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11.09.2026

Recyclingpolyester geht nach New York

Indorama Ventures unterstützt das thailändische Label KH Editions mit Stoffen aus deja™ Recyclingpolyestergarn. Zwei Looks und Accessoires der zehnteiligen Spring/Summer-2027-Kollektion sollen am 15. September während der New York Fashion Week präsentiert werden.

Die Zusammenarbeit baut auf dem RECO-Programm auf, das Indorama Ventures 2011 startete und 2023 zum RECO Collective weiterentwickelte. Ziel ist es, recycelte Materialien mit Design- und Branchenkompetenz zu verbinden und jungen Labels Zugang zu zirkulären Materiallösungen zu geben. KH Editions nutzt die Stoffe für eine Streetwear-orientierte Kollektion.

Für die Branche ist die Meldung vor allem als Transferbeispiel interessant: Recyceltes PET wird nicht nur als Rohstoffinnovation kommuniziert, sondern in einen konkreten Design-, Marken- und Marktzugang eingebettet. Damit rücken Materialqualität, Verfügbarkeit und kreative Anwendbarkeit gleichzeitig in den Fokus.

Indorama Ventures unterstützt das thailändische Label KH Editions mit Stoffen aus deja™ Recyclingpolyestergarn. Zwei Looks und Accessoires der zehnteiligen Spring/Summer-2027-Kollektion sollen am 15. September während der New York Fashion Week präsentiert werden.

Die Zusammenarbeit baut auf dem RECO-Programm auf, das Indorama Ventures 2011 startete und 2023 zum RECO Collective weiterentwickelte. Ziel ist es, recycelte Materialien mit Design- und Branchenkompetenz zu verbinden und jungen Labels Zugang zu zirkulären Materiallösungen zu geben. KH Editions nutzt die Stoffe für eine Streetwear-orientierte Kollektion.

Für die Branche ist die Meldung vor allem als Transferbeispiel interessant: Recyceltes PET wird nicht nur als Rohstoffinnovation kommuniziert, sondern in einen konkreten Design-, Marken- und Marktzugang eingebettet. Damit rücken Materialqualität, Verfügbarkeit und kreative Anwendbarkeit gleichzeitig in den Fokus.

Quelle:

Indorama Ventures Public Company Limited

11.09.2026

Wolle verdampft Salzwasser

Forschende der Cornell University zeigen, dass mit Polydopamin gefärbte Wolle als kostengünstiges und erneuerbares Material für solare Wasseraufbereitung dienen kann. Das Team nutzt „interfacial solar vapor generation“: Sonnenenergie erwärmt gezielt die Wasseroberfläche, während das textile Material Wasser zuführt und in Dampf überführt.

Besonders leistungsfähig war ultradunkel modifizierte Wolle in einer beidseitig beleuchteten vertikalen Anordnung. Sie erreichte 2,43 Kilogramm Wasser pro Quadratmeter Textil und Stunde; Polydopamin-Wolle ohne zusätzliche Plasmaätzung kam auf 2,21 Kilogramm. Beide Werte liegen nach Angaben des Teams nahezu doppelt so hoch wie bei klassischen horizontalen zweidimensionalen Systemen. Zehn Stunden Dauerbetrieb verliefen ohne Salzablagerung.

Die Anwendung verbindet Naturfaser, Oberflächenfunktionalisierung und technische Textilarchitektur. Das gewonnene Wasser lag beim Salzgehalt unter dem WHO-Grenzwert für Trinkwasser. Als nächste Schritte wollen die Forschenden Regen- und Abwasser sowie verbesserte Sammelsysteme untersuchen.

Forschende der Cornell University zeigen, dass mit Polydopamin gefärbte Wolle als kostengünstiges und erneuerbares Material für solare Wasseraufbereitung dienen kann. Das Team nutzt „interfacial solar vapor generation“: Sonnenenergie erwärmt gezielt die Wasseroberfläche, während das textile Material Wasser zuführt und in Dampf überführt.

Besonders leistungsfähig war ultradunkel modifizierte Wolle in einer beidseitig beleuchteten vertikalen Anordnung. Sie erreichte 2,43 Kilogramm Wasser pro Quadratmeter Textil und Stunde; Polydopamin-Wolle ohne zusätzliche Plasmaätzung kam auf 2,21 Kilogramm. Beide Werte liegen nach Angaben des Teams nahezu doppelt so hoch wie bei klassischen horizontalen zweidimensionalen Systemen. Zehn Stunden Dauerbetrieb verliefen ohne Salzablagerung.

Die Anwendung verbindet Naturfaser, Oberflächenfunktionalisierung und technische Textilarchitektur. Das gewonnene Wasser lag beim Salzgehalt unter dem WHO-Grenzwert für Trinkwasser. Als nächste Schritte wollen die Forschenden Regen- und Abwasser sowie verbesserte Sammelsysteme untersuchen.

Quelle:

Cornell University / Cornell Chronicle

 

(c) Richard Harnisch, IÖW
11.09.2026

Lausitz soll zum Faser-Revier werden

Ein neues Forschungsprojekt will die Lausitz vom ehemaligen Braunkohlerevier zu einer Modellregion für eine regional verankerte Naturfaserwirtschaft entwickeln. Im Projekt „LauTra“ untersuchen das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung und die Hochschule Zittau/Görlitz über drei Jahre, welche Wertschöpfungsketten sich mit Flachs, Nutzhanf, Fasernessel, Miscanthus sowie Reststoffen wie Stroh und kommunalem Laub aufbauen lassen.

Im Mittelpunkt stehen ausdrücklich nicht klassische Bekleidungstextilien, sondern industrielle Anwendungen. Genannt werden naturfaserverstärkte Kunststoffe, Spezialpapiere, Leichtbauplatten, Faserverbundwerkstoffe, Formteile für die Automobilindustrie und neue Verpackungslösungen. Ein regional aufgelöstes Stoffstrommodell soll Rohstoffpotenziale, Verarbeitungswege, Flächenkonkurrenzen und mögliche Engpässe sichtbar machen.

Ein neues Forschungsprojekt will die Lausitz vom ehemaligen Braunkohlerevier zu einer Modellregion für eine regional verankerte Naturfaserwirtschaft entwickeln. Im Projekt „LauTra“ untersuchen das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung und die Hochschule Zittau/Görlitz über drei Jahre, welche Wertschöpfungsketten sich mit Flachs, Nutzhanf, Fasernessel, Miscanthus sowie Reststoffen wie Stroh und kommunalem Laub aufbauen lassen.

Im Mittelpunkt stehen ausdrücklich nicht klassische Bekleidungstextilien, sondern industrielle Anwendungen. Genannt werden naturfaserverstärkte Kunststoffe, Spezialpapiere, Leichtbauplatten, Faserverbundwerkstoffe, Formteile für die Automobilindustrie und neue Verpackungslösungen. Ein regional aufgelöstes Stoffstrommodell soll Rohstoffpotenziale, Verarbeitungswege, Flächenkonkurrenzen und mögliche Engpässe sichtbar machen.

Entscheidend ist der Aufbau vollständiger regionaler Ketten von Landwirtschaft und Faseraufbereitung bis zu verarbeitenden Unternehmen und Anwendern. Workshops mit Wirtschaft, Kommunen und weiteren Akteuren sollen daraus realistische Transformationspfade für eine zirkuläre Bioökonomie ableiten. Für technische Textilien und Composites ist das Projekt interessant, weil es Materialinnovation unmittelbar mit Rohstoffverfügbarkeit und regionaler Industrialisierung verknüpft.

 

Quelle:

Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) / Hochschule Zittau/Görlitz

Grafik RE&UP Recycling Technologies
09.09.2026

RE&UP zieht in Zalando-Basics ein

RE&UP bringt seine textile-to-textile recycelte Baumwolle erstmals in Zalandos Eigenmarkensortiment. Eine fünfteilige T-Shirt-Kollektion der Labels YOURTURN und Even&Odd verwendet einen Stoff aus 20 Prozent RE&UP Next-Gen Cotton und 80 Prozent Bio-Baumwolle. Für den Recyclinganbieter ist das vor allem deshalb relevant, weil ein alltagstaugliches Basisprodukt statt einer limitierten Konzeptkollektion gewählt wurde.

RE&UP verarbeitet Pre- und Post-Consumer-Textilabfälle über automatisierte Sortierung, Zerlegung und Entfärbung zu neuen Fasern. Nach Unternehmensangaben soll die daraus gewonnene Recyclingbaumwolle die für größere Marken erforderliche Festigkeit, Gleichmäßigkeit und Rückverfolgbarkeit erreichen. Gerade bei T-Shirts sind Haptik, Haltbarkeit und reproduzierbare Stoffqualität entscheidend; ein Einsatz in diesem Segment ist daher ein belastbarer Test für industrielle Skalierbarkeit.

RE&UP bringt seine textile-to-textile recycelte Baumwolle erstmals in Zalandos Eigenmarkensortiment. Eine fünfteilige T-Shirt-Kollektion der Labels YOURTURN und Even&Odd verwendet einen Stoff aus 20 Prozent RE&UP Next-Gen Cotton und 80 Prozent Bio-Baumwolle. Für den Recyclinganbieter ist das vor allem deshalb relevant, weil ein alltagstaugliches Basisprodukt statt einer limitierten Konzeptkollektion gewählt wurde.

RE&UP verarbeitet Pre- und Post-Consumer-Textilabfälle über automatisierte Sortierung, Zerlegung und Entfärbung zu neuen Fasern. Nach Unternehmensangaben soll die daraus gewonnene Recyclingbaumwolle die für größere Marken erforderliche Festigkeit, Gleichmäßigkeit und Rückverfolgbarkeit erreichen. Gerade bei T-Shirts sind Haptik, Haltbarkeit und reproduzierbare Stoffqualität entscheidend; ein Einsatz in diesem Segment ist daher ein belastbarer Test für industrielle Skalierbarkeit.

Die Kooperation zeigt zugleich, wohin sich textile Kreislaufmodelle bewegen: weg von einzelnen Pilotprojekten, hin zu Materialien, die in bestehende Lieferketten und kommerzielle Stückzahlen integriert werden können. Für Plattformen und Marken steigt damit die Möglichkeit, Recyclinganteile in Kernsortimente einzubauen, ohne komplett neue Produktarchitekturen entwickeln zu müssen. Entscheidend bleibt, ob Materialverfügbarkeit, Preis und konstante Qualität über größere Volumina gesichert werden können.

(c) Recover Textile Systems, S.L.
08.09.2026

Recover skaliert Recyclingbaumwolle

Recover beziffert die Jahreskapazität seines weltweiten Produktionsnetzes für mechanisch recycelte Baumwolle inzwischen auf 84.300 Tonnen. Fünf Produktionsstandorte in Europa, Südasien, Südostasien und Zentralamerika sollen nach einheitlichen Qualitäts- und Managementsystemen arbeiten. Über mehr als 140 Spinnereipartner, Stoffangebote und fertige Blank-Produkte will das Unternehmen Marken ermöglichen, Recyclingmaterial an unterschiedlichen Punkten der Lieferkette einzusetzen.

Der Nachhaltigkeitsbericht 2025 trennt nach Darstellung von Recover die durch den Einsatz der Recyclingfaser ermöglichten Umweltentlastungen von den Emissionen der eigenen Geschäftstätigkeit. Für 2025 nennt das Unternehmen gegenüber konventioneller Baumwolle Einsparungen von 47.566 Tonnen CO₂-Äquivalenten in Scope 3 sowie mehr als 25 Milliarden Litern Wasser. Pro Kilogramm werden unter anderem 99,9 Prozent weniger Wasserverbrauch, 93 Prozent weniger CO₂-Äquivalente und 96 Prozent weniger Energie angegeben. Die zugrunde liegenden LCAs für Spanien und Bangladesch wurden laut Recover unabhängig durch EcoReview geprüft und nach ISO 14040/14044 sowie PEF-Methodik erstellt.

Recover beziffert die Jahreskapazität seines weltweiten Produktionsnetzes für mechanisch recycelte Baumwolle inzwischen auf 84.300 Tonnen. Fünf Produktionsstandorte in Europa, Südasien, Südostasien und Zentralamerika sollen nach einheitlichen Qualitäts- und Managementsystemen arbeiten. Über mehr als 140 Spinnereipartner, Stoffangebote und fertige Blank-Produkte will das Unternehmen Marken ermöglichen, Recyclingmaterial an unterschiedlichen Punkten der Lieferkette einzusetzen.

Der Nachhaltigkeitsbericht 2025 trennt nach Darstellung von Recover die durch den Einsatz der Recyclingfaser ermöglichten Umweltentlastungen von den Emissionen der eigenen Geschäftstätigkeit. Für 2025 nennt das Unternehmen gegenüber konventioneller Baumwolle Einsparungen von 47.566 Tonnen CO₂-Äquivalenten in Scope 3 sowie mehr als 25 Milliarden Litern Wasser. Pro Kilogramm werden unter anderem 99,9 Prozent weniger Wasserverbrauch, 93 Prozent weniger CO₂-Äquivalente und 96 Prozent weniger Energie angegeben. Die zugrunde liegenden LCAs für Spanien und Bangladesch wurden laut Recover unabhängig durch EcoReview geprüft und nach ISO 14040/14044 sowie PEF-Methodik erstellt.

Bei der Rückverfolgbarkeit kombiniert Recover drei Ebenen: GRS-Dokumentation und Transaktionszertifikate, einen physischen Tracer in der Faser sowie digitale Rückverfolgung. 2025 wurde dafür TextileGenesis mit Fibercoin-Token erprobt. Ziel ist eine Rückverfolgbarkeit von der Faser bis zum Handel und die Vorbereitung auf künftige Anforderungen wie den Digitalen Produktpass.

Für die eigenen Betriebsprozesse nennt Recover ein über Cascales Manufacturer Climate Action Program validiertes Science-Aligned Target: Die absoluten Scope-1- und Scope-2-Emissionen sollen zwischen 2024 und 2034 um 58,8 Prozent sinken. Der Bericht wurde zudem freiwillig mit Bezug auf die ESRS erstellt. Bei der redaktionellen Bewertung ist zu trennen: Die LCA-Daten sind nach Unternehmensangaben extern verifiziert, der Nachhaltigkeitsbericht insgesamt bleibt jedoch eine Unternehmensquelle und sollte entsprechend eingeordnet werden.

 

08.09.2026

Masche wächst weltweit

Der weltweite Exportwert von Maschenbekleidung hat sich seit 2006 nahezu verdoppelt und 2025 rund 289,1 Milliarden US-Dollar erreicht. 2006 waren es 145,2 Milliarden US-Dollar. Damit entwickelte sich Maschenbekleidung dynamischer als Webbekleidung, deren Exportwert im gleichen Zeitraum von 158,5 auf 257,7 Milliarden US-Dollar stieg. Nach einer aktuellen Auswertung des Gesamtverbands der deutschen Maschenindustrie auf Basis unter anderem von ICAC-Daten stellen Maschen- und Webbekleidung inzwischen zusammen knapp 60 Prozent der weltweiten Textil- und Bekleidungsexporte.

Der weltweite Exportwert von Maschenbekleidung hat sich seit 2006 nahezu verdoppelt und 2025 rund 289,1 Milliarden US-Dollar erreicht. 2006 waren es 145,2 Milliarden US-Dollar. Damit entwickelte sich Maschenbekleidung dynamischer als Webbekleidung, deren Exportwert im gleichen Zeitraum von 158,5 auf 257,7 Milliarden US-Dollar stieg. Nach einer aktuellen Auswertung des Gesamtverbands der deutschen Maschenindustrie auf Basis unter anderem von ICAC-Daten stellen Maschen- und Webbekleidung inzwischen zusammen knapp 60 Prozent der weltweiten Textil- und Bekleidungsexporte.

Die Entwicklung wird nicht nur durch mehr Bekleidungskonsum getragen. Casualwear, Sportswear und Athleisure begünstigen Konstruktionen, die Komfort, Bewegungsfreiheit und Funktion bereits über Faser, Garn und Maschenstruktur integrieren. Gleichzeitig verschiebt sich der Fasermix. Baumwollbasierte Maschenbekleidung steigerte ihren Exportwert seit 2006 von 69,9 auf 128,3 Milliarden US-Dollar. Die von ICAC als „man-made and synthetic“ ausgewiesene Gruppe wuchs im selben Zeitraum noch stärker von 35,6 auf 99,2 Milliarden US-Dollar. 2025 entfielen 44,5 Prozent der Maschenwarenexporte auf Baumwollprodukte und 34,4 Prozent auf die Gruppe der Chemie- und Synthesefasern.

Gesamtmasche weist zugleich auf einen Zielkonflikt hin: Polyester stellt inzwischen einen sehr großen Anteil der globalen Faserproduktion, doch 2024 waren dem Beitrag zufolge lediglich zwölf Prozent des weltweit produzierten Polyesters recycelt; der überwiegende Teil des Recyclingpolyesters stammt weiterhin aus PET-Flaschen statt aus Alttextilien. Parallel erhöhen Fast und Ultra Fast Fashion den Mengen- und Preisdruck. Der weltweite Markt wächst also, während zirkuläre Rohstoffströme und Wertschöpfung pro Teil nicht im gleichen Tempo vorankommen.

Auch geografisch sortiert sich der Markt neu. China bleibt führender Textil- und Bekleidungsexporteur, während Bangladesch und Vietnam stark aufgeholt haben. Auf der Nachfrageseite verlieren die USA relativ an Gewicht, während sich zusätzliche Nachfrage breiter auf Europa, Asien, Lateinamerika und den Nahen Osten verteilt. Für europäische Maschenhersteller sieht Gesamtmasche Chancen vor allem dort, wo Qualität, Funktion, Spezialisierung, innovative Konstruktionen und verlässliche Lieferketten stärker wiegen als der reine Mengenpreis.

07.09.2026

Hyosung startet integrierte Bio-Spandex-Produktion

Hyosung TNC hat in Vietnam ein integriertes Produktionssystem für biobasiertes Spandex in Betrieb genommen. Kern ist eine neue Bio-BDO-Anlage in Ho-Chi-Minh-Stadt mit einer Jahreskapazität von 50.000 Tonnen. Die Infrastruktur ist nach Unternehmensangaben so ausgelegt, dass die Kapazität bei entsprechender Marktentwicklung auf bis zu 200.000 Tonnen erweitert werden kann. Für das Gesamtprojekt nennt Hyosung ein Investitionsvolumen von einer Milliarde US-Dollar.

Das biobasierte 1,4-Butandiol wird aus Zucker gewonnen, der aus Zuckerrohr stammt. Hyosung verarbeitet Bio-BDO am Standort Dong Nai zu PTMG, einem zentralen Vorprodukt für Spandex-Polymere, und führt dieses anschließend direkt der Produktion der eigenen Faser „regen Bio“ zu. Damit verbindet das Unternehmen Rohstoff, Polymerzwischenprodukt und Faser in einer regional integrierten Wertschöpfungskette.

Hyosung TNC hat in Vietnam ein integriertes Produktionssystem für biobasiertes Spandex in Betrieb genommen. Kern ist eine neue Bio-BDO-Anlage in Ho-Chi-Minh-Stadt mit einer Jahreskapazität von 50.000 Tonnen. Die Infrastruktur ist nach Unternehmensangaben so ausgelegt, dass die Kapazität bei entsprechender Marktentwicklung auf bis zu 200.000 Tonnen erweitert werden kann. Für das Gesamtprojekt nennt Hyosung ein Investitionsvolumen von einer Milliarde US-Dollar.

Das biobasierte 1,4-Butandiol wird aus Zucker gewonnen, der aus Zuckerrohr stammt. Hyosung verarbeitet Bio-BDO am Standort Dong Nai zu PTMG, einem zentralen Vorprodukt für Spandex-Polymere, und führt dieses anschließend direkt der Produktion der eigenen Faser „regen Bio“ zu. Damit verbindet das Unternehmen Rohstoff, Polymerzwischenprodukt und Faser in einer regional integrierten Wertschöpfungskette.

Nach Unternehmensangaben wird die verantwortliche Beschaffung und Rückverfolgbarkeit des Bio-BDO über das VIVE Sustainable Program überprüft. Hyosung stellt zudem in Aussicht, die Plattform über Spandex hinaus für TPU, PBAT, Schuhsohlen und weitere industrielle Anwendungen zu nutzen. Die textile Relevanz liegt vor allem in Anwendungen wie Sportswear, Swimwear und Denim, in denen Elastizität und Dauerhaftigkeit zentrale Anforderungen sind.

Die Meldung ist zugleich ein wichtiger Hinweis auf die strategische Verschiebung bei Elastomerfasern: Nicht nur die Faser selbst, sondern bereits die chemische Vorstufe wird in Defossilisierungsstrategien einbezogen. Die von Hyosung genannten Aussagen zur Gleichwertigkeit von Elastizität und Haltbarkeit gegenüber petrochemischem Spandex stammen allerdings vom Hersteller; unabhängige Vergleichsdaten werden in der Mitteilung nicht vorgelegt.

Quelle:

Hyosung TNC / Hyosung Performance Textiles

Groz-Beckert Carding Belgium (GBCB) (c) Groz-Beckert KG
Groz-Beckert Carding Belgium (GBCB)
01.09.2026

Groz-Beckert schließt Carding-Standort Deerlijk bis Ende 2026

Groz-Beckert wird den Produktionsstandort seiner Tochtergesellschaft Groz-Beckert Carding Belgium in Deerlijk bis Ende 2026 schließen. Nach Abschluss des formellen Informations- und Konsultationsverfahrens sollen die nächsten rechtlich vorgesehenen Schritte eingeleitet werden. Am Standort arbeiten 58 Beschäftigte; produziert werden metallische Ganzstahlgarnituren für den Geschäftsbereich Nonwovens.

Das Unternehmen begründet die Entscheidung mit strukturellen Kostennachteilen, zunehmendem Wettbewerb durch Anbieter mit niedrigeren Kostenstrukturen und anhaltendem Preisdruck. Eine tragfähige Alternative sei auch nach Beratung mit den Arbeitnehmervertretungen nicht gefunden worden. Die Produktion soll schrittweise eingestellt und auf andere Standorte im globalen Groz-Beckert-Netzwerk verlagert werden. Für die Branche ist die Meldung mehr als eine lokale Standortnachricht: Sie zeigt den Anpassungsdruck bei prozesskritischen Zulieferteilen für die Vliesstoffproduktion und die fortschreitende Neuordnung europäischer Produktionsstrukturen.

Groz-Beckert wird den Produktionsstandort seiner Tochtergesellschaft Groz-Beckert Carding Belgium in Deerlijk bis Ende 2026 schließen. Nach Abschluss des formellen Informations- und Konsultationsverfahrens sollen die nächsten rechtlich vorgesehenen Schritte eingeleitet werden. Am Standort arbeiten 58 Beschäftigte; produziert werden metallische Ganzstahlgarnituren für den Geschäftsbereich Nonwovens.

Das Unternehmen begründet die Entscheidung mit strukturellen Kostennachteilen, zunehmendem Wettbewerb durch Anbieter mit niedrigeren Kostenstrukturen und anhaltendem Preisdruck. Eine tragfähige Alternative sei auch nach Beratung mit den Arbeitnehmervertretungen nicht gefunden worden. Die Produktion soll schrittweise eingestellt und auf andere Standorte im globalen Groz-Beckert-Netzwerk verlagert werden. Für die Branche ist die Meldung mehr als eine lokale Standortnachricht: Sie zeigt den Anpassungsdruck bei prozesskritischen Zulieferteilen für die Vliesstoffproduktion und die fortschreitende Neuordnung europäischer Produktionsstrukturen.

Quelle:

Groz-Beckert KG

Foto Pixabay, Tumisu
28.08.2026

Indien verknüpft Alttextilsammlung, Fasererkennung und digitale Rückverfolgbarkeit

Indiens Textilministerium treibt den Aufbau einer digital unterstützten Infrastruktur für Alttextilien voran. Bei einem Besuch der Textile Recovery Facility (TRF) in Navi Mumbai wurde eine Absichtserklärung zwischen dem Textiles Committee und Refibre zur Entwicklung einer digitalen Plattform für Sammlung, Rückverfolgbarkeit und Wirkungsmessung von Post-Consumer-Textilien unterzeichnet.

Die Anlage verbindet Sammlung und Sortierung mit technischer Fasererkennung, Zerkleinerung und der Aufteilung in unterschiedliche Sekundärmaterialströme. Nach Angaben des Press Information Bureau kommt dabei auch Technologie von Kosha zur Trennung von Bekleidung nach Fasergruppen zum Einsatz. Ziel ist, Post- und Pre-Consumer-Textilabfälle von Deponien fernzuhalten und für Wiederverwendung, Upcycling oder Recycling verfügbar zu machen.

Indiens Textilministerium treibt den Aufbau einer digital unterstützten Infrastruktur für Alttextilien voran. Bei einem Besuch der Textile Recovery Facility (TRF) in Navi Mumbai wurde eine Absichtserklärung zwischen dem Textiles Committee und Refibre zur Entwicklung einer digitalen Plattform für Sammlung, Rückverfolgbarkeit und Wirkungsmessung von Post-Consumer-Textilien unterzeichnet.

Die Anlage verbindet Sammlung und Sortierung mit technischer Fasererkennung, Zerkleinerung und der Aufteilung in unterschiedliche Sekundärmaterialströme. Nach Angaben des Press Information Bureau kommt dabei auch Technologie von Kosha zur Trennung von Bekleidung nach Fasergruppen zum Einsatz. Ziel ist, Post- und Pre-Consumer-Textilabfälle von Deponien fernzuhalten und für Wiederverwendung, Upcycling oder Recycling verfügbar zu machen.

Für die Branche ist der Ansatz interessant, weil nicht nur eine Recyclingtechnologie betrachtet wird, sondern die vorgelagerte Infrastruktur. Verlässliche Erfassung, Faseridentifikation und digitale Nachverfolgung gehören zu den Voraussetzungen, wenn textile Kreislaufwirtschaft von Einzelprojekten in größere industrielle Materialströme überführt werden soll.

Quelle:

Press Information Bureau, Government of India / Ministry of Textiles  

Garne aus rezyklierten Glasfasern Foto (c) DITF
Garne aus rezyklierten Glasfasern
18.08.2026

Europa setzt bei ausgedienten Windrotorblättern auf Recycling

Seit 2026 hat sich Europas Windenergiebranche selbst verpflichtet, dass Rotorblätter von Windturbinen nicht auf Deponien enden, wenn sie das Ende ihrer Nutzungsdauer erreicht haben. Das von der EU geförderte Forschungsprojekt REWIND zeigt Wege auf, diese Verbundwerkstoffabfälle wiederzuverwenden. Die Deutschen Institute für Textil- und Faserforschung Denkendorf (DITF) sind einer von 13 Projektpartnern aus sieben Ländern.

REWIND steht für Efficient Decommissioning, Repurposing and Recycling to increase the Circularity of end-of-life Wind Energy Systems. Die Projektpartner entwickeln grundlegende Technologien und Verfahren für die Demontage, das Recycling und die Wiederverwendung der Verbundwerkstoffe. Ziel ist es, die Windrotorblätter kreislauffähig zu machen statt sie zu deponieren oder zu verbrennen.

Das Konsortium hat ein Modell validiert, mit dem sich das mechanische Verhalten der wiedergewonnenen Materialien mit einer Genauigkeit von über 90 % vorhersagen lässt. Damit sind sie für anspruchsvolle Anwendungen wie zum Beispiel in Elektrofahrzeugen oder als Dämmstoff geeignet.

Seit 2026 hat sich Europas Windenergiebranche selbst verpflichtet, dass Rotorblätter von Windturbinen nicht auf Deponien enden, wenn sie das Ende ihrer Nutzungsdauer erreicht haben. Das von der EU geförderte Forschungsprojekt REWIND zeigt Wege auf, diese Verbundwerkstoffabfälle wiederzuverwenden. Die Deutschen Institute für Textil- und Faserforschung Denkendorf (DITF) sind einer von 13 Projektpartnern aus sieben Ländern.

REWIND steht für Efficient Decommissioning, Repurposing and Recycling to increase the Circularity of end-of-life Wind Energy Systems. Die Projektpartner entwickeln grundlegende Technologien und Verfahren für die Demontage, das Recycling und die Wiederverwendung der Verbundwerkstoffe. Ziel ist es, die Windrotorblätter kreislauffähig zu machen statt sie zu deponieren oder zu verbrennen.

Das Konsortium hat ein Modell validiert, mit dem sich das mechanische Verhalten der wiedergewonnenen Materialien mit einer Genauigkeit von über 90 % vorhersagen lässt. Damit sind sie für anspruchsvolle Anwendungen wie zum Beispiel in Elektrofahrzeugen oder als Dämmstoff geeignet.

An den DITF werden aus den von den Projektpartnern rezyklierten Glas- und Carbonfasern Garne und Gewebe für neue Bauteile oder für Reparatur-Sets von Windkraftanlagen entwickelt. In einem ersten Schritt wurden recycelte Fasern untersucht, vor allem im Hinblick darauf, für welche Verarbeitungsverfahren sie geeignet sind.

Das Forschungsteam verfolgt zwei unterschiedliche Verfahren. In der ersten Prozessroute werden die rezyklierten Glasfasern zu hochwertigen textilen Verstärkungsstrukturen verarbeitet. Dazu werden die Fasern vorgeöffnet, gekrempelt, zu Garnen versponnen und anschließend zu Geweben verarbeitet, die entweder in eine oder in zwei Richtungen verstärkt sind. Ein erster Meilenstein war die Entwicklung eines rezyklierten Glasfasergarns (rGF/Polyamid-6-Garns) mit einem Faservolumengehalt von rund 40 %, das für thermoplastische Verbundanwendungen, beispielsweise für Strukturbauteile im Automobilbau, geeignet ist.

Es ist darüber hinaus gelungen, ein Garn herzustellen, das sogar aus 98 % rezyklierten Glasfasern besteht. Daraus wurde ein Gewebe mit paralleler Faserausrichtung (UD-Gewebe) gefertigt. Damit konnte erstmals gezeigt werden, dass sich gezielt ausgerichtete textile Verstärkungsstrukturen aus rezyklierten Glasfasern herstellen lassen, die optimal an mechanische Belastungen angepasst sind.

Die zweite Prozessroute untersucht die Verarbeitung von Long-Fiber-Delamination-(LFD)-Tapes, die direkt aus Windrotorblättern gehobelt werden, zu UD-Geweben. Diese LFD-Tapes stellen eine neuartige Klasse textiler Halbzeuge aus vollständig ausgehärtetem glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK)-Rezyklat dar. Derzeit wird untersucht, inwieweit sie sich diese Zwischenprodukte als leistungsfähige Verstärkungsstrukturen für Faserverbundwerkstoffe eignen.

 

Quelle:

DITF