 
Zum Abschluss erhielten die Teilnehmenden bei Workshops sowie Führungen durch die Labore und Praktika des Fachbereichs Textil- und Bekleidungstechnik der HSNR. Zudem gab es Zeit für Networking und fachlichen Austausch.
 
Über das Center Textillogistik (CTL): Das Center Textillogistik (CTL) ist eine Kooperation der Hochschule Niederrhein und des Fraunhofer-Instituts für Materialfluss und Logistik (IML). An den Standorten Mönchengladbach und Dortmund arbeiten interdisziplinäre Teams unter gemeinsamer Leitung von Prof. Dr. Markus Muschkiet an praxisnahen Forschungsfragen rund um die Logistik textile Produkte. Unter dem Leitgedanken „Logistik für Textilien – Textilien für Logistik“ verbindet das CTL wissenschaftliche Forschung mit den Anforderungen der Industrie und entwickelt innovative Lösungen für eine nachhaltige und effiziente Textillogistik.

Quelle:

Hochschule Niederrhein

Kick-off meeting in Denkendorf. Foto: DITF
Kick-off meeting in Denkendorf.
12.07.2026

Forschungsprojekt ALADIN: Zirkuläre und bedarfsgerechte Textilproduktion in Europa

Die Produktion von Textilien kann nachhaltig gestaltet werden, indem kurze Lieferketten genutzt werden und Überproduktion verhindert wird. Dies kann bereits heute erreicht werden, wenn bestehende Infrastrukturen intelligent vernetzt und effizient genutzt werden. Gleichzeitig wird die Produktion kreislauffähig, wenn innovative Technologien und Materialien eingesetzt werden, die eine hochwertige Wiederverwertung ermöglichen. Das Forschungsprojekt ALADIN schafft die Voraussetzung dafür. Es wurde im Mai 2026 gestartet und wird im Rahmen des Horizon Europe Programm von der EU mit 5 Millionen Euro kofinanziert.

Unter der Koordination der Deutschen Instituten für Textil- und Faserforschung Denkendorf (DITF) erarbeiten und integrieren die Projektpartner Plattformen, Technologien und tragfähige Geschäftsmodelle für eine zirkuläre Textilproduktion. ALADIN steht dabei für Advanced LocAl and Digital Innovation Network for Circular Garments und verfolgt das Ziel, tragfähige Geschäftsmodelle für eine zirkuläre Textilproduktion zu etablieren.

Das Konzept beruht auf vier Säulen:

Die Produktion von Textilien kann nachhaltig gestaltet werden, indem kurze Lieferketten genutzt werden und Überproduktion verhindert wird. Dies kann bereits heute erreicht werden, wenn bestehende Infrastrukturen intelligent vernetzt und effizient genutzt werden. Gleichzeitig wird die Produktion kreislauffähig, wenn innovative Technologien und Materialien eingesetzt werden, die eine hochwertige Wiederverwertung ermöglichen. Das Forschungsprojekt ALADIN schafft die Voraussetzung dafür. Es wurde im Mai 2026 gestartet und wird im Rahmen des Horizon Europe Programm von der EU mit 5 Millionen Euro kofinanziert.

Unter der Koordination der Deutschen Instituten für Textil- und Faserforschung Denkendorf (DITF) erarbeiten und integrieren die Projektpartner Plattformen, Technologien und tragfähige Geschäftsmodelle für eine zirkuläre Textilproduktion. ALADIN steht dabei für Advanced LocAl and Digital Innovation Network for Circular Garments und verfolgt das Ziel, tragfähige Geschäftsmodelle für eine zirkuläre Textilproduktion zu etablieren.

Das Konzept beruht auf vier Säulen:

  • Digitale Plattform für Dienstleistungen von kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU)
  • Regionale Zusammenarbeit zur Förderung der lokalen Produktion
  • Technologien für Recycling-Strategien
  • Lokale und erneuerbare Rohstoffe

Die Projektpartner kommen aus den sechs Ländern Deutschland, Rumänien, Belgien, Frankreich, Tschechien und Italien. Sie bringen vielfältige Kompetenzen mit, zum Beispiel in den Bereichen Design, Sticken, Digitaldruck, Digitalisierung, Recycling, KI und Microfactory-Produktion. Diese unterschiedlichen Erfahrungen ermöglichen eine leistungsfähige digitale Infrastruktur für B2B- und B2B2C-Beziehungen.

Die Partner werden innovative Technologien wie ein Modul für einen digitalen Produktpass und einen KI-gestützten Ökodesign-Assistenten entwickeln. Ergänzend arbeiten sie an Bekleidungstextilien, darunter ringgesponnene Garne aus recycelter Baumwolle. Ein umfassender Transfer der Projektergebnisse sorgt für eine nachhaltige Wirkung. Es entsteht ein Netzwerk, das gemeinsam die Infrastruktur nutzt – vom Design über die Produktion bis hin zum Kundenservice und zum Recycling.

Zur Validierung des Ansatzes werden drei konkrete Anwendungsfälle umgesetzt: ein teilautomatisiert produziertes T Shirt, ein smarter Parka sowie ein zirkuläres, wandlungsfähiges Blazer Kleid.

Dabei kommen nachhaltige Materialien wie biobasierte Fasern und recycelte Textilien zum Einsatz, die so verarbeitet werden, dass sie am Ende ihres Lebenszyklus leichter wiederverwertet werden können. Die Produktion erfolgt lokal in Microfactories, die Produkte sind maßgefertigt nach den Wünschen der Kunden.

Darüber hinaus werden klein- und mittelständische Unternehmen sowie Start-Ups aktiv in zwei offene Ausschreibungen eingebunden und Interessengruppen in die Gestaltung der Plattform einbezogen. Zusätzlich werden Innovationen im Ökosystem gefördert, etwa in den Bereichen Automatisierung, Produktionstechnologien und digitale Dienstleistungen.

Langfristig zielt das Projekt darauf ab, ein europaweites Netzwerk von Microfactories aufzubauen, neue Arbeitsplätze zu schaffen und den Einsatz nachhaltiger Materialien deutlich zu steigern. Gleichzeitig sollen Abfälle reduziert und die regionale Wertschöpfung gestärkt werden.

ALADIN bringt dafür die Industrie, die Kunden, die Politik und die Wissenschaft an einen Tisch – für eine nachhaltige, kreislauffähige Textilproduktion. Auf diese Weise wird ALADIN auch Vorbild für ähnliche Netzwerke sein, wodurch sich die positiven Effekte für Markt und Umwelt vervielfachen.

Dieses Projekt wurde im Rahmen des Forschungs- und Innovationsprogramms „Horizont Europa“ der Europäischen Union unter der Fördervereinbarung Nr. 101294463 finanziell unterstützt. Die darin zum Ausdruck gebrachten Ansichten und Meinungen sind jedoch ausschließlich die der Autoren und spiegeln nicht unbedingt die Ansichten der Europäischen Union oder der Europäischen Exekutivagentur für Gesundheit und Digitalisierung (HADEA) wider. Weder die Europäische Union noch die Förderbehörde können dafür haftbar gemacht werden.

Quelle:

Deutsche Institute für Textil- und Faserforschung Denkendorf DITF

World of Wipes Graphic INDA
08.07.2026

2026 World of Wipes® Conference

The World of Wipes® (WOW) International Conference brought the global wipes industry together for four days of insights, innovation, and connections, June 29-July 2, at the Grand Hyatt Nashville, in Tennessee. WOW featured expert-led presentations, exhibits, and the presentation of the 2026 World of Wipes Innovation Award®.

World of Wipes Innovation Award
The 2026 World of Wipes Innovation Award was presented to Rockline Industries for their First Defense™ Fentanyl Detection Wipe. In collaboration with Visual Detection Systems, Rockline developed the First Defense Fentanyl Detection Wipe, a single-use presumptive test that rapidly detects trace fentanyl through a visible color change. Featuring specialized indicators bound to viscose fibers with a starch-based system, the wipe improves field usability and reliability. Tested with pharmaceutical and street-grade fentanyl and other opioids, it is designed for law enforcement, first responders, military, airports, schools, and correctional facilities.

The World of Wipes® (WOW) International Conference brought the global wipes industry together for four days of insights, innovation, and connections, June 29-July 2, at the Grand Hyatt Nashville, in Tennessee. WOW featured expert-led presentations, exhibits, and the presentation of the 2026 World of Wipes Innovation Award®.

World of Wipes Innovation Award
The 2026 World of Wipes Innovation Award was presented to Rockline Industries for their First Defense™ Fentanyl Detection Wipe. In collaboration with Visual Detection Systems, Rockline developed the First Defense Fentanyl Detection Wipe, a single-use presumptive test that rapidly detects trace fentanyl through a visible color change. Featuring specialized indicators bound to viscose fibers with a starch-based system, the wipe improves field usability and reliability. Tested with pharmaceutical and street-grade fentanyl and other opioids, it is designed for law enforcement, first responders, military, airports, schools, and correctional facilities.

“Rockline is honored to receive the 2026 World of Wipes Innovation Award for the First Defense Fentanyl Detection Wipe. This recognition reflects the innovation, passion, and dedication of our team to develop a first-of-its-kind solution that helps protect first responders, EMS, law enforcement, and others with a convenient, single-use product that performs effectively in real-world environments.” – Doug Cole, Vice President – Global Product Development, Rockline Industries

Fellow finalists The Clorox Company, with their Clorox™ Refreshables™, and Lenzing Fibers, Inc., with their Lenzing™ DualWipe, were also honored for their innovation and market potential. Nominations for the 2027 World of Wipes Innovation Award® will open August 7, 2026.

2026 Lifetime Technical Achievement Awards
INDA was proud to honor Tom Daugherty and Carey Hobbs with Lifetime Technical Achievement Awards, recognizing their lasting contributions to the advancement of nonwoven technologies, business innovation, and the continued growth of the industry.

“It has been a great privilege to spend nearly 45 years collaborating with so many talented individuals in this industry to improve the lives of consumers worldwide. I am truly humbled to receive the INDA Lifetime Technical Achievement Award. My deepest thanks to my colleagues at P&G, partners across the supply sector, The Nonwovens Institute at NC State, the INDA community, and my wife and family for their amazing partnership. Here’s to the next generation of innovation!” – Thomas Daugherty, Associate Director, Procter & Gamble, and Deputy / Operations Director, The Nonwovens Institute (retired)

“I was shocked to learn that I’m receiving this Lifetime Achievement Award. I have devoted my professional career to making cars quieter, making jackets warmer, defending our country, and helping families enjoy quilting. This honor humbles me and lets me know that my career has positively impacted people’s lives.” – Carey Hobbs, President, Hobbs Bonded Fibers (retired)

Thoughts from Wipes Leaders
“WOW brought together an excellent mix of people, ideas, and commercial opportunity. The quality of the presentations was very strong, but what stood out most was the value of the conversations — connecting with customers, suppliers, and industry leaders in a setting that was both highly engaging and commercially meaningful. The organization of the event was excellent, and the INDA team created a professional, welcoming environment that made it easy to engage, exchange ideas, and strengthen relationships across the wipes and nonwovens industry.” – Nigel Gautry, Corporate Marketing and Sales Director, Saudi German Co. for Nonwoven Products

“WOW provided a fantastic experience and a valuable opportunity to share Soane Materials’ technology platform with leaders across the wipes industry. The presentations offered meaningful insight into where the market is headed, and the networking breaks created high-value conversations around innovation and new business opportunities.” – Elizabeth Huth-Helreigel, Business Development Director, Soane Materials

“WOW was a great experience from the moment I arrived. Within the first hour, I was already connecting with industry colleagues, customers, and partners for meaningful conversations about current business trends and future opportunities. The quality of the networking made it clear very quickly that WOW brings the right people together in one place.” – Robert Langill, Senior Director Sales, Precision Concepts / Comar

“Participation in WOW26 was an energetic and highly productive event that made it possible to consolidate relationships with existing customers, develop new business opportunities and gather strategic indications on the evolution of the North American wet wipes market. The networking was excellent, and the conversations we had with customers, partners, and industry leaders create valuable opportunities.” – Michael Lynch, Director – North America, IMA Tissue & Nonwoven

WOW Program Highlights
The program featured presentations and panel discussions on:

  • Consumer trends, growth opportunities, and innovations in wipes
  • Standards, regulations, labeling, and policy issues
  • Sustainable substrates and flushable material design
  • Manufacturing, converting, and performance innovations
  • Packaging sustainability and EPR requirements
  • Formulation, preservation, and product development advances

The event opened with the Wipes Development Course, held June 29-30 and led by Heidi Beatty, CEO of Crown Abbey. This 12-session course provided a comprehensive overview of wipes development, from concept to commercialization, covering materials selection, formulation design, and packaging considerations.

INDA announced that the next edition of the World of Wipes® Conference will take place June 7-10, 2027, in Indianapolis, Indiana.

Weitere Informationen:
World of Wipes INDA
Quelle:

INDA

08.07.2026

EmpCo-Richtlinie: HDE fordert praktikable Übergangs- und Abverkaufsfristen

In Deutschland droht in Folge einer neuen EU-Richtlinie weiterhin die Vernichtung von Waren und Verpackungen in großem, kaum absehbarem Umfang. Die Wirtschaft rechnet mit Schäden in Millionenhöhe. Der Handelsverband Deutschland (HDE) fordert daher von der EU-Kommission ein Einlenken sowie praktikable Übergangs- und Abverkaufsfristen.

Hintergrund sind neue Regeln, unter anderem für die Werbung mit Umweltaussagen und die Verwendung von Nachhaltigkeitssiegeln. Sie mussten aufgrund der sogenannten „EmpCo-Richtlinie“ in das deutsche Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) integriert werden. „Unzählige bereits produzierte und im Lager der Unternehmen befindliche Produkte und Verpackungen aller Sortimente sind damit ab dem 27.09.2026 nicht mehr rechtskonform und dürfen nicht mehr verkauft werden. Dies ist eine Folge der fehlenden, beziehungsweise unzureichenden Abverkaufs- und Übergangsbestimmungen in der Richtlinie“, so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth.

In Deutschland droht in Folge einer neuen EU-Richtlinie weiterhin die Vernichtung von Waren und Verpackungen in großem, kaum absehbarem Umfang. Die Wirtschaft rechnet mit Schäden in Millionenhöhe. Der Handelsverband Deutschland (HDE) fordert daher von der EU-Kommission ein Einlenken sowie praktikable Übergangs- und Abverkaufsfristen.

Hintergrund sind neue Regeln, unter anderem für die Werbung mit Umweltaussagen und die Verwendung von Nachhaltigkeitssiegeln. Sie mussten aufgrund der sogenannten „EmpCo-Richtlinie“ in das deutsche Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) integriert werden. „Unzählige bereits produzierte und im Lager der Unternehmen befindliche Produkte und Verpackungen aller Sortimente sind damit ab dem 27.09.2026 nicht mehr rechtskonform und dürfen nicht mehr verkauft werden. Dies ist eine Folge der fehlenden, beziehungsweise unzureichenden Abverkaufs- und Übergangsbestimmungen in der Richtlinie“, so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth.

Dieses Versäumnis in der Normsetzung will die EU nun mit einem kürzlich veröffentlichten „Common Understanding“ des europäischen CPC-Netzwerks beheben. Die ausdrücklich nicht rechtsverbindliche Auslegungshilfe sieht vor, dass Behörden bei der Rechtsdurchsetzung den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit berücksichtigen und einen maßgeschneiderten Durchsetzungsansatz verfolgen, um Warenvernichtungen zu vermeiden. „Unabhängig von den grundsätzlichen rechtlichen Bedenken ist diese europäische Auslegungshilfe für deutsche Händler weitgehend wertlos“, so Genth. Denn in Deutschland erfolgt die Rechtsdurchsetzung im Lauterkeitsrecht durch private klagebefugte Einrichtungen, wie Wirtschafts- oder Verbraucherverbände. Diese werden durch die Veröffentlichung der EU nicht adressiert und sind an die Empfehlungen des CPC-Netzwerks nicht gebunden.

Um Abmahnungen und Unterlassungsklagen zu vermeiden, müssen deutsche Händler daher weiterhin ab dem 27.09.2026 alle nicht mehr rechtskonformen Produkte aus dem Sortiment nehmen und vernichten. „Der von der EU angestrebte verbesserte Umweltschutz und die intendierten Nachhaltigkeitsziele werden so konterkariert. Die EU-Kommission sollte die Richtlinie deshalb endlich um praxisgerechte Übergangs- und Abverkaufsfristen ergänzen. Nur so lässt sich für alle Marktteilnehmer in Europa Rechtssicherheit schaffen, statt mit rechtsstaatlich bedenklichen Konstruktionen die Versäumnisse der Vergangenheit zu kaschieren“, fordert Genth.

Quelle:

HDE Handelsverband Deutschland

03.07.2026

Südwesttextil: Wichtige Maßnahmen im Reformpaket von Union und SPD – Umsetzung entscheidend

Südwesttextil sieht wichtige Signale für Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung, mahnt jedoch eine konsequente und schnelle Realisierung der Vorhaben an.

In dieser Woche haben Union und SPD mit dem „Programm für Aufschwung und Beschäftigung“ ein Paket mit 34 Maßnahmen als Ergebnis des Koalitionsausschusses präsentiert. Südwesttextil begrüßt, dass mit der Modernisierung des Datenschutzes, der Abschaffung von Berichts- und Dokumentationspflichten sowie der Bestellungspflicht von betrieblichen Beauftragten Entlastungen geschaffen werden sollen. Die Entwicklung einer neuen Außenwirtschaftsstrategie muss aus Perspektive der Branche dringend wirksamen Schutz vor Massenimporten zu Dumpingpreisen schaffen und gleichzeitig Vergabeprozesse auf Resilienz und die Teilhabe europäischer Unternehmen ausrichten. 

Südwesttextil sieht wichtige Signale für Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung, mahnt jedoch eine konsequente und schnelle Realisierung der Vorhaben an.

In dieser Woche haben Union und SPD mit dem „Programm für Aufschwung und Beschäftigung“ ein Paket mit 34 Maßnahmen als Ergebnis des Koalitionsausschusses präsentiert. Südwesttextil begrüßt, dass mit der Modernisierung des Datenschutzes, der Abschaffung von Berichts- und Dokumentationspflichten sowie der Bestellungspflicht von betrieblichen Beauftragten Entlastungen geschaffen werden sollen. Die Entwicklung einer neuen Außenwirtschaftsstrategie muss aus Perspektive der Branche dringend wirksamen Schutz vor Massenimporten zu Dumpingpreisen schaffen und gleichzeitig Vergabeprozesse auf Resilienz und die Teilhabe europäischer Unternehmen ausrichten. 

Positiv bewertet Südwesttextil zudem die Maßnahmen für den Arbeitsmarkt, insbesondere die Ausweitung der Möglichkeiten zur sachgrundlosen Befristung, der erneuten Ersteinstellung bei demselben Arbeitgeber sowie das Aufheben des Schriftformerfordernisses bei Befristungen zu Beginn des nächsten Jahres. Die angekündigte Abschaffung der telefonischen Krankschreibung greift die Position des Verbands auf und ist ein wichtiges Signal. Denn Unternehmen tragen bei einer Arbeitsunfähigkeit erhebliche finanzielle Lasten, demgegenüber müssen nachvollziehbare und verlässliche Voraussetzungen für die Feststellung einer Arbeitsunfähigkeit stehen.  

Südwesttextil-Hauptgeschäftsführerin Edina Brenner: „Der Koalitionsausschuss hat wichtige, aber auch überfällige Einigungen erzielt. Die im Reformpaket enthaltenen Maßnahmen können Entlastungen und eine Stärkung von Arbeitsmarkt und Wettbewerbsfähigkeit bewirken. Wir haben allerdings grundsätzlich in Deutschland kein Erkenntnis- sondern ein Umsetzungsproblem. Sollten die Vorhaben nur eingeschränkt, verzögert und mit neuer Bürokratie belastet umgesetzt werden, sehen wir keine substanzielle Chance auf eine Wirtschaftswende.“ 

Das kann beispielhaft am zuletzt erschienenen Referentenentwurf für die Überarbeitung des Arbeitszeitgesetzes aufgezeigt werden. Dieser bleibt deutlich hinter den Zusagen des Koalitionsvertrags zurück, indem er die dringend benötigte Flexibilisierung unter die Bedingung der Zustimmung der Gewerkschaft stellt und diese nicht tarifgebundenen Arbeitgebern gar nicht ermöglicht. Gleichzeitig erschwert die Verpflichtung zur elektronischen und taggleichen Arbeitszeiterfassung die heute vielfach gelebte Vertrauensarbeitszeit und belastet Betriebe mit Bürokratie. Südwesttextil fordert daher dringend eine erhebliche Nachbesserung des Gesetzesentwurfs. 

Entscheidend wird zudem sein, dass die bis Oktober durch die Sozialpartner auszuarbeitenden Vorschläge zur digitalen Transformation tatsächlich zu schnelleren und einfacheren Verfahren der betrieblichen Mitbestimmung führen. Solche Erleichterungen dürfen jedoch nicht von einer Tarifbindung abhängig gemacht werden. Südwesttextil hat sich dazu schon umfassend geäußert und fordert insbesondere auch das Betriebsverfassungsrecht deutlich zu verschlanken. 

02.07.2026

bvse unterstützt Forderungen von Recycling Europe

Der bvse-Fachverband Kunststoffrecycling unterstützt die aktuellen Forderungen von Recycling Europe nach einem Sofortprogramm zur Stärkung der europäischen Kunststoffrecyclingindustrie. Anlass sind das Statement „War is not a business model“ und das Positionspapier „A rescue plan for Europe’s plastics recycling crisis“.

Branche steht weiter unter wirtschaftlichem Druck
Die wirtschaftliche Lage der europäischen Kunststoffrecyclingbranche bleibt angespannt. Zwar haben die zuletzt gestiegenen Ölpreise die Wettbewerbsfähigkeit von Rezyklaten gegenüber Neuware vorübergehend verbessert. Nach Auffassung von Recycling Europe ist dies jedoch kein tragfähiges Geschäftsmodell. Die strukturellen Herausforderungen – eine schwache Nachfrage nach Rezyklaten, hohe Energie- und Betriebskosten sowie Wettbewerbsverzerrungen durch Importe – bestehen unverändert fort.

Der bvse-Fachverband Kunststoffrecycling unterstützt die aktuellen Forderungen von Recycling Europe nach einem Sofortprogramm zur Stärkung der europäischen Kunststoffrecyclingindustrie. Anlass sind das Statement „War is not a business model“ und das Positionspapier „A rescue plan for Europe’s plastics recycling crisis“.

Branche steht weiter unter wirtschaftlichem Druck
Die wirtschaftliche Lage der europäischen Kunststoffrecyclingbranche bleibt angespannt. Zwar haben die zuletzt gestiegenen Ölpreise die Wettbewerbsfähigkeit von Rezyklaten gegenüber Neuware vorübergehend verbessert. Nach Auffassung von Recycling Europe ist dies jedoch kein tragfähiges Geschäftsmodell. Die strukturellen Herausforderungen – eine schwache Nachfrage nach Rezyklaten, hohe Energie- und Betriebskosten sowie Wettbewerbsverzerrungen durch Importe – bestehen unverändert fort.

Besonders kritisch ist aus Sicht von Recycling Europe die Entwicklung der vergangenen Jahre: Zwischen 2023 und 2025 gingen in Europa bereits rund eine Million Tonnen Kunststoffrecyclingkapazität verloren. Gleichzeitig verlangsamte sich das Wachstum der mechanischen Kunststoffrecyclingproduktion deutlich. Ohne zusätzliche politische Maßnahmen drohe Europa weitere Kapazitäten einzubüßen – gerade vor dem Hintergrund des ab November 2026 geltenden Exportverbots für Kunststoffabfälle in Nicht-OECD-Staaten.

„Die europäische Kunststoffrecyclingindustrie braucht endlich verlässliche politische Rahmenbedingungen, die Investitionen fördern und den Einsatz von Rezyklaten dauerhaft stärken. Kurzfristige Marktveränderungen durch geopolitische Krisen können keine Grundlage für Investitionen und Wettbewerbsfähigkeit sein. Entscheidend sind stabile Absatzmärkte für Rezyklate und faire Wettbewerbsbedingungen“, betont bvse-Vizepräsident Dr.-Ing. Herbert Snell.

Recycling Europe legt Maßnahmenpaket vor
Recycling Europe fordert hierfür ein Maßnahmenpaket, das die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Kunststoffrecyclingindustrie nachhaltig stärkt. Dazu gehören verbindliche Rezyklateinsatzquoten mit einer Bevorzugung in Europa erzeugten Rezyklate, um die Nachfrage nach hochwertigen Recyclingkunststoffen dauerhaft voranzubringen.
Ebenso fordert der Verband faire Wettbewerbsbedingungen gegenüber Importen, unter anderem durch wirksame Kontroll- und Nachweissysteme für importierte Rezyklate und Kunststoffprodukte.

Darüber hinaus spricht sich Recycling Europe für eine stärkere Ausrichtung der erweiterten Herstellerverantwortung (EPR) an Recyclingfähigkeit und Rezyklateinsatz aus. Ergänzend fordert der Verband wettbewerbsfähige Energie- und Standortbedingungen, einen gleichberechtigten Zugang zu Förderinstrumenten für Recyclingunternehmen sowie harmonisierte End-of-Waste-Kriterien für Kunststoffe, um Investitionssicherheit und den europäischen Binnenmarkt zu stärken.
Ebenso erforderlich sind deutlich schnellere Genehmigungs- und Zulassungsverfahren, damit dringend benötigte Recyclingkapazitäten zügig aufgebaut werden können.

bvse unterstützt die europäischen Forderungen
Der bvse unterstützt diese Forderungen ausdrücklich. „Europa kann seine Kreislaufwirtschafts- und Klimaziele nur erreichen, wenn Recyclingunternehmen dauerhaft unter wettbewerbsfähigen Rahmenbedingungen arbeiten können. Der bvse wird sich gemeinsam mit seinen europäischen Partnern weiterhin dafür einsetzen, dass die Kunststoffrecyclingbranche die notwendigen Rahmenbedingungen erhält“, macht bvse-Vizepräsident Herbert Snell deutlich.

Quelle:

bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung

Foto CWS Workwear International GmbH
30.06.2026

CWS Workwear eröffnet neue Wäscherei in Irland

CWS Workwear, ein führender Anbieter von Workwear as a Service, hat im Blarney Business Park in Cork, Irland, einen neuen Standort eröffnet. In der neuen, hochmodernen Wäscherei, angrenzendem Depot und Bürogebäude können ab sofort bis zu 125.000 Teile pro Woche im Zweischichtbetrieb verarbeitet werden.

CWS Workwear wurde 1899 gegründet und bietet im Rahmen von Arbeitskleidung als Servicemodell stylische, langlebende und schützende Arbeitskleidung. Das Unternehmen agiert europaweit in 15 Ländern und beschäftigt 5.300 Mitarbeitende an mehr als 100 Standorten. Über 35.000 Kunden mit insgesamt 1,5 Millionen Mitarbeitenden vertrauen auf CWS Workwear.

Der neue CWS Workwear Standort im Block 8007 des Blarney Business Parks wurde von der JCD Group entwickelt und umfasst 3.000 m² Fläche der Klasse A. Das Gebäude ist für die LEED-Gold-Zertifizierung ausgelegt und verfügt über die Energieeffizienzklasse A3.

CWS Workwear, ein führender Anbieter von Workwear as a Service, hat im Blarney Business Park in Cork, Irland, einen neuen Standort eröffnet. In der neuen, hochmodernen Wäscherei, angrenzendem Depot und Bürogebäude können ab sofort bis zu 125.000 Teile pro Woche im Zweischichtbetrieb verarbeitet werden.

CWS Workwear wurde 1899 gegründet und bietet im Rahmen von Arbeitskleidung als Servicemodell stylische, langlebende und schützende Arbeitskleidung. Das Unternehmen agiert europaweit in 15 Ländern und beschäftigt 5.300 Mitarbeitende an mehr als 100 Standorten. Über 35.000 Kunden mit insgesamt 1,5 Millionen Mitarbeitenden vertrauen auf CWS Workwear.

Der neue CWS Workwear Standort im Block 8007 des Blarney Business Parks wurde von der JCD Group entwickelt und umfasst 3.000 m² Fläche der Klasse A. Das Gebäude ist für die LEED-Gold-Zertifizierung ausgelegt und verfügt über die Energieeffizienzklasse A3.

Anita Coote, Managing Director von CWS Workwear Irland, sagt: „Wir sind bereits seit 2004 in Cork ansässig und unterstreichen mit dieser jüngsten Investition von rund 10 Millionen Euro unser Engagement für unsere Kunden in Irland, für die Region Cork und für unser Team vor Ort. Die neue Wäscherei erfüllt die neuesten Standards und Anforderungen in Bezug auf Automatisierung, Technologie, Effizienz und Nachhaltigkeit. Neben der Wäscherei haben wir auch ein neues Depot eröffnet, um unser Serviceniveau weiter zu verbessern und die Transportzeiten zu verkürzen. Mit dem Blarney Business Park haben wir den perfekten Standort mit den idealen Rahmenbedingungen für die Zukunft von CWS Workwear in Irland gefunden.“

Der Blarney Business Park hat sich zu einem etablierten Standort für eine Vielzahl von Branchen entwickelt. Zu den dort ansässigen Unternehmen zählen sowohl multinationale als auch einheimische Firmen aus den Bereichen Transport und Logistik, hochwertige Produktionsindustrie und Ausstellungsräume. In den letzten Jahren hat die JCD Group im Blarney Business Park neue Gebäude mit einer Gesamtfläche von über 500.000 Quadratfuß fertiggestellt. Zu den Mietern zählen unter anderem Merck, DHL, doTERRA, Nisbets, Park Place Technologies, FedEx und Paardekooper.

Denis Mulcahy, Commercial Property Director der JCD Group, fügt hinzu: „Der Bau des CWS Workwear Standorts begann im Jahr 2025 und es ist beeindruckend zu sehen, dass der innerhalb des erwarteten Zeitrahmens fertiggestellt und eröffnet wurde. CWS Workwear ist eine hervorragende Bereicherung für den Blarney Business Park. Dieser erweist sich als wichtiger Beschäftigungsstandort für den Norden der Stadt, profitiert von den jüngsten Investitionen in den öffentlichen Nahverkehr und liegt direkt neben dem geplanten Blarney Park & Ride sowie dem Bahnhof.“

Quelle:

CWS Workwear International GmbH

29.06.2026

Cibutex-Jahresveranstaltung liefert konkrete Schritte für zirkuläre Textilskalierung

Cibutex, die europäische Genossenschaft für zirkuläre B2B-Textilien, hielt am 23. Juni 2026 ihre jährliche Mitgliederveranstaltung im Au Bassin in Brüssel ab. Mitglieder und Partner aus den Niederlanden, Belgien, dem Vereinigten Königreich, Frankreich, Deutschland und Australien kamen zusammen in enger Zusammenarbeit mit der ETSA-Arbeitsgruppe Nachhaltigkeit und unter dem gemeinsamen Motto ‘Time to Accelerate’. Mit dem Cibutex-„Go Fish“-Quartettkartenspiel wurden die Teilnehmenden in zufällige Gruppen eingeteilt, um aktuelle Herausforderungen der zirkulären Textilindustrie zu diskutieren — ein Format, das konsequent Silos aufbricht und praktische Erkenntnisse ans Licht bringt. Die Qualität der Gespräche entsprach der Qualität des Raums. 

Das Tagesprogramm umfasste folgende Präsentationen: 

Cibutex, die europäische Genossenschaft für zirkuläre B2B-Textilien, hielt am 23. Juni 2026 ihre jährliche Mitgliederveranstaltung im Au Bassin in Brüssel ab. Mitglieder und Partner aus den Niederlanden, Belgien, dem Vereinigten Königreich, Frankreich, Deutschland und Australien kamen zusammen in enger Zusammenarbeit mit der ETSA-Arbeitsgruppe Nachhaltigkeit und unter dem gemeinsamen Motto ‘Time to Accelerate’. Mit dem Cibutex-„Go Fish“-Quartettkartenspiel wurden die Teilnehmenden in zufällige Gruppen eingeteilt, um aktuelle Herausforderungen der zirkulären Textilindustrie zu diskutieren — ein Format, das konsequent Silos aufbricht und praktische Erkenntnisse ans Licht bringt. Die Qualität der Gespräche entsprach der Qualität des Raums. 

Das Tagesprogramm umfasste folgende Präsentationen: 

  • Hein Barnhoorn (Cibutex): Strategische Ausrichtung von Cibutex. 
  • Janine Röling (CCT) & Robert Sommer (RLG): Das europäische EPR-Umfeld und die Auswirkungen auf Textildienstleister. 
  • Vincent Siau (Alsico): Alsico's sustainability journey: where industrial workwear stands today. 
  • Maliha Kesek (SaXcell / Rütex): Der SaXcell-Fall mit Rutex, Dibella und Vodde: Zirkuläre Faser als kettenreifes Produkt. 
  • Ellen Mensink: Bright Fiber Inside: Zirkuläre Lösungen reifen über Produktkategorien hinweg. 
  • Hiten Somaia (Simba, Australien): Globale Reichweite: Beweis, dass die Cibutex-Mission Grenzen überwindet. 

Der Nachmittag schloss mit einer gemeinsamen ETSA-Arbeitsgruppensitzung mit Mauro Scalia (Euratex) und Zeid Chetoui (Textiles Recycling EXPO), die den Tag in den europäischen politischen Kontext einbettete.

Von der Diskussion zur Verpflichtung 
Die Gruppe ging über die Diagnose hinaus — sie identifizierte gemeinsame Barrieren bei Preisgestaltung, Rückverfolgbarkeit und Marktrisiko und erarbeitete konkrete Wege nach vorne: Modelle zur Margenteilung, Total-Cost-of-Ownership-Rahmen und Pilotstrukturen mit Ankerkunden. 

Draußen verzeichnete Brüssel einen der heißesten Junitage seit Jahren. Im Raum war die Dringlichkeit für alle spürbar: Zirkulär zu wirtschaften ist keine Frage des Ehrgeizes mehr. Es ist eine Frage des richtigen Zeitpunkts. 

Teilnehmende blicken positiv zurück 
Das Feedback der Teilnehmenden war durchweg positiv. Die Mitglieder schätzten die Kombination mit der ETSA-Arbeitsgruppe Nachhaltigkeit, die dem Tag eine breitere europäische Dimension verlieh — und das Gefühl stärkte, dass das, was Cibutex aufbaut, Teil von etwas Größerem ist als jede einzelne Organisation. 

Ebenso geschätzt wurde das bewusste Timing der Veranstaltung. Durch die Terminierung des Cibutex-Tages direkt vor der Textiles Recycling Expo kamen die Teilnehmenden nicht als Zuschauer zur Messe, sondern als informierte, abgestimmte Gruppe — beflügelt von den Diskussionen des Tages und bereit zum Austausch. Mehrere Mitglieder hoben hervor, dass die Kombination beide Tage erheblich wertvoller machte.

Weitere Informationen:
CIBUTEX Textiles Recycling Expo
Quelle:

CIBUTEX

29.06.2026

Abschaffung der Minijobs gefährlicher Irrweg: HDE warnt vor aktuellen Rentenreformplänen

Der Handelsverband Deutschland (HDE) warnt vor den Plänen zur Abschaffung der Minijobs im Rahmen der Rentenreform. „Es ist richtig und wichtig, dass die Rentenkommission Wege sucht, die Sozialversicherungen und damit auch die Lohnnebenkosten zu stabilisieren und zu senken. Die weitgehende Abschaffung der Minijobs ist dabei aber ein gefährlicher Irrweg.

Das vernichtet hunderttausende Jobs im Einzelhandel. Denn viele Minijobber können beispielsweise wegen fehlender Möglichkeiten zur Kinderbetreuung gar nicht Vollzeit arbeiten. Und auch für viele Rentner und Studenten würde das ein wichtiges Standbein ihrer Alltagsfinanzierung wegschlagen“, mahnt HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth.

Auch aus Sicht der Handelsunternehmen wäre die Entscheidung fatal. „Minijobs ermöglichen es den Händlern, Personal flexibel einzusetzen und die branchentypischen Stoßzeiten abzufedern. Es kann nicht das Ziel sein, Arbeitnehmer und Unternehmen in der aktuell schwierigen wirtschaftlichen Lage zusätzlich zu belasten“, betont Genth.

Der Handelsverband Deutschland (HDE) warnt vor den Plänen zur Abschaffung der Minijobs im Rahmen der Rentenreform. „Es ist richtig und wichtig, dass die Rentenkommission Wege sucht, die Sozialversicherungen und damit auch die Lohnnebenkosten zu stabilisieren und zu senken. Die weitgehende Abschaffung der Minijobs ist dabei aber ein gefährlicher Irrweg.

Das vernichtet hunderttausende Jobs im Einzelhandel. Denn viele Minijobber können beispielsweise wegen fehlender Möglichkeiten zur Kinderbetreuung gar nicht Vollzeit arbeiten. Und auch für viele Rentner und Studenten würde das ein wichtiges Standbein ihrer Alltagsfinanzierung wegschlagen“, mahnt HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth.

Auch aus Sicht der Handelsunternehmen wäre die Entscheidung fatal. „Minijobs ermöglichen es den Händlern, Personal flexibel einzusetzen und die branchentypischen Stoßzeiten abzufedern. Es kann nicht das Ziel sein, Arbeitnehmer und Unternehmen in der aktuell schwierigen wirtschaftlichen Lage zusätzlich zu belasten“, betont Genth.

Zudem verweist der HDE auf Widersprüche zu den aktuellen Reformvorhaben in der Kranken- und Pflegeversicherung. Die dort vorgesehenen Änderungen würden die allein arbeitgeberfinanzierte Pauschalabgabe für Minijobber auf einen Schlag um mehr als acht Prozentpunkte auf nahezu 40 Prozent erhöhen. Nach Berechnungen der Bundesregierung würden dadurch zusätzliche Einnahmen von mehr als 3,1 Milliarden Euro pro Jahr erzielt, die zur Stabilisierung der Sozialversicherungssysteme benötigt würden. „Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, wie die vorgeschlagene Abschaffung der Minijobs gegenfinanziert werden soll. Gleichzeitig würde die Einbeziehung von Beschäftigten mit sehr geringen Einkommen in die Beitragspflicht einen erheblichen zusätzlichen Verwaltungsaufwand verursachen, ohne dass nennenswerte Mehreinnahmen für die Sozialversicherung zu erwarten wären“, so Genth.

Allein im Einzelhandel arbeiten derzeit 800.000 Minijobber. „Damit gilt es verantwortungsvoll umzugehen. Die Vorschläge der Rentenkommission dazu sind nicht zu Ende gedacht“, schließt Genth.

Dieser Befund gilt auch für die Empfehlung der Kommission für eine paritätisch finanzierte Kapitalrente unter dem Dach der gesetzlichen Rentenversicherung. Das sehen wir mit Blick auf die Beitragssteigerungen sehr kritisch. Damit würden die Beiträge zur Rente um weitere 2 Prozent „on top“ steigen, das wäre pures Gift für die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands. Mehr Kapitaldeckung in der Alterssicherung ist prinzipiell richtig, die hier vorgeschlagene Lösung ist aber nicht nachvollziehbar. In dieser Form gleicht das eher einer verpflichtenden betrieblichen Altersvorsorge, die dann über die gesetzliche Rentenversicherung organisiert werden soll. Dies würde zudem auch die vielen tariflichen Regelungen zur Altersvorsorge in Flächentarifverträgen über alle Branchen hinweg unterwandern und ist auch bereits deshalb abzulehnen.

Während der HDE die Vorschläge zur Abschaffung der Minijobs und allen weiteren Beitragssteigerungen strikt ablehnt, bewertet der Verband andere Reformansätze positiv. „Die Abschaffung der Rente mit 63 war längst überfällig. Genauso wie die Anhebung des Renteneintrittsalters entsprechend der steigenden Lebenserwartung. Allerdings steigt derzeit das Renteneintrittsalter innerhalb von 3 Jahren um 6 Monate, die Pläne der Kommission sehen lediglich vor, dass das Renteneintrittsalter über 10 Jahre um weitere 6 Monate ansteigen soll. Wir brauchen hier deutlich mehr Tempo, so Genth.

Quelle:

HDE Handelsverband Deutschland

28.06.2026

Fußball-WM 2026: Wachsende Konsumimpulse durch erfolgreiche deutsche Nationalmannschaft

Noch im Vorfeld des Fußball-Weltmeisterschaftsturniers konstatierte der BTE eine verhaltene Konsumstimmung. Die erhoffte Belebung im Textil-, Schuh- und Lederwareneinzelhandel blieb nach BTE-Recherche zunächst aus. Während frühere Weltmeisterschaften von spürbarer Vorfreude und deutlichen Kaufimpulsen geprägt waren, verlief der Zeitraum vor Beginn der Weltmeisterschaft im stationären Handel vergleichsweise ruhig.
 
Das Spiel hat sich jedoch gedreht: Mit dem Erreichen der KO-Runde der deutschen Fußball-Nationalmannschaft registriert der Textil- und Modehandel aktuell spürbare Nachfrageimpulse. Eine vermehrte Nachfrage ergab sich vor allem nach Fußballtrikots, Hosen/Kurzshorts und Hüten. Besonders nachgefragt sind das Auswärtstrikot sowie die Retro-Version von 1994. Im Fokus vieler Konsumentinnen und Konsumenten steht dabei auch ein stimmiges WM-Gesamtoutfit: Die Schuhe müssen ebenso zum Trikot passen, wie unter anderem Socken und die entsprechende Kopfbedeckung, wie etwa der immer beliebter werdende Bucket Hat.
 

Noch im Vorfeld des Fußball-Weltmeisterschaftsturniers konstatierte der BTE eine verhaltene Konsumstimmung. Die erhoffte Belebung im Textil-, Schuh- und Lederwareneinzelhandel blieb nach BTE-Recherche zunächst aus. Während frühere Weltmeisterschaften von spürbarer Vorfreude und deutlichen Kaufimpulsen geprägt waren, verlief der Zeitraum vor Beginn der Weltmeisterschaft im stationären Handel vergleichsweise ruhig.
 
Das Spiel hat sich jedoch gedreht: Mit dem Erreichen der KO-Runde der deutschen Fußball-Nationalmannschaft registriert der Textil- und Modehandel aktuell spürbare Nachfrageimpulse. Eine vermehrte Nachfrage ergab sich vor allem nach Fußballtrikots, Hosen/Kurzshorts und Hüten. Besonders nachgefragt sind das Auswärtstrikot sowie die Retro-Version von 1994. Im Fokus vieler Konsumentinnen und Konsumenten steht dabei auch ein stimmiges WM-Gesamtoutfit: Die Schuhe müssen ebenso zum Trikot passen, wie unter anderem Socken und die entsprechende Kopfbedeckung, wie etwa der immer beliebter werdende Bucket Hat.
 
Neben der deutlich gestiegenen Nachfrage nach den Original-Fanartikeln, sieht der BTE auch eine deutliche Nachfragesteigerung nach preisgünstigen Alternativangeboten. „Das verfügbare Einkommen ist für viele Menschen das ausschlaggebende Kriterium für die konkrete Produktauswahl", erklärt Franzisca Lubba, Referentin für Kommunikation beim BTE. „Vor dem Hintergrund wirtschaftlicher und geopolitischer Unsicherheiten agieren weite Teile der Bevölkerung weiterhin preissensibel und wägen ihre Ausgaben für sportliche Modeartikel sehr sorgfältig ab – auch im Kontext eines emotionalen Großereignisses wie der Fußball-Weltmeisterschaft", so Lubba. Außerdem wird der zu Beginn erkennbare Pusheffekt dieses Turniers samt der damit verbundenen leichten Aufhellung der Konsumstimmung derzeit von der Hitzewelle überschattet.
 
Aus Sicht des Einzelhandels besteht dennoch weiterhin die Erwartung, dass sich die fortschreitende Weltmeisterschaft zu einem stimmungsstarken Ereignis mit zusätzlichen Impulsen für den Modekonsum entwickeln kann. Der BTE hofft, dass sich die positiven Effekte verstärken und breiter im stationären Mode- und Textilhandel niederschlagen werden.

Quelle:

BTE Handelsverband Textil Schuhe Lederwaren

Grafik Messe Düsseldorf
Portfolio
23.06.2026

Premiere der OS+H Middle East auf 2027 verschoben

Die Premiere der OS+H Middle East in Dubai wurde auf den 24.–26. Mai 2027 verschoben. Diese Entscheidung wurde von der Messe Düsseldorf und dem Messe Düsseldorf Gulf Office getroffen, um die bestmöglichen Rahmenbedingungen für Aussteller, Partner und Besucher zu gewährleisten. Ziel der Terminverschiebung ist es, optimale Voraussetzungen für einen erfolgreichen Start der neuen Plattform für Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit im Mittleren Osten zu schaffen und der internationalen OSH-Community stabile und verlässliche Rahmenbedingungen sowie die gewohnte Qualität des internationalen A+A-Portfolios zu bieten.

Die Teams der Messe Düsseldorf und des Messe Düsseldorf Gulf Office arbeiten weiterhin intensiv an der Vorbereitung der Veranstaltung, die bereits jetzt auf großes Interesse im Markt stößt und zahlreiche Unternehmen sowie Partner aus den Bereichen Occupational Safety & Health, Persönliche Schutzausrüstung und betriebliche Sicherheit gewinnen konnte. 

Die Premiere der OS+H Middle East in Dubai wurde auf den 24.–26. Mai 2027 verschoben. Diese Entscheidung wurde von der Messe Düsseldorf und dem Messe Düsseldorf Gulf Office getroffen, um die bestmöglichen Rahmenbedingungen für Aussteller, Partner und Besucher zu gewährleisten. Ziel der Terminverschiebung ist es, optimale Voraussetzungen für einen erfolgreichen Start der neuen Plattform für Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit im Mittleren Osten zu schaffen und der internationalen OSH-Community stabile und verlässliche Rahmenbedingungen sowie die gewohnte Qualität des internationalen A+A-Portfolios zu bieten.

Die Teams der Messe Düsseldorf und des Messe Düsseldorf Gulf Office arbeiten weiterhin intensiv an der Vorbereitung der Veranstaltung, die bereits jetzt auf großes Interesse im Markt stößt und zahlreiche Unternehmen sowie Partner aus den Bereichen Occupational Safety & Health, Persönliche Schutzausrüstung und betriebliche Sicherheit gewinnen konnte. 

„Die OS+H Middle East ist für uns ein strategisch bedeutendes Projekt und ein wichtiger Schritt für die internationale Weiterentwicklung des A+A-Portfolios. Gerade deshalb möchten wir die Veranstaltung in einem Umfeld realisieren, das unseren Ausstellern, Partnern und Besuchenden maximale Planungssicherheit sowie optimale Voraussetzungen für erfolgreiche Geschäftskontakte bietet“, erklärt Petra Cullmann, Executive Director Messe Düsseldorf. „Wir sind überzeugt, dass die Verschiebung der richtige Schritt ist, um die Veranstaltung langfristig erfolgreich aufzustellen.“

Die OS+H Middle East sollte ursprünglich vom 12. bis 14. Oktober 2026 im Dubai World Trade Centre (DWTC) stattfinden und das internationale Netzwerk der A+A in einer der dynamischsten Wirtschaftsregionen der Welt erweitern. Mit der Veranstaltung unterstreicht die Messe Düsseldorf die internationale Bedeutung des Themas Arbeitsschutz und die wachsende Relevanz der MENA-Region für innovative Sicherheits- und Gesundheitstechnologien.

Quelle:

Messe Düsseldorf

Präsidium der Bremer Baumwollbörse: Präsident Fritz A. Grobien und die Vizepräsidenten Stephanie Silber, Jean-Paul Haessig, Jens D. Lukaczik (v.l.n.r.) (c) Bremer Baumwollbörse
Präsidium der Bremer Baumwollbörse: Präsident Fritz A. Grobien und die Vizepräsidenten Stephanie Silber, Jean-Paul Haessig, Jens D. Lukaczik (v.l.n.r.)
22.06.2026

Bremer Baumwollbörse: Fritz A. Grobien als Präsident wiedergewählt

Die 152. ordentliche Generalversammlung der Bremer Baumwollbörse am 18. Juni 2026 setzte wichtige Impulse für die zukünftige Ausrichtung des Verbandes. Geopolitische Entwicklungen und wirtschaftliche Unsicherheiten prägten die Vorträge und Diskussionen. Mit den turnusmäßigen Wahlen von Präsidium und Vorstand wurden wichtige personelle Weichen für die kommenden Jahre gestellt. Die Mitglieder genehmigten die Rechnungsablage, nahmen den Jahresbericht für das Geschäftsjahr 2025 entgegen und entlasteten Vorstand und Geschäftsführung einstimmig. Mit der Wiederwahl von Fritz A. Grobien zum Präsidenten bekräftigte die Bremer Baumwollbörse ihren Anspruch, die Interessen der internationalen Faser- und Rohstoffwirtschaft auch künftig aktiv mitzugestalten.

Die 152. ordentliche Generalversammlung der Bremer Baumwollbörse am 18. Juni 2026 setzte wichtige Impulse für die zukünftige Ausrichtung des Verbandes. Geopolitische Entwicklungen und wirtschaftliche Unsicherheiten prägten die Vorträge und Diskussionen. Mit den turnusmäßigen Wahlen von Präsidium und Vorstand wurden wichtige personelle Weichen für die kommenden Jahre gestellt. Die Mitglieder genehmigten die Rechnungsablage, nahmen den Jahresbericht für das Geschäftsjahr 2025 entgegen und entlasteten Vorstand und Geschäftsführung einstimmig. Mit der Wiederwahl von Fritz A. Grobien zum Präsidenten bekräftigte die Bremer Baumwollbörse ihren Anspruch, die Interessen der internationalen Faser- und Rohstoffwirtschaft auch künftig aktiv mitzugestalten.

„Die Bremer Baumwollbörse steht seit Generationen für unabhängige Qualitätsbewertung, internationale Vernetzung und die außergerichtliche Beilegung von Streitfällen im Baumwollhandel. Diese Kompetenz macht uns zu einem verlässlichen Orientierungspunkt für die globale Baumwollwirtschaft. Wir wollen und müssen sichtbar bleiben – Baumwolle braucht eine starke Präsenz im Markt. Bremen bleibt ein Ort, an dem Wissen, Marktverständnis und internationale Zusammenarbeit zusammenkommen“, sagte Grobien nach seiner Wiederwahl.

Mit großem Dank verabschiedete die Generalversammlung Ehrenpräsident Wolfgang Vogt Jordan aus seiner aktiven Mitarbeit. Nach jahrzehntelangem Engagement für die Bremer Baumwollbörse, in unterschiedlichen Funktionen z. B. als Präsident und Vizepräsident der Bremer Baumwollbörse und zuletzt lange Jahre Mitglied des Finanzausschusses, würdigten Präsidium und Mitglieder seine Verdienste um den Verband und die internationale Baumwollwirtschaft. 

Blick über den Tellerrand
Für einen spannenden Blick über den Tellerrand sorgte Gastredner Dr. Tim Nesemann, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Bremen. Der promovierte Mathematiker und Diplom-Kaufmann prägt die Entwicklung des Instituts seit Jahrzehnten: Nach seinem Eintritt 1995 führte ihn sein Weg 2004 in den Vorstand, dessen Vorsitz er seit 2009 innehat. Dr. Nesemann beleuchtete die aktuellen geopolitischen Spannungen und ihre Auswirkungen auf Banken, Unternehmen sowie die deutsche und europäische Industrie. Zölle, gestörte Lieferketten und steigende Finanzierungskosten würden Unternehmen ebenso belasten wie die anhaltende konjunkturelle Schwäche in Deutschland sowie der wirtschaftliche Druck auf Europa. Gleichzeitig nähmen die Risiken für Banken zu, während regulatorische Vorgaben Sanierungsprozesse erschwerten.

Als besondere Herausforderungen nannte er Cyberkriminalität, Angriffe auf kritische Infrastrukturen sowie die zunehmenden Abhängigkeiten durch Digitalisierung und Künstliche Intelligenz. Chancen sieht Nesemann unter anderem in Handelsabkommen wie Mercosur, warnte jedoch gleichzeitig vor den Folgen politischer Polarisierung und des Erstarkens radikaler Kräfte in Europa. Sein Fazit: Wer Veränderungen frühzeitig erkennt, Verantwortung übernimmt und Chancen nutzt, kann gestärkt aus Krisen hervorgehen. Darin liege die gemeinsame Aufgabe von Wirtschaft, Politik und Gesellschaft.

Das aktuelle Präsidium und Vorstand der Bremer Baumwollbörse
Fritz A. Grobien wird als Präsident die Bremer Baumwollbörse auch zukünftig repräsentieren und deren Entwicklung maßgeblich begleiten. Der Bremer Kaufmann und Baumwollexperte verfügt über jahrzehntelange internationale Branchenerfahrung und war bereits mehrfach Präsident der Bremer Baumwollbörse. Zudem engagierte er sich als Vizepräsident der Organisation sowie als Präsident der International Cotton Association in Liverpool. Mit seinem Wirken trug er maßgeblich zur engen Zusammenarbeit zwischen Bremen und Liverpool bei, aus der unter anderem die heutige ICA Bremen GmbH hervorging. ICA Bremen ist ein internationales Kompetenzzentrum für Baumwollprüfung, Forschung, Qualitätsschulungen und Zertifizierung.

Die ICA Bremen GmbH wurde im Oktober 2011 gegründet und vereint seither die globale Präsenz der International Cotton Association (ICA) mit der Fachkompetenz der Bremer Baumwollbörse (BBB) und des Bremer Faserinstituts (FIBRE).

Vizepräsidenten wurden erneut Jean-Paul Haessig, Direktor des in Ho-Chi-Minh-Stadt, Vietnam, und Singapur ansässigen Handelsunternehmens Asian Cotton Traders Pte. Ltd., sowie Stephanie Silber, Geschäftsführerin der Otto Stadtlander GmbH, Bremen, und Jens D. Lukaczik, geschäftsführender Gesellschafter des Serviceunternehmens Cargo Control Germany GmbH & Co. KG, Bremen.

Das neu gewählte Präsidium und der Vorstand der Bremer Baumwollbörse auf einen Blick

Präsidium: 

  • Präsident Fritz A. Grobien, Albrecht, Müller-Pearse & Co. Trade (GmbH & Co.) KG, Bremen (Deutschland)
  • Vizepräsident Jean-Paul Haessig, Asian Cotton Traders Pte. Ltd., Ho-Chi-Minh-Stadt (Vietnam)/Singapur
  • Vizepräsident Jens D. Lukaczik, Cargo Control Germany GmbH & Co. KG, Bremen (Deutschland)
  • Vizepräsidentin Stephanie Silber, Otto Stadtlander GmbH, Bremen (Deutschland)

Vorstand

  • Hannes Drolle, Getzner Textil AG, Bludenz (Österreich)
  • Ernst Grimmelt, Velener Textil GmbH, Velen (Deutschland)
  • Carl Illi, CWC Textil AG, Zürich (Schweiz)
  • Jan Kettelhack, Hch. Kettelhack GmbH & Co. KG, Rheine (Deutschland)
  • Roland Stelzer, Gebr. Elmer & Zweifel GmbH & Co., Bempflingen (Deutschland)
  • Axel Trede, Cotton Service International GmbH, Bremen (Deutschland)
  • Wieder gewählt: Dr. Uwe Mazura, Gesamtverband der deutschen Textil- und Modeindustrie e.V., Berlin (Deutschland)
  • Wieder gewählt: Konrad Schröer, SETEX-Textil-GmbH, Hamminkeln-Dingden (Deutschland)

Beratendes Vorstandsmitglied:

  • Manfred Kern, Vereinigung Textilindustrie (VTI), Wien (Österreich)

Die ehrenamtlich tätigen Mitglieder von Vorstand und Präsidium repräsentieren Unternehmen aus allen Bereichen der Baumwollbeschaffungskette – vom Handel über die Verarbeitung bis hin zu spezialisierten Dienstleistern. Diese Vielfalt verleiht dem Verband ein breit gefächertes Kompetenznetzwerk und eröffnet Zugang zu wertvollen globalen Informationsressourcen innerhalb der internationalen Baumwoll- und Textilwirtschaft.

Über eine Berücksichtigung der Pressemeldung in Ihrem Medium würden wir uns freuen. Für Nachfragen stehen wir jederzeit zur Verfügung. Gern vermitteln wir auch ein Interview mit unserem Präsidenten zu von Ihnen gewünschten Themen.

22.06.2026

BTE gibt Handreichung für den Handel zum Vernichtungsverbot heraus

Am 19. Juli 2026 trat gemäß der EU-Ökodesign-Verordnung (EU) 2024/1781 (ESPR) ein verbindliches Vernichtungsverbot für unverkaufte Bekleidung, Bekleidungsaccessoires und Schuhe in Kraft. Unternehmen dürfen Überbestände, Retouren und Saisonware künftig nicht mehr einfach entsorgen – auch dann nicht, wenn ein Weiterverkauf wirtschaftlich unattraktiv erscheint. Im Fokus steht dabei nicht mehr nur das Produktdesign, sondern zunehmend auch der Umgang mit Produkten am Ende ihrer ersten Nutzungsphase. Politisch wird die Debatte insbesondere von drei zentralen Herausforderungen geprägt: Überproduktion, Retourenvernichtung und ineffiziente Warenkreisläufe.

Der Gesetzgeber fordert damit einen grundlegenden Perspektivwechsel im Umgang mit Mode – weg von der Entsorgung als Standardlösung, hin zu aktiver Zweitvermarktung, Spenden und Wiederverwendung. Ausnahmen sind nur in eng definierten Fällen zulässig und erfordern den Nachweis, dass alle Alternativen sorgfältig geprüft wurden. Die Regelung gilt zunächst für große Unternehmen, ab dem 19. Juli 2030 wird sie auf mittlere Unternehmen ausgeweitet.

Am 19. Juli 2026 trat gemäß der EU-Ökodesign-Verordnung (EU) 2024/1781 (ESPR) ein verbindliches Vernichtungsverbot für unverkaufte Bekleidung, Bekleidungsaccessoires und Schuhe in Kraft. Unternehmen dürfen Überbestände, Retouren und Saisonware künftig nicht mehr einfach entsorgen – auch dann nicht, wenn ein Weiterverkauf wirtschaftlich unattraktiv erscheint. Im Fokus steht dabei nicht mehr nur das Produktdesign, sondern zunehmend auch der Umgang mit Produkten am Ende ihrer ersten Nutzungsphase. Politisch wird die Debatte insbesondere von drei zentralen Herausforderungen geprägt: Überproduktion, Retourenvernichtung und ineffiziente Warenkreisläufe.

Der Gesetzgeber fordert damit einen grundlegenden Perspektivwechsel im Umgang mit Mode – weg von der Entsorgung als Standardlösung, hin zu aktiver Zweitvermarktung, Spenden und Wiederverwendung. Ausnahmen sind nur in eng definierten Fällen zulässig und erfordern den Nachweis, dass alle Alternativen sorgfältig geprüft wurden. Die Regelung gilt zunächst für große Unternehmen, ab dem 19. Juli 2030 wird sie auf mittlere Unternehmen ausgeweitet.

Vor diesem Hintergrund stellt der BTE dem Handel eine Handreichung zur Verfügung. Ziel ist es, Unternehmen frühzeitig bei der Anpassung ihrer Geschäftsstrukturen und im Bereich Nachhaltigkeit zu unterstützen. Die Handreichung erläutert, welche Unternehmen betroffen sind, welche Maßnahmen vorgesehen sind und wie die Umsetzung erfolgen kann. Zudem zeigt sie auf, wie sich betroffene Unternehmen gezielt auf das Vernichtungsverbot vorbereiten können. Die Handreichung ist ab sofort unter hanschke@bte.de erhältlich.

Der BTE wird auch weiterhin über Neuerungen und geplante Maßnahmen informieren und den Handel bei der Umsetzung begleiten.

Quelle:

BTE Handelsverband Textil Schuhe Lederwaren