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Start eines Trainings für Common Ground Farmer Foto GoodTextiles Foundation
Start eines Trainings für Common Ground Farmer
12.05.2026

GoodTextiles Foundation startet die Farmer-Initiative „Common Ground“ in Indien

Die GoodTextiles Foundation gibt in Zusammenarbeit mit Dibella India, Gallant Regenerative Organic Private Limited und der Spoorthi Raith Producer Company Limited den Start ihres neuen Leitprojekts „Common Ground“ bekannt. Die Initiative stellt einen bedeutenden Schritt zur Förderung eines nachhaltigen und regenerativen Baumwollanbaus unter Kleinbauern in Südindien dar. 

Eingebettet in die ländlichen Regionen des Distrikts Haveri im indischen Bundesstaat Karnataka bringt „Common Ground“ Farmer, lokale Gemeinschaften und Agrarfachleute mit einem gemeinsamen Ziel zusammen: das Gleichgewicht zwischen Mensch und Natur durch ökologische und regenerative Anbaumethoden wiederherzustellen. 

Der Grundstein für diese Initiative wurde bereits 2024 durch Vor-Ort-Besuche, Gespräche mit Farmern und die Zusammenarbeit mit der University of Agricultural Sciences Dharwad gelegt. Im Jahr 2025 trat das Projekt in die Umsetzungsphase ein, einschließlich Bodenanalysen, Schulungen des Projektteams, Einbindung der Gemeinschaften sowie der Registrierung der teilnehmenden Landwirte. 

Die GoodTextiles Foundation gibt in Zusammenarbeit mit Dibella India, Gallant Regenerative Organic Private Limited und der Spoorthi Raith Producer Company Limited den Start ihres neuen Leitprojekts „Common Ground“ bekannt. Die Initiative stellt einen bedeutenden Schritt zur Förderung eines nachhaltigen und regenerativen Baumwollanbaus unter Kleinbauern in Südindien dar. 

Eingebettet in die ländlichen Regionen des Distrikts Haveri im indischen Bundesstaat Karnataka bringt „Common Ground“ Farmer, lokale Gemeinschaften und Agrarfachleute mit einem gemeinsamen Ziel zusammen: das Gleichgewicht zwischen Mensch und Natur durch ökologische und regenerative Anbaumethoden wiederherzustellen. 

Der Grundstein für diese Initiative wurde bereits 2024 durch Vor-Ort-Besuche, Gespräche mit Farmern und die Zusammenarbeit mit der University of Agricultural Sciences Dharwad gelegt. Im Jahr 2025 trat das Projekt in die Umsetzungsphase ein, einschließlich Bodenanalysen, Schulungen des Projektteams, Einbindung der Gemeinschaften sowie der Registrierung der teilnehmenden Landwirte. 

Sieben sorgfältig ausgewählte Dörfer bilden nun den Kern des Projekts. Aufgrund ihrer guten Erreichbarkeit, starken Gemeinschaftsstrukturen und ihres Entwicklungspotenzials ausgewählt, bieten sie einen fruchtbaren Boden für ein skalierbares Modell, das auch auf andere Regionen übertragen werden kann. 

Farmer durch Wissen und Struktur stärken 
Im Mittelpunkt von „Common Ground“ steht das Engagement der Menschen. Bis heute wurden 510 Landwirte identifiziert, von denen sich 475 bereits in der finalen Phase der Aufnahme in eine neu gegründete Organic Cotton Grower Group (OGG) befinden.

Das Projekt verbindet technisches Fachwissen mit praxisnaher und kontinuierlicher Unterstützung vor Ort. Ein engagiertes Team – bestehend aus einem Internal Control System (ICS) Manager und geschulten Außendienstmitarbeitern – wird kontinuierlich erweitert, um eine wirksame Umsetzung direkt vor Ort sicherzustellen. Die Farmer nehmen an gezielten Schulungen teil, in denen sie mit ökologischen Anbaumethoden und Zertifizierungsanforderungen vertraut gemacht werden. Dadurch erhalten sie das notwendige Wissen für langfristigen Erfolg. 

Parallel dazu entwickeln externe Fachleute standortspezifische „Packages of Practice“, die an die lokalen Bedingungen angepasst sind, sowie Strategien auf Wassereinzugsgebietsebene zur Förderung eines nachhaltigen Ressourcenmanagements. Um Transparenz und Rückverfolgbarkeit von Beginn an sicherzustellen, werden sämtliche landwirtschaftlichen Flächen digital dokumentiert, einschließlich GPS-basierter Kartierungen der Anbauflächen. 

Mehr als Baumwolle: Zukunftsfähige Perspektiven schaffen 
„Common Ground“ geht weit über eine nachhaltige Baumwollproduktion hinaus. Die Initiative ist eine Investition in die langfristige Widerstandsfähigkeit landwirtschaftlicher Gemeinschaften. Durch die Verbesserung der Bodengesundheit, den Schutz von Wasserressourcen und die Förderung der Biodiversität unterstützt das Projekt sowohl ökologische Nachhaltigkeit als auch wirtschaftliche Chancen. 

Gleichzeitig stärkt es die Unabhängigkeit und das Vertrauen der Farmer in ein Agrarsystem, das Lebensgrundlagen für kommende Generationen sichern kann. 

Gemeinsam bauen die Partner ein skalierbares Modell für regenerative Wertschöpfung auf – vom Saatgut bis zum fertigen Textil. Schritt für Schritt entsteht eine transparente und verantwortungsvolle Lieferkette. 

Mit jeder umgestellten Anbaufläche, jeder durchgeführten Schulung und jeder neu geschlossenen Partnerschaft fördert „Common Ground“ weit mehr als nur Baumwolle – die Initiative stärkt eine wachsende Gemeinschaft, die sich der Gestaltung einer nachhaltigeren Zukunft verschrieben hat.

Quelle:

GoodTextiles Foundation

08.05.2026

BW: Koalitionsvertrag soll Wachstum in wirtschaftlich schwierigen Zeiten ermöglichen

Südwesttextil bewertet den Koalitionsvertrag von Grünen und CDU grundsätzlich positiv: Der Fokus auf Wettbewerbsfähigkeit, Bürokratieabbau und Fachkräftesicherung setzt wichtige Signale für die Industrie. Gleichzeitig mahnt der Verband schnelle Umsetzung und konkrete Maßnahmen angesichts der anhaltend schwierigen Lage der Branche an.

Als Wirtschafts- und Arbeitgeberverband der baden-württembergischen Textil- und Bekleidungsindustrie bewertet Südwesttextil die Stoßrichtung des vorgestellten Koalitionsvertrags zwischen GRÜNEN und CDU grundsätzlich positiv. Hauptgeschäftsführerin Edina Brenner: „Der Entwurf erkennt die tiefe Krise an, in der sich die baden-württembergische Wirtschaft befindet und setzt folgerichtig den Schwerpunkt auf die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit. Der Kurswechsel, dass Politik über neue Rahmenbedingungen Innovation und Wachstum ermöglichen muss, sollte sich schnellstmöglich in der Umsetzung zeigen.“

Südwesttextil bewertet den Koalitionsvertrag von Grünen und CDU grundsätzlich positiv: Der Fokus auf Wettbewerbsfähigkeit, Bürokratieabbau und Fachkräftesicherung setzt wichtige Signale für die Industrie. Gleichzeitig mahnt der Verband schnelle Umsetzung und konkrete Maßnahmen angesichts der anhaltend schwierigen Lage der Branche an.

Als Wirtschafts- und Arbeitgeberverband der baden-württembergischen Textil- und Bekleidungsindustrie bewertet Südwesttextil die Stoßrichtung des vorgestellten Koalitionsvertrags zwischen GRÜNEN und CDU grundsätzlich positiv. Hauptgeschäftsführerin Edina Brenner: „Der Entwurf erkennt die tiefe Krise an, in der sich die baden-württembergische Wirtschaft befindet und setzt folgerichtig den Schwerpunkt auf die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit. Der Kurswechsel, dass Politik über neue Rahmenbedingungen Innovation und Wachstum ermöglichen muss, sollte sich schnellstmöglich in der Umsetzung zeigen.“

Südwesttextil begrüßt daher die kombinierten Maßnahmen aus Bürokratieabbau, Infrastrukturausbau und Resilienz. Das versprochene Effizienzgesetz und die „One-in-two-out-Regel“ tragen dem Ziel des Bürokratieabbaus grundsätzlich Rechnung. Der Leidensdruck bei den Unternehmen ist allerdings so hoch, dass die Umsetzung nicht nur schnell und spürbar kommen muss, sondern in Verbindung mit dem versprochenen Einsatz in Berlin und Brüssel für einen entsprechenden Kurswechsel pro Wirtschaft erfolgen sollte. Südwesttextil adressiert insbesondere den besseren Schutz des Binnenmarkts vor Billigimporten, die regelmäßig europäische Standards unterlaufen. Ein Thema, das aktuell im Zusammenhang mit Verbraucherschutz und Handel genannt wird, aber ebenso ansässige Hersteller aus der Textil- und Bekleidungsindustrie trifft. Konkret fordert der Verband, dass sich die zukünftige Landesregierung für die beschleunigte Abschaffung der 150-Euro-Zollfreigrenze und eine wirkungsvolle Paket-Handling-Fee von mindestens 30 Euro einsetzt. Für Importe muss zudem die Benennung eines bevollmächtigten Vertreters mit verifiziertem Sitz in der EU und nachgewiesener finanzieller Leistungsfähigkeit verpflichtend sein, um wirksam sanktionieren zu können. 

Im Bereich des Vergaberechts muss die angekündigte Ausrichtung auf Qualität, Innovation und digitale Souveränität aus Perspektive von Südwesttextil konkretisiert werden: Kriterien wie Langlebigkeit, Nachhaltigkeit und kurze Transportwege – insbesondere bei der Beschaffung von Schutzausrüstung und technischen Textilien für die öffentliche Hand (z.B. Militär, Polizei, Feuerwehr etc.) – sollten auch verbindlich verankert werden, damit die heimische Textil- und Bekleidungsindustrie im Wettbewerb um den Zuschlag wieder eine echte Chance hat.

Der Koalitionsvertrag benennt den Bedarf im schwierigen internationalen Umfeld resilienter und unabhängiger zu werden. Südwesttextil sieht an dieser Stelle die Notwendigkeit, die Strategie zu vertiefen: „Die neue Landesregierung schaut gezielt nach vorne – das verdeutlich insbesondere die anvisierte High-Tech-Strategie. Das ist wichtig, doch darf Politik nicht verkennen, wie gravierend sich die Rahmenbedingungen für die bestehende Industrie in den letzten Jahren bereits verschlechtert haben. Wachstum und Innovation werden durch langwierige Genehmigungsprozesse und übermäßige Regulierung gebremst; zugleich schwächen steigende Energiepreise sowie hohe Steuer- und Sozialabgaben pro Arbeitsstunde die Wettbewerbsfähigkeit. Wir brauchen den Mut für echte Reformen, die schnell und umfangreich Entlastung bringen, um aktiv gegen ein Abwandern der Industrie zu steuern. Wenn wichtige Lieferketten abreißen, rücken auch Technologieführerschaft und Wachstum in weite Ferne. Die Strategie des Landes darf sich deshalb nicht nur auf isolierte High-Tech-Branchen fokussieren, sondern muss auch das Zusammenwirken mit anderen Industriezweigen berücksichtigen.“ 

Die angespannte wirtschaftliche Lage in der baden-württembergischen Textil- und Bekleidungsindustrie unterstreicht den Handlungsbedarf deutlich: Die Zahl der Beschäftigten sank zuletzt im Vorjahresvergleich um 5,6 Prozent, das Arbeitsvolumen um knapp vier Prozent. Der Umsatz der Textilindustrie lag im Februar fünf Prozent unter Vorjahr, in der Zweimonatsbetrachtung sogar bei minus 8,2 Prozent. 

Südwesttextil bewertet positiv, dass der Ausbau der Infrastruktur für Energie, Digitalisierung, Logistik und Cybersicherheit als wichtiger Faktor für die Standortqualität auf der Agenda der neuen Landesregierung stehen. Ebenso begrüßt der Verband die Initiativen zur Fachkräftesicherung. Die Stärkung der Berufsorientierung, die geplante Ausbildungsoffensive inklusive der Investitionen in Berufsschulen und der Ausbau der Landesagentur für Fachkräftezuwanderung sind wichtige Maßnahmen, um Unternehmen in der Transformation mit wichtigen Fachkräften zu unterstützen. 

Quelle:

Verband der Südwestdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie Südwesttextil e.V. 

Temafa liefert Gesamtanlage zur Verarbeitung von Hanfstroh (c) Temafa Maschinenfabrik GmbH
Temafa liefert Gesamtanlage zur Verarbeitung von Hanfstroh
08.05.2026

Temafa liefert Gesamtanlage zur Verarbeitung von Hanfstroh

Die Temafa Maschinenfabrik GmbH, ein führender Anbieter von Maschinen und Anlagen zur Faseraufbereitung, hat erfolgreich den Auftrag zur Lieferung einer Gesamtanlage zur Verarbeitung von Hanfstroh an die Hanffaser Geiseltal eG mit Sitz in Mücheln erhalten.

Mit diesem Projekt realisiert die Hanffaser Geiseltal eG erstmals eine industrielle Anlage zur Aufbereitung von Hanfstroh zu Hanffasern. Die Anlage wird im Laufe des Jahres geliefert, installiert und in Betrieb genommen.

Die von Temafa konzipierte und gefertigte Anlage ist speziell auf die effiziente Verarbeitung von Hanfstroh ausgelegt. Ziel ist die Herstellung hochwertiger Faserprodukte, die überwiegend in der Baustoffindustrie eingesetzt werden, beispielsweise für nachhaltige Dämmmaterialien und weitere ökologische Anwendungen.

Mit der Investition stärkt die Hanffaser Geiseltal eG ihre Position im Bereich nachhaltiger Rohstoffe und setzt ein klares Zeichen für die zunehmende Industrialisierung der Hanfverarbeitung in Deutschland.

Die Temafa Maschinenfabrik GmbH, ein führender Anbieter von Maschinen und Anlagen zur Faseraufbereitung, hat erfolgreich den Auftrag zur Lieferung einer Gesamtanlage zur Verarbeitung von Hanfstroh an die Hanffaser Geiseltal eG mit Sitz in Mücheln erhalten.

Mit diesem Projekt realisiert die Hanffaser Geiseltal eG erstmals eine industrielle Anlage zur Aufbereitung von Hanfstroh zu Hanffasern. Die Anlage wird im Laufe des Jahres geliefert, installiert und in Betrieb genommen.

Die von Temafa konzipierte und gefertigte Anlage ist speziell auf die effiziente Verarbeitung von Hanfstroh ausgelegt. Ziel ist die Herstellung hochwertiger Faserprodukte, die überwiegend in der Baustoffindustrie eingesetzt werden, beispielsweise für nachhaltige Dämmmaterialien und weitere ökologische Anwendungen.

Mit der Investition stärkt die Hanffaser Geiseltal eG ihre Position im Bereich nachhaltiger Rohstoffe und setzt ein klares Zeichen für die zunehmende Industrialisierung der Hanfverarbeitung in Deutschland.

„Wir freuen uns, die Hanffaser Geiseltal eG bei ihrem Einstieg in die industrielle Hanffaserverarbeitung begleiten zu dürfen“, sor. Jörg Morgner, Geschäftsführer bei Temafa Maschinenfabrik GmbH. „Dieses Projekt unterstreicht die wachsende Bedeutung von Naturfasern als nachhaltige Rohstoffe und unsere Kompetenz in der Entwicklung maßgeschneiderter Anlagenlösungen.“

Quelle:

Temafa Maschinenfabrik GmbH

Preisträger Tobias Dickmeiß mit Urkunde © Katharina Dubno
Preisträger Tobias Dickmeiß mit Urkunde
08.05.2026

Elastische Garne künftig besser recyclebar und umweltfreundlicher

ITA-Bachelor-Student Tobias Dickmeiß erhielt am 29. April 2026 einen Förderpreis der Wilhelm Lorch-Stiftung für seinen innovativen Ansatz, herkömmliche Elastane durch elastische Garne aus thermoplastischen Copolyester-Elastomeren (TPC) zu ersetzen. 

Elastische Textilien sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken, da sie Komfort, Passform und Bewegungsfreiheit gewährleisten. Gleichzeitig erschwert der zunehmende Einsatz klassischer elastischer Garne, sogenannter Elastane, das textile Recycling erheblich. Bereits geringe Elastananteile können thermomechanische Recyclingprozesse beeinträchtigen und einen geschlossenen Recyclingkreislauf verhindern.

Durch den thermoplastischen Charakter und die Kompatibilität zu typischen Polyestern aus der Textilindustrie bieten elastische TPC-Garne eine verbesserte Recyclingfähigkeit. Dazu wird durch den Einsatz des Schmelzspinnverfahrens in der Garnherstellung auf umwelt- und gesundheitsschädliche Lösungsmittel verzichtet.

ITA-Bachelor-Student Tobias Dickmeiß erhielt am 29. April 2026 einen Förderpreis der Wilhelm Lorch-Stiftung für seinen innovativen Ansatz, herkömmliche Elastane durch elastische Garne aus thermoplastischen Copolyester-Elastomeren (TPC) zu ersetzen. 

Elastische Textilien sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken, da sie Komfort, Passform und Bewegungsfreiheit gewährleisten. Gleichzeitig erschwert der zunehmende Einsatz klassischer elastischer Garne, sogenannter Elastane, das textile Recycling erheblich. Bereits geringe Elastananteile können thermomechanische Recyclingprozesse beeinträchtigen und einen geschlossenen Recyclingkreislauf verhindern.

Durch den thermoplastischen Charakter und die Kompatibilität zu typischen Polyestern aus der Textilindustrie bieten elastische TPC-Garne eine verbesserte Recyclingfähigkeit. Dazu wird durch den Einsatz des Schmelzspinnverfahrens in der Garnherstellung auf umwelt- und gesundheitsschädliche Lösungsmittel verzichtet.

Im Rahmen seiner Bachelorarbeit führte Tobias Dickmeiß umfangreiche empirische Prozessuntersuchungen an einer Schmelzspinnanlage im Technikumsmaßstab durch. Durch die systematische Analyse des Einflusses verschiedener Prozessparameter auf die Garneigenschaften gelang es ihm, die Eigenschaften der hergestellten TPC-Garne gezielt zu verbessern. Die Ergebnisse seiner Bachelorarbeit bilden somit eine vielversprechende Grundlage für die weitere Entwicklung recyclingfähiger elastischer Garne und Textilien.

Tobias Dickmeiß wurde für seine herausragende Bachelor-Arbeit „Entwicklung eines Schmelzspinnprozesses für elastische Garne aus thermoplastischen Copolyester-Elastomeren im Technikumsmaßstab“ mit einem Förderpreisgeld in Höhe von 5.000 EURO für eine fachspezifische Weiterbildung prämiert. Er wurde während seiner Bachelor-Arbeit von der ITA-Doktorandin Ricarda Wissel betreut.

Quelle:
Institut für Textiltechnik der RWTH Aachen University
Erste Leichtbauprofile aus Hanfbast wurden im Versuch bereits erfolgreich umgesetzt und 2026 auf der AGRA so wie auf der  Techtextil präsentiert. Foto: STFI
Erste Leichtbauprofile aus Hanfbast wurden im Versuch bereits erfolgreich umgesetzt und 2026 auf der AGRA so wie auf der Techtextil präsentiert.
06.05.2026

Faserverstärkte Kunststoffe: Regionaler Hanfbast für Leichtbauprofile

Der Anbau von Faserhanf für die Herstellung von Seilen und Bekleidung hat in Sachsen eine lange Tradition. Aufgrund seiner hervorragenden Fasereigenschaften eignet er sich auch als nachwachsender Rohstoff für die Verstärkung in Faserverbundwerkstoffen. Am STFI und IWU in Chemnitz erforscht man derzeit im Projekt CannaPul, wie eine regionale Wertschöpfungskette für hanfbasierte Leichtbauprofile umgesetzt werden kann. Dafür werden die prozesstechnische Verarbeitung der Hanffasern zu endlosen Fasersträngen und die Einbettung dieser in eine geeignete biobasierte Matrix untersucht. 

Der Anbau von Faserhanf für die Herstellung von Seilen und Bekleidung hat in Sachsen eine lange Tradition. Aufgrund seiner hervorragenden Fasereigenschaften eignet er sich auch als nachwachsender Rohstoff für die Verstärkung in Faserverbundwerkstoffen. Am STFI und IWU in Chemnitz erforscht man derzeit im Projekt CannaPul, wie eine regionale Wertschöpfungskette für hanfbasierte Leichtbauprofile umgesetzt werden kann. Dafür werden die prozesstechnische Verarbeitung der Hanffasern zu endlosen Fasersträngen und die Einbettung dieser in eine geeignete biobasierte Matrix untersucht. 

Die Ausgangslage 
Faserverstärkte Kunststoffe sind Werkstoffe, die aus Verstärkungsfasern und einer Kunststoffmatrix bestehen und sich als vielseitige und leistungsfähige Materialien mit hoher Festigkeit und Steifigkeit etabliert haben. Das Pultrusionsverfahren (Strangziehen) ist ein kontinuierliches Herstellungsverfahren für faserverstärkte Kunststoffe, bei dem hochwertige Profile entstehen. Endlose Faserstränge aus Glas-, Carbon- oder Naturfasern, sogenannte Rovings, werden durch ein duroplastisches Harzbad in eine beheizte Form gezogen und thermisch ausgehärtet. Es entstehen hochwertige Profile mit konstantem Quer schnitt, hoher Festigkeit und geringem Gewicht, die sich ideal für Anwendungen eignen, die Leichtigkeit, Korrosionsbeständigkeit und Haltbarkeit erfordern. Die erdölbasierten Komponenten sollen perspektivisch durch biobasierte Rohstoffe substituiert werden. Das Entwicklungsziel Die zentrale Herausforderung im Forschungsprojekt CannaPul ist die Entwicklung und die Anwendung von biobasierten, regional verfügbaren Werkstoffen. Ziel ist die Herstellung endlosfaserverstärkter Profilstrukturen aus Hanfbastfasern in Kombination mit biobasierter thermoplastischer Matrix. Voraussetzung dafür ist einerseits die Bereitstellung von geeigneten Naturfasersträngen aus dem nachwachsen den regionalen Rohstoff Hanfbast. Zum anderen erfordert der Prozess das Aufbringen einer thermoplastischen Biopolymermatrix mit niedriger Viskosität und entsprechend hoher Fließfähigkeit sowie einer niedrigen Schmelztemperatur, um eine thermische Schädigung oder ein Verbrennen der Hanffasern zu vermeiden. 

Die Kooperation 
Projektbeteiligte bei CannaPul sind das Sächsische Textilforschungsinstitut e.V. Chemnitz (STFI) und das Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU Chemnitz (IWU). Das STFI untersucht die textiltechnische Verarbeitung von hochfesten Hanfbaststreifen zu endlosen Fasersträngen und stellt im Ergebnis biobasierte Bewehrungsfasern für den Pultrusionsprozess bereit. Die abgeschälten Hanfbaststreifen werden durch einen Fibrillierprozess vereinzelt und gleichmäßig als Band abgelegt. Das Band wird durch einen Ummantelungsprozess zugfest stabilisiert und als Garn bereitgestellt.

Das IWU kümmert sich um die zahlreichen Herausforderungen beim Prozess der Pultrusion. Hierbei gilt es die Viskosität der Schmelze und die Verarbeitungstemperatur von Thermoplast auf das biogene Fasermaterial abzustimmen. 

Der Prozess
Bei der Pultrusion wird die thermoplastische Schmelze aus Granulaten erzeugt. Die Herausforderung besteht dabei in der vollständigen Imprägnierung der Fasern sowie einer gleichmäßigen Faserverteilung. Gleichzeitig soll ein Faservolumenanteil von mindestens 50% erreicht werden, um hohe mechanische Kennwerte, insbesondere eine hohe spezifische (gewichtsbezogene) Zugfestigkeit, sicherzustellen. Bei einer Warenabzugsgeschwindigkeit von bis zu 1000 mm/min ist während der Pultrusion eine Querschnittsfläche von 20 mm² zuverlässig und vollständig mit der thermoplastischen Schmelze zu imprägnieren. 

Heike Metschies, Projektleiterin am STFI, hält fest: „Erste Ergebnisse liegen bereits in Form von rechteckigen Profilen mit Hanfbewehrung und thermoplastischer Matrix vor. Diese konnten wir auf der AGRA 26 in Leipzig u.a. dem Sächsischen Staatsminister für Umwelt und Landwirtschaft Georg-Ludwig von Breitenbuch vorstellen und auf der Techtextil in Frankfurt am Main einem großen Fachpublikum präsentieren.“

Quelle:

Sächsisches Textilforschungsinstitut

04.05.2026

Marktstudie zu Thermoplastischen Composites

European Alliance for Thermoplastic Composites (EATC) veröffentlicht umfassende Studie zu Markt, Anwendungen und Perspektiven thermoplastischer Composites. Thermoplastische faserverstärkte Kunststoffe – auch thermoplastische Composites genannt – gewinnen in zahlreichen Industriebranchen zunehmend an Bedeutung. Von der Automobilindustrie über Luft- und Raumfahrt bis hin zu Bauwesen sowie Sport- und Freizeitprodukten überzeugen sie durch ihre Kombination aus hoher Festigkeit, geringem Gewicht und guten Recyclingperspektiven. Damit gelten sie als Schlüsselmaterial für nachhaltige und leistungsfähige Leichtbaulösungen.

Vor diesem Hintergrund hat die European Alliance for Thermoplastic Composites (EATC) eine neue Marktstudie zum europäischen Markt für thermoplastische Faserverbundwerkstoffe in Auftrag gegeben und fachlich begleitet. Ziel der Studie ist es, einen systematischen Überblick über den Status quo, die Entwicklung sowie die zukünftigen Chancen dieses dynamischen Werkstoffsegments zu geben.

European Alliance for Thermoplastic Composites (EATC) veröffentlicht umfassende Studie zu Markt, Anwendungen und Perspektiven thermoplastischer Composites. Thermoplastische faserverstärkte Kunststoffe – auch thermoplastische Composites genannt – gewinnen in zahlreichen Industriebranchen zunehmend an Bedeutung. Von der Automobilindustrie über Luft- und Raumfahrt bis hin zu Bauwesen sowie Sport- und Freizeitprodukten überzeugen sie durch ihre Kombination aus hoher Festigkeit, geringem Gewicht und guten Recyclingperspektiven. Damit gelten sie als Schlüsselmaterial für nachhaltige und leistungsfähige Leichtbaulösungen.

Vor diesem Hintergrund hat die European Alliance for Thermoplastic Composites (EATC) eine neue Marktstudie zum europäischen Markt für thermoplastische Faserverbundwerkstoffe in Auftrag gegeben und fachlich begleitet. Ziel der Studie ist es, einen systematischen Überblick über den Status quo, die Entwicklung sowie die zukünftigen Chancen dieses dynamischen Werkstoffsegments zu geben.

Fokus auf Marktstruktur, Anwendungen und Wachstumstreiber
Die Studie analysiert die grundlegenden Materialeigenschaften thermoplastischer Composites und zeigt die Vorteile ihres Einsatzes gegenüber alternativen Werkstoffen auf. Darüber hinaus werden Unterschiede zwischen verschiedenen Materialklassen herausgearbeitet sowie die historische Entwicklung ihrer industriellen Nutzung dargestellt.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Untersuchung des aktuellen europäischen Marktvolumens sowie der heute dominierenden Anwendungsfelder. Ergänzend identifiziert die Studie zukünftige Marktpotenziale auf Basis relevanter makroökonomischer Einflussfaktoren.

Im Fokus: LFT, GMT und CFRTP
Betrachtet werden insbesondere LFT (long fiber-reinforced thermoplastics), GMT (glass mat-reinforced thermoplastics) und CFRTP (continuous fiber-reinforced thermoplastics).

Diese Werkstoffgruppen spielen eine zentrale Rolle für moderne Strukturbauteile mit hohen mechanischen Anforderungen. Sie verbinden die Vorteile thermoplastischer Matrizes – wie kurze Zykluszeiten, effiziente Verarbeitung und neue Fertigungsmöglichkeiten – mit der Leistungsfähigkeit verstärkender Fasern.

Strategischer Werkstoff für Europas Industrie
Die Ergebnisse der Studie unterstreichen die wachsende strategische Bedeutung thermoplastischer Verbundwerkstoffe für den Industriestandort Europa. Insbesondere in Zeiten steigender Anforderungen an Ressourceneffizienz, CO₂-Reduktion und Kreislaufwirtschaft bieten thermoplastische Composites großes Potenzial für innovative Produktlösungen.

Bezugsmöglichkeit
Die Studie ist ab sofort im PDF-Format per Vorkasse über die AVK erhältlich.
EATC- und AVK-Mitglieder erhalten die Studie für EUR 149,- (zzgl. MwSt.), für Nicht-Mitglieder steht die Studie zu einem Preis von EUR 349,- (zzgl. MwSt.) zum Verkauf.

Von links nach rechts: Maike Rabe, Elke Giese, Karin Veit und Marina Elena Wachs. Foto: Marina Elena Wachs
Von links nach rechts: Maike Rabe, Elke Giese, Karin Veit und Marina Elena Wachs.
04.05.2026

Wilhelm-Lorch-Preis 2026 für Professorin Marina-Elena Wachs

Professorin Dr. Marina-Elena Wachs vom Fachbereich Textil- und Bekleidungstechnik der Hochschule Niederrhein (HSNR) ist mit dem Wilhelm-Lorch-Preis 2026 ausgezeichnet worden. Mit der mit 10.000 Euro dotierten Förderung würdigt die Wilhelm-Lorch-Stiftung ihr Projekt „Textil Designen in XR-Lernräumen“, das neue Wege in der Ausbildung von Textil- und Modeexpert:innen eröffnet.
 
Die Preisverleihung fand am 29. April 2026 im Palmengarten in Frankfurt am Main statt. Überreicht wurde die Auszeichnung im Rahmen des 67. Forums der TextilWirtschaft vor rund 500 Branchenvertreter:innen. Der Wilhelm-Lorch-Preis zählt zu den höchstdotierten Auszeichnungen im deutschen Textilbereich und wird von Unternehmen sowie Persönlichkeiten aus Handel, Industrie und Dienstleistung getragen.
 

Professorin Dr. Marina-Elena Wachs vom Fachbereich Textil- und Bekleidungstechnik der Hochschule Niederrhein (HSNR) ist mit dem Wilhelm-Lorch-Preis 2026 ausgezeichnet worden. Mit der mit 10.000 Euro dotierten Förderung würdigt die Wilhelm-Lorch-Stiftung ihr Projekt „Textil Designen in XR-Lernräumen“, das neue Wege in der Ausbildung von Textil- und Modeexpert:innen eröffnet.
 
Die Preisverleihung fand am 29. April 2026 im Palmengarten in Frankfurt am Main statt. Überreicht wurde die Auszeichnung im Rahmen des 67. Forums der TextilWirtschaft vor rund 500 Branchenvertreter:innen. Der Wilhelm-Lorch-Preis zählt zu den höchstdotierten Auszeichnungen im deutschen Textilbereich und wird von Unternehmen sowie Persönlichkeiten aus Handel, Industrie und Dienstleistung getragen.
 
Im Zentrum von Wachs’ Projekt steht die Verbindung von handwerklichem Textilwissen und digitalen Technologien. Studierende sollen textile Produkte in virtuellen und erweiterten Umgebungen entwerfen und so nachhaltige Designlösungen entwickeln. „Bislang werden VR-Brillen in der Industrie in erster Linie als Kommunikations- und Evaluierungs-Tool benutzt. Die Förderung ermöglicht es uns, XR-Technologien gezielt in der Lehre einzusetzen und den Studierenden neue Formen des experimentellen und nachhaltigen Designens zu eröffnen“, erklärt Wachs.
 
Ein besonderes Augenmerk liegt auf praxisnahen Lernmethoden: VR-Brillen, Mixed-Reality-Tools und KI-gestützte Anwendungen werden in kleineren Gruppen eingesetzt, um das erfahrungsbasierte Gestalten zu fördern. Das Projekt bietet zudem die Möglichkeit, eng mit Industriepartner:innen zusammenzuarbeiten und realistische Fallbeispiele in den Lehralltag zu integrieren.
 
Marina-Elena Wachs ist zudem als Industrial-Designerin aktiv und entwickelt nachhaltige Materiallösungen für unterschiedlichste Anwendungen. „Ohne die enge interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Kolleg:innen, Studierenden und Industriepartnern wären diese Innovationen nicht möglich“, betont sie. Besonders dankbar ist sie für die Unterstützung bei ihrem neuen Projekt „Cross Design Engineering in VR and AR“, das gemeinsam mit Professorin Dr. Sue Rossano-Rivero und Dr. Lennart Hofeditz vom Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der HSNR umgesetzt wird. AR (Augmented Reality) und VR (Virtual Reality) sind Technologien, die digitale Inhalte in die physische Welt integrieren oder vollständig virtuelle Umgebungen schaffen. Während AR (Augmented Reality) die Realität per Kamera um digitale Elemente erweitert, isoliert VR (Virtual Reality) die Nutzerin bzw. den Nutzer, um ein vollständig simuliertes Erlebnis zu bieten.
 
Neben der technologischen Perspektive engagiert sich Wachs als Damenschneider-Meisterin auch für den Erhalt des traditionellen Textil-Handwerks. Ihr Ziel ist, die Balance zwischen handwerklichem Können, nachhaltigem Design und modernen digitalen Werkzeugen zu fördern. „Die Förderung durch die Wilhelm-Lorch-Stiftung bedeutet eine tolle Chance darin, diese Zukunftskompetenzen gezielt zu vermitteln und Studierende auf die Herausforderungen der Kreativwirtschaft vorzubereiten“, so Wachs.

04.05.2026

Kreislaufwirtschaft als Antwort auf volatile Rohstoffmärkte

Die aktuelle geopolitische Lage und steigende Ölpreise verdeutlichen einmal mehr, wie stark große Teile der Industrie weiterhin von fossilen Rohstoffen abhängig sind. Diese Abhängigkeit wirkt sich unmittelbar auf die Kosten von Primärkunststoffen aus und erhöht die Anfälligkeit gegenüber externen Krisen und Preisschwankungen.

0723 herbert snell bvse vizepraesidentAus Sicht des bvse-Fachverbandes Kunststoffrecycling zeigt sich in dieser Situation deutlich: Unternehmen, die bereits frühzeitig auf den Einsatz von Rezyklaten gesetzt haben, sind heute deutlich widerstandsfähiger aufgestellt. Sie profitieren von stabileren Kostenstrukturen und einer geringeren Abhängigkeit von volatilen Rohölmärkten. Beispiele aus der Praxis belegen, dass ein konsequenter Umstieg auf Kreislaufwirtschaft nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern auch ökonomisch strategisch ist.

„Der Einsatz von Rezyklaten entkoppelt die Produktion spürbar von den Schwankungen der fossilen Rohstoffmärkte und reduziert strukturelle Abhängigkeiten“, betont bvse-Vizepräsident Herbert Snell. „Kreislaufwirtschaft ist damit ein zentraler Baustein für wirtschaftliche Resilienz und Versorgungssicherheit.“

Die aktuelle geopolitische Lage und steigende Ölpreise verdeutlichen einmal mehr, wie stark große Teile der Industrie weiterhin von fossilen Rohstoffen abhängig sind. Diese Abhängigkeit wirkt sich unmittelbar auf die Kosten von Primärkunststoffen aus und erhöht die Anfälligkeit gegenüber externen Krisen und Preisschwankungen.

0723 herbert snell bvse vizepraesidentAus Sicht des bvse-Fachverbandes Kunststoffrecycling zeigt sich in dieser Situation deutlich: Unternehmen, die bereits frühzeitig auf den Einsatz von Rezyklaten gesetzt haben, sind heute deutlich widerstandsfähiger aufgestellt. Sie profitieren von stabileren Kostenstrukturen und einer geringeren Abhängigkeit von volatilen Rohölmärkten. Beispiele aus der Praxis belegen, dass ein konsequenter Umstieg auf Kreislaufwirtschaft nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern auch ökonomisch strategisch ist.

„Der Einsatz von Rezyklaten entkoppelt die Produktion spürbar von den Schwankungen der fossilen Rohstoffmärkte und reduziert strukturelle Abhängigkeiten“, betont bvse-Vizepräsident Herbert Snell. „Kreislaufwirtschaft ist damit ein zentraler Baustein für wirtschaftliche Resilienz und Versorgungssicherheit.“

Unternehmen, die frühzeitig in Recyclingstrukturen und den Einsatz von Rezyklaten investiert haben, verfügen heute über klare Wettbewerbsvorteile in einem zunehmend angespannten Marktumfeld. Gleichzeitig zeigt die aktuelle Entwicklung: Wer weiterhin stark auf Primärkunststoffe setzt, bleibt besonders anfällig für externe Krisen und Preissprünge.

Vor diesem Hintergrund appelliert der bvse-Fachverband Kunststoffrecycling an die Industrie, den Einsatz von Rezyklaten konsequent auszubauen und sich frühzeitig verlässliche Bezugsquellen zu sichern – auch mit Blick auf die kommenden regulatorischen Anforderungen, insbesondere die PPWR. Langfristige Partnerschaften entlang der Lieferkette sind dabei ebenso entscheidend, wie der Aufbau stabiler Beschaffungsstrukturen, um zukünftige Engpässe zu vermeiden.

Ergänzend können Investitionen in erneuerbare Energien dazu beitragen, die Abhängigkeit von fossilen Strukturen weiter zu reduzieren und die Transformation hin zu einer nachhaltigen Industrie zu beschleunigen.

„Nachhaltigkeit entwickelt sich zunehmend zu einem entscheidenden wirtschaftlichen Faktor – nicht nur für das Image, sondern vor allem für die Krisenfestigkeit von Unternehmen“, so Herbert Snell. „Die aktuelle Situation unterstreicht die Dringlichkeit, Kreislaufwirtschaft schneller zu skalieren und als strategisches Instrument zu begreifen.“

Unternehmen, die heute in Rezyklate investieren und sich den Zugang zu diesen Materialien sichern, stellen die Weichen für langfristige Wettbewerbsfähigkeit – und reduzieren gleichzeitig ihre Abhängigkeit von globalen Krisen und Energiepreisschwankungen.

Quelle:

bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung