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02.02.2026

Fazit MUNICH FABRIC START Spring.Summer 27: Solide. Optimistisch.

Solide Messe. Optimistisches Mindset. So lautet das Ergebnis der MUNICH FABRIC START. Nach drei Messetagen ist am 29. Januar die Münchner Textilmesse mit den integrierten Show-in-Shows BLUEZONE, KEYHOUSE und THE SOURCE zu Ende gegangen. Die MUNICH FABRIC START schloss mit einer stabilen Besucherfrequenz im Vergleich zur vergangenen Veranstaltung ab. Rund 1.000 Kollektionen von internationalen Stoff- und Zutatenherstellern zeigten im MOC München ihre Farb- und Materialtrends für Spring.Summer 27. Hochwertige Stoffe und Zutaten trafen auf internationale Denim-Kompetenz und zukunftsweisende Innovationen entlang der gesamten textilen Wertschöpfungskette.  

Solide Messe. Optimistisches Mindset. So lautet das Ergebnis der MUNICH FABRIC START. Nach drei Messetagen ist am 29. Januar die Münchner Textilmesse mit den integrierten Show-in-Shows BLUEZONE, KEYHOUSE und THE SOURCE zu Ende gegangen. Die MUNICH FABRIC START schloss mit einer stabilen Besucherfrequenz im Vergleich zur vergangenen Veranstaltung ab. Rund 1.000 Kollektionen von internationalen Stoff- und Zutatenherstellern zeigten im MOC München ihre Farb- und Materialtrends für Spring.Summer 27. Hochwertige Stoffe und Zutaten trafen auf internationale Denim-Kompetenz und zukunftsweisende Innovationen entlang der gesamten textilen Wertschöpfungskette.  

Trends Spring.Summer 27: Gegenpole setzen  
„Es ist eine Zeit radikaler Veränderungen. Viele Menschen sind von Pessimismus geprägt und wollen am Status quo festhalten. Feigheit ist unser Problem. ‚Polite Fashion‘ ist das Ergebnis“, provoziert Trendforscher David Shah von View Publications vor vollen Zuschauerrängen auf der STAGE. Umso wichtiger sei es, gegenzusteuern. „Wir bewegen uns in einem herausfordernden Marktumfeld, in einer schwierigen Zeit. In der Modebranche setzt das aktuell eine unheimliche kreative Energie frei. Es geht darum, einen positiven Gegenpol zu setzen“, so eröffneten die MFS-Trendexperten Volker Orthmann und Katharina Majorek von o/m Collective ihren Trendvortrag „PLEASURE – Colours, Fabrics, Styling (Wo)mens Key Trends for Spring.Summer 27“. Nachdem die modische Grundrichtung lange durch Pragmatismus und Neutralität geprägt war, richtet sich der Blick jetzt nach vorne. Mit dem übergreifenden Leitthema „PLEASURE“, hat die MUNICH FABRIC START diese Trendentwicklung modern inszeniert und für Besucher erlebbar gemacht. Mit Themen wie Cinematic Colours, Every Day Pop, Cultural Power oder Sunny Nonchalance stellte auch Karin Schmitz von Peclers Paris Optimismus, Spaß und Zuversicht in den Mittelpunkt.  
 
Farbe, Drucke und Struktur als modische Treiber 

Modisch markiert die neue Saison einen Wendepunkt, hin zu bewusster Erneuerung. Optimismus, Vergnügen und Kreativität sind die vorherrschenden Themen. Das spiegelt sich in den rund 1.000 Kollektionen internationaler Stoff- und Zutatenhersteller deutlich wider. Farbe, Drucke und Struktur sind zentrale Impulsgeber der Saison. „Wir sind in einer Phase der Veränderung. Was ist morgen? Das ist die alles überlagernde Frage. Wichtig dafür ist Farbe. Es ist wenig Farbe auf dem Markt gewesen. Das ändert sich jetzt“, so Schmitz von Peclers Paris. Annette Schrewe, Head of Design bei Betty Barclay, beobachtet in den Kollektionen „mehr Mut zur Farbe“, ergänzt durch Neutrals mit interessanten Oberflächenstrukturen.  „Wunderschön, insbesondere für Blusen, sind die neuen fluiden, transparenten, fließenden Stoffe. Die Saison macht Spaß“, so Schrewe weiter. Eveline Rammler, Einkauf DOB bei s.Oliver, beschreibt: „Markisenstreifen, Pinstripes, florale und naive Paisley Prints, verfremdete Animals – das kristallisiert sich für uns als dominierende  Themen bei den Drucken heraus.“ Gamze Camuzcuoglu, Sales Manager von A.P.C. bestätigt: „Leuchtendes Blau und Weiß, fließende Animal-Prints, verschwommene orientalische Motive, florale Bordüren, geometrische Designs, unregelmäßige Geometrien und Pyjamastreifen – das sind für uns die wichtigsten Modetrends.“ „Wir suchen nach Neuheiten, die unsere Sprache sprechen. Pastellige Farben und helle Drucke sehen wir auch für den Abend. Leichte, transparente Chiffons, Organza mit Struktur, Drucke mit malerischen Blüten, Bohème, das ist für uns neu. Dunkelbraun und Bordeaux bleibt. Braun war ein Riesen-Hype. Jetzt geht es in Toffee und Camel in Verbindung mit Rosa oder hellem Gelb“, sagt Heike Schaible, Produktmanagement, Vera Mont. Im Hinblick auf die Oberflächen rücken Haptik und Textur in den Vordergrund. „Die Themen der Stunde sind Materialien, die haptisch erlebbar sind. Materialien, die ansprechen, über taktile Strukturen“, betont Majorek von o/m Collective. Thoshikiko Kanatani von Stylem bestätigt: „Die Highlights dieser Saison sind besondere Veredelungen, viele Texturen sowie Knitter- und Falteneffekte.“ 
 
Preis, Marge, Konsum 
„Das Zauberwort lautet: Marge. Themen wie Handfeel, Qualität, Finish sind für den deutschen Markt im Moment völlig zweitrangig. Die Wertschätzung für Hochwertigkeit fehlt“, bedauert Mladen Pototschnik, Sales, Albini & Thomas Mason. Er verweist auf eine weiter steigende Preissensibilität und sieht auch in der Messeentwicklung einen Indikator dafür, „dass sich die deutsche Bekleidungsindustrie sehr schwer tut.“ Eser Kaygusuz, Sales Head von Yünsa sieht es ähnlich: „Die Stimmung in Deutschland ist angespannt. Die Preissensibilität ist hoch, die Konsumstimmung schlecht. Das zeigt sich nicht nur im Textilbereich, sondern auch bei den Zahlen der Automobilindustrie. Dennoch, der erste Messetag war gar nicht schlecht. Viele wichtige Kunden wie Seidensticker, Hugo Boss und Digel waren schon da.“ Trotz der herausfordernden Rahmenbedingungen wurde die Messe von Ausstellern und Besuchern konstruktiv genutzt. „Es lief besser als erwartet. Mailand war so stark, dass wir nicht dachten, dass es in München nochmal so gut wird. Die Qualität der Kunden war RICHTIG gut. Toni Dress, Brax, Bugatti, Betty Barclay und Vera Mont – um nur einige zu nennen“, sagt Thomas Buschjost, Inhaber der Agentur Fashion & Friends. Viele Kunden würden das Thema Preis „erstmal ausklammern“ und sich zunächst darauf konzentrieren, „schöne, neue Dinge zu finden“. 
 
Compliance, KI und Circularity 

Neben den Trends zählten vor allem regulatorische Anforderungen wie der Digital Product Passport, Digitalisierung, KI und zirkuläre Modelle zu den zentralen inhaltlichen Schwerpunkten des umfangreichen Vortragsprogramms. „Es geht nicht nur um Kosten und Optimierung. Ein zentrales Thema ist, wie politische Vorgaben ins Sourcing übersetzt werden können und wie sich Compliance durch konsistente Daten sicherstellen lässt“, betont Politikberaterin Muchaneta ten Napel von Shape Innovate. Während der drei Messetage diskutierte sie gemeinsam mit zahlreichen namhaften Experten auf den Panels Themen wie diese. Deutlich wurde in Round Tables, Talks und Vorträgen der hohe Veränderungsdruck, der ab 2026 auf die Branche zukommt. „Es gibt kein Patentrezept. Jede Marke arbeitet anders. Ich habe nicht das Gefühl, dass die Branche gut vorbereitet ist“, so die Einschätzung von Leila Abu el Hawa, Beraterin und Head of Product von Elizabeth Scarlett, im Hinblick auf den Digital Product Passport.  
 
Angewandte neue Technologie- und Systemlösungen präsentierte das KEYHOUSE. Im Fokus standen Transparenz, Vertrauen und der Übergang zur Kreislaufwirtschaft – von der Stärkung resilienter, zirkulärer Prozesse bis hin zu marktreifen Innovationen. Zu den Highlights zählten unter anderem eine neue Technologie zur Smartphone-basierten Authentifizierung von Fakes oder Originalen von Original-ID sowie das erstmals vorgestellte Rücknahmesystem von Trove für Wiederverkauf und Recycling. „Das ist unsere Antwort auf die Rohstoffknappheit“, so Janis Künkler, Managing Director Trove Europe.  
 
Forschungsnahe Projekte, bei denen Nachhaltigkeit kulturell, sinnlich und systemisch gedacht wird, wurden erneut im SUSTAINABLE INNOVATIONS Forum kuratiert. Zu den Teilnehmern zählten Marie Vilay mit den Projekten „To Read a Pattern“ und „A Bindle“, Materia Futura von Alessia Pasquini und Beatriz Sandini sowie 
„Threaded Protocols“ von Floor Berkhout. Eine weitere Messeneuheit mit höchstem Nachhaltigkeitsanspruch: Die Kooperation von Dirt und Loads Collection mit der ersten Demeter-zertifizierten Textilkollektion. Erstmals wird der Demeter-Standard auf Textilien angewendet – perspektivisch auch für Bekleidung. „Das ist ein echter Meilenstein“, betont Lea Mahlke von Dirt, Neuaussteller in der RESOURCE Area.  
 
BLUEZONE: Unperfekt – perfekt 

Die BLUEZONE zeigte für Spring.Summer 2027 ein vielschichtiges Denim-Bild zwischen urbaner Strenge, funktionaler Reduktion und sinnlicher Opulenz. Nachhaltige Materialien, handwerkliche Details und innovative Oberflächen rücken den Wert des Materials ebenso in den Fokus wie Individualität und Emotion. Einen zentralen Trend beschreibt Denim-Experte Tilmann Wröbel vom Denim Lifestyle Studio Monsieur-T. in seinem Vortrag „The perfect time for denim imperfection“: „Hyperperfektion durch AI? Für die Denim-Industrie liegt der aktuelle Trend im Gegenteil: in der Idee der Unperfektheit. Nicht zu glatt, nicht zu perfekt. Ist es nicht genau das, was Denim ausmacht?“ Auch auf der BLUEZONE standen innovative Materialentwicklungen und ressourcenschonende, zirkuläre Produktionsprozesse im Vordergrund. „Wir stellen Evogeny vor – unsere Premium-Denim-Kollektion – sowie eine spezielle Capsule, die wir eigens für den deutschen Markt entwickelt haben, mit Fokus auf Stretch-Technologie und Tragekomfort. Revo-Su mit seinem wasserfreien Ansatz sowie insgesamt umweltbewusste Innovationen sind für uns sehr wichtig. Re/essence steht ganz im Zeichen natürlicher Farben“, Marketing Manager Selen Baltaci zählt die Neuheiten für Spring.Summer 27 von Calik Denim auf. Ob Berto, Bossa, Calik, ISKO, Orta, Sharabati, Tejidos Royo oder Troficolor Denim Makers – die BLUEZONE versammelte erneut das Gros der wichtigsten internationalen Denimhersteller. Philipp Walendy, Geschäftsführer von Alberto bekräftigt den klaren Vorteil der BLUEZONE gegenüber anderen Veranstaltungen: „Alle sind da, ca. 95 % unserer Lieferanten. Das haben wir nirgendwo anders.“ Die BLUEZONE habe nicht mehr den gewohnten Lifestyle, und sei jetzt stärker eine Arbeitsmesse, „aber wir sind ja auch zum Arbeiten hier“, so Walendy und spricht damit für viele. 
 
Raum für neue Lösungen 
Klar strukturiert und effizient gebündelt: Die neue Anordnung der acht Areas im MOC stärkt den Austausch, schafft mehr Sichtbarkeit und fördert Synergien. Was sich verändert hat: Nachhaltiges Sourcing mit RESOURCE wurde neu positioniert und befindet sich nun gemeinsam mit den ADDITIONALS in Halle 1 in direkter Nachbarschaft zu THE SOURCE. An der Schnittstelle von Design, Technologie und Nachhaltigkeit – BLUEZONE und KEYHOUSE inklusive der SUSTAINABLE INNOVATIONS sind im hochfrequentierten Bereich in Halle 2 gelegen. Die DESIGN STUDIOS liegen nun noch zentraler in Halle 4. Sie schließen an den großen Bereich der FABRICS an, die sich weiterhin über die Hallen 3, 4 und das Atrium 3 verteilen. Die klaren Strukturen schaffen Orientierung und Raum für neue Lösungen.  

Quelle:

munich fabric start

Tourismusbranche Foto Michelle Pitzel, Pixabay
02.02.2026

Südwesttextil: Tourismusindustrie als Blaupause

Wöchentliche statt tägliche Höchstarbeitszeit, steuerliche Begünstigung von Überstundenzuschlägen und Prämien für Mehrarbeit sowie Erleichterungen bei der Gewinnung von Fachkräften aus dem Ausland – Südwesttextil begrüßt die in der nationalen Tourismusstrategie enthaltenen Maßnahmen.  

Das Bundeskabinett hat in dieser Woche das Papier zur Nationalen Tourismusstrategie verabschiedet. Aus Perspektive von Südwesttextil sind darin für den gesamten Arbeitsmarkt entscheidende Maßnahmen enthalten. Der Wirtschafts- und Arbeitgeberverband Südwesttextil forderte in den letzten Jahren bereits eine Anpassung des deutschen Arbeitszeitgesetzes. Bisher sieht dieses eine tägliche Höchstarbeitszeit vor, während die EU-Richtlinie diese wöchentlich bemisst. Deutschland liegt damit im Vergleich zu anderen EU-Staaten wie Irland, Italien, Kroatien oder Schweden zurück. Die flexible Einteilung der Arbeitszeit innerhalb einer Woche ermöglicht es Arbeitnehmern in diesen Ländern, wichtige Prozesse zu beenden und die mehr gearbeitete Zeit auszugleichen. Von der Flexibilität profitieren ebenfalls Berufstätige mit zusätzlicher Verantwortung für Angehörige. 

Wöchentliche statt tägliche Höchstarbeitszeit, steuerliche Begünstigung von Überstundenzuschlägen und Prämien für Mehrarbeit sowie Erleichterungen bei der Gewinnung von Fachkräften aus dem Ausland – Südwesttextil begrüßt die in der nationalen Tourismusstrategie enthaltenen Maßnahmen.  

Das Bundeskabinett hat in dieser Woche das Papier zur Nationalen Tourismusstrategie verabschiedet. Aus Perspektive von Südwesttextil sind darin für den gesamten Arbeitsmarkt entscheidende Maßnahmen enthalten. Der Wirtschafts- und Arbeitgeberverband Südwesttextil forderte in den letzten Jahren bereits eine Anpassung des deutschen Arbeitszeitgesetzes. Bisher sieht dieses eine tägliche Höchstarbeitszeit vor, während die EU-Richtlinie diese wöchentlich bemisst. Deutschland liegt damit im Vergleich zu anderen EU-Staaten wie Irland, Italien, Kroatien oder Schweden zurück. Die flexible Einteilung der Arbeitszeit innerhalb einer Woche ermöglicht es Arbeitnehmern in diesen Ländern, wichtige Prozesse zu beenden und die mehr gearbeitete Zeit auszugleichen. Von der Flexibilität profitieren ebenfalls Berufstätige mit zusätzlicher Verantwortung für Angehörige. 

Für qualifizierte Einwanderung befürwortet Südwesttextil die Zentralisierung und Digitalisierung des Prozesses durch eine „Work-and-Stay-Agentur“. Die Einheitlichkeit des Prozesses und der Abbau von bürokratischen Hürden sind entscheidend, um den Standort für hoch qualifizierte Fachkräfte aus dem Ausland attraktiv zu machen. Das Ziel der Bundesregierung, das einheitliche Anerkennungsverfahren innerhalb von acht Wochen zu ermöglichen, bewertet der Verband in diesem Zusammenhang als evident wichtig. 

Südwesttextil-Hauptgeschäftsführerin Edina Brenner fasst zusammen: „Wir begrüßen grundsätzlich jede Möglichkeit, Potenziale auf dem Arbeitsmarkt zu heben. Die in der nationalen Tourismusstrategie enthaltenen Maßnahmen zur Flexibilisierung der Arbeitszeit, zur Erleichterung der Fachkräfteeinwanderung sowie zur steuerlichen Begünstigung von Mehrarbeit sind überfällig und sollten besonders mit Blick auf die konjunkturell herausfordernde Lage beschleunigt vorangetrieben werden.“

Quelle:

Verband der Südwestdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie Südwesttextil e. V.

IFCO – Istanbul Fashion Connection 4. bis 7. Februar 2026 Foto IFCO – Istanbul Fashion Connection
02.02.2026

IFCO – Istanbul Fashion Connection 4. bis 7. Februar 2026

Istanbul wird im Februar erneut zum internationalen Treffpunkt der Modebranche: Vom 4. bis 7. Februar 2026 öffnet die IFCO – Istanbul Fashion Connection zum neunten Mal ihre Tore im Istanbul Expo Center und vereint das kreative Designverständnis sowie die industrielle Stärke der türkischen Bekleidungsindustrie auf einer global ausgerichteten Businessplattform.  

Mit rund 400 ausstellenden Unternehmen in sechs Hallen, 30.000 erwarteten Besuchern und Einkäufern aus 125 Ländern bietet IFCO 2026 einen umfassenden Überblick über alle Segmente der Ready-to-WearIndustrie – von Womenswear, Menswear und Kidswear bis hin zu Eveningwear, Lingerie und Denim. Internationale B2B-Meetings und ein starkes Einkäuferprofil unterstreichen die Bedeutung der Messe als zentrale Beschaffungs- und Orderplattform zwischen Europa, Asien, dem Nahen Osten und Nordamerika. 

Istanbul wird im Februar erneut zum internationalen Treffpunkt der Modebranche: Vom 4. bis 7. Februar 2026 öffnet die IFCO – Istanbul Fashion Connection zum neunten Mal ihre Tore im Istanbul Expo Center und vereint das kreative Designverständnis sowie die industrielle Stärke der türkischen Bekleidungsindustrie auf einer global ausgerichteten Businessplattform.  

Mit rund 400 ausstellenden Unternehmen in sechs Hallen, 30.000 erwarteten Besuchern und Einkäufern aus 125 Ländern bietet IFCO 2026 einen umfassenden Überblick über alle Segmente der Ready-to-WearIndustrie – von Womenswear, Menswear und Kidswear bis hin zu Eveningwear, Lingerie und Denim. Internationale B2B-Meetings und ein starkes Einkäuferprofil unterstreichen die Bedeutung der Messe als zentrale Beschaffungs- und Orderplattform zwischen Europa, Asien, dem Nahen Osten und Nordamerika. 

Seit ihrer Gründung hat sich die IFCO – Istanbul Fashion Connection zu einer der international relevantesten Mode- und Orderplattformen in Europa entwickelt. In den bisherigen Ausgaben von 2022 bis 2025 (jeweils Februar- und August-Editionen) hat die Messe mit 3,340 Ausstellern, über 210.000 Fachbesuchern aus 165 Ländern eindrucksvolle Reichweiten erzielt. Die Zahlen unterstreichen die dynamische Entwicklung der IFCO und ihr Bestreben, als internationale Businessplattform die türkische Design- und Produktionskompetenz nachhaltig mit globalen Märkten verbindet. 

The Core Istanbul zeigt eine kuratierte Auswahl von 22 führenden türkischen Designern, darunter international renommierte Namen wie Özlem Süer, Mehtap Elaidi, Emre Erdemoglu und Ceren Ocak, und bringt kreatives Design auf die globale Bühne. 

Starke Segmente in Womenswear-, Menswear- und Kidswear sowie spezialisierte Bereiche wie FashionIst, IFCO Kids und die neu integrierte Lineexpo, unterstreichen die Bandbreite, Produktionskompetenz, handwerkliche Qualität und Marktstärke der türkischen Bekleidungsindustrie. 

Quelle:

Jandali

Image: Vitaly Kobzun, Pixabay
02.02.2026

Lenzing AG: Mehrheitseigentümerin von TreeToTextile AB, beschleunigte Industrialisierung neuer Fasern

Die Lenzing Gruppe übernimmt die kontrollierende Mehrheit am schwedischen Innovationsunternehmen TreeToTextile AB und stärkt so ihre Position als eine führende Anbieterin nachhaltiger, holzbasierter Spezialfasern. Gleichzeitig erweitert sie ihr Innovationsportfolio um eine hochskalierbare, patentgeschützte Technologieplattform. Die Transaktion wird durch die Ausgabe neuer Aktien umgesetzt. 

TreeToTextile steht für den nächsten großen technologischen Fortschritt in der cellulosischen Faserproduktion – nach der Entwicklung von Viscose Anfang des 20. Jahrhunderts und Lenzings eigener Lyocell Technologie in den 1990er Jahren. Das Verfahren bietet ein deutlich verbessertes Nachhaltigkeitsprofil, attraktive Kostenvorteile und eine breite Anwendbarkeit in Textil  und Vliesstoffmärkten. Mit der Mehrheitsübernahme unterstreicht Lenzing den Anspruch, die Premiumisierungsstrategie voranzutreiben und ihre führende Rolle im globalen Markt für Spezialfasern weiter auszubauen. 

Die Lenzing Gruppe übernimmt die kontrollierende Mehrheit am schwedischen Innovationsunternehmen TreeToTextile AB und stärkt so ihre Position als eine führende Anbieterin nachhaltiger, holzbasierter Spezialfasern. Gleichzeitig erweitert sie ihr Innovationsportfolio um eine hochskalierbare, patentgeschützte Technologieplattform. Die Transaktion wird durch die Ausgabe neuer Aktien umgesetzt. 

TreeToTextile steht für den nächsten großen technologischen Fortschritt in der cellulosischen Faserproduktion – nach der Entwicklung von Viscose Anfang des 20. Jahrhunderts und Lenzings eigener Lyocell Technologie in den 1990er Jahren. Das Verfahren bietet ein deutlich verbessertes Nachhaltigkeitsprofil, attraktive Kostenvorteile und eine breite Anwendbarkeit in Textil  und Vliesstoffmärkten. Mit der Mehrheitsübernahme unterstreicht Lenzing den Anspruch, die Premiumisierungsstrategie voranzutreiben und ihre führende Rolle im globalen Markt für Spezialfasern weiter auszubauen. 

„TreeToTextile zählt zu den weltweit fortschrittlichsten Next-Gen-Fasertechnologien und ist die vielversprechendste Entwicklung am Markt. Seit unserer Erstinvestition 2025 hat die Zusammenarbeit zwischen dem innovativen TreeToTextile-Team und Lenzings Faserexperten deutliche technologische Fortschritte ermöglicht. Wir stehen klar hinter dem gemeinsamen Scale up und der Kommerzialisierung. H&M Group, Inter IKEA Group und Stora Enso werden diesen Weg auch weiterhin als Minderheitsgesellschafter begleiten und wertvolle Markt  und Verbraucherperspektiven einbringen“, sagt Georg Kasperkovitz, COO der Lenzing Gruppe. Auch LSCS Invest bekräftigt mit seinem langjährigen Engagement seit der Gründung des Unternehmens und der fortgesetzten Aktionärsrolle das Vertrauen in die gemeinsame Technologieplattform. 

„Innovation im industriellen Maßstab erfordert Zeit, Fachwissen und starke Partnerschaften. Die Aufstockung der Beteiligung der Lenzing Gruppe ist eine klare Bestätigung unserer Technologie und unseres Ziels, ein wichtiger Akteur auf dem globalen Fasermarkt zu werden“, sagt Dr. Roxana Barbieru, CEO von TreeToTextile.

Die Transaktion ermöglicht eine beschleunigte Skalierung der neuen Technologie. Lenzing plant eine deutliche Steigerung des Produktionsausstoßes in der bestehenden Demonstrationsanlage in Nymölla, Schweden, sowie die Vorbereitung der ersten industriellen Großanlage. Darüber hinaus erwartet das Unternehmen operative Synergien aus einer engeren Zusammenarbeit.

02.02.2026

Rieter vollzieht Akquisition von Barmag

Rieter hat die Akquisition von Barmag per 2. Februar 2026 erfolgreich vollzogen. Mit dieser strategisch wichtigen Übernahme wird Rieter zum weltweit führenden Systemanbieter für Natur- und Chemiefasern. 

Barmag wird ab dem 2. Februar 2026 konsolidiert und als „Man-Made Fiber“-Division in den Rieter-Konzern integriert. Das Management von Barmag verbleibt im Unternehmen. Georg Stausberg wird weiterhin die Division führen und an Thomas Oetterli, CEO von Rieter, berichten. Gleichzeitig wird er Mitglied der Konzernleitung. 

Die Transaktion wird durch die im Oktober des vergangenen Jahres vollzogene Kapitalerhöhung sowie durch langfristige Bankdarlehen finanziert. Darüber hinaus verfügt Rieter neben signifikanten Bargeldbeständen in den operativen Einheiten über eine deutlich aufgestockte revolvierende Kreditfazilität. 

Rieter hat die Akquisition von Barmag per 2. Februar 2026 erfolgreich vollzogen. Mit dieser strategisch wichtigen Übernahme wird Rieter zum weltweit führenden Systemanbieter für Natur- und Chemiefasern. 

Barmag wird ab dem 2. Februar 2026 konsolidiert und als „Man-Made Fiber“-Division in den Rieter-Konzern integriert. Das Management von Barmag verbleibt im Unternehmen. Georg Stausberg wird weiterhin die Division führen und an Thomas Oetterli, CEO von Rieter, berichten. Gleichzeitig wird er Mitglied der Konzernleitung. 

Die Transaktion wird durch die im Oktober des vergangenen Jahres vollzogene Kapitalerhöhung sowie durch langfristige Bankdarlehen finanziert. Darüber hinaus verfügt Rieter neben signifikanten Bargeldbeständen in den operativen Einheiten über eine deutlich aufgestockte revolvierende Kreditfazilität. 

Thomas Oetterli, CEO von Rieter: „Barmag passt mit seinem Know-how bestens zu Rieter und wird das profitable Wachstum beschleunigen sowie unsere Marktführerschaft in der wichtigen Region Asien stärken. Das erworbene Filament Know-how wird dazu beitragen, unsere Kompetenzbereiche zu erweitern und Automatisierungs- sowie Digitalisierungslösungen weiter voranzutreiben. Dies ist der Auftakt für eine erfolgreiche gemeinsame Zukunft und stellt einen wichtigen Meilenstein bei der Umsetzung unserer Unternehmensstrategie dar.“

Quelle:

Rieter Holding AG

02.02.2026

bvse: Dialog, klare Worte und drängende Herausforderungen

Der traditionsreiche Neujahrsempfang des bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung, der jährlich vom bvse-Landesverband Bayern ausgerichtet wird, fand in diesem Jahr in Nürnberg statt. Rund 100 Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Branche folgten der Einladung des bayerischen Landesvorsitzenden Christian Güntner. Als Ehrengast konnte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN), Carsten Träger, MdB, begrüßt werden.

Mittelstand am Limit
In seiner Eröffnungsrede zeichnete Christian Güntner ein klares Bild: Er betonte, dass die Belastungsgrenze des Mittelstandes vielerorts überschritten sei. Dabei verwies er auf die zentrale Rolle kleiner und mittelständischer Unternehmen für die deutsche Wirtschaft. Mehr als 20 Millionen Menschen sind im Mittelstand beschäftigt. Zudem fungieren diese Unternehmen als wichtigste Ausbildungs- und Talentschmiede: Über 90 Prozent aller Auszubildenden werden in kleinen und mittelständischen Betrieben ausgebildet.

Der traditionsreiche Neujahrsempfang des bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung, der jährlich vom bvse-Landesverband Bayern ausgerichtet wird, fand in diesem Jahr in Nürnberg statt. Rund 100 Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Branche folgten der Einladung des bayerischen Landesvorsitzenden Christian Güntner. Als Ehrengast konnte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN), Carsten Träger, MdB, begrüßt werden.

Mittelstand am Limit
In seiner Eröffnungsrede zeichnete Christian Güntner ein klares Bild: Er betonte, dass die Belastungsgrenze des Mittelstandes vielerorts überschritten sei. Dabei verwies er auf die zentrale Rolle kleiner und mittelständischer Unternehmen für die deutsche Wirtschaft. Mehr als 20 Millionen Menschen sind im Mittelstand beschäftigt. Zudem fungieren diese Unternehmen als wichtigste Ausbildungs- und Talentschmiede: Über 90 Prozent aller Auszubildenden werden in kleinen und mittelständischen Betrieben ausgebildet.

Güntner forderte von der Politik mehr Verlässlichkeit, die Vereinfachung von Regeln und Vorschriften sowie größeres Vertrauen in die Leistungsfähigkeit der Unternehmen. „So wie bisher kann es jedenfalls nicht weitergehen“, machte er deutlich.

Besonders kritisch hob er drei zentrale Problemfelder hervor:

Bürokratie und Berichtspflichten
Zeit sei inzwischen die knappste Ressource vieler Unternehmen. Laut KfW entfielen 2025 rund sieben Prozent der gesamten Arbeitszeit im Mittelstand auf bürokratische Prozesse – das entspricht etwa 1,5 Milliarden Arbeitsstunden jährlich. Insgesamt koste die Erfüllung gesetzlicher Anforderungen den Mittelstand rund 61 Milliarden Euro pro Jahr. Bürokratie sei damit längst kein Randthema mehr, sondern ein ernstzunehmender Standortfaktor.

Regulierungskaskaden aus EU und Bund
Beispielhaft nannte Güntner die Nachhaltigkeitsberichterstattung im Zuge der EU-CSRD, durch die sich die Zahl der berichtspflichtigen Unternehmen von etwa 500 auf rund 15.000 erhöht. Zwar seien viele Mittelständler formal nicht berichtspflichtig, würden aber als Zulieferer großer Unternehmen dennoch in umfangreiche Datenerhebungen eingebunden. Ähnliche Effekte zeigten sich beim Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz. Verantwortung gehöre zwar zum Unternehmertum, problematisch werde es jedoch, wenn diese Verantwortung in bürokratischen Formalismus umschlage, der kleinere Unternehmen unverhältnismäßig stark belaste.

Kostenbelastung und Fachkräftemangel
Mit einer Steuer- und Abgabenquote von 47,9 Prozent für durchschnittliche Arbeitnehmer zählt Deutschland laut OECD zu den Spitzenreitern im internationalen Vergleich. Gleichzeitig entfielen zwischen Juli 2024 und Juni 2025 über 72 Prozent aller offenen Stellen auf kleine und mittlere Unternehmen. Insgesamt fehlten ihnen mehr als 280.000 Fachkräfte. Gerade der Mittelstand habe aufgrund höherer Personalkostenanteile am Umsatz deutlich geringere Spielräume als Großkonzerne, um im Wettbewerb um Fachkräfte mitzuhalten.

Diese Faktoren führten, so Güntner, zu einer gefährlichen Entwicklung: Investitionsstau, ungeklärte Nachfolgeregelungen und Standortverlagerungen seien zunehmend die Folge – oder schlicht die Entscheidung, auf weiteres Wachstum zu verzichten.

Politik signalisiert Dialogbereitschaft
Parlamentarischer Staatssekretär Carsten Träger griff die angesprochenen Kritikpunkte in seiner Rede direkt auf. „Sie haben nicht mit Kritik an der Politik gespart und diese Kritik berührt mich“, erklärte er gegenüber den Teilnehmerinnen und Teilnehmern.

Er räumte ein, dass insbesondere die hohen Energiekosten Wirtschaft und Bevölkerung stark belasteten. Als wesentliche Ursache verwies er auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine und den damit verbundenen Gaslieferstopp. Gleichzeitig betonte Träger, dass die Bundesregierung bereits erste Steuersenkungen beschlossen habe und weitere Maßnahmen vorbereite. Zudem sollen in den kommenden Jahren Investitionen in Höhe von rund einer Billion Euro mobilisiert werden, die auch dem Mittelstand zugutekommen sollen.

„Ich nehme sehr ernst, wenn Sie sagen, dass der Mittelstand mit dem Rücken zur Wand steht“, unterstrich Träger. Zugleich zeigte er sich überzeugt davon, dass die Bundesregierung entschlossen sei, die bestehenden Probleme anzugehen. „Der Mittelstand ist ein Pfund für Deutschland. Er trägt maßgeblich zur wirtschaftlichen Stärke unseres Landes bei.“

Ein zentrales Branchenthema griff bvse-Hauptgeschäftsführer Eric Rehbock auf. Er dankte Träger ausdrücklich für seine Teilnahme und bezeichnete dessen Besuch als wichtiges Signal für den Dialog zwischen Politik und Mittelstand.

Besonders positiv bewertete Rehbock die Initiative des Bundesumweltministeriums zur Bekämpfung von Brandereignissen durch falsch entsorgte Lithium-Ionen-Akkus. Auf Forderung der Branche wurde kurzfristig ein „Runder Tisch“ unter Vorsitz von Carsten Träger eingerichtet. Das erste Treffen habe bereits gezeigt, dass tragfähige Lösungen möglich seien. Der bvse werde sich aktiv und konstruktiv in diesen Prozess einbringen.

Gleichzeitig machte Rehbock deutlich, dass sich die Recycling- und Entsorgungsbranche aktuell in einer äußerst angespannten wirtschaftlichen Situation befinde. Zwar folge die Entwicklung grundsätzlich der allgemeinen Konjunkturlage, treffe die Branche jedoch besonders hart.

Vor allem im Kunststoff- und Textilrecycling sei die Lage teilweise existenziell. Ohne kurzfristige Unterstützung drohten weitere Insolvenzen, Stilllegungen und Standortschließungen. Jeder verlorene Betrieb bedeute nicht nur den Verlust von Arbeitsplätzen, sondern auch von Know-how, regionaler Infrastruktur und Leistungsfähigkeit der Kreislaufwirtschaft.

Als besonders dringlich bezeichnete Rehbock die Forderung nach einem verlässlichen Zugang zu deutlich vergünstigten Industriestrompreisen für Kunststoffrecycler. Ein Ausschluss der Branche von entsprechenden Entlastungsmaßnahmen wäre ein fatales Signal.

Der bvse kündigte an, sich weiterhin engagiert und lösungsorientiert in politische Prozesse einzubringen –im Sinne eines handlungsfähigen Mittelstandes und einer starken Kreislaufwirtschaft in Deutschland.

29.01.2026

Beaulieu International Group übernimmt IFG Asota GMBH

Beaulieu International Group (B.I.G.) hat einen Kaufvertrag zur Übernahme sämtlicher Anteile von IFG Asota GMBH unterzeichnet. IFG Asota GMBH, ein in Österreich ansässiges Faserunternehmen, ist ein bedeutender Akteur im weltweiten Markt für synthetische Stapelfasern. Die strategische Akquisition stärkt die Fibres Division (BFI) von Beaulieu International Group und markiert einen wichtigen Schritt auf dem Weg mit dem Ziel, der weltweit vertrauenswürdigste Partner für nachhaltige Vliesstofflösungen zu werden.

Beaulieu International Group (B.I.G.) hat einen Kaufvertrag zur Übernahme sämtlicher Anteile von IFG Asota GMBH unterzeichnet. IFG Asota GMBH, ein in Österreich ansässiges Faserunternehmen, ist ein bedeutender Akteur im weltweiten Markt für synthetische Stapelfasern. Die strategische Akquisition stärkt die Fibres Division (BFI) von Beaulieu International Group und markiert einen wichtigen Schritt auf dem Weg mit dem Ziel, der weltweit vertrauenswürdigste Partner für nachhaltige Vliesstofflösungen zu werden.

IFG Asota GMBH verfügt über umfassende Expertise in Polypropylen (PP), Polyamid (PA), Polyethylen (PE) und biobasierten Polymeren wie PLA. Das Unternehmen beliefert zahlreiche hochwertige Anwendungsbereiche, darunter Bodenbeläge, Automobilindustrie, Filtration und technische Anwendungen. Besonders geschätzt wird IFG Asota GMBH für seine starke Innovationskraft, unterstützt durch ein Forschungszentrum mit einer Pilotanlage, die Entwicklungsprojekte durch schnelle Prototypen neuer Fasern deutlich beschleunigt. Seine breite Erfahrung in technischen Anwendungen sowie in biobasierten und recycelten Polymeren unterstützt die Roadmap von Beaulieu auf dem Weg zu einer führenden Produktposition.

Strategische Ergänzung mit Fokus auf Innovation und Nachhaltigkeit
Für Beaulieu stellt die Übernahme von IFG Asota GMBH eine logische und strategische Ergänzung dar. Sie bedient die Ambition von Beaulieu International Group, „der vollständigste Experte für Stapelfasern“ zu werden – und Kunden dabei zu unterstützen, neue Grenzen in Leistung, Nachhaltigkeit oder Effizienz der Produktion in allen Segmente von Einweg- und langlebigen technischen Vliesstoffen zu überschreiten.

„Unsere Ambition ist klar“, so Jean-Baptiste De Ruyck, CEO. „Wir bauen eine flexible, agile und globale Plattform auf, die unsere Führungsposition stärkt, unsere Präsenz in bestehenden Märkten ausbaut und uns neue, bisher unerschlossene Chancen eröffnet. Die Übernahme von Asota beschleunigt diesen Weg.“

Stärkung der Marktposition in Europa und weltweit
Im Einklang mit der Unternehmensstrategie von Beaulieu prüft die Gruppe kontinuierlich Möglichkeiten zur Stärkung ihrer führenden Marktposition und zum Ausbau ihrer globalen Reichweite. Durch die Kombination der industriellen Stärke und operativen Exzellenz von Beaulieu International Group mit dem Materialwissen und den F&E-Kompetenzen von Asota will die Gruppe ihre Rolle als zuverlässiger Qualitätsanbieter für Kunden weltweit weiter festigen.

Parallel zum Akquisitionsprozess wird IFG Exelto nach Abschluss der Transaktion einen Lohnfertigungsvertrag mit Beaulieu Fibres International eingehen. Im Rahmen dieser Vereinbarung produziert Exelto Fasern im Auftrag von BFI und sichert damit operative Flexibilität. Diese Zusammenarbeit dient dazu, die Produktionskapazität zu sichern und den Kundenservice zu gewährleisten.

Ausblick
Nach erfolgreichem Abschluss der Transaktion werden Beaulieu und IFG Asota GMBH gemeinsam weiter in Innovation, Nachhaltigkeit und kundenzentrierte Lösungen investieren, um den sich wandelnden Anforderungen der Märkte für Vliesstoffe und technische Textilien gerecht zu werden. Die Übernahme markiert einen wichtigen Meilenstein in der langfristigen Wachstumsstrategie von Beaulieu und unterstreicht das Engagement, die Zukunft von Beaulieu Fibres International (BFI) aktiv mitzugestalten.

Der Abschluss der Transaktion steht unter dem Vorbehalt der üblichen Bedingungen und wird für Mitte Februar 2026 erwartet. Finanzielle Details werden nicht bekanntgegeben.

Aus Alt mach Neu: So kann es bei Arbeitsbekleidung funktionieren. @ HSLU, Forschungsgruppe Produkt & Textil.
Aus Alt mach Neu: So kann es bei Arbeitsbekleidung funktionieren.
29.01.2026

Das braucht es, um Arbeitsbekleidung zu recyceln

Viele Eigenschaften von Arbeitsbekleidung kommen einer textilen Kreislaufwirtschaft entgegen: Sie ist relativ einheitlich, nachverfolgbar und kommt aus einer Hand. Eine von Innosuisse geförderte Studie der Hochschule Luzern zeigt, wo die Erfolgspotenziale und wo die Knackpunkte auf dem Weg zu einem Kreislauf liegen.

Viele Eigenschaften von Arbeitsbekleidung kommen einer textilen Kreislaufwirtschaft entgegen: Sie ist relativ einheitlich, nachverfolgbar und kommt aus einer Hand. Eine von Innosuisse geförderte Studie der Hochschule Luzern zeigt, wo die Erfolgspotenziale und wo die Knackpunkte auf dem Weg zu einem Kreislauf liegen.

Wenn es um Textilien geht, so kann weder in der Schweiz noch weltweit von einer Kreislaufwirtschaft die Rede sein. „Wünschenswert wäre es, Stoffe für die Wiederverwendung als Produkt oder als neuen Rohstoff aufzubereiten, doch dem stehen nach wie vor viele Hindernisse entgegen“, sagt Tina Tomovic, Textildesignerin und HSLU-Expertin für textile Nachhaltigkeit. Die Frage, wie aus den Fasern von altem Stoff neuer Stoff wird, ist dabei nur eines der Probleme. In einem Pilotversuch zeigt das Team der Hochschule Luzern nun, dass es grundsätzlich möglich ist, gebrauchte Arbeitsbekleidung mechanisch zu rezyklieren und wieder neu zu spinnen. Die neuen Stoffe enthielten bis zu 39 Prozent recyceltes Material; das ist deutlich mehr, als marktüblich in Arbeitsbekleidung angeboten wird. Die Qualität allerdings muss noch verbessert werden, damit die neuen Materialien tatsächlich zum Einsatz kommen können, da Stoffe für Arbeitsbekleidung sehr strapazierfähig und langlebig sein müssen. 

Arbeitsbekleidung bietet gute Recycling-Voraussetzungen
Eines der Hindernisse für textile Kreisläufe seien die unterschiedlichen, oft nicht deklarierten Materialien und die verschiedenen Farben, die in der Textilsammlung aufeinanderträfen, sagt Tina Tomovic. Arbeitsbekleidung – zum Beispiel im Spital oder in einer Fabrik – hat hier gute Voraussetzungen: Es gibt eine große Menge an Kleidungsstücken mit gleicher Faserzusammensetzung. Und nicht nur das; die Kleidung wird auch oftmals zentral gewaschen. Dadurch gibt es in der gesamten Prozesskette mehr Kontrolle darüber, welche Materialien verwendet werden oder wie oft ein Stück schon getragen, gewaschen und geflickt wurde. Hinzu kommt, dass heute Arbeitsbekleidung gechippt wird um die logistischen Herausforderungen der Waschprozesse zu meistern. Diese Datengrundlage birgt großes Potential die Ziele der Kreislaufwirtschaft zu erreichen. Deshalb haben Textil-Expertinnen und Experten der Hochschule Luzern gemeinsam mit Akteurinnen und Akteuren entlang der Wertschöpfungskette das von Innosuisse geförderte Projekt «Circular Workwear» ins Leben gerufen.

Je mehr Beteiligte, desto komplexer das Recycling
Viele Akteurinnen und Akteure müssen zusammenarbeiten, damit ein Kreislauf überhaupt erst entstehen kann. Nur schon von Seiten der Hochschule brauchte es die Expertise von Design, Informatik und Technik. So war klar, dass es für das Projekt auch viele Partnerschaften brauchte: die Hüsler Berufskleider AG entwickelte zirkulär optimierte Kleidungsstücke für Pflegepersonal, CWS stellt Material zur Verfügung und stützte das Projekt aus Sicht der Industriewäschereien, Texaid sammelte und sortierte die ausrangierten Textilien und Datamars konzipierte Modelle zum Teilen von Daten innerhalb der Wertschöpfungskette. Punktuell beigezogen wurden auch Abnehmende wie Coop oder ein Pflegeheim sowie die Expertise des Maschinenherstellers Säntis Textiles und der Branchenvereinigung Sustainable Textiles Switzerland 2030.

Verbrennungsanlage bleibt größte Konkurrenz für Textilkreislauf
Was die am Projekt beteiligten Unternehmen mitnehmen für die nächsten Schritte hin zu einer Kreislaufwirtschaft, sind Empfehlungen, die sie im eigenen Betrieb umsetzen können, sowie ein Bewertungstool für die Kreislauffähigkeit von Arbeitsbekleidung. Und die wichtige Erkenntnis: Die ganze Branche muss zusammenarbeiten, damit zukünftig Produktdaten und textile Rohstoffe im Kreislauf geführt werden können. Eine bessere Vernetzung, zirkuläre Designstrategien und die Nachverfolgung von Materialströmen und -daten stehen deshalb oben auf der Prioritätenliste. Und ebenfalls wichtig: Die Unternehmen haben nun ein Argumentarium, mit dem Kundschaft gewonnen werden kann, um in einen Mehrpreis für nachhaltige Materialien zu investieren. Denn so viel ist klar: „Solange recycelte Fasern teurer sind als Frischfasern, ist die Verbrennungsanlage die größte Konkurrenz für einen Textilkreislauf, selbst wenn die Branche selber durchaus engagiert ist“, hält Tina Tomovic fest. 
 
 
Kreislaufwirtschaft an der Hochschule Luzern 
Wie kann Abfall, von Bauschutt bis zu Kleidungsstücken, hochwertig wiederverwendet werden? Wie transformieren wir Prozesse in Kreisläufe? Und welche Perspektiven bieten Politik und Wissenschaft der Praxis? An der Hochschule Luzern beschäftigen sich verschiedene Departemente oft gemeinsam mit den technischen und wirtschaftlichen Voraussetzungen, die eine Kreislaufwirtschaft überhaupt erst möglich machen. Ob es um Beton, Textilfasern, Plastik oder Metall geht – es handelt sich überall um komplexe Prozesse. Um diese zu entwickeln braucht es die Expertise der HSLU-Forschenden und diejenige aus der Praxis gleichermaßen.

Quelle:

Hochschule Luzern

29.01.2026

Textil- und Modehändler: Mehrheit schließt 2025 mit einstelligem Umsatzminus ab

Die verhaltene Nachfrage im November und Dezember hat dazu geführt, dass die Mehrheit der Textil- und Modehändler das Jahr 2025 mit einem einstelligen Umsatzminus abgeschlossen hat. Da die Kosten weitgehend stabil geblieben oder sogar gestiegen sind, dürften zahlreiche Unternehmen damit 2025 in die roten Zahlen geraten sein.  Infolgedessen stehen daher bei einer Vielzahl von Unternehmern im Jahr 2026 Maßnahmen zur Kostensenkung ganz oben auf der Agenda. Die aktuelle BTE-Unternehmerumfrage aus dem Januar zeigt auf, dass ein großer Teil der Unternehmen (71 Prozent) ihre Kostensituation besonders intensiv überprüfen möchte. Die Verbesserung der Warensteuerung mit dem Ziel geringerer Abschriften wird von den Unternehmen (72 Prozent) noch stärker priorisiert.
 

Die verhaltene Nachfrage im November und Dezember hat dazu geführt, dass die Mehrheit der Textil- und Modehändler das Jahr 2025 mit einem einstelligen Umsatzminus abgeschlossen hat. Da die Kosten weitgehend stabil geblieben oder sogar gestiegen sind, dürften zahlreiche Unternehmen damit 2025 in die roten Zahlen geraten sein.  Infolgedessen stehen daher bei einer Vielzahl von Unternehmern im Jahr 2026 Maßnahmen zur Kostensenkung ganz oben auf der Agenda. Die aktuelle BTE-Unternehmerumfrage aus dem Januar zeigt auf, dass ein großer Teil der Unternehmen (71 Prozent) ihre Kostensituation besonders intensiv überprüfen möchte. Die Verbesserung der Warensteuerung mit dem Ziel geringerer Abschriften wird von den Unternehmen (72 Prozent) noch stärker priorisiert.
 
Zugleich verdeutlicht die BTE-Umfrage, dass Investitionen weiterhin als notwendiger Hebel fungieren, um Kosten mittelfristig zu senken und Umsätze zu stabilisieren oder zu steigern. Vor diesem Hintergrund plant rund die Hälfte der befragten Unternehmen, die Mitarbeitermotivation zu stärken sowie in die Schulung des Personals zu investieren. Des Weiteren stehen Anstrengungen in den Bereichen Einkaufserlebnisse und Events (45 Prozent), digitales Marketing und CRM (40 Prozent), KI Nutzung (35 Prozent) sowie Ladenoptik und Warenpräsentation (29 Prozent) auf der diesjährigen Agenda. Um den derzeitigen Umbrüchen im Einzelhandel zu begegnen, bilden jene Schwerpunkte Stellschrauben, an denen Händerinnen und Händler im laufenden Jahr ansetzen möchten.
 
Mittlerweile steht dem Handel eine Vielzahl von technischen und digitalen Lösungen zur Verfügung, mit denen Textil , Schuh  und Outfithändler ihre Performanz optimieren können. „Insbesondere in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten ist der Blick auf Effizienz zentral, um Potenziale zu entwickeln und sich intensiv mit neuen Technologien, Ideen und vor allem tragfähigen Konzepten auseinanderzusetzen“, betont BTE Geschäftsführer Sönke Padberg. „Dazu gehört, Mehrwerte zur Effizienzsteigerung zu nutzen und bewusst zu investieren – nicht nur finanziell, sondern ebenfalls in Know how und Zukunftsstrategien für den Handel.“
 
Vor diesem Hintergrund empfiehlt Sönke Padberg ausdrücklich, die Chance zu nutzen und an der Jubiläumsausgabe der EuroShop in Düsseldorf teilzunehmen. Die weltweit führende Fachmesse für Retail feiert 2026 ihr 60 jähriges Bestehen und rückt vom 22. bis 26. Februar auf dem Düsseldorfer Messegelände Trends und Technologien für den Handel in den Fokus. 
 
Als Servicepartner des Handels für Textil, Schuhe und Lederwaren bietet der BTE am 24. Februar um 14.00 Uhr einen 90-minütigen geführten Rundgang an: Sönke Padberg wird ausgewählte Lösungsansätze und Innovationen speziell für den Mode , Schuh  und Sporthandel vorstellen und jene Wegweiser fachlich einordnen. Ziel ist es, allen Teilnehmenden einen kompakten Überblick über einschlägige Neuheiten zu geben und deutliche Impulse für die eigene Praxis zu setzen. Der BTE appelliert an die Branche, jene Gelegenheit zum gemeinsamen Austausch zu nutzen. Anmeldungen zum geführten Rundgang sind an padberg@bte.de zu richten. 
 
Aufgrund des großen Erfolgs bei Händlern und Dienstleistern führt der BTE in diesem Jahr den zweiten Digital Day am 16. April 2026 durch. Dieser informiert über Innovationen im Fashionhandel und findet im digitalen Format statt. Das Veranstaltungsformat versteht sich ebenfalls als Impulsbringer. Weitere Informationen sind unter www.bte.de/bte-digital-day-2026 einzusehen.

Quelle:

BTE Handelsverband Textil Schuhe Lederwaren

29.01.2026

EmpCo-Richtlinie: rechtssichere und rechtzeitige Umsetzung utopisch?

Südwesttextil fordert die Klärung von Rechtsbegriffen sowie eine Verlängerung der Abverkaufsfristen, um eine Umsetzung in der Industriepraxis zu gewährleisten. 

Die Änderung des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb wird am 30. Januar 2026 im Bundesrat beraten. Nur wenige Wochen vor der Frist soll mit dem Gesetz die europäische Empowering Consumers-Richtlinie in nationales Recht umgesetzt werden. Konkret verpflichtet diese Unternehmen, jegliche „Umweltaussagen“ oder Darstellungen im Rahmen ihrer kommerziellen Kommunikation im unmittelbaren Kontext zu belegen. Aktuell stehen einer rechtssicheren Umsetzung in der Praxis aber fehlende Präzision und eine zu kurzfristige Zeitschiene im Weg, so Südwesttextil. 

Südwesttextil fordert die Klärung von Rechtsbegriffen sowie eine Verlängerung der Abverkaufsfristen, um eine Umsetzung in der Industriepraxis zu gewährleisten. 

Die Änderung des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb wird am 30. Januar 2026 im Bundesrat beraten. Nur wenige Wochen vor der Frist soll mit dem Gesetz die europäische Empowering Consumers-Richtlinie in nationales Recht umgesetzt werden. Konkret verpflichtet diese Unternehmen, jegliche „Umweltaussagen“ oder Darstellungen im Rahmen ihrer kommerziellen Kommunikation im unmittelbaren Kontext zu belegen. Aktuell stehen einer rechtssicheren Umsetzung in der Praxis aber fehlende Präzision und eine zu kurzfristige Zeitschiene im Weg, so Südwesttextil. 

Aktuell gebe es nur wenige Anhaltspunkte, was und wie Unternehmen weiterhin rechtssicher kommunizieren können. Zwar stellt eine Beschlussempfehlung des Ausschusses klar, dass „anerkannte, auf Grundlage vorab festgelegter Kriterien unabhängig durchgeführte und belastbare Verbrauchertests“ weiterhin verwendet werden können. Trotzdem bleibe unklar, ob branchenspezifische Standards der Textilindustrie darin inkludiert sind. Würden diese unbestimmten Rechtsbegriffe nicht konkretisiert, werde es in der Konsequenz erst durch Gerichtsverfahren Präzisierungen geben. Für Unternehmen stelle dies ein kostspieliges Risiko dar. 

Südwesttextil kritisiert die konkrete Umsetzung vor allem auch vor dem Hintergrund des von der EU vorgegebenen Zeitrahmens. Denn Unternehmen müssen bis zum 27. September 2026 – trotz der noch offenen Fragen und teilweise fehlenden Leitlinien – ihre Strategie festgelegt und notwendige Vorkehrungen getroffen haben. Südwesttextil fordert die Bundesregierung nochmals auf, sich mit dem Anliegen an die EU zu wenden, die Umsetzungsfrist im Hinblick auf die von der EU vorgegebene enge Zeitschiene für die Unternehmen realistisch zu gestalten. 

Südwesttextil-Hauptgeschäftsführerin Edina Brenner: „Angesichts der Rechtsunsicherheiten ist es für eine langfristig, effizient planende Industrieproduktion kaum möglich, rechtssicher und rechtzeitig die laufenden Prozesse umzustellen. Die Politik berücksichtigt bei der aktuellen Umsetzung nicht, dass entsprechende Vorlaufzeiten und Vorproduktionen – gerade im Bereich von Verpackungen und Kennzeichnungen – stattfinden.“ 

Quelle:

Verband der Südwestdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie Südwesttextil

28.01.2026

Moderne Prüfverfahren für Rohbaumwolle

Die 38. International Cotton Conference Bremen findet vom 25. bis 27. März 2026 im Bremer Parlament statt. Im Fokus stehen technische Innovationen, Markttrends und regulatorische Rahmenbedingungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von der Landwirtschaft bis zur Kreislaufwirtschaft. Ebenfalls im Fokus einiger Referenten: Baumwollqualität und Prüfverfahren.

Rohbaumwolle aus den verschiedenen Produktionsregionen unterscheidet sich erheblich in ihren Fasereigenschaften. Diese beeinflussen direkt, wie gut sich Baumwolle später zu Garn spinnen lässt und wie sich Textilien im weiteren Verarbeitungsprozess verhalten. Innovative Testverfahren ermöglichen es, jeden Ballen zuverlässig und reproduzierbar auf definierte Qualitätsparameter hin zu beurteilen. Das Ziel ist, Baumwollqualitäten vergleichbar zu machen als die zentrale Voraussetzung für den globalen Handel, Preisfindung und verlässliche Lieferketten. Die Qualität und Qualitätsprüfung ist das historische Herz der Bremer Tagung.

Die 38. International Cotton Conference Bremen findet vom 25. bis 27. März 2026 im Bremer Parlament statt. Im Fokus stehen technische Innovationen, Markttrends und regulatorische Rahmenbedingungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von der Landwirtschaft bis zur Kreislaufwirtschaft. Ebenfalls im Fokus einiger Referenten: Baumwollqualität und Prüfverfahren.

Rohbaumwolle aus den verschiedenen Produktionsregionen unterscheidet sich erheblich in ihren Fasereigenschaften. Diese beeinflussen direkt, wie gut sich Baumwolle später zu Garn spinnen lässt und wie sich Textilien im weiteren Verarbeitungsprozess verhalten. Innovative Testverfahren ermöglichen es, jeden Ballen zuverlässig und reproduzierbar auf definierte Qualitätsparameter hin zu beurteilen. Das Ziel ist, Baumwollqualitäten vergleichbar zu machen als die zentrale Voraussetzung für den globalen Handel, Preisfindung und verlässliche Lieferketten. Die Qualität und Qualitätsprüfung ist das historische Herz der Bremer Tagung.

Tatsächliche Vergleichbarkeit im Blick
Verschiedene Prüfmethoden zur Baumwollprüfung sind z.B. die High Volume Prüfung (wie Uster HVI) als gängiges Verfahren zur instrumentellen Baumwollklassierung zur Preisfestlegung und Ballenzusammenstellung, das Uster AFIS zur Prüfung von Länge, Feinheit, Nissen etc. an einzelnen Fasern sowie das Mesdan Contest als thermomechanische Methode zur Ermittlung der Klebeneigung von Baumwolle.

Mourad Krifa von der Kent State University (USA) forscht seit Jahrzehnten zur Charakterisierung von Baumwollfasern mit Schwerpunkt auf der Längenverteilung. In seinem Vortrag stellt er zuverlässige statistische und softwarebasierte Werkzeuge vor, die Baumwollzüchtern, Biotechnologen und Verarbeitern helfen, Faserverteilungen besser zu analysieren und zu nutzen. 

Dr. Müge Ekizoğlu, İzmir Commodity Exchange (ICE), stellt das zertifizierte Lager- und Klassifizierungssystem für türkische Baumwolle auf Basis der instrumentellen Klassierung mit High Volume-Geräten vor. Als eines der führenden Anbau- und Produktionsländer ist für die Türkei eine objektive Qualitätsbewertung für Export und internationale Standards zentral. 

Deninson Lima, ABRAPA Brasilien, stellt die Ergebnisse einer Studie zu den ermittelten Messunsicherheiten der in Brasilien eingesetzten HVI-Geräte vor. Auf Basis des GUM-Standards wurden wesentliche Unsicherheitsquellen wie Instrumentendesign, Umgebungsbedingungen, Probenvorbereitung und Bedienereinfluss analysiert. Die Untersuchung quantifizierte Wiederholbarkeit, Reproduzierbarkeit und mögliche Verzerrungen und betont die Bedeutung regelmäßiger Kalibrierungen, Qualitätskontrollen und einer systematischen Unsicherheitsbudgetierung.

Gabriele Salvinelli, Mesdan, Italien, trägt vor zu Prüfgeräten der Contest-S-Serie. Diese hochautomatisierten Systeme messen die Klebrigkeit von Rohbaumwolle, die im Spinnprozess zu Maschinenschäden, erhöhtem Wartungsaufwand und Qualitätsverlusten führen kann. Da normgerechte Umgebungsbedingungen in der Praxis oft nicht vollständig eingehalten werden, untersucht die Studie, in welchem erweiterten Feuchtebereich verlässliche Messergebnisse möglich sind.

28.01.2026

Kelheim Fibres schließt Betrieb zum 31. März 2026

Die Geschäftsführung der Kelheim Fibres GmbH informiert darüber, dass der Geschäftsbetrieb zum 31. März 2026 eingestellt wird. Eine Fortführung des Unternehmens über diesen Zeitpunkt hinaus ist nicht möglich. 

Der im Rahmen der Eigenverwaltung durchgeführte Investoren- und Verkaufsprozess hat zu keinem positiven Ergebnis geführt. Auch der zuletzt in den Prozess eingetretene potenzielle strategische Investor hat kurzfristig von einem Einstieg Abstand genommen. Unabhängig davon konnten – trotz Unterstützung durch einen Großteil der Kunden und bereits umgesetzter Restrukturierungsmaßnahmen – keine ausreichenden Abnahmemengen erzielt werden, die für eine wirtschaftlich tragfähige Fortführung des Geschäftsbetriebs erforderlich gewesen wären. Hierzu zählte auch die ausbleibenden Aufträge eines wesentlichen Kunden. 

Nach Abschluss der laufenden Ausproduktion werden die erforderlichen Maßnahmen zur Einleitung eines geordneten Stilllegungsprozesses umgesetzt. 

Die Geschäftsführung der Kelheim Fibres GmbH informiert darüber, dass der Geschäftsbetrieb zum 31. März 2026 eingestellt wird. Eine Fortführung des Unternehmens über diesen Zeitpunkt hinaus ist nicht möglich. 

Der im Rahmen der Eigenverwaltung durchgeführte Investoren- und Verkaufsprozess hat zu keinem positiven Ergebnis geführt. Auch der zuletzt in den Prozess eingetretene potenzielle strategische Investor hat kurzfristig von einem Einstieg Abstand genommen. Unabhängig davon konnten – trotz Unterstützung durch einen Großteil der Kunden und bereits umgesetzter Restrukturierungsmaßnahmen – keine ausreichenden Abnahmemengen erzielt werden, die für eine wirtschaftlich tragfähige Fortführung des Geschäftsbetriebs erforderlich gewesen wären. Hierzu zählte auch die ausbleibenden Aufträge eines wesentlichen Kunden. 

Nach Abschluss der laufenden Ausproduktion werden die erforderlichen Maßnahmen zur Einleitung eines geordneten Stilllegungsprozesses umgesetzt. 

Die Mitarbeitenden wurden am 26. Januar 2026 im Rahmen einer Mitarbeiter- und Betriebsversammlung über die Entscheidung und das weitere Vorgehen informiert. Betriebsrat und Eigenverwaltung haben einen Interessenausgleich sowie einen Sozialplan vereinbart. Zudem wird eine Transfergesellschaft eingerichtet, um die Mitarbeitenden beim Übergang in neue Beschäftigungsverhältnisse zu unterstützen. 

„Die Eigenverwaltung hat alle realistischen Optionen zur Fortführung geprüft. Da die erforderlichen Zusagen– einschließlich der Zustimmung eines wesentlichen Kunden – nicht vorlagen, ist eine Fortführung leider wirtschaftlich nicht möglich. Für die Mitarbeitenden ist dies eine schwierige Situation; der Fokus liegt nun auf einer geordneten Abwicklung und bestmöglicher Unterstützung der Mitarbeitenden“, so die Geschäftsführung. 

Quelle:

Kelheim Fibres GmbH

Mit Barmags atmos.io komplett digitalisiert: Das neue UNITEX Werk in Trang Bang. Foto Barmag / Unitex
Mit Barmags atmos.io komplett digitalisiert: Das neue UNITEX Werk in Trang Bang.
28.01.2026

Mit atmos.io zur digitalen Fabrik

Mit einem neuen Werk zur Filamentgarnproduktion erweitert UNITEX seine Kapazitäten um weitere 36.000 Jahrestonnen. Das vietnamesische Unternehmen setzt erneut Lösungen von Barmag ein. UNITEX ist eine Tochtergesellschaft der Century Corporation und führender vietnamesischer Lieferant von qualitativ hochwertigen Spezialgarnen und recyceltem DTY.

Mit einem neuen Werk zur Filamentgarnproduktion erweitert UNITEX seine Kapazitäten um weitere 36.000 Jahrestonnen. Das vietnamesische Unternehmen setzt erneut Lösungen von Barmag ein. UNITEX ist eine Tochtergesellschaft der Century Corporation und führender vietnamesischer Lieferant von qualitativ hochwertigen Spezialgarnen und recyceltem DTY.

Neues UNITEX Werk in Trang Bang eröffnet
Das in Trang Bang Ende Januar eingeweihte Werk ist über die Barmag Digitalisierungslösung atmos.io komplett digitalisiert. Der gesamte Materialfluss ist digital erfasst und vernetzt, jede Spule ist individualisiert und mit ihren persönlichen Eigenschaften dokumentiert. Mit Hilfe von künstlicher Intelligenz werden Abweichungen in der Produktion frühzeitig erkannt, so dass Bediener umgehend reagieren können. Korrekturen im Materialfluss können in Echtzeit vorgenommen werden. Das digital in den Prozess eingebundene Labor sichert die Eingriffe in den Materialfluss ab. In der Konsequenz steigert atmos.io so die Effizienz auf dem Shopfloor und die Qualität des Prozesses – und damit auch der Produkte. „Mit der Digitalisierungsplattform atmos.io schaffen wir eine ganzheitliche Lösung, die den gesamten Produktionsprozess vereint. Damit erreichen wir nicht nur eine konstant hohe Overall Equipment Effectiveness (OEE), sondern unterstützen auch eine schnelle, fundierte Entscheidungsfindung und eine flexible Anpassung an die individuelle Kundenumgebung”, begründet UNITEX CEO Jack Dang seine Entscheidung für atmos.io.

Ebenfalls nahtlos in atmos.io integriert ist die umfangreiche Automation von Drittanbietern. „atmos.io ist die Plattfom für die intelligente Fabrik. Wir hören nicht mit der Anbindung unseres Lieferumfangs auf, damit wäre unseren Kunden nicht geholfen. Unser Anspruch ist die allumfassende Nachverfolgung von der Schmelze bis zur eingelagerten Spule“, erklärt Jörg Groß, Entwicklungsleiter Digitale Produkte. Geliefert hat der Remscheider Anlagenbauer und Lösungsanbieter für die Chemiefaserproduktion die Hardware für sämtliche Prozessstufen von der Chipsaufbereitung über die Extrusion, Spinnerei und Texturierung inklusive der Utilities.

Quelle:

Oerlikon Barmag

27.01.2026

Drei ANDRITZ-Spunlace-Linien für Alar Silk Road New Materials in China

Alar Silk Road New Materials und ANDRITZ haben drei Spunlace-Linien in Kreuzleger-Konfiguration am Standort von Alar in Aral City, Xinjiang, China, erfolgreich in Betrieb genommen.

Die neuen Anlagen erweitern die Kapazitäten von Alar zur Herstellung hochwertiger Vliesstoffe und unterstützen den Aufbau eines ressourceneffizienteren und nachhaltigeren Ökosystems für die regionale Hygiene- und Medizinindustrie.

Die neXline spunlace-Anlagen von ANDRITZ verarbeiten Viskose- und/oder Baumwollfasern zu Vliesstoffen, die strengste Qualitätsanforderungen für Hygieneprodukte und medizinische Endanwendungen erfüllen. Die Anlagen erzielen eine ausgezeichnete Gleichmäßigkeit und Zugfestigkeit des Vlieses sowie hohe Produktionsleistungen und ermöglichen es Alar, die wachsende Marktnachfrage zu bedienen. Die neuesten Profile™-Kreuzleger tragen durch eine gleichmäßige Faserverteilung zur Senkung der Betriebskosten bei.

Alar Silk Road New Materials und ANDRITZ haben drei Spunlace-Linien in Kreuzleger-Konfiguration am Standort von Alar in Aral City, Xinjiang, China, erfolgreich in Betrieb genommen.

Die neuen Anlagen erweitern die Kapazitäten von Alar zur Herstellung hochwertiger Vliesstoffe und unterstützen den Aufbau eines ressourceneffizienteren und nachhaltigeren Ökosystems für die regionale Hygiene- und Medizinindustrie.

Die neXline spunlace-Anlagen von ANDRITZ verarbeiten Viskose- und/oder Baumwollfasern zu Vliesstoffen, die strengste Qualitätsanforderungen für Hygieneprodukte und medizinische Endanwendungen erfüllen. Die Anlagen erzielen eine ausgezeichnete Gleichmäßigkeit und Zugfestigkeit des Vlieses sowie hohe Produktionsleistungen und ermöglichen es Alar, die wachsende Marktnachfrage zu bedienen. Die neuesten Profile™-Kreuzleger tragen durch eine gleichmäßige Faserverteilung zur Senkung der Betriebskosten bei.

ANDRITZ wird Alar auch künftig dabei unterstützen, seine Aktivitäten weiterzuentwickeln. Die beiden Unternehmen planen, ihre Zusammenarbeit in den Bereichen Innovation, Digitalisierung und Energieeffizienz zu vertiefen, um die Ziele von Alar umzusetzen und zu einer nachhaltigen industriellen Entwicklung in der Region Xinjiang beizutragen.

Alar Silk Road New Materials Co., Ltd. mit Sitz in Aral City, Xinjiang, ist ein führender Hersteller hochwertiger Vliesstoffe für Hygiene-, Medizin- und Pflegeanwendungen. Auf Basis der reichen Baumwollressourcen der Region entwickelt das Unternehmen mithilfe hoher technologischer Kompetenz fortschrittliche Materialien. Darüber hinaus treibt Alar die Innovation im Bereich erneuerbarer Rohstoffe voran, indem Ressourcen wie Schilf zu hochwertigem Zellstoff verarbeitet und die Ziele der Kreislaufwirtschaft unterstützt werden. Durch kontinuierliche Zusammenarbeit und technologische Weiterentwicklung baut das Unternehmen eine moderne, international wettbewerbsfähige industrielle Basis auf.

Baumwollbäuerin aus Tansania © Martin J. Kielmann für Cotton made in Africa
Baumwollbäuerin aus Tansania
27.01.2026

Dibella erhöht Einsatz von CmiA-Baumwolle um 9%

Dibella steigert seine Nachfrage nach Cotton made in Africa verifizierter Baumwolle um 9% im Vergleich zum Vorjahr (825 Tonnen) auf nun 900 Tonnen. Dies unterstreicht das strategische Ziel des Unternehmens, den Anbau nachhaltiger Fasern kontinuierlich zu unterstützen. 

Mit der Unterstützung von CmiA-Baumwolle leistet Dibella einen messbaren Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit entlang der textilen Wertschöpfungskette. CmiA steht für einen ressourcenschonenderen Baumwollanbau: Natürlicher Regenfall statt Bewässerung, Ausschluss gefährlicher Pestizide, geringe Treibhausgasemissionen. Gleichzeitig stärkt die Initiative die wirtschaftliche Resilienz kleinbäuerlicher Betriebe in Subsahara-Afrika. Ein zentraler Impact von CmiA liegt in der sozialen Wirkung: Durch Schulungsprogramme zu effizienter Landwirtschaft, Arbeitssicherheit und Gleichstellung werden Einkommen stabilisiert und Lebensbedingungen nachhaltig verbessert. Darüber hinaus werden Bildungs-, Gesundheits- und Infrastrukturprojekte in den Anbauregionen finanziert. 

Dibella steigert seine Nachfrage nach Cotton made in Africa verifizierter Baumwolle um 9% im Vergleich zum Vorjahr (825 Tonnen) auf nun 900 Tonnen. Dies unterstreicht das strategische Ziel des Unternehmens, den Anbau nachhaltiger Fasern kontinuierlich zu unterstützen. 

Mit der Unterstützung von CmiA-Baumwolle leistet Dibella einen messbaren Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit entlang der textilen Wertschöpfungskette. CmiA steht für einen ressourcenschonenderen Baumwollanbau: Natürlicher Regenfall statt Bewässerung, Ausschluss gefährlicher Pestizide, geringe Treibhausgasemissionen. Gleichzeitig stärkt die Initiative die wirtschaftliche Resilienz kleinbäuerlicher Betriebe in Subsahara-Afrika. Ein zentraler Impact von CmiA liegt in der sozialen Wirkung: Durch Schulungsprogramme zu effizienter Landwirtschaft, Arbeitssicherheit und Gleichstellung werden Einkommen stabilisiert und Lebensbedingungen nachhaltig verbessert. Darüber hinaus werden Bildungs-, Gesundheits- und Infrastrukturprojekte in den Anbauregionen finanziert. 

„Die Erhöhung unseres CmiA-Baumwollvolumens ist für uns weit mehr als eine Zahl“, betont Michaela Gnass, CSR-Managerin bei Dibella. „Sie steht für konkrete Verbesserungen vor Ort – für Bauernfamilien, für Umweltstandards und für eine verantwortungsvollere Textilproduktion. Die jährliche Steigerung des Einsatzes von CmiA-Fasern in unserer Lieferkette ist Teil unserer Nachhaltigkeitsstrategie. Als Anbieter von Objekttextilien sehen wir es als unsere Pflicht, Verantwortung zu übernehmen und nicht nur Material einzukaufen.“ 

Dibella setzt Cotton made in Africa Baumwolle gemäß einer Massenbilanzierung ein. Es ermöglicht es dem Unternehmen, nachhaltige Baumwolle effizient in bestehende Produktionsprozesse zu integrieren und gleichzeitig die Nachfrage nach CmiA-Baumwolle systematisch zu steigern. Damit wird ein wichtiger Hebel geschaffen, um nachhaltigere Anbaumethoden langfristig im Markt zu verankern. Neben dem Massenbilanzsystem bietet Cotton made in Africa auch eine vollständige Rückverfolgbarkeit vom Baumwollursprung bis zum Endprodukt an.

Quelle:

Dibella b.v.

ITA-Doktorand Florian Pohlmeyer demonstriert den offenen sicheren Datenraum live vor interessierten Besuchern © ITA
ITA-Doktorand Florian Pohlmeyer demonstriert den offenen sicheren Datenraum live vor interessierten Besuchern
27.01.2026

Daten zwischen Textil-Unternehmen ohne zentrale Plattform austauchen

Das Institut für Textiltechnik (ITA) der RWTH Aachen University hat am Digital Innovation Center Europe (DICE) einen neuen Demonstrator für einen offenen und sicheren Datenraum in der Textilindustrie in Betrieb genommen. Der Demonstrator zeigt erstmals direkt und anschaulich, wie Unternehmen ihre Daten sicher miteinander teilen können, ohne dass eine zentrale Plattform dazwischensteht. Der Datenaustausch erfolgt auf Basis gemeinsamer, frei nutzbarer technischer Grundlagen.

Die beteiligten Unternehmen teilen so direkt wichtige Informationen über Materialien, Prozesse oder Lieferketten. Das erhöht die Transparenz und hilft beispielsweise bei Nachhaltigkeitsbewertungen, Rückverfolgbarkeit oder der Erfüllung gesetzlicher Anforderungen. Dabei behalten die Unternehmen jederzeit die Kontrolle über ihre Daten.

Das Institut für Textiltechnik (ITA) der RWTH Aachen University hat am Digital Innovation Center Europe (DICE) einen neuen Demonstrator für einen offenen und sicheren Datenraum in der Textilindustrie in Betrieb genommen. Der Demonstrator zeigt erstmals direkt und anschaulich, wie Unternehmen ihre Daten sicher miteinander teilen können, ohne dass eine zentrale Plattform dazwischensteht. Der Datenaustausch erfolgt auf Basis gemeinsamer, frei nutzbarer technischer Grundlagen.

Die beteiligten Unternehmen teilen so direkt wichtige Informationen über Materialien, Prozesse oder Lieferketten. Das erhöht die Transparenz und hilft beispielsweise bei Nachhaltigkeitsbewertungen, Rückverfolgbarkeit oder der Erfüllung gesetzlicher Anforderungen. Dabei behalten die Unternehmen jederzeit die Kontrolle über ihre Daten.

Neu und besonders ist, dass der Datenraum erstmals praktisch erlebbar wird – nicht nur als Konzept auf dem Papier. Der Demonstrator zeigt mit echten Daten und realen Abläufen, wie sicherer Datenaustausch in der Textilindustrie funktioniert. Unternehmen können direkt sehen, wie Informationen zwischen Betrieben fließen, ohne dass sie an eine zentrale Plattform abgegeben werden müssen. Dadurch wird deutlich, dass der Einstieg in moderne Datenräume einfacher, sicherer und kostengünstiger ist, als viele erwarten.

ITA hat den Demonstrator technisch entwickelt und umgesetzt. Es stellt die textilen Produktionsumgebungen bereit, liefert die fachliche Expertise und sorgt dafür, dass der Demonstrator mit realen Industrieanwendungen funktioniert.

Der Demonstrator ist am DICE öffentlich zugänglich und kann im Rahmen von Workshops, Führungen oder Unternehmensbesuchen genutzt werden. Die technologischen Bausteine sind bereits heute industrienah einsetzbar und dienen Unternehmen als Einstiegspunkt für eigene Datenraumprojekte.

27.01.2026

EU-Freihandelsabkommen als Wachstumsimpulse für global orientierte Textilindustrie

Die wirtschaftliche Lage in der baden-württembergischen Textilindustrie bleibt herausfordernd – EU-Freihandelsabkommen könnten wichtige Wachstumsimpulse bewirken und sollten nicht ausgebremst werden. 

Die baden-württembergische Textilindustrie verzeichnet ein gemischtes Bild: der Umsatz stieg im November zwar um 1,6 %, allerdings lag der Rückgang in der Mehrmonatsbetrachtung bei 3,2% im Vergleich zum Vorjahr. Der Wettbewerb mit internationalen Produktionsstandorten und der daraus resultierende hohe Kostendruck spiegelt sich ebenfalls in einem Rückgang der Beschäftigtenzahl um 6,1 % wider. 

Die wirtschaftliche Lage in der baden-württembergischen Textilindustrie bleibt herausfordernd – EU-Freihandelsabkommen könnten wichtige Wachstumsimpulse bewirken und sollten nicht ausgebremst werden. 

Die baden-württembergische Textilindustrie verzeichnet ein gemischtes Bild: der Umsatz stieg im November zwar um 1,6 %, allerdings lag der Rückgang in der Mehrmonatsbetrachtung bei 3,2% im Vergleich zum Vorjahr. Der Wettbewerb mit internationalen Produktionsstandorten und der daraus resultierende hohe Kostendruck spiegelt sich ebenfalls in einem Rückgang der Beschäftigtenzahl um 6,1 % wider. 

EU muss wirtschaftliche und sicherheitspolitische Weichen neu stellen
Als Verband der baden-württembergischen Textil- und Bekleidungsindustrie sieht Südwesttextil daher großen politische Handlungsbedarf. Mit Blick auf die vorerst zurückgezogene Zolldrohung von US-Präsident Donald Trump ist seitens der EU vor allem eine stringente außenpolitische Zusammenarbeit in Sicherheits- und Wirtschaftsbelangen erforderlich. Hauptgeschäftsführerin Edina Brenner: „Die geopolitischen Warnsignale stehen alle auf Rot und wir müssen den Fokus nachdrücklich auf das Wesentliche setzen: Wachstum und Sicherheit für die EU. Das bedeutet nicht nur, dass wir uns klar und deutlich gegen Angriffe stellen, sondern auch, dass wir strategische Partnerschaften knüpfen.“ 

Freihandelsabkommen mit Indien eröffnet neue Märkte für die Textilbranche
Vor diesem Hintergrund begrüßt Südwesttextil ausdrücklich, dass sich die EU und Indien nach fast 20-jähriger Verhandlung auf ein Freihandelsabkommen geeinigt haben. Das Land ist eines der größten Faserproduzenten weltweit und schon jetzt wichtiger Bestandteil der textilen Wertschöpfungskette. Durch den Abbau von Handelsbarrieren und Zöllen entstehen neue Einkaufs- und Absatzmärkte für die Branche sowie für Industrien, denen sie zuliefert. Eine schnelle Ratifizierung des Abkommens sollte aus Perspektive des Verbands daher priorisiert werden. 

Mercosur-Abkommen darf nicht ausgebremst werden
Gleichzeitig kritisiert Südwesttextil das Signal, das europäische Abgeordnete mit der Anrufung des Europäischen Gerichtshofs zur Überprüfung des Mercosur-Abkommens letzte Woche senden. Hauptgeschäftsführerin Edina Brenner: „Die EU muss sich endlich ihrer Wirtschaftsmacht bewusst werden und sich in der Neujustierung der internationalen, handelspolitischen Weichen klar für freien Handel positionieren. Gerade auch in Kenntnis der schweren Wirtschaftskrise in Deutschland ist es nicht nachvollziehbar, dass u.a. Abgeordnete aus Deutschland nach mehr als 25 Jahren Verhandlungen jetzt durch die Anrufung des EUGHs eine weitere zeitliche Verzögerung in Kauf nehmen.“  

Flame retardant pef granulate (c) DITF
Flame retardant pef granulate
27.01.2026

DITF: Biobasierte Fasern mit gutem Flammschutz

Fasern aus biobasierten Kunststoffen verringern die Abhängigkeit von fossilen Rohstoffen und fördern die Kreislaufwirtschaft. Die chemische Anbindung flammhemmender Additive kann diesen Fasern den Weg in den Massenmarkt öffnen.

Die jüngste Brandkatastrophe in der Schweiz hat offenbart, wie entscheidend die Verwendung von flammgeschützten Materialien als Baustoffe, Isolierungen und in vielen anderen Alltagsgegenständen ist. Textilien mit flammhemmender Wirkung erfüllen hier eine besonders wichtige Funktion, denn sie werden in erheblichen Mengen genutzt - nicht nur in Werkstoffen für den Bau, sondern auch für Sicherheits- und Schutzkleidung, in Fahrzeuginnenräumen und für das Wohninterieur, so in Teppichen in Polstermöbeln.

Fasern aus biobasierten Kunststoffen verringern die Abhängigkeit von fossilen Rohstoffen und fördern die Kreislaufwirtschaft. Die chemische Anbindung flammhemmender Additive kann diesen Fasern den Weg in den Massenmarkt öffnen.

Die jüngste Brandkatastrophe in der Schweiz hat offenbart, wie entscheidend die Verwendung von flammgeschützten Materialien als Baustoffe, Isolierungen und in vielen anderen Alltagsgegenständen ist. Textilien mit flammhemmender Wirkung erfüllen hier eine besonders wichtige Funktion, denn sie werden in erheblichen Mengen genutzt - nicht nur in Werkstoffen für den Bau, sondern auch für Sicherheits- und Schutzkleidung, in Fahrzeuginnenräumen und für das Wohninterieur, so in Teppichen in Polstermöbeln.

Bereits seit Jahrzehnten nutzt man flammhemmende Verbindungen für synthetische Fasern. Gute Wirksamkeit zeigen dabei anorganische, bromierte oder phosphororganische Verbindungen, die besonders in Polyesterfasern angewendet werden. Phosphorverbindungen sind etwas weniger umweltschädlich, wenn sie freigesetzt werden und daher oft die erste Wahl. Ihre Wirksamkeit beruht darauf, dass sie eine schützende Verkohlungsschicht bilden und Radikale abfangen, was die Entflammbarkeit des Materials reduziert. Die Freisetzung giftiger Gase und weitere Hitzeentwicklung wird eingeschränkt.

Seit einigen Jahren ist ein Wandel in der Verwendung synthetischer Fasern hin zu biobasierten Fasern zu beobachten. Wenngleich deren Marktanteil im Vergleich zu etablierten synthetischen Fasern wie Polyester oder Polypropylen noch klein ist, so verzeichnen sie doch ein stetiges Wachstum. Biobasierte Fasern gewinnen an Bedeutung, da sie den Bedarf an fossilen Rohstoffen verringern. Gleichzeitig unterstützt deren Verwendung die Kreislaufwirtschaft und reduziert Treibhausgasemissionen.

Ein persistenter und effektiver Flammschutz in biobasierten Fasern, der zudem günstig und umweltverträglich ist, könnte biobasierten Textilien einen Innovationsschub verleihen und zu einer deutlichen Expansion in den Markt beitragen. An dieser Stelle setzt das Forschungsteam „Polymere und Faserverbunde“ der DITF mit der Entwicklung eines flammgeschützten, biobasierten Kunststoffs namens Polyethylenfuranoat (PEF) an. PEF ähnelt in vielen Eigenschaften dem verbreiteten Polyethylenterephthalat (PET), ist im Gegensatz zu diesem aber aus biobasierten Monomeren aufgebaut. Während PEF technologisch bereits weit entwickelt ist und sich auf dem Weg in den Massenmarkt befindet, fehlt es bisher an einem Flammschutz, durch den ein breiter Einsatz im textilen Sektor ermöglicht würde.

An den DITF wird PEF nicht nur in hauseigenen Reaktoren selbst synthetisiert. Es wurden auch umfangreiche Versuchsreihen gefahren, um verschiedene phosphorbasierte Flammschutzmittel in unterschiedlichen Konzentrationen auf ihre Eignung zu bewerten. Wichtig sind den Forscherinnen und Forschern dabei zwei Dinge: Zum einen soll das Flammschutzmittel chemisch an die Polymermoleküle angebunden werden, um ein Ausbluten zu verhindern. Das ist bei Fasern wegen ihres geringen Durchmessers und ihrer hohen spezifischen Oberfläche entscheidend, um einen langfristigen Brandschutz zu gewährleisten. Zum anderen soll das Flammschutzmittel in geringstmöglicher Konzentration und dennoch bestmöglicher Wirkung verwendet werden. Denn trotz ihrer guten Brandschutzeigenschaften ist allen gängigen Additiven gemein, dass sie potentiell gesundheitsschädlich und bei Freisetzung in die Umwelt schwer abbaubar, da chemisch stabil sind. In Denkendorf ist es nicht nur gelungen, diese Anforderungen zu erfüllen. Es konnte zudem durch eine Festphasenkondensation der synthetisierten Polymere das Molekulargewicht erhöht werden um Fasern höherer Festigkeit auszuspinnen.

Untersuchungen des thermischen und rheologischen Verhaltens grenzte die im Spinnprozess einsetzbaren Polymere mit verschiedenen Flammschutzmittelkonzentrationen weiter ein. Ausgesponnen wurde neben einer flammschutzmittelfreien PEF-Referenz eine PEF-Variante, die fünf Gramm Phosphor je Kilogramm Polymer in Form copolymerisierter Organophosphorverbindungen enthielt. Die im Spinntechnikum gewonnenen Fasern verarbeitete man zu textilen Flächen, die Brandprüfungen unterzogen wurden. Die mit Flammschutz ausgerüsteten Gestricke zeigten eine deutlich verminderte Brennbarkeit. Flammgeschützte, biobasierte PEF-Fasern werden an den DITF auch in Zukunft weiter erforscht.

26.01.2026

Winterschlussverkauf am 26. Januar 2026 gestartet

Der letzte Montag im Januar läutet im Einzelhandel traditionell den freiwilligen Winterschlussverkauf (WSV) ein. Der Starttermin für den WSV fällt in diesem Jahr auf den 26. Januar.

„In den nächsten Wochen warten im Handel wieder besondere Schnäppchen auf die Kundinnen und Kunden. Traditionell nutzen viele Handelsunternehmen den Winterschlussverkauf, um Platz für das Frühjahrssortiment zu machen“, so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Besonders der Modehandel räume durch WSV-Rabatte seine Lager für die neuen Kollektionen. In einigen Geschäften sei die Auswahl an Herbst- und Winterware noch groß. „Es lohnt sich, beim Einkaufsbummel Ausschau nach WSV-Aktionen zu halten“, so Genth weiter.

Im Rahmen des Winterschlussverkaufs werden vor allem Mode, Schuhe, Lederwaren, Heimtextilien sowie Sportbekleidung reduziert. Aber auch viele Möbelgeschäfte, Bau- und Elektronikmärkte bieten preisreduzierte Ware an. Der WSV dauert in der Regel zwei Wochen. Da viele Menschen die traditionellen Schlussverkäufe fest eingeplant haben, bietet der Einzelhandel WSV und Sommerschlussverkauf (SSV) auch nach dem Wegfall der gesetzlichen Grundlage im Jahr 2004 weiterhin an.

Der letzte Montag im Januar läutet im Einzelhandel traditionell den freiwilligen Winterschlussverkauf (WSV) ein. Der Starttermin für den WSV fällt in diesem Jahr auf den 26. Januar.

„In den nächsten Wochen warten im Handel wieder besondere Schnäppchen auf die Kundinnen und Kunden. Traditionell nutzen viele Handelsunternehmen den Winterschlussverkauf, um Platz für das Frühjahrssortiment zu machen“, so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Besonders der Modehandel räume durch WSV-Rabatte seine Lager für die neuen Kollektionen. In einigen Geschäften sei die Auswahl an Herbst- und Winterware noch groß. „Es lohnt sich, beim Einkaufsbummel Ausschau nach WSV-Aktionen zu halten“, so Genth weiter.

Im Rahmen des Winterschlussverkaufs werden vor allem Mode, Schuhe, Lederwaren, Heimtextilien sowie Sportbekleidung reduziert. Aber auch viele Möbelgeschäfte, Bau- und Elektronikmärkte bieten preisreduzierte Ware an. Der WSV dauert in der Regel zwei Wochen. Da viele Menschen die traditionellen Schlussverkäufe fest eingeplant haben, bietet der Einzelhandel WSV und Sommerschlussverkauf (SSV) auch nach dem Wegfall der gesetzlichen Grundlage im Jahr 2004 weiterhin an.

Quelle:

HDE Handelsverband Deutschland

(c) Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V. bevh
23.01.2026

Wachstum im E-Commerce: Modehandel back on track

Im Handel mit Endkunden ist der Brutto-Umsatz mit Waren im deutschen E-Commerce im vergangenen Jahr erstmals seit 2021 wieder in allen Quartalen gestiegen und erreichte 83,1 Mrd. Euro nach 80,6 Mrd. Euro im Jahr davor. Das entspricht einem Wachstum von 3,2 Prozent (Vorjahreswert: 1,1 Prozent) – deutlich über der Prognose von 2,5 Prozent. Das Wachstum der digitalen Dienstleistungen betrug 7,3 Prozent auf jetzt 14,4 Mrd. Euro. Der gesamte Branchenumsatz mit Waren und Dienstleistungen „kratzt“ damit wieder an der „magischen“ 100-Milliarden-Euro-Grenze. 
 
Im Verlauf des Jahres 2026 erwarten der bevh und das EHI Retail Institute in einer gemeinsamen Prognose, dass die Branche trotz schwieriger Rahmenbedingungen weiter überdurchschnittlich wächst und ein (nominales) Umsatzwachstum im E-Commerce mit Waren von 3,8 Prozent erreicht.  
 

Im Handel mit Endkunden ist der Brutto-Umsatz mit Waren im deutschen E-Commerce im vergangenen Jahr erstmals seit 2021 wieder in allen Quartalen gestiegen und erreichte 83,1 Mrd. Euro nach 80,6 Mrd. Euro im Jahr davor. Das entspricht einem Wachstum von 3,2 Prozent (Vorjahreswert: 1,1 Prozent) – deutlich über der Prognose von 2,5 Prozent. Das Wachstum der digitalen Dienstleistungen betrug 7,3 Prozent auf jetzt 14,4 Mrd. Euro. Der gesamte Branchenumsatz mit Waren und Dienstleistungen „kratzt“ damit wieder an der „magischen“ 100-Milliarden-Euro-Grenze. 
 
Im Verlauf des Jahres 2026 erwarten der bevh und das EHI Retail Institute in einer gemeinsamen Prognose, dass die Branche trotz schwieriger Rahmenbedingungen weiter überdurchschnittlich wächst und ein (nominales) Umsatzwachstum im E-Commerce mit Waren von 3,8 Prozent erreicht.  
 
„Der Onlinehandel ist ein seltener Lichtblick in der deutschen Wirtschaft. Die Menschen konsumieren auch in unsicheren Zeiten weiter, sie tun es aber digital. Die Eskalation geopolitischer Konflikte, innenpolitische Instabilität und die kritische Lage deutscher Schlüsselindustrien schränken ein stärkeres Wachstum ein. Insgesamt wird der E-Commerce sich aber deutlich besser entwickeln als der traditionelle Einzelhandel“, zeigt sich bevh-Präsident Gero Furchheim optimistisch. 
 
Auch bei schwacher Konsumstimmung konnte der Onlinehandel vergangenes Jahr die richtigen Kaufimpulse setzen. Der Anteil der Viel-Käufer im Onlinehandel blieb stabil: Jeder dritte Kunde in Deutschland (34,2 Prozent) bestellte durchschnittlich zweimal wöchentlich oder öfter Waren online. Der durchschnittliche Bestellwert stieg von 144,12 Euro (2024) auf 146,19 Euro. Die Kundenzufriedenheit im E-Commerce bleibt mit 96,2 Prozent auf unverändert hohem Niveau (2024: 96,0 Prozent). Der Anteil der Kunden, die weniger im E-Commerce ausgeben wollen, ist der niedrigste seit 4 Jahren (2025: 24,6 Prozent). 
 
Deutliche Verbesserungen bei den größten Waren-Kategorien 
Größte Gewinner-Kategorien im Onlinehandel waren Medikamente (+6,0 Prozent) und Lebensmittel (+5,5 Prozent), gefolgt von Tierbedarf (+5,0 Prozent). Deutlich besser als im Vorjahr entwickelten sich die Umsätze im besonders wichtigen Modehandel (+3,5 Prozent). Gleiches gilt für die großen Kategorien Haushaltswaren & -geräte (+4,8 Prozent) sowie Möbel, Lampen & Dekoration (+3,3 Prozent). Geringer als der Gesamtmarkt wuchs der Handel mit Elektronik und Telekommunikation (+1,4 Prozent), der im Vorjahr aber noch ein deutliches Minus verzeichnete. 
 
Shein, Temu und AliExpress stehen für 30 Prozent des Wachstums 
Im Vergleich der Versendertypen wuchsen Umsätze auf Online-Marktplätzen am stärksten (+4,9 Prozent). Über sie werden mittlerweile 56 Prozent (entspricht 46,2 Mrd. Euro) des gesamten Onlinehandels abgewickelt. Plattformen chinesischer Herkunft (Shein, Temu und AliExpress) haben wegen extremer Niedrigpreise zwar einen geringen Umsatzanteil, wuchsen mit 27,2 Prozent auf 3,7 Mrd. Euro aber deutlich schneller als das gesamte Anbietersegment der Marktplätze. Jede 15. Bestellung im Internet wird bei einer der großen Plattformen aus Asien gemacht. Von den 2,6 Mrd. Euro Wachstum des gesamten E-Commerce mit Waren machte das Wachstum der Plattformen chinesischer Herkunft 30 Prozent aus. 

Internet beflügelt die Kreislaufwirtschaft 
Der Handel mit „Pre-Loved Goods“, zieht immer mehr Kunden und Händler an. Die gewerblichen Umsätze im Re-Commerce wuchsen im vergangenen Jahr um 21,8 Prozent auf 1,96 Mrd. Euro (2024: 1.61 Mrd. Euro).  
 
„Diese erfreuliche Entwicklung kann sich fortsetzen oder sogar steigern. Voraussetzung ist, dass der Gesetzgeber in Hinblick auf die positiven Nachhaltigkeitseffekte auch auf die Besonderheiten des Handels mit solchen Gütern Rücksicht nimmt“, fordert Alien Mulyk, Geschäftsführerin Public Affairs Europa & Internationales beim bevh. 
 
KI-Shopping muss Vielfalt erhalten 
Einkaufen und Bezahlen über KI-Plattformen soll bald auch in Europa möglich sein.  
 
„Der E-Commerce steht mit neuen KI basierten Shopping-Erlebnissen an der Schwelle zur nächsten technischen Revolution. Das wirksame Durchsetzen bestehender Regelungen für alle Marktteilnehmer, die tatsächliche Abkehr von der Überregulierung und die Unabhängigkeit von marktbeherrschenden Playern sind die erforderliche Basis für einen Erfolg der Branche in diesem Jahrzehnt. Nur so kann er auch in Krisenzeiten die notwendigen Beiträge zu Versorgungssicherheit, Preisstabilität und Innovation leisten“, betont Gero Furchheim.  
 
Jedoch würden aktuell nur 6,3 Prozent der Online-Kunden ihre Einkäufe komplett mit einer KI durchführen, wie eine neue repräsentative Umfrage im Auftrag des bevh ergeben hat. 91,7 Prozent lehnen Shopping-KIs noch ab. Den Verbrauchern fehlt offensichtlich noch das Vertrauen in die neue Technologie. Hier ist auch die Politik gefragt. 
 
„Bei aller Technologieoffenheit muss der Gesetzgeber dafür sorgen, dass KI-Plattformen nicht zu übermächtigen ‚Gatekeepern‘ im E-Commerce werden, dass ein Level-Playing-Field mit Händlern gewahrt wird, und KI-Agenten die Grundlagen ihrer Kaufempfehlungen transparent machen“, fordert Alien Mulyk für den Onlinehandel.

Quelle:

Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V. bevh