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Die internationale Textil-Beschaffung
hat noch an Aktualität gewonnen, seitdem das internationale
Handelsquotensystem für Bekleidung ausgelaufen ist. Die Länder
Südost- und Südasiens haben ihre Ausfuhren rapide gesteigert.
Von diesen Ländern
werden vor allem Indien und China als Gewinner der Liberalisierung
betrachtet. Doch welche spezifischen Vor- und Nachteile weisen diese
beiden großen Länder auf?
Die von der TU Darmstadt vorgelegte Studie hat das Ziel, Informationen
und Einschätzungen über die Beschaffung von Bekleidung
in Indien und China zu liefern. Sie richtet sich damit an Entscheider
in der Beschaffung der deutschen Textil- und Bekleidungsbranche.
Die Ergebnisse stammen von Einkaufs-, Beschaffungs- und Logistikexperten
aus 42 Unternehmen.
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Executive Summary
Die wichtigsten Ergebnisse der Studie in der Zusammenfassung:
- China spielt für die Beschaffung heute und in fünf
Jahren eine größere Rolle als Indien. Dennoch konzentrieren
sich die wenigsten Unternehmen ausschließlich auf China.
Ein großer ist seit mehr als 9 Jahren in Indien (46%) oder
China (55%) aktiv.
- Die erneute Beschränkung der chinesischen Bekleidungsexporte
hat die Mehrheit der Untenehmen (63%) nicht zu einer Reduktion
ihres Beschaffungsvolumens in China veranlasst. Allenfalls wurde
das Finishing ins quotenfreie Ausland verlagert.
- Beide Länder bieten das Potential, einen Großteil
oder die Gesamtheit der wertschöpfenden Aktivitäten
auszuführen.
- Für die befragten Unternehmen ist die direkte Bestellung
beim Produzenten der wichtigste Beschaffungsweg, gefolgt von eigenen
Einkaufsbüros. Eigene Produktionen und die Nutzung von Agenturen
sind in etwa gleich wichtig.
- Die Erfahrungen mit der Beschaffung in China werden von 60 %
der Unternehmen als gut oder sehr gut eingeschätzt, für
Indien liegt der Anteil bei 43%. In beiden Ländern werden
Qualitätsmängel als häufigstes Problem gesehen.
- Der wichtigste Faktor für Beschaffungsentscheidungen ist
die Qualität der Produkte, gefolgt vom Preis und der Lieferleistung.
Bei allen drei Faktoren dominiert China. Für Indien bietet
sich jedoch in Hinblick auf die Qualität eine gute Perspektive.
- Die wichtigsten Faktoren einer Produktion sind die Qualitätskontrolle,
eine hohe Produktionsgeschwindigkeit sowie die Qualität des
Produktionsprozesses. Die Qualitätskontrolle erfolgt in Indien
und China gleich gut, bei den anderen beiden Faktoren liegt China
vorne. Der wichtigste Vorteil Indiens ist die Fähigkeit zu
kleinen Losgrößen.
- Die wichtigsten Faktoren der Lieferleistung sind Pünktlichkeit,
die Lead-Time sowie die Flexibilität. In Hinblick auf Pünktlichkeit
und Lead-Time liegt China vor Indien.
- Die modische Trendberatung als Zusatzdienstleistung ist für
die befragten Unternehmen relativ unwichtig. Die wichtigsten Faktoren
einer Trendberatung sind Kreativität und Aktualität.
Die indische Trendberatung gilt als kreativer, die chinesische
als aktueller.
- Die Transportzeiten aus Indien und China per Luft und See sind
in etwa gleich hoch. Allerdings bewegen sich die indischen Transportzeiten
innerhalb eine engeren Spanne.
- Der hängende Versand wird von 61% der Unternehmen nicht
genutzt. Die Verfügbarkeit dieser Dienstleistung ist in China
jedoch höher als in Indien.
- Die Verfügbarkeit von Mehrwertdienstleistungen durch Logistikunternehmen
wird in China geringfügig besser eingeschätzt als in
Indien. Die einzige wichtige Dienstleistung ist die Qualitätskontrolle,
bei der China vor Indien liegt.
Textination-Mitgliedern können die Ergebnisse der Studie
unter dem Stichwort China-Indien per Mail anfordern: news@textination.de.
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Quelle:
Institut für Betriebswirtschaftslehre
Fachgebiet Unternehmensführung & Logistik
an der Technischen Universität Darmstadt
Prof. Dr. Dr. h.c. Hans-Christian Pfohl
Hochschulstraße 1
D - 64289 Darmstadt
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