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Foto: Messe Frankfurt
27.10.2026

Performance-Materialien: Neue Heimtextil Sonderschau Functional Futures Lab

Orientierung für zukünftige Material- und Produktentscheidungen: Mit dem Functional Futures Lab rückt die Heimtextil vom 12. bis 15. Januar 2027 neue Materialien und ihre Funktionen in den Fokus – von Temperaturregulierung bis Flammschutz. Future Fabrics Expo kuratiert die Ausstellung. Diese zeigt, wie funktionale Leistungsfähigkeit, Materialentwicklung und Design ineinandergreifen. Zugleich macht sie Anwendungen und Potenziale greifbar. Das Functional Futures Lab zeigt sowohl visionäre Prototypen als auch bereits verfügbare Lösungen und macht ihren Entwicklungsstand transparent. Damit eröffnet es neue Perspektiven für Architektur, Interior Design und Hospitality. 

Orientierung für zukünftige Material- und Produktentscheidungen: Mit dem Functional Futures Lab rückt die Heimtextil vom 12. bis 15. Januar 2027 neue Materialien und ihre Funktionen in den Fokus – von Temperaturregulierung bis Flammschutz. Future Fabrics Expo kuratiert die Ausstellung. Diese zeigt, wie funktionale Leistungsfähigkeit, Materialentwicklung und Design ineinandergreifen. Zugleich macht sie Anwendungen und Potenziale greifbar. Das Functional Futures Lab zeigt sowohl visionäre Prototypen als auch bereits verfügbare Lösungen und macht ihren Entwicklungsstand transparent. Damit eröffnet es neue Perspektiven für Architektur, Interior Design und Hospitality. 

Wie können Materialien auf veränderte Anforderungen an Lebensräume reagieren? Welche Eigenschaften unterstützen Wohlbefinden und Langlebigkeit? Das Functional Futures Lab macht neue Ansätze sichtbar. Zu den Innovationen gehören Materialien, die thermischen und akustischen Komfort verbessern. Zudem gibt es Produkte, die gesündere Innenräume unterstützen und sich flexibel unterschiedlichen Nutzungen und Umgebungsbedingungen anpassen können. Das Spektrum reicht von neuartigen Textilfasern und Farbstoffen über robuste Verbundmaterialien für Oberflächen bis zu Designprototypen aus der Forschung.

Future Fabrics Expo bringt seine Expertise für Materialinnovationen und Nachhaltigkeit sowie ein internationales Netzwerk aus Materialentwicklung, Design und Forschung ein.

„Wir freuen uns, als Partner der Heimtextil im Januar 2027 den Dialog über die Zukunft von Wohn- und Objekttextilien voranzubringen. Diese Partnerschaft verbindet Inspiration mit umsetzbaren Lösungen und trägt dazu bei, eine zukunftsorientierte und verantwortungsvolle Branche zu gestalten“, sagt Amanda Johnston, Chief Design Officer Future Fabrics Expo.
 
Orientierung für die Materialentscheidungen von morgen
Die Ausstellungsstücke reichen von experimentellen Prototypen bis zu kommerziell verfügbaren Produkten. Begleitende Informationen erläutern funktionale Eigenschaften und den jeweiligen Entwicklungsstand anhand der Technology Readiness Level. So können Fachbesucher*innen Potenziale frühzeitig einordnen und Impulse für Materialauswahl, Produktentwicklung und langfristige Planung mitnehmen. Architektur, Interior Design und Hospitality entdecken dabei neue Anwendungen und Potenziale für ihre Projekte. Das Functional Futures Lab stärkt damit die Heimtextil als Plattform für Wissenstransfer und zukunftsweisende Interior-Lösungen. So bietet die Heimtextil Orientierung für zukünftige Materialentwicklungen.
Neue Materialien – von lebenden Wurzeln bis zu biobasierten Verbundwerkstoffen
Drei farblich gekennzeichnete Themenbereiche strukturieren die Ausstellung: Circular Systems, Living Nature und Natural Performance. Sie ordnen die Exponate nach Materialursprung, Verarbeitung und konzeptionellen Ansätzen ein. Im Fokus stehen Eigenschaften wie Temperaturreaktivität, Strapazierfähigkeit, Flammschutz oder antibakterielle Wirkung. Kreislauffähigkeit und grundlegende Nachhaltigkeitskriterien begleiten die Materialauswahl.
 
Zu den Exponaten zählen Polstermaterialien aus unbehandelten Wollfasern und lebenden Wurzelsystemen, die Flammschutz ohne toxische Chemikalien ermöglichen sollen. Hinzu kommen langlebige biobasierte Verbundwerkstoffe sowie Farbstoffe aus Lebensmittelabfällen für Textilien und Holz.
 
In Halle 4.1 bildet das Functional Futures Lab das Herzstück von Interior.Architecture.Hospitality. Das Areal verbindet Materialinnovationen mit Wissenstransfer und persönlichem Austausch: Im Talk Spot geben Expert*innen auf der Bühne fachliche Impulse, während ein Café Raum für Gespräche und neue Kontakte bietet. Zudem ist das Areal Ausgangspunkt für zahlreiche geführte Touren.

Quelle:

Messe Frankfurt

27.10.2026

Arbeitszeitgesetz: Südwesttextil fordert Kurswechsel bei Reform

Die dringend notwendige Arbeitszeitflexibilisierung müsse endlich konsequent umgesetzt werden. Südwesttextil kritisiert den bisherigen Referentenentwurf als unzureichend und fordert eine wöchentliche statt einer täglichen Höchstarbeitszeit ohne zusätzliche regulatorische Hürden.

Mit dem Wechsel an der Spitze des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales bietet sich die Chance für den notwendigen Kurswechsel beim Arbeitszeitgesetz. Obwohl die Bundesregierung im Koalitionsvertrag ausdrücklich die Einführung einer wöchentlichen statt einer täglichen Höchstarbeitszeit vereinbart hatte, bleibt der bisherige Referentenentwurf weit hinter diesem Anspruch zurück. Statt einer grundsätzlichen Flexibilisierung sieht er lediglich bei einer entsprechenden tariflichen Regelung Ausnahmen von der derzeit geltenden täglichen Höchstarbeitszeit vor, die zudem an den Gesundheitsschutz als zusätzliche Anforderungen geknüpft wird. 

Die dringend notwendige Arbeitszeitflexibilisierung müsse endlich konsequent umgesetzt werden. Südwesttextil kritisiert den bisherigen Referentenentwurf als unzureichend und fordert eine wöchentliche statt einer täglichen Höchstarbeitszeit ohne zusätzliche regulatorische Hürden.

Mit dem Wechsel an der Spitze des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales bietet sich die Chance für den notwendigen Kurswechsel beim Arbeitszeitgesetz. Obwohl die Bundesregierung im Koalitionsvertrag ausdrücklich die Einführung einer wöchentlichen statt einer täglichen Höchstarbeitszeit vereinbart hatte, bleibt der bisherige Referentenentwurf weit hinter diesem Anspruch zurück. Statt einer grundsätzlichen Flexibilisierung sieht er lediglich bei einer entsprechenden tariflichen Regelung Ausnahmen von der derzeit geltenden täglichen Höchstarbeitszeit vor, die zudem an den Gesundheitsschutz als zusätzliche Anforderungen geknüpft wird. 

„Während andere EU-Mitgliedstaaten die Spielräume für flexiblere Arbeitszeiten nutzen, hält Deutschland an unnötig starren Vorgaben fest. Dieses Gold-Plating können wir uns angesichts der wirtschaftlichen Lage und des zunehmenden internationalen Wettbewerbsdrucks schlicht nicht mehr leisten. Wir erwarten von der neuen Ministeriumsspitze, dass sie den bisherigen Entwurf grundlegend überarbeitet und einen echten Neustart wagt. Eine Reform, die Flexibilität verspricht, aber neue Hürden schafft, verdient ihren Namen nicht“, erklärt Edina Brenner, Hauptgeschäftsführerin von Südwesttextil.

Die europäische Arbeitszeitrichtlinie sieht eine durchschnittliche wöchentliche Höchstarbeitszeit von 48 Stunden vor und ermöglicht damit eine sehr flexible Verteilung der Arbeitszeit auf einzelne Wochen sowie insbesondere auf die einzelnen Wochentage. Deutschland geht mit seiner gesetzlichen täglichen Höchstarbeitszeit über diese Vorgaben hinaus und verschärft damit die Wettbewerbsbedingungen für heimische Unternehmen gegenüber anderen EU-Mitgliedstaaten. Südwesttextil fordert daher, die tägliche Höchstarbeitszeit durch eine wöchentliche Betrachtung zu ersetzen und die europäischen Gestaltungsspielräume vollständig auszuschöpfen. Eine solche Flexibilisierung darf weder von einem zwingenden Tarifvorbehalt noch von zusätzlichen bürokratischen Hürden abhängig gemacht werden. 

Quelle:

Verband der Südwestdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie Südwesttextil e.V. 

Grafik: Westsächsische Hochschule Zwickau AI generated
27.10.2026

WHZ entwickelt Orientierungstool für KMU auf dem Weg in die All Electric Society

Die Westsächsische Hochschule Zwickau (WHZ) startet das Projekt „All Electric Readiness Sachsen – Digitales Orientierungs- und Entscheidungsmodell für KMU zu Datenfähigkeit, Elektrifizierung und Energiepraxis in der All Electric Society“.

Viele Unternehmen stehen vor der Frage, welche Auswirkungen die zunehmende Elektrifizierung auf ihre Prozesse, Gebäude, Maschinen, Mobilität und Energieversorgung haben wird. Gleichzeitig fehlen häufig belastbare Daten, klare Zuständigkeiten und eine strukturierte Grundlage für Investitionsentscheidungen. Das auf zwölf Monate angelegte Projekt der WHZ setzt an dieser Lücke an und soll Unternehmen dabei unterstützen, ihre eigene Ausgangslage systematisch einzuschätzen.

Im Mittelpunkt steht ein All Electric Readiness Modell, das unter anderem Datenfähigkeit, Energiepraxis und Geschäftsmodellbezug miteinander verbindet. Das daraus entwickelte webbasierte Tool soll Unternehmen aufzeigen, welche Daten bereits vorhanden sind, wo Lücken bestehen, welche betrieblichen Bereiche betroffen sein können und welche nächsten Schritte sinnvoll sind.

Die Westsächsische Hochschule Zwickau (WHZ) startet das Projekt „All Electric Readiness Sachsen – Digitales Orientierungs- und Entscheidungsmodell für KMU zu Datenfähigkeit, Elektrifizierung und Energiepraxis in der All Electric Society“.

Viele Unternehmen stehen vor der Frage, welche Auswirkungen die zunehmende Elektrifizierung auf ihre Prozesse, Gebäude, Maschinen, Mobilität und Energieversorgung haben wird. Gleichzeitig fehlen häufig belastbare Daten, klare Zuständigkeiten und eine strukturierte Grundlage für Investitionsentscheidungen. Das auf zwölf Monate angelegte Projekt der WHZ setzt an dieser Lücke an und soll Unternehmen dabei unterstützen, ihre eigene Ausgangslage systematisch einzuschätzen.

Im Mittelpunkt steht ein All Electric Readiness Modell, das unter anderem Datenfähigkeit, Energiepraxis und Geschäftsmodellbezug miteinander verbindet. Das daraus entwickelte webbasierte Tool soll Unternehmen aufzeigen, welche Daten bereits vorhanden sind, wo Lücken bestehen, welche betrieblichen Bereiche betroffen sein können und welche nächsten Schritte sinnvoll sind.

Ausgangslage verstehen, Entscheidungen gezielt treffen 
„Die Vision und die Anforderungen der All Electric Society, die mit den Themenfeldern Digitalisierung, Mobilität, Transformation und Innovation mehr ist als die reine Elektrifizierung, sind für viele Unternehmen noch abstrakt. Wir wollen sie auf konkrete betriebliche Fragestellungen herunterbrechen und eine erste Orientierung geben“, sagt Projektleiter Prof. Dr. Sven Leonhardt von der Fakultät Wirtschaftswissenschaften der WHZ. „Dabei geht es nicht um eine individuelle Energieberatung oder eine technische Detailplanung, sondern um ein übertragbares Instrument, mit dem Unternehmen ihre Ausgangslage besser verstehen und weitere Entscheidungen gezielter vorbereiten können.“

Die fachliche und organisatorische Gesamtverantwortung liegt bei der WHZ. Das Projekt wird schwerpunktmäßig im Forschungszentrum ubineum bearbeitet. Die Texulting GmbH unterstützt die WHZ bei der digitalen Umsetzung und Transferaufbereitung.  "Wir sehen in der Zusammenarbeit mit KMU immer wieder, dass Unternehmen viele Herausforderungen gleichzeitig bewältigen müssen: steigende Kosten, neue Anforderungen, begrenzte Ressourcen und Investitionsentscheidungen unter Unsicherheit. Digitalisierung und Elektrifizierung können hier einen Beitrag zu mehr Wirtschaftlichkeit und Zukunftsfähigkeit leisten, wenn sie auf einer belastbaren Datengrundlage aufbauen“, erklärt Franziska Lehmann, Prokuristin der Texulting GmbH.

Freistaat fördert Projekt
In die Entwicklung werden Unternehmen und weitere Akteure aus der Praxis einbezogen. Vorgesehen sind unter anderem strukturierte Interviews mit kleinen und mittleren Unternehmen sowie Gespräche mit Multiplikatoren und Fachakteuren, beispielsweise aus Kammern, Verbänden, Wirtschaftsförderung, Energieberatung und dem Technologieumfeld. Zusätzlich sind Validierungsformate und regionale Transferveranstaltungen in mehreren sächsischen Regionen geplant.
Das Projekt wird vom Sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz (SMWA) im Rahmen der Landestechnologieförderung mitfinanziert. 

Projektlaufzeit: 07/2026 - 09/2027
Fördermittelgeber: SMWA
Förderprogramm: Landestechnologieförderung
Förderkennzeichen: 100813585

Quelle:

Westsächsische Hochschule Zwickau

Copyright: Bayerischer Rundfunk
27.10.2026

ARD-Podcast „Science TeaTime“ - Kleidung aus Zucker?

Wollpullover aus Zuckerfaser – Wie entstehen nachhaltige Textilien?

Ein Faden aus Zucker klingt nach einem Material, das sich beim ersten Regen auflöst. Die Glucanfaser, an der Sabina Dann forscht, soll genau das nicht tun. Sie lässt sich bereits stricken, zu Vlies verarbeiten, färben und bedrucken. Doch auf dem Weg zum fertigen Kleidungsstück können die Fasern beim Trocknen verkleben. Und selbst eine technisch perfekte Faser verkauft sich nur, wenn sie sich gut anfühlt, haltbar ist und die Wäsche übersteht. In Science Tea Time erzählt die Chemikerin, wie sie vom Wunsch, Biologin zu werden, in die Textiltechnik kam und ob aus ihrem Forschungsfaden einmal ein Pullover mit Marktchancen werden kann.

Die Hosts sind Caro Matzko & Frank Seibert: Die bekannten Wissenschafts-Journalist:innen schaffen eine Atmosphäre für echte, nahbare Gespräche – kein Smalltalk, kein Nerdtalk, sondern kluger, unterhaltsamer und inspirierender Wissenstalk.

Wollpullover aus Zuckerfaser – Wie entstehen nachhaltige Textilien?

Ein Faden aus Zucker klingt nach einem Material, das sich beim ersten Regen auflöst. Die Glucanfaser, an der Sabina Dann forscht, soll genau das nicht tun. Sie lässt sich bereits stricken, zu Vlies verarbeiten, färben und bedrucken. Doch auf dem Weg zum fertigen Kleidungsstück können die Fasern beim Trocknen verkleben. Und selbst eine technisch perfekte Faser verkauft sich nur, wenn sie sich gut anfühlt, haltbar ist und die Wäsche übersteht. In Science Tea Time erzählt die Chemikerin, wie sie vom Wunsch, Biologin zu werden, in die Textiltechnik kam und ob aus ihrem Forschungsfaden einmal ein Pullover mit Marktchancen werden kann.

Die Hosts sind Caro Matzko & Frank Seibert: Die bekannten Wissenschafts-Journalist:innen schaffen eine Atmosphäre für echte, nahbare Gespräche – kein Smalltalk, kein Nerdtalk, sondern kluger, unterhaltsamer und inspirierender Wissenstalk.

Quelle:

ITA – Institut für Textiltechnik der RWTH Aachen University

Strukturen, Fasern, Maserungen und bewusst sichtbare Unregelmäßigkeiten ziehen bei diesen Leuchten alle Blicke auf sich . ©Lampenwelt.de
Strukturen, Fasern, Maserungen und bewusst sichtbare Unregelmäßigkeiten ziehen bei diesen Leuchten alle Blicke auf sich .
26.10.2026

Leinen, Baumwolle und textile Oberflächen prägen neue Leuchtenkonzepte

Textile Materialien gewinnen bei dekorativen Leuchten als sichtbare und haptische Gestaltungselemente an Bedeutung. In einer aktuellen Produkt- und Trendübersicht zeigt Lampenwelt.de Leuchtenschirme aus Leinen, Baumwolle, Bast sowie groberen Gewebestrukturen. Im Vordergrund stehen bewusst wahrnehmbare Fasern, Falten und unregelmäßige Oberflächen statt vollständig glatter Materialien.

Bei Pendelleuchten entstehen durch Kombinationen aus feinen und groben Geweben unterschiedliche Grade von Lichtstreuung und Materialpräsenz. Plissierte, gerippte oder cordartige textile Strukturen erzeugen an Deckenleuchten zusätzliche Schatteneffekte. Die Materialwahl beeinflusst damit nicht nur die ästhetische Wirkung, sondern auch die Wahrnehmung des ausgestrahlten Lichts im Raum.

Für Hersteller von Heim- und Objekttextilien ist diese Entwicklung als angrenzender Absatz- und Anwendungsmarkt interessant. Gefragt sind Gewebe, die Formstabilität, Oberflächencharakter und gewünschte Lichtdurchlässigkeit verbinden. Bei einem industriellen Einsatz wären darüber hinaus Brandschutz, Alterungsbeständigkeit, Reinigung und die Kompatibilität mit elektrischen Bauteilen zu prüfen.

Textile Materialien gewinnen bei dekorativen Leuchten als sichtbare und haptische Gestaltungselemente an Bedeutung. In einer aktuellen Produkt- und Trendübersicht zeigt Lampenwelt.de Leuchtenschirme aus Leinen, Baumwolle, Bast sowie groberen Gewebestrukturen. Im Vordergrund stehen bewusst wahrnehmbare Fasern, Falten und unregelmäßige Oberflächen statt vollständig glatter Materialien.

Bei Pendelleuchten entstehen durch Kombinationen aus feinen und groben Geweben unterschiedliche Grade von Lichtstreuung und Materialpräsenz. Plissierte, gerippte oder cordartige textile Strukturen erzeugen an Deckenleuchten zusätzliche Schatteneffekte. Die Materialwahl beeinflusst damit nicht nur die ästhetische Wirkung, sondern auch die Wahrnehmung des ausgestrahlten Lichts im Raum.

Für Hersteller von Heim- und Objekttextilien ist diese Entwicklung als angrenzender Absatz- und Anwendungsmarkt interessant. Gefragt sind Gewebe, die Formstabilität, Oberflächencharakter und gewünschte Lichtdurchlässigkeit verbinden. Bei einem industriellen Einsatz wären darüber hinaus Brandschutz, Alterungsbeständigkeit, Reinigung und die Kompatibilität mit elektrischen Bauteilen zu prüfen.

Die Unternehmensmitteilung beschreibt eine kuratierte Produktauswahl und liefert keine belastbaren Absatz- oder Marktwachstumszahlen. Sie ist daher als Design- und Materialtrend, nicht als quantitativer Branchenindikator einzuordnen.

26.10.2026

PFAS in Shein-Textilien: Umwelthilfe fordert schärfere Marktüberwachung

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) erhebt nach eigenen Angaben Klage gegen die für den deutschen Onlineshop von Shein verantwortliche Infinite Styles Ecommerce Co., Ltd. Hintergrund ist die erneute Werbung für eine Bratpfanne mit der Aussage „PFOA-frei“. Die DUH sieht darin die irreführende Hervorhebung eines in der EU ohnehin geltenden gesetzlichen Mindeststandards. Die Gesellschaft habe erneut eine strafbewehrte Unterlassungserklärung abgegeben, die geltend gemachte Vertragsstrafe aber nicht bezahlt. Über die Klage ist damit noch nicht entschieden.

Die aktuelle Auseinandersetzung betrifft unmittelbar ein Haushaltsprodukt. Branchenrelevant wird sie durch die parallel erhobenen Vorwürfe zu Textilien im Sortiment der Plattform. Nach Darstellung der DUH überschritten drei Viertel der von ihr auf PFAS untersuchten Textilprodukte die einschlägigen EU-Grenzwerte. Bei einer Kapuzenjacke für Jugendliche habe der Messwert sogar mehr als das 12.000-Fache des Grenzwerts betragen. Die Mitteilung nennt jedoch keine vollständige Stichprobengröße oder das gesamte Prüfprogramm; die Angaben sollten deshalb ausdrücklich als Untersuchungsergebnisse der DUH gekennzeichnet werden.

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) erhebt nach eigenen Angaben Klage gegen die für den deutschen Onlineshop von Shein verantwortliche Infinite Styles Ecommerce Co., Ltd. Hintergrund ist die erneute Werbung für eine Bratpfanne mit der Aussage „PFOA-frei“. Die DUH sieht darin die irreführende Hervorhebung eines in der EU ohnehin geltenden gesetzlichen Mindeststandards. Die Gesellschaft habe erneut eine strafbewehrte Unterlassungserklärung abgegeben, die geltend gemachte Vertragsstrafe aber nicht bezahlt. Über die Klage ist damit noch nicht entschieden.

Die aktuelle Auseinandersetzung betrifft unmittelbar ein Haushaltsprodukt. Branchenrelevant wird sie durch die parallel erhobenen Vorwürfe zu Textilien im Sortiment der Plattform. Nach Darstellung der DUH überschritten drei Viertel der von ihr auf PFAS untersuchten Textilprodukte die einschlägigen EU-Grenzwerte. Bei einer Kapuzenjacke für Jugendliche habe der Messwert sogar mehr als das 12.000-Fache des Grenzwerts betragen. Die Mitteilung nennt jedoch keine vollständige Stichprobengröße oder das gesamte Prüfprogramm; die Angaben sollten deshalb ausdrücklich als Untersuchungsergebnisse der DUH gekennzeichnet werden.

Die Organisation fordert wirksamere Kontrollen von Onlineimporten, Sanktionen gegen irreführende Umwelt- und Sicherheitswerbung sowie strengere Vorgaben für Schadstoffe in Textilien. Für Hersteller, Importeure und Handelsplattformen verdeutlicht der Fall die Bedeutung dokumentierter Materialprüfungen und rechtlich belastbarer Produktkommunikation. Dabei ist zwischen PFOA als spezifischer Stoffgruppe beziehungsweise Substanz und der wesentlich breiteren PFAS-Familie zu unterscheiden: Die Aussage „PFOA-frei“ bedeutet nicht automatisch, dass ein Produkt frei von sämtlichen PFAS ist.

Quelle:

Deutsche Umwelthilfe e.V.

26.10.2026

MIR-Laser und KI sollen verstecktes Elastan in Alttextilien identifizieren

Verdeckte Elastananteile gehören zu den schwierigsten Störfaktoren bei der werkstofflichen Wiederverwertung von Alttextilien. Schon kleine Mengen des elastischen Materials können das Recycling thermoplastischer Fasern beeinträchtigen. Besonders anspruchsvoll ist die Identifizierung, wenn Elastan in Mischgeweben verarbeitet oder von anderen Fasern umhüllt ist.

Das Projekt „Uncover Elastane“ setzt deshalb auf die Kombination von Mid-Infrared-Lasertechnologie (MIR) und künstlicher Intelligenz. Entwickelt werden soll ein Demonstrator, der Elastananteile auch in komplexen textilen Konstruktionen erkennt und damit eine gezieltere Sortierung ermöglicht. Die geplante Analyse geht über eine rein optische Erkennung von Farbe oder Stoffoberfläche hinaus: Entscheidend ist die materialspezifische Identifizierung innerhalb des textilen Verbundes.

Verdeckte Elastananteile gehören zu den schwierigsten Störfaktoren bei der werkstofflichen Wiederverwertung von Alttextilien. Schon kleine Mengen des elastischen Materials können das Recycling thermoplastischer Fasern beeinträchtigen. Besonders anspruchsvoll ist die Identifizierung, wenn Elastan in Mischgeweben verarbeitet oder von anderen Fasern umhüllt ist.

Das Projekt „Uncover Elastane“ setzt deshalb auf die Kombination von Mid-Infrared-Lasertechnologie (MIR) und künstlicher Intelligenz. Entwickelt werden soll ein Demonstrator, der Elastananteile auch in komplexen textilen Konstruktionen erkennt und damit eine gezieltere Sortierung ermöglicht. Die geplante Analyse geht über eine rein optische Erkennung von Farbe oder Stoffoberfläche hinaus: Entscheidend ist die materialspezifische Identifizierung innerhalb des textilen Verbundes.

Das Institut für Textiltechnik Augsburg (ITA) arbeitet parallel an einem mechanischen Recyclingverfahren für elastanhaltige Textilabfälle. Die Projektpartner wollen damit eine Perspektive für das Faser-zu-Faser-Recycling schaffen. Ein zweiter Arbeitsbereich betrifft Grundlagen für einen Digitalen Produktpass, der Materialzusammensetzung und Nachhaltigkeitsinformationen entlang des Lebenszyklus verfügbar machen könnte.

Noch handelt es sich um Entwicklungsziele, nicht um nachgewiesene industrielle Sortierleistungen. Für die spätere Bewertung sind unter anderem Erkennungsgrenzen, Durchsatz, Fehlerquoten bei unterschiedlichen Fasermischungen sowie die Qualität des zurückgewonnenen Materials relevant. Gerade diese Verbindung von Analytik, automatisierter Sortierung und nachfolgender Verwertung entscheidet darüber, ob gemischte Alttextilien in höherwertige Materialkreisläufe zurückgeführt werden können.

26.10.2026

Trotz schwacher Konsumstimmung: Halloweengeschäft bleibt stabil

Auch in diesem Jahr kann sich der Einzelhandel in Deutschland zu Halloween wieder über deutlich mehr als 500 Millionen Euro zusätzlichen Umsatz freuen. Das zeigt die aktuelle Prognose des Handelsverbandes Deutschland (HDE). Trotz der aktuell eher zurückhaltenden Konsumstimmung zeigt das Geschäft mit dem Gruselfest Stabilität. Im Vorjahresvergleich steigen die Umsätze sogar leicht um rund 3,3 Prozent.

„Halloween löst im Einzelhandel alles andere als Furcht aus, denn das Gruselfest bleibt für viele Handelsunternehmen ein wichtiger Umsatzimpuls. Die Umsätze werden 2026 voraussichtlich sogar etwas über dem Vorjahresniveau liegen, was angesichts der schwierigen Rahmenbedingungen für den Konsum durchaus überrascht und als positives Signal der Stabilität zu werten ist. Halloween hat sich längst einen festen Platz im Einzelhandelsjahr in Deutschland erarbeitet“, so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth.

Auch in diesem Jahr kann sich der Einzelhandel in Deutschland zu Halloween wieder über deutlich mehr als 500 Millionen Euro zusätzlichen Umsatz freuen. Das zeigt die aktuelle Prognose des Handelsverbandes Deutschland (HDE). Trotz der aktuell eher zurückhaltenden Konsumstimmung zeigt das Geschäft mit dem Gruselfest Stabilität. Im Vorjahresvergleich steigen die Umsätze sogar leicht um rund 3,3 Prozent.

„Halloween löst im Einzelhandel alles andere als Furcht aus, denn das Gruselfest bleibt für viele Handelsunternehmen ein wichtiger Umsatzimpuls. Die Umsätze werden 2026 voraussichtlich sogar etwas über dem Vorjahresniveau liegen, was angesichts der schwierigen Rahmenbedingungen für den Konsum durchaus überrascht und als positives Signal der Stabilität zu werten ist. Halloween hat sich längst einen festen Platz im Einzelhandelsjahr in Deutschland erarbeitet“, so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth.

Insgesamt geht der Handelsverband für das Einzelhandelsgeschäft rund um das Kürbisfest in diesem Jahr von Umsätzen in Höhe von 537 Millionen Euro aus. Das entspricht im Vorjahresvergleich einem Plus von rund 3,3 Prozent. Dabei geht die Zahl der Menschen, die Ausgaben zu Halloween plant, leicht zurück (2025: 15,2 Prozent, 2026: 14,9 Prozent). Insgesamt ist die Begeisterung für Halloween hierzulande in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Das zeigt sich auch in den Ausgaben der Verbraucher für das Fest: So liegen die Umsätze in diesem Jahr voraussichtlich um 69 Prozent höher als noch 2019.
Auffällig ist in diesem Jahr: Nur bei Süßwaren und Schminke wollen die Verbraucher weniger Geld ausgeben als im Vorjahr. Vor allem Deko, sonstige Lebensmittel und Getränke dürfen 2026 in den Einkaufswagen wandern. Die Zutaten für eine rundum schaurig-schöne Halloween-Party sind also vorhanden und einer gelungenen Gruselnacht steht nichts im Wege.

Für die Untersuchung führte das IFH Köln im Auftrag des HDE im Oktober 2026 eine bevölkerungsrepräsentative Umfrage unter mehr als 1.000 Menschen zwischen 18 und 69 Jahren durch.

Quelle:

HDE Handelsverband Deutschland

Holzfaserdämmplatte mit CAP. Foto: DITF
Holzfaserdämmplatte mit CAP.
23.10.2026

Biobasierte Bindefasern für Holzfaserdämmstoffe

Die Deutschen Institute für Textil- und Faserforschung in Denkendorf (DITF) entwickeln im Projekt CelluWoodFlex biobasierte Celluloseesterfasern als alternative Bindefasern für flexible Holzfaserdämmstoffe. Neben dem Spinnprozess und der Herstellung geeigneter Stapelfasern untersucht das Institut auch, wie sich Holz- und Cellulosefasern am Ende der Nutzungsdauer trennen und stofflich verwerten lassen.

Wie lassen sich flexible Holzfaserdämmstoffe nachhaltig herstellen und am Ende ihrer Nutzungsdauer recyceln? Mit dieser Frage beschäftigt sich das Forschungsprojekt „CelluWoodFlex“. Die DITF übernehmen im Verbundprojekt zentrale Aufgaben rund um die Herstellung und Verarbeitung von Celluloseesterfasern. Erste Arbeiten sind bereits erfolgreich abgeschlossen.

Die Deutschen Institute für Textil- und Faserforschung in Denkendorf (DITF) entwickeln im Projekt CelluWoodFlex biobasierte Celluloseesterfasern als alternative Bindefasern für flexible Holzfaserdämmstoffe. Neben dem Spinnprozess und der Herstellung geeigneter Stapelfasern untersucht das Institut auch, wie sich Holz- und Cellulosefasern am Ende der Nutzungsdauer trennen und stofflich verwerten lassen.

Wie lassen sich flexible Holzfaserdämmstoffe nachhaltig herstellen und am Ende ihrer Nutzungsdauer recyceln? Mit dieser Frage beschäftigt sich das Forschungsprojekt „CelluWoodFlex“. Die DITF übernehmen im Verbundprojekt zentrale Aufgaben rund um die Herstellung und Verarbeitung von Celluloseesterfasern. Erste Arbeiten sind bereits erfolgreich abgeschlossen.

Im Mittelpunkt des Vorhabens stehen thermoplastische Bindefasern auf Basis von Celluloseestern. Sie sollen künftig fossile Kunststofffasern ersetzen, die heute häufig zur Verbindung der Holzfasern in flexiblen Dämmmatten eingesetzt werden. Der biobasierte Ansatz eröffnet neue Möglichkeiten, den Einsatz fossiler Rohstoffe zu reduzieren und die stoffliche Verwertung der Materialien nach ihrer Nutzung zu verbessern.

Vom Spinnprozess bis zur fertigen Stapelfaser
Die DITF arbeiten daran, den Spinnprozess für thermoplastische Celluloseesterfasern zu etablieren. Dabei werden die Ausgangsmaterialien zu feinen Fasern verarbeitet, die sich für den Einsatz als Bindefasern eignen sollen. Ein weiterer Arbeitsschritt ist das Zuschneiden der Fasern auf definierte Längen. So entstehen Stapelfasern, die anschließend beim Projektpartner IHD (Institut für Holzfasern Dresden gGmbH) mit Holzfasern vermischt werden. Ziel ist eine möglichst gleichmäßige Verteilung der Bindefasern, damit sie ihre Funktion im späteren Dämmstoff zuverlässig erfüllen können.

Die ersten Projektschritte an den DITF sind bereits erfolgt. Das Forschungsteam des Kompetenzzentrums Biopolymerwerkstoffe hat den Spinnprozess von Fasern aus dem Celluloseester Celluloseacetatpropionat (CAP) entwickelt und praktisch umgesetzt. Die Fasern wurden zu Stapelfasern verarbeitet und eingefärbt. Die bisherigen Arbeiten schaffen damit eine wichtige Grundlage für die weitere Entwicklung und Verarbeitung der biobasierten Bindefasern.

Recycling von Anfang an mitdenken
Neben der Faserherstellung steht auch das Ende des Produktlebenszyklus im Fokus. Das DITF-Forschungsteam untersucht Möglichkeiten, Holz- und Cellulosefasern nach ihrer gemeinsamen Verwendung wieder voneinander zu trennen. Die separierten Bestandteile sollen anschließend stofflich verwertet werden können. Damit wird bereits bei der Entwicklung der Bindefasern berücksichtigt, wie sich die Materialien später zurückgewinnen und erneut nutzen lassen.

Im weiteren Projektverlauf werden die gewonnenen Erkenntnisse in die Verarbeitung der Fasern und die Bewertung ihrer Recyclingfähigkeit einfließen. Gemeinsam mit den weiteren Projektpartnern soll so die Grundlage für flexible Holzfaserdämmstoffe geschaffen werden, die biobasierte Bindefasern nutzen und neue Perspektiven für eine verbesserte Kreislaufführung eröffnen.
Das IGF-Forschungsvorhaben „CelluWoodFlex“ wird durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert. Förderkennzeichen: 01IF25128N
 

21.10.2026

Nach EP-Vorstoß: bevh drängt zu One-Stop-Shop und Kleinstmengen-Ausnahme

Das Europäische Parlament hat sich im Rahmen des Environmental Omnibus dafür ausgesprochen, eine Regel wieder abzuschaffen, wonach kleine Händler beim Verkauf in andere EU-Staaten einen Bevollmächtigten benennen müssen. Die EPR-Pflicht soll dem Parlament zufolge ausgenommen werden bei Textilien, Batterien, Elektrogeräten, Verpackungen und Einwegkunststoffen. Für Eva Behling, Leiterin Recht & Compliance beim bevh, geht die Initiative noch nicht weit genug:  
 
„Für kleine Händler ist die geplante Erleichterung ein erster Lichtblick. Wir begrüßen, dass das Parlament unsere Stimme gehört hat, und hoffen auf eine schnelle Einigung in Brüssel. Die Zeit drängt, denn für viele Händler bedeutet die Bevollmächtigtenpflicht de facto ein Exportverbot. Die Aufhebung allein reicht jedoch nicht aus. Es braucht weitere Erleichterungen. Dazu gehört besonders die komplette Ausnahme für Kleinstmengen von sämtlichen EPR-Pflichten und die Einführung eines One Stop Shops für alle Meldepflichten.“ 

Das Europäische Parlament hat sich im Rahmen des Environmental Omnibus dafür ausgesprochen, eine Regel wieder abzuschaffen, wonach kleine Händler beim Verkauf in andere EU-Staaten einen Bevollmächtigten benennen müssen. Die EPR-Pflicht soll dem Parlament zufolge ausgenommen werden bei Textilien, Batterien, Elektrogeräten, Verpackungen und Einwegkunststoffen. Für Eva Behling, Leiterin Recht & Compliance beim bevh, geht die Initiative noch nicht weit genug:  
 
„Für kleine Händler ist die geplante Erleichterung ein erster Lichtblick. Wir begrüßen, dass das Parlament unsere Stimme gehört hat, und hoffen auf eine schnelle Einigung in Brüssel. Die Zeit drängt, denn für viele Händler bedeutet die Bevollmächtigtenpflicht de facto ein Exportverbot. Die Aufhebung allein reicht jedoch nicht aus. Es braucht weitere Erleichterungen. Dazu gehört besonders die komplette Ausnahme für Kleinstmengen von sämtlichen EPR-Pflichten und die Einführung eines One Stop Shops für alle Meldepflichten.“ 

Quelle:

Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V. bevh 

21.10.2026

Innovation Day 2026: Impulse für eine nachhaltige Bauindustrie

Wie kann die Bauindustrie nachhaltiger, ressourcenschonender und widerstandsfähiger gegenüber den Folgen des Klimawandels werden? Mit dieser Frage beschäftigt sich der Innovation Day „Solutions for challenging Environments in the Construction Industry“ am 5. November 2026. Die Online-Veranstaltung bringt Expertinnen und Experten aus Forschung und Praxis zusammen und stellt aktuelle Ansätze, Technologien und Projekte für die Bauwirtschaft vor. 

Im Fokus stehen unter anderem Kreislaufwirtschaft, natürliche und lokale Ressourcen, nachhaltiger 3D-Druck sowie innovative Lösungen für das Regenwassermanagement. Darüber hinaus werden regulatorische und praktische Perspektiven auf das zirkuläre Bauen sowie aktuelle Projekte für nachhaltiges Bauen vorgestellt. 

Nach der Begrüßung und Einführung in das ITA Reinforced! Network durch Dr. Michael Effing und Dr. Christoph Greb eröffnet Marco Dalla Bona von Fabromont AG das Programm mit einer Keynote zum Übergang vom linearen zum zirkulären Bauen. Weitere Beiträge kommen unter anderem vom FaserInnovationsZentrum Zerkall, Willowprint, TFI, Concular und der Exzellenzregion Nachhaltiges Bauen. 

Wie kann die Bauindustrie nachhaltiger, ressourcenschonender und widerstandsfähiger gegenüber den Folgen des Klimawandels werden? Mit dieser Frage beschäftigt sich der Innovation Day „Solutions for challenging Environments in the Construction Industry“ am 5. November 2026. Die Online-Veranstaltung bringt Expertinnen und Experten aus Forschung und Praxis zusammen und stellt aktuelle Ansätze, Technologien und Projekte für die Bauwirtschaft vor. 

Im Fokus stehen unter anderem Kreislaufwirtschaft, natürliche und lokale Ressourcen, nachhaltiger 3D-Druck sowie innovative Lösungen für das Regenwassermanagement. Darüber hinaus werden regulatorische und praktische Perspektiven auf das zirkuläre Bauen sowie aktuelle Projekte für nachhaltiges Bauen vorgestellt. 

Nach der Begrüßung und Einführung in das ITA Reinforced! Network durch Dr. Michael Effing und Dr. Christoph Greb eröffnet Marco Dalla Bona von Fabromont AG das Programm mit einer Keynote zum Übergang vom linearen zum zirkulären Bauen. Weitere Beiträge kommen unter anderem vom FaserInnovationsZentrum Zerkall, Willowprint, TFI, Concular und der Exzellenzregion Nachhaltiges Bauen. 

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem Transfer zwischen Wissenschaft und Baupraxis. Zum Abschluss der Veranstaltung steht daher die Zusammenarbeit zwischen Forschung und Bauindustrie im Mittelpunkt. Ziel ist es, neue Lösungsansätze sichtbar zu machen, den fachlichen Austausch zu fördern und Impulse für zukünftige Innovationen zu geben.

Der Innovation Day findet am 5. November 2026 von 9:00 bis 11:45 Uhr online statt. 

Anmeldung.
Veranstaltung: Innovation Day – Solutions for challenging Environments in the Construction Industry
Datum: 5. November 2026
Uhrzeit: 09:00–11:45 Uhr
Format: Online

Quelle:

TFI - Institut für Boden- und Raumsysteme an der RWTH Aachen e.V.

Copyright AI modified Messe Düsseldorf, Constanze Tillmann
20.10.2026

Starker Auftakt für die drupa 2028: Aussteller aus 38 Ländern

Rund eineinhalb Jahre vor Messestart entfaltet die Weltleitmesse für Printing Solutions bereits ihre globale Zugkraft: Unternehmen aus 38 Ländern haben sich für die drupa 2028 angemeldet – ein starkes Signal aus der internationalen Print- und Packaging-Industrie. Vom 9. bis 17. Mai 2028 wird Düsseldorf erneut zum Ort, an dem der Puls der Branche spürbar wird, Innovationen Gestalt annehmen und neue Geschäftsperspektiven entstehen. Unternehmen können sich noch bis zum 31. Oktober 2026 anmelden.

Rund eineinhalb Jahre vor Messestart entfaltet die Weltleitmesse für Printing Solutions bereits ihre globale Zugkraft: Unternehmen aus 38 Ländern haben sich für die drupa 2028 angemeldet – ein starkes Signal aus der internationalen Print- und Packaging-Industrie. Vom 9. bis 17. Mai 2028 wird Düsseldorf erneut zum Ort, an dem der Puls der Branche spürbar wird, Innovationen Gestalt annehmen und neue Geschäftsperspektiven entstehen. Unternehmen können sich noch bis zum 31. Oktober 2026 anmelden.

Von etablierten Global Playern bis zu aufstrebenden Newcomern: Schon jetzt liest sich die Ausstellerliste wie das Who's Who der Print- und Packaging-Industrie entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Namhafte und langjährige Aussteller wie Comexi, Esko, Fujifilm, HEIDELBERG, Horizon, Konica Minolta, KYOCERA Document Solutions, LEONHARD KURZ, Line O Matic, UPG, Windmöller & Hölscher und viele mehr sind angemeldet und werden vom 9. bis 17. Mai 2028 ihre Innovationen, Technologietrends, Produktportfolios und Premieren in Düsseldorf präsentieren. Besucherinnen und Besucher dürfen sich auf ein Messeerlebnis freuen, bei dem komplexe, automatisierte Workflows, integrierte Prozesse und neue Technologien live im Produktionszusammenhang erlebbar werden.

Die internationale Ausrichtung der drupa spiegelt sich bereits deutlich in den Anmeldungen wider: Neben Deutschland sind zahlreiche Unternehmen aus bedeutenden Print- und Packaging-Märkten wie China, Italien, Indien, Spanien und Japan vertreten. Insgesamt haben sich Aussteller aus 38 Ländern für die drupa 2028 angemeldet.

Internationale Beteiligung zeigt Vielfalt und Innovationskraft der Branche
„Der aktuelle Buchungsstand und insbesondere die hohe internationale Beteiligung sind ein starkes Signal aus dem Markt“, sagt Sabine Geldermann, Director drupa, Portfolio Print Technologies, der Messe Düsseldorf. „Die bisherigen Ausstellerprofile spiegeln die gesamte Bandbreite der Branche wider: von etablierten Technologieführern über hochspezialisierte Lösungsanbieter bis hin zu Unternehmen aus neuen Technologiefeldern. Genau darin liegt die besondere Stärke der drupa. Sie vereint die internationale Print- und Packaging-Industrie entlang der gesamten Wertschöpfungskette und macht sichtbar, welche Technologien, Perspektiven und Partnerschaften ihre Zukunft prägen werden.“

Auch aus Sicht der Industrie ist die frühe internationale Beteiligung ein wichtiges Signal. Dr. Andreas Pleßke, Vorsitzender des drupa-Komitees, erklärt: „Dass sich bereits heute Unternehmen aus 38 Ländern für die drupa 2028 entschieden haben, zeigt die weltweite Bedeutung dieser Plattform für unsere Industrie. Die Branche befindet sich technologisch in einer hochdynamischen Phase. Automatisierung, Künstliche Intelligenz und vernetzte Produktionsprozesse verändern Wertschöpfungsketten und eröffnen neue Geschäftsmöglichkeiten. Umso wichtiger ist ein internationaler Ort, an dem Innovationen nicht isoliert, sondern im Zusammenspiel von Technologie, Anwendung und Markt erlebbar werden. Genau dafür steht die drupa. Freuen Sie sich auf eine drupa 2028, die völlig neue Formate bieten wird, um Ihnen diesen hochdynamischen Wandel und neue Geschäftschancen zu präsentieren.“

Impulse für Wachstum, Innovation und neue Marktpotenziale
Die drupa 2028 richtet den Blick verstärkt auf End-to-End-Lösungen sowie auf Automatisierung, Robotik, Künstliche Intelligenz, Materialien und Kreislaufwirtschaft. Im Mittelpunkt steht dabei das Zusammenspiel von Hardware, Software, Daten und automatisierten Produktionsprozessen zu integrierten Systemen.

Zugleich öffnet sich die drupa weiteren Akteuren entlang der Wertschöpfungskette: Neben Technologieanbietern, Druckdienstleistern und Convertern gewinnen Brand Owner, Designer und die Kreativwirtschaft an Bedeutung. Die neue Erlebnisarchitektur mit den vier Clustern grow, create, learn und play verbindet Business & Solutions, Kreativität, Wissenstransfer und Community unter einem gemeinsamen Dach.

Auch das Rahmenprogramm der drupa 2028 nimmt zunehmend Gestalt an. Bühnen, interaktive Formate und Wissensangebote bringen Technologien, Anwendungen und die Menschen dahinter zusammen. Dabei erhält auch die nächste Generation der Branche mehr Raum: Young Talents, Start-ups und junge Technologieunternehmen treffen gezielt auf etablierte Marktakteure und internationale Entscheider.

Weitere Details zum Rahmenprogramm und zu neuen Formaten werden Anfang 2027 vorgestellt.
Anmeldung noch bis 31. Oktober 2026
Die Anmeldung zur drupa 2028 ist noch bis zum 31. Oktober 2026 unter www.drupa.de/anmeldung möglich. Aussteller der drupa 2024 nutzen dafür ihre bestehenden Zugangsdaten, während Erstaussteller Schritt für Schritt durch das Online-Verfahren geführt werden.

Weitere Informationen:
drupa Messe Düsseldorf
Quelle:

Messe Düsseldorf

(c) RenewPoly GmbH
20.10.2026

AVK-Innovationspreis 2026 – Gewinnende stehen fest

Die Gewinnenden des renommierten Innovationspreises für Faserverbundkunststoffe der AVK– In-dustrievereinigung Verstärkte Kunststoffe wurden in diesem Jahr am 20. Oktober 2026 im Rahmen des JEC Composites Talks DACH in Köln präsentiert.

Der Preis geht an Unternehmen, Institute und deren Partner jeweils in den drei Kategorien „Produkte und Anwendungen“, „Prozesse und Verfahren“ sowie „Forschung und Wissenschaft“ für herausra-gende Composites-Innovationen. Eine Fachjury aus Ingenieuren, Wissenschaftlern und Fachjourna-listen bewertet die Einreichungen in den drei Kategorien anhand von Kriterien wie Innovationshöhe, Realisierungsgrad und Nachhaltigkeit.

KATEGORIE INNOVATIVE PRODUKTE UND ANWENDUNGEN

PLATZ 1 | ANYBRID
PARTNER: AVANCO COMPOSITES, MITSUI CHEMICALS EUROPE, STRUCNAMICS, AFPT, HILTI KUNSTSTOFFTECHNIK, INSTITUT FÜR LEICHTBAU UND KUNSTSTOFFTECHNIK DER TU 
DRESDEN

Die Gewinnenden des renommierten Innovationspreises für Faserverbundkunststoffe der AVK– In-dustrievereinigung Verstärkte Kunststoffe wurden in diesem Jahr am 20. Oktober 2026 im Rahmen des JEC Composites Talks DACH in Köln präsentiert.

Der Preis geht an Unternehmen, Institute und deren Partner jeweils in den drei Kategorien „Produkte und Anwendungen“, „Prozesse und Verfahren“ sowie „Forschung und Wissenschaft“ für herausra-gende Composites-Innovationen. Eine Fachjury aus Ingenieuren, Wissenschaftlern und Fachjourna-listen bewertet die Einreichungen in den drei Kategorien anhand von Kriterien wie Innovationshöhe, Realisierungsgrad und Nachhaltigkeit.

KATEGORIE INNOVATIVE PRODUKTE UND ANWENDUNGEN

PLATZ 1 | ANYBRID
PARTNER: AVANCO COMPOSITES, MITSUI CHEMICALS EUROPE, STRUCNAMICS, AFPT, HILTI KUNSTSTOFFTECHNIK, INSTITUT FÜR LEICHTBAU UND KUNSTSTOFFTECHNIK DER TU 
DRESDEN

Composite Hybrid Power Tool
Erstmals wurde eine hochbelastete Diamant-Bohrkrone als thermoplastisches Faserverbundbauteil realisiert. Der gewickelte Hohlkörper aus carbonfaserverstärktem Polypropylen (PP-CF) wird dabei über eine spritzgegossene Verbindungskomponente mit dem metallischen Gewinde verbunden. Diese Anwendungsinnovation wird durch einen integrativen Fertigungsprozess ermöglicht, in dem das la-serbasierte Tapewickeln und das mobile Spritzgießen zusammengeführt werden. Die besonders an-spruchsvolle Auslegung der Verbindungszonen wurde dabei mit einer systematischen Analyse der Prozess-Struktur-Eigenschaftsbeziehungen entwickelt und anhand von umfangreichen experimentel-len Untersuchungen abgesichert.

Die erzielten Ergebnisse sprechen für sich: eine Massereduzierung von ca. 70 % gegenüber Stahl, eine mindestens verdoppelte Lebensdauer mit weiterem Potenzial sowie eine um ca. 37 % verbes-serte CO₂-Bilanz, unterstützt durch den gezielten Einsatz von Rezyklaten, die direkt aus Produkti-onsabfällen erzeugt worden sind.

Am Ende konnte nachgewiesen werden, dass die Praxistauglichkeit einer Bohrkrone aus thermoplas-tischen Composites gegeben ist, da sowohl die mechanischen Ersatztests als auch die Realversu-che im Feld erfolgreich bestanden wurden.

PLATZ 2 | RENEWPOLY GMBH
PARTNER: EXIST FORSCHUNGSTRANSFER, UNTERNEHMERTUM, TUM
FlexFuran™ – Hochleistungs-Polymersystem für flammhemmende Verbundwerkstoffe
FlexFuran™ ist ein innovatives, biobasiertes Polymersystem, das für hochleistungsfähige, flamm-hemmende Verbundwerkstoffe entwickelt wurde. Es bietet eine nachhaltige Alternative zu herkömmli-chen, auf fossilen Rohstoffen basierenden Phenolharzsystemen und erfüllt gleichzeitig die Verarbei-tungs- und Leistungsanforderungen anspruchsvoller Anwendungen. FlexFuran™ basiert auf nach-wachsendem Furfurylalkohol und vereint hohe Feuerbeständigkeit, geringe Rauchtoxizität und her-vorragende mechanische Eigenschaften mit einem deutlich reduzierten ökologischen Fußabdruck. Das Harz lässt sich mit etablierten Verbundwerkstoff-Fertigungstechnologien (als „Drop-in-Lösung“) verarbeiten, darunter Prepreg-, Infusions- und Formpressverfahren. Seine anpassbare Formulierung ermöglicht die Einstellung von Viskosität, Aushärtungsverhalten, Zähigkeit und thermischen Eigen-schaften, um anwendungsspezifische Anforderungen zu erfüllen. FlexFuran™ ist eine skalierbare, industriell umsetzbare Lösung für den Verkehrs- und Mobilitätssektor sowie andere Anwendungen, bei denen Brandschutz, Leichtbau und Nachhaltigkeit von entscheidender Bedeutung sind.

PLATZ 3 | RELINEEUROPE GMBH
Alphaliner MH - Nachhaltige, innovative Sanierungslösung von Abwasserschächten
Der Alphaliner MH ist ein UV-lichthärtender GFK-Schachtliner zur grabenlosen Sanierung maroder Abwasserschächte. Das Produkt wird als standardisierter Schlauchliner mit hoher Dehnfähigkeit in Endloslänge gefertigt und mit DN 630 auf die Baustelle geliefert. Vor Ort wird der Liner zugeschnit-ten, eingehängt und unter Innendruck auf die vorhandene Geometrie aufgedehnt, bevor die Aushär-tung mittels UV-Technologie erfolgt. Für den Prozess wurden ein LKW mit Schachtanhänger zur Linervorbereitung und eine Packer-Kern-Einheit entwickelt.

Der Liner basiert auf einem mehrjährigen F&E-Projekt der RelineEurope GmbH mit Patentanmeldun-gen zur Mess- und Steuertechnik beim Aufdehnen, zur Ausgestaltung des Schachtlinerbodens und zum Verschlusskonzept. Zwanzig Baustellentests bestätigten die Praxistauglichkeit, die Serienüber-führung ist für 2026 geplant. Die grabenlose Sanierung reduziert gegenüber offener Bauweise Aus-hub, Neubau und Transportleistungen und senkt Ressourcenverbrauch und CO₂-Emissionen.

KATEGORIE INNOVATIVE PROZESSE UND VERFAHREN
PLATZ 1 | COMPRISETEC GMBH
PARTNER: INSTITUT FÜR FLUGZEUG-PRODUKTIONSTECHNIK (IFPT), TECHNISCHE UNIVER-SITÄT HAMBURG (TUHH), INVENT GMBH

Robotic Dieless Composite Manufacturing
Mit dem „Robotic Dieless Composite Manufacturing“ haben CompriseTec, das Institut für Flugzeug-Produktionstechnik (IFPT) der Technischen Universität Hamburg (TUHH) und INVENT einen neuen Ansatz für die werkzeuglose Fertigung thermoplastischer Composite-Bauteile entwickelt. Zwei ko-operierende Roboter verformen erwärmte, endlosfaserverstärkte Organobleche von beiden Seiten inkrementell und ermöglichen so die flexible Herstellung komplexer Geometrien ohne geometriespe-zifische Formwerkzeuge. Eine durchgängige digitale Prozesskette überführt das CAD-Modell direkt in drapierungsgerechte Roboterbahnen. Ergänzend lassen sich faserverstärkte Funktionselemente mittels non-planarer, robotergestützter additiver Fertigung direkt auf die ausgeformte Oberfläche aufbringen. Der Ansatz reduziert Werkzeugaufwand und Vorlaufzeiten und eröffnet damit neue Mög-lichkeiten für eine flexible und wirtschaftliche Fertigung von Prototypen, Einzelteilen und Kleinserien.

PLATZ 2 | FIBCLICK GMBH
Pultrusion Planner - Digitale und automatisierte Auslegung von Pultrusionsprozessen mittels KI-basierter CAE-Software
Komplexe Profilgeometrien galten in der Pultrusion lange als unwirtschaftlich, weil die Prozessausle-gung lange dauerte und stark von erfahrenen Ingenieuren abhing. Die fibclick GmbH aus Augsburg bringt mit einem graphbasierten Modell Licht in die Blackbox des Produktionsverhaltens und wurde dafür mit dem AVK Innovationspreis 2026 ausgezeichnet. Mit dem Ansatz ausgelegte Profile laufen bereits in der EU und China, seit Oktober 2026 ist die Software Pul-Planner selbst auf dem Markt. Ein digitaler Zwilling bildet Faserverhalten und Materialeigenschaften ab, die KI generiert daraus De-signvorschläge für Werkzeuge und Anlagen und senkt so Konstruktionszeit und Ausfallraten: Die Produktionsdauer sank in einem Fall von 7 auf 3 Tage. So bleibt das Unternehmen auch bei Perso-nalwechsel oder Krankheit arbeitsfähig. „Wir sehen, wie sich datengetriebene Prozessauslegung etabliert, und freuen uns, Pultrudeuren einen einfachen Einstieg zu ermöglichen", sagt Isa Taflan, Mitgründer von fibclick.

PLATZ 3 | HORNUNG OSP
PARTNER: STEINBEIS INNOVATIONSZENTRUM SMART SOLUTIONS
Biimtec – neues patentiertes Funktionsprinzip für die industrielle Oberflächenbearbeitung
Biimtec wurde für die effiziente und reproduzierbare Vorbereitung von Oberflächen für Klebe-, La-ckier- und Beschichtungsprozesse entwickelt. Gerade bei modernen und empfindlichen Werkstoffen, großflächigen 2D-Bauteilen, komplexen 3D-Geometrien oder dünnen Folien besteht die Herausforde-rung darin, eine homogene und definierte Oberflächenstruktur zu erzeugen, ohne das Bauteil unnötig mechanisch zu belasten.

Die industrielle Strahltechnik blickt auf eine mehr als 150-jährige Entwicklungsgeschichte zurück. Biimtec führt erstmals ein neues Funktionsprinzip ein, bei dem Strahlmitteltransport und Partikelbe-schleunigung funktional voneinander getrennt und unabhängig regelbar werden. Das patentierte Ver-fahren hebt sich damit grundlegend von den bisher etablierten Strahltechnologien ab.

Durch die Entkopplung kann eine sehr hohe Partikelmenge bei gleichzeitig vergleichsweise niedrigem Strahldruck eingesetzt werden. Es entsteht ein dichtes und großflächig wirksames Strahlnetz, das eine schnelle, homogene und konturtreue Bearbeitung von 2D- und 3D-Oberflächen ermöglicht. Die höhere Flächenleistung reduziert notwendige Überfahrten und Bearbeitungszeiten und damit zugleich den Energiebedarf von Kompressor, Absaugung, Robotik und Anlagenperipherie.

Das Verfahren ist materialübergreifend einsetzbar – unter anderem für CFK, GFK, Kunststoffe, Hyb-ridwerkstoffe, Metalle sowie dünne und empfindliche Folien. Oberflächen können gezielt und reprodu-zierbar strukturiert, aufgeraut und in ihrer wirksamen Fläche vergrößert werden. Damit schafft Biim-tec neue Möglichkeiten insbesondere für die Klebe-, Lackier- und Beschichtungsvorbereitung und schließt eine technologische Lücke zwischen klassischen mechanischen Verfahren wie Schleifen und anderen Aktivierungsverfahren, die keine definierte mechanische Oberflächenrauheit erzeugen.

Ein zusätzlicher Vorteil zeigt sich bei geeigneten Werkstoffen in der Fehlererkennung während der Bearbeitung: Poren, Lunker, Delaminationen, Harzfehlstellen oder Faserfehler können sichtbar wer-den. Biimtec verbindet damit Oberflächenvorbereitung, hohe Flächenleistung, Energie- und Ressour-ceneffizienz sowie zusätzliche Qualitätssicherung in einem neuen Prozessprinzip.

KATEGORIE WISSENSCHAFT UND FORSCHUNG
PLATZ 1 | UNIVERSITÄT STUTTGART – INSTITUT FÜR WERKZEUGMASCHINEN,
UNIVERSITÄT STUTTGART – INSTITUT FÜR TEXTIL- UND FASERTECHNOLOGIEN

Strukturkomponenten aus vorgespanntem faserverstärktem Mineralguss
Mineralguss findet aufgrund seiner herausragenden schwingungsdämpfenden Eigenschaften bereits seit den 1970er Jahren Einsatz im Werkzeugmaschinenbau. 

Bedingt durch die vergleichsweise geringe Zugfestigkeit des Werkstoffs, ist sein Anwendungsgebiet jedoch weitestgehend auf stehende Maschinenkomponenten wie Maschinenbetten begrenzt. Um das Einsatzgebiet auszuweiten, wurde im Rahmen zweier DFG-Forschungsprojekte erstmals das aus dem Spannbeton bekannte Prinzip der Vorspannung auf Mineralguss übertragen. Durch die vorge-nommene Integration vorgespannter Carbonfaserrovings entsteht der Werkstoff „vorgespannter fa-serverstärkter Mineralguss“ (VFMG). Die Vorgehensweise steigert die Biegesteifigkeit gegenüber reinem Mineralguss um 33% und ermöglicht damit den Einsatz von VFMG in sich bewegenden Struk-turkomponenten von Werkzeugmaschinen. Drei Demonstratoren zeigen das Potential, das vor allem in einer hohen Dämpfung, einer Gewichtseinsparung um bis zu 65% und einem geringen CO2-Fußabdruck liegt.

PLATZ 2 | UNIVERSITÄT BAYREUTH/ LEHRSTUHL FÜR POLYMERE WERKSTOFFE
Einfluss des Faserspreizens und der Verarbeitungsmethode auf die mechanischen Eigenschaften von CFK-Laminaten für Wasserstoffdrucktanks
In der Masterarbeit von Dennis Droßel wurde der Einfluss des Faserspreizens und der Verarbei-tungsmethode auf die mechanischen Eigenschaften von carbonfaserverstärkten Kunststoff-Laminaten untersucht. Ziel der Arbeit war es, durch das Spreizen von Carbonfasern die Lagendicke zu reduzieren und damit die Bauteilperformance zu optimieren. Damit unterstützt die Arbeit die Ent-wicklung von nachhaltigeren, leistungsfähigeren und gleichzeitig kosteneffizienteren Wasserstoff-drucktanks für mobile Anwendungen wie Brennstoffzellenfahrzeuge. Besonders innovativ ist die di-rekte Übertragung von klassisch im Prepreg-Bereich eingesetzten Spreiztechnologien auf das Wi-ckelverfahren und die Identifikation von Prozessanpassungen zur Reduktion von Defekten. Die Kopp-lung von zerstörungsfreier Prüfung, mikrostruktureller Analyse und mechanischer Prüfung ermöglicht eine bisher fehlende, ganzheitliche Bewertung der Auswirkungen von Porosität, Faser-Harz-Verteilung und Faserschädigung auf interlaminare Scherfestigkeit und Zugfestigkeit solcher Lamina-te.

PLATZ 3 | FASERINSTITUT BREMEN E. V.
Sortenrein, bärenstark, 100 % rezyklierbar -- Untertitel: Neuartige    Verbundwerkstoffe auf Basis von Polylactid-Bikomponentenfasern
Für ihre wegweisende Arbeit zu eigenverstärkten, polymeren Werkstoffen wurden Forschende vom Faserinstitut Bremen e. V. mit dem AVK-Innovationspreis 2026 in der Kategorie „For-schung/Wissenschaft“ ausgezeichnet. Dabei nutzten sie Kern-Mantel-Bikomponentenfasern auf Ba-sis von Polylactid (PLA), um sortenreine Verbundwerkstoffe (Single-Polymer Composites) herzustel-len. Durch eine gezielte Konsolidierung steigen die mechanischen Eigenschaften drastisch: Die Zug-festigkeit verdoppelt sich nahezu im Vergleich zu reinem PLA, der Elastizitätsmodul konnte nahezu verdreifacht werden. 

Da das resultierende SRP-PLA vollständig aus einer einzigen Polymerfamilie besteht, bietet es neben exzellenter Performance eine hervorragende Rezyklierbarkeit - ein Meilenstein für die industrielle Kreislaufwirtschaft.

ÜBERSICHT ALLER PREISTRAGENDEN IN DEN DREI KATEGORIEN
KATEGORIE PRODUKTE UND ANWENDUNGEN
Platz 1 | ANYBRID
PARTNER: AVANCO COMPOSITES, MITSUI CHEMICALS EUROPE, STRUCNAMICS, AFPT, HILTI KUNSTSTOFFTECHNIK, INSTITUT FÜR LEICHTBAU UND KUNSTSTOFFTECHNIK DER TU 
DRESDEN
Composite Hybrid Power Tool

Platz 2 | RENEWPOLY GMBH
PARTNER: EXIST FORSCHUNGSTRANSFER, UNTERNEHMERTUM, TUM
FlexFuran™ – Hochleistungs-Polymersystem für flammhemmende Verbundwerkstoffe

Platz 3 | RELINEEUROPE GMBH
Alphaliner MH - Nachhaltige, innovative Sanierungslösung von Abwasserschächten


KATEGORIE PROZESSE UND VERFAHREN
Platz 1 | COMPRISETEC GMBH
PARTNER: INSTITUT FÜR FLUGZEUG-PRODUKTIONSTECHNIK (IFPT), TECHNISCHE UNIVER-SITÄT HAMBURG (TUHH), INVENT GMBH
Robotic Dieless Composite Manufacturing

Platz 2 | FIBCLICK GMBH
Pultrusion Planner - Digitale und automatisierte Auslegung von Pultrusionsprozessen mittels KI-basierter CAE-Software

Platz 3 | HORNUNG OSP
PARTNER: STEINBEIS INNOVATIONSZENTRUM SMART SOLUTIONS
Biimtec – neues patentiertes Funktionsprinzip für die industrielle Oberflächenbearbeitung

KATEGORIE FORSCHUNG UND WISSENSCHAFT
Platz 1 | UNIVERSITÄT STUTTGART – INSTITUT FÜR WERKZEUGMASCHINEN,
UNIVERSITÄT STUTTGART – INSTITUT FÜR TEXTIL- UND FASERTECHNOLOGIEN
Strukturkomponenten aus vorgespanntem faserverstärktem Mineralguss

Platz 2 | UNIVERSITÄT BAYREUTH/ LEHRSTUHL FÜR POLYMERE WERKSTOFFE
Einfluss des Faserspreizens und der Verarbeitungsmethode auf die mechanischen Eigenschaften von CFK-Laminaten für Wasserstoffdrucktanks

Platz 3 | FASERINSTITUT BREMEN E. V.
Sortenrein, bärenstark, 100 % rezyklierbar -- Untertitel: Neuartige    Verbundwerkstoffe auf Basis von Polylactid-Bikomponentenfasern

Quelle:

AVK - Industrievereinigung Verstärkte Kunststoffe e. V.

19.10.2026

Zünd Technology Days 2026

Zwei Tage mit Live-Technologiedemos, Fachvorträgen und geführten Einblicken in reale Produktionsabläufe: Am 18. und 19. November 2026 öffnet Zünd am Hauptsitz in Altstätten seine Türen für internationale Fachbesucherinnen und Fachbesucher. Die Zünd Technology Days 2026 zeigen, wie sich Zuschnittprozesse in der Lederverarbeitung, im Textilzuschnitt, in der Dichtungsfertigung und im Composites-Zuschnitt effizienter, flexibler und zukunftssicher gestalten lassen.

Die Digitalisierung und Automatisierung von Produktionsprozessen bleibt eine der grössten Herausforderungen der Fertigungsindustrie. Anwender streben nach Lösungen, mit denen sie neue technologische Möglichkeiten erfolgreich für ihre Geschäftsmodelle nutzen können. Genau hier setzen die Zünd Technology Days 2026 an. Mit dem zweitägigen Open House legt Zünd den Fokus auf Schneidmaschinen, Zuschnitttechnologie, Automatisierungslösungen und Software, die die nächste Ära des digitalen Zuschnitts prägen.

Zwei Tage mit Live-Technologiedemos, Fachvorträgen und geführten Einblicken in reale Produktionsabläufe: Am 18. und 19. November 2026 öffnet Zünd am Hauptsitz in Altstätten seine Türen für internationale Fachbesucherinnen und Fachbesucher. Die Zünd Technology Days 2026 zeigen, wie sich Zuschnittprozesse in der Lederverarbeitung, im Textilzuschnitt, in der Dichtungsfertigung und im Composites-Zuschnitt effizienter, flexibler und zukunftssicher gestalten lassen.

Die Digitalisierung und Automatisierung von Produktionsprozessen bleibt eine der grössten Herausforderungen der Fertigungsindustrie. Anwender streben nach Lösungen, mit denen sie neue technologische Möglichkeiten erfolgreich für ihre Geschäftsmodelle nutzen können. Genau hier setzen die Zünd Technology Days 2026 an. Mit dem zweitägigen Open House legt Zünd den Fokus auf Schneidmaschinen, Zuschnitttechnologie, Automatisierungslösungen und Software, die die nächste Ära des digitalen Zuschnitts prägen.

Die Zielgruppen sind Entscheidungsträger und Mitarbeitende von Unternehmen jeder Grössenordnung aus der Automobil- und Fahrzeuginnenausstattung, der Polstermöbelindustrie, der Lederwarenherstellung, der Textilverarbeitung, der Dichtungsfertigung sowie aus Pharma und Biotech, Luft- und Raumfahrt und dem Bereich Schutz, Sicherheit und Verteidigung. Wer Investitionsentscheidungen trifft, findet an den Zünd Technology Days 2026 konkrete Antworten zu Wirtschaftlichkeit und Skalierbarkeit. Wer operativ mit Zuschnitt, Materialhandling oder Qualitätssicherung arbeitet, sieht passende Lösungen im praktischen Einsatz und kann sie im Austausch mit den Experten vor Ort direkt mit eigenen Produktionsanforderungen abgleichen.

Zu den Hauptprogrammpunkten zählen:

  • In Fachvorträgen und Keynotes sprechen Branchenexperten über Digitalisierungs- und Vernetzungsprojekte
    – im Fokus stehen Ziele, Herausforderungen, Vorgehen und Ergebnisse aus der Praxis sowie Trends, welche die oben genannten Industrien erwähnen.
  • Live-Technologiedemos, in deren Zentrum die Gesamtlösungen von Zünd und seinen Partnern stehen – von kompakten Zuschnittlösungen bis zu hochautomatisierten Produktionsumgebungen mit modernster Robotik und Software.
  • Inside Zünd – geführte Rundgänge auf dem Firmencampus bieten einen exklusiven Einblick in die eigene Fertigung und zeigen, wie die digitalen Schneidsysteme entwickelt und produziert werden. Ein Highlight wird die Besichtigung des neuen Montage- und Logistikgebäudes sein.
Weitere Informationen:
Zünd Zünd Systemtechnik AG
Quelle:

Zünd Systemtechnik AG

Foto (c) Groz-Beckert KG
19.10.2026

Groz-Beckert reduziert am Stammsitz weitere 120 Stellen

Der Textilmaschinen- und Präzisionswerkzeugspezialist Groz-Beckert plant, am Standort Albstadt bis Ende 2027 insgesamt 120 Stellen abzubauen. Das Unternehmen begründet die Entscheidung mit einer seit mehreren Jahren schwachen Nachfrage im Kerngeschäft Textile Werkzeuge. Die Geschäftsführung informierte die Belegschaft am 15. Oktober im Rahmen einer Betriebsversammlung. Die Umsetzung soll schrittweise im Laufe des Jahres 2027 erfolgen und nach Unternehmensangaben sozialverträglich gestaltet werden.

Betroffen ist ein Geschäftsbereich, dessen Produkte für das Stricken und Wirken, Weben, die Vliesstoffherstellung, das Tuften, Nähen und Spinnen benötigt werden. Damit steht die Anpassung nicht isoliert für die Lage eines einzelnen Zulieferers, sondern berührt mehrere Fertigungsstufen der internationalen Textilindustrie. Groz-Beckert beschreibt den Bedarf an textilen Werkzeugen als dauerhaft unter dem früheren Niveau. Eine kurzfristige Markterholung sei derzeit nicht absehbar.

Der Textilmaschinen- und Präzisionswerkzeugspezialist Groz-Beckert plant, am Standort Albstadt bis Ende 2027 insgesamt 120 Stellen abzubauen. Das Unternehmen begründet die Entscheidung mit einer seit mehreren Jahren schwachen Nachfrage im Kerngeschäft Textile Werkzeuge. Die Geschäftsführung informierte die Belegschaft am 15. Oktober im Rahmen einer Betriebsversammlung. Die Umsetzung soll schrittweise im Laufe des Jahres 2027 erfolgen und nach Unternehmensangaben sozialverträglich gestaltet werden.

Betroffen ist ein Geschäftsbereich, dessen Produkte für das Stricken und Wirken, Weben, die Vliesstoffherstellung, das Tuften, Nähen und Spinnen benötigt werden. Damit steht die Anpassung nicht isoliert für die Lage eines einzelnen Zulieferers, sondern berührt mehrere Fertigungsstufen der internationalen Textilindustrie. Groz-Beckert beschreibt den Bedarf an textilen Werkzeugen als dauerhaft unter dem früheren Niveau. Eine kurzfristige Markterholung sei derzeit nicht absehbar.

Als wesentliche Belastungsfaktoren nennt das Unternehmen hohe weltweite Produktionsüberkapazitäten, starken Preis- und Wettbewerbsdruck sowie eine anhaltend niedrige Investitionsbereitschaft. Hinzu kommen geopolitische Spannungen und Unsicherheiten im internationalen Handel. Nach Einschätzung von Groz-Beckert gewinnt China sowohl bei der Herstellung textiler Flächen als auch im Textilmaschinenbau weiter an Gewicht. Produktions- und Investitionsschwerpunkte verschieben sich damit zunehmend in kostengünstigere Regionen.

Die angekündigten Maßnahmen sollen Produktionskapazitäten und technische Organisationsstrukturen am tatsächlichen Bedarf ausrichten. Die Mitteilung beziffert den geplanten Personalabbau, enthält jedoch keine Aufteilung nach Abteilungen oder Berufsgruppen. Auch zu den finanziellen Effekten der Anpassung macht das Unternehmen keine konkreten Angaben. Die 120 Stellen sind daher als angekündigter Abbau bis Ende 2027 zu verstehen, nicht als bereits vollzogene Entlassungen.

Groz-Beckert ist Teil einer Unternehmensgruppe mit den Geschäftsfeldern textile Präzisionswerkzeuge, industrielle Schneidlösungen und textile Bewehrungen. Für 2025 nennt der Konzern einen Umsatz von 799 Millionen Euro und weltweit rund 8.800 Beschäftigte. Für Hersteller textiler Flächen und Maschinenbauer ist die Entwicklung ein weiteres Signal, Investitionsplanungen, regionale Beschaffungsstrukturen und technologische Differenzierung unter veränderten Wettbewerbsbedingungen zu bewerten.

Foto Pixabay
16.10.2026

EU-Regeln erhöhen Nachweislast für Textilunternehmen

Mit neuen Anforderungen aus Verpackungsrecht, Ökodesign, Verbraucherinformation und Herstellerverantwortung wächst die Zahl der Nachweise, die Textil- und Modeunternehmen organisieren müssen. GESAMTMASCHE hat vier aktuelle Regelungsbereiche zusammengefasst und deren Auswirkungen auf betriebliche Abläufe beschrieben.

Bei der europäischen Verpackungsverordnung PPWR entstehen Registrierungs-, Melde- und EPR-Pflichten. Gleichzeitig sind einzelne Durchführungsdetails und künftige Kennzeichnungsvorgaben noch in Bewegung. Das erschwert die Planung von Verpackungen und IT-Systemen insbesondere bei grenzüberschreitendem Direktvertrieb.

Für die Produktkommunikation ist die Empowering-Consumers-Richtlinie (EmpCo) relevant. Pauschale Umweltaussagen und Nachhaltigkeitszeichen stehen unter erhöhten rechtlichen Anforderungen. Unternehmen müssen Claims auf Websites, Hangtags, Katalogen und Verpackungen prüfen und die jeweiligen Nachweise belastbar dokumentieren.

Mit neuen Anforderungen aus Verpackungsrecht, Ökodesign, Verbraucherinformation und Herstellerverantwortung wächst die Zahl der Nachweise, die Textil- und Modeunternehmen organisieren müssen. GESAMTMASCHE hat vier aktuelle Regelungsbereiche zusammengefasst und deren Auswirkungen auf betriebliche Abläufe beschrieben.

Bei der europäischen Verpackungsverordnung PPWR entstehen Registrierungs-, Melde- und EPR-Pflichten. Gleichzeitig sind einzelne Durchführungsdetails und künftige Kennzeichnungsvorgaben noch in Bewegung. Das erschwert die Planung von Verpackungen und IT-Systemen insbesondere bei grenzüberschreitendem Direktvertrieb.

Für die Produktkommunikation ist die Empowering-Consumers-Richtlinie (EmpCo) relevant. Pauschale Umweltaussagen und Nachhaltigkeitszeichen stehen unter erhöhten rechtlichen Anforderungen. Unternehmen müssen Claims auf Websites, Hangtags, Katalogen und Verpackungen prüfen und die jeweiligen Nachweise belastbar dokumentieren.

Ein weiterer Komplex betrifft unverkaufte Waren: Nach der vom Verband beschriebenen ESPR-Regelung gelten seit Juli 2026 für große Unternehmen Einschränkungen bei der Vernichtung unverkaufter Bekleidung. Zulässige Ausnahmen erfordern Dokumentation. Schließlich bringt die erweiterte Herstellerverantwortung für Textilien nationale Registrierung und Finanzierungspflichten für Sammlung, Sortierung und Verwertung.

Der Verband kritisiert insbesondere die Vielzahl paralleler Systeme. Für die operative Umsetzung ist zwischen bereits geltenden Vorschriften, noch ausstehenden Detailregeln und erst künftig anzuwendenden Pflichten zu unterscheiden. Rechtsverbindliche Entscheidungen sollten anhand der jeweils aktuellen EU- und nationalen Normtexte getroffen werden.

Quelle:

GESAMTMASCHE e. V.

16.10.2026

efix tricot modernisiert die Prozesse statt nur die Software

Der Damenoberbekleidungshersteller efix tricot aus Hechingen verbindet regionale Produktionskompetenz mit einer grundlegenden Modernisierung seiner Geschäftsprozesse. Das 1907 gegründete Familienunternehmen wird heute in vierter Generation von Dr. Franz Xaver Bumiller und seiner Tochter Johanna Eichler geführt.

Ein zentrales Vorhaben war die Einführung eines neuen Warenwirtschaftssystems. Statt bestehende Abläufe unverändert in eine neue Software zu übertragen, wurden zunächst Prozesse aufgenommen, hinterfragt und teilweise neu gestaltet. Ergänzend entstand eine unternehmensspezifische Anwendung. Nach Darstellung des Unternehmens ging das System nach neun Monaten und damit früher als ursprünglich geplant innerhalb des vorgesehenen Budgets live.

Die Umstellung betraf nicht nur die IT. Arbeitsabläufe, Verantwortlichkeiten und die Zusammenarbeit zwischen Generationen mussten angepasst werden. Johanna Eichler verantwortet unter anderem IT, Personal und Marketing; in der Kommunikation nutzt efix sowohl Mitarbeiterinnen als Models als auch experimentell KI-generierte Bildwelten.

Der Damenoberbekleidungshersteller efix tricot aus Hechingen verbindet regionale Produktionskompetenz mit einer grundlegenden Modernisierung seiner Geschäftsprozesse. Das 1907 gegründete Familienunternehmen wird heute in vierter Generation von Dr. Franz Xaver Bumiller und seiner Tochter Johanna Eichler geführt.

Ein zentrales Vorhaben war die Einführung eines neuen Warenwirtschaftssystems. Statt bestehende Abläufe unverändert in eine neue Software zu übertragen, wurden zunächst Prozesse aufgenommen, hinterfragt und teilweise neu gestaltet. Ergänzend entstand eine unternehmensspezifische Anwendung. Nach Darstellung des Unternehmens ging das System nach neun Monaten und damit früher als ursprünglich geplant innerhalb des vorgesehenen Budgets live.

Die Umstellung betraf nicht nur die IT. Arbeitsabläufe, Verantwortlichkeiten und die Zusammenarbeit zwischen Generationen mussten angepasst werden. Johanna Eichler verantwortet unter anderem IT, Personal und Marketing; in der Kommunikation nutzt efix sowohl Mitarbeiterinnen als Models als auch experimentell KI-generierte Bildwelten.

Gefertigt wird nach Unternehmensangaben weiterhin in Deutschland und im nahen europäischen Ausland. Der Fall zeigt, wie sich die Wettbewerbsfähigkeit eines mittelständischen Modeanbieters zunehmend aus der Verbindung von Produktwissen, regionalen Netzwerken und datenbasierten Prozessen ergibt. Eichler wird ihre Erfahrung künftig auch als kooptiertes Präsidiumsmitglied bei GESAMTMASCHE einbringen.

 

16.10.2026

Usbekistan verlagert Textilexporte zu Fertigwaren

Usbekistan arbeitet daran, sich vom Baumwoll- und Garnexporteur zu einem Anbieter höher verarbeiteter Textil- und Bekleidungsprodukte zu entwickeln. Der deutsche Branchenverband GESAMTMASCHE beschreibt diesen Strukturwandel anhand aktueller Außenhandelsdaten und eines Kooperationsprogramms für Unternehmerinnen.

Noch 2020 lag der Wert der Baumwollgarnexporte mit 941 Millionen US-Dollar deutlich über den Exporten fertiger Textilerzeugnisse. Im ersten Halbjahr 2026 entfielen nach den vom Verband genannten Zahlen bereits 53 Prozent der Textilexporte auf Fertigwaren und nur noch 31 Prozent auf Garne. Bis 2030 will Usbekistan die Produktion von Fertigerzeugnissen auf 20 Milliarden US-Dollar verdreifachen.

Das Programm GUZ Partners soll Kontakte zwischen usbekischen und deutschen Unternehmen fördern. Eine Gruppe usbekischer Unternehmerinnen nimmt derzeit in Albstadt an einem Trainingsprogramm teil. Die Teilnehmerinnen sollen ihre Erfahrungen in Unternehmen einbringen, Investitionsentscheidungen unterstützen und längerfristige Geschäftsbeziehungen entwickeln. Für deutsche Hersteller und Beschaffer ist die Entwicklung vor allem aus zwei Gründen interessant. 

Usbekistan arbeitet daran, sich vom Baumwoll- und Garnexporteur zu einem Anbieter höher verarbeiteter Textil- und Bekleidungsprodukte zu entwickeln. Der deutsche Branchenverband GESAMTMASCHE beschreibt diesen Strukturwandel anhand aktueller Außenhandelsdaten und eines Kooperationsprogramms für Unternehmerinnen.

Noch 2020 lag der Wert der Baumwollgarnexporte mit 941 Millionen US-Dollar deutlich über den Exporten fertiger Textilerzeugnisse. Im ersten Halbjahr 2026 entfielen nach den vom Verband genannten Zahlen bereits 53 Prozent der Textilexporte auf Fertigwaren und nur noch 31 Prozent auf Garne. Bis 2030 will Usbekistan die Produktion von Fertigerzeugnissen auf 20 Milliarden US-Dollar verdreifachen.

Das Programm GUZ Partners soll Kontakte zwischen usbekischen und deutschen Unternehmen fördern. Eine Gruppe usbekischer Unternehmerinnen nimmt derzeit in Albstadt an einem Trainingsprogramm teil. Die Teilnehmerinnen sollen ihre Erfahrungen in Unternehmen einbringen, Investitionsentscheidungen unterstützen und längerfristige Geschäftsbeziehungen entwickeln. Für deutsche Hersteller und Beschaffer ist die Entwicklung vor allem aus zwei Gründen interessant. 

Zum einen entstehen zusätzliche potenzielle Lieferanten für weiterverarbeitete Produkte; zum anderen verändert sich die Wettbewerbsposition von Anbietern, die bislang überwiegend Garn oder Rohmaterial lieferten. GESAMTMASCHE verweist zudem auf die vorläufige Anwendung eines neuen EU-Usbekistan-Partnerschaftsabkommens seit März 2026 und den Ausbau des Transkaspischen Transportkorridors.

Wie schnell sich die angekündigten Produktionsziele realisieren lassen, hängt unter anderem von Qualifikation, Investitionen, Qualitätssicherung und zuverlässigen Transportverbindungen ab. Die genannten Ziele sind Planwerte und keine bereits erreichten Produktionsmengen.

 

Quelle:

GESAMTMASCHE e. V.

16.10.2026

EU–Indien: Zollfreiheit trifft auf ungleiche Lieferketten

Das geplante Freihandelsabkommen zwischen der EU und Indien soll Zölle auf Textilien und Bekleidung weitgehend unmittelbar nach Inkrafttreten beseitigen. Der Branchenverband GESAMTMASCHE warnt jedoch davor, formale Zollgleichheit mit vergleichbaren Wettbewerbsbedingungen gleichzusetzen.

Indien verfügt über eine weitgehend durchgängige textile Produktionskette vom Rohstoff bis zur Konfektion. Viele europäische Unternehmen organisieren dagegen einzelne Fertigungsstufen grenzüberschreitend und exportieren eher kleinere Mengen hochwertiger Spezialprodukte. Entsprechend ungleich sind die Handelsströme: Für 2024 nennt der Verband textile und bekleidungsbezogene EU-Importe aus Indien von knapp sieben Milliarden Euro, während die Exporte in die Gegenrichtung lediglich 366 Millionen Euro erreichten. Das entspricht ungefähr einem Verhältnis von 19 zu eins.

Das geplante Freihandelsabkommen zwischen der EU und Indien soll Zölle auf Textilien und Bekleidung weitgehend unmittelbar nach Inkrafttreten beseitigen. Der Branchenverband GESAMTMASCHE warnt jedoch davor, formale Zollgleichheit mit vergleichbaren Wettbewerbsbedingungen gleichzusetzen.

Indien verfügt über eine weitgehend durchgängige textile Produktionskette vom Rohstoff bis zur Konfektion. Viele europäische Unternehmen organisieren dagegen einzelne Fertigungsstufen grenzüberschreitend und exportieren eher kleinere Mengen hochwertiger Spezialprodukte. Entsprechend ungleich sind die Handelsströme: Für 2024 nennt der Verband textile und bekleidungsbezogene EU-Importe aus Indien von knapp sieben Milliarden Euro, während die Exporte in die Gegenrichtung lediglich 366 Millionen Euro erreichten. Das entspricht ungefähr einem Verhältnis von 19 zu eins.

Die praktische Bedeutung des Abkommens entscheidet sich nicht allein am Zollsatz, sondern auch an den Ursprungsregeln. Präferenzvorteile erhalten nur Waren, die die vorgeschriebenen Verarbeitungsschritte erfüllen. Unternehmen mit international zugekauften Vormaterialien müssen deshalb prüfen, ob ihre Produkte tatsächlich präferenzberechtigt sind. GESAMTMASCHE verweist zudem auf einen speziellen digitalen Prozess: Die vom Exporteur erstellte Ursprungserklärung soll als separates Dokument über ein elektronisches Portal bereitgestellt werden.

Nach Angaben des Verbandes legte die Europäische Kommission am 11. September die detaillierten Zollabbaupläne vor. Eine Unterzeichnung und Ratifizierung wird für 2026 angestrebt, das Inkrafttreten für die erste Jahreshälfte 2027 erwartet. Erst dann beginnt der Zollabbau. Für Unternehmen bietet die Zwischenzeit Gelegenheit, ihre Stücklisten, Vormaterialursprünge und Lieferantenverträge zu überprüfen.

 

Foto  UPM-Kymmene Oyj
16.10.2026

Holzchemie aus Leuna erreicht Industriemaßstab

UPM hat am 15. Oktober seine Bioraffinerie in Leuna eingeweiht. Die Anlage verarbeitet lignocellulosehaltige Biomasse zu erneuerbaren chemischen Grundstoffen und ist auf eine Jahreskapazität von 220.000 Tonnen ausgelegt.
Das Investitionsvolumen beziffert der finnische Konzern auf 1,37 Milliarden Euro.

Als Rohstoff dienen vor allem Buchenholz aus Durchforstungen und Reststoffe aus Sägewerken. 
Sie stammen nach Unternehmensangaben aus einem Radius von etwa 200 Kilometern und sind nicht für höherwertige Verwendungen wie Bauholz oder Möbel vorgesehen. 
In einem enzymatischen Hydrolyseprozess wird die Biomasse in Industriezucker und Lignin zerlegt. Daraus entstehen Vorprodukte, die bisher überwiegend aus fossilen Quellen gewonnen werden.

UPM hat am 15. Oktober seine Bioraffinerie in Leuna eingeweiht. Die Anlage verarbeitet lignocellulosehaltige Biomasse zu erneuerbaren chemischen Grundstoffen und ist auf eine Jahreskapazität von 220.000 Tonnen ausgelegt.
Das Investitionsvolumen beziffert der finnische Konzern auf 1,37 Milliarden Euro.

Als Rohstoff dienen vor allem Buchenholz aus Durchforstungen und Reststoffe aus Sägewerken. 
Sie stammen nach Unternehmensangaben aus einem Radius von etwa 200 Kilometern und sind nicht für höherwertige Verwendungen wie Bauholz oder Möbel vorgesehen. 
In einem enzymatischen Hydrolyseprozess wird die Biomasse in Industriezucker und Lignin zerlegt. Daraus entstehen Vorprodukte, die bisher überwiegend aus fossilen Quellen gewonnen werden.

Für die textile Wertschöpfung ist insbesondere die Verfügbarkeit erneuerbarer Chemiebausteine von Bedeutung. 
UPM nennt Bekleidung ausdrücklich als einen der möglichen Absatzmärkte seiner Biochemikalien.
Zum Portfolio gehören unter anderem erneuerbare Glykole sowie ligninbasierte Spezialchemikalien. Eine konkrete textile Lieferkette oder der Anteil der Kapazität, der künftig in Fasern und Textilien fließen wird, wurde in der Mitteilung nicht beziffert.

Die Anlage befindet sich noch im Hochlauf. UPM berichtet, dass enzymatische Hydrolyse und die Herstellung ligninbasierter Spezialchemikalien mittlerweile stabil laufen. Damit verschiebt sich die Diskussion über biobasierte Materialalternativen vom Labormaßstab hin zu Fragen der industriellen Verfügbarkeit, Preisstellung und Einbindung in bestehende Produktionsprozesse.

Für Faser- und Bekleidungsunternehmen bleibt die Unterscheidung zwischen erneuerbarer Rohstoffherkunft und tatsächlich nachgewiesener Umweltwirkung wichtig. Aussagen zu CO₂-Einsparungen oder Produktvorteilen müssen sich auf die jeweils verwendeten Materialien und überprüfbare Bilanzierungsgrundlagen beziehen.

 

Quelle:

 UPM-Kymmene Oyj