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Rendering des ValuePack Foto BB Engineering GmbH
Rendering des ValuePack
13.05.2026

BB Engineering auf der ITM 2026, Istanbul

Bei der kommenden ITM in Istanbul vom 9. bis 13. Juni im Tüyap Fair Convention and Congress Center in Halle 7, Stand 702B, wird BB Engineering wieder an einem gemeinschaftlichen Stand mit dem Mutterhaus Barmag und der Vertretung Tekstil Servis vertreten sein. Der deutsche Maschinenbauer zeigt sich abermals als Experte in Kunstfaser- und Recyclingtechnologie und wird sich mit seinem gesamten Produktportfolio, welches sowohl Komponenten wie Extruder und Filter, als auch komplette Anlagen zum Spinnen von Kunstfasern, der Lufttexturierung und dem Recycling von PET umfasst. 

Bei der kommenden ITM in Istanbul vom 9. bis 13. Juni im Tüyap Fair Convention and Congress Center in Halle 7, Stand 702B, wird BB Engineering wieder an einem gemeinschaftlichen Stand mit dem Mutterhaus Barmag und der Vertretung Tekstil Servis vertreten sein. Der deutsche Maschinenbauer zeigt sich abermals als Experte in Kunstfaser- und Recyclingtechnologie und wird sich mit seinem gesamten Produktportfolio, welches sowohl Komponenten wie Extruder und Filter, als auch komplette Anlagen zum Spinnen von Kunstfasern, der Lufttexturierung und dem Recycling von PET umfasst. 

Neues, patentiertes Spinnpaket “ValuePack” 
Mit dem neuen und patentierten Spinnpaket zeigt BB Engineering seine Kompetenz in Sachen Kunstfaserspinnen. Bisher waren Spinnpakete entweder mit Metallpuder („Sand“) oder mit Kerzen als Filtermedien ausgestattet. Beide Varianten haben ihre Berechtigung für spezifischen Anwendungen, sind gleichermaßen mit Vor- und Nachteilen verbunden. Während Sandpakete vor allem mit Homogenität punkten und sich somit für Virgin Material anbieten, bieten Pakete mit Filterkerzen eine vergrößerte Filterfläche und wurden ursprünglich speziell für Recyclinganwendungen entwickelt. Die große Filterfläche führt zu einer besseren Filterperformance und Standzeit, geht aber gleichzeitig einher mit einer niedrigeren Fluxrate und Scherung. Darunter kann die Homogenität leiden. Das ValuePack vereint beide Methoden – Metallsand und Kerzen – in einer 2-Schritt-Filtration. Die Schmelze passiert zuerst die Filterkerze und wird hier über eine große Filterfläche mit bis zu 15 µm optimal gefiltert. Anschließend durchläuft die Schmelze die Sandkammer, wo vorallem Homogenisierung und Scherung stattfinden. So simpel das Konzept ist, so innovativ und vorteilhaft ist es. BB Engineering ist Pionier mit seiner mehrschrittige Filtration im Spinnpaket. Das Resultat sind eine signifikant bessere Homogenität hinsichtlich Temperatur und Viskosität, verbesserte Spinnperformance und höhere Garnqualität für einen breiten Anwen-dungsbereich, welcher über reines Recycling hinaus geht. Ein weiterer Vorteil des ValuePack ist, dass es bereits druckunabhängig abgedichtet ist. Das vermeidet Undichtigkeiten, die bei selbstdichtenden Paketen auftreten können, und ermöglicht ein größeres Prozessfenster. Bestehende Anlagen lassen sich unkompliziert auf das konstruktionsbedingt etwas längere ValuePack umrüsten. 

VarioFil® 
So zum Beispiel die beliebte Kompaktspinnanlage VarioFil® von BB Engineering. Überschaubare Größe, Flexibilität und eine einheitlich hohe Garnqualität – dafür steht VarioFil® und das schätzen die türkischen Faser- und Textilproduzenten. „Unsere Kompaktspinnanlage bedient die Bedürfnisse des türkischen Textilmarktes perfekt. Fasern und Garne unserer VarioFil®-Kunden werden beispielsweise in Kleidung, Teppichen oder textilen Fahrzeugteilen wie Sitzbezügen oder Gurten verarbeitet.“ berichtet Ralf Morgenroth, Head of Sales and Customer Service. Mit über 60 installierten Anlagen seit Markteinführung ist die Türkei der größte Markt für VarioFil®. Dementsprechend wird BB Engineering auch in diesem Jahr mit seiner Kompaktspinnanlage auf der ITM für Kunden, Interessenten und Fachpublikum vertreten sein. VarioFil® erzeugt hochqualitative Garne (POY, FDY, HTY, LSY, HMY) aus allen gängigen Polymeren mit einer Produktionskapazität von bis zu 450 kg/h pro Extruder. Auch recyceltes PET oder Flaschenflakes verspinnt VarioFil® rPET direkt zu POY oder FDY mit überzeugender Qualität.

COBRA® Filter setzt neue Maßstäbe
Bereits auf der Plastics Recycling Show Europe und der K 2025 stellte BB Engineering den neuen COBRA® Filter vor – und setzte damit neue Maßstäbe. Bei der Entwicklung verfolgte das Unternehmen klare Ziele: Der Filter sollte steigenden Verschmutzungsgraden im Recycling gerecht werden, Filterwechsel und Reinigung durch Automatisierung vereinfachen sowie die Betriebskosten deutlich senken.

Das Ergebnis ist ein System, das kontinuierliche Großflächenfiltration mit einer automatisierten, chemiefreien Zwischenreinigung kombiniert. Zwei Filtereinsätze mit automatischer Umschaltung sorgen für einen stabilen, sicheren und unterbrechungsfreien Betrieb. Dadurch bewältigt COBRA® selbst hohe Verschmutzungsgrade, an denen herkömmliche Kerzenfilter oder Siebwechsler an ihre Grenzen stoßen. Die integrierte Reinigung verlängert die Standzeiten der Filtermedien erheblich. Gleichzeitig reduziert sie den Bedienaufwand sowie Schmelzeverluste und Energiebedarf – ganz ohne den Einsatz von Chemikalien. Das erhöht die Prozesssicherheit und senkt die Betriebskosten signifikant.

Als vielseitige Lösung eignet sich COBRA® sowohl für die Grob- als auch für die Feinfiltration. Neben dem PET-Recycling ist das System auch für weitere Anwendungen wie der Kunststoffspinnerei geeignet und kann hier effizienzsteigernd eingesetzt bzw. nachgerüstet werden. 

Quelle:

BB Engineering GmbH

Erste Leichtbauprofile aus Hanfbast wurden im Versuch bereits erfolgreich umgesetzt und 2026 auf der AGRA so wie auf der  Techtextil präsentiert. Foto: STFI
Erste Leichtbauprofile aus Hanfbast wurden im Versuch bereits erfolgreich umgesetzt und 2026 auf der AGRA so wie auf der Techtextil präsentiert.
06.05.2026

Faserverstärkte Kunststoffe: Regionaler Hanfbast für Leichtbauprofile

Der Anbau von Faserhanf für die Herstellung von Seilen und Bekleidung hat in Sachsen eine lange Tradition. Aufgrund seiner hervorragenden Fasereigenschaften eignet er sich auch als nachwachsender Rohstoff für die Verstärkung in Faserverbundwerkstoffen. Am STFI und IWU in Chemnitz erforscht man derzeit im Projekt CannaPul, wie eine regionale Wertschöpfungskette für hanfbasierte Leichtbauprofile umgesetzt werden kann. Dafür werden die prozesstechnische Verarbeitung der Hanffasern zu endlosen Fasersträngen und die Einbettung dieser in eine geeignete biobasierte Matrix untersucht. 

Der Anbau von Faserhanf für die Herstellung von Seilen und Bekleidung hat in Sachsen eine lange Tradition. Aufgrund seiner hervorragenden Fasereigenschaften eignet er sich auch als nachwachsender Rohstoff für die Verstärkung in Faserverbundwerkstoffen. Am STFI und IWU in Chemnitz erforscht man derzeit im Projekt CannaPul, wie eine regionale Wertschöpfungskette für hanfbasierte Leichtbauprofile umgesetzt werden kann. Dafür werden die prozesstechnische Verarbeitung der Hanffasern zu endlosen Fasersträngen und die Einbettung dieser in eine geeignete biobasierte Matrix untersucht. 

Die Ausgangslage 
Faserverstärkte Kunststoffe sind Werkstoffe, die aus Verstärkungsfasern und einer Kunststoffmatrix bestehen und sich als vielseitige und leistungsfähige Materialien mit hoher Festigkeit und Steifigkeit etabliert haben. Das Pultrusionsverfahren (Strangziehen) ist ein kontinuierliches Herstellungsverfahren für faserverstärkte Kunststoffe, bei dem hochwertige Profile entstehen. Endlose Faserstränge aus Glas-, Carbon- oder Naturfasern, sogenannte Rovings, werden durch ein duroplastisches Harzbad in eine beheizte Form gezogen und thermisch ausgehärtet. Es entstehen hochwertige Profile mit konstantem Quer schnitt, hoher Festigkeit und geringem Gewicht, die sich ideal für Anwendungen eignen, die Leichtigkeit, Korrosionsbeständigkeit und Haltbarkeit erfordern. Die erdölbasierten Komponenten sollen perspektivisch durch biobasierte Rohstoffe substituiert werden. Das Entwicklungsziel Die zentrale Herausforderung im Forschungsprojekt CannaPul ist die Entwicklung und die Anwendung von biobasierten, regional verfügbaren Werkstoffen. Ziel ist die Herstellung endlosfaserverstärkter Profilstrukturen aus Hanfbastfasern in Kombination mit biobasierter thermoplastischer Matrix. Voraussetzung dafür ist einerseits die Bereitstellung von geeigneten Naturfasersträngen aus dem nachwachsen den regionalen Rohstoff Hanfbast. Zum anderen erfordert der Prozess das Aufbringen einer thermoplastischen Biopolymermatrix mit niedriger Viskosität und entsprechend hoher Fließfähigkeit sowie einer niedrigen Schmelztemperatur, um eine thermische Schädigung oder ein Verbrennen der Hanffasern zu vermeiden. 

Die Kooperation 
Projektbeteiligte bei CannaPul sind das Sächsische Textilforschungsinstitut e.V. Chemnitz (STFI) und das Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU Chemnitz (IWU). Das STFI untersucht die textiltechnische Verarbeitung von hochfesten Hanfbaststreifen zu endlosen Fasersträngen und stellt im Ergebnis biobasierte Bewehrungsfasern für den Pultrusionsprozess bereit. Die abgeschälten Hanfbaststreifen werden durch einen Fibrillierprozess vereinzelt und gleichmäßig als Band abgelegt. Das Band wird durch einen Ummantelungsprozess zugfest stabilisiert und als Garn bereitgestellt.

Das IWU kümmert sich um die zahlreichen Herausforderungen beim Prozess der Pultrusion. Hierbei gilt es die Viskosität der Schmelze und die Verarbeitungstemperatur von Thermoplast auf das biogene Fasermaterial abzustimmen. 

Der Prozess
Bei der Pultrusion wird die thermoplastische Schmelze aus Granulaten erzeugt. Die Herausforderung besteht dabei in der vollständigen Imprägnierung der Fasern sowie einer gleichmäßigen Faserverteilung. Gleichzeitig soll ein Faservolumenanteil von mindestens 50% erreicht werden, um hohe mechanische Kennwerte, insbesondere eine hohe spezifische (gewichtsbezogene) Zugfestigkeit, sicherzustellen. Bei einer Warenabzugsgeschwindigkeit von bis zu 1000 mm/min ist während der Pultrusion eine Querschnittsfläche von 20 mm² zuverlässig und vollständig mit der thermoplastischen Schmelze zu imprägnieren. 

Heike Metschies, Projektleiterin am STFI, hält fest: „Erste Ergebnisse liegen bereits in Form von rechteckigen Profilen mit Hanfbewehrung und thermoplastischer Matrix vor. Diese konnten wir auf der AGRA 26 in Leipzig u.a. dem Sächsischen Staatsminister für Umwelt und Landwirtschaft Georg-Ludwig von Breitenbuch vorstellen und auf der Techtextil in Frankfurt am Main einem großen Fachpublikum präsentieren.“

Quelle:

Sächsisches Textilforschungsinstitut