Baumwollanbauregionen auf neuen Wegen

10.03.2026

Baumwollanbauregionen auf neuen Wegen

Die 38. Bremer Baumwolltagung 2026 bringt die Branche vom 25. bis 27. März im Bremer Parlament zusammen. In der Session „Baumwollproduktion und -regionen“ richtet sich der Blick auf innovative Anbauansätze, Strategien zur Anpassung an den Klimawandel, neue Technologien in der Ernte sowie nachhaltige Düngungskonzepte. Es wird aufgezeigt, wie unterschiedlich Regionen weltweit auf ähnliche strukturelle Herausforderungen reagieren und welche Lösungen heute den Weg in die Zukunft weisen.

Anbausysteme im Fokus
Angesichts begrenzter Wasserressourcen gewinnen alternative Baumwollanbausysteme an Bedeutung. Rebekah Ortiz-Pustejovsky vom Texas A&M Extension Service stellt eine aktuelle Studie aus einer der wichtigsten Baumwollregionen der USA vor. Untersucht wurde, wie sich unterschiedliche Anpflanzparameter auf Wachstum, Ertrag und Faserqualität auswirken.

Die 38. Bremer Baumwolltagung 2026 bringt die Branche vom 25. bis 27. März im Bremer Parlament zusammen. In der Session „Baumwollproduktion und -regionen“ richtet sich der Blick auf innovative Anbauansätze, Strategien zur Anpassung an den Klimawandel, neue Technologien in der Ernte sowie nachhaltige Düngungskonzepte. Es wird aufgezeigt, wie unterschiedlich Regionen weltweit auf ähnliche strukturelle Herausforderungen reagieren und welche Lösungen heute den Weg in die Zukunft weisen.

Anbausysteme im Fokus
Angesichts begrenzter Wasserressourcen gewinnen alternative Baumwollanbausysteme an Bedeutung. Rebekah Ortiz-Pustejovsky vom Texas A&M Extension Service stellt eine aktuelle Studie aus einer der wichtigsten Baumwollregionen der USA vor. Untersucht wurde, wie sich unterschiedliche Anpflanzparameter auf Wachstum, Ertrag und Faserqualität auswirken.

Die Feldversuche fanden in Lamesa, Texas, mittels unterirdischer Tröpfchenbewässerung statt. Analysiert wurden Pflanzenwachstum, Kapselverteilung, Ertrag sowie Faserqualität (HVI, AFIS). Erste Ergebnisse aus zwei Versuchsjahren zeigen, dass Reihenabstand, Saatdichte und Sortenreife maßgeblich die Kapselverteilung und die Faserqualität beeinflussen. Die Studie liefert praxisnahe Impulse für ein effizientes Baumwollmanagement, besonders in semiariden Anbauregionen

Baumwolle im Wandel
Keshav Kranthi vom International Cotton Advisory Committee (ICAC) macht deutlich: Baumwolle ist weit mehr als nur eine Faser – sie ist Lebensgrundlage, Wirtschaftsfaktor und Schlüssel für nachhaltige Entwicklung. In seinem Vortrag stellt er ein Projekt in Kamerun vor, das gezielt daran arbeitet, Klimaresilienz, Biodiversität und Einkommenssicherheit für kleinbäuerliche Baumwollproduzenten zu stärken.

Das Projekt ist Teil des Innovationsfonds Landwirtschaft (i4Ag), wurde vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) initiiert und finanziert und wird von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH umgesetzt. Ziel ist es, neue Wege für einen widerstandsfähigen, nachhaltigen Baumwollanbau zu entwickeln und so Perspektiven für die Menschen vor Ort zu schaffen. 

Herausforderungen der Baumwollernte
Im dritten Vortrag der Session beschreibt Marinus van der Sluijs, Textile Technical Services, Australien, den Übergang von der manuellen zur mechanisierten Baumwollernte.

Noch immer wird weltweitein großer Teil der Baumwolle von Hand gepflückt. Doch dieses traditionelle Verfahren stößt zunehmend an seine Grenzen. Arbeitskräftemangel, steigende Kosten, begrenzte Effizienz und oftmals geringe Erträge setzen viele Anbauregionen unter Druck und verstärken den Wunsch nach mechanisierten Lösungen. Der Weg dorthin ist komplex– viele Initiativen verliefen bislang nur mit mäßigem Erfolg. Van der Sluijs beleuchtet frühere und aktuelle Ansätze, zieht Lehren aus bisherigen Erfahrungen und gibt praxisnahe Orientierung für Regionen, die den Schritt zur mechanisierten Baumwollernte wagen wollen. 

Biokohle im Baumwollanbau
Welche Rolle können biokohlebasierte Düngemittel für die Qualität von Baumwollfasern spielen? Dieser Frage geht die Doktorandin Olouwakemi Sabirath Carine Oyatola von der Universität Parakou in Benin in ihrem Vortrag nach. Die Nachwuchswissenschaftlerin forscht zu nachhaltigen Ansätzen im Baumwollanbau. Sie stellt die Ergebnisse einer Studie vor, die im Norden Benins durchgeführt wurde. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie unterschiedliche Kombinationen aus Biokohle sowie organischer und mineralischer Düngung die technologischen Eigenschaften von Baumwollfasern beeinflussen.

Die Resultate sind vielversprechend: Bestimmte biokohlebasierte Düngerkombinationen können sowohl die Faserlänge als auch die Faserfestigkeit verbessern, ohne andere Qualitätsparameter negativ zu beeinflussen. Besonders deutlich zeigen sich die positiven Effekte in den empfindlicheren unteren Kapselbereichen der Pflanze. Die Studie eröffnet damit neue Perspektiven – für höhere Faserqualität, nachhaltigere Anbausysteme und eine wirtschaftlich stärkere Baumwollwertschöpfungskette in Benin.

Quelle:

Bremer Baumwollbörse