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Beim 8. Textillogistik-Forum trafen sich 75 Vertreter:innen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Praxis zusammen, um aktuelle Entwicklungen, innovative Technologien und konkrete Lösungsansätze für die textile Wertschöpfungskette zu diskutieren. Foto: Fachbereich Textil- und Bekleidungstechnik/HSNR
Beim 8. Textillogistik-Forum trafen sich 75 Vertreter:innen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Praxis zusammen, um aktuelle Entwicklungen, innovative Technologien und konkrete Lösungsansätze für die textile Wertschöpfungskette zu diskutieren.
16.07.2026

8. Textillogistik-Forum: Lösungen für eine nachhaltige textile Zukunft

Wie kann die Textilbranche angesichts steigender Anforderungen an Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Ressourceneffizienz zukunftsfähig gestaltet werden? Mit dieser Frage beschäftigte sich das 8. Textillogistik-Forum am 8. Juli 2026 in Mönchengladbach. Rund um das Thema „Textillogistik in herausfordernden Zeiten“ kamen 75 Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Wirtschaft und Praxis zusammen, um aktuelle Entwicklungen, innovative Technologien und konkrete Lösungsansätze für die textile Wertschöpfungskette zu diskutieren.
 
Veranstaltet wurde das Forum vom Center Textillogistik (CTL) der Hochschule Niederrhein (HSNR) gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik (IML) in Dortmund. Ziel der jährlich stattfindenden Veranstaltung ist es, den Austausch zwischen Forschung und Industrie zu stärken und gemeinsam Perspektiven für eine leistungsfähige und nachhaltige Textillogistik zu entwickeln.
 

Wie kann die Textilbranche angesichts steigender Anforderungen an Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Ressourceneffizienz zukunftsfähig gestaltet werden? Mit dieser Frage beschäftigte sich das 8. Textillogistik-Forum am 8. Juli 2026 in Mönchengladbach. Rund um das Thema „Textillogistik in herausfordernden Zeiten“ kamen 75 Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Wirtschaft und Praxis zusammen, um aktuelle Entwicklungen, innovative Technologien und konkrete Lösungsansätze für die textile Wertschöpfungskette zu diskutieren.
 
Veranstaltet wurde das Forum vom Center Textillogistik (CTL) der Hochschule Niederrhein (HSNR) gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik (IML) in Dortmund. Ziel der jährlich stattfindenden Veranstaltung ist es, den Austausch zwischen Forschung und Industrie zu stärken und gemeinsam Perspektiven für eine leistungsfähige und nachhaltige Textillogistik zu entwickeln.
 
„Die Herausforderungen in der Textilbranche lassen sich nur gemeinsam bewältigen. Gerade die Verbindung von wissenschaftlicher Expertise, technologischen Innovationen und praktischer Anwendung ist entscheidend, um neue Lösungen für die Zukunft der Textillogistik zu entwickeln“, betonte Prof. Dr.-Ing. Markus Muschkiet, Leiter des Center Textillogistik an der HSNR und am Fraunhofer IML.
 
Das diesjährige Programm zeigte die gesamte Bandbreite aktueller Fragestellungen: Im Mittelpunkt standen unter anderem die Entwicklung einer textilen Kreislaufwirtschaft, der Einsatz künstlicher Intelligenz in logistischen Prozessen, nachhaltige Materialien, Recyclingpotenziale sowie intelligente Lösungen für die Sammlung und Wiederverwertung von Alttextilien.
 
Nach der Begrüßung durch Prof. Dr.-Ing. Markus Muschkiet und Prof. Dr.-Ing. Uwe Clausen (Institutsleiter am Fraunhofer IML und am Institut für Transportlogistik der Technischen Universität Dortmund) folgte ein vielseitiges Fachprogramm. Prof. Dr.-Ing. Robert Groten von der HSNR stellte Forschungsergebnisse zur Integration von Nachhaltigkeitsaspekten bei Polymeren in der textilen Produktentwicklung vor und zeigte auf, welche Bedeutung bereits das Produktdesign für die spätere Wiederverwendung und Verwertung von Textilien hat.
 
Dr. Anna Missong, wissenschaftliche Mitarbeiterin der HSNR, präsentierte anschließend Ergebnisse des Projekts „Nachhal(l)tigkeit – Nachhaltige Fachkräfteausbildung für eine umweltschonende Textil- und Bekleidungswirtschaft“ vor. 
 
Ein zentraler Programmpunkt war die Podiumsdiskussion „Textillogistik in herausfordernden Zeiten“. Prof. Dr.-Ing. Markus Muschkiet diskutierte gemeinsam mit Stefan Anspach (Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Mönchengladbach), Ralf Düster (Vice President Customer Solutions der Rhenus Group) und Patrick Lamke (Head of Inbound Logistics der KiK Textilien und Non-Food GmbH) über aktuelle Marktbedingungen, neue Anforderungen an Lieferketten und die Bedeutung resilienter Logistikstrukturen.
 
„Die Textillogistik steht vor einem grundlegenden Wandel. Themen wie Kreislaufwirtschaft und Digitalisierung werden die Branche in den kommenden Jahren maßgeblich prägen. Dafür brauchen wir neue Kooperationen und innovative Ansätze entlang der gesamten Wertschöpfungskette“, so Prof. Dr.-Ing. Markus Muschkiet.
 
Auch die Bedeutung des Textilstandorts Mönchengladbach wurde hervorgehoben. Felix Heinrichs, Oberbürgermeister der Stadt Mönchengladbach, unterstrich in seinen Grußworten die Rolle der Branche für die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt und die Bedeutung von Forschung und Innovation für die Zukunft des Standorts.
 
Einblicke in neue Geschäftsmodelle boten die anschließenden Start-up-Pitches. Das aus dem Center Textillogistik hervorgegangene Unternehmen „nodes“, vertreten durch Sabrina Mauter und Lisa Gudehus, entwickelt ein digitales Recyclingmanagement-Tool zur Erfassung und Distribution textiler Rest- und Abfallstoffe. Ziel ist es, textile Materialien besser zu erfassen und wieder in Wertstoffkreisläufe zurückzuführen. Das Start-up „Baybi.O“, vorgestellt von Günther Winck, verfolgt mit einer abfallfreien On-Demand-Produktion einen Ansatz gegen textile Überproduktion.
 
Darüber hinaus stellte Janika Schüßler, wissenschaftliche Mitarbeiterin am CTL, Ergebnisse einer Verbraucherumfrage zur Wahrnehmung der Getrenntsammlungspflicht für Alttextilien in Deutschland vor. Einen weiteren Schwerpunkt bildete das Forschungsprojekt „CollecTS“ (Collect Textiles Smart), das Anna Engelpracht (Leiterin Umweltmanagement bei der mags Mönchengladbacher Abfall-, Grün- und Straßenbetriebe AöR) und Lisa Gudehus (CTL) vorstellten. Ziel des Projekts ist es, intelligente Lösungen für die Sammlung von Alttextilien zu entwickeln und damit die Grundlage für bessere Recyclingprozesse zu schaffen.
 
Zum Abschluss erhielten die Teilnehmenden bei Workshops sowie Führungen durch die Labore und Praktika des Fachbereichs Textil- und Bekleidungstechnik der HSNR. Zudem gab es Zeit für Networking und fachlichen Austausch.
 
Über das Center Textillogistik (CTL): Das Center Textillogistik (CTL) ist eine Kooperation der Hochschule Niederrhein und des Fraunhofer-Instituts für Materialfluss und Logistik (IML). An den Standorten Mönchengladbach und Dortmund arbeiten interdisziplinäre Teams unter gemeinsamer Leitung von Prof. Dr. Markus Muschkiet an praxisnahen Forschungsfragen rund um die Logistik textile Produkte. Unter dem Leitgedanken „Logistik für Textilien – Textilien für Logistik“ verbindet das CTL wissenschaftliche Forschung mit den Anforderungen der Industrie und entwickelt innovative Lösungen für eine nachhaltige und effiziente Textillogistik.

Quelle:

Hochschule Niederrhein

15.07.2026

bevh für Liberalisierung des Ladenschlusses

Aktuell wird eine bundesweit einheitliche Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten am Wochenende diskutiert. Alien Mulyk, Hauptgeschäftsführerin des bevh, befürwortet die Forderung. 
 
"Wir unterstützen die Initiative der Handelsverbände zu einer Liberalisierung des Ladenschlusses in Deutschland. Starre Regelungen passen nicht mehr zu den Bedürfnissen und der Lebensrealität von Verbraucherinnen und Verbrauchern. Ein moderner Handel braucht moderne Regeln. Dazu gehört auch, die Rahmenbedingungen für Unternehmen und Beschäftigte weiterzuentwickeln. Eine zeitgemäße Arbeitsorganisation, die Flexibilität ermöglicht und zugleich verlässliche Standards für Beschäftigte wahrt, muss ebenfalls Teil dieser Debatte sein."

Aktuell wird eine bundesweit einheitliche Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten am Wochenende diskutiert. Alien Mulyk, Hauptgeschäftsführerin des bevh, befürwortet die Forderung. 
 
"Wir unterstützen die Initiative der Handelsverbände zu einer Liberalisierung des Ladenschlusses in Deutschland. Starre Regelungen passen nicht mehr zu den Bedürfnissen und der Lebensrealität von Verbraucherinnen und Verbrauchern. Ein moderner Handel braucht moderne Regeln. Dazu gehört auch, die Rahmenbedingungen für Unternehmen und Beschäftigte weiterzuentwickeln. Eine zeitgemäße Arbeitsorganisation, die Flexibilität ermöglicht und zugleich verlässliche Standards für Beschäftigte wahrt, muss ebenfalls Teil dieser Debatte sein."

Quelle:

Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V.

Grafik: Schweizerische Textilfachschule STF
15.07.2026

Carpet Design Competition 2026

Die STF Schweizerische Textilfachschule und die Ruckstuhl AG laden zur Carpet Design Competition 2026 ein. 
 
Ein Teppich ist mehr als ein funktionales Objekt. Er prägt Räume, schafft Atmosphäre und verbindet Material, Farbe und Handwerk zu einer gestalterischen Einheit. Unter dem Wettbewerbsthema «Out of» suchen wir innovative Teppichentwürfe, die dieses Thema kreativ interpretieren.
 
Das Besondere
Die drei von der Jury ausgezeichneten Entwürfe werden von der Ruckstuhl AG als Unikate produziert und erstmals im Rahmen der Zurich Design Weeks 2026 präsentiert. Anschliessend werden die prämierten Teppiche an der STF End of Year Show sowie gegebenenfalls an weiteren Veranstaltungen der Ruckstuhl AG gezeigt. 
 
Zusätzlich werden ausgewählte Wettbewerbsentwürfe während der Zurich Design Weeks ausgestellt.
 
Nachhaltigkeit im Fokus

Die STF Schweizerische Textilfachschule und die Ruckstuhl AG laden zur Carpet Design Competition 2026 ein. 
 
Ein Teppich ist mehr als ein funktionales Objekt. Er prägt Räume, schafft Atmosphäre und verbindet Material, Farbe und Handwerk zu einer gestalterischen Einheit. Unter dem Wettbewerbsthema «Out of» suchen wir innovative Teppichentwürfe, die dieses Thema kreativ interpretieren.
 
Das Besondere
Die drei von der Jury ausgezeichneten Entwürfe werden von der Ruckstuhl AG als Unikate produziert und erstmals im Rahmen der Zurich Design Weeks 2026 präsentiert. Anschliessend werden die prämierten Teppiche an der STF End of Year Show sowie gegebenenfalls an weiteren Veranstaltungen der Ruckstuhl AG gezeigt. 
 
Zusätzlich werden ausgewählte Wettbewerbsentwürfe während der Zurich Design Weeks ausgestellt.
 
Nachhaltigkeit im Fokus
Für die Umsetzung steht eine von der Ruckstuhl AG definierte Farbpalette zur Verfügung. Diese setzt sich aus hochwertigen Wollgarnen aus Restbeständen sowie aus kleinen Produktionschargen zusammen, die künftig nicht mehr im regulären Sortiment verwendet werden können. Durch die gezielte Weiterverwendung dieser Materialien leistet der Wettbewerb einen Beitrag zu einem verantwortungsvollen und nachhaltigen Umgang mit Ressourcen und macht das Potenzial hochwertiger Out-of-Collection Materials sichtbar. 
 
Wer kann teilnehmen?
Der Wettbewerb steht allen Interessierten offen – unabhängig von Alter, Ausbildung oder beruflichem Hintergrund. Eine Zugehörigkeit zur STF ist nicht erforderlich. Auch Vorkenntnisse in der Teppichgestaltung oder im Tufting werden nicht vorausgesetzt.
 
Preise

  • Produktion der drei Siegerentwürfe als Unikate durch die Ruckstuhl AG
  • Präsentation im Rahmen der Zurich Design Weeks 2026
  • Gewinnerzertifikate für alle drei Preisträgerinnen und Preisträger
  • Gutschein für das Ruckstuhl Manufaktur Outlet im Wert von CHF 500.– für den ersten Platz

Einsendeschluss: 14. August 2026
Die vollständige Ausschreibung sowie die Farbpalette der Garne ist online verfügbar.

Quelle:

Schweizerische Textilfachschule STF

14.07.2026

Schlechte Stimmung bei Händlern und Verbrauchern

Viele Einzelhändler in Deutschland sehen sich in schwierigem Fahrwasser. Kosten für Energie und Beschäftigung steigen, gleichzeitig bewegen sich Umsätze und Gewinne auf einem zu niedrigen Niveau. Das zeigen die Ergebnisse der aktuellen Umfrage des Handelsverbandes Deutschland (HDE) unter 600 Unternehmen aus der Branche. Der Verband fordert deshalb klare und rasche Weichenstellungen von der Politik, um die Rahmenbedingungen für den Einzelhandel zu verbessern.

Viele Einzelhändler in Deutschland sehen sich in schwierigem Fahrwasser. Kosten für Energie und Beschäftigung steigen, gleichzeitig bewegen sich Umsätze und Gewinne auf einem zu niedrigen Niveau. Das zeigen die Ergebnisse der aktuellen Umfrage des Handelsverbandes Deutschland (HDE) unter 600 Unternehmen aus der Branche. Der Verband fordert deshalb klare und rasche Weichenstellungen von der Politik, um die Rahmenbedingungen für den Einzelhandel zu verbessern.

„Die Lage kann und darf uns nicht zufriedenstellen. Die Stimmung bei Verbrauchern und Unternehmen ist auf dem gleichen Niveau wie im zweiten Corona-Lockdown. Die Situation ist noch dramatischer als sie es im eher bescheidenen Vorjahr bereits war“, so HDE-Präsident Alexander von Preen. Nach der aktuellen HDE-Umfrage bewerten 42 Prozent der befragten Handelsunternehmen ihre derzeitige Geschäftslage als schlecht. Bei fast zwei Dritteln der Befragten hat sich die Geschäftslage im ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum verschlechtert. Vor einem Jahr lag dieser Wert noch bei 51 Prozent. Im Ergebnis stehen häufig rückläufige Gewinne. 69 Prozent berichten von gegenüber dem Vorjahr gesunkenen Gewinnen. „Das Problem für viele Unternehmen sind die steigenden Kosten für Beschäftigung, Energie und Wareneinkauf - bei gleichzeitig stagnierenden Umsätzen“, so von Preen weiter.

Und auch der Blick auf die kommenden Monate fällt nicht positiv aus: Für das laufende Jahr rechnen 65 Prozent der Befragten mit Umsätzen leicht oder deutlich unter Vorjahr. Im vergangenen Jahr lag dieser Wert bei 53 Prozent. Nur 18 Prozent gehen von Umsatzsteigerungen im Vergleich zu 2025 aus. Der HDE hält angesichts der aktuellen Lage an seiner bereits Anfang des Jahres getroffenen Prognose für das laufende Jahr fest und kalkuliert somit mit einem nominalen Umsatzplus im Einzelhandel in Deutschland von zwei Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Insgesamt wird der Einzelhandel in diesem Jahr demnach 697,4 Milliarden Euro umsetzen. Davon entfallen 601,1 Milliarden Euro auf den stationären Einzelhandel und 96,3 Milliarden Euro auf den Online-Handel.

„Der Einzelhandel ist wichtiger Wirtschaftsfaktor und eine wichtige Säule für die gesamte Gesellschaft. Das große Engagement der Branche in den Innenstädten, in der kommunalen Arbeit vor Ort und in Ehrenämtern ist für alle unverzichtbar. Auch deshalb muss die Politik nun sehr schnell die richtigen Entscheidungen treffen und umsetzen, um die Rahmenbedingungen zu verbessern“, so der HDE-Präsident weiter. Die jüngsten Einigungen der Koalition seien dabei ein wichtiger erster Schritt, es gebe aber nach wie vor sehr viel mehr zu tun.

Zudem warnt der HDE ausdrücklich vor einer Abschaffung von oder Verschlechterungen bei den Minijobs. „800.000 Minijobber im Einzelhandel und viele Unternehmen in der Branche sind auf einen vernünftigen und zukunftssicheren Umgang mit dieser Beschäftigungsform angewiesen. Da sollte die Politik nicht mit den Lebensmodellen vieler Menschen spielen“, so von Preen. Darüber hinaus brauche es einen verbindlichen Deckel von 40 Prozent bei den Lohnnebenkosten.

Kick-off meeting in Denkendorf. Foto: DITF
Kick-off meeting in Denkendorf.
12.07.2026

Forschungsprojekt ALADIN: Zirkuläre und bedarfsgerechte Textilproduktion in Europa

Die Produktion von Textilien kann nachhaltig gestaltet werden, indem kurze Lieferketten genutzt werden und Überproduktion verhindert wird. Dies kann bereits heute erreicht werden, wenn bestehende Infrastrukturen intelligent vernetzt und effizient genutzt werden. Gleichzeitig wird die Produktion kreislauffähig, wenn innovative Technologien und Materialien eingesetzt werden, die eine hochwertige Wiederverwertung ermöglichen. Das Forschungsprojekt ALADIN schafft die Voraussetzung dafür. Es wurde im Mai 2026 gestartet und wird im Rahmen des Horizon Europe Programm von der EU mit 5 Millionen Euro kofinanziert.

Unter der Koordination der Deutschen Instituten für Textil- und Faserforschung Denkendorf (DITF) erarbeiten und integrieren die Projektpartner Plattformen, Technologien und tragfähige Geschäftsmodelle für eine zirkuläre Textilproduktion. ALADIN steht dabei für Advanced LocAl and Digital Innovation Network for Circular Garments und verfolgt das Ziel, tragfähige Geschäftsmodelle für eine zirkuläre Textilproduktion zu etablieren.

Das Konzept beruht auf vier Säulen:

Die Produktion von Textilien kann nachhaltig gestaltet werden, indem kurze Lieferketten genutzt werden und Überproduktion verhindert wird. Dies kann bereits heute erreicht werden, wenn bestehende Infrastrukturen intelligent vernetzt und effizient genutzt werden. Gleichzeitig wird die Produktion kreislauffähig, wenn innovative Technologien und Materialien eingesetzt werden, die eine hochwertige Wiederverwertung ermöglichen. Das Forschungsprojekt ALADIN schafft die Voraussetzung dafür. Es wurde im Mai 2026 gestartet und wird im Rahmen des Horizon Europe Programm von der EU mit 5 Millionen Euro kofinanziert.

Unter der Koordination der Deutschen Instituten für Textil- und Faserforschung Denkendorf (DITF) erarbeiten und integrieren die Projektpartner Plattformen, Technologien und tragfähige Geschäftsmodelle für eine zirkuläre Textilproduktion. ALADIN steht dabei für Advanced LocAl and Digital Innovation Network for Circular Garments und verfolgt das Ziel, tragfähige Geschäftsmodelle für eine zirkuläre Textilproduktion zu etablieren.

Das Konzept beruht auf vier Säulen:

  • Digitale Plattform für Dienstleistungen von kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU)
  • Regionale Zusammenarbeit zur Förderung der lokalen Produktion
  • Technologien für Recycling-Strategien
  • Lokale und erneuerbare Rohstoffe

Die Projektpartner kommen aus den sechs Ländern Deutschland, Rumänien, Belgien, Frankreich, Tschechien und Italien. Sie bringen vielfältige Kompetenzen mit, zum Beispiel in den Bereichen Design, Sticken, Digitaldruck, Digitalisierung, Recycling, KI und Microfactory-Produktion. Diese unterschiedlichen Erfahrungen ermöglichen eine leistungsfähige digitale Infrastruktur für B2B- und B2B2C-Beziehungen.

Die Partner werden innovative Technologien wie ein Modul für einen digitalen Produktpass und einen KI-gestützten Ökodesign-Assistenten entwickeln. Ergänzend arbeiten sie an Bekleidungstextilien, darunter ringgesponnene Garne aus recycelter Baumwolle. Ein umfassender Transfer der Projektergebnisse sorgt für eine nachhaltige Wirkung. Es entsteht ein Netzwerk, das gemeinsam die Infrastruktur nutzt – vom Design über die Produktion bis hin zum Kundenservice und zum Recycling.

Zur Validierung des Ansatzes werden drei konkrete Anwendungsfälle umgesetzt: ein teilautomatisiert produziertes T Shirt, ein smarter Parka sowie ein zirkuläres, wandlungsfähiges Blazer Kleid.

Dabei kommen nachhaltige Materialien wie biobasierte Fasern und recycelte Textilien zum Einsatz, die so verarbeitet werden, dass sie am Ende ihres Lebenszyklus leichter wiederverwertet werden können. Die Produktion erfolgt lokal in Microfactories, die Produkte sind maßgefertigt nach den Wünschen der Kunden.

Darüber hinaus werden klein- und mittelständische Unternehmen sowie Start-Ups aktiv in zwei offene Ausschreibungen eingebunden und Interessengruppen in die Gestaltung der Plattform einbezogen. Zusätzlich werden Innovationen im Ökosystem gefördert, etwa in den Bereichen Automatisierung, Produktionstechnologien und digitale Dienstleistungen.

Langfristig zielt das Projekt darauf ab, ein europaweites Netzwerk von Microfactories aufzubauen, neue Arbeitsplätze zu schaffen und den Einsatz nachhaltiger Materialien deutlich zu steigern. Gleichzeitig sollen Abfälle reduziert und die regionale Wertschöpfung gestärkt werden.

ALADIN bringt dafür die Industrie, die Kunden, die Politik und die Wissenschaft an einen Tisch – für eine nachhaltige, kreislauffähige Textilproduktion. Auf diese Weise wird ALADIN auch Vorbild für ähnliche Netzwerke sein, wodurch sich die positiven Effekte für Markt und Umwelt vervielfachen.

Dieses Projekt wurde im Rahmen des Forschungs- und Innovationsprogramms „Horizont Europa“ der Europäischen Union unter der Fördervereinbarung Nr. 101294463 finanziell unterstützt. Die darin zum Ausdruck gebrachten Ansichten und Meinungen sind jedoch ausschließlich die der Autoren und spiegeln nicht unbedingt die Ansichten der Europäischen Union oder der Europäischen Exekutivagentur für Gesundheit und Digitalisierung (HADEA) wider. Weder die Europäische Union noch die Förderbehörde können dafür haftbar gemacht werden.

Quelle:

Deutsche Institute für Textil- und Faserforschung Denkendorf DITF

12.07.2026

Hightech-Textilien als Gamechanger in der Hitzewelle

Südwesttextil begrüßt politische Vorstöße zum Hitzeschutz und verweist auf innovative Textilien zum Schutz von Mensch, Infrastruktur und Wirtschaftsstandort. 

Extreme Hitze entwickelt sich zunehmend zu einem Risiko für Gesundheit und Infrastruktur – bringt aber zusätzlich auch hohe Kosten für den Wirtschaftsstandort mit sich. Eine Prognos-Studie im Auftrag des Bundesarbeitsministeriums zeigt, dass Baden-Württemberg mit seiner starken industriellen Wertschöpfung deutschlandweit besonders stark betroffen ist. Vor diesem Hintergrund begrüßt Südwesttextil, dass Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder den Ausbau des Hitzeschutzes im Verkehr als wichtige Zukunftsaufgabe bezeichnet und der baden-württembergische Gesundheitsminister Oliver Hildenbrand mit einer Hitze-Taskforce Maßnahmen zum gesundheitlichen Schutz der Bevölkerung bündelt und weiterentwickelt.

Südwesttextil begrüßt politische Vorstöße zum Hitzeschutz und verweist auf innovative Textilien zum Schutz von Mensch, Infrastruktur und Wirtschaftsstandort. 

Extreme Hitze entwickelt sich zunehmend zu einem Risiko für Gesundheit und Infrastruktur – bringt aber zusätzlich auch hohe Kosten für den Wirtschaftsstandort mit sich. Eine Prognos-Studie im Auftrag des Bundesarbeitsministeriums zeigt, dass Baden-Württemberg mit seiner starken industriellen Wertschöpfung deutschlandweit besonders stark betroffen ist. Vor diesem Hintergrund begrüßt Südwesttextil, dass Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder den Ausbau des Hitzeschutzes im Verkehr als wichtige Zukunftsaufgabe bezeichnet und der baden-württembergische Gesundheitsminister Oliver Hildenbrand mit einer Hitze-Taskforce Maßnahmen zum gesundheitlichen Schutz der Bevölkerung bündelt und weiterentwickelt.

Für Südwesttextil zeigen diese Entwicklungen vor allem eines: Klimaanpassung wird zu einem entscheidenden Standortfaktor – und innovative Textilien können dabei einen wichtigen Beitrag leisten. Hauptgeschäftsführerin Edina Brenner erklärt: „Hitze ist längst nicht mehr nur eine gesundheitliche Herausforderung, sondern zunehmend auch ein wirtschaftlicher Risikofaktor. Wer die Wettbewerbsfähigkeit unseres Industriestandorts sichern will, muss Klimaanpassung stärker mitdenken. Innovative Textilien können dazu beitragen, Beschäftigte zu schützen, Arbeitsfähigkeit zu erhalten und Infrastruktur widerstandsfähiger zu machen.“

Schon heute entwickelt die Branche Lösungen für die Klimaanpassung. Moderne Kühltextilien schützen Menschen vor den gesundheitlichen Folgen extremer Hitze – im Verkehr ebenso wie in Industrie, Rettungsdienst oder Pflege. Technische Textilien mit smarten Fasern ermöglichen Kühlbekleidung, die ohne Strom und ohne Kältemittel funktioniert. 

Ein aktuelles Beispiel liefert die Zusammenarbeit zwischen einem baden-württembergischen Textilunternehmen und der Deutschen Bahn. Im Rahmen eines Innovationsprogramms wurden Kühlwesten und kühlende Bandanas unter realen Arbeitsbedingungen getestet. Die Rückmeldungen der Beschäftigten fielen sehr positiv aus, sollen nun in vielen Bereichen eingesetzt werden und bestätigen das Potenzial moderner Kühltextilien für den Arbeits- und Gesundheitsschutz.

Klimaanpassung braucht textile Innovationen
Neben hitzeresistenter Infrastruktur braucht Deutschland auch Lösungen, die Menschen, Gebäude und öffentliche Räume vor den Folgen des Klimawandels schützen. Dazu zählen beispielsweise neben intelligenter Kühlbekleidung, textile Hitzeschutzsysteme oder auch mobile Hitzenotfallausstattung für den öffentlichen Verkehr, etwa Hitzenotfallkoffer mit Sofortkühldecken. 

Die Einsatzmöglichkeiten von Textil reichen aber weit über den persönlichen Hitzeschutz hinaus. Innovative textile Fassaden- und Verschattungssysteme können Gebäude vor Überhitzung schützen und so den Energiebedarf für Kühlung reduzieren. Begrünbare textile Fassadenelemente leisten zusätzlich einen Beitrag zur Kühlung urbaner Räume und zum  Regenwassermanagement. Gleichzeitig entstehen textile Lösungen für den Hochwasser- und Starkregenschutz, die künftig helfen können, Infrastruktur und Siedlungsräume widerstandsfähiger gegenüber Extremwetterereignissen zu machen.

„Die Textilindustrie entwickelt längst nicht mehr nur Kleidung. Sie entwickelt Zukunftstechnologien für Gesundheit, Mobilität, Energieeffizienz und Klimaanpassung. Wer heute über Hitzeschutz, klimaresiliente Infrastruktur oder Gesundheitsvorsorge spricht, muss textile Innovationen mitdenken. Gerade Baden-Württemberg verfügt als führender Standort technischer Textilien über das Know-how, um hierzu einen entscheidenden Beitrag zu leisten“, so Edina Brenner.

Quelle:

Verband der Südwestdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie Südwesttextil

World of Wipes Graphic INDA
08.07.2026

2026 World of Wipes® Conference

The World of Wipes® (WOW) International Conference brought the global wipes industry together for four days of insights, innovation, and connections, June 29-July 2, at the Grand Hyatt Nashville, in Tennessee. WOW featured expert-led presentations, exhibits, and the presentation of the 2026 World of Wipes Innovation Award®.

World of Wipes Innovation Award
The 2026 World of Wipes Innovation Award was presented to Rockline Industries for their First Defense™ Fentanyl Detection Wipe. In collaboration with Visual Detection Systems, Rockline developed the First Defense Fentanyl Detection Wipe, a single-use presumptive test that rapidly detects trace fentanyl through a visible color change. Featuring specialized indicators bound to viscose fibers with a starch-based system, the wipe improves field usability and reliability. Tested with pharmaceutical and street-grade fentanyl and other opioids, it is designed for law enforcement, first responders, military, airports, schools, and correctional facilities.

The World of Wipes® (WOW) International Conference brought the global wipes industry together for four days of insights, innovation, and connections, June 29-July 2, at the Grand Hyatt Nashville, in Tennessee. WOW featured expert-led presentations, exhibits, and the presentation of the 2026 World of Wipes Innovation Award®.

World of Wipes Innovation Award
The 2026 World of Wipes Innovation Award was presented to Rockline Industries for their First Defense™ Fentanyl Detection Wipe. In collaboration with Visual Detection Systems, Rockline developed the First Defense Fentanyl Detection Wipe, a single-use presumptive test that rapidly detects trace fentanyl through a visible color change. Featuring specialized indicators bound to viscose fibers with a starch-based system, the wipe improves field usability and reliability. Tested with pharmaceutical and street-grade fentanyl and other opioids, it is designed for law enforcement, first responders, military, airports, schools, and correctional facilities.

“Rockline is honored to receive the 2026 World of Wipes Innovation Award for the First Defense Fentanyl Detection Wipe. This recognition reflects the innovation, passion, and dedication of our team to develop a first-of-its-kind solution that helps protect first responders, EMS, law enforcement, and others with a convenient, single-use product that performs effectively in real-world environments.” – Doug Cole, Vice President – Global Product Development, Rockline Industries

Fellow finalists The Clorox Company, with their Clorox™ Refreshables™, and Lenzing Fibers, Inc., with their Lenzing™ DualWipe, were also honored for their innovation and market potential. Nominations for the 2027 World of Wipes Innovation Award® will open August 7, 2026.

2026 Lifetime Technical Achievement Awards
INDA was proud to honor Tom Daugherty and Carey Hobbs with Lifetime Technical Achievement Awards, recognizing their lasting contributions to the advancement of nonwoven technologies, business innovation, and the continued growth of the industry.

“It has been a great privilege to spend nearly 45 years collaborating with so many talented individuals in this industry to improve the lives of consumers worldwide. I am truly humbled to receive the INDA Lifetime Technical Achievement Award. My deepest thanks to my colleagues at P&G, partners across the supply sector, The Nonwovens Institute at NC State, the INDA community, and my wife and family for their amazing partnership. Here’s to the next generation of innovation!” – Thomas Daugherty, Associate Director, Procter & Gamble, and Deputy / Operations Director, The Nonwovens Institute (retired)

“I was shocked to learn that I’m receiving this Lifetime Achievement Award. I have devoted my professional career to making cars quieter, making jackets warmer, defending our country, and helping families enjoy quilting. This honor humbles me and lets me know that my career has positively impacted people’s lives.” – Carey Hobbs, President, Hobbs Bonded Fibers (retired)

Thoughts from Wipes Leaders
“WOW brought together an excellent mix of people, ideas, and commercial opportunity. The quality of the presentations was very strong, but what stood out most was the value of the conversations — connecting with customers, suppliers, and industry leaders in a setting that was both highly engaging and commercially meaningful. The organization of the event was excellent, and the INDA team created a professional, welcoming environment that made it easy to engage, exchange ideas, and strengthen relationships across the wipes and nonwovens industry.” – Nigel Gautry, Corporate Marketing and Sales Director, Saudi German Co. for Nonwoven Products

“WOW provided a fantastic experience and a valuable opportunity to share Soane Materials’ technology platform with leaders across the wipes industry. The presentations offered meaningful insight into where the market is headed, and the networking breaks created high-value conversations around innovation and new business opportunities.” – Elizabeth Huth-Helreigel, Business Development Director, Soane Materials

“WOW was a great experience from the moment I arrived. Within the first hour, I was already connecting with industry colleagues, customers, and partners for meaningful conversations about current business trends and future opportunities. The quality of the networking made it clear very quickly that WOW brings the right people together in one place.” – Robert Langill, Senior Director Sales, Precision Concepts / Comar

“Participation in WOW26 was an energetic and highly productive event that made it possible to consolidate relationships with existing customers, develop new business opportunities and gather strategic indications on the evolution of the North American wet wipes market. The networking was excellent, and the conversations we had with customers, partners, and industry leaders create valuable opportunities.” – Michael Lynch, Director – North America, IMA Tissue & Nonwoven

WOW Program Highlights
The program featured presentations and panel discussions on:

  • Consumer trends, growth opportunities, and innovations in wipes
  • Standards, regulations, labeling, and policy issues
  • Sustainable substrates and flushable material design
  • Manufacturing, converting, and performance innovations
  • Packaging sustainability and EPR requirements
  • Formulation, preservation, and product development advances

The event opened with the Wipes Development Course, held June 29-30 and led by Heidi Beatty, CEO of Crown Abbey. This 12-session course provided a comprehensive overview of wipes development, from concept to commercialization, covering materials selection, formulation design, and packaging considerations.

INDA announced that the next edition of the World of Wipes® Conference will take place June 7-10, 2027, in Indianapolis, Indiana.

Weitere Informationen:
World of Wipes INDA
Quelle:

INDA

08.07.2026

EmpCo-Richtlinie: HDE fordert praktikable Übergangs- und Abverkaufsfristen

In Deutschland droht in Folge einer neuen EU-Richtlinie weiterhin die Vernichtung von Waren und Verpackungen in großem, kaum absehbarem Umfang. Die Wirtschaft rechnet mit Schäden in Millionenhöhe. Der Handelsverband Deutschland (HDE) fordert daher von der EU-Kommission ein Einlenken sowie praktikable Übergangs- und Abverkaufsfristen.

Hintergrund sind neue Regeln, unter anderem für die Werbung mit Umweltaussagen und die Verwendung von Nachhaltigkeitssiegeln. Sie mussten aufgrund der sogenannten „EmpCo-Richtlinie“ in das deutsche Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) integriert werden. „Unzählige bereits produzierte und im Lager der Unternehmen befindliche Produkte und Verpackungen aller Sortimente sind damit ab dem 27.09.2026 nicht mehr rechtskonform und dürfen nicht mehr verkauft werden. Dies ist eine Folge der fehlenden, beziehungsweise unzureichenden Abverkaufs- und Übergangsbestimmungen in der Richtlinie“, so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth.

In Deutschland droht in Folge einer neuen EU-Richtlinie weiterhin die Vernichtung von Waren und Verpackungen in großem, kaum absehbarem Umfang. Die Wirtschaft rechnet mit Schäden in Millionenhöhe. Der Handelsverband Deutschland (HDE) fordert daher von der EU-Kommission ein Einlenken sowie praktikable Übergangs- und Abverkaufsfristen.

Hintergrund sind neue Regeln, unter anderem für die Werbung mit Umweltaussagen und die Verwendung von Nachhaltigkeitssiegeln. Sie mussten aufgrund der sogenannten „EmpCo-Richtlinie“ in das deutsche Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) integriert werden. „Unzählige bereits produzierte und im Lager der Unternehmen befindliche Produkte und Verpackungen aller Sortimente sind damit ab dem 27.09.2026 nicht mehr rechtskonform und dürfen nicht mehr verkauft werden. Dies ist eine Folge der fehlenden, beziehungsweise unzureichenden Abverkaufs- und Übergangsbestimmungen in der Richtlinie“, so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth.

Dieses Versäumnis in der Normsetzung will die EU nun mit einem kürzlich veröffentlichten „Common Understanding“ des europäischen CPC-Netzwerks beheben. Die ausdrücklich nicht rechtsverbindliche Auslegungshilfe sieht vor, dass Behörden bei der Rechtsdurchsetzung den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit berücksichtigen und einen maßgeschneiderten Durchsetzungsansatz verfolgen, um Warenvernichtungen zu vermeiden. „Unabhängig von den grundsätzlichen rechtlichen Bedenken ist diese europäische Auslegungshilfe für deutsche Händler weitgehend wertlos“, so Genth. Denn in Deutschland erfolgt die Rechtsdurchsetzung im Lauterkeitsrecht durch private klagebefugte Einrichtungen, wie Wirtschafts- oder Verbraucherverbände. Diese werden durch die Veröffentlichung der EU nicht adressiert und sind an die Empfehlungen des CPC-Netzwerks nicht gebunden.

Um Abmahnungen und Unterlassungsklagen zu vermeiden, müssen deutsche Händler daher weiterhin ab dem 27.09.2026 alle nicht mehr rechtskonformen Produkte aus dem Sortiment nehmen und vernichten. „Der von der EU angestrebte verbesserte Umweltschutz und die intendierten Nachhaltigkeitsziele werden so konterkariert. Die EU-Kommission sollte die Richtlinie deshalb endlich um praxisgerechte Übergangs- und Abverkaufsfristen ergänzen. Nur so lässt sich für alle Marktteilnehmer in Europa Rechtssicherheit schaffen, statt mit rechtsstaatlich bedenklichen Konstruktionen die Versäumnisse der Vergangenheit zu kaschieren“, fordert Genth.

Quelle:

HDE Handelsverband Deutschland

v.l.n.r.: Kerstin Greul, Prof. Ellen Bendt, Ornelia Bignami, Nina Becker, Kai Nöcker. Foto: HSNR
v.l.n.r.: Kerstin Greul, Prof. Ellen Bendt, Ornelia Bignami, Nina Becker, Kai Nöcker.
08.07.2026

Masterstudierende mit Kreativität bei internationalem Wettbewerb in Florenz

Im Rahmen der internationalen Messe Pitti Filati in Florenz fand der Strickdesign-Wettbewerb „Feel The Yarn – Masterclass Edition 2026“ statt. Unter dem Motto „Color“ präsentierten 34 Nachwuchsdesignerinnen und -designer aus aller Welt ihre kreativen Strick-Entwürfe für die Wintersaison 2027/28 vor internationaler Jury und Publikum.
 
Mit Nina Becker, Kerstin Greul und Kai Nöcker waren in diesem Jahr drei Masterstudierende des Studiengangs „Textile Produkte Design“ der Hochschule Niederrhein (HSNR) für den Wettbewerb qualifiziert. Ihre Arbeiten entstanden im Rahmen eines experimentellen Designprozesses, bei dem Form- und Flächenentwicklung unmittelbar mit der Verarbeitung von Garnen beginnt und nicht auf vorgefertigte Stoffe zurückgegriffen wird. Die für den Wettbewerb verwendeten hochwertigen Garne wurden von den italienischen Spinnereien Manifattura IGEA S.p.a., Olimpias Group SRL und Naturali Filati bereitgestellt.
 

Im Rahmen der internationalen Messe Pitti Filati in Florenz fand der Strickdesign-Wettbewerb „Feel The Yarn – Masterclass Edition 2026“ statt. Unter dem Motto „Color“ präsentierten 34 Nachwuchsdesignerinnen und -designer aus aller Welt ihre kreativen Strick-Entwürfe für die Wintersaison 2027/28 vor internationaler Jury und Publikum.
 
Mit Nina Becker, Kerstin Greul und Kai Nöcker waren in diesem Jahr drei Masterstudierende des Studiengangs „Textile Produkte Design“ der Hochschule Niederrhein (HSNR) für den Wettbewerb qualifiziert. Ihre Arbeiten entstanden im Rahmen eines experimentellen Designprozesses, bei dem Form- und Flächenentwicklung unmittelbar mit der Verarbeitung von Garnen beginnt und nicht auf vorgefertigte Stoffe zurückgegriffen wird. Die für den Wettbewerb verwendeten hochwertigen Garne wurden von den italienischen Spinnereien Manifattura IGEA S.p.a., Olimpias Group SRL und Naturali Filati bereitgestellt.
 
Auch wenn sich am Ende in einem knappen Rennen junge Designtalente aus Japan und Italien durchsetzen konnten, wurden die Modelle der drei talentierten Masterstudierenden, die in aufwendiger Arbeit in den vielfältigen Laboren der HSNR entstanden sind, hoch gelobt. Neben der Präsentation der Entwürfe bot der Wettbewerb für die Studierenden die Gelegenheit sich mit dem internationalen Publikum auszutauschen, Kontakte zu knüpfen und verschiedene Garnfirmen kennenzulernen.
 
„Die Qualität und Vielfalt unserer Studiengänge, in denen kreative und technische Fächer gleichermaßen gewichtet sind und die sehr gute Laborausstattung, bieten Studierenden tolle Entwicklungsmöglichkeiten und ermöglichen immer wieder die erfolgreiche Qualifikation und Teilnahme auf internationaler Ebene", betont Ellen Bendt, Professorin für Modedesign mit Schwerpunkt Strick und Innovatives Produktdesign an der HSNR, die die Wettbewerbsteilnehmenden des Fachbereichs Textil- und Bekleidungstechnik betreute.
 
Die Outfits der drei Studierenden werden bis Oktober im Textilmuseum in Prato gezeigt.

Quelle:

Hochschule Niederrhein

03.07.2026

Neue Zollgebühren: HDE drängt auf schnelleren Customs Data Hub

Seit 1. Juli gelten die neuen EU-Zollgebühren für Pakete aus Drittstaaten. Für Warensendungen mit einem Warenwert von unter 150 Euro werden künftig je nach Warenkategorie drei Euro Gebühren erhoben.

„Das ist ein wichtiges Signal und ein großer Schritt. Wir haben uns seit rund drei Jahren für diese Maßnahme eingesetzt und werten die Einführung der Gebühr als klaren Erfolg. Die neue Regelung allein wird jedoch nicht verhindern, dass weiterhin unsichere Produkte, falsch deklarierte Waren oder Verstöße gegen europäische Verbraucher-, Umwelt- und Produktsicherheitsstandards auf den Binnenmarkt gelangen. Die Zollgebühr gleicht lediglich einen finanziellen Wettbewerbsnachteil aus, sie kann eine wirksame Marktüberwachung nicht ersetzen. Hier besteht nach wie vor erheblicher Handlungsbedarf“, so der stellvertretende HDE-Hauptgeschäftsführer Stephan Tromp.

Seit 1. Juli gelten die neuen EU-Zollgebühren für Pakete aus Drittstaaten. Für Warensendungen mit einem Warenwert von unter 150 Euro werden künftig je nach Warenkategorie drei Euro Gebühren erhoben.

„Das ist ein wichtiges Signal und ein großer Schritt. Wir haben uns seit rund drei Jahren für diese Maßnahme eingesetzt und werten die Einführung der Gebühr als klaren Erfolg. Die neue Regelung allein wird jedoch nicht verhindern, dass weiterhin unsichere Produkte, falsch deklarierte Waren oder Verstöße gegen europäische Verbraucher-, Umwelt- und Produktsicherheitsstandards auf den Binnenmarkt gelangen. Die Zollgebühr gleicht lediglich einen finanziellen Wettbewerbsnachteil aus, sie kann eine wirksame Marktüberwachung nicht ersetzen. Hier besteht nach wie vor erheblicher Handlungsbedarf“, so der stellvertretende HDE-Hauptgeschäftsführer Stephan Tromp.

Abhilfe schaffen soll der EU-weit geplante Customs Data Hub. Der Start des Hubs ist jedoch erst für das Jahr 2028 vorgesehen. „Wir brauchen den Customs Data Hub deutlich früher als bislang vorgesehen. Importeure und Onlinehändler aus Drittstaaten sollten ihre Zolldaten zentral und einheitlich bereitstellen müssen, damit Auffälligkeiten bei Warenwerten, Sendungsmengen oder Herkunftsangaben schneller erkannt werden können. Angesichts von täglich rund zwölf Millionen Paketen, die allein Temu und Shein in die Europäische Union liefern, ist ein Start erst im Jahr 2028 nicht ausreichend“, erklärt Tromp.

„Darüber hinaus muss klar sein, dass jeder Händler und jede Plattform aus Drittstaaten einen finanziell leistungsfähigen und tatsächlich erreichbaren Repräsentanten innerhalb der EU haben muss. Nur so können Verstöße wirksam sanktioniert und die Einhaltung europäischer Vorschriften sichergestellt werden“, so Tromp.

Um die Verbraucherinnen und Verbraucher weiter zu schützen und einen fairen Wettbewerb zu ermöglich, fordert Tromp: „Wer sich dauerhaft nicht an die Regeln hält, darf daraus keinen Wettbewerbsvorteil ziehen. Deshalb muss im äußersten Fall auch die Sperrung von Plattformen oder Händlern möglich sein, die wiederholt gegen geltendes Recht verstoßen. Sanktionen entfalten nur dann Wirkung, wenn sie glaubwürdig sind und bei Regelverstößen konsequent angewendet werden. Erst dann können faire Wettbewerbsbedingungen dauerhaft gewährleistet werden.“

Quelle:

HDE Handelsverband Deutschland

Der fünfte R(h)einTex-Textilstammtisch findet am 16. Juli 2026 an der Hochschule Niederrhein am Campus Mönchengladbach statt. Foto: HSNR
Der fünfte R(h)einTex-Textilstammtisch findet am 16. Juli 2026 an der Hochschule Niederrhein am Campus Mönchengladbach statt.
03.07.2026

R(h)einTex-Textilstammtisch: Zukunft der Textilbranche am Niederrhein

Die Hochschule Niederrhein (HSNR) lädt am 16. Juli 2026 zum fünften R(h)einTex-Textilstammtisch (14:00 bis 17:00 Uhr) ein. Die Veranstaltung richtet sich an Unternehmen, Verbände sowie Interessenvertretungen der Textil- und Bekleidungsindustrie und bietet aktuelle Einblicke in politische und wirtschaftliche Entwicklungen der Branche.
 
Veranstaltungsort ist das Gebäude S (Raum 301, Webschulstr. 43) der HSNR in Mönchengladbach. Die Teilnahme ist kostenfrei und sowohl vor Ort als auch digital möglich. Eine Anmeldung ist bis zum 5. Juli 2026 möglich Rückfragen können per E-Mail an rheintex@hs-niederrhein.de gerichtet werden.
 
Veranstaltet wird der Stammtisch gemeinsam mit dem Forschungsinstitut für Textil und Bekleidung (FTB), dem Niederrhein Institut für Regional- und Strukturforschung (NIERS) sowie dem Competence Center Textiles and Logistics (CTL).
 

Die Hochschule Niederrhein (HSNR) lädt am 16. Juli 2026 zum fünften R(h)einTex-Textilstammtisch (14:00 bis 17:00 Uhr) ein. Die Veranstaltung richtet sich an Unternehmen, Verbände sowie Interessenvertretungen der Textil- und Bekleidungsindustrie und bietet aktuelle Einblicke in politische und wirtschaftliche Entwicklungen der Branche.
 
Veranstaltungsort ist das Gebäude S (Raum 301, Webschulstr. 43) der HSNR in Mönchengladbach. Die Teilnahme ist kostenfrei und sowohl vor Ort als auch digital möglich. Eine Anmeldung ist bis zum 5. Juli 2026 möglich Rückfragen können per E-Mail an rheintex@hs-niederrhein.de gerichtet werden.
 
Veranstaltet wird der Stammtisch gemeinsam mit dem Forschungsinstitut für Textil und Bekleidung (FTB), dem Niederrhein Institut für Regional- und Strukturforschung (NIERS) sowie dem Competence Center Textiles and Logistics (CTL).
 
Im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen zwei Fachvorträge, die aktuelle Entwicklungen aus Politik und Wissenschaft beleuchten. Ergänzt werden diese durch eine gemeinsame Diskussionsrunde.
 
Zunächst gibt Alexandra Landsberg (Abteilungsleiterin für Nachhaltige Entwicklung, Klimawandel, Circular Economy und Transformation im Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr NRW) Einblicke in den aktuellen politischen Diskussionsstand zur erweiterten Herstellerverantwortung für Textilien in Deutschland.
 
Im Anschluss präsentiert Dr. Olena Provolotska (Institut NIERS der HSNR) Ergebnisse einer Unternehmensbefragung zur Lage der Textilbranche am Niederrhein sowie zu deren aktuellen und zukünftigen Erwartungen.
 
Die Moderation der Veranstaltung übernimmt Prof. Dr. Angelika Krehl. Neben den Fachimpulsen bietet der R(h)einTex-Textilstammtisch Raum für Austausch, Diskussion und Networking innerhalb der Branche.

03.07.2026

Südwesttextil: Wichtige Maßnahmen im Reformpaket von Union und SPD – Umsetzung entscheidend

Südwesttextil sieht wichtige Signale für Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung, mahnt jedoch eine konsequente und schnelle Realisierung der Vorhaben an.

In dieser Woche haben Union und SPD mit dem „Programm für Aufschwung und Beschäftigung“ ein Paket mit 34 Maßnahmen als Ergebnis des Koalitionsausschusses präsentiert. Südwesttextil begrüßt, dass mit der Modernisierung des Datenschutzes, der Abschaffung von Berichts- und Dokumentationspflichten sowie der Bestellungspflicht von betrieblichen Beauftragten Entlastungen geschaffen werden sollen. Die Entwicklung einer neuen Außenwirtschaftsstrategie muss aus Perspektive der Branche dringend wirksamen Schutz vor Massenimporten zu Dumpingpreisen schaffen und gleichzeitig Vergabeprozesse auf Resilienz und die Teilhabe europäischer Unternehmen ausrichten. 

Südwesttextil sieht wichtige Signale für Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung, mahnt jedoch eine konsequente und schnelle Realisierung der Vorhaben an.

In dieser Woche haben Union und SPD mit dem „Programm für Aufschwung und Beschäftigung“ ein Paket mit 34 Maßnahmen als Ergebnis des Koalitionsausschusses präsentiert. Südwesttextil begrüßt, dass mit der Modernisierung des Datenschutzes, der Abschaffung von Berichts- und Dokumentationspflichten sowie der Bestellungspflicht von betrieblichen Beauftragten Entlastungen geschaffen werden sollen. Die Entwicklung einer neuen Außenwirtschaftsstrategie muss aus Perspektive der Branche dringend wirksamen Schutz vor Massenimporten zu Dumpingpreisen schaffen und gleichzeitig Vergabeprozesse auf Resilienz und die Teilhabe europäischer Unternehmen ausrichten. 

Positiv bewertet Südwesttextil zudem die Maßnahmen für den Arbeitsmarkt, insbesondere die Ausweitung der Möglichkeiten zur sachgrundlosen Befristung, der erneuten Ersteinstellung bei demselben Arbeitgeber sowie das Aufheben des Schriftformerfordernisses bei Befristungen zu Beginn des nächsten Jahres. Die angekündigte Abschaffung der telefonischen Krankschreibung greift die Position des Verbands auf und ist ein wichtiges Signal. Denn Unternehmen tragen bei einer Arbeitsunfähigkeit erhebliche finanzielle Lasten, demgegenüber müssen nachvollziehbare und verlässliche Voraussetzungen für die Feststellung einer Arbeitsunfähigkeit stehen.  

Südwesttextil-Hauptgeschäftsführerin Edina Brenner: „Der Koalitionsausschuss hat wichtige, aber auch überfällige Einigungen erzielt. Die im Reformpaket enthaltenen Maßnahmen können Entlastungen und eine Stärkung von Arbeitsmarkt und Wettbewerbsfähigkeit bewirken. Wir haben allerdings grundsätzlich in Deutschland kein Erkenntnis- sondern ein Umsetzungsproblem. Sollten die Vorhaben nur eingeschränkt, verzögert und mit neuer Bürokratie belastet umgesetzt werden, sehen wir keine substanzielle Chance auf eine Wirtschaftswende.“ 

Das kann beispielhaft am zuletzt erschienenen Referentenentwurf für die Überarbeitung des Arbeitszeitgesetzes aufgezeigt werden. Dieser bleibt deutlich hinter den Zusagen des Koalitionsvertrags zurück, indem er die dringend benötigte Flexibilisierung unter die Bedingung der Zustimmung der Gewerkschaft stellt und diese nicht tarifgebundenen Arbeitgebern gar nicht ermöglicht. Gleichzeitig erschwert die Verpflichtung zur elektronischen und taggleichen Arbeitszeiterfassung die heute vielfach gelebte Vertrauensarbeitszeit und belastet Betriebe mit Bürokratie. Südwesttextil fordert daher dringend eine erhebliche Nachbesserung des Gesetzesentwurfs. 

Entscheidend wird zudem sein, dass die bis Oktober durch die Sozialpartner auszuarbeitenden Vorschläge zur digitalen Transformation tatsächlich zu schnelleren und einfacheren Verfahren der betrieblichen Mitbestimmung führen. Solche Erleichterungen dürfen jedoch nicht von einer Tarifbindung abhängig gemacht werden. Südwesttextil hat sich dazu schon umfassend geäußert und fordert insbesondere auch das Betriebsverfassungsrecht deutlich zu verschlanken.