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Sympatex: Verantwortungsvolle Produktion durch Kreislaufwirtschaft

Den Textilkreislauf schließen und damit Umweltlasten minimieren: Mit diesem Ansatz möchte der der Hersteller von Membranen und Funktionsmaterialien Sympatex Technologies GmbH, Unterföhring, einer Anhäufung von Alttextilien, einem intensiven Chemieeinsatz und starker Wasserverschmutzung entgegenwirken. Das Unternehmen verweist dabei auf die Mitverantwortung der Textilindustrie für die Klimaerwärmung und eine Belastung der Umwelt durch die unkontrollierte Freisetzung von Mikroplastik bei der Herstellung von Chemiefasern.
Sympatex möchte in 5 Jahren mindestens die Hälfte des notwendigen Rohmaterials für seine Funktionslaminate aus dem zirkulären Textilkreislauf gewinnen und bis 2030 sogar 100 %. 2020 sollen bereits die ersten Laminate aus zirkulär gewonnenem Alttextilmaterial angeboten werden. Zur Sportartikelmesse Ispo Munich, vom 26.-29. Januar 2020 in München, präsentiert Sympatex ein weiteres Ergebnis dieser Zielsetzung: die upgecycelte Funktionsjacke rEvolution Hybrid aus 30% recycelten Alttextilien und 70% recycelten PET-Flaschen. Sie ist das Ergebnis der 2017 gegründeten Europäischen Industriepartnerschaft wear2wear.
Darüber hinaus wird Sympatex am 28. Januar 2020 eine Case Study zur Plastikfreisetzung in die Umwelt veröffentlichen. Am Beispiel einer 3-lagigen Hardshelljacke mit Ober- und Futterstoffen aus 100% recyceltem Polyester wurde über den Ansatz einer Massenbilanzierung die unkontrollierte Freisetzung von Plastik während des gesamten Lebenszyklus der Funktionsjacke untersucht.

Quelle:
dfv Mediengruppe

Empa: Auxetische Membrane für die Behandlung von Gewebeschäden

Wenn ein Material unter Zugeinwirkung dicker wird, spricht man vom sogenannten auxetischen Effekt. Dieser kommt auch in der Natur vor und ist für eine Vielzahl von Anwendungen interessant. In einer Studie des Instituts für Materialwissenschaften und Technologieentwicklung Empa, Dübendorf/Schweiz, wurde nun gezeigt, wie sich das erstaunliche Materialverhalten weiter steigern lässt – und sogar für die Behandlung von Verletzungen und Gewebeschäden genutzt werden kann. Die auxetischen Eigenschaften konnten auch bei eigens dafür entwickelten Membranen aus Nanofasern nachgewiesen werden.
Mittels sogenanntem Elektrospinning werden gelöste Polymere als hauchdünne Fäden in der Form ähnlich der menschlichen extrazellulären Matrix versponnen. So lassen sich mehrschichtige Membranen aus Nanofasern herstellen, die gut bioverträglich sind und sich in den menschlichen Körper einsetzen lassen. Als die Membran sanften Zugkräften ausgesetzt wurde, sodass sie sich um etwa 10 % verlängerte, nahm das Volumen des Materials, statt gleichzeitig dünner zu werden, auf das 5-fache, die Dicke gar um das 10-fache zu.
Neben dem Einsatz in der Biomedizin lässt sich das bereits zum Patent angemeldete Konzept aber auch in zahlreichen anderen Gebieten anwenden. Durch Zug aktivierbare Membranen, die eingeschlossene Partikel bei Bedarf freigeben, regulierbare Filter oder Füllmaterial, das sich erst am Einsatzort auf sein volles Volumen „ziehen“ lässt, also quasi „Expand on demand“, könnten laut Empa weitere Einsatzgebiete sein.

Quelle:
dfv Mediengruppe