DITF: Chitinfasern – Materialien für die Medizintechnik

DITF: Chitinfasern – Materialien für die Medizintechnik

Chitin ist in der Natur reichlich und günstig vorhanden ist und könnte als Verbundmaterial in der Medizin zum Einsatz kommen. Denn Forscher an den Deutschen Instituten für Textil- und Faserforschung Denkendorf (DITF), Denkendorf, haben ein innovatives Verfahren entwickelt, mit dem sich Chitin als Biopolymer sehr gut mit der ebenfalls natürlich vorkommenden Cellulose verbinden lässt. Das Chitin wird aus Krabbenschalen gewonnen, die es in ausreichenden Mengen gibt.
Der Weg zu dieser neuen Faser führt danach über ionische Flüssigkeiten, die das schwer lösliche Chitin umweltfreundlich für die Verbindung mit Cellulose vorbereiten.
Ionische Flüssigkeiten (ILs) sind Salze, die schon bei Temperaturen unter 100 °C flüssig sind und viele Polymere lösen können, so auch die langkettigen Polysaccharide des Chitins. Im DITF-Verfahren erreichte der Chitinanteil der biologisch abbaubaren Fasern bis zu 50%. Im Vergleich zu reinen Cellulosefasern können diese Fasern ein um 20 % - 60% erhöhtes Wasserrückhaltevermögen erreichen.
Diese neuartigen Cellulose-Chitin-Mischfaser haben ein großes wirtschaftliches Potenzial, z.B. als Wundauflagen in der Medizin, die den Heilungsprozess beschleunigen. Dafür kann besonders auch die hohe Luftdurchlässigkeit des neuen Materials sorgen.

 

Quelle:
dfv Mediengruppe