Textile Technology Sektion

TextileTechnology

Tagesaktuell Branchennews und Personalia mit TextileTechnology
1 Ergebnis

TU München: Innovative Materialien mit Carbonfasern aus Algen

Im Verbund mit heimischem Granit oder anderen Hartgesteinen ermöglichen Carbonfasern völlig neue Konstruktionsmaterialien und Baustoffe. Werden die Carbonfasern aus Algenöl hergestellt, entzieht die Herstellung der innovativen Materialien der Atmosphäre mehr Kohlendioxid als dabei freigesetzt wird. Ein von der Technischen Universität München (TUM) angeführtes Forschungsprojekt soll diese Technologien nun weiter voranbringen.
Ziel des am 1. Juli gestarteten Projekts „Green Carbon“ ist es, auf Algenbasis Herstellungsverfahren für Polymere und carbonfaserbasierte Leichtbaumaterialien zu entwickeln, die z.B. in der Flug- und Automobilindustrie eingesetzt werden können. Begleitet wird die Entwicklung von technologischen, ökonomischen und Nachhaltigkeitsanalysen. Die Forschungsarbeiten der TU München fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit etwa 6,5 Mill. Euro.
Mikroalgen können durch ihr schnelles Wachstum das Treibhausgas CO2 aktiv in Form von Biomasse speichern. Das CO2 wird u.a. in Form von Zuckern und Algenöl gebunden, aus denen mit chemischen und biotechnologischen Prozessen Ausgangsstoffe für verschiedenste industrielle Prozesse gewonnen werden können. Ölbildende Hefen erzeugen z.B. aus den Algenzuckern Hefeöl, ein Ausgangsstoff für nachhaltige Kunststoffe. Außerdem lässt sich das Hefeöl enzymatisch in Glycerin und freie Fettsäuren spalten. Die freien Fettsäuren sind Ausgangsmaterial für weitere Produkte, u.a. hochwertige Additive für Schmierstoffe; das Glycerin lässt sich in Carbonfasern umwandeln.
Im weiteren Verlauf des Projekts werden die Kunststoffe mit den Carbonfasern zu entsprechenden Verbundmaterialien zusammengeführt. Laut Projektleiter Thomas Brück, Professor für Synthetische Biotechnologie an der TU München, sind die aus Algen hergestellten Carbonfasern absolut identisch mit den derzeit in der Industrie eingesetzten Fasern und können daher für alle Standardprozesse im Flugzeug- und Automobilbau genutzt werden.
Darüber hinaus lassen sich aus Carbonfasern und Hartstein mit einem Verfahren des Industriepartners TechnoCarbonTechnologies GbR, München, neuartige Konstruktionsmaterialien herstellen. Sie haben nicht nur eine negative CO2-Bilanz, sondern sind leichter als Aluminium und stabiler als Stahl.
Das Foto zeigt das Trittbrett eines e-Scooters aus einem Verbund von Granit und Carbonfasern aus Algen.

Quelle:
dfv Mediengruppe