Aus der Branche

Zurücksetzen
17.12.2025

NGO-Studie: Grüne Strategie der Modebranche soll Mikroplastikverschmutzung verschärfen

Eine neue Laboruntersuchung, die von der gemeinnützigen Umweltschutzorganisation Changing Markets Foundation veröffentlicht wurde, legt dar, dass recyceltes Polyester beim Waschen im Durchschnitt 55 % mehr Mikroplastikpartikel freisetzt als neu hergestelltes Polyester, das weniger spröde ist. Zudem waren die Partikel fast 20 % kleiner, sodass sie sich leichter in der Umwelt ausbreiten und Schaden anrichten können.

Ein einzelner Waschgang kann bis zu 900.000 Mikroplastikfasern freisetzen. Mikroplastik ist inzwischen so weit verbreitet, dass es selbst an den extremsten Orten der Erde vorkommt und in allen Lebensräumen zirkuliert: in Böden, Luft, Wasser – und in lebenden Organismen. Es wurde in zahlreichen menschlichen Organen nachgewiesen und wird mit einer wachsenden Zahl von Gesundheitsproblemen in Verbindung gebracht.

Eine neue Laboruntersuchung, die von der gemeinnützigen Umweltschutzorganisation Changing Markets Foundation veröffentlicht wurde, legt dar, dass recyceltes Polyester beim Waschen im Durchschnitt 55 % mehr Mikroplastikpartikel freisetzt als neu hergestelltes Polyester, das weniger spröde ist. Zudem waren die Partikel fast 20 % kleiner, sodass sie sich leichter in der Umwelt ausbreiten und Schaden anrichten können.

Ein einzelner Waschgang kann bis zu 900.000 Mikroplastikfasern freisetzen. Mikroplastik ist inzwischen so weit verbreitet, dass es selbst an den extremsten Orten der Erde vorkommt und in allen Lebensräumen zirkuliert: in Böden, Luft, Wasser – und in lebenden Organismen. Es wurde in zahlreichen menschlichen Organen nachgewiesen und wird mit einer wachsenden Zahl von Gesundheitsproblemen in Verbindung gebracht.

Die Studie konzentrierte sich auf eine relativ kleine Zahl von Kleidungsstücken von fünf großen Marken und die Ergebnisse liefern nur einen Hinweis auf die wahrscheinliche Höhe der Verschmutzung. Getestet wurden T-Shirts, Tops, Kleider und Shorts von Adidas, H&M, Nike, Shein und Zara. Nach Einschätzung von Changing Markets ist dies die erste Studie, die Marken im Hinblick auf Mikroplastikverschmutzung vergleicht. Die Marken gehören laut einer aktuellen Erhebung von Changing Markets zu den weltweit größten Produzenten und Verwendern synthetischer Stoffe.

Polyester-Bekleidung von Nike habe sich sowohl bei neu hergestelltem als auch bei recyceltem Polyester als am stärksten verschmutzend erwiesen: Recyceltes Polyester von Nike verlor im Durchschnitt über 30.000 Fasern pro Gramm der untersuchten Kleidung – fast viermal so viel wie der Durchschnittswert von H&M und mehr als siebenmal so viel wie der von Zara.

Bekleidung von Shein fiel zudem dadurch auf, dass ihre recycelten Polyesterstoffe in etwa demselben Umfang Mikroplastik freisetzten wie die aus neu hergestelltem Polyester. Changing Markets vermutet, dass einige der getesteten Kleidungsstücke, die als aus recyceltem Polyester hergestellt gekennzeichnet waren, tatsächlich aus neu hergestelltem Polyester bestanden.

Urska Trunk, Kampagnenleiterin der Changing Markets Foundation, sagte: “Die Modebranche verkauft recyceltes Polyester als grüne Lösung, doch unsere Ergebnisse zeigen, dass es das Problem der Mikroplastikverschmutzung verschärft. Sie entlarven recyceltes Polyester als das, was es ist: ein Feigenblatt der Nachhaltigkeit, das die zunehmende Abhängigkeit der Modebranche von synthetischen Materialien – Plastik – verdeckt. Ein paar intelligente Designoptimierungen und End-of-Pipe-Lösungen werden nur an der Oberfläche kratzen. Echte Lösungen bedeuten, die Produktion synthetischer Fasern schrittweise einzustellen und den Umweg von gebrauchten Plastikflaschen in kurzlebige Mode zu beenden.

Quelle:

Changing Markets Foundation

Mimaki: Textildrucksystem TRAPIS auf der Heimtextil 2026 Foto Mimaki Europe
Mimaki: Textildrucksystem TRAPIS auf der Heimtextil 2026
17.12.2025

Mimaki: Textildrucksystem TRAPIS auf der Heimtextil 2026

Mimaki Europe, ein führender Anbieter von industriellen Tintenstrahldruckern und Schneideplottern, kehrt mit einem neuen Fokus auf Materialvielfalt und vereinfachte Textilproduktion zur Heimtextil zurück. Das Unternehmen wird sein Pigmenttransfer-Textildrucksystem TRAPIS vorstellen, mit dem Hersteller eine Vielzahl von Stoffarten mit einem einzigen Tintensatz bedrucken können – von Naturfasern bis hin zu Mischgeweben und synthetischen Materialien. TRAPIS beseitigt typische Hürden des digitalen Textildrucks. Das System ist benutzerfreundlich, kompakt und kostengünstig und hat im Vergleich zu herkömmlichen Verfahren einen deutlich geringeren Wasserverbrauch.

Mimaki Europe, ein führender Anbieter von industriellen Tintenstrahldruckern und Schneideplottern, kehrt mit einem neuen Fokus auf Materialvielfalt und vereinfachte Textilproduktion zur Heimtextil zurück. Das Unternehmen wird sein Pigmenttransfer-Textildrucksystem TRAPIS vorstellen, mit dem Hersteller eine Vielzahl von Stoffarten mit einem einzigen Tintensatz bedrucken können – von Naturfasern bis hin zu Mischgeweben und synthetischen Materialien. TRAPIS beseitigt typische Hürden des digitalen Textildrucks. Das System ist benutzerfreundlich, kompakt und kostengünstig und hat im Vergleich zu herkömmlichen Verfahren einen deutlich geringeren Wasserverbrauch.

„Das System eröffnet Herstellern zahlreiche neue Möglichkeiten und gibt ihnen die betriebliche Flexibilität, die sie so dringend benötigen – ohne Materialbeschränkungen und übermäßig komplexe Arbeitsabläufe“, sagt Arjen Evertse, Director Sales bei Mimaki Europe. „Mit TRAPIS sind Anwender in der Lage, mit einem einzigen Tintensatz auf einer Vielzahl von Textilien zu drucken – etwas, das mit herkömmlichen Verfahren einfach nicht möglich ist. Und da keine Vorbehandlung, kein Waschen der Textilien und nur wenig Infrastruktur erforderlich sind, ist TRAPIS eine erschwingliche Lösung für Unternehmen jeder Größe. Der deutlich geringere Wasserverbrauch ist ein wichtiger Pluspunkt. Der größte Vorteil liegt jedoch in der einfachen Realisierung kleiner Auflagen sowie personalisierter und lokaler Herstellung von Drucken auf nahezu allen Textilien.“

Besucher der Heimtextil können sich am Stand von Mimaki selbst von dem zweistufigen Pigmenttransfer-Druckverfahren von TRAPIS überzeugen, das aus einem Mimaki TS330-1600 mit integriertem Heizelement, TP410-Tinten und einer Hochdruckkalander besteht. TRAPIS hebt sich durch seine Fähigkeit hervor, eine Vielzahl von Stoffarten bedrucken zu können, darunter Baumwolle, Viskose, Polyester, Mischgewebe und synthetische Materialien – im Gegensatz zum Sublimationsdruck, der auf Textilien auf Polyesterbasis beschränkt ist. Aufgrund seiner kompakten Bauweise eignet sich das System zudem für kleine Studios und Unternehmen, die On-Demand- oder Kleinserien-Textildruck einführen und gleichzeitig ihren Wartungsaufwand und die Gesamtbetriebskosten reduzieren möchten.

Der optimierte TRAPIS-Workflow bietet Anwendern zudem eine nachhaltige Lösung, mit der sie ihren Wasserverbrauch um bis zu 90 % senken können (was einer Einsparung von ca. 14,5 Litern pro Quadratmeter entspricht). Die TRAPIS-Pigmenttinten sind nach ZDHC MRSL Level 3 zertifiziert und bluesign® APPROVED, wodurch sowohl die Umwelt- als auch die Anwendersicherheit gewährleistet ist.

BTE-Präsident Mark Rauschen Foto BTE Handelsverband Textil Schuhe Lederwaren
BTE-Präsident Mark Rauschen
17.12.2025

BTE-Präsident Mark Rauschen: Tristesse statt Aufschwung

In einem Statement hat sich BTE-Präsident Mark Rauschen zur aktuellen Lage in der Textil-, Schuh- und Lederwarenbranche geäußert:
 
Vor einem Jahr habe er mit vorsichtigem Optimismus auf das nachfolgende Jahr 2025 geschaut. 12 Monate später sei fast überall Ernüchterung eingekehrt und von den vollmundigen Versprechungen fast nichts geblieben. Statt Aufschwung herrsche vor allem Tristesse. Berichte über Umsatzeinbrüche, Massenentlassungen und Insolvenzen dominieren die Medien. Speziell in der Mode- und Schuhbranche vergehe fast keine Woche ohne Geschäftsaufgabe.
 

In einem Statement hat sich BTE-Präsident Mark Rauschen zur aktuellen Lage in der Textil-, Schuh- und Lederwarenbranche geäußert:
 
Vor einem Jahr habe er mit vorsichtigem Optimismus auf das nachfolgende Jahr 2025 geschaut. 12 Monate später sei fast überall Ernüchterung eingekehrt und von den vollmundigen Versprechungen fast nichts geblieben. Statt Aufschwung herrsche vor allem Tristesse. Berichte über Umsatzeinbrüche, Massenentlassungen und Insolvenzen dominieren die Medien. Speziell in der Mode- und Schuhbranche vergehe fast keine Woche ohne Geschäftsaufgabe.
 
Natürlich könne man die Bundespolitik nur bedingt für schwierige Rahmenbedingungen wie die US-Zollpolitik, die Auswirkungen des anhaltenden Kriegs in der Ukraine sowie die negative demographische Entwicklung verantwortlich machen. Umso wichtiger sei es aber, im Inland endlich wieder für Aufbruchstimmung zu sorgen und die Wirtschaft von unnötigen Fesseln zu befreien. Zumindest die EU, die in den letzten Jahren für manche bürokratische Zusatzbelastung verantwortlich war, habe dies endlich erkannt und übertriebene Vorgaben und Berichtspflichten rund um Lieferketten, Nachhaltigkeit und Entwaldung zurückgedreht oder dies zumindest auf den Weg gebracht. Hier habe der BTE im Zusammenspiel mit dem HDE und Eurocommerce sichtbare Erfolge in der Verbandsarbeit erzielt.
 
Rauschen weiter: „Solchen Mut wünschen wir uns auch von der deutschen Politik. Nicht nur der Textil-, Schuh- und Lederwarenhandel braucht mehr Freiheiten, um im zunehmenden Wettbewerb mit globalen Playern überhaupt bestehen zu können. Es ist doch absurd, dass bei uns absolute Nebensächlichkeiten bei der Gebäudesicherheit oder bei der Beantragung von Weihnachtsmärkten geprüft werden, während gleichzeitig millionenfach minderwertige und zum Teil gesundheitsschädigende Textilien, Schuhe und Accessoires unkontrolliert über asiatische Plattformen ins Land kommen!“
 
Mehr Freiraum wünsche er sich auch rund um den Ladenschluss. Speziell bei der Sonntagsöffnung seien die bestehenden Regelungen viel zu restriktiv und führten dazu, dass Kunden und Umsätze in den Onlinehandel oder ins benachbarte Ausland abwanderten. In guten Zeiten konnte der Handel das noch halbwegs verkraften. Aber in schwierigen Zeiten wie diesen könne dies ein entscheidender Faktor sein, ob ein Unternehmen überhaupt noch schwarze Zahlen schriebe. An die Arbeitnehmervertretergewandt, betonte der BTE-Präsident, dass Lockerungen bei der Sonntagsöffnung nicht dazu dienten, dass sich Unternehmer eine „goldene Nase“ verdienten, sondern das Überleben der Geschäfte und damit auch die Arbeitsplätze der Mitarbeiter zu sichern.
 
Auch dem viel diskutierten „Stadtbild“ dürften leichtere Sonntagsöffnungen sicher guttun. Leerstände wegen Geschäftsaufgabe führten schnell zu einer Abwärtsspirale, die den ganzen Standort massiv unter Druck setze. Attraktive Läden seien dagegen das beste Mittel, um konsumwillige Menschen in die Stadt zu ziehen. „Dies müssen wir auch den örtlichen Entscheidungsträgern immer wieder vor Augen halten und Stadtspitzen, Polizei und Ordnungsamt in Hintergrundgesprächen noch mehr dafür sensibilisieren, dass wirksame Maßnahmen ergriffen werden, um Sicherheit und Sauberkeit in den Innenstädten zu erhöhen“, so Rauschen.
 
Bei der Verbesserung der Aufenthaltsqualität in unseren Cities sehe er alle Innenstadt-Stakeholder in der Verantwortung. Beim Stadtmarketing, in Straßenwerbegemeinschaften oder im Gemeinderat müssten sich nicht nur die örtlichen Mittelständler engagieren, sondern möglichst alle Anlieger – von den Filialisten über Gastronomie und Dienstleistern bis zu den Immobilienbesitzern. Alle Betroffenen seien aufgerufen, Zeit und Budget bereitzustellen, damit Deutschland weiterhin lebens- und liebenswerte Innenstädte habe.
 
Man müsse aber auch erkennen, dass innerhalb der eigenen Branche noch längst nicht alle Hausaufgaben gemacht worden seien. Speziell das aktuelle Geschäftsmodell des Multilabelhandels scheine nicht mehr zeitgemäß. 
 
In einer solchen Situation müsse alles auf den Prüfstand. Angesichts der unsicheren Aussichten für 2026 und der volatilen Konsumstimmung würden neue Wege gebraucht, um mit gleichem oder sogar niedrigerem Umsatz mehr Rendite zu erzielen. Ein entscheidender Hebel sei das Warenmanagement, in dem noch viel Potential stecke. Die Vertikalen zeigten, was mit einer optimierten Zusammenarbeit von Handel und Industrie möglich werde.
 
„Natürlich werden wir an der einen oder anderen Stelle auch den Gürtel enger schnallen müssen. Bei den notwendigen Einsparungen könnten uns sicher auch intelligente KI-Lösungen helfen. Ich rate allen Unternehmen, sich auf diesem Gebiet auf dem Laufenden zu halten und dabei gerne auch die Informationsangebote des BTE zu nutzen“, führte Rauschen weiter aus.
 
Er schloss seine Ausführungen mit einer Aussage zur Bedeutung der Mitarbeitenden: „Im Kontakt mit den Kunden werden nach meiner festen Überzeugung auch 2026 die Mitarbeitenden auf der Fläche die zentrale Rolle spielen. Gerade im mittelständischen Fachhandel sind sie - neben Chefinnen und Chefs - als emotionale und fachkundige Botschafter des Unternehmens das größte Profilierungsinstrument gegenüber Großfilialisten und Onlinern. Gute Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben in unserer Branche enorme Auswirkungen auf den Erfolg eines jeden Unternehmens und das wird sich so schnell auch nicht ändern.“

Quelle:

BTE Handelsverband Textil Schuhe Lederwaren

Neuer Vorstand VDTF Foto Verband Deutscher Textilfachleute VDTF
Neuer Vorstand VDTF
17.12.2025

Vorstandswahl beim Verband Deutscher Textilfachleute VDTF

2025 standen im Verband Deutscher Textilfachleute VDTF e.V. wieder die im dreijährigen Rhythmus stattfindenden Präsidentschafts- und Vorstandswahlen an, zu der im Frühjahr die VDTF-Mitglieder aufgerufen waren und an der sich 35 Prozent aller Wahlberechtigten beteiligten. 

Laut Satzung dürfen Präsident und Vorstandsmitglieder nur einmal wiedergewählt werden, sodass aus dem aktuellen Vorstand noch vier Personen erneut kandidieren durften. Aus den verschiedenen Gebieten der Textilindustrie konnten sieben weitere Kandidaten gewonnen werden. Der Vorstand besteht laut Satzung aus dem Präsidenten, dessen erstem und zweitem Stellvertreter (Präsidium) und aus bis zu vier weiteren Mitgliedern. 

Wiedergewählt wurde Prof. Dr. Michael Rauch als VDTF-Präsident. Er leitet den Master-Studiengang „Sustainable Textiles“ und betreut das Lehrgebiet Verfahrenstechnik der Textilveredlung an der Hochschule Hof. Rauch ist langjähriger Vorstand der Regionalgruppe Bayern-Nord und Schatzmeister des internationalen Textilverbandes IFATCC (International Federation of Associations of Textile Chemists and Colorists). 

2025 standen im Verband Deutscher Textilfachleute VDTF e.V. wieder die im dreijährigen Rhythmus stattfindenden Präsidentschafts- und Vorstandswahlen an, zu der im Frühjahr die VDTF-Mitglieder aufgerufen waren und an der sich 35 Prozent aller Wahlberechtigten beteiligten. 

Laut Satzung dürfen Präsident und Vorstandsmitglieder nur einmal wiedergewählt werden, sodass aus dem aktuellen Vorstand noch vier Personen erneut kandidieren durften. Aus den verschiedenen Gebieten der Textilindustrie konnten sieben weitere Kandidaten gewonnen werden. Der Vorstand besteht laut Satzung aus dem Präsidenten, dessen erstem und zweitem Stellvertreter (Präsidium) und aus bis zu vier weiteren Mitgliedern. 

Wiedergewählt wurde Prof. Dr. Michael Rauch als VDTF-Präsident. Er leitet den Master-Studiengang „Sustainable Textiles“ und betreut das Lehrgebiet Verfahrenstechnik der Textilveredlung an der Hochschule Hof. Rauch ist langjähriger Vorstand der Regionalgruppe Bayern-Nord und Schatzmeister des internationalen Textilverbandes IFATCC (International Federation of Associations of Textile Chemists and Colorists). 

Erste Stellvertreterin ist Frau Saskia Kuhlen, die als Textiltechnologin bei der A. Monforts Textilmaschinen GmbH & Co. KG in Mönchengladbach tätig ist. Zur zweiten Stellvertreterin wurde Frau Jutta Holland gewählt. Frau Holland ist bei der swarotex-seiba GmbH in Murg als Umwelt-, Energiemanagement- und Qualitätsmanagementbeauftragte beschäftigt. Sie führt seit 2018, zunächst als zweite, inzwischen als erste Vorsitzende die Regionalgruppe Südbaden. 

In seinem Vorstandsamt wurde Andreas Troscheit, Head of Textile Technologies and Process Engineering bei Brückner Textile Technologies GmbH & Co. KG, für eine zweite Amtszeit bestätigt. Neu im Vorstand sind Matthias Billenstein, Qualitätssicherung bei der TVU Textilveredlungsunion GmbH in Leutershausen und Daniel Limanski, Produktionsleiter bei der NOVA Textil-Beschichtung GmbH in Grefrath. Ebenfalls neu im Vorstand ist Thomas Keh (Flexuma GmbH in Heidenheim), der bereits von 2013 bis 2019 Mitglied im VDTF-Vorstand war und seit 2023 Mitglied im Fortbildungsteam ist. Die offizielle Amtszeit des neuen Vorstandes begann nach der Mitgliederversammlung im Oktober 2025. 

Quelle:

Verband Deutscher Textilfachleute

Push für chemisches Recycling: Borealis kooperiert mit BlueAlp Foto Borealis Group
16.12.2025

Push für chemisches Recycling: Borealis kooperiert mit BlueAlp

  • Borealis ist eine strategische Partnerschaft mit BlueAlp eingegangen, einem führenden Unternehmen im Bereich chemischer Recyclingtechnologie mit Sitz in Eindhoven, Niederlande.
  • Im Rahmen der Vereinbarung wird Borealis seine Mehrheitsbeteiligung an Renasci an BlueAlp übertragen und eine direkte Beteiligung von 10 % an BlueAlp erwerben, um dessen zukünftiges Wachstum und Expansion zu unterstützen.
  • Dieser strategische Schritt spiegelt das wachsende Engagement von Borealis in der Wertschöpfungskette des chemischen Recyclings wider
  • Der Betrieb von Anlagen für chemisches Recycling ist für BlueAlp ein logischer nächster Schritt, der die technologische Innovation beschleunigt und das Lizenzangebot stärkt 

Borealis gab am 16. Dezember 2025 eine strategische Partnerschaft mit BlueAlp bekannt, einem führenden Unternehmen für chemische Recyclingtechnologie mit Sitz in Eindhoven, Niederlande.

  • Borealis ist eine strategische Partnerschaft mit BlueAlp eingegangen, einem führenden Unternehmen im Bereich chemischer Recyclingtechnologie mit Sitz in Eindhoven, Niederlande.
  • Im Rahmen der Vereinbarung wird Borealis seine Mehrheitsbeteiligung an Renasci an BlueAlp übertragen und eine direkte Beteiligung von 10 % an BlueAlp erwerben, um dessen zukünftiges Wachstum und Expansion zu unterstützen.
  • Dieser strategische Schritt spiegelt das wachsende Engagement von Borealis in der Wertschöpfungskette des chemischen Recyclings wider
  • Der Betrieb von Anlagen für chemisches Recycling ist für BlueAlp ein logischer nächster Schritt, der die technologische Innovation beschleunigt und das Lizenzangebot stärkt 

Borealis gab am 16. Dezember 2025 eine strategische Partnerschaft mit BlueAlp bekannt, einem führenden Unternehmen für chemische Recyclingtechnologie mit Sitz in Eindhoven, Niederlande. Im Rahmen der Partnerschaft wird Borealis seine Mehrheitsbeteiligung an Renasci, einem chemischen Recyclingunternehmen mit Sitz in Ostende, Belgien, an BlueAlp übertragen und gleichzeitig einen Anteil von 10 % an BlueAlp erwerben, um dessen zukünftiges Wachstum und Expansion zu unterstützen.
 
Renasci hat die Technologie von BlueAlp lizenziert, um eine 20-kt-p.a.-Anlage zu errichten. Diese wurde in den letzten Jahren von BlueAlp entwickelt, gebaut und während des gesamten Betriebs unterstützt. Der Übergang von der Unterstützung des Betriebs zum direkten Betrieb der Anlage ist ein logischer nächster Schritt in der Entwicklung von BlueAlp. Dies wird die technologische Innovation beschleunigen, eine robuste Plattform für die Produktion hochwertiger kreislauffähiger Rohstoffe schaffen und das Lizenzangebot von BlueAlp weiter stärken.
 
Seit dem Einstieg bei Renasci hat Borealis die Entwicklung des Unternehmens zu einer der wenigen in Betrieb befindlichen chemischen Recyclinganlagen in Europa vorangetrieben. Im Rahmen der Vereinbarung wird BlueAlp die nächste Phase der Entwicklung und Weiterentwicklung von Renasci leiten, während Borealis weiterhin Kundenlösungen auf der Basis chemisch recycelter Rohstoffe entwickelt.
 
„Die direkte Unterstützung von Borealis kommt zu einem entscheidenden Zeitpunkt für die chemische Recyclingindustrie, in der eine rasche Kapazitätserweiterung erforderlich ist, um die Ziele für den Recyclinganteil zu erreichen. Ihre Markterfahrung und Materialkompetenz werden unser Wachstum unterstützen und uns gut positionieren, um mehr Kunststoffabfälle in hochwertige Kreislauf-Rohstoffe umzuwandeln“, sagt Valentijn de Neve, CEO von BlueAlp.
 
Diese Zusammenarbeit hilft den Kund:innen und Partner:innen von Borealis und BlueAlp entlang der gesamten Wertschöpfungskette, sich auf die bevorstehende EU-Verordnung über Verpackungen und Verpackungsabfälle (PPWR) im Jahr 2030 vorzubereiten. Diese wird voraussichtlich die Nachfrage nach recycelten Materialien für kontaktempfindliche Anwendungen wie Lebensmittel- und Kosmetikverpackungen, beispielsweise auf Basis chemisch recycelter Rohstoffe, erhöhen.
 
„Die Vertiefung der Partnerschaft mit BlueAlp kombiniert Vermögenswerte und Technologien und wird den Fortschritt im chemischen Recycling für die Industrie beschleunigen“, sagt Borealis CEO Stefan Doboczky, „Dadurch kann Borealis seinen Kund:innenstamm mit einer immer breiteren Palette an Polymeren auf Basis chemisch recycelter Rohstoffe versorgen. Diese Transaktion steht in vollem Einklang mit der We4Customers-Strategie von Borealis, die Kund:innen dabei unterstützt, ihre Nachhaltigkeitsziele zu erreichen, und gleichzeitig die Innovationskraft und den operativen Fokus der Gruppe stärkt.“
 
Die finanziellen Details der Transaktion werden nicht bekannt gegeben.

Quelle:

Borealis Group

16.12.2025

Fester Zoll für Produkte unter 150 Euro vielversprechender Einstieg zu mehr Fairness im Wettbewerb

Die EU-Staaten haben beschlossen, ab 1. Juli 2026 vorübergehend einen festen Zoll von 3 Euro auf kleine Pakete mit einem Wert von weniger als 150 Euro zu erheben. Birgit Janik, Leiterin für Steuern, Finanzen & Controlling beim bevh, begrüßt das Vorhaben: 
 
„Unsere Branche sieht die Regelung im Zusammenspiel mit der noch kommenden „Handling Fee“, als wichtigen ersten Schritt in Richtung eines Level Playing Fields. Wichtig ist aber, dass das Geld wirklich für die Ertüchtigung des Zolls eingesetzt wird, damit dieser 2028 fit für umfassende Kontrollen ist, wenn die Zollfreigrenze endgültig fällt. Bisher hat der Pauschalzoll nichts mit der Qualität der Produkte zu tun und belastet damit nicht nur die unfairen Händler. Ein Shirt aus einem Drittstaat für 149 Euro, das nachhaltig produziert wurde und alle europäischen Standards erfüllt, wird genauso teurer wie Billigmode, wenn es direkt an einen Endkunden verschickt wird. Hinzu kommt, dass die Regelung nur für Händler gilt, die im System zur einheitlichen Anmeldung und Abfuhr der Umsatzsteuer, kurz IOSS, registriert sind – also diejenigen, die damit schon ihre Bereitschaft zeigen, sich an unsere Regeln zu halten.“

Die EU-Staaten haben beschlossen, ab 1. Juli 2026 vorübergehend einen festen Zoll von 3 Euro auf kleine Pakete mit einem Wert von weniger als 150 Euro zu erheben. Birgit Janik, Leiterin für Steuern, Finanzen & Controlling beim bevh, begrüßt das Vorhaben: 
 
„Unsere Branche sieht die Regelung im Zusammenspiel mit der noch kommenden „Handling Fee“, als wichtigen ersten Schritt in Richtung eines Level Playing Fields. Wichtig ist aber, dass das Geld wirklich für die Ertüchtigung des Zolls eingesetzt wird, damit dieser 2028 fit für umfassende Kontrollen ist, wenn die Zollfreigrenze endgültig fällt. Bisher hat der Pauschalzoll nichts mit der Qualität der Produkte zu tun und belastet damit nicht nur die unfairen Händler. Ein Shirt aus einem Drittstaat für 149 Euro, das nachhaltig produziert wurde und alle europäischen Standards erfüllt, wird genauso teurer wie Billigmode, wenn es direkt an einen Endkunden verschickt wird. Hinzu kommt, dass die Regelung nur für Händler gilt, die im System zur einheitlichen Anmeldung und Abfuhr der Umsatzsteuer, kurz IOSS, registriert sind – also diejenigen, die damit schon ihre Bereitschaft zeigen, sich an unsere Regeln zu halten.“

Quelle:

Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V. bevh

16.12.2025

Recycling: Faserqualität präzise messen

Die 38. International Cotton Conference Bremen, die vom 25. bis 27. März 2026 im Bremer Parlament am Marktplatz der Hansestadt stattfindet, setzt wieder ein Signal für fachliche Exzellenz und internationalen Dialog. Im Zentrum stehen die neuesten Markttrends und technischen Innovationen entlang der Wertschöpfungskette von der Landwirtschaft über Qualitätssicherung und Verarbeitung bis hin zur Kreislaufwirtschaft. 

Mit der Session „Recycelte Fasern und ihre Qualitätsbewertung“ wird eine Thematik beleuchtet, in der es um die Faserqualität recycelter Fasern und ihre Auswirkungen auf die Garnqualität geht. 

Recyclingfasern sind ein Schlüssel für den Weg in eine wirklich zirkuläre Textilwirtschaft. Doch ihre Verarbeitung wirft entscheidende Qualitätsfragen auf: Wie schneiden sie gegenüber Neuware ab – und wie lässt sich das zuverlässig messen? Wie wirkt sich die Faserqualität auf die Garnqualität aus? Spezifische, auf Recyclingmaterial zugeschnittene Prüfmethoden sind unerlässlich, um die Leistungsfähigkeit recycelter Fasern realistisch zu bewerten. Vier Expertinnen und Experten nehmen diese Herausforderungen an und liefern Antworten aus Forschung und Praxis. 

Die 38. International Cotton Conference Bremen, die vom 25. bis 27. März 2026 im Bremer Parlament am Marktplatz der Hansestadt stattfindet, setzt wieder ein Signal für fachliche Exzellenz und internationalen Dialog. Im Zentrum stehen die neuesten Markttrends und technischen Innovationen entlang der Wertschöpfungskette von der Landwirtschaft über Qualitätssicherung und Verarbeitung bis hin zur Kreislaufwirtschaft. 

Mit der Session „Recycelte Fasern und ihre Qualitätsbewertung“ wird eine Thematik beleuchtet, in der es um die Faserqualität recycelter Fasern und ihre Auswirkungen auf die Garnqualität geht. 

Recyclingfasern sind ein Schlüssel für den Weg in eine wirklich zirkuläre Textilwirtschaft. Doch ihre Verarbeitung wirft entscheidende Qualitätsfragen auf: Wie schneiden sie gegenüber Neuware ab – und wie lässt sich das zuverlässig messen? Wie wirkt sich die Faserqualität auf die Garnqualität aus? Spezifische, auf Recyclingmaterial zugeschnittene Prüfmethoden sind unerlässlich, um die Leistungsfähigkeit recycelter Fasern realistisch zu bewerten. Vier Expertinnen und Experten nehmen diese Herausforderungen an und liefern Antworten aus Forschung und Praxis. 

Stefan Fliescher, Textechno in Mönchengladbach, spricht über „Fortschritte in der Prüftechnik für mechanisch recycelte Fasern“. Während sich die Spinneignung neuer Baumwolle vor allem über Faserlängenverteilung und Nissengehalt bestimmen lässt, sind diese Merkmale bei Recyclingfasern nur begrenzt messbar. Ihr beschädigtes, heterogenes Strukturprofil erfordert angepasste Prüfverfahren. Zudem gewinnen Parameter wie der Anteil ungeöffneter Garnreste an Bedeutung. Optimierte Messtechniken sind daher zentral, um die Qualitätssicherung im mechanischen Recycling zu verbessern und stabile Garnqualitäten zu ermöglichen.

Adele Abdoos, Mesdan, Italien, untersucht den Einsatz von Laborgeräten wie Schredder, Kardiermaschine und Garnseparator, um die Faserrückgewinnung aus verschiedenen Textilabfällen realitätsnah zu simulieren und zu optimieren. In ihrem Vortrag zeigt sie, dass gewebte Stoffe beim Zerkleinern widerstandsfähiger sind und längere Fasern behalten, während gestrickte Materialien stärker beschädigt werden und mehr Kurzfasern erzeugen. Besonders vorteilhaft erwies sich die Anpassung der Maschinenparameter, etwa durch höhere Drehzahlen der Haupttrommel und niedrigere der Arbeitswalze. Die in Bremen präsentierte Studie betont die Bedeutung von Laborversuchen, da Tests im kleinen Maßstab industrielle Ergebnisse zuverlässig vorhersagen und gleichzeitig Materialverluste reduzieren.

Christine Wörner von Uster Technologies untersucht in ihrem Vortrag die Qualitätsparameter von mechanisch recyceltem und neuem Baumwollgarn. Sie zeigt, dass die Qualität recycelter Baumwolle von Herkunft und Fasereigenschaften des Textilabfalls abhängt. Ein Analysevergleich mit Neuware zeigte deutliche Unterschiede. Mithilfe einer Matrix wurden die Fasereigenschaften verschiedener Abfallarten erfasst und untersucht. Dabei zeigte sich, wie Produktionsparameter angepasst werden müssen, um die gewünschte Garnqualität zu erreichen und welche Auswirkungen dies auf Effizienz und Garneigenschaften hat. Die Ergebnisse liefern Hinweise zur Optimierung der Recyclinggarnproduktion und betonen die Notwendigkeit differenzierter Qualitätsbewertung im mechanischen Baumwollrecycling.

Pierre Lanfer, RWTH Aachen, untersucht in seinem Vortrag zwei mechanische Recyclingzyklen. Ausgangspunkt ist ein Gewebe aus 100 % neuer versponnener bzw. verstrickter Baumwolle, das im ersten Zyklus zu Fasern zerrissen wird. Diese werden im zweiten Zyklus erneut verarbeitet. Erste Ergebnisse zeigen eine deutliche Faserverkürzung im ersten Zyklus, während der Verlust im zweiten geringer ausfällt. Die Daten deuten darauf hin, dass Einbußen bei Garn- und Gewebeeigenschaften in späteren Zyklen abnehmen könnten. Die Befunde werden anhand einer Charakterisierung des Originalgewebes sowie der Fasern, Garne und Gewebe beider Recyclingstufen präsentiert.

Outlast® gewinnt WTiN Innovate Textile Award für Aersulate® Grafik Outlast Technologies GmbH
16.12.2025

Outlast® gewinnt WTiN Innovate Textile Award für Aersulate®

Die Outlast Technologies GmbH gewinnt den WTiN Innovate Textile Award in der Kategorie Material Innovation. Ausgezeichnet wurde die aerogelbasierte Isolierungstechnologie Aersulate®. Der Preis würdigt herausragende Leistungen bei der Entwicklung zukunftsweisender Materialien und textilen Innovationen.

Aersulate® erweitert die Leistungsfähigkeit textiler Isolierungssysteme deutlich. Durch den hohen Aerogelanteil nutzt die Technologie dessen hochporöse Struktur zur effizienten Lufteinschließung und erreicht so eine hervorragende thermische Performance bei minimaler Materialdicke bzw. geringem Gewicht. In Aersulate® Watten liegt der Aerogelanteil bei 50 % des Gesamtvolumens – ein echtes Novum.

Der geringe Platzbedarf der Materialien erschließt neue Anwendungsfelder und macht Lösungen möglich, die bisher am begrenzt verfügbaren Platz scheiterten. Gleichzeitig behalten Aersulate® Materialien und Watten ihre Leistungsfähigkeit auch unter Druck und bei Feuchtigkeit nahezu vollständig bei. Im Gegensatz zu herkömmlichen Materialien gewährleisten sie eine zuverlässige Isolierung und damit hohen Tragekomfort selbst unter anspruchsvollen Bedingungen. 

Die Outlast Technologies GmbH gewinnt den WTiN Innovate Textile Award in der Kategorie Material Innovation. Ausgezeichnet wurde die aerogelbasierte Isolierungstechnologie Aersulate®. Der Preis würdigt herausragende Leistungen bei der Entwicklung zukunftsweisender Materialien und textilen Innovationen.

Aersulate® erweitert die Leistungsfähigkeit textiler Isolierungssysteme deutlich. Durch den hohen Aerogelanteil nutzt die Technologie dessen hochporöse Struktur zur effizienten Lufteinschließung und erreicht so eine hervorragende thermische Performance bei minimaler Materialdicke bzw. geringem Gewicht. In Aersulate® Watten liegt der Aerogelanteil bei 50 % des Gesamtvolumens – ein echtes Novum.

Der geringe Platzbedarf der Materialien erschließt neue Anwendungsfelder und macht Lösungen möglich, die bisher am begrenzt verfügbaren Platz scheiterten. Gleichzeitig behalten Aersulate® Materialien und Watten ihre Leistungsfähigkeit auch unter Druck und bei Feuchtigkeit nahezu vollständig bei. Im Gegensatz zu herkömmlichen Materialien gewährleisten sie eine zuverlässige Isolierung und damit hohen Tragekomfort selbst unter anspruchsvollen Bedingungen. 

Die Innovation besitzt auch eine strategische Bedeutung: Für eine breite Markteinführung positioniert Outlast die Aersulate® Produkte gezielt in zahlreichen unterschiedlichen Industrien. „Wir werden unsere Aersulate® Materialien und Watten in mehreren anspruchsvollen Produktsegmenten einsetzen – darunter Bettwaren, Sicherheitsausrüstung, Schuhe und Bekleidung. Unser Ziel ist klar: Aersulate® als skalierbare Performance-Lösung mit breiter Marktanwendbarkeit zu etablieren – überall dort, wo Wärmemanagement, Komfort und dünne Isolierung den entscheidenden Unterschied machen“, sagte Martin Bentz, CEO der Outlast Technologies GmbH.

Mit Blick auf die Auszeichnung betonte Bentz, dass die Arbeit mit Aerogel eine große Herausforderung war. Extrem leicht, aber zugleich hochgradig fragil, ist Aerogel enorm schwer zu verarbeiten, in Textilstrukturen zu integrieren und dauerhaft zu stabilisieren. Die Transformation dieses außergewöhnlichen, aber komplexen Materials in skalierbare, langlebige Materialien und Watten erforderte tiefgehende Materialkompetenz, präzise Ingenieursarbeit und kontinuierliche Forschungsanstrengungen.

„Der Gewinn dieses Preises macht uns sehr stolz. Er ist eine große Anerkennung unserer Arbeit und eine klare Bestätigung dafür, dass wir mit unserer innovativen Aersulate® Isolierlösungen auf dem richtigen Weg sind – Lösungen, die den Anforderungen des Marktes entsprechen und neue Leistungsmaßstäbe setzen“, ergänzte Bentz.

Quelle:

Outlast Technologies GmbH

(v.l.n.r.): Landtagsmitglied Andreas Bühl, Landtagsmitglied Maik Kowalleck, Landrat Marko Wolfram, Wirtschaftsstaatssekretär Mario Suckert, Bundestagsmitglied Diana Herbstreuth, Ministerpräsident Mario Voigt, TITK-Direktor Benjamin Redlingshöfer, Zuse-Präsident Martin Bastian, Bürgermeister Jörg Reichl sowie TITK-Abteilungsleiterin Ute Schubert. Bildrechte: TITK / Steffen Beikirch
15.12.2025

Innovationszentrum für textile Kreislaufwirtschaft in Thüringen eingeweiht

Gut acht Monate nach der Grundsteinlegung ist am TITK Rudolstadt das neue Innovationszentrum für textile Kreislaufwirtschaft eingeweiht worden. Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt, TITK-Direktor Benjamin Redlingshöfer und weitere Ehrengäste durchschnitten gemeinsam das Band zu dem modernen Gebäudekomplex und sahen sich die bezugsfertigen Räumlichkeiten an. Beim „DICE – Demonstration and Innovation Center for Textile Circular Economy“ handelt es sich um die bisher größte Einzelinvestition des TITK. Die Gesamtkosten von 11,5 Mio. Euro hat der Freistaat Thüringen mit 8 Mio. Euro aus GRW- und FTI-Fördermitteln unterstützt. 

Der rasante Baufortschritt auf dem Institutsgelände ließ auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der TITK-Gruppe seit dem Frühjahr immer wieder staunen. „Zeitlich und budgetseitig waren wir stets im Plan“, sagt TITK-Direktor Benjamin Redlingshöfer nun. Seine Ankündigung kurz nach der Grundsteinlegung vom 31. März, man werde noch in diesem Jahr zur Einweihung einladen, hatte manchem anfangs eher ein skeptisches Lächeln entlockt. Doch das Versprechen wurde gehalten. 

Gut acht Monate nach der Grundsteinlegung ist am TITK Rudolstadt das neue Innovationszentrum für textile Kreislaufwirtschaft eingeweiht worden. Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt, TITK-Direktor Benjamin Redlingshöfer und weitere Ehrengäste durchschnitten gemeinsam das Band zu dem modernen Gebäudekomplex und sahen sich die bezugsfertigen Räumlichkeiten an. Beim „DICE – Demonstration and Innovation Center for Textile Circular Economy“ handelt es sich um die bisher größte Einzelinvestition des TITK. Die Gesamtkosten von 11,5 Mio. Euro hat der Freistaat Thüringen mit 8 Mio. Euro aus GRW- und FTI-Fördermitteln unterstützt. 

Der rasante Baufortschritt auf dem Institutsgelände ließ auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der TITK-Gruppe seit dem Frühjahr immer wieder staunen. „Zeitlich und budgetseitig waren wir stets im Plan“, sagt TITK-Direktor Benjamin Redlingshöfer nun. Seine Ankündigung kurz nach der Grundsteinlegung vom 31. März, man werde noch in diesem Jahr zur Einweihung einladen, hatte manchem anfangs eher ein skeptisches Lächeln entlockt. Doch das Versprechen wurde gehalten. 

Ministerpräsident Mario Voigt: „Das DICE ist ein starkes Signal für Thüringens Innovationskraft: Forschung wird hier zu Anwendung, Ideen werden zu industriellen Lösungen. In nur acht Monaten ist aus Visionen ein Zentrum für Visionen entstanden. Die schnelle Umsetzung zeigt, dass wir in Thüringen nicht nur Engagement und Expertise haben, sondern auch mit Tempo und Effizienz der Zukunft eine klare Richtung geben. Innovativ, nachhaltig und wettbewerbsfähig. Ganz bewusst hat der Freistaat Thüringen dieses zukunftsweisende Projekt maßgeblich unterstützt, denn wir wollen Thüringen als Standort für Forschung und Entwicklung weiter stärken. Mein ausdrücklicher Dank gilt allen Akteuren – den Bauleuten, den Planern, den Verantwortlichen im TITK und allen Förder- und Projektpartnern –, die diesen Erfolg möglich gemacht haben. Sie alle haben sich auf den Weg gemacht, das Grüne Herz Deutschlands weiter voranzubringen, es für die Bürgerinnen und Bürger in unserem Land zukunftsfest zu machen.“ 

Entstanden sind ein viergeschossiges Labor- und Bürogebäude sowie eine Versuchshalle mit jeweils rund 1.000 Quadratmetern Grundfläche. Im barrierefreien Neubau werden unter anderem ein Biologielabor und ein Zellstofflabor Platz finden. Die Halle wird sich auf zwei Hauptlinien konzentrieren: Polyesterrecycling und Baumwollrecycling. Daneben stehen auch die Erforschung und Erprobung alternativer Zellstofflieferanten im Fokus. Dank DICE wird die TITK-Gruppe künftig über ein eigenes Zellstoffkochersystem verfügen. Diese Anlage wird derzeit noch in Sachsen konstruiert und soll 2026 in Betrieb genommen werden.

Seit mehr als 30 Jahren widmet sich das TITK nachhaltigen Textilfasern auf Cellulose-Basis. Diese Lyocellfasern wurden bereits entscheidend weiterentwickelt: Längst nutzen sie nicht mehr nur Zellstoff aus Holz, sondern zum Beispiel auch aus schnellwachsendem und nur wenige Ressourcen verbrauchenden Hanf. Just in diesem Jahr ist man hier bei innovativen Lösungen für ein praxistaugliches und ganzheitliches Textilrecycling einen großen Schritt vorangekommen: Auf der Weltausstellung Expo in Osaka (Japan) konnte Redlingshöfer persönlich das weltweit erste Poloshirt aus einer dreifach recycelten Hanflyocell-Faser (Lyohemp®) präsentieren. 

Das Rudolstädter Institut will einen wichtigen Beitrag zur Transformation der textilen Wertschöpfungskette leisten. Insbesondere das Recycling von Mischtextilien ist eine zentrale Herausforderung, der sich das neue Innovationszentrum DICE widmen wird. „Geschlossene regionale Stoffkreisläufe sind unser Anspruch“, sagt Redlingshöfer. „Aber sie müssen ökologisch und ökonomisch sinnvoll sein, um einen Markterfolg garantieren.“ Die Ausrichtung des Innovationszentrums ende nicht bei nachhaltigen Fasern für Bekleidungstextilien, sondern schließe ausdrücklich auch technische Textilien für Hochleistungsanwendungen aus der Automobilbranche, der Luft- und Raumfahrt oder etwa dem Verteidigungssektor mit ein. „Hier stellt die Regionalität auch einen Resilienzfaktor dar“, sagt der Institutsleiter. 

63 Partner haben dem DICE bislang eine Kooperation zugesagt – darunter Unternehmen wie Adidas, Vaude, Continental und Head, aber auch weitere Forschungseinrichtungen, Verbände und Netzwerke.

Quelle:

TITK - Thüringisches Institut für Textil- und Kunststoff-Forschung Rudolstadt e.V.:

Deutscher Nachhaltigkeitspreis für Färbeverfahren PIGMENTURA Foto CHT Gruppe
Deutscher Nachhaltigkeitspreis für Färbeverfahren PIGMENTURA
15.12.2025

Deutscher Nachhaltigkeitspreis für Färbeverfahren PIGMENTURA

Am Donnerstag, den 4.12.2025, wurde in Düsseldorf der Deutsche Nachhaltigkeitspreis in der Kategorie Produkte verliehen. Der Preis wird seit 2008 für vorbildliche Nachhaltigkeitsleistungen in Wirtschaft, Kommunen und Forschung vergeben. Mit fünf Wettbewerben, über 800 Bewerbern und ca. 2.000 Gästen zur Abschlussveranstaltung ist er die größte Auszeichnung ihrer Art in Europa.

Am Donnerstag, den 4.12.2025, wurde in Düsseldorf der Deutsche Nachhaltigkeitspreis in der Kategorie Produkte verliehen. Der Preis wird seit 2008 für vorbildliche Nachhaltigkeitsleistungen in Wirtschaft, Kommunen und Forschung vergeben. Mit fünf Wettbewerben, über 800 Bewerbern und ca. 2.000 Gästen zur Abschlussveranstaltung ist er die größte Auszeichnung ihrer Art in Europa.

Die Fachjury des Deutschen Nachhaltigkeitspreises in der Kategorie Produkte prämierte dieses Jahr jene Produkte, die in einem der fünf Transformationsfelder (Klima, Ressourcen, Natur, Gesellschaft und Wertschöpfungskette) besonders wirksame Beiträge zur nachhaltigen Transformation leisten. Im Fokus standen nicht allein technologische Innovationen, sondern vor allem die nachweisbare Wirkung eines Produkts: In welchem Maße trug es dazu bei, Ressourcen zu schonen, Emissionen zu reduzieren, Kreisläufe zu schließen, soziale Verantwortung zu stärken oder nachhaltige Konsum- und Produktionsweisen zu etablieren? Ergänzend berücksichtigte die Jury Aspekte wie Innovationskraft, Skalierbarkeit, Vorbildfunktion und langfristige Wirkung über den gesamten Lebenszyklus eines Produkts hinweg. In einem zweistufigen Verfahren identifizierte sie so jene Lösungen, die über ihre eigentliche Funktion hinaus Strahlkraft für Wirtschaft und Gesellschaft entfalten und neue Maßstäbe für nachhaltige Produkte setzen.

Das nachhaltige Färbeverfahren PIGMENTURA der CHT Gruppe wurde in der Kategorie Produkte ausgezeichnet. Unsere COO Dr. Lorenza Sartorelli nahm den Nachhaltigkeitspreis für PIGMENTURA in Düsseldorf von Gregor Steinbrenner, dem Moderator der Preisverleihung am 4.12., entgegen. 

Mit PIGMENTURA hat die CHT Gruppe ein Färbeverfahren entwickelt, mit dem die Ressourceneffizienz in der textilen Wertschöpfungskette deutlich verbessert wird. Durch die Anwendung des Pad-Dry-Verfahrens wird gegenüber konventionellen Färbeverfahren eine Effizienzsteigerung erzielt. Gleichzeitig sinken Energieeinsatz, CO₂-Emissionen, Salzbedarf sowie der Einsatz an Spülwasser, und die Reinigung von Abwasser wird deutlich reduziert. Dies führt zu Einsparungen von sauberem Trinkwasser und leistet einen wichtigen Beitrag zur Transformation einer der ressourcenintensivsten Branchen. 

Die Jury würdigte insbesondere die Effizienzsteigerungen und die damit verbundenen Einsparpotenziale, die nicht nur einzelnen Betrieben zugutekommen, sondern auch in großem Maßstab entlang internationaler Lieferketten wirken können. Solche Fortschritte sind für die Textil- und die Modeindustrie von hoher Relevanz. Mit der Auszeichnung hob die Jury eine Innovation hervor, die eindrucksvoll zeigt, wie durch die Weiterentwicklung bewährter Verfahren substanzielle Fortschritte bei Ressourcenschonung und Umweltschutz in der Textilproduktion möglich sind.

Quelle:

CHT Group

Shopping auf Social Media: Jeder Zweite hat schon einmal eingekauft Grafik Postbank
Shopping auf Social Media: Jeder Zweite hat schon einmal eingekauft
15.12.2025

Shopping auf Social Media: Jeder Zweite hat schon einmal eingekauft

Jugendliche setzen sich zunehmend kritisch mit der Social-Media-Nutzung auseinander. Drei Viertel der 16- bis 18-Jährigen haben in ihrem persönlichen Umfeld Freunde, die sie für süchtig nach sozialen Medien halten. Junge Frauen (82 Prozent) nehmen diese Gefahr deutlich stärker wahr als junge Männer (68 Prozent). Das sind Ergebnisse der repräsenta-tiven „Jugend-Digitalstudie 2025“ der Postbank.

Jugendliche setzen sich zunehmend kritisch mit der Social-Media-Nutzung auseinander. Drei Viertel der 16- bis 18-Jährigen haben in ihrem persönlichen Umfeld Freunde, die sie für süchtig nach sozialen Medien halten. Junge Frauen (82 Prozent) nehmen diese Gefahr deutlich stärker wahr als junge Männer (68 Prozent). Das sind Ergebnisse der repräsenta-tiven „Jugend-Digitalstudie 2025“ der Postbank.

„Junge Menschen erkennen mittlerweile sehr klar, wie stark soziale Medien ihr Verhalten beeinflussen können. Sie reflektieren kritisch, wie intensiv sie und ihre Freunde die Platt-formen nutzen. Zugleich sehen wir eine wachsende Distanz zur Nutzung von sozialen Me-dien“, sagt Thomas Brosch, Leiter Digitalvertrieb der Postbank. Im Vergleich zum Vorjahr haben alle führenden Social-Media-Plattformen an Reichweite verloren. Instagram und YouTube bleiben mit jeweils 68 Prozent die beliebtesten Plattformen. Dahinter rangieren WhatsApp, TikTok und Snapchat. Besonders deutlich fällt der Rückgang bei WhatsApp aus: In den vergangenen fünf Jahren sank die Nutzung von 86 Prozent auf aktuell 65 Prozent. Thematisch geht es auf Social Media vorrangig um Persönliches: Auf Instagram dominieren private Themen und auf YouTube Freizeit-Inhalte. Dabei findet es knapp jeder zweite Jugendliche gut, sich auf Social Media auch mal aufregen zu dürfen.

Social Shopping zwischen Akzeptanz und Ablehnung
Viele Jugendliche nutzen soziale Medien als Marktplatz: Knapp die Hälfte der Befragten hat schon mindestens einmal direkt über eine soziale Plattform etwas gekauft, wobei jun-ge Männer deutlich mehr Interesse am sogenannten Social Shopping zeigen als junge Frauen. Attraktiv machen die Einkäufe in erster Linie Rabattaktionen und individuell pas-sende Produkte. Jeweils 29 Prozent geben dies als Vorteile an.

Trotzdem gibt es zunehmend Skeptiker: Ein Drittel der jungen Frauen und Männer will von alledem nichts wissen und lehnt den Konsum über soziale Plattformen prinzipiell ab. Verglichen mit dem vergangenen Jahr ist dieser Anteil um sieben Prozentpunkte angestie-gen. „Trotz wachsender Skepsis bleibt Social Media ein fester Bestandteil im Alltag junger Menschen. Gleichzeitig sind die Plattformen nach wie vor ein Marktplatz mit wirtschaftli-chem Potenzial“, sagt Thomas Brosch. „Doch junge Menschen haben hohe Erwartungen. Nur wenn Social-Media-Kanäle funktional und verantwortungsvoll gestaltet sind, bleiben sie für Jugendliche als Kommunikationsraum und als Ort für finanzielle Entscheidungen attraktiv.“

Hintergrund­informationen zur Postbank Jugend-Digitalstudie 2025
Die „Jugend-Digitalstudie“ der Postbank untersucht seit 2019, wie sich das Leben Jugendlicher in Deutschland bezüglich Digitalisierung allgemein und insbesondere in Bezug auf Finanzthemen verändert. Dafür wurden im September dieses Jahres 1.000 Jugendliche in Deutschland zwi­schen 16 und 18 Jahren befragt. Um eine bevölkerungsrepräsentative Struktur abzubilden, erfolgte eine Gewichtung der Stichpro-be nach Bundesland, Alter und Geschlecht. Als Referenzdatei wurde der Mikrozensus 2023 des Statisti-schen Bundesamtes zu­grunde gelegt. Die Ergebnisse sind auf ganze Zahlen gerundet.

Quelle:

Postbank

15.12.2025

Südwesttextil: Strukturkrise in der baden-württembergischen Textilindustrie

Die wirtschaftliche Lage in der baden-württembergischen Textilindustrie bleibt herausfordernd. Südwesttextil fordert ein konsolidiertes Handeln zugunsten der Zukunftsfähigkeit des Landes.

Die Zehnmonatsbilanz der baden-württembergischen Textilindustrie fällt herausfordernd aus: Neben einem Umsatzrückgang von 3,6 % im Vergleich zum Vorjahresniveau, verzeichnet die Branche gleichzeitig einen Verlust an Beschäftigten um 6,8 %. Die Branche bleibt unter Druck – aus Perspektive des Wirtschafts- und Arbeitgeberverbands Südwesttextil braucht es ein aktives Gegensteuern auf allen Ebenen. Hauptgeschäftsführerin Edina Brenner: „Wir erleben gerade eine massive Strukturkrise und müssen uns nicht nur sicherheits-, sondern ebenso industriepolitisch neu aufstellen. Entscheidungen über Industriestrukturen in Baden-Württemberg, die wir heute verlieren, sind unwiederbringlich; es wird kein Reset geben.“

Die wirtschaftliche Lage in der baden-württembergischen Textilindustrie bleibt herausfordernd. Südwesttextil fordert ein konsolidiertes Handeln zugunsten der Zukunftsfähigkeit des Landes.

Die Zehnmonatsbilanz der baden-württembergischen Textilindustrie fällt herausfordernd aus: Neben einem Umsatzrückgang von 3,6 % im Vergleich zum Vorjahresniveau, verzeichnet die Branche gleichzeitig einen Verlust an Beschäftigten um 6,8 %. Die Branche bleibt unter Druck – aus Perspektive des Wirtschafts- und Arbeitgeberverbands Südwesttextil braucht es ein aktives Gegensteuern auf allen Ebenen. Hauptgeschäftsführerin Edina Brenner: „Wir erleben gerade eine massive Strukturkrise und müssen uns nicht nur sicherheits-, sondern ebenso industriepolitisch neu aufstellen. Entscheidungen über Industriestrukturen in Baden-Württemberg, die wir heute verlieren, sind unwiederbringlich; es wird kein Reset geben.“

Vor diesem Hintergrund zieht Südwesttextil eine zweigeteilte Bilanz des bisherigen Regierungshandelns auf Bundesebene. Grundsätzlich sei der gute Wille, der Verantwortung gerecht zu werden, erkennbar. Kommissionen, Pläne und Schulden sicherten aber noch keinen Wohlstand. Vor diesem Hintergrund kritisiert Südwesttextil dezidiert, dass die Bundesregierung zwar die formellen Vorgaben des Sondervermögens erfüllt, aber durch Verschiebungen Projekte finanziert, die Bestandteil des regulären Haushalts waren. Südwesttextil hat bei der Lockerung der Schuldenbremse bereits eindringlich betont, dass das Sondervermögen zielgerichtet eingesetzt und mit Reformen verbunden werden muss. Hauptgeschäftsführerin Edina Brenner: „Wir fordern ein sofortiges Ende der finanzpolitischen Manöver. Noch vor Weihnachten muss die Kommission mit ambitionierten Zielen für die Rentenreform ihre Arbeit aufnehmen und ab dem neuen Jahr braucht es eine richtungsweisende Wirtschaftspolitik mit echten Reformen.“

Quelle:

Verband der Südwestdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie Südwesttextil 

Musterwebmaschine, auf der die Gewebe produziert wurden. Foto: DITF
15.12.2025

Auxetische Gewebe: Mehr Sicherheit und Komfort für Schutzkleidung

Zieht man an im Alltag üblichen Materialien, so dehnen oder strecken sich diese in Zugrichtung und werden im Querschnitt schmaler. Diese Eigenschaft sind auch bei flächigen Textilien beobachten. Auxetische Strukturen verhalten sich anders: Sie haben die Eigenschaft, sich unter Zugbelastung nicht zu verändern oder sogar ihre Breite oder Dicke zu vergrößern. Diese Eigenschaften sind beispielsweise bei Schutztextilien oder textilen Filtermedien von Vorteil. Die DITF erforschen auxetische Gewebe für verschiedene Anwendungen.

Zieht man an im Alltag üblichen Materialien, so dehnen oder strecken sich diese in Zugrichtung und werden im Querschnitt schmaler. Diese Eigenschaft sind auch bei flächigen Textilien beobachten. Auxetische Strukturen verhalten sich anders: Sie haben die Eigenschaft, sich unter Zugbelastung nicht zu verändern oder sogar ihre Breite oder Dicke zu vergrößern. Diese Eigenschaften sind beispielsweise bei Schutztextilien oder textilen Filtermedien von Vorteil. Die DITF erforschen auxetische Gewebe für verschiedene Anwendungen.

Die bisherige Forschung im Bereich der auxetischen Gewebe konzentrierte sich auf Faserverbunde. Diese Strukturen weisen naturgemäß eine hohe Steifigkeit auf. Dadurch sind sie für Anwendungen geeignet, bei denen sich das Material nur einmalig verformen muss. Andere Forschungsansätze haben auf Garnebene auxetische Eigenschaften erzielt, die nach Zug wieder ihre ursprüngliche Form erreichen. Diese negative Querkontraktion kann mit der Poissonzahl quantifiziert werden; sie nimmt für Auxetikstrukturen Werte von ±0 aber auch deutlich negative Werte an. Der Effekt wird in der textilen Fläche jedoch durch andere Struktureinflüsse überlagert und dadurch eingeschränkt. Aus diesem Grund erforschen die DITF eine textile, biegeschlaffe Struktur direkt auf Gewebebasis, die über reversible, auxetische Eigenschaften verfügt.

Um diese Eigenschaften zu erreichen, wurden spezielle Mehrlagengewebe entwickelt, die im Dickenaufbau der geometrischen Struktur einer Sanduhr sowohl in Schuss- als auch in Kettrichtung ähnelt. Diese Geometrie führt zu einer Verdichtung des Gewebes unter Druckbelastung, was etwa bei Schutzbekleidung vorteilhaft ist. Einwirkende Kräfte wie Stöße werden deutlich abgemildert. Gleichzeitig erlaubt die Struktur eine sehr gute Anpassung an unterschiedliche Körperformen. Umgekehrt wird das Gewebe unter Zugbelastung breiter oder dicker. Dies kann zu einer größeren Fläche oder einem größeren Volumen führen, wie es bei Filtrationsaufgaben gewünscht ist.

Die im Rahmen des Forschungsprojektes „Auxetische Webstrukturen“ (1IF22730N) an den DITF entwickelten Gewebestrukturen verfügen somit über eine einstellbare Poissonzahl mit negativen Werten bis zu −2. Der auxetische Effekt ist dabei nicht nur einmalig, sondern zuverlässig unter wiederkehrender Belastung nachweisbar.