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11.09.2026

Recyclingpolyester geht nach New York

Indorama Ventures unterstützt das thailändische Label KH Editions mit Stoffen aus deja™ Recyclingpolyestergarn. Zwei Looks und Accessoires der zehnteiligen Spring/Summer-2027-Kollektion sollen am 15. September während der New York Fashion Week präsentiert werden.

Die Zusammenarbeit baut auf dem RECO-Programm auf, das Indorama Ventures 2011 startete und 2023 zum RECO Collective weiterentwickelte. Ziel ist es, recycelte Materialien mit Design- und Branchenkompetenz zu verbinden und jungen Labels Zugang zu zirkulären Materiallösungen zu geben. KH Editions nutzt die Stoffe für eine Streetwear-orientierte Kollektion.

Für die Branche ist die Meldung vor allem als Transferbeispiel interessant: Recyceltes PET wird nicht nur als Rohstoffinnovation kommuniziert, sondern in einen konkreten Design-, Marken- und Marktzugang eingebettet. Damit rücken Materialqualität, Verfügbarkeit und kreative Anwendbarkeit gleichzeitig in den Fokus.

Indorama Ventures unterstützt das thailändische Label KH Editions mit Stoffen aus deja™ Recyclingpolyestergarn. Zwei Looks und Accessoires der zehnteiligen Spring/Summer-2027-Kollektion sollen am 15. September während der New York Fashion Week präsentiert werden.

Die Zusammenarbeit baut auf dem RECO-Programm auf, das Indorama Ventures 2011 startete und 2023 zum RECO Collective weiterentwickelte. Ziel ist es, recycelte Materialien mit Design- und Branchenkompetenz zu verbinden und jungen Labels Zugang zu zirkulären Materiallösungen zu geben. KH Editions nutzt die Stoffe für eine Streetwear-orientierte Kollektion.

Für die Branche ist die Meldung vor allem als Transferbeispiel interessant: Recyceltes PET wird nicht nur als Rohstoffinnovation kommuniziert, sondern in einen konkreten Design-, Marken- und Marktzugang eingebettet. Damit rücken Materialqualität, Verfügbarkeit und kreative Anwendbarkeit gleichzeitig in den Fokus.

Quelle:

Indorama Ventures Public Company Limited

11.09.2026

Wolle verdampft Salzwasser

Forschende der Cornell University zeigen, dass mit Polydopamin gefärbte Wolle als kostengünstiges und erneuerbares Material für solare Wasseraufbereitung dienen kann. Das Team nutzt „interfacial solar vapor generation“: Sonnenenergie erwärmt gezielt die Wasseroberfläche, während das textile Material Wasser zuführt und in Dampf überführt.

Besonders leistungsfähig war ultradunkel modifizierte Wolle in einer beidseitig beleuchteten vertikalen Anordnung. Sie erreichte 2,43 Kilogramm Wasser pro Quadratmeter Textil und Stunde; Polydopamin-Wolle ohne zusätzliche Plasmaätzung kam auf 2,21 Kilogramm. Beide Werte liegen nach Angaben des Teams nahezu doppelt so hoch wie bei klassischen horizontalen zweidimensionalen Systemen. Zehn Stunden Dauerbetrieb verliefen ohne Salzablagerung.

Die Anwendung verbindet Naturfaser, Oberflächenfunktionalisierung und technische Textilarchitektur. Das gewonnene Wasser lag beim Salzgehalt unter dem WHO-Grenzwert für Trinkwasser. Als nächste Schritte wollen die Forschenden Regen- und Abwasser sowie verbesserte Sammelsysteme untersuchen.

Forschende der Cornell University zeigen, dass mit Polydopamin gefärbte Wolle als kostengünstiges und erneuerbares Material für solare Wasseraufbereitung dienen kann. Das Team nutzt „interfacial solar vapor generation“: Sonnenenergie erwärmt gezielt die Wasseroberfläche, während das textile Material Wasser zuführt und in Dampf überführt.

Besonders leistungsfähig war ultradunkel modifizierte Wolle in einer beidseitig beleuchteten vertikalen Anordnung. Sie erreichte 2,43 Kilogramm Wasser pro Quadratmeter Textil und Stunde; Polydopamin-Wolle ohne zusätzliche Plasmaätzung kam auf 2,21 Kilogramm. Beide Werte liegen nach Angaben des Teams nahezu doppelt so hoch wie bei klassischen horizontalen zweidimensionalen Systemen. Zehn Stunden Dauerbetrieb verliefen ohne Salzablagerung.

Die Anwendung verbindet Naturfaser, Oberflächenfunktionalisierung und technische Textilarchitektur. Das gewonnene Wasser lag beim Salzgehalt unter dem WHO-Grenzwert für Trinkwasser. Als nächste Schritte wollen die Forschenden Regen- und Abwasser sowie verbesserte Sammelsysteme untersuchen.

Quelle:

Cornell University / Cornell Chronicle

 

Key Visual bluesign technologies ag
11.09.2026

bluepass richtet sich auf EmpCo aus

bluesign erläutert, wie das Zertifizierungssystem bluepass auf die ab 27. September 2026 durchsetzbaren Vorgaben der EU-Richtlinie Empowering Consumers for the Green Transition (EmpCo/ECGT) ausgerichtet werden soll. Die Richtlinie verschärft Anforderungen an Umwelt- und Sozialclaims sowie an die Systeme hinter verbrauchergerichteten Nachhaltigkeitslabels.

Nach bluesign umfasst das Modell eine unabhängige Produktzertifizierung durch eine akkreditierte Konformitätsbewertungsstelle nach ISO/IEC 17065, öffentlich zugängliche Kriterien, jährliche Überwachung einschließlich Produkttests sowie einheitliche Zugangsbedingungen. Die überarbeiteten Kriterien und das Scheme-Dokument sollen zur öffentlichen Konsultation gestellt werden.

Für bestehende Systempartner soll sich operativ zunächst wenig ändern. Bestehende Zertifizierungen und bluesign PRODUCT- bzw. APPROVED-Kennzeichnungen bleiben nach Darstellung des Unternehmens gültig; die Umstellung auf bluepass soll mit dem nächsten Label-Produktionszyklus erfolgen. Wichtig bleibt: Die Verantwortung für einen rechtskonformen Claim liegt beim Unternehmen, das das Produkt im EU-Markt anbietet.

bluesign erläutert, wie das Zertifizierungssystem bluepass auf die ab 27. September 2026 durchsetzbaren Vorgaben der EU-Richtlinie Empowering Consumers for the Green Transition (EmpCo/ECGT) ausgerichtet werden soll. Die Richtlinie verschärft Anforderungen an Umwelt- und Sozialclaims sowie an die Systeme hinter verbrauchergerichteten Nachhaltigkeitslabels.

Nach bluesign umfasst das Modell eine unabhängige Produktzertifizierung durch eine akkreditierte Konformitätsbewertungsstelle nach ISO/IEC 17065, öffentlich zugängliche Kriterien, jährliche Überwachung einschließlich Produkttests sowie einheitliche Zugangsbedingungen. Die überarbeiteten Kriterien und das Scheme-Dokument sollen zur öffentlichen Konsultation gestellt werden.

Für bestehende Systempartner soll sich operativ zunächst wenig ändern. Bestehende Zertifizierungen und bluesign PRODUCT- bzw. APPROVED-Kennzeichnungen bleiben nach Darstellung des Unternehmens gültig; die Umstellung auf bluepass soll mit dem nächsten Label-Produktionszyklus erfolgen. Wichtig bleibt: Die Verantwortung für einen rechtskonformen Claim liegt beim Unternehmen, das das Produkt im EU-Markt anbietet.

Quelle:

 bluesign technologies ag

Foto: EMPA
11.09.2026

Mikrofasern reisen durch die Luft

Eine schweizweite Untersuchung von Empa, Eawag und Agroscope beziffert erstmals systematisch, wie viel Mikroplastik über die Atmosphäre auf Böden und Gewässer gelangt. Hochgerechnet auf Gebiete unterhalb von 2.000 Metern Höhe lagern sich jährlich rund 219 Tonnen Mikroplastik ab. Etwa 78 Tonnen treffen landwirtschaftliche Flächen, rund zehn Tonnen direkt Gewässer.

Als mögliche Quellen nennt die Medienmitteilung unter anderem lose Fasern aus Funktionskleidung, PET-Produkte und andere Kunststoffanwendungen. Gemessen wurde ein Jahr lang an fünf Standorten. Die Partikel zwischen 20 und 215 Mikrometern wurden mithilfe bildgebender Infrarotmikrospektroskopie analysiert. Besonders häufig fanden die Forschenden PET, Polyethylen und Polypropylen.

Für die Textilindustrie ist vor allem relevant, dass Mikrofasern nicht nur über Waschwasser, sondern auch über die Atmosphäre in Umweltkompartimente gelangen können. Die Daten liefern damit einen weiteren Baustein für die Diskussion um Faserfreisetzung, Materialwahl und Kreislaufführung. Die Forschenden betonen zugleich, dass gesundheitliche und ökologische Langzeitfolgen weiterhin Gegenstand der Forschung sind.

Eine schweizweite Untersuchung von Empa, Eawag und Agroscope beziffert erstmals systematisch, wie viel Mikroplastik über die Atmosphäre auf Böden und Gewässer gelangt. Hochgerechnet auf Gebiete unterhalb von 2.000 Metern Höhe lagern sich jährlich rund 219 Tonnen Mikroplastik ab. Etwa 78 Tonnen treffen landwirtschaftliche Flächen, rund zehn Tonnen direkt Gewässer.

Als mögliche Quellen nennt die Medienmitteilung unter anderem lose Fasern aus Funktionskleidung, PET-Produkte und andere Kunststoffanwendungen. Gemessen wurde ein Jahr lang an fünf Standorten. Die Partikel zwischen 20 und 215 Mikrometern wurden mithilfe bildgebender Infrarotmikrospektroskopie analysiert. Besonders häufig fanden die Forschenden PET, Polyethylen und Polypropylen.

Für die Textilindustrie ist vor allem relevant, dass Mikrofasern nicht nur über Waschwasser, sondern auch über die Atmosphäre in Umweltkompartimente gelangen können. Die Daten liefern damit einen weiteren Baustein für die Diskussion um Faserfreisetzung, Materialwahl und Kreislaufführung. Die Forschenden betonen zugleich, dass gesundheitliche und ökologische Langzeitfolgen weiterhin Gegenstand der Forschung sind.

Quelle:

Empa / Eawag / Agroscope; publiziert über die Schweizer Bundesbehörden

 

Gelebte Kultur in jedem Schritt. Die Gewinnerdesigns des Footwear Contest mit der Politecnico Calzaturiero kombinieren eine Elastopan® SpringPURe-Zwischensohle mit einer Elastollan® TPU-Außensohle. Foto: BASF
Gelebte Kultur in jedem Schritt. Die Gewinnerdesigns des Footwear Contest mit der Politecnico Calzaturiero kombinieren eine Elastopan® SpringPURe-Zwischensohle mit einer Elastollan® TPU-Außensohle.
11.09.2026

BASF schließt den Schuhkreislauf

BASF stellt auf der SIMAC 2026 in Mailand neue Polyurethan- und TPU-Lösungen vor, die Performance, Verarbeitung und Recycling stärker zusammenführen sollen. Im Mittelpunkt stehen unter anderem Elastopan SpringPURe für thermogeformte Zwischensohlen sowie die Werkstofffamilien Elastollan und Infinergy.

Mit Gusbi hat BASF die Heatpress-Technologie für leichte Zwischensohlen automatisiert. Die Systeme sollen geringe Dichten, Gestaltungsfreiheit und langlebige Komforteigenschaften mit einer nahezu abfallfreien Verarbeitung verbinden. Parallel zeigt BASF gemeinsam mit DESMA ein Closed-Loop-Konzept für PU und TPU. Drei Konzeptschuhe demonstrieren, wie Materialkomponenten gezielt getrennt und anschließend mechanischen oder chemischen Recyclingrouten zugeführt werden können.

BASF stellt auf der SIMAC 2026 in Mailand neue Polyurethan- und TPU-Lösungen vor, die Performance, Verarbeitung und Recycling stärker zusammenführen sollen. Im Mittelpunkt stehen unter anderem Elastopan SpringPURe für thermogeformte Zwischensohlen sowie die Werkstofffamilien Elastollan und Infinergy.

Mit Gusbi hat BASF die Heatpress-Technologie für leichte Zwischensohlen automatisiert. Die Systeme sollen geringe Dichten, Gestaltungsfreiheit und langlebige Komforteigenschaften mit einer nahezu abfallfreien Verarbeitung verbinden. Parallel zeigt BASF gemeinsam mit DESMA ein Closed-Loop-Konzept für PU und TPU. Drei Konzeptschuhe demonstrieren, wie Materialkomponenten gezielt getrennt und anschließend mechanischen oder chemischen Recyclingrouten zugeführt werden können.

Mit „Infinergy Revolution“ kommt zudem ein energieeffizienteres Heatpress-Verfahren für expandiertes TPU hinzu. Das soll leichte Komponenten, neue Oberflächen und bessere Recyclingfähigkeit ermöglichen. Für die textile und modische Wertschöpfung ist die Meldung relevant, weil Schuhhersteller zunehmend nicht nur Materialeigenschaften, sondern auch Demontage, Rückgewinnung und Prozessenergie in die Produktentwicklung integrieren müssen.

(c) Richard Harnisch, IÖW
11.09.2026

Lausitz soll zum Faser-Revier werden

Ein neues Forschungsprojekt will die Lausitz vom ehemaligen Braunkohlerevier zu einer Modellregion für eine regional verankerte Naturfaserwirtschaft entwickeln. Im Projekt „LauTra“ untersuchen das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung und die Hochschule Zittau/Görlitz über drei Jahre, welche Wertschöpfungsketten sich mit Flachs, Nutzhanf, Fasernessel, Miscanthus sowie Reststoffen wie Stroh und kommunalem Laub aufbauen lassen.

Im Mittelpunkt stehen ausdrücklich nicht klassische Bekleidungstextilien, sondern industrielle Anwendungen. Genannt werden naturfaserverstärkte Kunststoffe, Spezialpapiere, Leichtbauplatten, Faserverbundwerkstoffe, Formteile für die Automobilindustrie und neue Verpackungslösungen. Ein regional aufgelöstes Stoffstrommodell soll Rohstoffpotenziale, Verarbeitungswege, Flächenkonkurrenzen und mögliche Engpässe sichtbar machen.

Ein neues Forschungsprojekt will die Lausitz vom ehemaligen Braunkohlerevier zu einer Modellregion für eine regional verankerte Naturfaserwirtschaft entwickeln. Im Projekt „LauTra“ untersuchen das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung und die Hochschule Zittau/Görlitz über drei Jahre, welche Wertschöpfungsketten sich mit Flachs, Nutzhanf, Fasernessel, Miscanthus sowie Reststoffen wie Stroh und kommunalem Laub aufbauen lassen.

Im Mittelpunkt stehen ausdrücklich nicht klassische Bekleidungstextilien, sondern industrielle Anwendungen. Genannt werden naturfaserverstärkte Kunststoffe, Spezialpapiere, Leichtbauplatten, Faserverbundwerkstoffe, Formteile für die Automobilindustrie und neue Verpackungslösungen. Ein regional aufgelöstes Stoffstrommodell soll Rohstoffpotenziale, Verarbeitungswege, Flächenkonkurrenzen und mögliche Engpässe sichtbar machen.

Entscheidend ist der Aufbau vollständiger regionaler Ketten von Landwirtschaft und Faseraufbereitung bis zu verarbeitenden Unternehmen und Anwendern. Workshops mit Wirtschaft, Kommunen und weiteren Akteuren sollen daraus realistische Transformationspfade für eine zirkuläre Bioökonomie ableiten. Für technische Textilien und Composites ist das Projekt interessant, weil es Materialinnovation unmittelbar mit Rohstoffverfügbarkeit und regionaler Industrialisierung verknüpft.

 

Quelle:

Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) / Hochschule Zittau/Görlitz

11.09.2026

BTE stellt Handel Handreichung zur EmpCo-Richtlinie bereit

Die Empowering Consumers for the Green Transition Directive (EU) 2024/825 (EmpCo) verschärft ab dem 27. September 2026 die Anforderungen an Umwelt- und Nachhaltigkeitsaussagen gegenüber Verbraucherinnen und Verbrauchern deutlich. Ziel der EU-Richtlinie ist es, Greenwashing zu unterbinden. Künftig sind pauschale Begriffe wie „nachhaltig“, „umweltfreundlich“ oder „grün“ nur noch zulässig, wenn sie durch eine anerkannte herausragende Umweltleistung belegt werden. Eigene Nachhaltigkeitssiegel ohne unabhängige Zertifizierung, irreführende oder pauschale Umweltaussagen sowie Klimaneutralitätsaussagen zu Produkten werden künftig unzulässig.
 
Unternehmen des Textil-, Schuh- und Lederwarenhandels müssen deshalb ihre gesamte Nachhaltigkeits- und Marketingkommunikation sowohl online als auch stationär kritisch überprüfen. „Die EmpCo-Richtlinie trifft den Handel in einer ohnehin herausfordernden Phase. Besonders problematisch ist, dass keine Abverkaufs- oder Übergangsfristen vorgesehen sind. Dadurch entstehen erhebliche rechtliche Unsicherheiten und praktische Herausforderungen für Händlerinnen und Händler“, so Marika Hanschke, Referentin für Kreislaufwirtschaft beim BTE.

Die Empowering Consumers for the Green Transition Directive (EU) 2024/825 (EmpCo) verschärft ab dem 27. September 2026 die Anforderungen an Umwelt- und Nachhaltigkeitsaussagen gegenüber Verbraucherinnen und Verbrauchern deutlich. Ziel der EU-Richtlinie ist es, Greenwashing zu unterbinden. Künftig sind pauschale Begriffe wie „nachhaltig“, „umweltfreundlich“ oder „grün“ nur noch zulässig, wenn sie durch eine anerkannte herausragende Umweltleistung belegt werden. Eigene Nachhaltigkeitssiegel ohne unabhängige Zertifizierung, irreführende oder pauschale Umweltaussagen sowie Klimaneutralitätsaussagen zu Produkten werden künftig unzulässig.
 
Unternehmen des Textil-, Schuh- und Lederwarenhandels müssen deshalb ihre gesamte Nachhaltigkeits- und Marketingkommunikation sowohl online als auch stationär kritisch überprüfen. „Die EmpCo-Richtlinie trifft den Handel in einer ohnehin herausfordernden Phase. Besonders problematisch ist, dass keine Abverkaufs- oder Übergangsfristen vorgesehen sind. Dadurch entstehen erhebliche rechtliche Unsicherheiten und praktische Herausforderungen für Händlerinnen und Händler“, so Marika Hanschke, Referentin für Kreislaufwirtschaft beim BTE.
 
Um die Branche bei der Umsetzung der neuen Vorgaben zu unterstützen, stellt der BTE dem Handel eine Handreichung zur EmpCo-Richtlinie bereit. Sie erläutert die wesentlichen rechtlichen Anforderungen und zeigt auf, welche Schritte Händlerinnen und Händler jetzt angehen sollten. „Die Handreichung informiert darüber, welche Nachhaltigkeitsaussagen künftig zulässig sind, welche etablierten Nachhaltigkeitssiegel weiterhin verwendet werden dürfen und wo die neuen rechtlichen Grenzen verlaufen. Zudem enthält sie Informationen zu neuen Pflichten bei Gewährleistung und Garantien, etwa zum EU-weiten GARAN-Label. Damit bietet sie dem Handel eine wichtige Orientierungshilfe für die Umsetzung der EmpCo-Richtlinie“, so Hanschke.
 
Die Handreichung kann ab sofort unter hanschke@bte.de angefordert werden. Der BTE wird die Branche auch künftig über weitere Entwicklungen informieren und die Interessen des Handels in den politischen Dialog einbringen.

Weitere Informationen:
Empowering Consumers Directive BTE
Quelle:

BTE Handelsverband Textil Schuhe Lederwaren

Grafik RE&UP Recycling Technologies
09.09.2026

RE&UP zieht in Zalando-Basics ein

RE&UP bringt seine textile-to-textile recycelte Baumwolle erstmals in Zalandos Eigenmarkensortiment. Eine fünfteilige T-Shirt-Kollektion der Labels YOURTURN und Even&Odd verwendet einen Stoff aus 20 Prozent RE&UP Next-Gen Cotton und 80 Prozent Bio-Baumwolle. Für den Recyclinganbieter ist das vor allem deshalb relevant, weil ein alltagstaugliches Basisprodukt statt einer limitierten Konzeptkollektion gewählt wurde.

RE&UP verarbeitet Pre- und Post-Consumer-Textilabfälle über automatisierte Sortierung, Zerlegung und Entfärbung zu neuen Fasern. Nach Unternehmensangaben soll die daraus gewonnene Recyclingbaumwolle die für größere Marken erforderliche Festigkeit, Gleichmäßigkeit und Rückverfolgbarkeit erreichen. Gerade bei T-Shirts sind Haptik, Haltbarkeit und reproduzierbare Stoffqualität entscheidend; ein Einsatz in diesem Segment ist daher ein belastbarer Test für industrielle Skalierbarkeit.

RE&UP bringt seine textile-to-textile recycelte Baumwolle erstmals in Zalandos Eigenmarkensortiment. Eine fünfteilige T-Shirt-Kollektion der Labels YOURTURN und Even&Odd verwendet einen Stoff aus 20 Prozent RE&UP Next-Gen Cotton und 80 Prozent Bio-Baumwolle. Für den Recyclinganbieter ist das vor allem deshalb relevant, weil ein alltagstaugliches Basisprodukt statt einer limitierten Konzeptkollektion gewählt wurde.

RE&UP verarbeitet Pre- und Post-Consumer-Textilabfälle über automatisierte Sortierung, Zerlegung und Entfärbung zu neuen Fasern. Nach Unternehmensangaben soll die daraus gewonnene Recyclingbaumwolle die für größere Marken erforderliche Festigkeit, Gleichmäßigkeit und Rückverfolgbarkeit erreichen. Gerade bei T-Shirts sind Haptik, Haltbarkeit und reproduzierbare Stoffqualität entscheidend; ein Einsatz in diesem Segment ist daher ein belastbarer Test für industrielle Skalierbarkeit.

Die Kooperation zeigt zugleich, wohin sich textile Kreislaufmodelle bewegen: weg von einzelnen Pilotprojekten, hin zu Materialien, die in bestehende Lieferketten und kommerzielle Stückzahlen integriert werden können. Für Plattformen und Marken steigt damit die Möglichkeit, Recyclinganteile in Kernsortimente einzubauen, ohne komplett neue Produktarchitekturen entwickeln zu müssen. Entscheidend bleibt, ob Materialverfügbarkeit, Preis und konstante Qualität über größere Volumina gesichert werden können.

(c) Recover Textile Systems, S.L.
08.09.2026

Recover skaliert Recyclingbaumwolle

Recover beziffert die Jahreskapazität seines weltweiten Produktionsnetzes für mechanisch recycelte Baumwolle inzwischen auf 84.300 Tonnen. Fünf Produktionsstandorte in Europa, Südasien, Südostasien und Zentralamerika sollen nach einheitlichen Qualitäts- und Managementsystemen arbeiten. Über mehr als 140 Spinnereipartner, Stoffangebote und fertige Blank-Produkte will das Unternehmen Marken ermöglichen, Recyclingmaterial an unterschiedlichen Punkten der Lieferkette einzusetzen.

Der Nachhaltigkeitsbericht 2025 trennt nach Darstellung von Recover die durch den Einsatz der Recyclingfaser ermöglichten Umweltentlastungen von den Emissionen der eigenen Geschäftstätigkeit. Für 2025 nennt das Unternehmen gegenüber konventioneller Baumwolle Einsparungen von 47.566 Tonnen CO₂-Äquivalenten in Scope 3 sowie mehr als 25 Milliarden Litern Wasser. Pro Kilogramm werden unter anderem 99,9 Prozent weniger Wasserverbrauch, 93 Prozent weniger CO₂-Äquivalente und 96 Prozent weniger Energie angegeben. Die zugrunde liegenden LCAs für Spanien und Bangladesch wurden laut Recover unabhängig durch EcoReview geprüft und nach ISO 14040/14044 sowie PEF-Methodik erstellt.

Recover beziffert die Jahreskapazität seines weltweiten Produktionsnetzes für mechanisch recycelte Baumwolle inzwischen auf 84.300 Tonnen. Fünf Produktionsstandorte in Europa, Südasien, Südostasien und Zentralamerika sollen nach einheitlichen Qualitäts- und Managementsystemen arbeiten. Über mehr als 140 Spinnereipartner, Stoffangebote und fertige Blank-Produkte will das Unternehmen Marken ermöglichen, Recyclingmaterial an unterschiedlichen Punkten der Lieferkette einzusetzen.

Der Nachhaltigkeitsbericht 2025 trennt nach Darstellung von Recover die durch den Einsatz der Recyclingfaser ermöglichten Umweltentlastungen von den Emissionen der eigenen Geschäftstätigkeit. Für 2025 nennt das Unternehmen gegenüber konventioneller Baumwolle Einsparungen von 47.566 Tonnen CO₂-Äquivalenten in Scope 3 sowie mehr als 25 Milliarden Litern Wasser. Pro Kilogramm werden unter anderem 99,9 Prozent weniger Wasserverbrauch, 93 Prozent weniger CO₂-Äquivalente und 96 Prozent weniger Energie angegeben. Die zugrunde liegenden LCAs für Spanien und Bangladesch wurden laut Recover unabhängig durch EcoReview geprüft und nach ISO 14040/14044 sowie PEF-Methodik erstellt.

Bei der Rückverfolgbarkeit kombiniert Recover drei Ebenen: GRS-Dokumentation und Transaktionszertifikate, einen physischen Tracer in der Faser sowie digitale Rückverfolgung. 2025 wurde dafür TextileGenesis mit Fibercoin-Token erprobt. Ziel ist eine Rückverfolgbarkeit von der Faser bis zum Handel und die Vorbereitung auf künftige Anforderungen wie den Digitalen Produktpass.

Für die eigenen Betriebsprozesse nennt Recover ein über Cascales Manufacturer Climate Action Program validiertes Science-Aligned Target: Die absoluten Scope-1- und Scope-2-Emissionen sollen zwischen 2024 und 2034 um 58,8 Prozent sinken. Der Bericht wurde zudem freiwillig mit Bezug auf die ESRS erstellt. Bei der redaktionellen Bewertung ist zu trennen: Die LCA-Daten sind nach Unternehmensangaben extern verifiziert, der Nachhaltigkeitsbericht insgesamt bleibt jedoch eine Unternehmensquelle und sollte entsprechend eingeordnet werden.

 

Origami Wearable Sensors to Conform to Body Shapes (c) Shibaura Institute of Technology
Origami Wearable Sensors to Conform to Body Shapes
08.09.2026

Papier-Sensor faltet sich an den Körper

Forschende des Shibaura Institute of Technology in Japan haben ein parametrisches Designverfahren für papierbasierte Wearable-Sensoren entwickelt, die sich nach dem Bedrucken selbst zu einer helikalen Struktur falten und an Finger oder Unterarm anlegen. Statt Gurten oder Klebstoffen entsteht die Passform aus der Geometrie des gedruckten Faltmusters.

Der Prozess beginnt mit einem Standard-Inkjetdrucker. Aus den gewünschten Abmessungen des Körperbereichs erzeugt die Software ein zweidimensionales Muster, dessen definierte Faltlinien das Papier in eine dreidimensionale Helix überführen. Die Forschenden entwickelten zwei Werkzeuge: eines erzeugt das Druckmuster und eine 3D-Vorschau, das zweite berechnet aus Zielmaßen automatisch die passende Geometrie. Bei Prototypen für Finger und Unterarm lagen die realen Abmessungen innerhalb von etwa fünf Prozent der Zielwerte.

Forschende des Shibaura Institute of Technology in Japan haben ein parametrisches Designverfahren für papierbasierte Wearable-Sensoren entwickelt, die sich nach dem Bedrucken selbst zu einer helikalen Struktur falten und an Finger oder Unterarm anlegen. Statt Gurten oder Klebstoffen entsteht die Passform aus der Geometrie des gedruckten Faltmusters.

Der Prozess beginnt mit einem Standard-Inkjetdrucker. Aus den gewünschten Abmessungen des Körperbereichs erzeugt die Software ein zweidimensionales Muster, dessen definierte Faltlinien das Papier in eine dreidimensionale Helix überführen. Die Forschenden entwickelten zwei Werkzeuge: eines erzeugt das Druckmuster und eine 3D-Vorschau, das zweite berechnet aus Zielmaßen automatisch die passende Geometrie. Bei Prototypen für Finger und Unterarm lagen die realen Abmessungen innerhalb von etwa fünf Prozent der Zielwerte.

Für die Sensorfunktion wurden Kupferband-Elektroden integriert. In Versuchen erfassten die papierbasierten Geräte triboelektrische Signale und die galvanische Hautreaktion mit einer Leistung, die laut Forschungsteam mit konventionellen, per Band fixierten Sensoren vergleichbar war. Die Kombination aus kostengünstigem Substrat, digitaler Individualisierung und automatischer Formgebung könnte vor allem für kurzzeitig eingesetzte oder disposable Wearables interessant sein.

Das Team nennt Anwendungen in klinischer Kurzzeitüberwachung, Homecare, Feldmessungen, Touch-Sensorik und Mensch-Maschine-Schnittstellen. Zugleich bleibt die Entwicklung Forschungsarbeit: Die Autorinnen und Autoren betonen, dass weitere Praxistests notwendig sind. Die Studie erschien in Advanced Sensor Research. Der institutionelle Pressetext liefert zudem Bildmaterial unter CC BY 4.0 und ist damit für die redaktionelle Weiterverwendung besonders gut dokumentiert.

 

 

Quelle:

Shibaura Institute of Technology

08.09.2026

Teijin bringt Recycling-CFK in Mobilität

WHILL setzt beim kommenden elektrischen Mobilitätsgerät Model C Lite auf Teijins carbonfaserverstärkten Thermoplast Sereebo P CFP. Das Material wird für mehrere strukturelle Bauteile verwendet, darunter Fußstütze, Rückenstütze, Armlehnen und Batteriegehäuse. Damit erreicht ein spritzgießbarer CFRTP-Werkstoff eine Anwendung, bei der geringes Gewicht, Bauteilkomplexität und robuste Alltagstauglichkeit unmittelbar zusammenkommen.

Sereebo P CFP besteht nach Angaben von Teijin aus postindustriell recycelten Carbonfasern, die gleichmäßig in einer Polyamidmatrix verteilt werden. Das Material wird als Granulat geliefert und kann auf Standard-Spritzgießmaschinen verarbeitet werden. Der hohe Fließgrad soll dünne und komplexe Geometrien ermöglichen. Gegenüber Aluminium und Magnesium nennt Teijin Vorteile bei Gewicht sowie bei Fertigungsaufwand und Systemkosten; quantitative Vergleichswerte enthält die Pressemitteilung allerdings nicht.

WHILL setzt beim kommenden elektrischen Mobilitätsgerät Model C Lite auf Teijins carbonfaserverstärkten Thermoplast Sereebo P CFP. Das Material wird für mehrere strukturelle Bauteile verwendet, darunter Fußstütze, Rückenstütze, Armlehnen und Batteriegehäuse. Damit erreicht ein spritzgießbarer CFRTP-Werkstoff eine Anwendung, bei der geringes Gewicht, Bauteilkomplexität und robuste Alltagstauglichkeit unmittelbar zusammenkommen.

Sereebo P CFP besteht nach Angaben von Teijin aus postindustriell recycelten Carbonfasern, die gleichmäßig in einer Polyamidmatrix verteilt werden. Das Material wird als Granulat geliefert und kann auf Standard-Spritzgießmaschinen verarbeitet werden. Der hohe Fließgrad soll dünne und komplexe Geometrien ermöglichen. Gegenüber Aluminium und Magnesium nennt Teijin Vorteile bei Gewicht sowie bei Fertigungsaufwand und Systemkosten; quantitative Vergleichswerte enthält die Pressemitteilung allerdings nicht.

Der Einsatz ist für die Composite-Industrie deshalb relevant, weil hier mehrere Skalierungsanforderungen zusammentreffen: Recyclinganteil in der Verstärkungsfaser, thermoplastische Matrix, standardisierte Hochserienverarbeitung und Funktionsintegration in komplexe Bauteile. Statt großformatiger Hochleistungsverbunde steht eine an Spritzguss orientierte Prozessroute im Mittelpunkt, die auch für kleinere Mobilitäts-, Robotik- und Elektronikkomponenten interessant ist.

Teijin will die Sereebo-Reihe über Mobilitätsanwendungen hinaus für Drohnen, Robotik sowie elektrische und elektronische Komponenten ausbauen. Für die Bewertung der Nachhaltigkeitswirkung wären künftig zusätzliche Daten zu Rezyklatanteil, mechanischem Eigenschaftsniveau, Lebensdauer und End-of-Life-Pfaden hilfreich. Die aktuelle Meldung belegt zunächst die konkrete Industrialisierung eines PIR-basierten Carbonfaser-Thermoplasts.

Quelle:

Teijin Limited

Ministerin Mona Neubaur mit T7-Logo (c) Tomas Rodriguez
Ministerin Mona Neubaur mit T7-Logo
08.09.2026

T7 zeigt smarte Textilproduktion

Die Textilfabrik 7.0 in Mönchengladbach zeigt erstmals mehrere konkrete Demonstratoren aus ihrem Reallabor für eine „smarte und saubere“ Textilproduktion. Bei einem Besuch der nordrhein-westfälischen Wirtschaftsministerin Mona Neubaur präsentierten Forschende des Forschungsinstituts für Textil und Bekleidung der Hochschule Niederrhein und des ITA der RWTH Aachen unter anderem eine smarte Jacke, digitale Fertigungsverfahren sowie biotechnologische Ansätze zur Textilbearbeitung.

Die smarte Jacke erfasst Bewegungs- und Körperdaten und überträgt sie an eine App. Daraus ergeben sich mögliche Anwendungen beispielsweise in Physiotherapie und Rehabilitation. Ergänzend demonstrierten die Projektpartner, wie leitfähige Garne durch Sticktechnik in textile Strukturen integriert werden können. Auf der Digitalisierungsseite gehören KI-basierte Analysen von Naturfasern und Materialzusammensetzungen sowie laserbasierte Druck- und Bearbeitungsverfahren zum aktuellen Entwicklungsstand.

Die Textilfabrik 7.0 in Mönchengladbach zeigt erstmals mehrere konkrete Demonstratoren aus ihrem Reallabor für eine „smarte und saubere“ Textilproduktion. Bei einem Besuch der nordrhein-westfälischen Wirtschaftsministerin Mona Neubaur präsentierten Forschende des Forschungsinstituts für Textil und Bekleidung der Hochschule Niederrhein und des ITA der RWTH Aachen unter anderem eine smarte Jacke, digitale Fertigungsverfahren sowie biotechnologische Ansätze zur Textilbearbeitung.

Die smarte Jacke erfasst Bewegungs- und Körperdaten und überträgt sie an eine App. Daraus ergeben sich mögliche Anwendungen beispielsweise in Physiotherapie und Rehabilitation. Ergänzend demonstrierten die Projektpartner, wie leitfähige Garne durch Sticktechnik in textile Strukturen integriert werden können. Auf der Digitalisierungsseite gehören KI-basierte Analysen von Naturfasern und Materialzusammensetzungen sowie laserbasierte Druck- und Bearbeitungsverfahren zum aktuellen Entwicklungsstand.

Im Themenfeld „Biosphere“ untersucht das Projekt unter anderem die Entfärbung von Textilien mit Pilzkulturen. Ziel ist es, chemisch und energetisch aufwendige Prozessschritte durch biotechnologische Alternativen zu ergänzen oder perspektivisch zu ersetzen. Die vier Kernbereiche von T7 sind On-Demand-Fertigung, MicroFactory Engineering, Digital Textiles und Biosphere. Damit sollen einzelne Technologien nicht isoliert erprobt, sondern in einer durchgängigen, wirtschaftlich relevanten Produktionsumgebung verbunden werden.

Textination hatte über die Textilfabrik 7.0 bereits berichtet. Die aktuelle Meldung ist deshalb nicht als erneute Projektvorstellung zu verstehen, sondern als Fortschrittsbericht: Neu sind die nun gezeigten Demonstratoren und die konkrete Kombination von Smart-Textile-Anwendung, digitaler Analyse, Laserprozess und biotechnologischer Entfärbung. Das Projekt wird von Forschung, Industrieverbänden, Textilakademie NRW und Wirtschaftsförderung getragen und soll CO₂-neutrale, zirkuläre Produktion in Deutschland praktisch erproben.

Quelle:

ITA – Institut für Textiltechnik der RWTH Aachen University 

07.09.2026

Hyosung startet integrierte Bio-Spandex-Produktion

Hyosung TNC hat in Vietnam ein integriertes Produktionssystem für biobasiertes Spandex in Betrieb genommen. Kern ist eine neue Bio-BDO-Anlage in Ho-Chi-Minh-Stadt mit einer Jahreskapazität von 50.000 Tonnen. Die Infrastruktur ist nach Unternehmensangaben so ausgelegt, dass die Kapazität bei entsprechender Marktentwicklung auf bis zu 200.000 Tonnen erweitert werden kann. Für das Gesamtprojekt nennt Hyosung ein Investitionsvolumen von einer Milliarde US-Dollar.

Das biobasierte 1,4-Butandiol wird aus Zucker gewonnen, der aus Zuckerrohr stammt. Hyosung verarbeitet Bio-BDO am Standort Dong Nai zu PTMG, einem zentralen Vorprodukt für Spandex-Polymere, und führt dieses anschließend direkt der Produktion der eigenen Faser „regen Bio“ zu. Damit verbindet das Unternehmen Rohstoff, Polymerzwischenprodukt und Faser in einer regional integrierten Wertschöpfungskette.

Hyosung TNC hat in Vietnam ein integriertes Produktionssystem für biobasiertes Spandex in Betrieb genommen. Kern ist eine neue Bio-BDO-Anlage in Ho-Chi-Minh-Stadt mit einer Jahreskapazität von 50.000 Tonnen. Die Infrastruktur ist nach Unternehmensangaben so ausgelegt, dass die Kapazität bei entsprechender Marktentwicklung auf bis zu 200.000 Tonnen erweitert werden kann. Für das Gesamtprojekt nennt Hyosung ein Investitionsvolumen von einer Milliarde US-Dollar.

Das biobasierte 1,4-Butandiol wird aus Zucker gewonnen, der aus Zuckerrohr stammt. Hyosung verarbeitet Bio-BDO am Standort Dong Nai zu PTMG, einem zentralen Vorprodukt für Spandex-Polymere, und führt dieses anschließend direkt der Produktion der eigenen Faser „regen Bio“ zu. Damit verbindet das Unternehmen Rohstoff, Polymerzwischenprodukt und Faser in einer regional integrierten Wertschöpfungskette.

Nach Unternehmensangaben wird die verantwortliche Beschaffung und Rückverfolgbarkeit des Bio-BDO über das VIVE Sustainable Program überprüft. Hyosung stellt zudem in Aussicht, die Plattform über Spandex hinaus für TPU, PBAT, Schuhsohlen und weitere industrielle Anwendungen zu nutzen. Die textile Relevanz liegt vor allem in Anwendungen wie Sportswear, Swimwear und Denim, in denen Elastizität und Dauerhaftigkeit zentrale Anforderungen sind.

Die Meldung ist zugleich ein wichtiger Hinweis auf die strategische Verschiebung bei Elastomerfasern: Nicht nur die Faser selbst, sondern bereits die chemische Vorstufe wird in Defossilisierungsstrategien einbezogen. Die von Hyosung genannten Aussagen zur Gleichwertigkeit von Elastizität und Haltbarkeit gegenüber petrochemischem Spandex stammen allerdings vom Hersteller; unabhängige Vergleichsdaten werden in der Mitteilung nicht vorgelegt.

Quelle:

Hyosung TNC / Hyosung Performance Textiles

Foto Pixabay, Tumisu
28.08.2026

Indien verknüpft Alttextilsammlung, Fasererkennung und digitale Rückverfolgbarkeit

Indiens Textilministerium treibt den Aufbau einer digital unterstützten Infrastruktur für Alttextilien voran. Bei einem Besuch der Textile Recovery Facility (TRF) in Navi Mumbai wurde eine Absichtserklärung zwischen dem Textiles Committee und Refibre zur Entwicklung einer digitalen Plattform für Sammlung, Rückverfolgbarkeit und Wirkungsmessung von Post-Consumer-Textilien unterzeichnet.

Die Anlage verbindet Sammlung und Sortierung mit technischer Fasererkennung, Zerkleinerung und der Aufteilung in unterschiedliche Sekundärmaterialströme. Nach Angaben des Press Information Bureau kommt dabei auch Technologie von Kosha zur Trennung von Bekleidung nach Fasergruppen zum Einsatz. Ziel ist, Post- und Pre-Consumer-Textilabfälle von Deponien fernzuhalten und für Wiederverwendung, Upcycling oder Recycling verfügbar zu machen.

Indiens Textilministerium treibt den Aufbau einer digital unterstützten Infrastruktur für Alttextilien voran. Bei einem Besuch der Textile Recovery Facility (TRF) in Navi Mumbai wurde eine Absichtserklärung zwischen dem Textiles Committee und Refibre zur Entwicklung einer digitalen Plattform für Sammlung, Rückverfolgbarkeit und Wirkungsmessung von Post-Consumer-Textilien unterzeichnet.

Die Anlage verbindet Sammlung und Sortierung mit technischer Fasererkennung, Zerkleinerung und der Aufteilung in unterschiedliche Sekundärmaterialströme. Nach Angaben des Press Information Bureau kommt dabei auch Technologie von Kosha zur Trennung von Bekleidung nach Fasergruppen zum Einsatz. Ziel ist, Post- und Pre-Consumer-Textilabfälle von Deponien fernzuhalten und für Wiederverwendung, Upcycling oder Recycling verfügbar zu machen.

Für die Branche ist der Ansatz interessant, weil nicht nur eine Recyclingtechnologie betrachtet wird, sondern die vorgelagerte Infrastruktur. Verlässliche Erfassung, Faseridentifikation und digitale Nachverfolgung gehören zu den Voraussetzungen, wenn textile Kreislaufwirtschaft von Einzelprojekten in größere industrielle Materialströme überführt werden soll.

Quelle:

Press Information Bureau, Government of India / Ministry of Textiles  

Garne aus rezyklierten Glasfasern Foto (c) DITF
Garne aus rezyklierten Glasfasern
18.08.2026

Europa setzt bei ausgedienten Windrotorblättern auf Recycling

Seit 2026 hat sich Europas Windenergiebranche selbst verpflichtet, dass Rotorblätter von Windturbinen nicht auf Deponien enden, wenn sie das Ende ihrer Nutzungsdauer erreicht haben. Das von der EU geförderte Forschungsprojekt REWIND zeigt Wege auf, diese Verbundwerkstoffabfälle wiederzuverwenden. Die Deutschen Institute für Textil- und Faserforschung Denkendorf (DITF) sind einer von 13 Projektpartnern aus sieben Ländern.

REWIND steht für Efficient Decommissioning, Repurposing and Recycling to increase the Circularity of end-of-life Wind Energy Systems. Die Projektpartner entwickeln grundlegende Technologien und Verfahren für die Demontage, das Recycling und die Wiederverwendung der Verbundwerkstoffe. Ziel ist es, die Windrotorblätter kreislauffähig zu machen statt sie zu deponieren oder zu verbrennen.

Das Konsortium hat ein Modell validiert, mit dem sich das mechanische Verhalten der wiedergewonnenen Materialien mit einer Genauigkeit von über 90 % vorhersagen lässt. Damit sind sie für anspruchsvolle Anwendungen wie zum Beispiel in Elektrofahrzeugen oder als Dämmstoff geeignet.

Seit 2026 hat sich Europas Windenergiebranche selbst verpflichtet, dass Rotorblätter von Windturbinen nicht auf Deponien enden, wenn sie das Ende ihrer Nutzungsdauer erreicht haben. Das von der EU geförderte Forschungsprojekt REWIND zeigt Wege auf, diese Verbundwerkstoffabfälle wiederzuverwenden. Die Deutschen Institute für Textil- und Faserforschung Denkendorf (DITF) sind einer von 13 Projektpartnern aus sieben Ländern.

REWIND steht für Efficient Decommissioning, Repurposing and Recycling to increase the Circularity of end-of-life Wind Energy Systems. Die Projektpartner entwickeln grundlegende Technologien und Verfahren für die Demontage, das Recycling und die Wiederverwendung der Verbundwerkstoffe. Ziel ist es, die Windrotorblätter kreislauffähig zu machen statt sie zu deponieren oder zu verbrennen.

Das Konsortium hat ein Modell validiert, mit dem sich das mechanische Verhalten der wiedergewonnenen Materialien mit einer Genauigkeit von über 90 % vorhersagen lässt. Damit sind sie für anspruchsvolle Anwendungen wie zum Beispiel in Elektrofahrzeugen oder als Dämmstoff geeignet.

An den DITF werden aus den von den Projektpartnern rezyklierten Glas- und Carbonfasern Garne und Gewebe für neue Bauteile oder für Reparatur-Sets von Windkraftanlagen entwickelt. In einem ersten Schritt wurden recycelte Fasern untersucht, vor allem im Hinblick darauf, für welche Verarbeitungsverfahren sie geeignet sind.

Das Forschungsteam verfolgt zwei unterschiedliche Verfahren. In der ersten Prozessroute werden die rezyklierten Glasfasern zu hochwertigen textilen Verstärkungsstrukturen verarbeitet. Dazu werden die Fasern vorgeöffnet, gekrempelt, zu Garnen versponnen und anschließend zu Geweben verarbeitet, die entweder in eine oder in zwei Richtungen verstärkt sind. Ein erster Meilenstein war die Entwicklung eines rezyklierten Glasfasergarns (rGF/Polyamid-6-Garns) mit einem Faservolumengehalt von rund 40 %, das für thermoplastische Verbundanwendungen, beispielsweise für Strukturbauteile im Automobilbau, geeignet ist.

Es ist darüber hinaus gelungen, ein Garn herzustellen, das sogar aus 98 % rezyklierten Glasfasern besteht. Daraus wurde ein Gewebe mit paralleler Faserausrichtung (UD-Gewebe) gefertigt. Damit konnte erstmals gezeigt werden, dass sich gezielt ausgerichtete textile Verstärkungsstrukturen aus rezyklierten Glasfasern herstellen lassen, die optimal an mechanische Belastungen angepasst sind.

Die zweite Prozessroute untersucht die Verarbeitung von Long-Fiber-Delamination-(LFD)-Tapes, die direkt aus Windrotorblättern gehobelt werden, zu UD-Geweben. Diese LFD-Tapes stellen eine neuartige Klasse textiler Halbzeuge aus vollständig ausgehärtetem glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK)-Rezyklat dar. Derzeit wird untersucht, inwieweit sie sich diese Zwischenprodukte als leistungsfähige Verstärkungsstrukturen für Faserverbundwerkstoffe eignen.

 

Quelle:

DITF