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COBRA® Filter Foto: (c) BB Engineering GmbH
COBRA® Filter
22.04.2026

Plastics Recycling Show Europe 2026: Effizientes Recycling von textilem PET

Bei der kommenden Plastics Recycling Show Europe in Amster-dam am 5./6.5. wird BB Engineering sein Technologieportfolio für PET Recycling präsentieren. Dabei liegt der Fokus des deutschen Maschinenbauers wieder auf Textilrecycling und Schmelzefiltrati-on.

Das Produktportfolio umfasst Komponenten und Anlagen für die Herstellung von Folien und Kunstfasern sowie für PET Recycling. Mit Extrudern, diversen Filtern und kompletten Spinnerei- und Re-cyclinganlagen verfügt das Unternehmen über eine breite Exper-tise in der Kunststoffverarbeitung und kann ganzheitliche PET-Recyclinglösungen aus einer Hand anbieten. BB Engineering legt beim Recycling einen besonderen Fokus auf Textilrecycling (PET). Seine Systeme VacuFil® und COBRA® stehen auf der Veranstal-tung im Mittelpunkt.

VacuFil® Visco+ - PET LSP-Recycling 
Die PET-Recyclinganlage VacuFil® vereint schonende Großflächenfiltration mit einer präzisen IV-Anpassung und ermöglicht so eine dauerhaft gleichbleibende, herausragende rPET-Schmelze-qualität. 

Bei der kommenden Plastics Recycling Show Europe in Amster-dam am 5./6.5. wird BB Engineering sein Technologieportfolio für PET Recycling präsentieren. Dabei liegt der Fokus des deutschen Maschinenbauers wieder auf Textilrecycling und Schmelzefiltrati-on.

Das Produktportfolio umfasst Komponenten und Anlagen für die Herstellung von Folien und Kunstfasern sowie für PET Recycling. Mit Extrudern, diversen Filtern und kompletten Spinnerei- und Re-cyclinganlagen verfügt das Unternehmen über eine breite Exper-tise in der Kunststoffverarbeitung und kann ganzheitliche PET-Recyclinglösungen aus einer Hand anbieten. BB Engineering legt beim Recycling einen besonderen Fokus auf Textilrecycling (PET). Seine Systeme VacuFil® und COBRA® stehen auf der Veranstal-tung im Mittelpunkt.

VacuFil® Visco+ - PET LSP-Recycling 
Die PET-Recyclinganlage VacuFil® vereint schonende Großflächenfiltration mit einer präzisen IV-Anpassung und ermöglicht so eine dauerhaft gleichbleibende, herausragende rPET-Schmelze-qualität. 

Von Bottle-to-Bottle bis 100 % Fiber-to-Fiber: Dank des modularen Konzepts lässt sich VacuFil® exakt an individuelle Anforderungen anpassen. Unterschiedlichste PET-Ausgangsmaterialien wie Flakes, Textilabfälle, Faserabfälle oder Anfahrklumpen werden zuverlässig verarbeitet, während die IV gezielt an das gewünschte Endprodukt angepasst wird.

Im Zentrum steht die patentierte Schlüsselkomponente Visco+. Durch Liquid-State-Polycondensation entfernt sie flüchtige Konta-minationen verlässlich und liefert eine außergewöhnlich homoge-ne Schmelze von ±0,01 dl/g – und das bis zu 50 % schneller als vergleichbare LSP-Systeme. Je nach Durchsatz lässt sich dabei ein Viskositätsaufbau von bis zu 30 % erzielen.

Die kontinuierliche Prozessüberwachung durch ein Online-Viskosimeter gewährleistet einen stabilen und reproduzierbaren Output. Dabei hat VacuFil® eine Kapazität von 150 bis 4.000 kg/h. 

COBRA® setzt Maßstäbe in der Schmelzefiltration
Mit der Entwicklung des neuesten Schmelzefilters COBRA® will BB Engineering selbst hohen Verschmutzungsgraden zuverlässig begegnen, Filterwechsel und Reinigung vereinfachen und gleich-zeitig die Betriebskosten senken. 

Das Ergebnis ist ein leistungsstarkes System, das kontinuierliche Großflächenfiltration mit einer automatisierten, chemiefreien Zwi-schenreinigung vereint. Zwei Filtereinsätze mit automatischer Um-schaltung gewährleisten einen stabilen, sicheren und unterbre-chungsfreien Betrieb — auch bei hohen Verschmutzungsgraden, bei denen herkömmliche Kerzenfilter oder Siebwechsler an ihre Grenzen stoßen.

Ein entscheidender Vorteil liegt in der integrierten Reinigung: Sie verlängert die Standzeiten der Filtermedien deutlich und reduziert gleichzeitig Bedienaufwand, Schmelzeverluste und Energiebedarf ohne Chemikalieneinsatz. Das steigert die Prozesssicherheit und senkt die Betriebskosten.

COBRA® eignet sich sowohl für die Grob- als auch für die Feinfilt-ration. Neben dem Einsatz im PET-Recycling bietet das System auch in weiteren Anwendungen, etwa in der Kunststoffspinnerei, Potenzial zur Effizienzsteigerung und kann dort ohne Schwierig-keiten nachgerüstet werden.

Quelle:

BB Engineering GmbH

Agrotextiles (c) Institut für Textiltechnik der RWTH Aachen University
15.04.2026

ITA @ Techtextil 2026: Intelligente Textilien - nachhaltig, umweltverträglich und mit KI

Sportschuhe aus Algen, Leggings aus Pilzen, (Diesel-)Öl-Filterung aus dem Wasser, 4D-Textilien, recyclebar, nachhaltig und mit KI – das präsentiert die ITA Group mit drei einzelnen Ständen des ITA Aachen, der ITA AugsburggGmbH und der ITA Technologietransfer GmbH auf dem Gemeinschaftsstand der Firma Elmatex in Halle 12.0 D05.

Das ITA Aachen trägt dem Gedanken der Nachhaltigkeit Rechnung und präsentiert mit seinen Exponate Lösungen für konkrete Probleme der Gegenwart:

Sportschuhe aus Algen, Leggings aus Pilzen, (Diesel-)Öl-Filterung aus dem Wasser, 4D-Textilien, recyclebar, nachhaltig und mit KI – das präsentiert die ITA Group mit drei einzelnen Ständen des ITA Aachen, der ITA AugsburggGmbH und der ITA Technologietransfer GmbH auf dem Gemeinschaftsstand der Firma Elmatex in Halle 12.0 D05.

Das ITA Aachen trägt dem Gedanken der Nachhaltigkeit Rechnung und präsentiert mit seinen Exponate Lösungen für konkrete Probleme der Gegenwart:

  1. 4D-Printed Textiles
    4D-Textilien sind textile Strukturen, die ihre Form oder Funktion über die Zeit gezielt verändern können. Die „vierte Dimension“ beschreibt dabei die Reaktion auf äußere Stimuli wie Temperatur, Feuchtigkeit, Licht oder elektrische Impulse. Grundlage sind meist aktive Materialien wie Formgedächtnispolymere, Formgedächtnislegierungen oder hygroskopische Fasern, die in textile Architekturen integriert werden.

    Ihre Rolle liegt in der Entwicklung adaptiver, funktionaler Systeme: von klimaregulierender Bekleidung über textilbasierte Aktuatoren in der Soft Robotics bis hin zu selbstentfaltenden oder medizinischen Anwendungen. 4D-Textilien transformieren Textilien von passiven Flächengebilden zu responsiven, intelligenten Systemen. 
  2. AlgaeTex Sportschuh
    Algen haben ein immenses Potenzial als Bio-Rohstoff, um Erdöl für künstliche Textilien zu ersetzen: Sie wachsen schnell und können Kohlendioxid effizienter aufnehmen als andere Bio-Rohstoffe, die auf Landpflanzen basieren. Außerdem verbraucht ihr Anbau weniger/unbebaubare Flächen und vermeidet Pestizide. Die Verwendung von Algen als erneuerbare Ressource für die Herstellung von Biopolymeren und Textilien umgeht die Herausforderungen des Wettbewerbs mit niedrigen Kraftstoffpreisen, indem sie höherwertige Anwendungen schafft. Auf diese Weise kann die deutsche Textilindustrie als Katalysator für die Abkehr von fossilen Brennstoffen hin zu einer Bioökonomie wirken, in der Algen eine wichtige Biomassequelle darstellen.

    Das Projekt AlgaeTex demonstriert, dass die Herstellung thermoplastischer Biopolymere aus Algen für textile Anwendungen technisch möglich ist. Diese neuartigen Biopolymere werden schmelzgesponnen und zu hochwertigen Textilien verarbeitet, die für die Sportartikelindustrie von Bedeutung sind, wie in etwa für gestrickte Schuhoberflächen oder T-Shirts. 
  3. Agrartechnik
    Agrotextilien sind insbesondere für Sonderkulturen wie beispielsweise Erdbeeren, Salate und Kohlrabi von großer Bedeutung, da sie maßgeblichen Einfluss auf die Wachstumsbedingungen haben. So können sie die Bodentemperatur erhöhen, Wasser zu den Pflanzen leiten und die Setzlinge vor allem in frühen Wachstumsphasen vor äußeren Einflüssen schützen. Agrotextilien bestehen nahezu ausschließlich aus petrochemisch hergestellten Polymeren, die nicht biologisch abbaubar sind. Auf dem vorliegenden Demonstrator wird daher ein Krempelvlies ausgestellt, das aus biologisch abbaubaren Polymeren hergestellt wurde und zur Ernteverfrühung auf Erdbeerfeldern eingesetzt wird. In der gleichen Kultur, aber mit anderem Nutzen, ist ein Netz aus Monofilamenten zu sehen, dass durch seine tiefrote Farbe und eine Beschichtung mit feinsten Silikatpartikeln zum Schutz der Pflanzen vor invasiven Insektenarten dient. 
  4. Bionic Oil Adsorber
    Auf verschiedenen biologischen Oberflächen wird Öl von Wasseroberflächen adsorbiert und entlang von schwimmenden Blättern transportiert.
    Dieser Effekt wurde von ITA-Postdoc Dr. Leonie Beek mit ihrem Bionic Oil Absorber (BOA) auf ein technisches Textil übertragen, das im Reifegrad 4 bis zu 4 Liter Diesel pro Stunde aus dem Wasser entfernen kann.

    Der BOA unterscheidet sich von technischen Lösungen, da die Öl-Wasser-Trennung ohne externe Energie und ohne giftige Substanzen erfolgt. Die Arbeiten zum BOA wurden mit dem Bionik-Award und dem Paul-Schlack-Preis ausgezeichnet. 
  5. BioPEtex – PE-basiertes, spinngefärbtes und nachhaltiges T-Shirt aus biologischen Rohstoffen
    Auf dem milliardenschweren Fasermarkt dominieren fossile Polyester (PES) mit einem Anteil von 52 % den Bekleidungssektor. Leider kann PET, das am häufigsten verwendete PES, im Gegensatz zu Polyethylen (PE) nicht zu 100 % biobasiert in industriellem Maßstab hergestellt werden. Biobasiertes PE (bioPE), ein Drop-in-Polymer, das aus fermentierten Stärken oder Zuckern gewonnen wird, entspricht in seinen Eigenschaften dem fossilen PE und ist leicht recycelbar. Es ist außerdem kostengünstiger als andere, in Fasern verwendete Biopolymere und kann bei niedrigeren Temperaturen verarbeitet werden, was Energie spart. Spinngefärbtes bioPE bietet erhebliche Umweltvorteile: Es verbraucht 50 % weniger Energie und Wasser als herkömmliche Färbeverfahren und emittiert 60 % weniger CO2.

    Lebenszyklusanalysen (LCA) sagen voraus, dass PE den ökologischen Fußabdruck der Textilindustrie erheblich reduzieren könnte, wobei spinngefärbtes BioPE diese Reduzierung noch verstärkt. Darüber hinaus sind PE-Textilien IR-transparent und sorgen so für eine passive Kühlung des Körpers.

    Trotz dieser Vorteile wird PE noch nicht in der Bekleidungsindustrie eingesetzt. Vorläufige Forschungsergebnisse des ITA deuten darauf hin, dass PE zu gesponnenen, gefärbten Filamenten und gestrickten Mustern mit vielversprechender Textur verarbeitet werden kann. Das ausgestellte T-Shirt ist gesponnen und gefärbt und verfügt über eine elastische Oberfläche aus biobasierten Rohstoffen. Eine biobasierte elastische Ausrüstung wertet das T-Shirt auf, das aus einer einzigen Quelle stammt und thermomechanisch recycelbar ist. 
  6. FungalFibers – Leggings
    Vor dem Hintergrund begrenzter Ressourcen wie Erdöl, Wasser und Ackerland sowie zunehmender Umweltzerstörung und Konfliktpotenzialen besteht ein großes gesellschaftliches und unternehmerisches Interesse daran, wettbewerbsfähige, sozial und ökologisch nachhaltige Rohstoffalternativen für die Textilindustrie bereitzustellen. Ziel dieses Projekts ist die Entwicklung einer völlig neuen Prozesskette zur Herstellung biobasierter, veganer Textilien aus Chitosanfasern (Filament- und Stapelfasergarnen).

    Chitosan ist chemisch eng mit Chitin verwandt, dem nach Cellulose am häufigsten vorkommenden Stoff in der Natur. Es kommt in einer Vielzahl von Quellen natürlich vor: in Insekten, Krabben- und Krebsschalen sowie als strukturbestimmender Bestandteil der Zellwände aller Pilze. Daher kann Chitin aus Nebenprodukten der Produktion von Krabbenfleisch, Insektenprotein oder Pilzbiomasseabfällen aus industriellen Prozessen gewonnen werden. Chitosan seinerseits kann durch Deacetylierung leicht aus Chitin hergestellt werden.

    Die ITA Group zeigt unterschiedliche Ansätze des mechanischen und thermo-mechanischen Recyclings und adressiert damit mögliche Anwendungen in der Textil-, Werkstoff- und Automobilindustrie. Die auf das mechanische Textilrecycling spezialisierte ITA Augsburg gGmbH zeigt Innovationen aus den Bereichen Composites, mechanisches Textilrecycling und künstliche Intelligenz in der Produktion. Dazu gehören Schall- und Wärme- isolationsplatten aus dem Projekt „IsoTex“, ein Handtuch aus dem Recyclingprojekt „EcoYarn“ sowie der „ColoSens“-Demonstrator, eine KI-basierte Lösung zur automatisierten Farberkennung von Fasern im Recyclingprozess. Die ITA Technologietransfer GmbH präsentiert das thermo-mechanische Recycling an zahlreichen Beispielen im Fabric2Fabric-Kreislauf. Am Beispiel eines 3D gedruckten Autositz-Demonstrator werden die kreislauffähigen Filamentgarne in einem Sitzbezug eingesetzt.

    Zudem zeigt die ITA Technologietransfer GmbH das patentierte Konzept des „Textilen Ankers“, ein innovatives Verankerungssystem zum Schutz und zur Sicherung von Konstruktionen in den geotechnischen Geländen wie in Bergen, im Boden und unter Wasser sowie für den Einsatz im Hochbau. Der textile Anker bietet eine ultraleichte Lösung mit hoher Flexibilität und optimaler Anpassungsfähigkeit und wird aus extrem strapazierfähigen oder aus biologisch abbaubaren und nachhaltigen Textilien hergestellt.

Auf dem „Shared Booth“ der ITA Group informiert die ITA Technologietransfer GmbH über Innovationen verschiedener Industriepartner:

  •  technofibres s.a. aus Luxemburg bietet spinngefärbte PET- und nachhaltige trPET-Filamentgarne mit unterschiedlichsten Mattierungsgraden, Filamentquerschnitten und Aufmachungen für individuelle Lösungen auch in kleinsten Losgrößen an und ist damit einmalig in Europa.
  •  Idemitsu Kosan Co., Ltd. aus Japan bietet mit Xarec™ eine syndiotaktische Polystyrol-Faser (SPS) für den Einsatz in Stoffen und Nonwovens an. Die Vorteile dieses teilkristallinen Hochleistungswerkstoffe, der durch die Polymerisation von Polystyrol und einem Metallocene Katalysator seine syndiotaktische Struktur erlangt, werden an Nonwovens Demonstratoren für den Filterbereich im Vergleich zu herkömmlichen Materialien aufgezeigt.
  • Das schwedische Unternehmen Luma Wire Tech AB ist ein innovativer Spezialist für Feindrähte mit Fachkompetenz im Bereich der modernen Beschichtungstechnik. Jeder Draht – mit einem Durchmesser von 4 bis 300 Mikrometern und hergestellt aus Wolfram, Molybdän oder anderen hochmodernen Werkstoffen – wird individuell auf die spezifischen Anforderungen jedes Kunden zugeschnitten und ist entweder unbeschichtet oder mit Hochleistungsbeschichtungen aus Gold, Silber, Palladium oder anderen Materialien erhältlich.

 

 

Quelle:

Institut für Textiltechnik der RWTH Aachen University

Das reduzierte Interior Design lässt Raum für die angebotene Ware Foto Ecoalf
Das reduzierte Interior Design lässt Raum für die angebotene Ware
01.04.2026

Ecoalf & Smurfit Westrock: Erste Boutique aus Wellpappe und Papier

Die nachhaltige Lifestyle-Marke Ecoalf hat in Zusammenarbeit mit Smurfit Westrock, dem weltweit größten Hersteller papierbasierter Verpackungen, ihr erstes Geschäft eröffnet, bei dem sowohl die Wände als auch Umkleideräume, Regale und Tische aus Wellpappe und Papier gefertigt wurden. Das Projekt in San Sebastián, Spanien, ist ein Meilenstein im Einzelhandel, da es recycelbare Materialien in die physische Konstruktion integriert. Die Verwendung von Wellpappe und Papier für Möbel bietet außerdem eine hohe Widerstandsfähigkeit gegen vertikale Kompression und Biegung und garantiert die Zirkularität der natürlichen Ressourcen.

Alle Möbel wurden im Smurfit Westrock-Werk in Sorpel (Portugal) entworfen und produziert. Die für dieses Projekt verwendeten Rohstoffe sind FSC- und PEFC-zertifiziert. Sie  stammen aus den Wäldern von Smurfit Westrock im Süden Frankreichs und wurden in der französischen Papierfabrik des Unternehmens Cellulose du Pin zu Papier verarbeitet.

Die nachhaltige Lifestyle-Marke Ecoalf hat in Zusammenarbeit mit Smurfit Westrock, dem weltweit größten Hersteller papierbasierter Verpackungen, ihr erstes Geschäft eröffnet, bei dem sowohl die Wände als auch Umkleideräume, Regale und Tische aus Wellpappe und Papier gefertigt wurden. Das Projekt in San Sebastián, Spanien, ist ein Meilenstein im Einzelhandel, da es recycelbare Materialien in die physische Konstruktion integriert. Die Verwendung von Wellpappe und Papier für Möbel bietet außerdem eine hohe Widerstandsfähigkeit gegen vertikale Kompression und Biegung und garantiert die Zirkularität der natürlichen Ressourcen.

Alle Möbel wurden im Smurfit Westrock-Werk in Sorpel (Portugal) entworfen und produziert. Die für dieses Projekt verwendeten Rohstoffe sind FSC- und PEFC-zertifiziert. Sie  stammen aus den Wäldern von Smurfit Westrock im Süden Frankreichs und wurden in der französischen Papierfabrik des Unternehmens Cellulose du Pin zu Papier verarbeitet.

Die nachhaltige Ecoalf-Strategie
Das Unternehmen wurde 2009 mit der Vision gegründet, der Ausbeutung der natürlichen Ressourcen des Planeten ein Ende zu setzen, um die Bedürfnisse künftiger Generationen zu sichern. Seitdem entwickelt Ecoalf eine neue Generation von Recyclingprodukten, die für hochwertiges Design und konsequente Qualität stehen.

In den letzten 15 Jahren konnten durch Innovation, Forschung und Entwicklung mehr als 600 neue recycelte Materialien entwickelt werden. Dabei wurden über 350 Millionen Plastikflaschen sowie Tonnen von ausrangierten Fischernetzen, Altreifen, postindustrieller Baumwolle und Wolle recycelt. Dadurch wurden mehr als 54 Milliarden Liter Wasser eingespart, über 50.000 m² Land mit regenerativer Baumwolle renaturiert und 12.500 Tonnen CO₂ vermieden. Ecoalf hat sich verpflichtet, bis 2030 emissionsfrei zu werden.

Für jeden verkauften Artikel mit dem Titel „Because there is no planet B®” werden 10 % des Erlöses an die Ecoalf Foundation gespendet, um die Erweiterung des Projekts zu unterstützen. Ecoalf ist seit 2018 Mitglied der B-Corp-Community, eines globalen Netzwerks zertifizierter Unternehmen, die sich dafür entschieden haben, soziale Verantwortung, Umweltschutz und Transparenz über Gewinnmaximierung zu stellen. Im Jahr 2022 wurde Ecoalf als „Best for the World“ ausgezeichnet und zählt damit zu den Top 5 % der 5.000 besten B-Corps weltweit.

„Wir sind sehr stolz darauf, unser erstes Geschäft eröffnet zu haben, dessen Wände, Umkleideräume, Regale und Tische aus Wellpappe und Papier hergestellt wurden. Das wäre ohne unseren Partner Smurfit Westrock nicht möglich gewesen“, so Javier Goyeneche, Gründer und Präsident von Ecoalf. „Die Kooperation mit Ecoalf unterstreicht den Anspruch von Smurfit Westrock, nachhaltige und innovative Lösungen für Kunden anzubieten, die konsequent auf ein verantwortungsvolles und umweltfreundliches Produktionsmodell ausgerichtet sind“, erklärt Ignacio Sevillano, CEO von Smurfit Westrock für Spanien, Portugal und Marokko.

Quelle:

Ecoalf 

Pilztechnikum © Fraunhofer UMSICHT/Mike Henning
01.04.2026

Forschung an substratbasierten Myzelwerkstoffen

Fraunhofer UMSICHT verfügt in Dortmund über ein Labor und Technikum für die Entwicklung von Werkstoffen auf Basis von Pilzmyzel und bündelt seine Aktivitäten zur Erforschung von Myzelwerkstoffen unter der Marke FungiFacturing®. Das ehemals als DEZENTRALE bekannte offene Mitmachlabor hat sich zu einem Forschungsstandort mit leistungsstarker Infrastruktur entwickelt, um Myzelmaterial als nachhaltigen Werkstoff zu erschließen.

Im Jahr 2013 entstand die DEZENTRALE in Dortmund als offenes Gemeinschaftslabor für interessierte Bürger*innen – im Projekt LUZI – Labor für urbane Zukunftsfragen und Innovation. Ziel war es, neue und nachhaltige Produkte oder Technologien für Zukunftsfragen zu entwickeln und eine Bürger*innen nahe Forschung zu betreiben.

Fraunhofer UMSICHT verfügt in Dortmund über ein Labor und Technikum für die Entwicklung von Werkstoffen auf Basis von Pilzmyzel und bündelt seine Aktivitäten zur Erforschung von Myzelwerkstoffen unter der Marke FungiFacturing®. Das ehemals als DEZENTRALE bekannte offene Mitmachlabor hat sich zu einem Forschungsstandort mit leistungsstarker Infrastruktur entwickelt, um Myzelmaterial als nachhaltigen Werkstoff zu erschließen.

Im Jahr 2013 entstand die DEZENTRALE in Dortmund als offenes Gemeinschaftslabor für interessierte Bürger*innen – im Projekt LUZI – Labor für urbane Zukunftsfragen und Innovation. Ziel war es, neue und nachhaltige Produkte oder Technologien für Zukunftsfragen zu entwickeln und eine Bürger*innen nahe Forschung zu betreiben.

Das Team von Fraunhofer UMSICHT startete damals mit ersten Versuchen zu Myzelmaterial und Pilzzucht - noch mit Do-it-yourself-Geräten. Mithilfe des Förderprogramms „Nordwärts“ der Stadt Dortmund konnten die Infrastruktur des Labors und die partizipativen Arbeitsansätze z.B. das überregional bekannte Innovative Citizen Festival realisiert werden.  Im Jahr 2019 wurde das erste Projekt zum Thema Schallabsorber auf Basis von Pilzen und Pflanzenfasern mittels 3D-Pastendruck von der Fachagentur für Nachwachsende Rohstoffe gefördert.

Das Potenzial des biobasierten Werkstoffs ist groß – er ist ressourcenschonend, zirkulär und für vielseitige Anwendungen in der Bau-, Verpackungs- oder Automobilindustrie einsetzbar. Myzelwerkstoffe entstehen dadurch, dass sich ein Pilz von einem bestimmten pflanzlichen Substrat ernährt, das Substrat durchwächst und somit stabilisiert. Durch entsprechende Trocknung stirbt der Pilz ab, das Material ist fertig zur Verwendung Weiterverarbeitung.  

Von der Substratentwicklung über den Prototypen bis zur Ökobilanzierung 
Die DEZENTRALE existiert aus diesem Grund nicht mehr als Mitmachlabor, Teile des Makerspaces sind zum Standort Oberhausen von Fraunhofer UMSICHT umgezogen – nutzbar für Forschungsprojekte des Instituts. Spezialist*innen aus den Bereich Biologie, Verfahrenstechnik und Maschinenbau widmen sich nun der Weiterentwicklung der Myzelwerkstoffe und bauten das Technikum für diesen Zweck in Dortmund aus. Für die Bereiche Substrat- und Prototypenentwicklung stehen große Konstantklimakammern, Autoklav, 3D-Keramikdrucker und Wärmeschränke bereit. Die Forschenden wählen passende Substrate aus, entwickeln die geeigneten Rezepturen für den Anwendungsfall und können mittels Trocknung und Inkubation die Prototypen der Myzelmaterialien herstellen. „Uns steht auch ein mikrobiologischer Laborbereich zur Verfügung“, erklärt Lina Vieres, Abteilung Carbon Utilization and Mineralization von Fraunhofer UMSICHT. Werkstoffcharakterisierung und Funktionalisierung des fertigen Materials übernehmen die entsprechenden Abteilungen bei Fraunhofer UMSICHT in Oberhausen. Hier stehen die Themen Brandschutz, Abbaubarkeit oder Wärmeleitfähigkeit und Ökobilanzierungen der neuen Materialien im Mittelpunkt.  

„Wir freuen uns über die sehr gute Ausstattung des Myzeltechnikums, in der wir innovative Myzelmaterialien herstellen und somit die Bioökonomie vorantreiben. Wir können unsere Kund*innen von der Idee bis zum nachhaltigen Werkstoff begleiten und beraten. Außerdem bieten wir auch Fachworkshops oder Vorträge zum Thema an, um individuelle Lösungen zu erarbeiten“, ergänzt Lina Vieres. 

Quelle:

Fraunhofer UMSICHT