Textination Newsline

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(c) Koelnmesse GmbH
21.05.2019

INTERZUM 2019: TRENDS UND NEUHEITEN FÜR DIE LEBENSWELTEN VON MORGEN

Alle zwei Jahre zeigt die interzum wegweisende Innovationen für die Gestaltung der Lebensräume von morgen. Das weltweit größte Event der Zulieferbranche bietet vom 21. bis zum 24. Mai 2019 wieder einen Blick auf neueste Entwicklungen und zukunftsweisende Trends für das Wohnen und Einrichten. Internationale Aussteller präsentieren neue Materialien und Funktionen, die in den kommenden Jahren einen maßgeblichen Einfluss auf den Möbel- und Innenausbau haben werden. In den drei Messe-Segmenten „Materials & Nature“, „Function & Components“ sowie „Textile & Machinery“ stehen innovative Oberflächen ebenso im Fokus wie nachhaltige Werkstoffe oder neue Technologien. Auch globale Megatrends wie Digitalisierung, Individualisierung, Mobilität oder Urbanisierung spiegeln sich in den Präsentationen der ausstellenden Unternehmen. Ein Blick auf Trends und Neuheiten der kommenden interzum.

Alle zwei Jahre zeigt die interzum wegweisende Innovationen für die Gestaltung der Lebensräume von morgen. Das weltweit größte Event der Zulieferbranche bietet vom 21. bis zum 24. Mai 2019 wieder einen Blick auf neueste Entwicklungen und zukunftsweisende Trends für das Wohnen und Einrichten. Internationale Aussteller präsentieren neue Materialien und Funktionen, die in den kommenden Jahren einen maßgeblichen Einfluss auf den Möbel- und Innenausbau haben werden. In den drei Messe-Segmenten „Materials & Nature“, „Function & Components“ sowie „Textile & Machinery“ stehen innovative Oberflächen ebenso im Fokus wie nachhaltige Werkstoffe oder neue Technologien. Auch globale Megatrends wie Digitalisierung, Individualisierung, Mobilität oder Urbanisierung spiegeln sich in den Präsentationen der ausstellenden Unternehmen. Ein Blick auf Trends und Neuheiten der kommenden interzum.

Technik und Emotion: die Vielfalt von Oberflächen
Materialität und damit auch Oberflächen gewinnen zunehmend an Bedeutung – das zeigt sich auch auf der diesjährigen interzum. Viele Konsumenten verlangen heute nach einer ansprechenden und individualisierten Wohnumgebung, die sich auch so anfühlt. Mit attraktiven Oberflächen können Möbelhersteller daher im Markt punkten. Designtrends werden dabei sowohl von technischen Entwicklungen als auch von emotionalen Anmutungen bestimmt. Ob supermatt, hochglänzend oder ganz individuell – die Vielfalt an neuen Dekoren und Oberflächen, die auf der interzum vorgestellt werden, ist nahezu grenzenlos. Möglich machen das neue oder wiederentdeckte Materialien und Kombinationen sowie innovative Herstellungsverfahren. Der Digitaldruck ermöglicht einzigartige Dessins, während Soft-Touch oder Anti-Fingerprint-Effekte eine dauerhaft gute Haptik und Optik versprechen. Aussteller in diesem Segment zeigen nicht nur eine große Designvielfalt, sondern auch vielfältige funktionale Features.

Natürliche Reproduktionen: Optik gleich Haptik
Bei beschichteten Oberflächen bleiben Reproduktionen von Materialien besonders beliebt. So ist zum Beispiel die Nachbildung unterschiedlichster Hölzer ein ungebrochener Trend, der sich heute vielfältig ausprägt. „Wir sehen zurzeit, dass Trends in unterschiedliche Richtungen gehen“, konstatiert Klaus Monhoff, Leiter Dekor- und Designmanagement der Egger Gruppe. Der aktuellen Nachfrage nach markanten und rustikalen Hölzern begegnet der Hersteller mit einer neuen Synchronporen-Oberfläche in Altholz-Optik. Besonders großflächige Holzdekore nimmt das auf Sieb- und Digitaldruck spezialisierte Unternehmen Stainer zur interzum 2019 in sein Programm. Die sechs mal zwei Meter großen Platten mit der Optik verschiedener Laubhölzer eignen sich für Wände und Böden. Im Bereich digitaler Reproduktionen wächst außerdem der Einfluss von matten Oberflächen im Metallic-Look. Die Viscora®-Folie Supermatt metallic coloured des österreichischen Ausstellers Hueck Folien ist hierfür ebenso ein Beispiel wie eine neue Oberfläche von Egger, die haptisch und optisch fein gebürstetem Metall nachempfunden ist.

Besonders im Fokus: umweltfreundliche Materialien und Bauteile
Das Thema Nachhaltigkeit bleibt als globaler Megatrend eine aktuelle und zukünftige Herausforderung für die Einrichtungsbranche. Bezogen auf das Wohnen möchten Konsumenten heute ihre eigenen vier Wände möglichst schadstoffarm gestalten und gleichzeitig ihren ökologischen Fußabdruck optimieren. Umweltverträgliche Materialien und Möbelbauteile stehen daher bei zahlreichen Ausstellern der kommenden interzum besonders im Fokus. So stellt zum Beispiel der Holzverarbeiter Swiss Krono mit „BE.YOND“ die weltweit erste biobasierte Spanplatte vor, die höchste Anforderungen an die Raumluftqualität erfüllt. Insbesondere im Leicht- und Möbelbau spielt der regenerative und CO2-neutrale Wertstoff Holz eine tragende Rolle. Die Leichtbauplatte „aerowood®“, die das Sperrholzwerk Schweitzer aus Österreich in Köln präsentiert, ist ressourcenschonend, besonders leicht und frei formatierbar. Unter dem Motto „Nature is here“ präsentiert auch Proadec mit einer neuen Kantananleimung ein äußerst umweltfreundliches Produkt auf der Messe. Ein weiteres Thema sind biobasierte Kunststoffe wie zum Beispiel bei den Beschlägen des schwedischen Austellers Ackurat oder einer Produktneuheit des Unternehmens Oskar Lehmann, das unter anderem Kabelführungen für Schreibtische produziert. Dass Nachhaltigkeit sehr kreativ sein kann, zeigt der österreichische Hersteller Organoid an seinem Stand: Natürliche Oberflächen aus Heu oder Moos werden mit wiederverwerteten Zirkonia Schmucksteinen von Swarovski zum Glitzern gebracht.

Variable Lösungen: Individualisierung wird zum Standard
Wie ein roter Faden zieht sich auch der Megatrend Individualisierung durch die Präsentationen der kommenden interzum. Der Wunsch nach möglichst individuellen Lösungen verändert nachhaltig die Ansprüche an das Leben und Wohnen. Viele Aussteller zeigen daher Neuheiten, mit denen die Einrichtung an persönliche Anforderungen angepasst werden kann. Gestalterische Freiheit verspricht zum Beispiel die neue Kollektion „Innovus“ des portugiesischen Holzwerkstoffherstellers Sonae Arauco. Mit fünf neuen Oberflächen und rund 100 neuen Dekoren bietet sie zahlreiche Kombinations- und Einsatzmöglichkeiten. Ähnlich vielseitig ist auch die Marino-Kollektion von ServiCanto aus Spanien, mit der sich verschiedene Arten von Oberflächen kombinieren lassen. Eine individuelle Interpretation klassischer Holzoberflächen zeichnet die Neuheit des italienischen Herstellers Alpi aus. Bei der Furnier-Kollektion „Gamperana Triplex“, die in Zusammenarbeit mit dem Designer Martino Gamper entstand, sind die Furnierblätter nicht einzeln, sondern in Dreiergruppen angeordnet, was originelle Kompositionen ermöglicht. Praveedh Décor aus dem indischen Mumbai setzt dagegen auf eine Erweiterung des Farbspektrums von Acrylplatten: Das neue Produkt „OpuLux Fantasy“ kann nach Kundenwünschen mehrfarbig gestaltet werden.

Neue Offenheit: Verbindung von Wohnwelten
Schon seit einiger Zeit löst sich die Trennung zwischen verschiedenen Wohnbereichen immer weiter auf. Die Übergänge werden fließend und das hat Auswirkungen auf Systeme, Beschläge und Licht. Viele Aussteller der interzum 2019 beschäftigen sich daher mit flexibel einsetzbaren Gestaltungselementen, die eine durchgängige Wohnarchitektur ermöglichen. So bietet zum Beispiel das neue System „Schüco Openstyle“ die Möglichkeit, Räume je nach Anforderung und Wohnsituation flexibel zu verbinden oder auch zu unterteilen. Mit dem Messemotto „OpenUp“ proklamiert auch der Stauraumspezialist Vauth-Sagel eine neue Offenheit und präsentiert auf der Messe erstmals Lösungen für alle Bereiche des Wohnens. Ähnlich flexibel gibt sich der Hersteller von Funktionsbeschlägen Hettich: „Wir vereinfachen Vielfalt“, betont Uwe Kreidel, Geschäftsführer des Unternehmens, das auf der Messe unter anderem multifunktionale Neuheiten für unterschiedliche Wohnsituationen vorstellt.

Die Kunst des Weglassens: Komponenten werden unsichtbarer
Während Möbel flexibler und multifunktionaler werden, steigt gleichzeitig der Anspruch an das Design der technischen Lösungen. „Grundsätzlich gilt bei uns, dass ein Bewegungs-System das Gesamtdesign des Möbels aufwerten muss“, sagt Albert Trebo, Geschäftsführer Marketing und Vertrieb von Grass aus Österreich. Vor diesem Hintergrund spielt die Miniaturisierung von Beschlagtechnik und von Komponenten wie Steuerung oder Licht weiterhin eine große Rolle. Kesseböhmer zeigt auf der interzum einen neuen Klappenbeschlag, der sich in Größe, Design und Funktion deutlich von bisher marktüblichen Lösungen unterscheidet. Auch der Hersteller von Lichtsystemen Hera setzt maßgeblich auf die Verkleinerung von Leuchten, damit diese fast unsichtbar in Möbel integriert werden können. Eine ganz neue Produktkategorie möchte das Herforder Start-Up Ambigence auf der diesjährigen interzum präsentieren, Das Prinzip: Möbelseite und Beschlag werden nicht länger als zwei getrennte Komponenten betrachtet, sondern zur Einheit. „Das Möbel wird von einschränkenden Beschlägen befreit, indem der Raum innerhalb einer Möbelplatte für die Integration von Funktionen genutzt wird“, so Norbert Poppenborg, Director Marketing & Business Development.

Micro Living: Mehr Komfort für wenig Raum
Ein weiteres globales Thema, das viele Aussteller der kommenden interzum beschäftigt, ist die zunehmende Urbanisierung. Mehr und mehr Menschen zieht es in die Städte und vor allem in den Metropolen wird der Wohnraum immer knapper und teurer. Diese Entwicklung erfordert eine optimale Ausnutzung vorhandener Flächen und Komponenten für mehr Raum pro Quadratmeter. Aktuelle Beispiele sind clevere Stauraumlösungen wie „urban smart kitchen“ von Kesseböhmer „Bei der Kollektion geht es darum, mit intelligenter und smarter Beschlagtechnik Stauraum auf kleinen Grundrissen optimal auszunutzen und Übersicht und komfortablen Zugriff auf den Inhalt zu schaffen, optional auch per Sprachsteuerung“, so Geschäftsführer Burkhard Schreiber. Das Entwicklungspotenzial knapper werdender Räume wird auf der Messe zudem mit einer eigenen Sonderfläche beleuchtet: Verschiedene Aussteller zeigen auf der Piazza „Tiny Spaces - Living in compact homes" neue Konzepte und Lösungen. Die Stararchitektin Yasemine Mahmoudieh wird außerdem ihre Erfahrungen in Bezug auf künftige Anforderungen an Tiny Spaces am interzum-Dienstag in einem Vortrag interessierten Zuhörern vorstellen.

Produktion von Matratzen: Effizienz für mehr Schlafkomfort
Auch in der Matratzenwelt wächst die Vielfalt. Materialien werden immer innovativer und perfekter verarbeitet. Die Qualitätsführer der Branche müssen sich daher gut aufstellen. Viele Aussteller der interzum setzen daher auf eine möglichst effiziente Produktion und neue Verfahren, die für mehr Schlafkomfort sorgen. Schreiner Machine Service (SMS) vertritt auf dem europäischen Markt verschiedene Maschinenhersteller und kündigt für die Messe eine Weltneuheit zur Herstellung von Federkernen an. Kunden können damit innovative Matratzen fertigen und gleichzeitig Kosten in der Produktion sparen. Auf deren Optimierung setzt auch der Spezialist für automatisierte Nählösungen Brother, der unter anderem das Modell BAS-370H vorstellen wird. Bei großen Nähflächen spart der freiprogrammierbare Nähfeldautomat Platz in der Produktion und ermöglicht ein schnelles Nähen. In eine ähnliche Richtung bewegt sich das spanische Unternehmen Visdeltex mit einem neuen System für die automatische und schnelle Polsterung von Bett- und Boxspring-Tops.

interzum 2019: Plattform für neue Ideen
Gerade die Zulieferindustrie hat in der Vergangenheit immer wieder gezeigt, wie Innovationen den Markt und gleichzeitig die Ansprüche an die Lebensumgebung verändern. Mit den Neuheiten der kommenden interzum entscheidet sich unter anderem, welche Materialen, Oberflächen und Technologien die Gestaltung künftiger Einrichtungswelten bestimmen. Auf die neuesten Ideen und Lösungen der Aussteller darf man also gespannt sein.

(c) Messe Frankfurt Exhibition GmbH
30.04.2019

NACHHALTIGKEIT IST WICHTIGES THEMA AUF DER TECHTEXTIL UND TEXPROCESS

Mit „Sustainability at Techtextil“ und „Sustainability at Texprocess“ stellen die internationalen Leitmessen für technische Textilien und Vliesstoffe sowie für die Verarbeitung textiler und flexibler Materialien erstmals die Nachhaltigkeitsansätze ihrer Aussteller explizit in den Fokus. Hinzu kommt ein umfangreiches Rahmenprogramm zu dem Thema. Dabei sprechen unter anderem Branchengrößen wie Kering, Lenzing oder Zalando.

Mit „Sustainability at Techtextil“ und „Sustainability at Texprocess“ stellen die internationalen Leitmessen für technische Textilien und Vliesstoffe sowie für die Verarbeitung textiler und flexibler Materialien erstmals die Nachhaltigkeitsansätze ihrer Aussteller explizit in den Fokus. Hinzu kommt ein umfangreiches Rahmenprogramm zu dem Thema. Dabei sprechen unter anderem Branchengrößen wie Kering, Lenzing oder Zalando.

Fasern aus recyceltem Polyester, biobasierte Hightech-Textilien, wassersparende Färbe- und Finishingverfahren, Funktions- und Arbeitskleidung, die mit weniger bis keinen Lösungs- und Bindemitteln auskommt: Im Bereich der technischen Textilien und in der Verarbeitung textiler und flexibler Materialien setzen immer mehr Unternehmen auf Ansätze für mehr Nachhaltigkeit. Mit „Sustainability at Techtextil“ und „Sustainability at Texprocess“ machen die internationalen Leitmessen vom 14. bis 17. Mai 2019 entsprechende Ansätze ihrer Aussteller sichtbar. Zusätzlich greifen zahlreiche Eventformate das Thema Nachhaltigkeit auf beiden Messen auf.

Messeguide für ausgewählte Aussteller
Im Vorfeld der Techtextil und Texprocess konnten Aussteller beider Messen ihre Ansätze und entsprechende Nachweise für Aktivitäten rund um Nachhaltigkeit bei den Messeorganisatoren einreichen. Eine unabhängige, internationale Jury aus Nachhaltigkeitsexperten bewertete die Einreichungen individuell auf Basis gängiger nationaler und internationaler Nachhaltigkeitssiegel, darunter aktuell vor allem Bluesign, Cradle-to-Cradle, EU Eco Label, ISO 14001, GOTS, GRS sowie SteP by Oeko-Tex.

Insgesamt wurden 47 Unternehmen, davon 44 Aussteller der Techtextil, und drei der Texprocess ausgewählt. Interessierte Besucher finden die kuratierten Unternehmen in einem eigenen Messe-Guide, der auf der Messe ausliegt, per Filterfunktion unter „Sustainability“ in der Online-Ausstellersuche und in den Apps beider Messen. Zudem weisen die ausgewählten Aussteller an ihren Messeständen auf ihre Teilnahme hin.
Mitglieder der internationalen Expertenjury: Vorsitzender: Max Gilgenmann, Consulting Service International Ltd. (Deutschland/China); Claudia Som, Empa (Schweiz); Jan Laperre, Centexbel (Belgien); Heike Illing-Günther, Sächsisches Textilinstitut e.V. (Deutschland); Karla Magruder, Fabrikology (USA); Lauren Zahringer, SAC Social Apparel Coalition (Niederlande).

Techtextil Forum mit Themenblock zu Nachhaltigkeit
Unter dem Motto „Towards Sustainability“ bietet das Techtextil Forum am 14. Mai zwischen 11 und 15 Uhr eine Reihe an Beiträgen, die sich ausschließlich um nachhaltige Textilinnovationen drehen. Moderiert von Braz Costa, Geschäftsführer des portugiesischen Technologiezentrums CITEVE, stehen unter anderem diese Themen auf dem Programm:
Textilrecycling (TWD Fibres, Velener Textil), nachhaltiges Bauen mit Wolle (Minet S.A.; Rumänien), nachhaltige Textilbeschichtungen (Centexbel), Biopolymere (RWTH Aachen), die Nachverfolgbarkeit gentechnikfreier Baumwolle (Hohenstein Institute) sowie biobasierte kostengünstige Karbonfasern (Textilforschungsinstitute Jules Verne, Frankreich).

Techtextil Innovation Award
Erstmals prämiert der Techtextil Innovation Award zwei Unternehmen mit einem Award in der Kategorie Nachhaltigkeit. Die Gewinner werden am ersten Messetag während der feierlichen Eröffnung der Messe bekannt gegeben und ausgezeichnet. Messebesucher können sich zusätzlich während der gesamten Dauer der Messe auf dem Ausstellungsareal des Techtextil Innovation Award in der Halle 4.2 über die Preisträger und deren ausgezeichnete Projekte informieren.

Texprocess Forum mit Ableger der Fashionsustain-Konferenz
Mit einem Ableger der Fashionsustain Berlin, der Konferenz der Messe Frankfurt rund um nachhaltige Textilinnovationen, bietet das Texprocess Forum am 14. Mai Vormittags einen Themenblock ausschließlich rund um Nachhaltigkeit in der Textil- und Modebranche. Die erste Keynote “Sustainable innovation – a matter of survival” kommt von Mick Magnusson, Co-Gründer des schwedischen Start-Ups We are Spindye.
Unter der Fragestellung „Is Sustainability the Key to Textile Innovations?“ diskutieren anschließend Branchenführer wie Clariant Plastics and Coatings, Indorama, Lenzing, Perpetual Global, Procalçado S.A. sowie Kering und Zalando. Moderiert wird die Fashionsustain unter anderem von Karla Magruder, Gründerin von Fabrikology International.

Innovation Roadshow zu nachhaltiger Schuhproduktion
Im Fortgang der Fashionsustain-Konferenz präsentieren der Faserhersteller Lenzing, der Strickmaschinenproduzent Santoni und Schuhkomponenten-Fabrikant Procalçado S.A. die Innovation Roadshow mit dem Titel „The Future of Eco-Conscious Footwear Manufacturing“. Die Roadshow wird unterstützt vom Texpertise Network der Messe Frankfurt. Sie stellt exemplarisch den nachhaltigen Produktionsprozess eines Schuhs dar und zeigt so, wie ein Nachhaltigkeitswandel der Mode- und Textilindustrie bereits heute Realität sein kann. Moderiert wird das Panel von Marte Hentschel, Gründerin des B2B-Netzwerks für die Modebranche Sourcebook.

Kettherstellung (c) Schmitz Textiles Kettherstellung (c) Schmitz Textiles
23.04.2019

CEO Stefan Ruholl (Schmitz Textiles) im Interview: Wir sind Textil

  • Innovationen im Indoor- und Outdoor-Bereich

Anfang 2018 hat sich das Textilunternehmen Schmitz-Werke GmbH & Co. KG, Emsdetten, neu strukturiert. Um schneller und flexibler auf die Märkte und deren Ansprüche reagieren zu können, sind seitdem die Marken drapilux, swela und mobiltex unter Schmitz Textiles zusammengefasst.

Geschäftsführer dieses rechtlich eigenständigen Unternehmens ist Stefan Ruholl, seit mehr als 30 Jahren bei den Schmitz-Werken beschäftigt, der sich den Fragen von Textination stellte. 1996 wurde er Abteilungsleiter Appretur, drei Jahre später Leiter der Produktion und Entwicklung im Bereich Textilveredlung, Anfang 2000 Technischer Leiter, und schließlich übernahm er die Leitung des Geschäftsbereiches sowie 2018 des Unternehmens Schmitz Textiles.

  • Innovationen im Indoor- und Outdoor-Bereich

Anfang 2018 hat sich das Textilunternehmen Schmitz-Werke GmbH & Co. KG, Emsdetten, neu strukturiert. Um schneller und flexibler auf die Märkte und deren Ansprüche reagieren zu können, sind seitdem die Marken drapilux, swela und mobiltex unter Schmitz Textiles zusammengefasst.

Geschäftsführer dieses rechtlich eigenständigen Unternehmens ist Stefan Ruholl, seit mehr als 30 Jahren bei den Schmitz-Werken beschäftigt, der sich den Fragen von Textination stellte. 1996 wurde er Abteilungsleiter Appretur, drei Jahre später Leiter der Produktion und Entwicklung im Bereich Textilveredlung, Anfang 2000 Technischer Leiter, und schließlich übernahm er die Leitung des Geschäftsbereiches sowie 2018 des Unternehmens Schmitz Textiles.

Schmitz Textiles ist ein Familienunternehmen, das seit mehr als 90 Jahren textile Lösungen im In- und Outdoor-Bereich anbietet. Wenn Sie sich jemandem, der das Unternehmen nicht kennt, in 100 Worten vorstellen müssten: Was macht Sie einzigartig?
Als nahezu vollstufiger Hersteller in Deutschland haben wir Vorteile, um die uns mancher Marktbegleiter beneiden dürfte. Wir können flexibel, technisch sicher und mit gutem Service auf die Bedürfnisse unserer Kunden reagieren. Unter der Marke drapilux vertreiben wir intelligente Designtextilien für den Objektbereich, Outdoor- und Sonnenschutzstoffe unter der Marke swela sowie Textilien für das Segment Automotive unter dem noch jungen Label mobiltex. Alle Marken profitieren von dem breiten Know-how in Produktion und Entwicklung. Mag vor einigen Jahren der Produktionsstandort Deutschland eher negativ als reiner Kostenfaktor betrachtet worden sein, so sehen wir dies heute von unseren Partnern als klaren strategischen Vorteil.

In welchem Produktbereich fordern Markt und Partner Sie besonders heraus?
Und mit welchen Produktinnovationen im Bereich technischer Textilien glauben Sie am meisten bewegen zu können?

In jedem unserer Handlungsfelder sind wir mit umfassenden Herausforderungen konfrontiert. Bei drapilux müssen z. B. wir im Rahmen von Brandschutzzertifizierungen für den Einsatz unserer Stoffe auf Kreuzfahrtschiffen strengen Sicherheitsanforderungen gerecht werden und haben hier massiv investiert. Der Sonnenschutzbereich ist gekennzeichnet durch hohe Ansprüche an Farb- und Lichtechtheiten bei bestem Rückstellverhalten – hier haben wir bereits vor Jahren mit dem Wechsel von Acryl- auf Polyesterqualitäten einen großen technologischen Vorsprung gewinnen können.
Mit der neuen, preisgekrönten Entwicklung unseres Cabrioverdeckstoffes für mobiltex, ebenfalls auf Polyesterbasis, konnten wir Produkteigenschaften realisieren, die in diesem Segment in der Form völlig neu sind.

Auf welchen gesellschaftlich relevanten Themenfeldern sehen Sie in den nächsten 10 Jahren besonders großen Innovationsbedarf und wie ist Ihre Einschätzung, dass die Textilindustrie mit ihren Produkten dafür Lösungen wird anbieten können?
Wenn wir auf die nächsten zehn Jahre blicken, dann ist es sicher das bereits heute allgegenwärtige Thema Nachhaltigkeit. Momentan leben wir in einer Phase, in der man einerseits nachhaltige Produkte wünscht, andererseits die Bereitschaft, dafür höhere Preise zu zahlen, noch nicht ausgeprägt ist und man doch zu konventionellen Produkten tendiert. Dies wird sich verändern. Nachhaltige Produkte von Unternehmen, die Nachhaltigkeit in den Dimensionen Ökologie, Ökonomie und Soziales wirklich leben, werden das Rennen machen. Die Textilindustrie bietet dazu die besten Voraussetzungen, um diese Vision Realität werden zu lassen – allerdings unter Investitionen in Produktion sowie Forschung und Entwicklung.
 

Produkt- und Technologieinnovationen bedeuten heute in hohem Maße die Digitalisierung von Produktions- und Geschäftsprozessen.
Neue Geschäftsmodelle zielen häufig auf Vertikalisierung ab und fordern den Weg zur Losgröße 1 - was bedeutet das für Schmitz Textiles?

„Losgröße 1“ muss für ein Industrieunternehmen mit B2B-Fokus, wie Schmitz Textiles eines ist, mit einer gewissen Bandbreite beantwortet werden. Grundsätzlich ist das Thema für uns allerdings insofern nicht neu, indem wir z.B. in der Garnfärberei Kleinstanlagen für größere Partien koppeln können – und umgekehrt auch entsprechend kleine Partien durch unsere Prozesskette steuern können. Im Digitaldruckbereich sind wir für das Objektgeschäft mit der Mindestmenge von 25 Metern sehr individuell und kundenorientiert aufgestellt. Für unser Schwesterunternehmen und Kunden markilux sind wir Lieferant für deren „Colour on Demand“-Angebot für das individuelle Markisentuch mit der Auswahl aus 1625 RAL-Farben. Viel näher kann man mit einem industriellen Produktionsmaßstab wohl kaum an „Losgröße 1“ kommen.

Neue Wege zu gehen, bedeutet Entscheidungsfreudigkeit, Überwindung von Ängsten - und damit auch Mut zum Scheitern. Nicht jedes Projekt kann gelingen.
Über welche unternehmerische Entscheidung sind Sie im Nachhinein besonders froh, sie getroffen zu haben?

Wenn wir weiter zurückblicken, dann war die Entscheidung vor rund zehn Jahren richtig, in den Bereich Digitaldruck zu investieren und Know-how sowie eigene Produktionskapazitäten aufzubauen. Diese Lernkurven durchschritten zu haben, versetzt uns heute in die Lage, das Angebot ohne große Probleme in den Outdoor-Bereich auszuweiten. Aktuell sind wir mehr denn je davon überzeugt, mit dem Einstieg in das Segment Automotive mit der noch jungen Marke mobiltex einen neuen, wichtigen Grundpfeiler für die langfristige Zukunft des Unternehmens Schmitz Textiles errichtet zu haben.

Die Textilindustrie weist seit Jahrzehnten weltweit ein stetig hohes Wachstum auf. Der Verbrauch von Chemie- und Textilfasern hat sich im Zeitraum von 1975 bis 2016 mehr als vervierfacht. In Sachen Nachhaltigkeit gibt es, vorsichtig ausgedrückt, für unsere Branche ein eher gemischtes Feedback.
Worauf konzentriert sich Schmitz Textiles, um seiner gesellschaftlichen Verantwortung gerecht zu werden?

Wenn man Textilien ausschließlich am Standort Deutschland produziert, bedingen die ordnungspolitischen Rahmenbedingungen bereits eine gewisse nachhaltige Ausrichtung. Aber auch hier gibt es natürlich Spielräume. Um den hohen Anspruch einer nachhaltigen und umweltschonenden Produktion erfüllen zu können, betreiben wir einen sehr hohen Aufwand. So werden zum Beispiel alle Farbstoffe und Textilhilfsmittel vor dem Einsatz im Hause zunächst auf die Vorgaben aus Gesetzen und Verordnungen sowie nach Umwelt- und Arbeitsschutzaspekten geprüft. Außerdem wurden im Bereich der Produktion bereits lange vor Inkrafttreten von Gesetzen freiwillig Maßnahmen umgesetzt, wie beispielsweise eine regenerative thermische Nachverbrennung zur Nachbehandlung der Prozessabluft der Veredlungsanlagen. So ist sichergestellt, dass keine schadhaften ­Emissionen durch Abluft, Abwasser und Lärm entstehen. Auch bei der Energierückgewinnung aus Prozessabwässern und Prozessabluft wurden viele Projekte erfolgreich umgesetzt. Alle Prozessabfälle werden entweder dem Produktionsworkflow wieder zugeführt, recycelt oder fachgerecht entsorgt. Ein nicht zu verachtender Beitrag zum Umweltschutz ist hier tatsächlich auch der Einsatz von synthetischen Fasern (hier: Polyester), die mit weitaus geringerem Chemieeinsatz als beispielsweise Naturfasern zu modifizieren und deutlich langlebiger sind.
 
Die nächste Techtextil steht vor der Tür. Mit welchen Erwartungen präsentieren Sie sich auf der Messe in Frankfurt?
Wir sind ein junges, aber zugleich fast 100 Jahre altes Unternehmen, da zum 1. Januar 2018 aus der gesellschaftsrechtlichen Neuorganisation der Schmitz-Werke GmbH + Co. KG hervorgegangen. Folgerichtig stellen wir erstmals als Schmitz Textiles GmbH + Co. KG mit unseren drei Marken mobiltex, swela und drapilux aus und wollen uns als textiles Kompetenzzentrum präsentieren. Das Thema Automotive Textiles wird allerdings etwas im Vordergrund stehen. Wir zeigen ein komplettes Cabriodach mit unserem Verdeckstoff mobiltex 388. Dieser wurde übrigens vom Rat für Formgebung für den German Innovation Award 2019 nominiert, und wir sind zuversichtlich, dass wir Ende Mai eine Auszeichnung entgegennehmen dürfen.

 

Quelle:

Die Fragen stellte Ines Chucholowius, CEO Textination GmbH

Textination wird künftig im Rahmen seiner Newsline Innovationstreibern der Branche einen besonderen Platz einräumen, um mit ihnen über Erfolge, Erfahrungen, Prognosen und Trends zu sprechen.

(c) Messe Frankfurt Exhibition GmbH
09.04.2019

SO WIRD BEKLEIDUNG IN ZUKUNFT PRODUZIERT

Individualisierung, Automatisierung, Digitalisierung: Microfactories sind der Ansatz für die Zukunft der Bekleidungsproduktion und das Thema der Texprocess vom 14. bis 17. Mai 2019 in Frankfurt am Main.

„Heute das Lieblingsdesign per App an den Hersteller senden und morgen den individuell designten und passgenauen Sneaker oder das Hemd anziehen. Das ist längst keine Zukunftsmusik mehr“ sagt Michael Jänecke, Director Brand Management Technical Textiles and Textile Processing bei der Messe Frankfurt. „Dahinter stehen jedoch komplexe Produktions-, Verarbeitungs- und Logistikprozesse. Microfactories sind der progressive Ansatz, anhand voll vernetzter Prozesse die Textilverarbeitung schneller, flexibler und auch nachhaltiger weil lokaler zu machen. Und gleichzeitig individualisierte Produkte herzustellen.“

Individualisierung, Automatisierung, Digitalisierung: Microfactories sind der Ansatz für die Zukunft der Bekleidungsproduktion und das Thema der Texprocess vom 14. bis 17. Mai 2019 in Frankfurt am Main.

„Heute das Lieblingsdesign per App an den Hersteller senden und morgen den individuell designten und passgenauen Sneaker oder das Hemd anziehen. Das ist längst keine Zukunftsmusik mehr“ sagt Michael Jänecke, Director Brand Management Technical Textiles and Textile Processing bei der Messe Frankfurt. „Dahinter stehen jedoch komplexe Produktions-, Verarbeitungs- und Logistikprozesse. Microfactories sind der progressive Ansatz, anhand voll vernetzter Prozesse die Textilverarbeitung schneller, flexibler und auch nachhaltiger weil lokaler zu machen. Und gleichzeitig individualisierte Produkte herzustellen.“

Auf der kommenden Texprocess erhalten Fachbesucher bei insgesamt vier Microfactories einen Einblick davon, wie integrierte Textilverarbeitung funktioniert und wo Microfactories bereits zum Einsatz kommen.
 
Digital Textile Micro Factory: On-Demand und Virtual Reality
Nach dem Erfolg der letzten Veranstaltung zeigt die Texprocess in Zusammenarbeit mit den Instituten für Textil- und Faserforschung Denkendorf (DITF) sowie Partnern aus der Industrie in der Halle 4.1 erneut eine Digital Textile Micro Factory und damit voll vernetzte Produktionsketten live. Neu: Die Digital Textile Micro Factory zeigt insgesamt drei Produktionslinien – je eine für die Herstellung von Bekleidung, eines 3D-gestrickten Schuhs sowie zur Verarbeitung technischer Textilien etwa für die Automobil- oder Möbelindustrie.

Fashion-Linie integriert virtuelle Prototypen und Kundeninteraktion
Zentrale Rolle in der Digital Textile Micro Factory spielt die Modeindustrie. Der digitale Zwilling des Kunden als Ausgangspunkt für individualisierte und passgenaue Kleidung gewinnt in den Entwicklungsabteilungen der Bekleidungsindustrie und zur Abstimmung mit Fertigungsbetrieben zunehmend an Bedeutung und ist im Kontext der Fashion-Linie der Micro Factory zentrales Thema.

Die Fashion-Linie zeigt die Stationen CAD/Design, Druck, Zuschnitt, Konfektion, Finishing und Labeling. Neue Ansätze verbinden zudem 3-D Bekleidungssimulation mit direkter Datenübergabe in Virtual Reality (VR) und Augmented Reality (AR). Anstatt dem Kunden physische Muster der zu produzierenden Bekleidung zu präsentieren, werden Muster virtuell visualisiert. Der Kunde hat während des Produktionsprozesses direkten Einfluss auf die Gestaltung des Produktes. Diese direkte Interaktion zwischen 3-D Simulation von Bekleidung, der Darstellung in VR/AR auf der Hardware des Kunden und direkter Produktion wurde so noch nie gezeigt. Partner der Fashion-Linie sind: Assyst (CAD/Design), Mitwill (Material), Caddon, ErgoSoft, Mimaki sowie Multiplot (Druck), Zünd (Zuschnitt), Juki (Konfektion), Veit (Finishing) und Vuframe (AR/VR).

3D-Strick auf dem Weg zu Industrie 4.0
Vom 3D-Objekt zum fertigen Prototypen in 18 Minuten: Auch im Bereich Stricken hat die Zukunft begonnen. Die Digital Textile Micro Factory der Texprocess und Techtextil zeigt einen Workflow, der es erlaubt aus kundenspezifischen Fußgeometrien direkt 3D-gestrickte Schuhoberstoffe zu produzieren.
Die 3D-Strick-Linie der Micro Factory zeigt den Ablauf von der 3D-Modellentwicklung, über die softwareseitige Interpretation des 3D-Daten-satzes in ein geometrietreues Strickprogramm und die Entwicklung eines Designansatzes zur Erstellung der finalen Strickdaten bis zur Erstellung eines 3D-gestrickten Prototypen. Stricken, das textile additive Fertigungsverfahren. Partner der 3D-Strick-Linie ist Stoll.

Verarbeitung technischer Textilien in der Micro Factory
Industrie 4.0 live: Das automatisierte und kundenindividuelle Verarbeiten von technischen Textilien bis zum fertigen Produkt steht im Fokus der dritten Fertigungslinie der Digital Textile Micro Factory 2019. Fachbesucher erleben hier On Demand-Inkjetdruck und vernetzte Maschinen mit integrierter Sensorik, die in Bussysteme eingebunden sind –ein Zukunftsthema für die vernetzte Fertigung. Ein Roboterarm mit Greifer für textile Anwendungen sortiert Zuschnittteile vom Cutter in ein freifahrendes Open-Shuttle. Nähaufträge werden automatisiert zu den Nähstationen gebracht. Der Auftragsfortschritt wird durch Tracing und Tracking im Fertigungsablauf an einzelnen Stationen durch Auto-ID demonstriert. Zusätzlich wird die Integration von kreativen Ideen aus der Cloud in die Produktion von technischen Produkten gezeigt. Technik trifft Kreativität. Partner der technischen Linie sind: Mitwill (Design), ErgoSoft (RIP), Caddon (Farbmanagement), HP (großformatiger Inkjetdruck), Zünd (Zuschnitt), Dürkopp Adler (Vernetzung, Integration Open Shuttle, Nähtechnologie), Veit (Finishing), Next Robotics (Materialhandling).

Smart Textiles Micro Factory: industrienahe Produktion smarter Textilien
Das Institut für Textiltechnik (ITA) der RWTH Aachen produziert gemeinsam mit Partnern aus Industrie und Forschung in ihrer „Smart Textiles Micro Factory“ im Übergang der Hallen 4.1 und 5.1 ein smartes Kissen, das dem Nutzer anhand integrierter LEDs neue Interaktionsmöglichkeiten bietet. Die Projektpartner stellen damit die industrienahe Fertigung eines smarten Textils vom Design bis zum fertigen Produkt exemplarisch dar. Der Prototyp des Kissens wurde zuvor auf der Heimtextil 2019 vorgestellt. An der „Smart Textiles Micro Factory“ beteiligen sich das ITA (Projektkoordination), die Gerber Technology GmbH (Cutting), das Korea Institute of Industrial Technology KITECH (Elektronik), die VETRON TYPICAL Europe GmbH (Nähen), die Wear it GmbH (Produktdesign und Konzeption) und die ZSK Stickmaschinen GmbH (Stickerei).
 
World of Digital Fashion: Customizing von Bekleidung
Unter dem Begriff «World of Digital Fashion» haben sich sechs Unternehmen aus den Bereichen Visualisierung, CAD-Schnittsystem, automatische Körpermaßermittlung sowie Zuschnitt- und Prozessautomatisierung zusammengefunden. Gemeinsam zeigen sie in Halle 4.0 die Integrations- und Kombinationsmöglichkeiten ihrer Produkte in verschiedenen Workflows innerhalb der Wertschöpfungskette und machen die digitale Prozesskette live erlebbar. Im Mittelpunkt steht das Customizing von Bekleidung und Mode. Partner der „World of Digital Fashion“ sind: Browzwear Solutions und Tronog (Visualisierung), Software Dr. K. Friedrich (CAD), Fision (automatische Körpermaßermittlung), Bullmer (Zuschnitt) sowie die Gertsch Consulting und Mode Vision (Prozessautomatisierung).

Microfactory von Efka und Gemini: einfach umsetzbar
Der Hersteller von Antrieben von Industrienähmaschinen Efka zeigt in Zusammenarbeit mit dem CAD-anbieter Gemini die Produktion eines Trikots, das individuell designt werden kann. Im Mittelpunkt der anwendungsnahen Microfactory steht die Verknüpfung mit der Nähproduktion, die eine heute schon wirtschaftliche, teilautomatisierte Lösung darstellt. Es wird eine einfach-umsetzbare Lösung vorgestellt, welche die meisten Unternehmen schon mit vielen vorhandenen Ressourcen und Strukturen umsetzen können.

 

Weitere Informationen:
Texprocess
Quelle:

Messe Frankfurt Exhibition GmbH

Gerd Altmann: PIXABAY
02.04.2019

ITALIENS SCHUH- UND LEDERINDUSTRIE WILL DIGITALER WERDEN

  • Umdenken in traditioneller Branche

Italiens Schuh- und Schuhtechnikhersteller verlieren Anteile auf wichtigen Märkten und wollen ihre Produktion effizienter und digitaler gestalten. Deutsche Firmen punkten in Nischen.

Auch wenn heute 9 von 10 Schuhen aus Asien kommen, hält sich Europas größter Schuhproduzent Italien noch unter den Top Ten der größten Schuhproduzenten weltweit und ist unbestrittener Marktführer im Luxussegment. Trotzdem sinkt der mengenmäßige Absatz im In- und Ausland und entsprechend auch die Produktion. Die Branche kann ihren Umsatz momentan nur noch über höhere Preise sichern.

  • Umdenken in traditioneller Branche

Italiens Schuh- und Schuhtechnikhersteller verlieren Anteile auf wichtigen Märkten und wollen ihre Produktion effizienter und digitaler gestalten. Deutsche Firmen punkten in Nischen.

Auch wenn heute 9 von 10 Schuhen aus Asien kommen, hält sich Europas größter Schuhproduzent Italien noch unter den Top Ten der größten Schuhproduzenten weltweit und ist unbestrittener Marktführer im Luxussegment. Trotzdem sinkt der mengenmäßige Absatz im In- und Ausland und entsprechend auch die Produktion. Die Branche kann ihren Umsatz momentan nur noch über höhere Preise sichern.

Besonders schmerzlich ist der Nachfragerückgang im Export, der rund 85 Prozent der italienischen Schuhe aufnimmt. Laut Branchenverband Assocalzaturifici sanken die internationalen Verkäufe zwischen Januar und Oktober 2018 um rund 4 Millionen Paar. Nur eine Preiserhöhung von durchschnittlich 6,4 Prozent ermöglichte ein Plus gegenüber der Vorjahresperiode. Auch auf dem Absatzmarkt Deutschland stagnierten die Verkäufe italienischer Schuhe bei rund 1 Milliarde Euro, während umgekehrt der deutsche Schuhexport nach Italien mit einem Plus von 34,5 Prozent auf rund 485 Millionen Euro eine der höchsten Wachstumsraten im deutschen Handel mit Italien erzielte.

Die Auftragseingänge der italienischen Schuhindustrie im 4. Quartal 2018 waren sowohl in Inland (-2,5 Prozent) als auch im Ausland (-0,9 Prozent) rückläufig. Einziges Marktsegment, das in Italien selbst noch wächst, sind Sportschuhe/Sneaker. Die fallenden Stückzahlen treiben die Hersteller laut Experten an, Lösungen zu finden, die helfen, die Produktionskosten zu senken.

Chancen für Deutsche beim digitalen Wandel und in Nischen

Bei Schuh- und Ledertechnik dominieren einheimische Hersteller. Der Verband für Schuh- und Ledertechnik Assomac schätzt für 2018, dass die rund 240 italienischen Branchenunternehmen einen Umsatz von rund 760 Millionen Euro erzielten. Der Export von Schuh- und Ledermaschinen, der rund drei Viertel des Branchenumsatzes beisteuert, sank hingegen 2018 um rund 6,2 Prozent. Italien ist weltweit mit Abstand der wichtigste Exporteur von Leder- und Schuhtechnik. 2018 gingen Schuh- und Ledermaschinen von rund 439 Milliarden Euro ins Ausland, insbesondere nach China, Vietnam und Indien.

Die deutschen Lieferungen von Schuh- und Ledertechnik nach Italien liegen auf niedrigem Niveau und erreichten 2018 laut dem VDMA-Fachverband Textile Care, Fabric and Leather Technologies rund 4 Millionen Euro. Damit rangierte Italien hinter China, den USA und Mexiko auf Platz vier der Exportziele. Mit Auslandslieferungen von rund 50 Millionen Euro im Jahr ist Deutschland weltweit die Nummer fünf der größten Exporteure.

Chancen für deutsche Firmen sehen Marktexperten in Italien bei Komponenten, die einheimischen Unternehmen im internationalen Wettbewerb weiterhelfen, zum Beispiel beim Einsatz intelligenter und vernetzter Maschinen. Trotz ihrer großen Kompetenz sind die italienischen Hersteller sehr traditionell und tun sich mit dem digitalen Wandel schwer. Doch Branchenexperten berichten, dass die Firmen umdenken und sich für neue Lösungen interessieren.

"Wir unterstützen unsere italienischen Kunden dabei, mehr Softwarelösungen für Nähmaschinen zu installieren und Maschinen zu vernetzen", sagt Sebastian Feges, Vertriebsingenieur beim Schwetzinger Unternehmen EFKA, nach eigenen Angaben eines der letzten deutschen Unternehmen in der Nähindustrie. EFKA beliefert italienische Schuh- und Ledermaschinenhersteller mit Nähantriebssteuerungen. Dabei punktet das Unternehmen besonders dort, wo es auf höchste Präzision ankommt und jeder falsche Stich zu teurem Ausschuss führt, wie zum Beispiel bei Ledersitzen für Ferrari. Zwar sitze das Geld für Investitionen laut Feges in Italien zurzeit nicht locker. Er sieht aber eine interessante Perspektive in der Förderung der italienischen Regierung für den Kauf von Industrie 4.0-Equipment und -software, dem sogenannten Iperammortamento, das noch nicht ausreichend bekannt sei.

Weitere Chancen bestehen in Nischen, die durch aktuelle Branchentrends wie den Digitaldruck auf Leder an Bedeutung gewinnen. Die Maschinen der Firma Hansa Mixer aus Bremen produzieren Schaum unter anderem für den Textil- und Digitaldruck und die Versiegelung von Lederhäuten. "Wir bieten ein Nischenprodukt, das aber überall einsetzbar ist", sagt General Sales Manager Achim Schmidt. Neben der Schuh- und Lederindustrie beliefert Hansa Mixer auch Lebensmittelhersteller wie Ferrero. "Italien ist für uns ein interessanter Markt und wir rechnen mit guten Aufträgen."

Ein weiterer Branchentrend ist eine größere Nachhaltigkeit, besonders in der oft kritisierten Lederindustrie. Assomac bekennt sich ausdrücklich zu diesem Ziel und hat unter anderem das neue Zertifikat Targa Verde eingeführt.

Kennzahlen der italienischen Schuhindustrie 2018
Indikator Wert Veränderung 2018/2017
Einfuhr Schuh- und Ledermaschine (HS 8453) 39,6 Millionen Euro 5,6
Schuhproduktion 185,7 Millionen Paare -2,6
Inlandsabsatz Schuhindustrie 7,8 Milliarden Euro 0,7
Exportmenge 2018 176,5 Millionen Paar -2,3
Exporterlöse 9,6 Milliarden Euro 3,9

Quelle: Assocalzaturifici, Instat

Die italienische Schuhindustrie besteht aus rund 4.700 Unternehmen mit etwa 77.000 Beschäftigten. Der Branchenumsatz lag laut Branchenverband Assocalzaturifici 2017 bei rund 14,2 Milliarden Euro. Branchencluster sind die Regionen Venezien, Toskana, Marken, Lombardei, Kampanien, Apulien und Emilia Romagna. Das Cluster in Brento, Venetien produziert rund 11 Prozent des nationalen Ausstoßes. Auch internationale Hersteller wie LVMH und Louis Vuitton investierten und produzieren in Italien.

 

Weitere Informationen:
GTAI Italien Schuhe Digitalisierung
Quelle:

Oliver Döhne, Germany Trade & Invest www.gtai.de

TEXTILINDUSTRIE IN PAKISTAN MUSS SICH MODERNISIEREN Foto: OpenClipart-Vectors auf Pixabay
26.03.2019

TEXTILINDUSTRIE IN PAKISTAN MUSS SICH MODERNISIEREN

  • Der Anbau von Baumwolle soll ausgeweitet werden

Die pakistanische Textilindustrie hat an Wettbewerbsfähigkeit eingebüßt. Investitionen in neue Textiltechnik sind erforderlich. Exporte deutscher Maschinen steigen.

Die Textilindustrie ist Pakistans wichtigster Industriesektor. Der Anteil der Textilindustrie am Bruttoinlandsprodukt lag im pakistanischen Fiskaljahr 2017/18 (1. Juli 2017 bis 30. Juni 2018) bei 8,5 Prozent. Die Branche machte etwa ein Viertel der gesamten industriellen Wertschöpfung aus. Sie ist mit Abstand der wichtigste Exportzweig des Landes. Der Anteil der Textilexporte an den Gesamtausfuhren lag 2017/18 bei 58 Prozent.

  • Der Anbau von Baumwolle soll ausgeweitet werden

Die pakistanische Textilindustrie hat an Wettbewerbsfähigkeit eingebüßt. Investitionen in neue Textiltechnik sind erforderlich. Exporte deutscher Maschinen steigen.

Die Textilindustrie ist Pakistans wichtigster Industriesektor. Der Anteil der Textilindustrie am Bruttoinlandsprodukt lag im pakistanischen Fiskaljahr 2017/18 (1. Juli 2017 bis 30. Juni 2018) bei 8,5 Prozent. Die Branche machte etwa ein Viertel der gesamten industriellen Wertschöpfung aus. Sie ist mit Abstand der wichtigste Exportzweig des Landes. Der Anteil der Textilexporte an den Gesamtausfuhren lag 2017/18 bei 58 Prozent.

Derzeit nimmt die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Sektors allerdings ab. Dieser Trend soll sich wenden. Premierminister Imran Khan traf sich Ende Januar 2019 mit Vertretern der Textilindustrie. Die Wirtschaftspolitik will die Textilindustrie ausbauen und modernisieren. Die Produktionskosten sollen sinken und die Produktivität muss steigen. Zudem sind Qualitätsverbesserungen, Erweiterungen der Produktionen und eine höhere Wertschöpfung erforderlich.

Die Wertschöpfungskette der Textilbranche beginnt bei etwa 1.300 Betrieben, die Rohbaumwolle entkörnen, aufbereiten und zu Ballen pressen. Neben der Nachfrage nach Baumwolle steigt auch der Bedarf an Kunstfasern, allerdings existieren bislang in Pakistan nur drei Hersteller von Polyesterfasern.

Die Zahl der Spinnereien wird 2017 mit 517 angegeben und die Zahl der Webereien mit 124 großen sowie 425 mittleren und kleinen Betrieben. Zehn große sowie 625 mittlere und kleine Betriebe veredeln Stoffe. Handtücher stellten etwa 400 Betriebe her, Wirkwaren 2.500 Betriebe. Bekleidung aus gewebten Stoffen lieferten 50 große sowie 2.500 mittlere und kleine Fabriken.

Ausfuhrgeschäfte stagnieren
Der pakistanische Textilexport wuchs 2017/18 um 8,7 Prozent auf 13,5 Milliarden US$. Dieses Niveau wurde schon 2013/14 und 2014/15 erreicht. Die Textilexporte legten in den ersten sieben Monaten des Fiskaljahres 2018/19 (Juli 18 bis Januar 19) gegenüber der Vorjahresperiode leicht um 1,2 Prozent auf 7,8 Milliarden US$ zu.

Pakistan: Ausfuhren von Garnen, Stoffen und Bekleidung (in Millionen US$) *)
Produkte 2013/14 2014/15 2015/16 2016/17 2017/18
Insgesamt 13.733 13.471 12.447 12.452 13.530
.Baumwollgarne 1.997 1.849 1.265 1.244 1.372
.Baumwollstoffe 2.770 2.453 2.214 2.136 2.204
.Handtücher 767 797 803 801 797
.Bettwäsche 2.138 2.103 .2.020 2.136 2.261
.Bekleidung 1.906 2.095 2.195 2.319 2.579
.Wirkwaren 2.294 2.406 2.364 2.361 2.720
.Andere Produkte 1.858 1.767 1.586 1.452 1.597

*) Fiskaljahre (Juli bis Juni)

Quellen: All Pakistan Textile Mills Association (APTMA); Pakistan Bureau of Statistics; Textile Commissioner's Organization

Der Branchenverband All Pakistan Textile Mills Association (APTMA) strebt bis 2023/24 einen Anstieg der Ausfuhren auf 28 Milliarden US$ an. Dies setze eine konsequente staatliche Unterstützung und langfristige Exportförderung voraus, so der Verband.

Der führende ausländische Abnehmer sind die USA. Zu den weiteren wichtigen Kunden gehören das Vereinigte Königreich, Deutschland und Spanien. Deutschland importierte 2017 und 2018 aus Pakistan Spinnstoffe und Waren daraus im Wert von 1 Milliarden Euro.

Maschinenimporte noch rückläufig
Die Textilmaschinenimporte lagen 2013/14 noch bei 599 Millionen US$. In den drei folgenden Jahren waren es 449 Millionen US$ (2014/15), 462 Millionen US$ (2015/16) und 557 Millionen US$ (2016/17). Die Einfuhren zeigen trotz des Modernisierungsbedarfs derzeit keinen Aufwärtstrend. Sie sanken nach Angaben der Statistikbehörde 2017/18 um 42 Prozent auf 325 Millionen US-Dollar (US$). Auch für 2018/19 zeichnet sich noch keine Belebung ab.

Pakistan: Einfuhren von ausgewählten Textilmaschinen (in Millionen US$)
HS-Positionen 2014 2015 2016 2017
84.45 Maschinen zum Spinnen etc. 230 162 162 246
84.46 Webmaschinen 84 73 107 90
84.47 Wirk-,Strickmaschinen etc. 70 84 65 75
84.48 Hilfsmaschinen und -apparate für HS-Positionen 84.44 bis 84.47 85 70 77 82

Quellen: Pakistan Bureau of Statistics, UN Comtrade

Geschäftsanbahnungsreise zum fünfgrößten Abnehmer deutscher Spinnereitechnik
Die deutschen Textilmaschinenexporte nach Pakistan legten nach Berechnungen des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) 2017 auf 53 Millionen Euro zu. Im Vorjahr waren es 48 Millionen Euro, davon entfielen 39 Millionen Euro auf Spinnereimaschinen.

Eine Geschäftsanbahnungsreise deutscher Unternehmen aus den Bereichen Textilmaschinen und Zubehör wird vom 11. bis 15. November 2019 nach Karachi und Lahore stattfinden. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie fördert die Reise und die Gesellschaft SBS systems for business solution führt sie durch (Ansprechpartner: Thomas Nytsch, E-Mail: thomasnytsch@sbs-business.com).

Bauwollproduktion soll stark erhöht werden
Die lokale Bauwollproduktion bildet das Fundament der Textilindustrie. Nach Indien, China und den USA ist Pakistan der viertgrößte Bauwollanbauer, gefolgt von Brasilien und Usbekistan. Ohne eine Steigerung der lokalen Erntemengen sind dem Wachstum der Textilindustrie Grenzen gesetzt. Verstärkte Bauwollimporte würden die angeschlagene internationale Wettbewerbsfähigkeit der Branche weiter mindern.
Das Land gehört im internationalen Vergleich zu den Baumwollproduzenten mit den niedrigsten Erträgen je Hektar. Australien, Türkei, China und Brasilien bilden mit etwa 1.600 bis 1.700 Kilogramm pro Hektar die Spitzengruppe. Pakistan erreicht nur 600 bis 800 Kilogramm.

Pakistan: Bauwollproduktion
Jahr Anbaufläche
(in Hektar)
Produktion
(in 1.000 Ballen) 1)
Ertrag pro Hektar
(in Kilogramm)
2013/14 2.086 12.769 774.
2014/15 2.961 13.960 802
2015/16 2.902 9.917 582
2016/17 2.489 10.671 730
2017/18 2.699 11.935 752
2018/19 2) 2.500 11.000 748

1) ein Ballen = 170 Kilogramm; 2) Prognose
Quellen: Pakistan Bureau of Statistics; Recherchen von Germany Trade & Invest

Die Regierung nennt als Produktionsziel für 2019/20 rund 15 Millionen Ballen. APTMA hält bis 2023/24 eine Steigerung auf 20 Millionen Ballen für möglich. Der Verband geht dabei von etwa 2.800 Hektar an Anbauflächen und einer Erhöhung der Erträge pro Hektar auf 1.200 Kilogramm aus.

Probleme bei der Versorgung mit Baumwolle
Baumwolle wird vor allem in den Provinzen Punjab und Sindh angebaut. Die Baumwollproduktion erreichte 2014/15 noch rund 14 Millionen Ballen. Die Ernte fiel 2015/16 auf unter 10 Millionen und lag 2017/18 bei 12 Millionen Ballen. Die Produktion ist 2018/19 wieder gesunken, ein Wert von etwa 11 Millionen Ballen wird prognostiziert. Als Gründe werden unter anderem Wassermangel, eine schlechte Qualität der Pflanzenschutzmittel und minderwertiges Saatgut genannt. Zudem sei die finanzielle und regulatorische Unterstützung der Regierung unzureichend, so Branchenvertreter.

Das lokale Angebot konnte den jährlichen Baumwollbedarf der Textilindustrie von 15 bis 16 Millionen Ballen in den letzten Jahren also nicht mehr decken. Die Textilhersteller importierten daher Baumwolle vor allem aus Indien und China, jährlich etwa 3 Millionen bis 4 Millionen Ballen. Die Einfuhren aus Indien sind aber seit Februar 2019 gestoppt. Hintergrund sind die politischen Spannungen und jüngsten militärischen Auseinandersetzungen der beiden Staaten.

Quelle:

Robert Espey, Germany Trade & Invest www.gtai.de

Foto: Goshadron auf Pixabay
12.03.2019

RUSSISCHE ONLINEHÄNDLER GRÜNDEN LOKALE AMAZONS

  • E-Commerce Markt wächst weiter rasant

Russlands Onlinehändler gehen strategische Allianzen ein. Der Markt wird reifer und konsolidiert sich. Deutsche Anbieter müssen sich auf einen verschärften Wettbewerb einstellen.
Russlands Onlinehandel verzeichnet weiterhin starke Zuwachsraten. Im Jahr 2018 legte der Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 19 Prozent auf rund 1,2 Billionen Rubel (15,5 Milliarden Euro; 1 Euro = 74,04 Rubel, Jahresdurchschnittskurs 2018) zu. Dies entsprach etwa 290 Millionen Bestellungen, so die Analyse von Data Insight. Bis Ende 2023 erwartet die Investmentbank Morgan Stanley ein jährliches Wachstum von 25 Prozent auf 3,5 Billionen Rubel. Der grenzüberschreitende Internethandel legte 2018 um 29 Prozent auf umgerechnet 4,7 Milliarden Euro zu.

  • E-Commerce Markt wächst weiter rasant

Russlands Onlinehändler gehen strategische Allianzen ein. Der Markt wird reifer und konsolidiert sich. Deutsche Anbieter müssen sich auf einen verschärften Wettbewerb einstellen.
Russlands Onlinehandel verzeichnet weiterhin starke Zuwachsraten. Im Jahr 2018 legte der Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 19 Prozent auf rund 1,2 Billionen Rubel (15,5 Milliarden Euro; 1 Euro = 74,04 Rubel, Jahresdurchschnittskurs 2018) zu. Dies entsprach etwa 290 Millionen Bestellungen, so die Analyse von Data Insight. Bis Ende 2023 erwartet die Investmentbank Morgan Stanley ein jährliches Wachstum von 25 Prozent auf 3,5 Billionen Rubel. Der grenzüberschreitende Internethandel legte 2018 um 29 Prozent auf umgerechnet 4,7 Milliarden Euro zu.

Entwicklung des russischen Onlinehandels
  2014 2015 2016 2017 2018
Umsatz (Mrd. Rubel) 1) 560 650 805 965 1.150
Veränderung (in %) 2) 34,9 16,1 23,0 20,0 19,0

1) Nur physische Waren; ohne grenzüberschreitenden Handel, Lieferungen von Fertiggerichten, Tickets für Transport und Veranstaltungen, Coupons, Consumer-to-Consumer und Multi-Level-Marketing;
2) nominal gegenüber dem Vorjahr; Abweichung durch Rundungen
Quellen: Marktforschungsinstitut Data Insight; Verband der Onlinehändler (NAMO)

Der Anteil des E-Commerce am Einzelhandelsumsatz liegt derzeit noch bei etwa 5 Prozent. Mit der "Strategie zur Entwicklung des Onlinehandels bis 2025" möchte die Regierung diesen auf 20 Prozent steigern. Die Voraussetzungen für ein weiteres Wachstum sind gut, denn russische Verbraucher sind internetaffin und technischen Neuerungen gegenüber aufgeschlossen. Bereits 76 Prozent aller Russen haben einen Internetanschluss. Bis 2024 soll gemäß dem nationalen Projekt "Digitale Wirtschaft" die Durchdringung mit Breitbandinternet bereits 97 Prozent erreichen.
 
Wachstumspotenzial längst nicht ausgeschöpft
Russlands Onlinehändler folgen diesem Trend und modernisieren ihre Webseiten und investieren in die Warenlogistik. Elektronische Marktplätze werden dabei immer beliebter. Denn diese bieten vor allem kleineren Internethändler die Möglichkeit, sich gegen die Marktführer zu behaupten. Im Forbes-Ranking der 20 wertvollsten Internetunternehmen in Russland belegen die Onlinehändler Wildberries und Ozon die Plätze vier und fünf. Der russische Modeversand Lamoda - eine Gründung der deutschen Rocket Internet - liegt auf Platz neun. Die Otto Group hat 2018 ihr Geschäftsmodell in Russland neu ausgerichtet und seine Ableger Quelle und Otto vom Markt genommen. Dafür setzt der Hamburger Konzern auf die Onlinemarken Bonprix und Witt sowie auf die Plattform eSolutions, die B2B-Dienstleistungen in den Bereichen Marketing, Vertrieb, Logistik und IT anbietet.

Führende Onlinehändler in Russland
Unternehmen Produktportfolio Umsatz 2017 (Mrd. Rubel) Veränderung 2017/2016 (in %) Anzahl der Bestellungen (in Mio.)
Wildberries Bekleidung, Schuhe,
Accessoires
63,8 40,0 39,8
Citilink Waren aller Art 55,2 35,0 5,2
DNS-Shop / Technopoint Unterhaltungselektronik,
Haushaltsgeräte
38,9 61,0 5,8
M.Video Unterhaltungselektronik,
Haushaltsgeräte
36,7 41,0 3,6
Eldorado Unterhaltungselektronik,
Haushaltsgeräte
23,7 2,0 4,3
Lamoda Bekleidung, Schuhe,
Accessoires
23,6 6,0 4,0
Ozon Waren aller Art 23,4 44,0 8,6
Ulmart Waren aller Art 23,1 -37,0 5,9
Bonprix Bekleidung, Accessoires 16,5 10,0 4,0
Svyaznoy Unterhaltungselektronik,
Haushaltsgeräte
15,7 35,0 1,5

Quelle: Data Insight (http://datainsight.ru/top100/)

Russland bekommt gleich zwei "lokale Amazons"
Bereits jetzt ist der russische Onlinehandel fest in der Hand weniger großer Player, die ihre Marktpräsenz weiter ausbauen. Der Marktführer Wildberries hat 2018 Elektronik und Haushaltsgeräten in sein Sortiment aufgenommen. Die AFK Sistema Holding des Oligarchen Jewgeni Jewtuschenkow hat ihre Anteile am Onlinehändler Ozon erhöht und investiert in den Bau neuer Logistikzentren. Daneben startete Ozon mit dem Verkauf von Arzneimitteln, Schmuck und Fertiggerichten.

Im April 2018 haben der russische Technologiekonzern Yandex und die Sberbank die Gründung der Onlinemarktplätze Beru und Bringly vereinbart. Ziel ist es, die Plattform Yandex.Market zu einem "russischen Amazon" weiterzuentwickeln. Dabei bringt Russlands größte Bank die Kundendaten von 100 Millionen Kontoinhabern ein.
Das Angebot von Beru und Bringly umfasst vor allem hochpreisige Waren wie Elektronik, Kleidung, Schuhe oder Kosmetika. Bringly arbeitet dabei unter anderem mit der britischen Kosmetikkette Feelunique zusammen. Im September 2018 schloss Yandex.Market zudem eine Kooperationsvereinbarung mit dem größten türkischen Onlinemarktplatz Hepsiburada.
 
Alibaba baut seine Marktpräsenz in Russland aus
Im September 2018 kündigte sich der nächste große Zusammenschluss im russischen Onlinehandel an: Die Mail.ru-Group und Megafon (gehören zum Firmenimperium des Oligarchen Alischer Usmanow), der Russische Fonds für Direktinvestitionen und der chinesische Technologiekonzern Alibaba wollen bis zum Ende des 1. Quartals 2019 einen gemeinsamen Onlinemarktplatz gründen. Damit möchte Alibaba seine Präsenz auf dem russischen Markt ausbauen.
Die Mail.ru-Group liefert dabei den Zugriff auf die Datensätze von etwa 100 Millionen Nutzern - ein gewaltiges Neukundenpotenzial für den chinesischen Onlineriesen. Am 5. März 2019 startete zudem AliExpress, die russische Tochter von Alibaba, eine Plattform zum Verkauf von Pkw der chinesischen Marke Chery.
 
Zollfreigrenze sinkt weiter
Zwei Drittel der russischen Onlinekäufer bestellen Waren auch bei ausländischen Händlern. Dabei kommen 90 Prozent der Lieferungen aus China. Liegen Preis und Gewicht des Produkts innerhalb der Freigrenzen, fällt keine Umsatzsteuer an. Zum 1. Januar 2019 wurde die Freigrenze beim grenzüberschreitenden Onlinehandel auf 500 Euro halbiert und die Gewichtsgrenze von 31 auf 25 Kilogramm gesenkt. Ab 1. Januar 2020 sinkt der Freibetrag auf 200 Euro. Doch dürfte diese Maßnahme dem russischen Staat kaum zusätzliche Einnahmen bringen. Bei 86 Prozent der grenzüberschreitenden Onlinekäufe liegt der Warenwert bei höchstens 22 US-Dollar (US$).

Vor allem Kapazitätsengpässe bei der Auslieferung von Onlinebestellungen bremsen derzeit die Branche. Die VTB-Bank investiert deshalb bis 2021 rund 410 Millionen Euro in den Bau von 40 Logistik- und Distributionszentren für die Russische Post (Potschta Rossii). Das Staatsunternehmen will vom Wachstum im Onlinehandel profitieren und seinen Umsatz aus dem Paketgeschäft für den E-Commerce bis 2023 auf 122 Milliarden Rubel steigern. Seit September 2018 verteilt die Russische Post Lieferungen aus China über Hubs in Sibirien und dem Fernen Osten.
Der Logistikdienstleister DPD arbeitet seit Oktober 2018 mit dem Anzeigenportal Avito zusammen. Dessen Kunden können künftig an etwa 1.500 DPD-Stationen ihre Pakete abholen. Seit Juni 2018 arbeiten DHL und eBay bei Logistikdienstleistungen in Russland zusammen.

Die Entwicklung von B2B-Plattformen wird in Russlands Onlinehandel immer wichtiger. Das Potenzial ist riesig: Der russische B2B-Onlinemarkt beläuft sich auf etwa 20 Milliarden US$ - Tendenz steigend. Vorreiter wie Sewerstal, Alrosa oder Technonikol setzen bereits auf B2B-Plattformen, um direkt an ihre Endkunden zu verkaufen. Der chinesische Konzern Fosun erwarb 2018 etwa 20 Prozent der Anteile an der B2B-Plattform Prod.Center, auf der landwirtschaftliche Erzeugnisse gehandelt werden.

Quelle:

Hans-Jürgen Wittmann, Germany Trade & Invest www.gtai.de

CHINAS TEXTIL- UND BEKLEIDUNGSINDUSTRIE SPÜRT US-STRAFZÖLLE Foto: Pixabay
05.03.2019

CHINAS TEXTIL- UND BEKLEIDUNGSINDUSTRIE SPÜRT US-STRAFZÖLLE

  • Dennoch lassen Automatisierung, Umweltverträglichkeit und Energieeffizienz die Maschineneinfuhr steigen

Chinas Textil- und Bekleidungsbranche modernisiert sich. Hochwertige Textilmaschinen sind gefragt. Aber wegen des Handelsstreits mit den USA werden auch Investitionen aufgeschoben.
Wie sich der Handelsstreit der USA mit China auf ihr Geschäft auswirkt, beschäftigt ganz aktuell Chinas Textil- und Bekleidungshersteller - und hier speziell die im qualitativ oberen Bereich angesiedelten Firmen: Denn von den rund 119 Milliarden US-Dollar (US$), die sie 2018 ins Ausland verkauften, gingen rund zwei Drittel in die Vereinigten Staaten.

  • Dennoch lassen Automatisierung, Umweltverträglichkeit und Energieeffizienz die Maschineneinfuhr steigen

Chinas Textil- und Bekleidungsbranche modernisiert sich. Hochwertige Textilmaschinen sind gefragt. Aber wegen des Handelsstreits mit den USA werden auch Investitionen aufgeschoben.
Wie sich der Handelsstreit der USA mit China auf ihr Geschäft auswirkt, beschäftigt ganz aktuell Chinas Textil- und Bekleidungshersteller - und hier speziell die im qualitativ oberen Bereich angesiedelten Firmen: Denn von den rund 119 Milliarden US-Dollar (US$), die sie 2018 ins Ausland verkauften, gingen rund zwei Drittel in die Vereinigten Staaten.

Insgesamt stammen 41 Prozent der in den USA verkauften Kleidung, 72 Prozent der Schuhe und 84 Prozent der Accessoires aus China, so der Branchenverband AAFA (American Apparel & Footwear Association). Weniger oder kaum betroffen von den Strafzöllen sind dagegen die Erzeuger von Vorprodukten respektive Textilien, denn hier ist die Abhängigkeit von den USA nicht ganz so groß. Auch Bekleidungshersteller etwa in Vietnam oder Bangladesch kaufen in der Regel in China ein.

Nach bereits vorangegangenen Strafzöllen auf chinesische Importgüter hatten die USA im September 2018 eine breite Palette an weiteren chinesischen Einfuhrgütern mit Strafzöllen in Höhe von 10 Prozent belegt, darunter auch Waren der Textil- und Bekleidungsindustrie. Zum 1. Januar 2019 sollten die Zölle ursprünglich auf 25 Prozent angehoben werden, allerdings einigten sich US-Präsident Trump und Chinas Präsident Xi Anfang Dezember 2018, die Zölle vorvorerst bis zum 1. März 2019 nicht zu erhöhen.

Unternehmen halten sich mit Investitionen zurück
Vorhersagen über den Ausgang des Konfliktes zu treffen, ist kaum möglich. Angesichts der Unsicherheit warten viele betroffene Firmen daher zunächst ab. Dies bekommen auch deutsche Textilmaschinenhersteller zu spüren, sei es durch geringere Nachfragen nach Maschinen aus Deutschland oder auch vor Ort. Viele Investitionen seien gestoppt worden, so ein Vertreter des Verbandes Deutscher Maschinen und Anlagenbau (VDMA) in Beijing.

Doch abgesehen von den Verwerfungen ist der Modernisierungsprozess der chinesischen Textil- und Bekleidungswirtschaft bei weitem noch nicht abgeschlossen. Vorbei sind die Zeiten, in denen die zahlreichen Straßenmärkte in China mit Billigklamotten überschwemmt wurden. Heutzutage sind sie dort kaum noch zu finden. Ihre Fabrikanten mussten sich entweder modernisieren oder sind mittlerweile vom Markt verschwunden.

Anzahl der chinesischen Textil- und Bekleidungsfirmen stark gesunken
Chinas Textil- und Bekleidungswirtschaft hat harte Konsolidierungs- und Modernisierungsjahre hinter sich. Tatsächlich ging allein zwischen 2013 und 2017 die Zahl der überwiegend privatwirtschaftlich strukturierten Branchenfirmen um knapp 11 Prozent auf rund 33.500 zurück.

Die chinesische Kundschaft möchte keinen Ramsch mehr - und kann sich in der Regel Besseres leisten. Etwa 1.371 Milliarden Renminbi Yuan (RMB; umgerechnet rund 207 Milliarden US-Dollar; 1 US$ = circa 6,6114 RMB; Jahresmittelkurs 2018) gab sie 2018 laut chinesischem Statistikamt NBS (National Bureau of Statistics) für Kleidung und Schuhe aus. Das sind 8 Prozent mehr als im Vorjahr.

Steigende Personalkosten zwingen zu Automatisierung
Zum einen sind also die Ansprüche der Verbraucher gewachsen und ließen die Firmen in bessere Maschinen investieren, zum anderen aber zwang sie vor allem der stetige Kostendruck im Personalbereich zur Automatisierung. Zwischen 2010 und 2017 sank der Personalbestand in der Branche von 10,9 Millionen auf 7,8 Millionen Beschäftigte.

Zwar versuchten (und versuchen) viele, dem Druck durch Verlagerung ihres Firmenstandorts zu entgehen - etwa ins Landesinnere, wo die Löhne niedriger sind; oder auch ins kostengünstigere Ausland. Allerdings blieb die große Wanderbewegung aus, da die meisten sich zu stark mit ihren Zulieferern verwoben sehen. Einige betrachten den Gang nach Westen auch skeptisch und argumentieren, dass es sich nur um eine vorübergehende Lösung handeln würde - und die Löhne früher oder später dort ebenfalls nachziehen.

Traditionell konzentriert sich die Branche auf die Provinzen Guangdong, Fujian, Zhejiang und Shandong. Dort gingen die durchschnittlichen Bruttomonatslöhne städtischer Arbeiter zwischen 2013 und 2017 (jüngste verfügbare Zahlen) um insgesamt zwischen 38,9 Prozent (Fujian) und 48,5 Prozent (Guangdong) nach oben - bei deutlicher niedrigeren Inflationsraten.

Entwicklung der chinesischen Textil- und Bekleidungsindustrie 2013 bis 2017
(Veränderung gegenüber dem Vorjahr in %) *)
  2013 2014 2015 2016 2017 Veränderung
Anzahl von Unternehmen 37.376 36.642 36.488 35.197 33.326 -5,3
.Textilindustrie 21.666 20.821 20.545 19.752 18.726 -5,2
.Bekleidungsindustrie 15.710 15.821 15.943 15.445 14.600 -5,5
Anzahl von Beschäftigten
in 1.000 Personen
k.A. k.A. 9.140 8.667 7.784 -10,2
.Textilindustrie k.A. k.A. 4.645 4.362 3.912 -10,3
.Bekleidungsindustrie k.A. k.A. 4.495 4.305 3.872 -10,1
Umsatz in Mrd. RMB 5.553 5.934 6.222 6.458 5.700 -11,7
.Textilindustrie 3.608 3.829 3.999 4.084 3.611 -11,6
.Bekleidungsindustrie 1.945 2.105 2.223 2.374 2.089 -12,0

*) erfasst sind nur Unternehmen mit einem Jahresumsatz von über 20 Mio. RMB
Quelle: National Bureau of Statistics (NBS)

Umweltgesetzgebung und Energieeffizienz als zusätzliche Investitionstreiber
Auch muss sich die Branche mit einer generell schärferen Umweltgesetzgebung auseinander-setzen, die zunehmend auch umgesetzt wird. Hinzu kommt die wachsende Bedeutung des Aspekts der Energieeffizienz.

Beides seien gute Nachrichten für deutsche Textilmaschinenhersteller, so die Einschätzung des VDMA. Denn in der Folge vergrößert sich     
der Markt für Hightech-Maschinen und die daraus resultierende Nachfrage kann die lokale Produktion bei Weitem noch nicht erfüllen. China importierte 2018 Textilmaschinen im Wert von 4,2 Milliarden US$, eine Steigerung von 6,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Ein weiteres Kundenpotenzial entsteht aus der wachsenden Bedeutung technischer Textilien.

Im Jahr 2017 (jüngste verfügbare Daten) lieferten deutsche Anbieter gemäß chinesischer Zollstatistik Textilmaschinen im Wert von 1,1 Milliarden US$ nach China - satte 28,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Trotz dieses Erfolges mussten sie jedoch ihre bisherige Spitzenposition als Hauptlieferland an Japan abtreten. Allerdings zeigt diese Statistik nur eine Seite der Medaille. Denn quasi alle namhaften Hersteller sind mittlerweile in China mit eigener Produktion vertreten - und über deren Tätigkeit liegen keine Zahlen vor.

Textilmaschinenimporte nach China nach ausgewählten Ländern
(SITC-Pos. 724; in Mio. US$, Veränderung gegenüber vom Vorjahr und Anteil in %)
  2015 2016 2017 Veränderung Anteil 2017
Gesamt, darunter aus 3.354 2.907 3.897 34,1 100,0
.Japan 728 765 1.169 52,8 30,0
.Deutschland 1.219 851 1.101 29,4 28,3
.Italien 415 347 448 29,1 11,5
.Taiwan 206 187 203 8,6 5,2
.Belgien 134 124 173 4,0 4,4
.Schweiz 104 111 126 13,5 3,2

Quellen: UN-Comtrade; Berechnungen von Germany Trade & Invest

Umwelt-Musterunternehmen geben Richtung vor
Schon heute gibt es Hersteller mit ehrgeizigen Plänen im Umweltschutz. Zu ihnen zählt etwa die Dongrong Group. Das in Chifeng in der Inneren Mongolei ansässige Kaschmirunter¬nehmen wurde von der Regierung der Autonomen Region gemeinsam mit einem Molkereibetrieb zu einem Musterunternehmen in Sachen Umweltschutz gekürt. Dazu gehörte, dass Präsident und Inhaber Cheng Xudong, seinen Betrieb - übrigens inspiriert vom Deutschen Pavillon auf der World Expo in Shanghai 2008 - energetisch abdichten ließ (wenn auch nicht mit Materialien "Made in Germany").

Nächster großer Schritt soll die Reinigung der betriebseigenen Abwässer sein. "In ihnen sollen einmal Fische schwimmen können, die zum Verzehr in unserer Kantine geeignet sind," beschreibt Cheng sein Ziel. Schon jetzt baut die Firma Gemüse für die Kantine selbst an. Bei seinen Bemühungen wird er vom Staat finanziell unterstützt. Doch sind sicherlich nicht alle Unternehmer so ehrgeizig.

Und noch immer gilt für viele Firmen ein altes chinesisches Sprichwort: "Der Himmel ist hoch - und der Kaiser ist weit." Will heißen: Was die Zentralregierung in Peking beschließt, muss nicht unbedingt in dem riesigen Hinterland auch umgesetzt werden. Doch zeigen all diese Bemühungen, in welche Richtung die Reise geht.

Weitere Informationen:
China USA Zoll
Quelle:

Stefanie Schmitt, Germany Trade & Invest www.gtai.de

Foto: Pixabay
26.02.2019

TÜRKEI BLEIBT WICHTIGER MARKT FÜR DEUTSCHE TEXTILMASCHINEN

  • Konkurrenz aus Fernost erhöht Modernisierungsdruck

Die Türkei ist ein wichtiger Markt für deutsche Hersteller von Textilmaschinen. Allerdings hat die Textil- und Bekleidungsindustrie ein Problem: Der Export stagniert seit Jahren.

Die türkische Textilindustrie ist breit aufgestellt: Unternehmen fertigen im Land sämtliche Vorprodukte, darunter Garne, Fasern und Stoffe. Die Die Produktion entlang der gesamten textilen Wertschöpfungskette bedeutet ein großes Absatzpotenzial für deutsche Anbieter von Textilmaschinen. Tatsächlich ist die Türkei nach China der zweitwichtigste Exportmarkt für deutsche Spinnerei-, Web-, Textilveredelungsmaschinen und Co., wie aus den Zahlen des Statistischen Bundesamtes Destatis hervorgeht.

  • Konkurrenz aus Fernost erhöht Modernisierungsdruck

Die Türkei ist ein wichtiger Markt für deutsche Hersteller von Textilmaschinen. Allerdings hat die Textil- und Bekleidungsindustrie ein Problem: Der Export stagniert seit Jahren.

Die türkische Textilindustrie ist breit aufgestellt: Unternehmen fertigen im Land sämtliche Vorprodukte, darunter Garne, Fasern und Stoffe. Die Die Produktion entlang der gesamten textilen Wertschöpfungskette bedeutet ein großes Absatzpotenzial für deutsche Anbieter von Textilmaschinen. Tatsächlich ist die Türkei nach China der zweitwichtigste Exportmarkt für deutsche Spinnerei-, Web-, Textilveredelungsmaschinen und Co., wie aus den Zahlen des Statistischen Bundesamtes Destatis hervorgeht.

Ein Wachstumsmarkt ist die Branche gleichwohl nicht. Von einigen Ausreißern nach oben und unten abgesehen verharren die türkischen Textilmaschinenimporte seit einigen Jahren auf demselben Niveau. Dies hängt damit zusammen, dass auch die türkischen Exporte von Textilien und Bekleidung stagnieren. Besonders auffällig: Von der schwachen Lira haben die Unternehmen im vergangenen Jahr nur geringfügig profitiert.

Textil- und Bekleidungsindustrie profitiert nur wenig von schwacher Lira
Jahr Türkische Exporte von Bekleidung und Textilien (in Mrd. US$) Veränderung gegenüber Vorjahr (in%)
2015 26,3 -10,3
2016 26,1 -0,6
2017 26,7 2,1
2018 27,7 3,6

Quelle: Türkisches Statistikamt TÜIK (http://www.tuik.gov.tr)

Zunehmender Druck aus Fernost
Türkische Bekleidungsproduzenten bekommen zunehmend die Konkurrenz aus Fernost zu spüren. Trotz der hohen Anzahl an informell Beschäftigten sind die Löhne in der Türkei soweit gestiegen, dass sie nicht mit der geringen Bezahlung asiatischer Nähfabriken mithalten können.

Der geografische Vorteil türkischer Unternehmen gegenüber chinesischen Konkurrenten steht wegen der neuen Seidenstraße und der Erschließung schnellerer Transportrouten auf dem Spiel. Freihandelsabkommen, die die Europäische Union derzeit mit Indien und Südkorea verhandelt, werden den Druck auf die türkischen Produzenten zusätzlich erhöhen.

Einbruch im 3. Quartal 2018
Hinzu kommt die schwierige Wirtschaftslage im Land: Die türkische Lira hat vor allem in den Monaten August bis Oktober 2018 ein Rekordtief erreicht, Geschäftsbanken erhöhten ihre Kreditzinsen. Weil sich dadurch die Finanzierungskosten für Maschinen aus dem Ausland schlagartig verteuert haben, blieben Bestellungen aus der Türkei vor allem im 3. Quartal aus. Das hat auch der deutsche Strickmaschinenhersteller Mayer & Cie zu spüren bekommen, wie Stefan Bühler, der das Türkeigeschäft verantwortet, berichtet: "In den letzten drei Monaten des Jahres 2018 war der Markt regelrecht tot." Mittlerweile erhole sich die Branche aber allmählich wieder.

Akar Textile plant neue Fabrik
Ankündigung über neue Investitionen sind zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht zu vernehmen. Bereits im Juni 2018 gab das Unternehmen Akar Textile (http://www.akartextile.com) bekannt, dass es in der Gemeinde Savur, im Südosten der Türkei, eine neue Fabrik für 47 Millionen türkische Lira (TL) bauen wird. Dort sollen 3.000 Mitarbeiter beschäftigt werden. Akar Textile produziert unter anderem für Unternehmen wie C&A, Mango und H&M. Nur wenige Monate nach der Bekanntgabe des Projektes vertiefte sich im September die Wirtschaftskrise in der Türkei. Inwieweit sich die Turbulenzen auf die Projektumsetzung ausgewirkt haben, ist nicht bekannt.

Technische Textilien als Impulsgeber für Wachstum
Die fernöstliche Konkurrenz erhöht den Modernisierungsdruck auf die türkische Textilbranche. Künftig wird die Industrie vor allem mit hochwertigen Produkten antreten müssen. Wachstumsimpulse kommen gegenwärtig aus dem Bereich technischer Textilien. Branchenberichten zufolge stellen mittlerweile mehr als 200 kleine und mittlere Unternehmen technische Textilien und Vliesstoffe in der Türkei her. Diese Textilien und Stoffe werden in der Automobil-, Verpackungs- und Kosmetikindustrie eingesetzt. Im Juni 2018 investierte die türkische METYX Group (http://www.metyx.com) in ihren Maschinenpark. Das Unternehmen fertigt technische Textilien und hat bei dem deutschen Textilmaschinenbauer Karl Mayer eine Linie von Wirkmaschinen bestellt. Damit erhöht der Hersteller von Verbundwerkstoffen seine Kapazitäten um 12.000 Tonnen Glas- und Karbonfasern.

In den vergangenen Jahren sind zudem immer mehr Forschungs- und Entwicklungszentren entstanden, die den nötigen Technologietransfer in der Industrie vorantreiben. So gründete das Institut für technische Textilien der RWTH Aachen (ITA) im Oktober 2016 ein Forschungszentrum in Istanbul. In der Industriezone Teknosab in Bursa entstand 2008 das Forschungs- und Entwicklungszentrum für Textiltechnik BUTEKOM. Das Institut bietet Unternehmen Schulungen sowie Forschungs- und Entwicklungskooperationen an. Doch vielen mittelständisch geprägten Textilunternehmen fehlt häufig das Geld, um in moderne Maschinen zu investieren. Der kurze Planungshorizont erschwert den Zugang zu Forschung und Entwicklung. Als Mitglied der Geschäftsführung der Deutsch-Türkischen AHK beobachtet Frank Kaiser seit acht Jahren die türkische Unternehmerlandschaft. Er weist darauf hin, dass die Textilhersteller wie andere Mittelständler im Land häufig kurzfristig planen. "Das ist angesichts eines volatilen Geschäftsumfelds auch rational," erklärt Kaiser.

Türkische Importe von Textilmaschinen und Wechselkurs im Vergleich
Jahr Importe aus Deutschland
(in Mio. US$)
Importe insgesamt
(in Mio. US$)
Wechselkurs
(1 US$ = ?TL)
2009 143 505 1,55
2011 521 1.851 1,67
2013 619 2.211 1,90
2015 382 1.398 2,72
2017 447 1.478 3,65
2018 1) 2) 490 1.774 4,81

1) der Einbruch im 3. Quartal ist in den Jahreszahlen von 2018 noch nicht sichtbar; er wird sich erst im Jahr 2019 bemerkbar machen

Quellen: UN-Comtrade, TurkStat 2), Bundesbank

 

 

 

 

Foto: PIXABAY
19.02.2019

DOMINIKANISCHE REPUBLIK BLEIBT SCHWIERIGER MARKT FÜR DEUTSCHE TEXTILMASCHINEN

  • Lieferungen zuletzt kräftig gestiegen

Billige und gebrauchte Technik dominiert den dominikanischen Markt für Textilmaschinen. Es sind einige der Probleme des Landes, die deutschen Anbietern etwas Hoffnung geben.

Die gute Nachricht: Um 580 Prozent stiegen in den ersten elf Monaten 2018 im Vorjahresvergleich die Ausfuhren deutscher Textil- und Bekleidungsmaschinen in die Dominikanische Republik, und schon 2017 hatten sich die deutschen Lieferungen laut Eurostat verdreifacht. Die schlechte: Absolut erreichten die deutschen Branchenexporte nur 1,7 Millionen Euro. Das ist deutlich weniger als zum Beispiel in Guatemala mit seinem nicht viel größeren Technikmarkt.

  • Lieferungen zuletzt kräftig gestiegen

Billige und gebrauchte Technik dominiert den dominikanischen Markt für Textilmaschinen. Es sind einige der Probleme des Landes, die deutschen Anbietern etwas Hoffnung geben.

Die gute Nachricht: Um 580 Prozent stiegen in den ersten elf Monaten 2018 im Vorjahresvergleich die Ausfuhren deutscher Textil- und Bekleidungsmaschinen in die Dominikanische Republik, und schon 2017 hatten sich die deutschen Lieferungen laut Eurostat verdreifacht. Die schlechte: Absolut erreichten die deutschen Branchenexporte nur 1,7 Millionen Euro. Das ist deutlich weniger als zum Beispiel in Guatemala mit seinem nicht viel größeren Technikmarkt.

Vertreter deutscher Anbieter wundern sich nicht über die Zahlen. Gefragt seien billige Anlagen aus China und anderen asiatischen Ländern, vor allem jedoch Gebrauchtmaschinen. Gerade einmal fünf von hundert verkauften Maschinen sind neu, schätzt Hugo Clavijo von der Firma Texquim, die in der Dominikanischen Republik unter anderem die deutschen Anbieter Mayer & Cie. (Rundstrickmaschinen) und Groz-Beckert (Nadeln) vertritt. Um die Jahrtausendwende verkam der Markt demnach zur Resterampe für die niedergehende US-Textilindustrie. Aus den USA stammten in den letzten Jahren laut UN Comtrade wertmäßig um die 60 Prozent der Techniklieferungen.

Kaum Lieferungen ("shipments") neuer Maschinen registrierte auch die International Textile Manufacturers Federation: Die ITMF weist für 2010 bis 2017 gerade einmal zehn Flach- sowie elf (alle im Jahr 2017) Rundstrickmaschinen aus. Gelistet sind für den Zeitraum auch 720 Double Heater für das Texturieren von synthetischen Filamenten, also für die Garnherstellung. Die ITMF erfasst weltweit die Auslieferungen von 200 Textilmaschinen-Herstellern und damit einen Großteil des Marktes, wenn auch nicht den gesamten.

Strom- und Wasserengpass als Argument für teure Maschinen
Hugo Clavijo sieht derzeit keine großen Chancen auf eine schnelle Besserung für den Absatz teurer deutscher Technik. Ironischerweise sind es einige Probleme des Landes, die das durchaus vorhandene Interesse potenzieller Kunden möglicherweise in konkrete Beschaffungen umwandeln: Die Energieversorgung der Textilbetriebe sei teuer und unzuverlässig, und ihr Prozesswasser müssten die Firmen selbst aufbereiten. Sparsame und weniger reparaturanfällige Maschinen kämen da auch bei deutlich höherem Anschaffungspreis in die nähere Überlegung. Helfen würde auch die Durchsetzung von Umweltstandards, die heute weitgehend nur auf dem Papier stünden.

Technikbedarf ergibt sich auch, sollten dominikanische Textil- und Bekleidungshersteller ihre Kapazitäten wegen möglicher Änderungen der internationalen Handelspolitik ausbauen, wenn also Bekleidungskunden in den USA Aufträge in dem Karibikland statt in Asien platzieren. Momentan allerdings laste die dominikanische Exportindustrie ihre Fabriken nicht aus.

Installierte Kapazität der dominikanischen Textilindustrie im Vergleich (2016, in Einheiten) 1)
Maschinen/Technik Domerikanische Republik Guatemala Äthiopien Türkei
Rotor Spinning 2) 1.400 21.000 19.000 800.000
Short Staple Spinning 2) 20.000 150.000 293.852 7.900.000
Shuttle Looms 3) 500 3.000 167 20.000
Shuttleless Looms 3) 150 890 2.200 49.500

1) keine Daten zu anderen Maschinen; 2) Spinnmaschinen; 3) Webmaschinen

Quelle: International Textile Manufacturers Federation

Die dominikanische Textil- und Bekleidungsindustrie, die mit Bekleidung aus Freizonen 2017 laut Zentralbank 11 Prozent der gesamten Exporteinnahmen des Landes erwirtschaftete, ist nicht gänzlich vertikal integriert: Schwerpunktmäßig importiert sie Garne, die sie dann vor allem strickt, aber auch webt oder anderweitig verarbeitet und zur fertigen Bekleidung konfektioniert. Sie stellt vielfach T-Shirts und andere Strickwaren mit großem Baumwollanteil her. Und zwar "die billigen Sachen", wie Clavijo sagt.

Es gibt in der Dominkanischen Republik eine begrenzte Herstellung von Synthetikgarn, die sich nach Kenntnis von Hugo Clavijo auf zwei Unternehmen beschränkt: Die koreanische Firma Youm Kwang texturiert demnach im Land auch die Filamente, während die US-Firma A&E (American & Efird) aus importierten Filamenten Nähgarn produziert.

Vier Exportproduzenten als wichtige Technikkunden
Die dominikanische Textilbranche besteht den Angaben zufolge aus etwa zwei gleich großen Segmenten. Ein Dutzend mittelgroßer Firmen sowie eine Vielzahl von Garagenbetrieben versorgen den Inlandsmarkt. Daneben produzieren in den Freizonen des Landes vier Unternehmen für den Export: Gildan (Kanada), Hanes (USA), Willbes (Korea) und die einheimische Grupo M, die seit Anfang 2017 in einem 50/50-Joint-venture mit Brandix aus Sri Lanka zusammenarbeitet. Die Beschaffung von Maschinen entscheidet in den ausländischen Firmen nach Vertreterangaben nicht das lokale Management, sondern die Konzernzentrale.

Die vier Exportproduzenten sind den Angaben zufolge ab der Garnverarbeitung vertikal integriert. Grupo M liefere etwa ein Fünftel seiner Gewebe, Gestricke etc. an Weiterverarbeiter, während die anderen drei Branchengrößen diese Vorprodukte vollständig selbst konfektionierten. Die Bekleidungsexporte gehen laut Comtrade (SITC-Kapitel 84) zu drei Vierteln in die USA, der Rest ganz überwiegend in das benachbarte Haiti.

Für die US-Bekleidungskunden bietet die nahegelegene Dominikanische Republik schnelle und billige Transportwege sowie das vorteilhafte Zollregime des Handelsabkommens DR-CAFTA. Zur Nutzung aller Zollerleichterungen müssen dominikanische Bekleidungsexporteure ihre Vorprodukte laut Hugo Clavijo allerdings aus den USA beziehen. Die Produzenten für den dominikanischen Heimatmarkt setzten dagegen Garne und Stoffe aus China, Pakistan oder anderen Drittstaaten ein, die niedrigere Gestehungskosten böten.

USA dominieren Maschinenlieferungen
Der dominikanische Markt für Textil- und Bekleidungsmaschinen stagnierte in den letzten Jahren: Für 2017 bezifferte UN Comtrade die Importe - eine nennenswerte Inlandsproduktion gibt es nicht - mit 36 Millionen US-Dollar (US$). Das war so viel wie 2014 und rund 10 Millionen US$ mehr als um 2010.

Deutschland lag im Schnitt der Jahre 2015 bis 2017 laut Comtrade bei einem Anteil von 2,0 Prozent auf Rang sechs der Import-Rangliste. Eurostat, dessen (Export-) Daten teils erheblich abweichen, konstatierte für die ersten elf Monate 2018 neben dem hohen Zuwachs für Made in Germany insgesamt stagnierende Branchenlieferungen aus der Europäischen Union in die Dominikanische Republik.

Dominikanische Importe von Textilmaschinen (Tausend US$) *)
SITC-Pos. Lieferländer/Warengruppe 2015 2016 2017
  Insgesamt 33.398 30.817 36.257
724.35, .39 Nähmaschinen (ohne Haushaltsnähmaschinen) 12.131 10.350 12.784
7244 Spinn-, Texturiermaschienen 2.852 2.102 4.585
7245 Strick-, Webmaschinen etc. 3.362 2.683 1.543
7246 Hilfsmaschinen 6.068 5.215 5.384
724.73, .74 Waschmaschinen, Spannrahmen u.Ä. (außer für Haushalte und Wäschereien), große Trockner 5.135 5.615 7.652
724.92 Teile für Pos. 724.73 und .74 sowie für Maschinen für die chemische Reinigung (724.72) und für Haushaltswäschetrockner (775.12) 3.850 4.852 4.309
  Lieferländer      
  USA 22.000 17.320 20.743
  China 3.424 3.058 2.380
  Spanien 2.176 2.567 2.614
  Japan 973 1.894 2.688
  Italien 923 1.194 496
  Deutschland 397 724 873

*) SITC 724 ohne Haushaltsnähmaschinen (724.33), Haushalts-Waschmaschinen (724.71), Maschinen für die chemische Reinigung (724.72), Ledermaschinen (7248), Teile für Haushalts-Waschmaschinen (724.91)

Quelle: UN Comtrade

Weitere Informationen:
GTAI
Quelle:

Ulrich Binkert, Germany Trade & Invest www.gtai.de

12.02.2019

TECHNISCHE TEXTILIEN SIND IN ISRAEL EINE ERFOLGSBRANCHE

  • Israelische Hersteller mit steigender Präsenz auf dem Weltmarkt

 Die Herstellung technischer Textilien gehört zu den führenden Sparten der israelischen Textilindustrie. Ihr Erfolg ist nicht zuletzt intensiver Forschung und Entwicklung geschuldet. Angesichts des heftigen internationalen Wettbewerbs, dem sich die israelische Textilindustrie gegenübersieht sind hochqualitative und innovative Produkte für eine Stabilisierung dieses Industriezweigs unabdingbar. Zu den Sparten, die diese Modernisierung am besten bewältigen, gehört die Herstellung technischer Textilien.

  • Israelische Hersteller mit steigender Präsenz auf dem Weltmarkt

 Die Herstellung technischer Textilien gehört zu den führenden Sparten der israelischen Textilindustrie. Ihr Erfolg ist nicht zuletzt intensiver Forschung und Entwicklung geschuldet. Angesichts des heftigen internationalen Wettbewerbs, dem sich die israelische Textilindustrie gegenübersieht sind hochqualitative und innovative Produkte für eine Stabilisierung dieses Industriezweigs unabdingbar. Zu den Sparten, die diese Modernisierung am besten bewältigen, gehört die Herstellung technischer Textilien.

Im Jahr 2017 entfiel auf diese Produktkategorie mit schätzungsweise 600 Mio. US-Dollar (US$) knapp ein Drittel des von der Textil- und Bekleidungsindustrie erzielten Gesamtumsatzes. Mit einem Exportanteil von rund 70 Prozent ist die Sparte zudem stark weltmarktorientiert und stellte 2017 mit 414 Millionen US$ 43 Prozent israelischen Textil- und Bekleidungsexporte.
 
Die Produktion technischer Textilien stützt sich nicht zuletzt auf eine kräftige Inlandsnachfrage. Zu den größten einheimischen Abnehmern gehören die Streit- und Sicherheitskräfte, die von ihren Lieferanten hohe Funktionalität und Spitzenqualität verlangen. Unter anderem werden in diesem Marktsegment schusssichere Textilien, Spezialtextilien für Uniformen, Tragetaschen für empfindliche Geräte unter Feldbedingungen und Tarnnetze hergestellt.

Kräftige Inlandsnachfrage hilft bei Produktentwicklung
Wie der Fachverband der Mode- und Textilindustrie (Fashion & Textile Industries Association) im Januar 2019 gegenüber Germany Trade & Invest erklärte, helfe der direkte Kontakt zum Militär und zu Institutionen der inneren Sicherheit den Unternehmen, praxisbewährte Produkte anzubieten. Zudem, so die Direktorin des Verbands, Maya Herscovitz, seien in den Herstellerbetrieben ehemalige Angehörige der Streit- und Sicherheitskräfte tätig, die mit den Anforderungen an entsprechende Produkte vertraut seien.    
 
Weitere inländische Abnehmerbranchen sind das Bauwesen und die Landwirtschaft. Der Gebäudebau setzt zunehmend auf moderne Baustoffe inklusive leichter und hochisolierender Textilstoffe. Der Agrarsektor wiederum trägt zwar nur 1,2 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei, ist aber kapitalintensiv und innovationsorientiert. Ein gefragtes agrotechnisches Produkt sind Schutznetze. Im September 2018 wies der israelische Agronom Yossi Ofir in einem Beitrag darauf hin, dass der Klimawandel einen immer umfangreicheren Einsatz von Schattennetzen nach sich ziehe. Nicht zuletzt bedeckten immer mehr israelische Landwirte ganze Obsthaine mit Schattennetzen.
 
Vernetzung mit der Hightechbranche
Die Verankerung im einheimischen Markt und der direkte Kontakt zu Kunden beschleunigen die Entwicklung neuer Produkte. Zugleich ist die Sparte technischer Textilien in die Hightech-Szene eingebettet. So etwa integrieren Hersteller Forschungsergebnisse der Nanotechnologie und der Materialwissenschaft in ihre Produkte.

Ein Beispiel dafür ist die Firma Marom Dolphin, die militärische wie zivile Produkte herstellt und mit Hilfe von Kunststoffen, Metall und Verbundmaterialien die Festigkeit ihrer Textilerzeugnisse steigert oder deren Gewicht reduziert. Ein führender Hersteller technischer Textilien ist die Firma Hagor Industries, die unter andrem Kampfwesten, Schutzwesten, Rucksäcke und Zelte aller Größen anbietet, während die Firma Source - Shoresh textiles Wanderzubehör produziert. Diese und ähnliche Hersteller sind auf zahlreichen Exportmärkten vertreten.

Manche Unternehmen bieten keine Fertigprodukte, sondern technologische Lösungen an. So etwa hat die Firma Nano Textile eine antibakterielle sonochemische Beschichtung für Textilien auf den Markt gebracht. Als Hauptanwendungsgebiet sind Krankenhäuser angedacht, doch können sich nach Firmenangaben auch weitere Anwendungsfelder wie Flugzeugbau und öffentliche Verkehrsmittel, Restaurants und Hotels oder Babykleidung erschließen. Dienstleistungen im Bereich Forschung und Entwicklung (FuE) bietet auch die Firma Gideon Guthrie Technical Textile an, die mit israelischen und ausländischen Textilherstellern zusammenarbeitet.

Neben der Tätigkeit unternehmenseigener FuE-Abteilungen wird auch an Hochschulen geforscht. So etwa wurde die von Nano Textile verwendete Technologie für Textilbeschichtung an der israelischen Bar-Ilan-Universität entwickelt. An der Fachhochschule Shenkar (Shenkar College of Engineering, Design and Art) ist das Innovations- und Forschungszentrum für Textilien CIRTex tätig (The David & Barbara Blumenthal Israel Center for Innovation and Research in Textiles). Das Zentrum führt angewandte Forschung für neue Produkte, Produktionsverfahren und Anwendungsgebiete für Textilien durch und fördert die Zusammenarbeit zwischen etablierten Unternehmen auf der einen sowie Start-ups und individuellen Erfindern auf der anderen Seite. Industrielle Textilforschung und -entwicklung wird von der Innovationsbehörde (Innovation Authority) gefördert.
 
Nach Einschätzung des Fachverbands wird die Produktion technischer Textilien in den kommenden Jahren weiter zunehmen. Wie Maya Herscovitz gegenüber Germany Trade and Invest erklärte, investieren Hersteller technischer Textilien hohe Beträge nicht nur in die Entwicklung neuer Produkte, sondern auch in die Modernisierung und Automatisierung von Produktionsprozessen. Dies sei nicht nur aus Gründen der Kostenersparnis geboten, sondern auf Grund der auf dem Arbeitsmarkt bestehenden Engpässe bei Facharbeitskräften erforderlich.
 
Bei technischen Textilien ist Israel Nettoexporteur
Der mit großem Abstand wichtigste Exportposten im Bereich technischer Textilien (SITC 657) sind Vliesstoffe (SITC 657.2). Auf sie entfielen 2017 mit 278 Millionen US$ 67,1 Prozent der Gesamtausfuhr technischer Textilien. Auf Rang zwei kamen Watte, Dochte und Waren und Erzeugnisse des technischen Bedarfs aus Spinnstoffen. Mit einem Exportwert von 88 Millionen US$, stellten sie 21,6 Prozent der Branchenausfuhr.

Der wichtigste Exportmarkt waren 2017 die USA, mit großem Abstand gefolgt von den Niederlanden und Deutschland. Die Bundesrepublik bezog aus Israel technische Textilien im Wert von 44,7 Millionen US$ (10,8 Prozent der israelischen Ausfuhr).

Die Einfuhr entsprach mit 136 Millionen US$ 32,6 Prozent der Ausfuhr. Die drei wichtigsten Lieferländer - China, die Türkei und Italien - lagen mit 25 Millionen US$, 24,8 Millionen US$ beziehungsweise 24,2 Millionen US$ nahezu gleichauf. Deutschland belegte Rang fünf und erzielte mit einem Lieferwert von 11,2 Millionen US$ einen Importmarktanteil von 8,3 Prozent.

 

Weitere Informationen:
Israels, Textilindustrie Israel
Quelle:

Wladimir Struminski, Germany Trade & Invest www.gtai.de

© Reed Exhibitions/David Faber © Reed Exhibitions/David Faber
05.02.2019

WOHNEN & INTERIEUR 2019: WOHNEN ALS AUSDRUCK DER PERSÖNLICHKEIT

Österreichs bedeutendste Publikumsmesse im hochwertigen Möbel- und Einrichtungssektor, die „Wohnen & Interieur“ in der Messe Wien, ist in den Startlöchern für das kommende Frühjahr. Vom 9. bis 17. März 2019 öffnet Veranstalter Reed Exhibitions wieder die vier Messehallen, A bis D, für die 18. Messeausgabe. Strukturierte Themenbereiche und der Fokus auf Designwelten frischen das bewährte Messeformat auf.

Österreichs bedeutendste Publikumsmesse im hochwertigen Möbel- und Einrichtungssektor, die „Wohnen & Interieur“ in der Messe Wien, ist in den Startlöchern für das kommende Frühjahr. Vom 9. bis 17. März 2019 öffnet Veranstalter Reed Exhibitions wieder die vier Messehallen, A bis D, für die 18. Messeausgabe. Strukturierte Themenbereiche und der Fokus auf Designwelten frischen das bewährte Messeformat auf.

Es heißt, dass sich die Persönlichkeit der Menschen in den eigenen vier Wänden wiederspiegelt. Man ist sich bewusst, dass man den Großteil der Zeit in geschlossenen Räumen verbringt. Und hier sollen wir uns wohlfühlen, quasi „beheimatet“, entspannt – und manche sprechen sogar von einer „therapeutischen“ Wirkung des Wohnumfeldes auf das Individuum. Inspirationen und Trends für die eigenen vier Wände gibt es in einem breiten Spektrum auf Österreichs größter Einrichtungsmesse, der Wohnen & Interieur zu sehen – inklusive Beratung, Messeangeboten und Sofortkauf.

Zuhause mit der Natur verbunden
Je hektischer die Welt da draußen, desto bedeutender wird eine Ruheoase in den eigenen vier Wänden. Und je daseinsbewusster der Mensch wird, desto mehr gewinnen Begriffe wie Nachhaltigkeit und Umwelt an Gewicht. Dieses Jahr in aller Munde ist „Natural Living“ - Naturmaterialien liegen stark im Trend, Holz dominiert die Beliebtheitsskala. Schadstofffrei gegerbtes Leder, Kork, Naturfasern von Kokos und Sisal bis zu Baumwolle und Leinen sind angesagt. Eben falls ganz im Sinne eines „grünen Stempels“ wird lokalen Produkten der Vorzug gegeben, eine Thematik, in der gerade österreichische Hersteller mit hochwertigen und sympathischen Erzeugnissen on top sind und sich entsprechend auf der W&I präsentieren.

Trendfarben vermitteln Lebensgefühl
Lebensbejahendes, fröhliches Korallenrot – Living Coral – strahlt Wärme und bringt Energie, Behaglichkeit und Geborgenheit. Ebenfalls wichtig sind zarte Ice Cream Colors, die sich untereinander und speziell mit natürlichen Holztönen ideal kombinieren lassen. Aber auch aufregende Wandfarben sowie auffallende Statement-Tapeten und Wand-Tattoos zählen zu neuen Favorits. Alternativ dazu: Tapeten mit einem Hauch von Vintage. Stoffe in Gold-, Honig- und Brauntönen korrespondieren mit Blau-Nuancen von Türkis über Royal bis Petrol sowie Pink- und Rotschattierungen.

Wenig Raum - viel Platz für Ideen
„Mindful architecture“ spricht achtsame Gestaltung an, die Körper und Geist in Einklang bringt. Und „Slow Living“ bringt Ruhe ins Gemüt, dazu setzt man auf klare Formen, bevorzugt Unis und verzichtet auf unnötigen Schnickschnack. Strömungen aus den Bereichen Design, Mode, Gesellschaft, Politik und Anthropologie kommen im Lebensumfeld zum Ausdruck – dabei spielen praktische Möbel zunehmend eine Rolle: intelligente Möbellösungen, klappbare Möbel, vom Esstisch zum Stehtisch, vom Hocker zum Beistelltisch und stapelbare Regalvarianten werden in urbanen Szenen, wo Wohnraum immer kostbarer und somit auch begrenzter wird, zur Herausforderung an Planungs-Profis und Einrichtungs-Professionisten. Möbel werden multifunktional einsetzbar und wandlungsfähig, ohne viel Aufwand, versteht sich.

Upcycling bis „Smart Living“
Und nochmals taucht das Thema Nachhaltigkeit auf, ein Bewusstsein ohne mahnenden Zeigefinger: Recycelte Materialien erwachen zu neuem Leben oder alte Einrichtung wird „aufgemöbelt“ und erstrahlt im neuen Glanz.
„Smart Living“, die Digitalisierung im eigenen Haushalt von Sicherheit über Komfort bis zu Energiemanagement, hält bei allen Generationen Einzug – dieser Markt ist weltweit rasant auf Vormarsch.

 

 

ISPO Beijing (c) Messe München GmbH
29.01.2019

ISPO BEIJING FEIERT ERFOLGREICHES JUBILÄUM

Mehr als 400 Aussteller mit 682 Marken sowie rund 30.000 Fachbesucher und Key Opinion Leaders (KOLs) haben vom 16. – 19. Januar 2019 im China International Exhibition Center (CIEC) an der ISPO Beijing und der Alpitec China teilgenommen. Die wichtigste Sportfachmesse im asiatisch-pazifischen Raum war in diesem Jahr geprägt von zahlreichen Foren, Trends und Innovationen aus den Bereichen Wintersport, Outdoor, Health & Fitness, Manufacturing & Suppliers. Erstmals im Fokus stand außerdem das Thema Fußball.

Mehr als 400 Aussteller mit 682 Marken sowie rund 30.000 Fachbesucher und Key Opinion Leaders (KOLs) haben vom 16. – 19. Januar 2019 im China International Exhibition Center (CIEC) an der ISPO Beijing und der Alpitec China teilgenommen. Die wichtigste Sportfachmesse im asiatisch-pazifischen Raum war in diesem Jahr geprägt von zahlreichen Foren, Trends und Innovationen aus den Bereichen Wintersport, Outdoor, Health & Fitness, Manufacturing & Suppliers. Erstmals im Fokus stand außerdem das Thema Fußball.

„Die Chinesen haben den Fußball für sich entdeckt, die Begeisterung wächst stetig. Große Vorbilder für den Nachwuchs sind vor allem die europäischen Vereine und Ligen. Mit der Bundesliga International konnten wir für die ISPO Beijing einen neuen starken Partner gewinnen, um den Fußballboom in Asien in den kommenden Jahren weiter voranzutreiben“, freut sich Elena Jasper, Projektleiterin ISPO Beijing. In der eigens geschaffenen Football Activation Area präsentierten sich die sieben deutschen Erstligisten Bayer 04 Leverkusen, Borussia Dortmund, Borussia Mönchengladbach, Eintracht Frankfurt, FC Schalke 04, VFB Stuttgart und VFL Wolfsburg. Sie forderten die Besucher bei verschiedenen Aktivitäten wie Speed Goal oder Torwandschießen heraus und versetzten sie in Fußballstimmung. Ergänzt wurde das Programm durch das Fußball Forum am ersten Messetag. Hochkarätige Sprecher der Vereine stellten ihre Strategien zur Markt-Aktivierung in China vor, präsentierten Konzepte zur Nachwuchsförderung und Markenpositionierung.

Wintersport mit Blick auf Olympia weiterhin im Trend
Seit Jahren im Mittelpunkt und mit den immer näher rückenden Olympischen Winterspielen 2022 in Peking omnipräsent: Wintersport. Auf Ausstellerseite gab es mit Burton und Oakley in diesem Segment namhafte Rückkehrer zur ISPO Beijing zu verbuchen. Das Market Introduction Program für Marken, die den Markteintritt in China anstreben, widmete sich ebenfalls dem Thema. Vertreter von zehn Marken aus Europa, Asien und der USA ließen sich im zweitägigen Seminarprogramm von Branchenkennern aus den Bereichen Distribution, On- und Offline-Retail sowie Handelsrecht die Besonderheiten des chinesischen Marktes nahebringen und knüpften erste Kontakte.

Bereits zum elften Mal fand die Asia Pacific Snow Conference in Zusammenarbeit mit der langjährigen Partnerveranstaltung Alpitec China, führende Fachmesse für Berg- und Wintertechnologien, statt. Vertreter aus der Technologie-, Sport- und Tourismusbranche diskutierten über die Entwicklung in den chinesischen Skigebieten sowie Modelle und Maßnahmen zu Erschließung, Instandhaltung und Ausbau.

Einen Eindruck von der Infrastruktur in den Wintersportgebieten und einen Vorgeschmack auf Olympia erhielten die Teilnehmer der Ski Resort Tour. Mit dem Olympic Parc Shougang sowie dem Wanlong Ski Resort und Genting Ski Resort Secret Garden standen drei Trainings- und Austragungsstätten der Olympischen Winterspiele 2022 auf dem Reiseplan. „Es ist beeindruckend, mit welcher Professionalität sich China auf das sportliche Großereignis vorbereitet. Hier entstehen Sportstätten nach modernsten Standards. Die Olympischen Spiele werden erst der Anfang der Wintersportnation China sein“, resümiert Klaus Dittrich, Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe München.

Wertvoller Wissenstransfer in allen Bereichen
Auch zu den anderen Bereichen der Messe war ein umfangreiches Rahmenprogramm geboten. Das Sports Industry Forum widmete sich der Frage nach neuen Investitionsmöglichkeiten für das Sportbusiness in China, unter anderem im Hinblick auf Digitalisierung. Sportverletzungen und Angebote zur Rehabilitation standen im Fokus des Health & Fitness Forums. Im Rahmen des China Rock Summits wurde der China Climbing Report veröffentlicht. Welche textilen Trends im Bereich Materialien, Fasern, Schnitte und Accessoires die Branche in den kommenden Jahren erwartet, präsentierte Louisa Smith, International Consultant für Textiltrends, in der ISPO Textrends Area. Einen Überblick über die größten Produktinnovationen und neuesten Ideen aus der Gründerszene erhielten die Besucher in der ISPO Award-Ausstellung sowie dem ISPO Startup-Village.

Gründung eines Fachbeirats für die ISPO Beijing
Um die ISPO Beijing weiter entsprechend der Bedürfnisse des Marktes, der Aussteller und Fachbesucher zu entwickeln, wurde ein internationaler Fachbeirat eingerichtet. Vertreter der Aussteller, Branchenvertreter und Partner trafen sich erstmals am Vortag der diesjährigen Veranstaltung, um die strategische Ausrichtung der Messe zu diskutieren. Die übereinstimmende Meinung aller Beteiligten: Die ISPO Beijing in ihrer aktuellen Form bietet eine gute Basis mit viel Potenzial. Künftig sollen neue Segmente wie Sportsfashion und Travel in die Veranstaltung integriert und die Zielgruppe der Key Opinion Leaders (KOLs) weiter ausgebaut werden. Vor allem der Erfahrungsaustausch mit Europa steht im Mittelpunkt des Interesses.


Die nächste ISPO Beijing findet von 12. bis 15. Februar 2020 im China International Exhibition Center (CIEC) New Venue statt.

Weitere Informationen zur ISPO Beijing finden Sie unter https://www.ispo.com/en/beijing

(c) Deutsche Messe AG
22.01.2019

DOMOTEX 2019 – EINE MESSEPLATTFORM, DIE KONTINENTE VERBINDET

  • Abschlussbericht

Wieder erweist sich die weltweit führende Messe für Teppiche und Bodenbeläge DOMOTEX (11.-14.01.) als größte und bedeutendste Handels-, Innovations- und Trendplattform der Branche. Über 1.400 Aussteller aus mehr als 60 Nationen kamen nach Hannover, um dort erfolgreich ins Geschäftsjahr zu starten. Mit knapp 90 Prozent Entscheideranteil ist die Qualität der Besucher extrem hoch, was auch von Ausstellerseite bestätigt wurde. Bedingt durch eine zunehmende Konzentration im Markt verzeichnet die DOMOTEX einen leichten Besucherrückgang. Die Auftragslage der Aussteller ist laut Umfrage jedoch gleichbleibend, da das Einkaufsvolumen pro Besucher gestiegen ist. Der Besucheranteil aus dem Ausland lag bei rund 70 Prozent, was den internationalen Charakter der DOMOTEX als Weltleitmesse bestätigt. Besucherzuwächse gab es insbesondere aus dem Handel. Auch der Anteil der Architekten, Innenarchitekten und Objekteure ist gestiegen.

  • Abschlussbericht

Wieder erweist sich die weltweit führende Messe für Teppiche und Bodenbeläge DOMOTEX (11.-14.01.) als größte und bedeutendste Handels-, Innovations- und Trendplattform der Branche. Über 1.400 Aussteller aus mehr als 60 Nationen kamen nach Hannover, um dort erfolgreich ins Geschäftsjahr zu starten. Mit knapp 90 Prozent Entscheideranteil ist die Qualität der Besucher extrem hoch, was auch von Ausstellerseite bestätigt wurde. Bedingt durch eine zunehmende Konzentration im Markt verzeichnet die DOMOTEX einen leichten Besucherrückgang. Die Auftragslage der Aussteller ist laut Umfrage jedoch gleichbleibend, da das Einkaufsvolumen pro Besucher gestiegen ist. Der Besucheranteil aus dem Ausland lag bei rund 70 Prozent, was den internationalen Charakter der DOMOTEX als Weltleitmesse bestätigt. Besucherzuwächse gab es insbesondere aus dem Handel. Auch der Anteil der Architekten, Innenarchitekten und Objekteure ist gestiegen. Die DOMOTEX 2019 konnte bei der verkauften Ausstellungsfläche einen Zuwachs verzeichnen.

„Die starke Internationalität macht die DOMOTEX zum globalen Marktplatz der Branche. Dies und die positive Aufbruchstimmung für das Geschäftsjahr 2019 in den Messehallen belegen den Erfolg der diesjährigen Veranstaltung", sagt Dr. Andreas Gruchow, Mitglied des Vorstands der Deutschen Messe AG, Hannover, zum Abschluss der Messe.

„Hersteller und Einkäufer sowie Partner, Architekten und Designer aus aller Welt vernetzen sich auf der DOMOTEX. Es entstehen neue Geschäftsbeziehungen und Kooperationsmöglichkeiten über die man vorher nie nachgedacht hätte“, ergänzt Sonia Wedell-Castellano, neue globale Projektleiterin der DOMOTEX. „Dafür steht auch unser diesjähriges Leitthema ,Create’N’Connect‘.“

Aussteller erfreut über hohe Besucherqualität
Fabian Kölliker, Head of Marketing Swiss Krono Group, lobt das professionelle Umfeld der Messe: „Wir sind sehr zufrieden mit der Anzahl, der Qualität und Internationalität der Besucher. Wir sind nach dem zweiten Messetag wirklich sehr happy mit dem Erfolg, den wir bis jetzt haben.“
Die Balta Group ist der DOMOTEX schon seit den Anfängen der Messe treu.

Geert Vanden Bossche, Marketing Direktor, berichtet: „Das Teppich-Geschäft ist ein globales Geschäft und hier ist der beste Ort, um mit Menschen und Kunden aus der ganzen Welt in Kontakt zu kommen. In nur vier Tagen können wir eine Menge Kunden treffen und das macht die Investition bezahlt.“

Für Myriam Ragolle, Geschäftsführerin Ragolle Rugs, ist die DOMOTEX die ideale Gelegenheit, die Produktneuheiten innerhalb von vier Tagen einem weltweiten Publikum zu präsentieren: „Es ist unmöglich, das durch Reisen zu machen. So können wir auch Kontakte mit neuen Kunden aus aller Welt schließen. Das macht die DOMOTEX einzigartig.“

Die Hersteller aus dem Bereich Handwerk äußerten sich ebenfalls sehr positiv: „Wir konnten auf der DOMOTEX 2019 wieder das Fachpublikum aus dem In- und Ausland begeistern“, berichtet Julian Utz, Vorstand von Uzin Utz. „Durch die internationale Ausrichtung dieser Messe treffen wir hier die passenden Kunden.“ Seine Unternehmensgruppe ist sehr aktiv im asiatischen und arabischen Raum. „Wir freuen uns, dass Kunden aus dieser Region hier in Hannover so stark vertreten sind.“

Darum lohnt sich der Besuch der DOMOTEX
Susanne Gerken, Color & Trim Designer bei Volkswagen recherchierte auf der DOMOTEX 2019 zu Trends und innovativen Materialien. Farbtrends, Schwerpunkte wie Nachhaltigkeit, Recycling und neue Materialkreisläufe ließen sich durchaus auf die Automobilindustrie übertragen, sagt sie. Für sie bleibt es nicht bei bloßen Eindrücken: „Die DOMOTEX 2019 präsentiert sich mit so vielen innovativen Ideen,“ sagt Gerken, „dass ich von diesen Themenfeldern einiges an guten Anstößen in meine Arbeit integrieren kann.“

In erster Linie den geschäftlichen Aspekt hat dagegen Alex Hosseinnia, CEO von Dallas Rugs aus Dallas, Colorado, im Blick. „Mein Business ist Kaufen und Verkaufen“. An der DOMOTEX schätzt er, dass es dort sehr gut gelinge, Lieferanten zu finden, zudem sei die Messe ein idealer Ort, um sich über „aktuelle Trends und Modeentwicklungen der Branche zu informieren“, etwa neue Farben und Texturen, die erfahrungsgemäß „in ein bis zwei Jahren in den USA in die Geschäfte kommen werden“.

„CREATE’N’CONNECT“ auf der DOMOTEX 2019
Die inspirierende Sonderfläche „Framing Trends“ in Halle 9 hat sich bewährt. Im zweiten Jahr bot sie wieder außergewöhnliche Inszenierungen innovativer Produkte gestaltet von Herstellern, Künstlern, Designern und Studenten. Vor allem internationale Architekten, Designer, Planer und Influencer begreifen die Framing Trends als Herzstück der Veranstaltung. Das neue Format bringt die Besucher zusammen und fördert einen intensiven fachlichen Austausch sowie eine lebendige Vernetzung.

Der „Treffpunkt Handwerk“ in Halle 13 wurde unter dem Motto „Boden gut machen“ zum eigenen Meetingpoint für Raumausstatter, Parkett- und Bodenleger, Maler und Lackierer. Die praxisbezogene Aktionsfläche bot die Möglichkeit, Werkzeuge und Geräte für die optimierte Bearbeitung von Böden zu testen und sich gegenseitig Tipps zu geben.

Digitale Tools für Vertrieb und Marketing in der Bodenbelagsbranche
Ein wichtiges Thema auf der DOMOTEX 2019 waren Lösungen, mit denen sich Teppiche und Bodenbeläge digital darstellen lassen. Die neuen Digitallösungen reichen von unterschiedlichsten VR- und AR-Anwendungen über spezielle Visualisierungen für den gesamten Marketing-Mix bis zu Softwareentwicklungen. Sie unterstützen Endkunden gezielt bei der Auswahl von Mustern und Kollektionen und schaffen Anbietern neue Möglichkeiten für die digitale Produktpräsentation sowie die Vermarktung.

 

Fotos: Pixabay
15.01.2019

TÜRKISCHE BEKLEIDUNGSHERSTELLER KÜNDIGEN INVESTITIONEN AN

  • Kapazitätsausbau um 20 Prozent geplant

Istanbul (GTAI) - Mehrere große Bekleidungsproduzenten wollen im Jahr 2019 ihre Produktionskapazitäten deutlich ausbauen. Auch die Modernisierung der Fabriken steht auf der Tagesordnung.

Die exportorientierte Bekleidungsindustrie der Türkei punktet bei europäischen Auftraggebern mit guter Qualität und vor allem mit einer kurzen Lieferfrist. Zuletzt haben diese ihre Bestellungen deutlich erhöht, heißt es aus Branchenkreisen.

Die gute Auftragslage veranlasst türkische Bekleidungsproduzenten zu Investitionen. Rund 100 Millionen US-Dollar (US$) wollen die 28 größeren Betriebe im Jahr 2019 ausgeben, um ihre Kapazitäten auszubauen. Das geht aus einer Untersuchung des türkischen Wirtschaftsmagazins Ekonomist (Ausgabe vom 9. Dezember 2018) hervor, die in Zusammenarbeit mit dem Verband der Bekleidungsindustrie TGSD durchgeführt wurde.

  • Kapazitätsausbau um 20 Prozent geplant

Istanbul (GTAI) - Mehrere große Bekleidungsproduzenten wollen im Jahr 2019 ihre Produktionskapazitäten deutlich ausbauen. Auch die Modernisierung der Fabriken steht auf der Tagesordnung.

Die exportorientierte Bekleidungsindustrie der Türkei punktet bei europäischen Auftraggebern mit guter Qualität und vor allem mit einer kurzen Lieferfrist. Zuletzt haben diese ihre Bestellungen deutlich erhöht, heißt es aus Branchenkreisen.

Die gute Auftragslage veranlasst türkische Bekleidungsproduzenten zu Investitionen. Rund 100 Millionen US-Dollar (US$) wollen die 28 größeren Betriebe im Jahr 2019 ausgeben, um ihre Kapazitäten auszubauen. Das geht aus einer Untersuchung des türkischen Wirtschaftsmagazins Ekonomist (Ausgabe vom 9. Dezember 2018) hervor, die in Zusammenarbeit mit dem Verband der Bekleidungsindustrie TGSD durchgeführt wurde.

Im Durchschnitt strebten die Firmen für das Jahr 2019 eine Kapazitätserweiterung um etwa 20 Prozent an, heißt es im Bericht. Beim Umsatz erwarteten sie ein Plus von 15 bis 35 Prozent.

Der Bekleidungshersteller Taha Giyim (http://www.tahagiyim.com), Lieferant von LC Waikiki, plant seine Produktion in der organisierten Industriezone Malatya auszubauen. In dieses Projekt will das Unternehmen in diesem Jahr insgesamt 32,2 Millionen türkische Lira (TL; etwa 6,7 Millionen US$; 1 US$ = 4,81 TL) investieren und seine jährliche Produktionskapazität für Hemden auf 2 Millionen Stück steigern. Das Unternehmen strebt für 2019 ein Umsatzwachstum von 40 Prozent an. Im Jahr 2018 belief sich der Erlös auf geschätzt rund 2,5 Milliarden TL, umgerechnet etwa 520 Millionen US$.

Höhere Produktion von Herrenoberbekleidung
Das Unternehmen TYH Tekstil (http://www.tyh.com.tr), das in sechs Betrieben Herrenoberbekleidung herstellt, will 2019 seine Produktionskapazitäten von derzeit 20 Millionen Stück pro Jahr um 15 Prozent ausweiten. Dafür sind Investitionen von 15 Millionen TL in Akhisar/Manisa (Westtürkei) und Ordu (Schwarzmeerregion) vorgesehen. Den größten Teil der Ware exportiert das Unternehmen in die Europäische Union. Es wird eine Erhöhung der Lieferungen in die USA angestrebt. Der für 2018 geschätzte Umsatz von rund 140 Millionen US$ soll 2019 um 15 Prozent zunehmen.

Der Hersteller Yesim Tekstil (http://www.yesim.com), der für große Textilunternehmen wie Inditex, Esprit und Tommy Hilfiger näht, will seinen Umsatz von rund 300 Millionen US$ (2018) bis 2022 auf 600 Millionen US$ verdoppeln. Die technologische Infrastruktur (Industrie 4.0, Digitalisierung, Cloud-Computing) soll verstärkt ausgebaut werden. Das Investitionsbudget für die kommenden fünf Jahre für die Beschaffung von Maschinen, Anlagen, Software und Lizenzen beträgt insgesamt 14,4 Millionen US$.

Denim-Artikel-Hersteller erweitert Kapazitäten
Der Hersteller von Denim-Artikeln, Calik Denim (http://www.calikdenim.com) will 2019 mit weiteren 8,4 Millionen US$ seine Produktionskapazitäten um 30 Prozent erhöhen und die Modernisierung der Fertigungsprozesse vorantreiben. Im vergangenen Jahr hat das Unternehmen nach eigenen Angaben insgesamt 44,7 Millionen US$ investiert. Ziel von Calik Denim ist es, seine derzeitige Jahreskapazität von 44 Millionen Metern bis 2020 auf 60 Millionen Meter auszubauen. Für 2019 strebt das Unternehmen ein Umsatzwachstum von 22 Prozent an (2018: 189 Millionen US$).

Das Unternehmen Migiboy Tekstil (http://www.migiboy.com) will für 100 Millionen TL ein viertes Werk errichten, in dem bisher importierte Textilrohstoffe produziert werden sollen. Die Firma verfolgt das Ziel, ihren Umsatz von rund 300 Millionen TL (2018) in den kommenden fünf Jahren zu verdreifachen.

Filialnetz türkischer Unternehmen im Ausland wächst
Zum Exporterfolg trägt auch die zunehmende Internationalisierung des Bekleidungsgeschäftes bei. Türkische Textilhandelsunternehmen haben in den letzten Jahren mehr als 2.000 Filialen im Ausland eröffnet. Allein das Unternehmen Koton wächst jährlich um 30 Prozent. Im Jahr 2017 bestellte die Firma für sein Auslandsgeschäft Waren im Wert von 1,8 Milliarden TL aus der Türkei. In absehbarer Zeit will Koton seinen Beschaffungsanteil aus der Türkei von derzeit 85 Prozent auf 90 Prozent steigern. Koton besitzt in 29 Ländern 516 Filialen und beschäftigt etwa 10.500 Mitarbeiter.

Der Präsident des Verbandes der Bekleidungsindustrie TGSD, Hadi Karasu, sieht vor allem auf dem deutschen Absatzmarkt ein bisher noch nicht voll ausgeschöpftes Potenzial. Bislang geht knapp ein Fünftel der türkischen Bekleidungsexporte nach Deutschland. Karasu hält einen Anteil von 25 Prozent für möglich.

Im Jahr 2018 steigerte die Bekleidungsindustrie ihre Exporte um 3,6 Prozent auf 17,6 Milliarden US$. Für 2019 erwartet der Verband TGSD einen Anstieg um 10 Prozent. Die Produktion soll um 3 bis 4 Prozent zunehmen.

Weitere Informationen zu Wirtschaftslage, Branchen, Geschäftspraxis, Recht, Zoll und Ausschreibungen in der Türkei sind unter http://www.gtai.de/tuerkei abrufbar.

 

Messe München Eingang (c) Messe München
01.01.2019

DIE BAU PRÄSENTIERT ZUM FÜNFTEN MAL DIE „LANGE NACHT DER ARCHITEKTUR“

  • MÜNCHNER BAUWERKE IM NÄCHTLICHEN FLAIR

Die Lange Nacht der Architektur (LNDA) feiert Jubiläum. Bereits zum fünften Mal führt die Veranstaltung im Rahmen der Weltleitmesse BAU am Freitag, den 18. Januar 2019, zu den schönsten und bedeutendsten Bauwerken Münchens.

In diesem Jahr nehmen insgesamt über 50 Gebäude teil, darunter auch einige Neuheiten.

  • MÜNCHNER BAUWERKE IM NÄCHTLICHEN FLAIR

Die Lange Nacht der Architektur (LNDA) feiert Jubiläum. Bereits zum fünften Mal führt die Veranstaltung im Rahmen der Weltleitmesse BAU am Freitag, den 18. Januar 2019, zu den schönsten und bedeutendsten Bauwerken Münchens.

In diesem Jahr nehmen insgesamt über 50 Gebäude teil, darunter auch einige Neuheiten.

Seit ihren Anfängen im Jahr 2011 schreibt die LNDA eine Erfolgsgeschichte. Im Jahr 2017 nahmen über 30.000 begeisterte Besucher an den nächtlichen Führungen teil, für die kommende Veranstaltung werden bis zu 35.000 Teilnehmer erwartet. Am Freitag, den 18. Januar, haben Aussteller, Messebesucher und alle Architekturbegeisterten die Möglichkeit, von 19:00 bis 24:00 Uhr hinter die Kulissen namhafter Gebäude zu blicken.
 
Das Ziel der LNDA ist es, das Thema der Fachmesse BAU, die Architektur, auch der Öffentlichkeit näher zu bringen. „Architektur ist die gebaute Umwelt, in der wir uns alle täglich bewegen. Deshalb freut es mich, dass die BAU über die Lange Nacht der Architektur auch alle Architekturinteressierten in München und Umgebung erreicht“, so Dr. Reinhard Pfeiffer, stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe München.

50 Gebäude auf sieben Routen

Wie in den vergangenen Jahren werden für alle Besucher wieder kostenfreie Busshuttles zur Verfügung gestellt. Die sieben verschiedenen Bus-Routen starten direkt am Odeonsplatz, es ist aber auch möglich, an den jeweiligen Haltestellen zu- und auszusteigen. Darüber hinaus gibt es Fußtou-ren durch die Münchner Innenstadt, wahlweise mit und ohne Führung. Alle Interessenten können ihren nächtlichen Streifzug aber auch ganz individuell mithilfe einer interaktiven Karte auf der Webseite zusammenstellen und planen.
 
Thementouren für Aussteller und Messebesucher

Aussteller und Messebesucher haben zusätzlich die Wahl zwischen sieben speziellen Thementou-ren. Sie können sich beispielsweise Gebäude ansehen, die durch neue Bürokonzepte glänzen oder solche, die mit Zertifikaten für ihre Nachhaltigkeit ausgezeichnet worden sind. Auch Beispiele für digitale Prozesse in der Architektur werden gezeigt. Die meisten Thementouren haben einen Bezug zu den Leitthemen der BAU. Da die Plätze limitiert sind, ist eine Online-Registrierung vorab zwin-gend notwendig.

München aus verschiedenen Perspektiven

Die insgesamt über 50 Gebäude halten für alle Interessen und Vorlieben der Besucher etwas be-reit. Erstmalig mit dabei sind unter anderem die Stadtbibliothek Monacensia, das Steelcase Innova-tion Center sowie das Siemens Headquarter. Der nächtliche Streifzug durch die Münchner Architekturwelt führt unter anderem zu berühmten Wahrzeichen wie dem Olympiaturm. Als höchstes Bauwerk der Stadt bietet dieser einen unvergleichlichen Blick über das nächtliche München. Der gleichnamige Olympiapark ist mit dem größten Zeltdach der Welt selbst bei winterlichen Temperaturen einen Besuch wert. Nur wenige Kilometer entfernt, befindet sich eines der modernsten Bürogebäude Europas: Die Deutschlandzentrale von Microsoft gibt einen Einblick in das Arbeiten der Zukunft. Der fortschreitende Wandel der Arbeitswelt und die zunehmende Verbindung von Woh-nen und Arbeiten ist eines der vier Leitthemen der BAU 2019.
 
Ein weiteres kulturelles Highlight befindet sich direkt an der Flaniermeile, der Maximilianstraße. Das Palais an der Oper wurde bis 2012 umgebaut und vereint nun historische Bausubstanz mit eleganten Neubauflächen. Detaillierte Beschreibungen der teilnehmenden Gebäude finden sich ebenfalls unter www.lange-nacht-der-architektur.de.

Foto: Pixabay
17.12.2018

DER PREISKAMPF AUF POLENS BEKLEIDUNGSMARKT WIRD SCHÄRFER

  • Onlineverkäufe legen zu

Warschau (GTAI) - In Polen fusionieren immer mehr Bekleidungs- und Schuhfirmen. Zwar wächst die Nachfrage, doch der Preisdruck steigt. Die Kunden schätzen die Qualität deutscher Markenprodukte.
Die Verkaufserlöse von Bekleidung und Schuhen steigen in Polen kontinuierlich. Allerdings wird der Preiskampf zunehmend härter: Off-Price-Geschäfte, die Markenwaren zu günstigen Preisen anbieten, der Onlinehandel und Outlet-Zentren setzen den Einzelhandel unter Druck und lassen die Durchschnittsrendite sinken.
Einen zusätzlichen Schub erhält die Nachfrage zum Jahresende, denn Bekleidung und Schuhe sind beliebte Weihnachtsgeschenke. Laut einer Umfrage des Beratungsunternehmens Deloitte wollen polnische Familien anlässlich des Festes 2018 durchschnittlich 271 Euro ausgeben und somit 6 Prozent mehr als 2017. Deutsche Markenprodukte werden aufgrund ihrer Qualität geschätzt.

  • Onlineverkäufe legen zu

Warschau (GTAI) - In Polen fusionieren immer mehr Bekleidungs- und Schuhfirmen. Zwar wächst die Nachfrage, doch der Preisdruck steigt. Die Kunden schätzen die Qualität deutscher Markenprodukte.
Die Verkaufserlöse von Bekleidung und Schuhen steigen in Polen kontinuierlich. Allerdings wird der Preiskampf zunehmend härter: Off-Price-Geschäfte, die Markenwaren zu günstigen Preisen anbieten, der Onlinehandel und Outlet-Zentren setzen den Einzelhandel unter Druck und lassen die Durchschnittsrendite sinken.
Einen zusätzlichen Schub erhält die Nachfrage zum Jahresende, denn Bekleidung und Schuhe sind beliebte Weihnachtsgeschenke. Laut einer Umfrage des Beratungsunternehmens Deloitte wollen polnische Familien anlässlich des Festes 2018 durchschnittlich 271 Euro ausgeben und somit 6 Prozent mehr als 2017. Deutsche Markenprodukte werden aufgrund ihrer Qualität geschätzt.

Verkäufe von Bekleidung und Schuhen in Polen (in Mrd. Euro)
2013 2014 2015 2016 2017
6,9 7,4 7,7 7,8 8,4

Quelle: Euromonitor International

Die US-amerikanische Kette TK Maxx betreibt in Polen bereits 43 Off-Price-Geschäfte. Das Sortiment umfasst verschiedene Waren - von Haushaltsbedarf bis hin zu Bekleidung -, die stark herabgesetzt sind. Neinver aus Spanien betreibt zurzeit vier Outlet-Zentren unter dem Namen "Factory" in Polen. Davon befinden sich zwei in Warschau und je eines in Krakow (Krakau) und Poznan (Posen).
Neinver plant, zukünftig in Warschau den Handelspark Futura Ursus kommerziell nutzen. Insgesamt gibt es ein gutes Dutzend Outlet-Zentren in Polen. An der Stelle des Einkaufszentrums Galeria Rumia in der gleichnamigen Stadt nordwestlich von Gdynia (Gdingen) ist das Zentrum Pomerania Outlet geplant, das Ende 2019 mit 80 Geschäften eröffnen wird.
Der deutsche Onlinehändler Zalando ist mit seinem Shopping Club für Sonderangebote, Zalando Lounge, in Polen präsent. Vor allem um mit diesem Konzept in Europa weiter zu expandieren, richtete er ein Logistikzentrum in Olsztynek (Hohenstein) ein. Preisgünstige Bekleidung bieten auch Discounter-Ketten wie Biedronka und Lidl an.

Branche konsolidiert sich
Der wachsende Konkurrenz- und Preisdruck führt zu einer weiteren Konsolidierung unter den inländischen Branchenfirmen. Verschiedene Zusammenschlüsse zeichnen sich ab. Die Vistula Group wird noch 2018 ihren Konkurrenten, den Herrenausstatter Bytom, übernehmen. Die Kartellbehörde UOKiK stimmte der Fusion bereits zu. Ab 2020 erwartet die Gruppe dadurch Mehreinnahmen von etwa 1,9 Millionen bis 2,3 Millionen Euro jährlich.
Die Übernahme der Bekleidungsgesellschaft Simple Creative Products S.A. (Gruppe Gino Rossi aus Slupsk) mit ihrer Marke Simple für gehobene Damenbekleidung durch Monnari Trade S.A. platzte dagegen im November 2018. Simple ist mit 63 Verkaufssalons und Monnari mit 163 Geschäften in Polen vertreten.
Zu der auf Sportbekleidung spezialisierten Firma OTCF gehört die Sportmarke 4F mit über 200 Geschäften in Polen. OTCF ist daneben im Ausland stark präsent. Gino Rossi hat insgesamt rund 90 Schuhsalons in Polen, Litauen, Lettland, der Tschechischen Republik sowie in der Slowakei.

Marktführer LPP expandiert
Die größte Bekleidungsfirma, LPP aus Gdansk (Danzig), expandiert weiter. Sie eröffnete im September 2018 ihr 20. Geschäft mit dem Namen ihrer größten Marke Reserved in Deutschland. Die Geschäfte von LPP befinden sich in den Hauptstädten der Bundesländer und anderen Handelsmetropolen. Das neueste Geschäft richtete LPP in der Frankfurter Einkaufsmeile Zeil ein. Laut ihrem Stellvertretenden Vorsitzenden, Slawomir Loboda, erwirtschaftete LPP mit Reserved im 2. Quartal 2018 höhere Einnahmen im Ausland als im Inland.
LPP will nicht nur in Westeuropa weitere Geschäfte eröffnen, sondern strebt auch auf andere Märkte. Im November 2018 folgten erste Verkaufssalons der LPP-Marken Reserved, House, Mohito und Sinsay in Almaty in Kasachstan. Diese Marken sind in Deutschland Deutschland über den Onlinehandel zu erwerben. Der deutsche Markt ist für LPP gemessen am Umsatz der fünftgrößte Auslandsmarkt.

Einnahmen der größten Bekleidungs- und Schuhfirmen im 1. Halbjahr 2018 (in Mio. Euro, Veränderung zum 1. Halbjahr 2017 auf Zloty-Basis in %)
Name der Firma Einnahmen Veränderungen
LPP 844,3 18,0
CCC (Schuhe) 471,0 9,6
Vistula Group 82,4 14,8
Redan 63,5 -1,0
TXM 38,4 0
Monnari 24,9 -5,9
Wojas (Schuhe) 24,4 -3,1
Bytom 22,1 12,3
Gino Rossi (Schuhe) 1) 20,5 -8,4
CDRL (Coccodrillo-Kette für Kinderbekleidung) 2) 15,6 3,0

1) ohne Simple; 2) in Polen
Quelle: Firmenangaben gemäß Tageszeitung Rzeczpospolita

CCC setzt nicht nur auf das Onlinesegment
Das größte Schuhunternehmen des Landes, die Gruppe CCC, die ebenfalls stark ins Ausland - darunter nach Deutschland - expandiert, erzielte im 1. Halbjahr 2018 bereits ein Fünftel (19,8 Prozent) seines Umsatzes mit dem Onlinehandel. Der Onlineverkauf ist sehr erfolgreich: In den ersten drei Quartalen 2018 stiegen die Einnahmen auf Zloty-Basis um 59 Prozent gegenüber Januar bis September 2017 auf 150,3 Millionen Euro.

Wichtige Plattform für den CCC-Onlinehandel ist eObuwie.pl, an der CCC zu 75 Prozent beteiligt ist. Es gibt Pläne, eObuwie.pl an die Warschauer Börse zu bringen. Mit den Erlösen will eObuwie.pl expandieren und die Logistik ausbauen. An seinem Standort in Zielona Gora (Grünberg) errichtet eObuwie.pl ein modernes, automatisiertes Warenlager.

Online-Schuhhandel setzt auf 3D-Modelle der Füße
Um mehr Polen zum Onlinekauf von Schuhen zu motivieren, will die Plattform laut dem Vorsitzenden von eObuwie.pl, Marcin Grzymkowski, der 25 Prozent der Anteile daran hält, den Scanner esize.me einsetzen. Dieser scannt Füße und erstellt davon genaue 3D-Modelle. Anhand derer werden virtuell Schuhe ausgewählt, die eine möglichst optimale Passform garantieren. Es ist vorgesehen, solche Scanner an rund 40 Stellen in Einkaufszentren zu platzieren. Bislang kaufen laut Schätzungen von eObuwie.pl erst 10 Prozent der Polen Schuhe online ein, wie die Tageszeitung Rzeczpospolita berichtet. Im Frühjahr 2019 plant eObuwie.pl die Gründung eines E-Geschäftes für hochwertige Bekleidung.

CCC bestellte schon zuvor bei Gino Rossi Schuhe, um sie über eObuwie.pl zu vertreiben. Nun will die Gruppe diese Artikel auch in stationären Geschäften im In- und Ausland anbieten. Daher beabsichtigt CCC, 2019 rund 120.000 Paar Schuhe von Gino Rossi zu erwerben und 2020 circa 180.000 Paar. Schließlich sollen sich die Bestellungen auf etwa 500.000 Paar jährlich erhöhen. Gino Rossi hat Fabriken in Slupsk und Elblag (Elbing).

CCC erwirbt auch die Lizenz zur Nutzung des Markennamens Gino Rossi und zur Erteilung von Unterlizenzen dafür. Die Gruppe darf selbst eigene Schuhmodelle unter diesem Markennamen entwerfen. Spezielle Kollektionen sollen in rund 200 ausgewählten stationären Geschäften von CCC unter anderem in Polen und der Tschechischen Republik verkauft werden. Durch die Vereinbarung mit CCC plant Gino Rossi 2019 zusätzlich 3,5 Millionen bis 4,2 Millionen Euro einzunehmen und 2020 bereits 8,4 Millionen bis 9,3 Millionen Euro.

 

 

Weitere Informationen:
GTAI Polen
Quelle:

Beatrice Repetzki, Germany Trade & Invest www.gtai.de

Foto: PIXABAY
11.12.2018

ASERBAIDSCHANS TEXTIL- UND SEIDENPRODUKTION STEHT VOR EINEM NEUSTART

  • Gewerbepark im Aufbau

Baku (GTAI) - Die aserbaidschanische Textil- und Seidenindustrie soll nach einem dramatischen Einbruch wieder eine Zukunft haben. Mehrere Initiativen verhelfen der Traditionsbranche zu einem Neubeginn.

Aserbaidschan möchte seine einst starke Textil-, Seiden- und Bekleidungsindustrie wiederbeleben. Im Jahr 1990 hatte der Sektor noch einen Anteil an der Industrieproduktion von knapp 18 Prozent - 2017 waren es gerade einmal 0,5 Prozent. Das künftige Investitionsgeschehen wird durch mehrere Initiativen bestimmt. Das sind die Umsetzung von Programmen für die Produktion und Verarbeitung von Baumwolle und Seidenkokons für Halb- und Fertigwaren, der Aufbau eines Gewerbeparks für die Leichtindustrie in Mingatschewir und die Errichtung von Filialen der Gesellschaft für handgewebte Teppiche Azerkhalcha.

  • Gewerbepark im Aufbau

Baku (GTAI) - Die aserbaidschanische Textil- und Seidenindustrie soll nach einem dramatischen Einbruch wieder eine Zukunft haben. Mehrere Initiativen verhelfen der Traditionsbranche zu einem Neubeginn.

Aserbaidschan möchte seine einst starke Textil-, Seiden- und Bekleidungsindustrie wiederbeleben. Im Jahr 1990 hatte der Sektor noch einen Anteil an der Industrieproduktion von knapp 18 Prozent - 2017 waren es gerade einmal 0,5 Prozent. Das künftige Investitionsgeschehen wird durch mehrere Initiativen bestimmt. Das sind die Umsetzung von Programmen für die Produktion und Verarbeitung von Baumwolle und Seidenkokons für Halb- und Fertigwaren, der Aufbau eines Gewerbeparks für die Leichtindustrie in Mingatschewir und die Errichtung von Filialen der Gesellschaft für handgewebte Teppiche Azerkhalcha.

Neue Projekte stehen in der Baumwollverarbeitung an
Anfang der 80er-Jahre hatte der Baumwollanbau im Land mit einer jährlichen Ernte von mehr als 1 Million Tonnen Rohbaumwolle Hochkonjunktur. Der Zusammenbruch der Sowjetunion, die Transformationskrise in den 90er-Jahren und eine generelle Vernachlässigung brachten die Branche fast zum Erliegen. Im Jahr 2015 erreichte die Ernte mit 35.000 Tonnen Rohbaumwolle ein historisches Tief.

Doch die Trendwende ist eingeleitet. Im Jahr 2017 wurden 207.000 Tonnen Rohbaumwolle geerntet (Prognose für 2018: 250.000 bis 260.000 Tonnen). Ein Wermutstropfen ist der geringe durchschnittliche Ernteertrag von 1,52 Tonnen pro Hektar (2017). Die Regierung kündigte eine verstärkte Förderung der Bodenbewässerung und technischen Ausstattung der Produzenten an. Bis 2022 soll die Ernte auf 500.000 Tonnen pro Jahr steigen.

Das am 13. Juli 2017 verabschiedete "Staatliche Programm für die Entwicklung des Baumwollanbaus im Zeitraum 2017 bis 2022" ist Richtschnur für die weitere Entwicklung. Projekte für die Erneuerung bestehender und den Bau neuer Fabriken für die Baumwollentkernung sowie die Verarbeitung von Baumwollfasern zu Garnen, Stoffen und Fertigerzeugnissen sind geplant. Mitte 2018 gab es im Land acht Spinnereien mit einer jährlichen Gesamtkapazität von 44.600 Tonnen Garn. Zu den Garnherstellern in Usbekistan zählen vor allem die Unternehmen Mingatschewir Textil, MKT Istehsalat Kommersiya, ASK Textil Sumgait und Azeripek (bekannter als Ipek Scheki).

Seidenindustrie wird ausgebaut
In die fast brachliegende Seidenindustrie kommt seit 2016 wieder Bewegung. Am 27. November 2017 wurde das "Staatliche Programm für die Einwicklung der Seidenraupenzucht und die Verarbeitung von Kokons der Maulbeerseidenspinner im Zeitraum 2017 bis 2025" verabschiedet. In dem Programm sind die Vorhaben zur Wiederbelebung der Branche definiert. Das jährliche Aufkommen an Kokons soll bis 2025 auf 6.000 Tonnen steigen und somit eine jährliche Herstellung von bis zu 600 Tonnen Rohseide gewährleisten. Im Jahr 2017 wurden 244 Tonnen Kokons produziert nach 71 Tonnen im Jahr 2016 (Prognosen für 2018 und 2019: etwa 500 und 1.000 Tonnen).

Die Modernisierung des Seidenkombinates Azeripek in Scheki steht ganz oben auf der Projektliste. Ansprechpartner ist die staatliche Industrievereinigung Aserbaidschans, der Azeripek und andere Betriebe unterstehen (http://www.ask.gov.az). Der Bau einer neuen Seidenspinnerei mit einer jährlichen Kapazität von 3.000 Tonnen Garn ist geplant.

Das 1931 errichtete und später erweiterte Seidenkombinat in Scheki war in den 70er- und 80er-Jahren mit etwa 7.000 fest angestellten Mitarbeitern das Flaggschiff der Seidenindustrie in der Sowjetunion. Es produzierte jährlich bis zu 400 Tonnen Rohseide und belieferte über 100 Fabriken mit Seidengarn und -zwirn. Eine ineffiziente Privatisierung, Finanzprobleme, Rohstoffmangel und Absatzschwierigkeiten führten immer wieder zu Produktionseinstellungen. Die heutigen Kapazitäten erlauben nur noch eine jährliche Produktion von bis zu 135 Tonnen Rohseide. Infolge technischer Probleme kann die Fabrik keine Fertigstoffe mehr herstellen.

Industriepark für Leichtindustrie im Aufbau
In dem 2016 gegründeten Industriepark für Leichtindustrie in Mingatschewir sollen neun Fabriken für die Herstellung von Textil- und Bekleidungserzeugnissen (Baumwoll-, Acryl- und Wollgarn, Strumpfwaren und Bekleidung) sowie anderen Erzeugnisse der Leichtindustrie (Lederschuhe und Kosmetik) errichtet werden. Der Bau weiterer Produktionsstätten ist geplant. Die Gesellschaft Textil Mingatschewir nahm im Februar 2018 die ersten zwei Fabriken im Gewerbepark in Betrieb. Sie will jährlich bis zu 20.000 Tonnen Baumwoll- und Mischgarn produzieren. Die Investitionen betrugen 46 Millionen US-Dollar (US$).

Azerkhalcha erweckt traditionelle Teppichkunst zu neuem Leben
Die Gesellschaft für die Herstellung handgewebter Teppiche Azerkhalcha hat ein ehrgeiziges Ziel: Bis 2020 sollen 30 regionale Teppichwebereien errichtet werden. Bis Ende 2017 wurden bereits zehn Filialen eröffnet. In den Jahren 2018 und 2019 kommen weitere 20 hinzu. Azerkhalcha wurde 2016 auf Initiative der Regierung gegründet. Der Staat investiert in den Jahren 2018 und 2019 rund 22 Millionen US$ in die Errichtung neuer Filialen und den Bau einer Fabrik für die Aufbereitung von Wolle.

Ab 2020 werden etwa 5.000 Beschäftigte handgewebte Teppiche unter dem Label Azerbaijan Carpet (aserbaidschanischer Teppich) für das In- und Ausland herstellen. Die Ausbaupläne für die Herstellung von handgewebten Teppichen ergeben sich aus den 2018 verabschiedeten staatlichen Programmen für die Entwicklung der Teppichkunst in Aserbaidschan und in der Autonomen Republik Nachitschewan für die Jahre 2018 bis 2022.

Aserbaidschan bietet als Produktionsstandort Chancen
Aserbaidschan kann als Produktionsstandort sowohl für die Textil- und Seidenindustrie als auch für die Bekleidungsindustrie mit einigen Vorzügen punkten. Hierzu zählen ausreichend verfügbare und schnell einzuarbeitende Arbeitskräfte, geringe Lohnkosten, steuerliche und andere Präferenzen in Gewerbegebieten sowie gute Bedingungen für den Warenabsatz.

Gute Absatzmöglichkeiten ergeben sich aus den Freihandelsabkommen mit den Ländern der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten und den Exportchancen in die Türkei. Beim Export in diese Länder müssen keine Importzölle gezahlt werden. Davon können Bekleidungshersteller aus EU-Ländern mit Exportabsichten in die genannten Länder profitieren. Mehrere Unternehmen vor allem aus dem Baltikum sondieren derzeit ihre Chancen für einen Markteintritt.

Der Fachverband der Textilbranche Aserbaidschans sieht bei den Rahmenbedingungen für die einheimischen Bekleidungshersteller noch Handlungsbedarf bei der Regierung. So sollte die Zollbelastung für den Import von Verbrauchsmaterialien, wie von Klebstoffen, Knöpfen und Druckknöpfen sowie Reißverschlüssen, deutlich gesenkt werden.

Zu den führenden Herstellern von Bekleidung und anderen Fertigwaren der Textilverarbeitung zählen die Unternehmen Textilfabrik Baku (Baki Tekstil Fabriki), Accord Textil (Agstafa, Teil der Accord Industrial Holding), Alyans Tekstil (Sumqayit), die Bekleidungsfabrik im Gilan-Textilpark (Sumqayit), und Debet Uniform (Baku). Die Fabriken produzieren hauptsächlich Berufs- und Oberbekleidung.

 

Weitere Informationen:
GTAI Aserbaidschan Teppich
Quelle:

Uwe Stohbach, Germany Trade & Invest

www.gtai.de

04.12.2018

BEKLEIDUNGSINDUSTRIE IN KAMBODSCHA MIT UNSICHEREN AUSSICHTEN

  • Exporte steigen im wichtigsten Industriesektor des Landes.

Phnom Penh (GTAI) - Kambodschas Bekleidungsexporte wachsen kontinuierlich. Zwei Faktoren trüben jedoch die Zukunftsaussichten.

Kambodschas Bekleidungsindustrie ist das Rückgrat der exportorientierten Wirtschaft des Königreichs. Die Branchenausfuhren machen rund 40 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) aus. Mehr als 800.000 Kambodschaner sind in über 800 Betrieben beschäftigt. Das sind mehr als 85 Prozent aller Fabrikarbeiter des Landes.

Die Bekleidungs- und Schuhexporte erreichten im Jahr 2017 einen Wert von 8,0 Milliarden $, so die Angaben der kambodschanischen Zollbehörde. Das entsprach gegenüber 2016 einer Steigerung von 9,6 Prozent. Bereits in den Vorjahren wurden stolze Wachstumsraten zwischen 7 und fast 15 Prozent erreicht. Schätzungen der GTAI auf Basis der Einfuhren der Partnerländer gehen von einem noch höheren Exportvolumen von circa 12 Milliarden $ aus.

  • Exporte steigen im wichtigsten Industriesektor des Landes.

Phnom Penh (GTAI) - Kambodschas Bekleidungsexporte wachsen kontinuierlich. Zwei Faktoren trüben jedoch die Zukunftsaussichten.

Kambodschas Bekleidungsindustrie ist das Rückgrat der exportorientierten Wirtschaft des Königreichs. Die Branchenausfuhren machen rund 40 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) aus. Mehr als 800.000 Kambodschaner sind in über 800 Betrieben beschäftigt. Das sind mehr als 85 Prozent aller Fabrikarbeiter des Landes.

Die Bekleidungs- und Schuhexporte erreichten im Jahr 2017 einen Wert von 8,0 Milliarden $, so die Angaben der kambodschanischen Zollbehörde. Das entsprach gegenüber 2016 einer Steigerung von 9,6 Prozent. Bereits in den Vorjahren wurden stolze Wachstumsraten zwischen 7 und fast 15 Prozent erreicht. Schätzungen der GTAI auf Basis der Einfuhren der Partnerländer gehen von einem noch höheren Exportvolumen von circa 12 Milliarden $ aus.

Mehr als 70 Prozent der gesamten Güterausfuhren des Landes kommen regelmäßig aus dem Sektor. Schuhe standen 2017 für Exporte von 873 Millionen $ (+14,4 Prozent). Das Auslandsgeschäft mit Schuhen läuft seit einigen Jahren besser und konnte seinen Branchenanteil bei den Exporten auf über 10 Prozent erhöhen. Mit einem gegenüber dem Vorjahr unveränderten Anteil von 46 Prozent spielte die EU auch 2017 die gewichtige Hauptrolle bei den Abnehmern, gefolgt von den USA mit 24 Prozent.

Die Wertschöpfung des Sektors ist niedrig und der Weg zu einer integrierten Textilindustrie in Kambodscha noch weit. In Form eines CMT-Modells ("Cut Make Trim") kommen Maschinen, Rohmaterialien sowie das Design aus dem Ausland. Stoffe, Garne und Kurzwaren müssen importiert werden, um die lokale Bekleidungsindustrie "auf dem Laufsteg" zu halten. Im Jahr 2016 kamen laut Comtrade-Datenbank der Vereinten Nationen Textilien im Wert von 4,1 Milliarden $ zur Weiterverarbeitung ins Land - etwa 60 Prozent davon aus China. Die Textilimporte stiegen in den letzten Jahren jeweils proportional zu den Bekleidungsexporten.

Die Bekleidungsindustrie wird dominiert von ausländischen Unternehmen, zum Großteil aus der asiatischen Nachbarschaft China, Hongkong (SVR), Singapur, Malaysia oder Südkorea. Viele Hersteller leisten Auftragsfertigung für multinationale Marken wie Adidas, Puma, Gap, H&M, Marks & Spencer oder Uniqlo. Im Prinzip ist die komplette Auftragsfertigung für den Export vorgesehen.

Steigende Löhne schüren Konkurrenzangst
Nach Jahren des Wachstums blickt der Sektor allerdings sorgenvoll in die Zukunft. Vor allem durch die steigenden Lohnkosten läuft das Land zunehmend in Gefahr, Marktanteile an die Konkurrenz - beispielsweise in Myanmar, Vietnam oder Bangladesch - zu verlieren. Im Januar 2018 wurde der monatliche Mindestlohn für Arbeiter auf 170 US$ angehoben, von zuvor 153 $. Im Vergleich zu 2013, als ein Minimum von 80 $ gesetzlich vorgeschrieben war, hat sich somit mittlerweile mehr als eine Verdoppelung ergeben.

Jährlich standen regelmäßig Erhöhungen um die 10-Prozentmarke auf der Tagesordnung. Arbeiter, die den vollen Monat im Einsatz waren, kamen laut "Cambodia Garment and Footwear Sector Bulletin" der International Labour Organization (ILO) inklusive Überstundenzahlungen und Incentives 2017 auf einen Durchschnittslohn von knapp 243 $. Im Vorjahr waren es 225 $.

Niedriglöhne waren in der Vergangenheit hauptsächlich für die Attraktivität sowie die Wettbewerbsfähigkeit der kambodschanischen Industrie verantwortlich. Dieser Vorteil bröckelt Jahr für Jahr durch die Anhebung der Mindestlöhne. Ein Ende dieser politisch motivierten Entwicklung ist nicht in Sicht. Die Regierung kann sich bezugnehmend auf die Empfehlung von Experten vorstellen, dass die Mindestlöhne bis 2023 auf monatlich 250 $ angehoben werden.

Hält die Entwicklung an, dürften Unternehmen abwandern und nicht allzu viele neue Investoren ihre Zelte in Kambodscha aufschlagen, warnen Kritiker. Im Jahr 2017 investierten Branchenunternehmen knapp 270 Millionen $, die auf 55 Vorhaben entfielen. Dies entsprach einem Anteil von 5 Prozent der gesamten Kapitalanlagen des Königreichs. Im Jahr zuvor hatte dieser Anteil noch bei 9 Prozent gelegen.
Branchenvertreter beklagen, dass die Kosten schneller wachsen als die Produktivität. Eine Automatisierung der Produktionsabläufe werde immer dringlicher, um in Sachen Produktivität mithalten zu können. Allerdings seien sowohl der Mangel an Facharbeitern als auch eine verbesserungswürdige Infrastruktur gravierende Engpassfaktoren. Es gibt auch Kritiker, die generell einer möglichen Automatisierung in dem Sektor pessimistisch gegenüberstehen. Kambodscha könne nur durch Lohnkostenvorteilen punkten. Automatisierte Massenfertigung sei Ländern vorbehalten, die über eine zuverlässige und kostengünstige Stromversorgung verfügen und näher an den Absatzmärkten liegen.

Bleiben die Handelswege in die EU frei?
Noch besorgniserregender wäre die Aufkündigung des Präferenzhandelssystem EBA ("Everything But Arms") durch die EU. Schließlich steht die Zollbefreiung kambodschanischer Bekleidung auf dem wichtigsten Absatzmarkt auf dem Spiel. Ein Wegfall dürfte eine Abwanderungswelle der Bekleidungsindustrie auslösen. Nicht wenige Unternehmen haben allein die EBA-Initiative zum Anlass genommen, sich im Königreich niederzulassen.

Außerdem schweift der Blick über die Grenze nach Vietnam. Die dortigen Hersteller könnten bald von einem Freihandelsabkommen mit der EU profitieren. Auch am asiatisch-pazifischen Freihandelsabkommen CPTPP (Comprehensive and Progressive Agreement for Trans Pacific Partnership) ist Vietnam beteiligt, während Kambodscha außen vor bleibt. Falls die Handelsvereinbarungen unverändert bleiben, kommt Kambodscha vielleicht mit einem blauen Auge davon. Allerdings sollten die anderen Faktoren nicht außer Acht gelassen werden. Auch Transport- und allgemein Exportkosten gelten gegenüber Vietnam oder China als vergleichsweise hoch.

Derzeit profitieren kambodschanische Exportunternehmen von dem Handelsstreit zwischen den USA und China. Der Halbjahresbericht der National Bank of Cambodia (NBC) stützt diese Vermutung. Demnach stiegen in den ersten sechs Monaten 2018 die Bekleidungs- und Schuhexporte um 11 Prozent gegenüber der entsprechenden Vorjahresperiode, um ein Volumen von 4 Milliarden $ zu erreichen. Seit Juli 2016 können Bekleidung, Schuhe sowie "Travel Goods" (Koffer, Taschen etc.) zollfrei in die USA geliefert werden. Laut Garment Manufacturers Association of Cambodia (GMAC) erreichten die Lieferungen von Travel Goods in die USA im 1. Halbjahr 2018 rund 160 Millionen $ - das Dreifache der bisherigen jährlichen Ausfuhren.

Kambodschas Textilmaschinenimporte beliefen sich laut Comtrade-Datenbank der UN 2017 auf 127,3 Millionen $ (SITC 724). Das waren 11,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Etwa 60 Prozent der Kapitalgüter kamen aus China; die Restlieferungen sind relativ gleichmäßig auf andere asiatische Länder verteilt. Deutsche Lieferungen tauchen in der Statistik nur sehr spärlich auf. Gebrauchtmaschinen aus dem Ausland gelten eher als begehrt, werden jedoch statistisch nicht erfasst.

Weitere Informationen:
Kambodscha Asien GTAI
Quelle:

Michael Sauermost, Germany Trade & Invest www.gtai.de

27.11.2018

ÄGYPTENS TEXTIL- UND BEKLEIDUNGSSEKTOR VOR MODERNISIERUNG

  • Staatsunternehmen erhalten bessere Ausrüstung

Kairo (GTAI) - Die ägyptische Regierung plant Modernisierungen im Textilsektor und Privatunternehmen investieren in neue Standorte. Erwartet werden steigende Maschinenimporte und Bekleidungsausfuhren.

In der ägyptischen Textil- und Bekleidungsindustrie stehen die Zeichen auf Expansion und Modernisierung. Lokale Medien berichteten über eine Reihe von privaten und staatlichen Investitionsvorhaben. Laut der Zeitung Al Gomhouria plant ein chinesischer Produzent in der Wirtschaftszone am Suezkanal die weltgrößte Textilfabrik für 6 Milliarden US$. Die chinesischen Unternehmen TIDA und Shoon Dong Roy wollen für 800 Millionen US$ eine Bekleidungsfabrik errichten. Sino-Egypt Minkai plant für rund 750 Millionen US$ einen Textilindustriekomplex zu errichten.

  • Staatsunternehmen erhalten bessere Ausrüstung

Kairo (GTAI) - Die ägyptische Regierung plant Modernisierungen im Textilsektor und Privatunternehmen investieren in neue Standorte. Erwartet werden steigende Maschinenimporte und Bekleidungsausfuhren.

In der ägyptischen Textil- und Bekleidungsindustrie stehen die Zeichen auf Expansion und Modernisierung. Lokale Medien berichteten über eine Reihe von privaten und staatlichen Investitionsvorhaben. Laut der Zeitung Al Gomhouria plant ein chinesischer Produzent in der Wirtschaftszone am Suezkanal die weltgrößte Textilfabrik für 6 Milliarden US$. Die chinesischen Unternehmen TIDA und Shoon Dong Roy wollen für 800 Millionen US$ eine Bekleidungsfabrik errichten. Sino-Egypt Minkai plant für rund 750 Millionen US$ einen Textilindustriekomplex zu errichten.

Auch der ägyptische Staat will die Textil- und Bekleidungsproduktion stärken. Im November 2018 verhandelte der Minister für Staatsunternehmen Hisham Tawfiq mit Werner International aus den USA über eine umfangreiche Restrukturierung der Cotton & Textile Holding Company. Laut Presseberichten sollen die Grundstücke von 14 der 25 Baumwollentkörnungsanlagen verkauft werden. Den Wert taxiert das Ministerium auf 1,5 Milliarden US$. Diese Mittel sind für die Reparatur von Maschinen und den Import neuer Ausrüstung für die elf verbleibenden Unternehmen vorgesehen.

In Minya wird ebenfalls auf staatliche Initiative hin eine Freizone für die Textilproduktion entstehen. Diese Branchenzone soll auf einem Gebiet von 2,2 Millionen Quadratmetern errichtet werden: Die General Authority for Free Zones and Investment will das Vorhaben noch vor Ende 2018 auf den Weg bringen.

Im Herbst 2018 unterzeichneten die Cotton & Textiles Industries Holding Company und Marubeni aus Japan eine Absichtserklärung. Diese bezieht sich auf den Bau einer neuen Textilfabrik in Kafr El Sheikh. Ein vergünstigter Kredit der Japan Bank for International Cooperation sichert die Finanzierung des Projekts.

Importbedarf bei Textil- und Bekleidungsmaschinen dürfte zunehmen
Die geplanten Projekte lassen einen weiter steigenden Importbedarf erwarten. Wie andere Ausrüstungstypen auch wird die große Mehrheit der Textil- und Bekleidungsmaschinen in Ägypten importiert. Der deutsche Lieferanteil fiel 2017 gegenüber dem Vorjahr um 8,4 Prozentpunkte auf 12 Prozent ab. Dieser Absturz wird allerdings dadurch relativiert, dass das Vergleichsjahr 2016 ein positiver Ausreißer war. So hatte der deutsche Anteil 2015 noch bei 15,8 Prozent gelegen.

Einfuhr von Textil- und Bekleidungsmaschinen nach Ägypten (in 1.000 US$)
HS-Kategorie 2016 davon aus Deutschland 2017 davon aus Deutschland
8444 4.481 2.025 5.554 n.v.
8445 26.105 5.429 32.660 4.807
8446 23.591 13.346 26.170 4.493
8447 15.713 3.052 22.032 4.493
8448 20.574 3.365 18.013 2.698
8449 299 0 1.725 0,4
8451 36.512 2.334 37.887 3.511
8452 23.186 1.698 29.633 1.309
8453 3.678 137 9.892 155
Summe 154.139 31.386 183.566 22.028,4

Anmerkung: n.v. = keine Daten verfügbar
Quelle: UN Comtrade

Ägyptische Textil- und Bekleidungsunternehmen produzieren oft mit viel Handarbeit und teils mit stark veralteten Maschinen. Die Regierung zielt darauf ab, dass wegen des anhaltenden Bevölkerungswachstums möglichst viele Arbeitsplätze geschaffen werden. Eine stärker automatisierte und modernere Fertigung würde andererseits aufwendigere Produkte ermöglichen. Diese könnten mit höherem Gewinn verkauft werden, dürften aber auch weniger menschliche Arbeit erfordern.

Wichtige Rolle der Branchenunternehmen für die ägyptische Wirtschaft
Textil- und Bekleidungsunternehmen in Ägypten repräsentieren einen bedeutsamen und arbeitsintensiven Wirtschaftszweig. Im Land werden lokale und importierte Fasern verarbeitet und mit Spinnereien, Webereien, Färbereien sowie Herstellern von Bekleidung und Heimtextilien ist eine breite Basis vorhanden. Schätzungen zufolge beschäftigen die Betriebe insgesamt 1 Million bis 1,2 Millionen Arbeitnehmer. Ein regionaler Schwerpunkt ist Mahala El Kubra. Staatsunternehmen sind im Textilsektor stark vertreten, während im Bekleidungssektor die Privatwirtschaft eine größere Rolle spielt. Spinnereien und Webereien befinden sich zu etwa 90 Prozent in staatlichem Besitz.

Laut dem Readymade Garments Export Council (RMGEC) steht die Bekleidungsindustrie für 3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, 15 Prozent der Exporte (ohne Erdöl) und stellt jeden dritten Industriearbeitsplatz des Landes. Von Januar bis Ende August 2018 summierten sich die Ausfuhren von Bekleidung lauf dem RMGEC auf 1.040 Millionen US$. Im Vergleichszeitraum 2017 hatten die Exporte lediglich 980 Millionen US$ betragen.

Ägyptische Ausfuhren von Textilien und Bekleidung (Auswahl; in Millionen US$; Veränderung in %)
HS-Kategorie 2016 2017 Veränderung 2017 / 2016
57 303,5 313,9 3,4
60 35,7 44,3 24,1
61 388,0 466,0 20,1
62 756,6 910,7 20,4
63 227,2 231,1 1,7
Summe 1.711,0 1.966,0 14,9

Quelle: UN Comtrade

Eine Sonderrolle spielen die Qualified Industrial Zones (QIZ). Es handelt sich um Sonderzonen mit israelischen Wertschöpfungsanteil, der bei der Produktion festgeschrieben ist und die Erzeugnisse genießen Zollvorteile beim Export in die USA. Seit 2005 hat das System der QIZ für mehr private Investitionen in den Bekleidungssektor gesorgt. Aus den 25 Zonen werden Jeans und andere Bekleidung für bekannte Marken in die USA geliefert.

Ägyptische Hersteller sind auch allgemein nicht immer als solche zu erkennen, da sie häufig für große internationale Marken fertigen. Middle East Eye nennt Calvin Klein, Decathlon, Tommy Hilfiger und Zara als Beispiele. Im November 2017 vereinbarte Dice Sport and Casual Wear die Belieferung von Levi Strauss & Co. mit Kinderbekleidung.

Der US-Konzern Disney bezieht sogar 33 Arten von Produkten aus Ägypten. Seit 2017 kooperiert Ägypten im Rahmen des Better Work Programme mit der internationalen Arbeitsorganisation International Labour Organization. In 30 Bekleidungsfabriken sollen die Arbeitsbedingungen verbessert werden. Für Disney waren diese Maßnahmen laut Medienberichten ein Grund, die Lizenz der ägyptischen Lieferanten bis Dezember 2019 zu verlängern.

Währungseffekt sorgt für bessere Wettbewerbsfähigkeit
Die arbeitsintensive Produktion konnte von der Währungsabwertung 2016 profitieren. Ägypten liegt laut einem Bericht des Nachrichtenportals Middle East Eye mit mindestens 100 US$ Monatsgehalt für Arbeiter etwa auf dem Niveau von Indien oder Bangladesch und bei ungefähr 50 Prozent chinesischer Gehälter. Zudem sind zeitnahe Lieferungen nach Europa und in die USA möglich.

Andererseits sind die Unternehmen auf ausländische Zulieferungen angewiesen, die sich verteuert haben. In Ägypten wird vorwiegend besonders weiche und hochwertige langstapelige Baumwolle angebaut und exportiert. Hingegen verwenden inländische Produzenten vorwiegend kurzstapelige Baumwolle und andere Fasern aus dem Ausland als Rohstoff. Der RMGEC beklagte im Oktober 2018 steigende Produktionskosten. Dazu trugen Löhne, Strom, Wasser, Erdgas, Transporte und teurere Importe von Rohstoffen bei.

 

Weitere Informationen:
GTAI Ägypten
Quelle:

Oliver Idem, Germany Trade & Invest www.gtai.de