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04.12.2018

BEKLEIDUNGSINDUSTRIE IN KAMBODSCHA MIT UNSICHEREN AUSSICHTEN

  • Exporte steigen im wichtigsten Industriesektor des Landes.

Phnom Penh (GTAI) - Kambodschas Bekleidungsexporte wachsen kontinuierlich. Zwei Faktoren trüben jedoch die Zukunftsaussichten.

Kambodschas Bekleidungsindustrie ist das Rückgrat der exportorientierten Wirtschaft des Königreichs. Die Branchenausfuhren machen rund 40 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) aus. Mehr als 800.000 Kambodschaner sind in über 800 Betrieben beschäftigt. Das sind mehr als 85 Prozent aller Fabrikarbeiter des Landes.

Die Bekleidungs- und Schuhexporte erreichten im Jahr 2017 einen Wert von 8,0 Milliarden $, so die Angaben der kambodschanischen Zollbehörde. Das entsprach gegenüber 2016 einer Steigerung von 9,6 Prozent. Bereits in den Vorjahren wurden stolze Wachstumsraten zwischen 7 und fast 15 Prozent erreicht. Schätzungen der GTAI auf Basis der Einfuhren der Partnerländer gehen von einem noch höheren Exportvolumen von circa 12 Milliarden $ aus.

  • Exporte steigen im wichtigsten Industriesektor des Landes.

Phnom Penh (GTAI) - Kambodschas Bekleidungsexporte wachsen kontinuierlich. Zwei Faktoren trüben jedoch die Zukunftsaussichten.

Kambodschas Bekleidungsindustrie ist das Rückgrat der exportorientierten Wirtschaft des Königreichs. Die Branchenausfuhren machen rund 40 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) aus. Mehr als 800.000 Kambodschaner sind in über 800 Betrieben beschäftigt. Das sind mehr als 85 Prozent aller Fabrikarbeiter des Landes.

Die Bekleidungs- und Schuhexporte erreichten im Jahr 2017 einen Wert von 8,0 Milliarden $, so die Angaben der kambodschanischen Zollbehörde. Das entsprach gegenüber 2016 einer Steigerung von 9,6 Prozent. Bereits in den Vorjahren wurden stolze Wachstumsraten zwischen 7 und fast 15 Prozent erreicht. Schätzungen der GTAI auf Basis der Einfuhren der Partnerländer gehen von einem noch höheren Exportvolumen von circa 12 Milliarden $ aus.

Mehr als 70 Prozent der gesamten Güterausfuhren des Landes kommen regelmäßig aus dem Sektor. Schuhe standen 2017 für Exporte von 873 Millionen $ (+14,4 Prozent). Das Auslandsgeschäft mit Schuhen läuft seit einigen Jahren besser und konnte seinen Branchenanteil bei den Exporten auf über 10 Prozent erhöhen. Mit einem gegenüber dem Vorjahr unveränderten Anteil von 46 Prozent spielte die EU auch 2017 die gewichtige Hauptrolle bei den Abnehmern, gefolgt von den USA mit 24 Prozent.

Die Wertschöpfung des Sektors ist niedrig und der Weg zu einer integrierten Textilindustrie in Kambodscha noch weit. In Form eines CMT-Modells ("Cut Make Trim") kommen Maschinen, Rohmaterialien sowie das Design aus dem Ausland. Stoffe, Garne und Kurzwaren müssen importiert werden, um die lokale Bekleidungsindustrie "auf dem Laufsteg" zu halten. Im Jahr 2016 kamen laut Comtrade-Datenbank der Vereinten Nationen Textilien im Wert von 4,1 Milliarden $ zur Weiterverarbeitung ins Land - etwa 60 Prozent davon aus China. Die Textilimporte stiegen in den letzten Jahren jeweils proportional zu den Bekleidungsexporten.

Die Bekleidungsindustrie wird dominiert von ausländischen Unternehmen, zum Großteil aus der asiatischen Nachbarschaft China, Hongkong (SVR), Singapur, Malaysia oder Südkorea. Viele Hersteller leisten Auftragsfertigung für multinationale Marken wie Adidas, Puma, Gap, H&M, Marks & Spencer oder Uniqlo. Im Prinzip ist die komplette Auftragsfertigung für den Export vorgesehen.

Steigende Löhne schüren Konkurrenzangst
Nach Jahren des Wachstums blickt der Sektor allerdings sorgenvoll in die Zukunft. Vor allem durch die steigenden Lohnkosten läuft das Land zunehmend in Gefahr, Marktanteile an die Konkurrenz - beispielsweise in Myanmar, Vietnam oder Bangladesch - zu verlieren. Im Januar 2018 wurde der monatliche Mindestlohn für Arbeiter auf 170 US$ angehoben, von zuvor 153 $. Im Vergleich zu 2013, als ein Minimum von 80 $ gesetzlich vorgeschrieben war, hat sich somit mittlerweile mehr als eine Verdoppelung ergeben.

Jährlich standen regelmäßig Erhöhungen um die 10-Prozentmarke auf der Tagesordnung. Arbeiter, die den vollen Monat im Einsatz waren, kamen laut "Cambodia Garment and Footwear Sector Bulletin" der International Labour Organization (ILO) inklusive Überstundenzahlungen und Incentives 2017 auf einen Durchschnittslohn von knapp 243 $. Im Vorjahr waren es 225 $.

Niedriglöhne waren in der Vergangenheit hauptsächlich für die Attraktivität sowie die Wettbewerbsfähigkeit der kambodschanischen Industrie verantwortlich. Dieser Vorteil bröckelt Jahr für Jahr durch die Anhebung der Mindestlöhne. Ein Ende dieser politisch motivierten Entwicklung ist nicht in Sicht. Die Regierung kann sich bezugnehmend auf die Empfehlung von Experten vorstellen, dass die Mindestlöhne bis 2023 auf monatlich 250 $ angehoben werden.

Hält die Entwicklung an, dürften Unternehmen abwandern und nicht allzu viele neue Investoren ihre Zelte in Kambodscha aufschlagen, warnen Kritiker. Im Jahr 2017 investierten Branchenunternehmen knapp 270 Millionen $, die auf 55 Vorhaben entfielen. Dies entsprach einem Anteil von 5 Prozent der gesamten Kapitalanlagen des Königreichs. Im Jahr zuvor hatte dieser Anteil noch bei 9 Prozent gelegen.
Branchenvertreter beklagen, dass die Kosten schneller wachsen als die Produktivität. Eine Automatisierung der Produktionsabläufe werde immer dringlicher, um in Sachen Produktivität mithalten zu können. Allerdings seien sowohl der Mangel an Facharbeitern als auch eine verbesserungswürdige Infrastruktur gravierende Engpassfaktoren. Es gibt auch Kritiker, die generell einer möglichen Automatisierung in dem Sektor pessimistisch gegenüberstehen. Kambodscha könne nur durch Lohnkostenvorteilen punkten. Automatisierte Massenfertigung sei Ländern vorbehalten, die über eine zuverlässige und kostengünstige Stromversorgung verfügen und näher an den Absatzmärkten liegen.

Bleiben die Handelswege in die EU frei?
Noch besorgniserregender wäre die Aufkündigung des Präferenzhandelssystem EBA ("Everything But Arms") durch die EU. Schließlich steht die Zollbefreiung kambodschanischer Bekleidung auf dem wichtigsten Absatzmarkt auf dem Spiel. Ein Wegfall dürfte eine Abwanderungswelle der Bekleidungsindustrie auslösen. Nicht wenige Unternehmen haben allein die EBA-Initiative zum Anlass genommen, sich im Königreich niederzulassen.

Außerdem schweift der Blick über die Grenze nach Vietnam. Die dortigen Hersteller könnten bald von einem Freihandelsabkommen mit der EU profitieren. Auch am asiatisch-pazifischen Freihandelsabkommen CPTPP (Comprehensive and Progressive Agreement for Trans Pacific Partnership) ist Vietnam beteiligt, während Kambodscha außen vor bleibt. Falls die Handelsvereinbarungen unverändert bleiben, kommt Kambodscha vielleicht mit einem blauen Auge davon. Allerdings sollten die anderen Faktoren nicht außer Acht gelassen werden. Auch Transport- und allgemein Exportkosten gelten gegenüber Vietnam oder China als vergleichsweise hoch.

Derzeit profitieren kambodschanische Exportunternehmen von dem Handelsstreit zwischen den USA und China. Der Halbjahresbericht der National Bank of Cambodia (NBC) stützt diese Vermutung. Demnach stiegen in den ersten sechs Monaten 2018 die Bekleidungs- und Schuhexporte um 11 Prozent gegenüber der entsprechenden Vorjahresperiode, um ein Volumen von 4 Milliarden $ zu erreichen. Seit Juli 2016 können Bekleidung, Schuhe sowie "Travel Goods" (Koffer, Taschen etc.) zollfrei in die USA geliefert werden. Laut Garment Manufacturers Association of Cambodia (GMAC) erreichten die Lieferungen von Travel Goods in die USA im 1. Halbjahr 2018 rund 160 Millionen $ - das Dreifache der bisherigen jährlichen Ausfuhren.

Kambodschas Textilmaschinenimporte beliefen sich laut Comtrade-Datenbank der UN 2017 auf 127,3 Millionen $ (SITC 724). Das waren 11,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Etwa 60 Prozent der Kapitalgüter kamen aus China; die Restlieferungen sind relativ gleichmäßig auf andere asiatische Länder verteilt. Deutsche Lieferungen tauchen in der Statistik nur sehr spärlich auf. Gebrauchtmaschinen aus dem Ausland gelten eher als begehrt, werden jedoch statistisch nicht erfasst.

Weitere Informationen:
Kambodscha Asien GTAI
Quelle:

Michael Sauermost, Germany Trade & Invest www.gtai.de

27.11.2018

ÄGYPTENS TEXTIL- UND BEKLEIDUNGSSEKTOR VOR MODERNISIERUNG

  • Staatsunternehmen erhalten bessere Ausrüstung

Kairo (GTAI) - Die ägyptische Regierung plant Modernisierungen im Textilsektor und Privatunternehmen investieren in neue Standorte. Erwartet werden steigende Maschinenimporte und Bekleidungsausfuhren.

In der ägyptischen Textil- und Bekleidungsindustrie stehen die Zeichen auf Expansion und Modernisierung. Lokale Medien berichteten über eine Reihe von privaten und staatlichen Investitionsvorhaben. Laut der Zeitung Al Gomhouria plant ein chinesischer Produzent in der Wirtschaftszone am Suezkanal die weltgrößte Textilfabrik für 6 Milliarden US$. Die chinesischen Unternehmen TIDA und Shoon Dong Roy wollen für 800 Millionen US$ eine Bekleidungsfabrik errichten. Sino-Egypt Minkai plant für rund 750 Millionen US$ einen Textilindustriekomplex zu errichten.

  • Staatsunternehmen erhalten bessere Ausrüstung

Kairo (GTAI) - Die ägyptische Regierung plant Modernisierungen im Textilsektor und Privatunternehmen investieren in neue Standorte. Erwartet werden steigende Maschinenimporte und Bekleidungsausfuhren.

In der ägyptischen Textil- und Bekleidungsindustrie stehen die Zeichen auf Expansion und Modernisierung. Lokale Medien berichteten über eine Reihe von privaten und staatlichen Investitionsvorhaben. Laut der Zeitung Al Gomhouria plant ein chinesischer Produzent in der Wirtschaftszone am Suezkanal die weltgrößte Textilfabrik für 6 Milliarden US$. Die chinesischen Unternehmen TIDA und Shoon Dong Roy wollen für 800 Millionen US$ eine Bekleidungsfabrik errichten. Sino-Egypt Minkai plant für rund 750 Millionen US$ einen Textilindustriekomplex zu errichten.

Auch der ägyptische Staat will die Textil- und Bekleidungsproduktion stärken. Im November 2018 verhandelte der Minister für Staatsunternehmen Hisham Tawfiq mit Werner International aus den USA über eine umfangreiche Restrukturierung der Cotton & Textile Holding Company. Laut Presseberichten sollen die Grundstücke von 14 der 25 Baumwollentkörnungsanlagen verkauft werden. Den Wert taxiert das Ministerium auf 1,5 Milliarden US$. Diese Mittel sind für die Reparatur von Maschinen und den Import neuer Ausrüstung für die elf verbleibenden Unternehmen vorgesehen.

In Minya wird ebenfalls auf staatliche Initiative hin eine Freizone für die Textilproduktion entstehen. Diese Branchenzone soll auf einem Gebiet von 2,2 Millionen Quadratmetern errichtet werden: Die General Authority for Free Zones and Investment will das Vorhaben noch vor Ende 2018 auf den Weg bringen.

Im Herbst 2018 unterzeichneten die Cotton & Textiles Industries Holding Company und Marubeni aus Japan eine Absichtserklärung. Diese bezieht sich auf den Bau einer neuen Textilfabrik in Kafr El Sheikh. Ein vergünstigter Kredit der Japan Bank for International Cooperation sichert die Finanzierung des Projekts.

Importbedarf bei Textil- und Bekleidungsmaschinen dürfte zunehmen
Die geplanten Projekte lassen einen weiter steigenden Importbedarf erwarten. Wie andere Ausrüstungstypen auch wird die große Mehrheit der Textil- und Bekleidungsmaschinen in Ägypten importiert. Der deutsche Lieferanteil fiel 2017 gegenüber dem Vorjahr um 8,4 Prozentpunkte auf 12 Prozent ab. Dieser Absturz wird allerdings dadurch relativiert, dass das Vergleichsjahr 2016 ein positiver Ausreißer war. So hatte der deutsche Anteil 2015 noch bei 15,8 Prozent gelegen.

Einfuhr von Textil- und Bekleidungsmaschinen nach Ägypten (in 1.000 US$)
HS-Kategorie 2016 davon aus Deutschland 2017 davon aus Deutschland
8444 4.481 2.025 5.554 n.v.
8445 26.105 5.429 32.660 4.807
8446 23.591 13.346 26.170 4.493
8447 15.713 3.052 22.032 4.493
8448 20.574 3.365 18.013 2.698
8449 299 0 1.725 0,4
8451 36.512 2.334 37.887 3.511
8452 23.186 1.698 29.633 1.309
8453 3.678 137 9.892 155
Summe 154.139 31.386 183.566 22.028,4

Anmerkung: n.v. = keine Daten verfügbar
Quelle: UN Comtrade

Ägyptische Textil- und Bekleidungsunternehmen produzieren oft mit viel Handarbeit und teils mit stark veralteten Maschinen. Die Regierung zielt darauf ab, dass wegen des anhaltenden Bevölkerungswachstums möglichst viele Arbeitsplätze geschaffen werden. Eine stärker automatisierte und modernere Fertigung würde andererseits aufwendigere Produkte ermöglichen. Diese könnten mit höherem Gewinn verkauft werden, dürften aber auch weniger menschliche Arbeit erfordern.

Wichtige Rolle der Branchenunternehmen für die ägyptische Wirtschaft
Textil- und Bekleidungsunternehmen in Ägypten repräsentieren einen bedeutsamen und arbeitsintensiven Wirtschaftszweig. Im Land werden lokale und importierte Fasern verarbeitet und mit Spinnereien, Webereien, Färbereien sowie Herstellern von Bekleidung und Heimtextilien ist eine breite Basis vorhanden. Schätzungen zufolge beschäftigen die Betriebe insgesamt 1 Million bis 1,2 Millionen Arbeitnehmer. Ein regionaler Schwerpunkt ist Mahala El Kubra. Staatsunternehmen sind im Textilsektor stark vertreten, während im Bekleidungssektor die Privatwirtschaft eine größere Rolle spielt. Spinnereien und Webereien befinden sich zu etwa 90 Prozent in staatlichem Besitz.

Laut dem Readymade Garments Export Council (RMGEC) steht die Bekleidungsindustrie für 3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, 15 Prozent der Exporte (ohne Erdöl) und stellt jeden dritten Industriearbeitsplatz des Landes. Von Januar bis Ende August 2018 summierten sich die Ausfuhren von Bekleidung lauf dem RMGEC auf 1.040 Millionen US$. Im Vergleichszeitraum 2017 hatten die Exporte lediglich 980 Millionen US$ betragen.

Ägyptische Ausfuhren von Textilien und Bekleidung (Auswahl; in Millionen US$; Veränderung in %)
HS-Kategorie 2016 2017 Veränderung 2017 / 2016
57 303,5 313,9 3,4
60 35,7 44,3 24,1
61 388,0 466,0 20,1
62 756,6 910,7 20,4
63 227,2 231,1 1,7
Summe 1.711,0 1.966,0 14,9

Quelle: UN Comtrade

Eine Sonderrolle spielen die Qualified Industrial Zones (QIZ). Es handelt sich um Sonderzonen mit israelischen Wertschöpfungsanteil, der bei der Produktion festgeschrieben ist und die Erzeugnisse genießen Zollvorteile beim Export in die USA. Seit 2005 hat das System der QIZ für mehr private Investitionen in den Bekleidungssektor gesorgt. Aus den 25 Zonen werden Jeans und andere Bekleidung für bekannte Marken in die USA geliefert.

Ägyptische Hersteller sind auch allgemein nicht immer als solche zu erkennen, da sie häufig für große internationale Marken fertigen. Middle East Eye nennt Calvin Klein, Decathlon, Tommy Hilfiger und Zara als Beispiele. Im November 2017 vereinbarte Dice Sport and Casual Wear die Belieferung von Levi Strauss & Co. mit Kinderbekleidung.

Der US-Konzern Disney bezieht sogar 33 Arten von Produkten aus Ägypten. Seit 2017 kooperiert Ägypten im Rahmen des Better Work Programme mit der internationalen Arbeitsorganisation International Labour Organization. In 30 Bekleidungsfabriken sollen die Arbeitsbedingungen verbessert werden. Für Disney waren diese Maßnahmen laut Medienberichten ein Grund, die Lizenz der ägyptischen Lieferanten bis Dezember 2019 zu verlängern.

Währungseffekt sorgt für bessere Wettbewerbsfähigkeit
Die arbeitsintensive Produktion konnte von der Währungsabwertung 2016 profitieren. Ägypten liegt laut einem Bericht des Nachrichtenportals Middle East Eye mit mindestens 100 US$ Monatsgehalt für Arbeiter etwa auf dem Niveau von Indien oder Bangladesch und bei ungefähr 50 Prozent chinesischer Gehälter. Zudem sind zeitnahe Lieferungen nach Europa und in die USA möglich.

Andererseits sind die Unternehmen auf ausländische Zulieferungen angewiesen, die sich verteuert haben. In Ägypten wird vorwiegend besonders weiche und hochwertige langstapelige Baumwolle angebaut und exportiert. Hingegen verwenden inländische Produzenten vorwiegend kurzstapelige Baumwolle und andere Fasern aus dem Ausland als Rohstoff. Der RMGEC beklagte im Oktober 2018 steigende Produktionskosten. Dazu trugen Löhne, Strom, Wasser, Erdgas, Transporte und teurere Importe von Rohstoffen bei.

 

Weitere Informationen:
GTAI Ägypten
Quelle:

Oliver Idem, Germany Trade & Invest www.gtai.de

13.11.2018

TUNESIENS TEXTILSEKTOR ERHOLT SICH

Von Produktionserweiterungen können deutsche Zulieferer profitieren.
Tunis (GTAI) - Nach schwierigen Jahren erholt sich Tunesiens Textilsektor. Exporte und ausländische Investitionen steigen wieder. Produziert wird für den Export, vor allem nach Europa.

Von Produktionserweiterungen können deutsche Zulieferer profitieren.
Tunis (GTAI) - Nach schwierigen Jahren erholt sich Tunesiens Textilsektor. Exporte und ausländische Investitionen steigen wieder. Produziert wird für den Export, vor allem nach Europa.

Ende Oktober 2018 meldete der schweizerische Prüfkonzern SGS seine Prüfkapazitäten für Textilien in Tunesien auszubauen. Damit reagierte er auf eine verstärkte Nachfrage von Produzenten, die in Tunesien für den Weltmarkt produzieren. In den vergangenen Jahren ging es der Branche nicht gut. Bereits vor der Revolution im Jahr 2011 hatte der Konkurrenzdruck durch asiatische Produzenten Spuren hinterlassen, vor allem nach dem Auslaufen des Multifaserabkommens 2005. Nach Angaben des Branchenverbandes FTTH (Fédération tunisienne du textile et de l'habillement) haben seit 2011 mehr als 400 Unternehmen das Land verlassen, 40.000 Arbeitsplätze seien verloren gegangen.

Nun kommen positive Nachrichten: 2018 eröffnete beispielsweise die deutsche Gonser Group ihre fünfte Produktionsstätte in Tunesien. Insgesamt lagen die ausländischen Direktinvestitionen in den ersten sechs Monaten 2018 mit 24,9 Millionen tunesischen Dinar (tD; etwa 7,5 Millionen Euro; 1 tD = rund 0,301 Euro, Stand: 07.11.2018) mehr als doppelt so hoch wie in der entsprechenden Vorjahresperiode. Dass die Anzahl der dadurch entstandenen Arbeitsplätze deutlich geringer angestiegen ist, kann als Bestätigung des Strukturwandels gesehen werden: Weg von der einfachen Massenfertigung, hin zu höherwertiger Produktion.

Entscheidend dafür ist auch ein hohes Ausbildungsniveau der Mitarbeiter. Wie das sichergestellt werden kann, zeigt die Firma Sartex. 2014 hat das tunesische Unternehmen ein Ausbildungszentrum eröffnet, in dem bereits etwa 500 Tunesierinnen und Tunesier ausgebildet und zum größten Teil von Sartex eingestellt wurden. Unterstützt wurde das Unternehmen dabei von der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) und dem Centre d'Orientation et de Reconversion Professionnelle (CORP) der AHK Tunesien.

Im Rahmen des Besuchs von Bundesentwicklungsminister Müller wurde im Oktober 2018 ein Abkommen zur Errichtung eines Ausbildungszentrums in EL Alia im Gouvernement Bizerte unterzeichnet. In der Region produziert unter anderem das deutsche Unternehmen van Laack. Insgesamt arbeiten inzwischen wieder 180.000 Tunesierinnen und Tunesier im Textilsektor, der damit etwa 40 Prozent der industriellen Arbeitsplätze stellt.

Lohnerhöhungen in zwei Schritten
Mehr als ein Jahr nach ihrer Gründung hat sich die FTTH als Interessensvertreter der Textilunternehmen etabliert. Im Jahr 2017 war es zur Abspaltung vom Arbeitgeberverband UTICA (Union Tunisienne de l'Industrie, du Commerce et de l'Artisanat) gekommen, nicht zuletzt da man die anvisierten allgemeinen Lohnerhöhungen für den eigenen Industriebereich als nicht umsetzbar ansah. Inzwischen betont man wieder Gemeinsamkeiten und Kooperation, beziehungsweise bezeichnet sich die FTTH als Teil der UTICA, mit weitgehender Autonomie.

Auch mit dem Gewerkschaftsdachverband UGTT (Union Générale Tunisienne du Travail) wurde nun eine Vereinbarung getroffen. Diese sieht Lohnerhöhungen von 6,5 Prozent jeweils zum 1. Januar 2019 und 2020 vor. Voraussichtlich liegen die Lohnerhöhungen damit unter der Inflation, sofern die Prognosen zur Teuerungsrate von etwa 7,5 Prozent für das laufende Jahr 2018 eintreffen. Aktuell liegt der Mindestlohn in der Textil- und Bekleidungsbranche Tunesiens für ungelernte Berufsanfänger bei rund 129 Euro (Stand: 07.11.2018) bei einer 48-Stunden-Woche.

Von den mehr als 1.600 Textilunternehmen produzieren über 1.400 ausschließlich für den Export. Die Zielmärkte befinden sich dabei ganz klar in Europa. Mehr als 60 Prozent der Exporte gingen 2016 nach Frankreich und Italien, mit etwa 11 Prozent lag Deutschland an dritter Stelle der Abnehmer. Als größter außereuropäischer Kunde wurden die USA mit weniger als einem Prozent auf Rang neun geführt. Mit dem Beitritt zum gemeinsamen Markt für das südliche und östliche Afrika (COMESA) möchte Tunesien sich neue Märkte erschließen. Laut Handelsministerium befindet man sich auch in bilateralen Gesprächen mit mehreren afrikanischen Ländern, um tunesischen Textilien zollfreien Marktzugang zu ermöglichen.

Entdecken chinesische Investoren den Standort Tunesien?
Neben den Beziehungen zum afrikanischen Kontinent könnten sich mittelfristig auch die zu China verändern. Im Rahmen des Forums für China-Afrika-Kooperation, das im September 2018 in Beijing stattfand, wurde das Interesse chinesischer Textilunternehmen an Tunesien als Produktionsstandort zum Ausdruck gebracht. Da die Löhne inzwischen auch in China gestiegen sind, könnte sich in bestimmten Bereichen der Textilindustrie eine Verlagerung der Produktion für den europäischen Markt als sinnvoll erweisen.

Bereits 2017 konnten die Ausfuhren gesteigert werden. Der Trend scheint sich 2018 fortzusetzen. 2016 lagen die Ausfuhren bei 2,9 Milliarden US-Dollar (US$), 2017 waren es 3 Milliarden US$ (angesichts des Kursverlusts des Dinar eine deutliche Zunahme (7 Milliarden tD gegenüber 8,4 Milliar-den tD). Nach den ersten Verlautbarungen sollen sich die Exporte nach Europa in den ersten Monaten 2018 nochmals um 3,5 Prozent gegenüber 2017 erhöht haben. Wichtig für die weitere Entwicklung des Textilsektors dürfte die Verbesserung der Transport- und Zollabwicklung werden. Besonders die rein für den Export produzierenden Unternehmen bringen dies immer wieder zum Ausdruck. Gerade der Textilsektor ist von kurzen Lieferzeiten abhängig.

Die FTTH setzt sich derweil auch für eine Verbesserung der Wettbewerbsposition tunesischer Textilunternehmen auf dem Heimatmarkt ein. Das betrifft beispielsweise die Importe von Altkleidern, bei denen man sich stärkere Kontrollen wünscht.

Tunesische Einfuhren von Maschinen, Apparaten und Geräten für die Textil- und Lederindustrie sowie Teile davon (SITC 724; in Mio. US$)
Herkunft 2015 2016 2017
Insgesamt 69,8 67,0 67,3
Italien 15,8 13,7 17,9
China 20,5 12,4 10,6
Frankreich 6,5 4,0 7,4
Deutschland 5,0 6,1 7,2

Anmerkung: 2016 war Thailand an dritter Stelle der Lieferländer, fiel 2017 jedoch zurück. Die Tabelle zeigt die vier wichtigsten Lieferanten 2017.
Quelle: UN Comtrade

Neben Produktionserweiterungen deutscher Unternehmen könnten auch deutsche Zulieferer profitieren, wenn sich die Erholung und vor allem auch der Strukturwandel fortsetzt. Während die Gesamtimporte von Textil- und Ledermaschinen von 2015 bis 2017 von etwa 70 Millionen auf 67 Millionen US$ leicht zurückgingen, legten die deutschen Lieferungen von 5 Millionen US$ auf 7,2 Millionen US$ zu. (JPS).

Weiterführende Informationen zum chinesischen Engagement in Tunesien online: Link

 

Weitere Informationen:
Tunesien Textilien GTAI
Quelle:

Peter Schmitz, Germany Trade & Invest www.gtai.de

Indien fördert die Textilverarbeitung Foto: Pixabay
23.10.2018

INDIEN FÖRDERT DIE TEXTILVERARBEITUNG

  • Integrierte Industrieparks notwendig

New Delhi (GTAI) - Die indische Textilbranche ist nicht nur als Devisenbringer sondern auch als Arbeitgeber von großer Bedeutung. Die Errichtung neuer Cluster wird nun von der Regierung gefördert.
Indien als einer der weltweit führenden Produzenten von Baumwolle, aber auch von Wolle, Jute und Seide kann auf eine historische Tradition in der Verarbeitung von Rohstoffen zurückblicken. Entsprechend breit ist die Industrie aufgestellt, die das Spinnen und Weben der Stoffe bis die Bekleidungsherstellung umfasst und 14 Prozent zur industriellen Wertschöpfung beiträgt.

Auch wenn sich die Branche, vor allem in der Vielzahl kleiner Betriebe, über das gesamte Land erstreckt, haben sich doch einige Cluster herausgebildet. Die Textilindustrie ist vor allem in den Bundesstaaten Gujarat, Westbengalen, Andhra Pradesh und Tamil Nadu zu finden.

  • Integrierte Industrieparks notwendig

New Delhi (GTAI) - Die indische Textilbranche ist nicht nur als Devisenbringer sondern auch als Arbeitgeber von großer Bedeutung. Die Errichtung neuer Cluster wird nun von der Regierung gefördert.
Indien als einer der weltweit führenden Produzenten von Baumwolle, aber auch von Wolle, Jute und Seide kann auf eine historische Tradition in der Verarbeitung von Rohstoffen zurückblicken. Entsprechend breit ist die Industrie aufgestellt, die das Spinnen und Weben der Stoffe bis die Bekleidungsherstellung umfasst und 14 Prozent zur industriellen Wertschöpfung beiträgt.

Auch wenn sich die Branche, vor allem in der Vielzahl kleiner Betriebe, über das gesamte Land erstreckt, haben sich doch einige Cluster herausgebildet. Die Textilindustrie ist vor allem in den Bundesstaaten Gujarat, Westbengalen, Andhra Pradesh und Tamil Nadu zu finden.

Eine detailliertere Struktur zeichnet Sanjay K Jain, der Vorsitzende des Textilverbandes Confederation of Indian Textile Industry im Gespräch mit Germany Trade & Invest: Cluster für Strickwaren sind in Tirupur (Tamil Nadu), Kolkata (Westbengalen), Ludhiana (Punjab) sowie Kanpur (Uttar Pradesh) zu finden. Herstellungszentren für Webwaren gibt es in Ichankaranji und Bhiwandi (beide Maharashtra), Erode (Tamil Nadu), Surat (Gujarat) sowie Bhilwara (Rajasthan). Für Konfektionswaren hat sich ein Cluster in Panipat (Haryana) und für die Herstellung von Hemden und Hosen ein Cluster in Bengaluru (Karnataka) gebildet.

Die staatliche Förderagentur India Brand Equity Foundation (IBEF) sieht - auch entsprechend der regionalen Verfügbarkeit der Rohstoffe - vier Industriezentren. So sind im Norden (Kashmir, Ludhiana und Panipat) rund 80 Prozent der Herstellung von Wollwaren konzentriert. Im Westen (Ahmedabad, Mumbai, Surat, Rajkot, Indore und Vadodara) liegen die Schwerpunkte der Baumwollindustrie. Im Süden haben Strumpfwaren (Tirupur, Coimbatore und Madurai) sowie Seidenprodukte (Bengaluru, Mysore und Chennai) ihre Stärken. Der Osten des Landes ist auf Jutewaren (Bihar und Westbengalen) fokussiert. Aber auch Woll- (Uttar Pradesh) sowie Baumwollwaren (Westbengalen) sind dort vertreten. Darüber hinaus verfügt Indien laut IBEF Mitte 2018 über sieben exportorientierte Special Economic Zones für Textilien und Bekleidung.

Ein Handikap der Textilindustrie ist die fehlende Größe. So sind die meisten Betriebe mit niedrigen Produktionskapazitäten über das Land verstreut. Die Errichtung von großen integrierten Industrieparks ist notwendig. Die verschiedenen Bundesstaaten und staatlichen Institutionen versuchen auch, neue Textilcluster zu fördern.

Der Haushalt der Zentralregierung stellt im Fiskaljahr 2018/19 (1. April bis 31. März) rund 4 Millionen US-Dollar für das Programm zur Förderung integrierter Textilparks im Rahmen des Scheme for Integrated Textile Parks (SITP) zur Verfügung. In diesem Umfeld bewegen sich gegenwärtig 47 Projekte. Das Programm sieht den Aufbau weiterer solcher Ansiedlungen mit gemeinsamer Infrastruktur vor.

Weitere Informationen:
Indien
Quelle:

Rainer Jaensch, Germany Trade & Invest www.gtai.de

Taiwans Textilbranche behauptet sich mit Innovationen Foto: Pixabay
25.09.2018

TAIWANS TEXTILBRANCHE BEHAUPTET SICH MIT INNOVATIONEN

  • Hersteller setzen unter anderem auf deutsche Maschinen

Tokyo (GTAI) - Bei Funktionstextilien gehört Taiwan international in die Top-Liga. Damit das so bleibt, investieren die Branchenhersteller in moderne Ausrüstung und Innovationen.

Taiwan ist ein weltweit wichtiger Lieferant von funktionalen Textilien. Diese Position will die Branche halten und möglichst noch ausbauen. Daher investieren sie in neue Kapazitäten sowie Forschung und Entwicklung. Für die Lieferanten von Vorerzeugnissen und Ausrüstung bestehen gute Absatzchancen.

Die Nachfrage nach Funktionstextilien nimmt in der Sport-, Freizeit- und Schuhindustrie zu. In anderen Branchen, wie in der Automobil- und Medizinbranche, bei Baumaterialien und landwirtschaftlichen Hilfsmitteln, kommen diese auch vermehrt zum Einsatz. Dabei sind Funktionaltextilien meist nicht als Taiwan-Produkte erkennbar. Dennoch sind sie teilweise sehr sichtbar.

  • Hersteller setzen unter anderem auf deutsche Maschinen

Tokyo (GTAI) - Bei Funktionstextilien gehört Taiwan international in die Top-Liga. Damit das so bleibt, investieren die Branchenhersteller in moderne Ausrüstung und Innovationen.

Taiwan ist ein weltweit wichtiger Lieferant von funktionalen Textilien. Diese Position will die Branche halten und möglichst noch ausbauen. Daher investieren sie in neue Kapazitäten sowie Forschung und Entwicklung. Für die Lieferanten von Vorerzeugnissen und Ausrüstung bestehen gute Absatzchancen.

Die Nachfrage nach Funktionstextilien nimmt in der Sport-, Freizeit- und Schuhindustrie zu. In anderen Branchen, wie in der Automobil- und Medizinbranche, bei Baumaterialien und landwirtschaftlichen Hilfsmitteln, kommen diese auch vermehrt zum Einsatz. Dabei sind Funktionaltextilien meist nicht als Taiwan-Produkte erkennbar. Dennoch sind sie teilweise sehr sichtbar.

Beispielsweise trugen bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2018 mindestens 15 von 32 Mannschaften Bekleidung, die mit Textilien taiwanischen Ursprungs für international bekannte Markennamen erzeugt wurden, so Angaben des staatlichen Industrial Development Bureau (IDB) in Taiwan. Laut Taiwan Footwear Manufacturers Association sind taiwanische Hersteller für circa 80 Prozent aller weltweit produzierten Sportschuhe verantwortlich.

Textilhersteller investieren
Zu den größten Textilherstellern der Insel gehört die Far Eastern New Century (FENC). Deren Erzeugungskapazität befindet sich heutzutage hauptsächlich im Ausland mit Produktionen in China, Japan, den USA und Vietnam. In Taiwan baut FENC ebenfalls die Kapazität aus. In einem Joint Venture mit der deutschen Freudenberg werden seit 1987 Spinnvliesstoffe aus Polyester für den asiatischen Markt hergestellt.

Die Freudenberg Far Eastern Spunweb hat angekündigt, eine dritte Produktionslinie für Vliesstoffe im Werk Tayuan einzurichten und dadurch die bestehende Erzeugung von 20.000 t um 11.000 t pro Jahr zu erhöhen. Der Bau der neuen Herstellungsstätte, die 2020 den Betrieb aufnehmen soll, hat mittlerweile begonnen. Darin soll die neueste automatisierte Produktionstechnologie eingesetzt werden. Die Investitionen belaufen sich laut Unternehmensmeldung auf circa 43 Millionen US$.

Größte Unternehmen der Textilindustrie in Taiwan nach Umsatz
(in Mio. US$; Veränderung im Vergleich zum Vorjahr in %)
Firma 2016 2017 Veränd.
Far Eastern New Century Corp. 6.679 7.157 0,9
Formosa Taffeta Co., Ltd. 1.233 1.337 2,2
Shinkong Synthetic Fiber Corporation 1.066 1.200 6,1
Eclat Textile Co., Ltd. 759 796 -1,2
Makalot Industrial Co., Ltd. 685 735 1,2
Tainan Spinning Co., Ltd. 602 692  

Quelle: CommonWealth Magazine, Taiwan Stock Exchange

Deutschland bleibt wichtiger Ausrüstungslieferant
Taiwans Textilhersteller importieren ihre Ausrüstung vor allem aus China, Japan und aus Deutschland, wobei ein Teil der in China produzierten Maschinen von Firmen mit japanischen, deutschen, italienischen oder taiwanischen Mutterhäusern sind. Zwar gingen die deutschen Lieferungen 2017 gegenüber 2016 um 13,7 Prozent auf 71,1 Millionen US$ zurück. Jedoch zogen Taiwans Importe aus Deutschland in den ersten sechs Monaten 2018 um 24,3 Prozent an und überstiegen mit 42,5 Millionen US$ die Lieferungen aus Japan.

Dass die Einfuhr von Ausrüstung auf hohem Niveau bleibt, hat damit zu tun, dass die Unternehmen der Textilbranche in Taiwan dabei sind, bestehende Anlagen zu modernisieren und auf Industrie 4.0 umzurüsten. Zudem nimmt die Zahl der Hersteller von Textilien in Taiwan in den letzten Jahren zu. Zwischen 2014 und 2017 stieg deren Zahl gemäß Statistiken der Taiwan Federation of Textiles von 3.143 Firmen auf 3.214 Firmen.

Hauptlieferländer von Textilmaschinen *) nach Taiwan
(in Mio. US$; Veränderung im Vergleich zum Vorjahr in %)
Lieferland 2016 2017 Veränd.
China 108,7 111,0 2,1
Japan 97,2 97,2 0
Deutschland 82,5 71,1 -13,7
Italien 32,8 23,8 -27,3
Schweiz 13,6 14,1 3,6
USA 19,2 12,1 -37,2
Gesamt 405,4 364,7 -10,0

*) HS-Codes 8444-8453; ohne 8450
Quelle: Customs Statistics, Ministry of Finance

Kernfunktionen bleiben in Taiwan
Hingegen ist der Produktionswert der Textilbranche leicht gesunken. Er sank 2017 gegenüber 2016 auf Basis der Landeswährung um 1,7 Prozent. Umgerechnet auf US-Dollar lag der Herstellungswert von Textilien bei 9 Milliarden US$, so die Statistik des Wirtschaftsministeriums. Die Erzeugung von Kunstfasern stagnierte 2017 bei knapp 3 Milliarden US$.

In Taiwan finden sich die Hauptquartiere der oftmals familiengeführten Textilunternehmen. Hier werden die Einkaufs- und Marketingentscheidungen getroffen und nicht zuletzt Forschung und Entwicklung betrieben. Beispielsweise entwickeln gegenwärtig mehrere Hersteller smarte Textilien, in denen etwa Temperaturkontrolle, Herz- oder Ortungsfunktionen integriert sind.

Auslandsaktivitäten werden diversifiziert
Die Textilhersteller investieren überwiegend in neue Kapazitäten außerhalb Taiwans. So erweitert FENC 2018 seine Kapazität für PET (Polyethylenterephthalat) und Terephthalsäure (PTA), die unter anderem für die Herstellung von Synthesefasern benötigt werden. Zusammen mit einem indonesischen und einem mexikanischen Partner kauft FENC zwei neue Werke eines bankrotten US-Unternehmens in West Virginia und Texas auf. Damit sinkt unter anderem das Risiko möglicher Handelsbeschränkungen und umgekehrt steigt die Chance, von Freihandelsabkommen zu profitieren.

Ein Investitionsschwerpunkt ist auch Vietnam. Hier sind die meisten taiwanischen Textilunternehmen dabei, neue Kapazitäten auf- oder auszubauen. FENC, Formosa Taffeta, Eclat, Makalot und einige andere haben zum Teil schon vor mehreren Jahren im südostasiatischen Tigerland investiert. Neue Investitionen in China sind hingegen vor allem wegen steigender Lohnkosten selten geworden.

 

Weitere Informationen:
Taiwan
Quelle:

Jürgen Maurer, Germany Trade & Invest www.gtai.de

„Toward Utopia“: Heimtextil stellt Designtrends 2019/2020 vor (c) Heimtextil Trendbook
18.09.2018

„TOWARD UTOPIA“: HEIMTEXTIL STELLT DESIGNTRENDS 2019/2020 VOR

Mit „Toward Utopia“ gibt die Heimtextil die Richtung für die neue Trendsaison 2019/2020 vor. Im Rahmen der offiziellen Heimtextil Trend Preview am 4. September 2018 in Frankfurt am Main präsentierte das Londoner Studio FranklinTill die Designthemen zur kommenden internationalen Fachmesse für Wohn- und Objekttextilien (8. bis 11. Januar 2019).

Neben den britischen Trendforscherinnen beteiligten sich Anne Marie Commandeur vom Stijlinstituut Amsterdam und Anja Bisgaard Gaede von SPOTT Trends & Business an der weltweit gültigen Prognose für perspektivisches Interior Design. Gemeinsam mit der Leitung der Heimtextil lieferten sie erste Einblicke in die künftigen Stilwelten. Zudem gab Stefan Weil vom Atelier Markgraph, das die räumliche Inszenierung der Heimtextil Trends gestaltet, einen Ausblick auf den neuen „Trend Space“ und stellte die Relevanz von Kommunikation im Raum für die Heimtextil heraus.

Mit „Toward Utopia“ gibt die Heimtextil die Richtung für die neue Trendsaison 2019/2020 vor. Im Rahmen der offiziellen Heimtextil Trend Preview am 4. September 2018 in Frankfurt am Main präsentierte das Londoner Studio FranklinTill die Designthemen zur kommenden internationalen Fachmesse für Wohn- und Objekttextilien (8. bis 11. Januar 2019).

Neben den britischen Trendforscherinnen beteiligten sich Anne Marie Commandeur vom Stijlinstituut Amsterdam und Anja Bisgaard Gaede von SPOTT Trends & Business an der weltweit gültigen Prognose für perspektivisches Interior Design. Gemeinsam mit der Leitung der Heimtextil lieferten sie erste Einblicke in die künftigen Stilwelten. Zudem gab Stefan Weil vom Atelier Markgraph, das die räumliche Inszenierung der Heimtextil Trends gestaltet, einen Ausblick auf den neuen „Trend Space“ und stellte die Relevanz von Kommunikation im Raum für die Heimtextil heraus.

Die Heimtextil Trends 2019/2020 beschreiben eine Welt, in der wir nach neuen Standards leben. Wir versuchen komplexen Lebensstilen zu entfliehen und wünschen uns tiefer gehende Beziehungen, spirituelle Bestätigung und mehr Sinnhaftigkeit. „Wir leben in einer Zeit der Unsicherheit und des Misstrauens gegenüber allem Etablierten. Als Reaktion darauf versuchen wir ein sinnvolles, bewusstes Leben zu führen, das auf positiven Beziehungen aufbaut. Wir übernehmen die Verantwortung für unser Leben und suchen nach Lebensformen, die unser Wertesystem erfüllen, auf der Suche nach einer neuen Utopie – einer Gesellschaft, die das Wohl all ihrer Bürger zum Ziel hat“, erklärt Caroline Till, Co-Founder des Studios FranklinTill. Dabei bildet die Suche nach neuen Lifestyles, in denen die Themen Achtsamkeit und Nachhaltigkeit eine tragende Rolle spielen, die Herausforderung der nächsten Jahrzehnte.

„Toward Utopia“ zeigt, welche individuellen Routen wir auf dem Weg zu einer modernen Utopie einschlagen können: Diejenigen, die eine temporäre Auszeit vom Netz suchen, verbinden sich wieder mit der Natur und trotzen den Elementen („Go off-grid“), während andere von der realen in eine virtuelle Welt entkommen („Escape Reality“). Einige treten den Rückzug an und finden Geborgenheit in reinen,
minimalistischen Räumen („Seek Sanctuary“). Eine nostalgische Antwort auf die heutige von Unsicherheit geprägte Zeit findet „Embrace Indulgence“ und umgibt uns mit Schönheit und Luxus. Und bedingungslose hedonistische Wunsch nach Spiel („Pursue Play“) steckt wohl in jedem von uns.

„Trend Space“ in Halle 3.0
Wie die verschiedenen Szenarien gelebt werden können, zeigt die Heimtextil im neu konzipierten „Trend Space“ in der Halle 3.0. Hier präsentiert die Messe fünf Trendthemen, die eine Kombination aus Inspiration, Interaktion und Wissensvermittlung abbilden und wegweisende Projekte sowie Designinitiativen vorstellen. Ebenso stellt der „Trend Space“ aktuelle Farbtrends vor. Die immersive Inszenierung vor Ort und das ab sofort verfügbare Trendbuch dokumentieren die poetischen Eigenschaften von Farbe sowie ihre inspirierende, künstlerische und ästhetische Kraft im Design.

„Der neue ‚Trend Space‘ der Heimtextil überzeugt mit interaktiven und taktilen Erlebniswelten. Der Besucher wird spielerisch inspiriert, involviert und motiviert, sich mit futuristischen, räumlichen Gestaltungskonzepten auseinanderzusetzen“, blickt Olaf Schmidt, Vice President Textiles & Textile Technologies der Messe Frankfurt, voraus. „So entsteht ein umfassendes Bild zur Gestaltung künftiger Räume und wir erhalten Antworten auf die Fragen, wie wir künftig interagieren, konsumieren, leben und arbeiten“, so Schmidt weiter.

Heimtextil Trends 2019/2020 im Überblick:

PURSUE PLAY
In einer Ära der Ungewissheit, politischer Instabilität und der Umweltprobleme stillen wir unser Bedürfnis nach Optimismus und Kreativität im Spiel. Spielen hilft uns, inmitten von Chaos und turbulenten Zeiten einen Sinn zu finden. Entsprechend legen Designer den Fokus spielerisch auf ungehemmte, taktile Interaktionen und Experimente. Gewagte, freche Produkt-, Raum- und Modedesigns werden mit einer Prise Humor aufgelockert. Formen und Farbpaletten nehmen eine surrealistische Note an und das Konzept der L’art pour l’art findet wieder Beachtung. Die Verwendung satter Primär-Farben ist spielerisch und naiv, während die Kombination aus hochglänzenden und matten Texturen einen appetitlichen visuellen Reiz kreiert. Abstrakte Formen, ein kühnes Spiel mit Mustern und überbordende Texturen fordern uns heraus, fantasievoll zu sein und unsere eigenen Geschichten zu erfinden.

SEEK SANCTUARY
In einem intensiven, hypervernetzten Alltag suchen immer mehr Menschen nach Möglichkeiten, alle Verbindungen zu „kappen“ – nach utopischen Zufluchtsorten der Ruhe inmitten all des Lärms. Sie ziehen sich in urbane Oasen zurück, in denen sie abschalten können, um Erholung, Neuausrichtung und Klarheit zu finden. Dieser Essenzialismus bedeutet jedoch nicht, dass man Produkte kategorisch ablehnt – vielmehr geht es um die gezielte Suche und Wertschätzung von Designstücken und Konzepten, die einfach, schön, funktional und hochwertig sind. Die Kombination einer minimalistischen Farbpalette mit sorgfältig ausgewählten strukturellen Details, kurvenreichen Formen und Polstern erzeugt Komfort und Wärme.

GO OFF-GRID
Auf der Suche nach einer neuen Naturverbundenheit entsteht eine Zuwendung zu Erfahrungen jenseits eines vernetzten Alltags. Es ist der Versuch, natürlicher zu leben, zurück zu den Ursprüngen der Menschheit zu gelangen und in Einklang mit der Natur zu leben – und nicht gegen sie. Es geht um grenzüberschreitende Erfahrungen an entlegenen Orten, durchaus unterstützt durch High-Tech-Survival-
Equipment. Die Kombination aus strapazierfähigen technischen Aspekten von Outdoortextilien und Arbeitskleidung bedingt eine ausgeklügelte, utilitaristische Ästhetik und verspricht Langlebigkeit und Funktionalität. Von der Natur inspirierte Farben und Muster feiern die vermeintliche „Unvollkommenheit“ des Natürlichen.

ESCAPE REALITY
Eine neue Utopie kann ebenso im Digitalen wie im Realen wurzeln. Das Potenzial der virtuellen und erweiterten Realität lässt die Grenzen zwischen Fantasie und Wirklichkeit verschwimmen. Wir beschäftigen uns mit einer Technologie, die tiefere und nachhaltige Erlebnisse im täglichen Leben ermöglicht. Schimmernde, irisierende Oberflächen verfügen über eine transformative und optimistische Qualität, verwandeln sich in der Bewegung und erzeugen eine flüchtige, nicht greifbare Bewegung. Perlmutteffekte und Hochglanz erzeugen eine einzigartige Dynamik in Designs, die augenscheinlich das Unmögliche schaffen, indem sie als feste Form flüssig und in der Schwebe erscheinen und jederzeit förmlich zerfließen könnten. Ätherische Kombinationen von hellen Pastelltönen erzeugen eine surrealistische, hyperreale Stimmung.

EMBRACE INDULGENCE
Hochwertige Materialien und satte Farben, ein modernistischer Stil und solides Handwerk vereinen sich zu einer utopischen Vision von der Zukunft des Luxus. In einer von Ungewissheit geprägten Moderne blicken wir durch eine rosarote Brille auf frühere Epochen zurück, erinnern uns an die Behaglichkeit der guten alten Zeit, sehnen uns nach Sicherheit und umgeben uns mit einer ruhigen, einladenden Ästhetik. Klug kombinierte, ehrliche Materialien, kreativ umgesetzte Ideen und schnörkellose Opulenz bilden einen neuen Komfort ebenso wie Intimität und Fühlbarkeit.

 

Weitere Informationen:
Heimtextil Trends
Quelle:

Messe Frankfurt Exhibition GmbH

INDIENS REGIERUNG FÖRDERT TEXTILINDUSTRIE Foto: Pixabay
11.09.2018

INDIENS REGIERUNG FÖRDERT TEXTILINDUSTRIE

  • Bekleidungsexporte sind rückläufig 

New Delhi (GTAI) - Strukturelle Schwächen und fiskalische Reformen setzen der indischen Textilbranche zu. Modernisierungen und Diversifizierungen sind notwendig. Hierbei setzen nun Fördermaßnahmen an.

  • Bekleidungsexporte sind rückläufig 

New Delhi (GTAI) - Strukturelle Schwächen und fiskalische Reformen setzen der indischen Textilbranche zu. Modernisierungen und Diversifizierungen sind notwendig. Hierbei setzen nun Fördermaßnahmen an.

Indiens Regierung hat im Wirtschaftsjahr 2016/17 (1. April bis 31. März) einige grundlegende Reformen auf den Weg gebracht wie die Einführung der landesweit einheitlichen Mehrwertsteuer (Goods and Services Tax; GST) sowie eine teilweise Geldentwertung. Diese Maßnahmen sollen die Gesamtwirtschaft mittel- bis langfristig voranbringen, haben jedoch in einzelnen Sektoren zu Verunsicherungen und Schwierigkeiten geführt, unter anderem in der Textilindustrie. Hinzu kommen hohe Baumwollpreise. Die Regierung versucht nun, der Branche mit Einzelmaßnahmen unter die Arme zu greifen. Ob diese ausreichen und zu einer nachhaltigen Besserung führen, bleibt abzuwarten. Schließlich sind es auch strukturelle Schwächen, die das Wachstum der Branche bremsen.
 
"Die durch GST-Einführung und Geldentwertung verursachte Delle ist mittlerweile überstanden. Die Strukturprobleme bleiben hingegen bestehen, so dass keine grundlegenden Veränderungen in der Textilindustrie zu erwarten sind", so die Einschätzung eines deutschen Zulieferers mit langjähriger Indienerfahrung im Gespräch mit Germany Trade & Invest (GTAI).

Regierung bringt Hilfsmaßnahmen auf den Weg
Einige Maßnahmen der Regierung dürften jedoch Erleichterungen schaffen. So wurden Anfang August 2018 die Einfuhrzölle auf 328 Textilprodukte, vor allem Stoffe und Vliesstoffe, von rund 5 bis 10 auf bis zu 20 Prozent angehoben. Ebenfalls Anfang des Monats brachte die Exekutive vier Gesetzentwürfe zur Abänderung des am 1. Juli 2017 eingeführten allgemeinen Umsatzsteuergesetzes ein. Dadurch sollen Erstattungen, beispielsweise von Steuern auf Vorprodukte, leichter und schneller möglich sein. Durch die Einführung der GST und die Verzögerungen bei der Erstattung ist vor allem die Liquidität kleiner und mittlerer Firmen, die das Gros der Textilunternehmen ausmachen, unter Druck geraten. So hat beispielsweise die Denim-Industrie nach der Steuereinführung vorübergehend 25 bis 30 Prozent ihrer Kapazität aus der Produktion nehmen müssen.
 
Auch das Textilministerium will die ihr anvertraute und schwächelnde Branche anschieben. So fügte sie Anfang August 2018 Änderungen an dem seit 1999 bestehenden Technology Upgradation Funds Scheme (TUFS) an. Dieses nun erweiterte Technologieförderprogramm erlaubt es Genossenschaftsbanken, Textilfirmen Finanzierungen für technologische Verbesserungen zu geben. Auch werden diese für Liability Partnerships zugänglich. Von den rund 1,1 Milliarden US-Dollar (US$), die der zentralstaatliche Haushalt im Fiskaljahr 2018/19 für die Textilindustrie bereithält, sind ein Drittel und damit 14 Prozent mehr als im Vorjahr für den TUFS bestimmt. Davon dürften vor allem Hersteller von Kunstfasertextilien sowie die Bekleidungsindustrie profitieren, verlautet aus Industriekreisen.

Die Existenz eines eigenen Textilministeriums zeigt, wie wichtig die Branche für Indien ist, nicht nur als Devisenbringer, sondern auch als Arbeitgeber. Die Gesamtbranche von Spinnereien, Webereien bis zu Bekleidung und anderen Fertigwaren steuerte 2017 rund 14 Prozent zur Wertschöpfung in der verarbeitenden Industrie sowie 13 Prozent zu den Deviseneinnahmen bei und beschäftigt direkt 40 Millionen und indirekt 60 Millionen Arbeitskräfte.

Als ein weltweit führender Produzent von Baumwolle, aber auch von Jute und Seide, hat Indien komparative Vorteile im Textilsektor und kann auf eine lange Tradition in der Verarbeitung zurückblicken. Entsprechend ist Baumwolle der Hauptrohstoff in der Garn- und Gewebeproduktion. An Garn wurden 2016/17 immerhin 5,7 Milliarden Tonnen gesponnen und damit eine jahresdurchschnittliche Steigerung von 3,1 Prozent in den Jahren 2011 bis 2017 erreicht. Zu Stoffen verarbeiteten die Webereien 63,5 Milliarden Quadratmeter 2016/17, nachdem es 2011 bereits 61,7 Milliarden waren. Der Anteil der Baumwollgewebe stieg 2011 bis 2017 von 51 auf 61 Prozent. Der Rest entfällt ungefähr zu gleichen Teilen auf Synthetik- und Mischgewebe.
 
Produktions- und Exportwachstum gerät ins Stocken
Ausgehend von einem vormals starken Wachstum ist die Regierung optimistisch. So soll laut Prognosen des Textilministeriums die indische Textil- und Bekleidungsindustrie ihren Umsatz von 2015 bis 2021 mehr als verdoppeln. Die Exporte sollen in der Zeit von 35 Milliarden auf 82 Milliarden US$ zulegen, nachdem sie sich von 2006 bis 2014 von 17,6 Milliarden auf 37,6 Milliarden US$ mehr als verzweifacht hatten. Danach stagnierten sie jedoch und verfehlten 2017/18 mit 35 Milliarden US$ das von der Regierung gesetzte Ziel um 10 Milliarden US$. Rückläufig war von 2015 bis 2017 die Produktion von Textilien und Bekleidung. Sie dürfte sich auch 2018 kaum verbessern.

Textil- und Bekleidungsindustrie in Indien 1)
  2015/16
 
2016/17 2)  2017/18 2)
Exporte von Textilien und Textilprodukten ohne Bekleidung in Mrd. US$ 18,1 18,2 18,7
Exporte von Bekleidung in Mrd. US$ 17,0 17,4 16,7
Importe von Garn, Stoffen und konfektionierten Artikeln in Mrd. US$ 1,7 1,5 k.A.
Veränderung der Produktion von Textilien  (in Prozent) -0,2 -3,2 k.A.
Veränderung der Produktion von nicht gestrickter Bekleidung (in Prozent) -3,6 -3,3 k.A.


1) Finanzjahre vom 1. April bis 31. März; 2) Daten für 2016/17 und 2017/18 vorläufig
Quelle: Statistisches Amt Indien
     

Bekleidungsindustrie muss modernisieren 
Indiens Textilindustrie hat zwar Kostenvorteile gegenüber Industrieländern und fortgeschrittenen Schwellenländern wie China. Kleinere Entwicklungsländer haben sich jedoch mittlerweile zu namhaften Konkurrenten aufgeschwungen und in Sachen Bekleidung Indien teilweise überrundet. So exportierten Bangladesch und Vietnam mehr Bekleidung als Indien. Hinzu kommt wachsende Konkurrenz durch andere Niedriglohnländer wie Kambodscha, Sri Lanka und Indonesien. Diese Länder verfügen teils über Freihandelsabkommen mit der EU, während Indien sich mit seinen Verhandlungen hierzu schwer tut. Auch haben die kleineren Konkurrenten ihre Bekleidungsindustrie auf den Export ausgerichtet und entsprechend modernisiert. Schließlich verfügen sie nicht über bedeutende Binnenmärkte. Anders die indischen Textilhersteller: Wenn es qualitativ für den Export nicht reicht, bleibt immer noch der 1,3 Milliarden Einwohner zählende und kräftig wachsende Inlandsmarkt, erklärten Branchenvertreter gegenüber GTAI.

Somit hat Indiens Bekleidungsindustrie noch erhebliches Modernisierungspotenzial und benötigt neue Produktionstechniken insbesondere zur Verbesserung der Betriebseffizienz. Zu den weiteren strukturellen Schwächen zählen die kräftigen Lohnsteigerungen bei unzureichenden Produktivitätszuwächsen und der Mangel an gut ausgebildeten Fachkräften. Weitere Nachteile sind die Fragmentierung der Bekleidungsindustrie - vielen Betrieben mangelt es an Größe - und die fehlende Anpassung an globale Modetrends. Während die Modewelt stärker zu Mischgeweben neigt, folgt indische Bekleidung diesem Trend noch nicht entsprechend. Es mangelt an Produktdiversifizierung.

Moderner sieht es im Spinnerei- und Webereisektor aus. Diesem bescheinigen Branchenkenner hinsichtlich Größe, Technologie, Produktivität, Qualität und Preis eine internationale Spitzenposition. Diese zeigt sich auch beim Maschinenimport. So war Indien 2017 der wichtigste Exportmarkt deutscher Spinnereimaschinen nach China und bei Webereimaschinen der fünftgrößte Markt, meldet der Fachverband Textilmaschinen des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA). Bei Textilveredelungsmaschinen rangiert Indien hingegen nicht unter den ersten sechs Exportmärkten, der Konkurrent Bangladesch aber sehr wohl.
 
Ausländische Direktinvestitionen sind zweistellig gestiegen
Ausländische Investitionen in die indische Textilindustrie sind willkommen und Firmengründungen zu 100 Prozent in ausländischer Hand möglich. Auf Förderreisen in Länder wie Japan, Deutschland, Italien und Frankreich wirbt Indien offensiv um Investoren und war damit nicht erfolglos. Der Zustrom an ausländischen Direktinvestitionen in den Textilsektor einschließlich gefärbter und bedruckter Textilien belief sich von April 2000 bis September 2017 auf 2,7 Milliarden US$. Jahresdurchschnittlich nahmen die kumulierten Investitionen von 2010 bis 2017 um 17,3 Prozent zu. Das Gros der Investitionen wird jedoch von Inländern gestemmt. So beliefen sich die Gesamtinvestitionen in Indiens Textilsektor von Juni 2017 bis Mai 2018 auf 4,2 Milliarden US$.

Kontaktadressen
Bezeichnung Internetadresse Anmerkung
Germany Trade & Invest http://www.gtai.de/indien Außenhandelsinformation für die deutsche Exportwirtschaft 
AHK Indien http://www.indien.ahk.de Anlaufstelle für deutsche Unternehmen
Ministry of Textiles http://www.texmin.nic.in Ministerium
Office of Textile Commissioner http://www.txcindia.gov.in Behörde
Confederation of Indian Textile Industry http://www.citiindia.com Textilindustrieverband
Textile Association India http://www.textileassociationindia.org Textilindustrieverband
The Clothing Manufacturers Association of India http://www.cmai.in Bekleidungsindustrieverband


    

Weitere Informationen:
Indien Bangladesch
Quelle:

Rainer Jaensch, Germany Trade & Invest www.gtai.de

Branchencheck in Asien Foto: Pixabay
19.06.2018

TEXTIL- UND BEKLEIDUNGSINDUSTRIE IN ASIEN: GTAI BRANCHENCHECK

GTAI-Experten beobachten und analysieren täglich die Entwicklung der wichtigsten deutschen Exportbranchen auf den Weltmärkten. Hier finden Sie Informationen zur Textil- und Bekleidungsindustrie in asiatischen Märkten zusammengefasst.
 
GTAI-Branchencheck - Vietnam
Textil- und Bekleidungsindustrie: Vietnam muss mehr als nähen

GTAI-Experten beobachten und analysieren täglich die Entwicklung der wichtigsten deutschen Exportbranchen auf den Weltmärkten. Hier finden Sie Informationen zur Textil- und Bekleidungsindustrie in asiatischen Märkten zusammengefasst.
 
GTAI-Branchencheck - Vietnam
Textil- und Bekleidungsindustrie: Vietnam muss mehr als nähen
Die Textil- und Bekleidungsindustrie ist eines der wichtigsten Standbeine der vietnamesischen Industrie und trug 2017 mit Ausfuhren in Höhe von 26 Milliarden US$ rund 6 Prozent zu den Gesamtexporten bei. Für 2018 strebt die Branche ein Wachstum von 7 bis 8 Prozent an, die Exporte sollen auf über 33 Milliarden US$ ansteigen. Um Ursprungsregeln der seitens Vietnams abgeschlossenen Freihandelsabkommen zu erfüllen, muss das Land eine höhere Wertschöpfung erzielen. Heimische Unternehmen wie die Vinatex-Gruppe oder Garco10, aber auch ausländische Betriebe investieren vermehrt in technische Innovationen und bauen der reinen Näherei vorgelagerte Prozesse wie Spinnen, Weben und Färben aus. Zudem beginnen erste Unternehmen, die Produktion zu automatisieren.
 
GTAI-Branchencheck - Usbekistan
Textil- und Bekleidungsindustrie: Investitionen für mehr als 2 Milliarden US$ geplant
Das Branchenprogramm für 2017 bis 2020 listet rund 130 Projekte mit einem Gesamtwert von 2 Milliarden US$ auf. Etwa die Hälfte der geplanten
Investitionen soll auf ausländische Engagements entfallen. Angestrebt ist, im genannten Zeitraum den jährlichen Ausstoß von fertigen Textilerzeugnissen zu verdoppeln. Usbekistan zählt mit einem jährlichen Aufkommen von mehr als 3 Millionen Tonnen Rohbaumwolle zu den weltweit größten Produzenten des weißen Goldes. Ein zweites Branchenprogramm sieht 2018 bis 2021 die Umsetzung von fünf Projekten für die Herstellung von Rohseide, Seidenwatte und -stoffen sowie fertigen Seidenerzeugnissen vor. Die erforderlichen Investitionen werden auf mindestens 26 Millionen US$ veranschlagt.
 
GTAI-Branchencheck – Myanmar
Textil- und Bekleidungsindustrie: Exportstärke durch Niedriglöhne
Die Aufhebung der Sanktionen durch die EU und die USA belebte spürbar das Investitionsklima der Branche, zumal dies verbunden war mit der Reaktivierung des GSP-Importstatus der EU (Generalised System of Preferences). Stammen die meisten Investoren aus China, Hongkong, Taiwan oder Südkorea fanden sich auch westliche Marken ein, wie GAP, H & M, Primark oder Marks & Spencer. Aktuell beschäftigt werden etwa 400.000 Arbeiter in fast 400 zumeist lediglich auf CMP ausgerichteten Fabriken (cut-make-pack), darunter 171 Auslandsinvestoren und 22 Joint Ventures. Der Export soll 2017 laut der Myanmar Garment Entrepreneurs Association um 40 Prozent auf über 3 Milliarden US$ angestiegen sein. Größter Abnehmer war erstmals die Europäische Union, vornehmlich Deutschland, vor Japan und Südkorea.

GTAI-Branchencheck – Georgien
Textil- und Bekleidungsindustrie: Mehrere Ausbauvorhaben geplant
Die Bekleidungsindustrie produziert jährlich Erzeugnisse für bis zu 70 Millionen US$. Hergestellt werden vorwiegend Erzeugnisse internationaler Marken für den Export. Einige neue Projekte in der Branche sind in Vorbereitung.
So will der türkische Jeanshersteller Baykanlar Textil bis Ende 2018 in Ozurgeti eine Fabrik für die Herstellung von Markenjeans errichten. In das Vorhaben sollen insgesamt 15 Millionen US$ fließen. Das rumänische Unternehmen MGMtex, eine Tochter der Schweizer Firma Ottorose, plant in Kooperation mit einem lokalen Partner die Aufnahme der Produktion von Markenbekleidung in Kutaisi. Die Investitionen für die erste und zweite Projektphase betragen mehr als 1,5 Millionen US$. Für die Beschaffung von Ausrüstungen kommt das Unternehmen in den Genuss von Fördermitteln aus dem staatlichen Programm Produce in Georgien.

GTAI-Branchencheck Turkmenistan
Textil- und Bekleidungsindustrie: Investitionen für etwa 300 Millionen US-Dollar avisiert
Die Textil- und Bekleidungsindustrie steht für 20 Prozent der Industrieproduktion und 30 Prozent des verarbeitenden Gewerbes Turkmenistans. Gut 300 Millionen US$ werden 2018 bis 2020/21 investiert. Auf der Projektliste stehen der Bau eines großen Textilkomplexes für die jährliche Verarbeitung von bis zu 5.000 Tonnen feinfasriger Baumwolle zu Halb- und Fertigprodukten (Inbetriebnahme: März 2021; Auftragnehmer: Cotam Enterprises Ltd., Britische Jungferninseln/Türkei) und einer Fabrik für die Produktion von jährlich 6.000 Tonnen Baumwollgarn (2019/20, Hilli yol), die Modernisierung einer Textilfabrik (Daschogus), einer Baumwollspinnerei (Tachtabasar) und einer Fabrik für medizinische Watte und kosmetische Baumwolle (Aschgabat; jeweils 2018/2019). Das Potenzial bei medizinischen Textilien, Baumwollstoffen, Chemiefasern und bei der Verarbeitung von Wolle und Kokons wird noch wenig genutzt.
 
GTAI-Branchencheck Aserbaidschan
Textil- und Bekleidungsindustrie: Leichtindustrie-Gewerbepark wirbt um Investoren
Aserbaidschan startete mehrere Projekte zur Wiederbelebung der Branche (Ausstoß 2017: 100 Millionen US$). In Mingatschewir entsteht seit Herbst 2016 ein Industriepark für die Leichtindustrie. Vorgesehen sind neun neue Fabriken für Baumwoll-, Acryl- und Wollgarn, Bekleidung, Strumpfwaren und Lederschuhe. Der Projektwert beträgt bis zu 150 Millionen US$. Die erste Fabrik für die jährliche Produktion von 20.000 Tonnen Garn befindet sich im Bau. Unter der 2016 gegründeten Dachorganisation für Teppichweberei Azerkhalcha sollen im Jahr 2018 zehn weitere kleinere Fabriken in Betrieb genommen werden. Die Gesellschaft Gilan Textil Park, Sumqayit, will ihre Exporte von Heimtextilien ausweiten. Auf mittlere Sicht ist auch der Bau einer Seidenspinnerei mit einer jährlichen Kapazität von 3.000 Tonnen Garn geplant.
 
GTAI-Branchencheck Armenien
Textil- und Bekleidungsindustrie: Interesse aus dem Ausland nimmt zu
Steigende Exporte von Bekleidung nach Russland und auf westliche Märkte lassen 2018 weitere Investitionen in die Textil- und Bekleidungsindustrie erwarten. So wollen italienische Investoren in Kapan (Region Sjunik) eine größere Trikotagenfabrik errichten. Das Unternehmen SASSTEX in Artik (Region Schirak) investiert in zwei Fabriken für die Herstellung von Mode- (Marke ZARA) und Arbeitsbekleidung. Die ägyptische Wassef Group erwägt die Produktion von Baumwollstoffen und Erzeugnissen daraus. Der Hersteller von Strumpfwaren und Kinderbekleidung Alex Textile mit Sitz in Eriwan setzt 2018 sein auf 28 Millionen US$ veranschlagtes Investitionsprogramm für den Ausbau der Produktion von Bekleidung und Trikotagen an mehreren Standorten in Armenien fort.

Weitere Informationen:
Asien Export
Quelle:

Germany Trade & Invest www.gtai.de

Textile Innovationen „made in Germany“ in den USA gefragt (c) KameraStudio für Messe Frankfurt Exhibition GmbH
05.06.2018

Textile Innovationen „made in Germany“ in den USA gefragt

“High-Tex from Germany” auf der Techtextil North America und der Texprocess Americas zeigte erneut, wie innovativ die deutsche Textilindustrie ist.

Back to the USA: Zum zweiten Mal gastierte die „High-Tex from Germany“ vom 22. bis 24. Mai auf der Techtextil North America und der Texprocess Americas. Insgesamt 66 Unternehmen präsentierten den Fachbesuchern technische Textilien, Vliesstoffe, textilverarbeitende Maschinen, Smart Textiles und Projekte aus der Textilforschung auf der vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie in Zusammenarbeit mit dem Ausstellungs- und Messe-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft (AUMA) durchgeführten Branchenleistungsschau. Bereits im Jahr 2000 konnte sich die Branche erstmals in den USA, danach 2002 in Shanghai und 2007 in Mumbai sowie zuletzt 2012 in Moskau erfolgreich präsentieren.

“High-Tex from Germany” auf der Techtextil North America und der Texprocess Americas zeigte erneut, wie innovativ die deutsche Textilindustrie ist.

Back to the USA: Zum zweiten Mal gastierte die „High-Tex from Germany“ vom 22. bis 24. Mai auf der Techtextil North America und der Texprocess Americas. Insgesamt 66 Unternehmen präsentierten den Fachbesuchern technische Textilien, Vliesstoffe, textilverarbeitende Maschinen, Smart Textiles und Projekte aus der Textilforschung auf der vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie in Zusammenarbeit mit dem Ausstellungs- und Messe-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft (AUMA) durchgeführten Branchenleistungsschau. Bereits im Jahr 2000 konnte sich die Branche erstmals in den USA, danach 2002 in Shanghai und 2007 in Mumbai sowie zuletzt 2012 in Moskau erfolgreich präsentieren.

„High-Tex from Germany erneut nach Atlanta zu holen, war eine sehr gute Entscheidung. Der Südosten der USA hat eine lange Textiltradition. Hier sind viele Unternehmen angesiedelt, die stets auf der Suche nach innovativen textilen Materialien und Maschinen zu deren Herstellung und Verarbeitung sind“, erklärte Detlev Rünger, Deutscher Generalkonsul in Atlanta anlässlich der Pressekonferenz der High-Tex from Germany. „Messen bringen Menschen zusammen. Das sieht man hier in Atlanta. Aus dem Grund unterstützen wir mit dem Auslandsmesseprogramm insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen dabei, ihre Produkte in Märkten im Ausland zu präsentieren“, betonte Patrick Specht, Referat Messepolitik und EXPO-Beteiligungen im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.

„High-Tex from Germany im Rahmen der Techtextil North America and Texprocess Americas war eine sehr gute Plattform für unsere Mittelständler. Nach der Techtextil und Texprocess in Frankfurt sind beide Veranstaltungen unserer Meinung nach inzwischen die zweitwichtigsten Ausgaben des Messe-Duos. High-Tex from Germany hat unsere Erwartungen voll erfüllt. Wer hier nicht dabei war, hat eine großartige Möglichkeit verpasst, wahrgenommen zu werden“, so Marc Lorch, Mitglied des Vorstandes der Zwissler Holding, der die teilnehmenden Unternehmen als Ausstellerpräsident vertrat.

Michael Metzler, Sales President von ZSK Stickmaschinen, bestätigt: „Ein German Pavilion dieses Formats ermöglicht uns eine enorme Sichtbarkeit. Durch die sehr gute Organisation können wir uns zudem auf unsere eigentlichen Aufgaben konzentrieren.“ Neben dem ansprechenden Standkonzept und der unkomplizierten und sehr guten Organisation, lobten die teilnehmenden Unternehmen vor allem die Qualität der Besucher. „Wir stellen regelmäßig auf der Techtextil North America aus. Im Rahmen der High-Tex from Germany hatten wir den besten Messetag, den wir hier jemals hatten. Der Pavillon ist ein Eyecatcher“, sagt Thomas Wiederer, Area Sales Manager bei Brückner Textile Technologies. „Die Besucher an unserem Stand zeigten substanzielles Interesse an unseren Produkten. Wir haben potentielle Kunden gewonnen und konnten zahlreiche hochwertige Kontakte knüpfen. Das Interesse an unseren, für diese Branche völlig neuen und hoch innovativen eTextile-Lösungen, war sehr hoch. Wir sind auf die Nachhaltigkeit gespannt“, sagt Andreas Lanyi, Vice President Digital Unit und Internet of Things des Hamburger Startups Lunative Laboratories.

Neben der Gewinnung neuer Kunden stand für die teilnehmenden Unternehmen die Pflege von Kundenbeziehungen im Mittelpunkt ihrer Beteiligung an „High-Tex from Germany. „Der deutsche Auftritt in Atlanta war für uns erneut eine gute Plattform, den amerikanischen Markt noch besser kennenzulernen. Wir haben seit zwei Jahren ein Werk in der Nähe von Atlanta und möchten unser Netzwerk langfristig weiter ausbauen“, so Ronny Schröder, Associate Sales Director Technical and Comfort Products bei Sandler. „Wir präsentieren uns stets sehr gerne im Rahmen der deutschen Gemeinschaftsbeteiligungen“, so auch Georg Voggenreiter, Technical Sales bei der Maschinenfabrik Herbert Meyer. „High-Tex from Germany war für uns erneut ein guter Ausgangspunkt, um die Kontakte zu unseren Kunden in den USA zu pflegen.“

Auf rund 1.300 Quadratmetern präsentierten sich die teilnehmenden Unternehmen mit eigenen Ständen, ausgewählten Exponaten auf einer zentralen „Plaza“ sowie in Rundgängen und insgesamt rund 35 Vorträgen. Ebenso gewährten die Deutschen Institute für Textil- und Faserforschung (DITF), der Industrieverband Veredlung, Garne, Gewebe und Technische Textilien (IVGT), die Standortagentur Tübingen- Reutlingen-Zollernalb sowie die German American Chamber of Commerce of the Southern U.S. Einblicke in aktuelle Forschungsprojekte und Brancheninformationen.

Foto: Pixabay
29.05.2018

ITALIENISCHE MODEINDUSTRIE AUF INNOVATIONSKURS

  • Digitalisierung und Nachhaltigkeit stehen im Fokus

Mailand (GTAI) - Die italienische Modebranche befindet sich im Wandel. Die Digitalisierung der Produktion und das Wachstum im Onlinehandel forcieren ein Umdenken in der traditionellen Branche. Das Thema Nachhaltigkeit gewinnt immer mehr an Bedeutung. Vor diesem Hintergrund investieren italienische Modehäuser zunehmend in ihre Zukunftsstrategien. Deutsche Unternehmen haben gute Geschäftsmöglichkeiten als Technologiepartner.

Die italienische Modeindustrie gehört zu den Kernbranchen der italienischen Wirtschaft. Im Jahr 2017 konnte der Sektor den Umsatz um 2,4 Prozent auf 54,1 Milliarden Euro steigern, das berichtet der Branchenverband Confindustria Moda. Für 2018 erwartet der Verband einen weiteren Zuwachs von 2,6 Prozent auf 55,4 Milliarden Euro. Bis 2020 soll die Marke von 60 Milliarden Euro übertroffen werden.
 

  • Digitalisierung und Nachhaltigkeit stehen im Fokus

Mailand (GTAI) - Die italienische Modebranche befindet sich im Wandel. Die Digitalisierung der Produktion und das Wachstum im Onlinehandel forcieren ein Umdenken in der traditionellen Branche. Das Thema Nachhaltigkeit gewinnt immer mehr an Bedeutung. Vor diesem Hintergrund investieren italienische Modehäuser zunehmend in ihre Zukunftsstrategien. Deutsche Unternehmen haben gute Geschäftsmöglichkeiten als Technologiepartner.

Die italienische Modeindustrie gehört zu den Kernbranchen der italienischen Wirtschaft. Im Jahr 2017 konnte der Sektor den Umsatz um 2,4 Prozent auf 54,1 Milliarden Euro steigern, das berichtet der Branchenverband Confindustria Moda. Für 2018 erwartet der Verband einen weiteren Zuwachs von 2,6 Prozent auf 55,4 Milliarden Euro. Bis 2020 soll die Marke von 60 Milliarden Euro übertroffen werden.
 
Doch die Branche entwickelt sich uneinheitlich. Seit Jahren stagniert der Umsatz von Vorprodukten wie Stoffen, während der Verkauf von Endprodukten wie Bekleidung, Schuhen und Taschen zulegt. Im Jahr 2017 konnten beide Sparten wachsen. Dabei bleiben Endprodukte (+2,9 Prozent) weiterhin erfolgreicher als Vorprodukte (+2,2 Prozent).
Grund für die positive Entwicklung der Modeindustrie in den vergangenen Jahren ist vor allem die starke Exportnachfrage nach italienischen Produkten. Im Jahr 2017 sind die Ausfuhren insgesamt um 3,5 Prozent gestiegen und konnten zum ersten Mal die Marke von 30 Milliarden Euro übersteigen.

Exportschlager sind vor allem Bekleidung (ein Drittel der Modeausfuhren), Lederwaren (circa 20 Prozent) und Schuhe (circa 18 Prozent), gefolgt von Stoffen (9 Prozent) und Wohntextilien (9 Prozent). Sorgen bereitet Branchenvertretern die Entwicklung in wichtigen Absatzmärkten. Exporte in die USA und nach Japan waren 2017 rückläufig, die steigende Nachfrage aus China und Russland konnte diese Verluste nicht ausgleichen.

Modeimporte steigen deutlich
Im Inland stagnierte die Nachfrage nach Mode im Jahr 2017. Gleichzeitig wurden deutlich mehr Vorprodukte aus Fernost und Endprodukte aus den Industrieländern importiert. Insgesamt legten die Einfuhren 2017 um 2,2 Prozent auf 21,1 Mrd. Euro zu, 2018 erwartet Confindustria ein weiteres Plus von 2,4 Prozent.

Deutschland gehört zu den wichtigsten Absatzmärkten italienischer Modehersteller, besonders beliebt bei deutschen Kundinnen sind italienische Schuhe und Taschen. Im Gegenzug rangierte Deutschland als Lieferland 2017 mit Importen im Wert von 1,3 Milliarden Euro (plus 4,1 Prozent) auf Platz vier, hinter China, Frankreich und Spanien. Circa die Hälfte der deutschen Modeeinfuhr entfällt auf Bekleidung, die andere Hälfte auf Textilien. Deutschland ist ein wichtiger Zulieferer von technischen Textilien, unter anderem für Sportartikel und für die Kfz-Branche.

Viele Unternehmen verstärken ihre Online-präsenz    
Die Digitalisierung der italienischen Industrie macht auch vor der Modebranche nicht halt. Dank neuer Technologien können traditionelle Hersteller ihre Kunden zunehmend ohne Zwischenhändler direkt erreichen. Wie gut das funktioniert, hat das italienische Start-up Yoox, ein Luxus-Mode-Onlinehändler, vorgemacht. Nach der Gründung im Jahr 2000 folgte 2015 die Fusion mit der französischen Online-Modegesellschaft und starken Konkurrentin Net-a-Porter. Inzwischen ist die Gruppe in 180 Ländern aktiv und konnte 2017 Umsätze in Höhe von 2,1 Milliarden Euro erzielen.
Viele Unternehmen verstärken ihre Onlinepräsenz und nutzen ihre Läden vor allem als Schaufenster, um Marken oder neue Kollektion bekannt zu machen. Das Unternehmen Beste mit der noch neuen Marke für Männer Monobi ist ein aktuelles Beispiel. Die traditionellen Modehäuser Loro Piana und Zegna sind bereits seit einigen Jahren in dieser Richtung aktiv.

Industrie 4.0 setzt Impulse
Die Digitalisierung ermöglicht Modehäusern auch neue Produktionsprozesse. Die Vernetzung von Maschinen verringert Produktionszeiten, erhöht die Effizienz, und reduziert den Strom- und Wasserverbrauch. Zudem haben Hersteller die Möglichkeit, maßgeschneiderte Lösungen anzubieten. Die Digitalisierung sorgt über Just-in-Time Konzepte auch dafür, dass Lagerbestände und Verkaufsflächen reduziert werden können, was zu sinkenden Kosten führt.

Bekannte italienische Modehäuser investieren kräftig in die Zukunft. Der Luxuskonzern Gucci hat circa 100 Millionen Euro in ein neues Innovationszentrum, das sogenannte ArtLab, im Großraum Florenz, investiert. Das Unternehmen Beste hat zwei Forschungsprojekte im Bereich Industrie 4.0 gestartet. Im Mittelpunkt der Forschung steht die Entwicklung neuer, umweltfreundlicher Stoffe sowie die Entwicklung einer digitalen Plattform für die Projektierung, Produktion und Distribution von Bekleidungsstücken.

Nachhaltigkeit wird zunehmend zum Verkaufsargument
Auch das Thema Nachhaltigkeit gewinnt immer mehr an Bedeutung. So organisiert die Nationale Kammer für italienische Mode (CNMI) Diskussionsrunden zum Thema. Das Modehaus Ferragamo hat einen Nachhaltigkeitsplan vorgestellt, der die Reduktion der Treibhausgasemissionen sowie des Energieverbrauchs vorsieht. Eine neue Entwicklung von Ferragamo ist auch ein nachhaltiger Stoff aus Orangenschalen.

Gucci, Armani, Bulgari, die Liste der weltbekannten italienischen Modekonzerne ist lang. Gleichzeitig gibt es in Italien aber auch eine große Zahl von kleinen und kleinsten Branchenfirmen. Im Jahr 2017 betrug die durchschnittlich Mitarbeiterzahl der Betriebe 9 Beschäftigte. Auch kleine und mittelgroße Betriebe setzten auf Nachhaltigkeit.

Für entsprechende Investitionen stellt die italienische Großbank Unicredit zusammen mit der Europäischen Investitionsbank zinsgünstige Kredite für kleine und mittlere Modeunternehmen (bis zu 250 Mitarbeiter) zur Verfügung. Ähnliche Programme stellt die Großbank Intesa Sanpaolo bereit.

Quelle:

Robert Scheid, Germany Trade & Invest www.gtai.de

mtex+ und LiMA 2018 (c) Messe Chemnitz
22.05.2018

mtex+ und LiMA 2018: BRÜCKENSCHLAG ZWISCHEN TECHNISCHEN TEXTILIEN UND LEICHTBAU

147 Aussteller aus sechs Ländern präsentieren am 29./30. Mai 2018 in Chemnitz anwendungsorientierte textile und Leichtbau-Lösungen für Branchen von A bis Z und stellen zahlreiche Neuheiten vor - Sonderschauen und Fachveranstaltungen vertiefen Messethemen und geben Anstöße für Innovationsentwicklung und Geschäftskontakte

147 Aussteller aus sechs Ländern präsentieren am 29./30. Mai 2018 in Chemnitz anwendungsorientierte textile und Leichtbau-Lösungen für Branchen von A bis Z und stellen zahlreiche Neuheiten vor - Sonderschauen und Fachveranstaltungen vertiefen Messethemen und geben Anstöße für Innovationsentwicklung und Geschäftskontakte

Mit einem Plus an Ausstellern von zehn Prozent und einer um 20 Prozent vergrößerten Fläche geht das Messe-Duo mtex+ und LiMA am 29./30. Mai 2018 an den Start. In Halle 1 der Messe Chemnitz präsentieren 147 Unternehmen und Forschungseinrichtungen auf 4200 Quadratmetern anwendungsorientierte textile und Leichtbaulösungen für Branchen von A wie Architektur bis Z wie Zugtechnik. Zur Vorveranstaltung 2016 waren 134 Aussteller auf 3500 Quadratmeter in Chemnitz vertreten. „Wir freuen uns, dass das Zusammenwachsen der Technologiefelder Technische Textilien und Leichtbau in unserem Messe-Duo noch sichtbarer wird. Dabei zeigen nicht nur Aussteller aus der mitteldeutschen Industrie- und Forschungsregion ihr Know-how. Ebenso können wir Unternehmen und Forschungseinrichtungen aus dem weiteren Deutschland sowie aus Belgien, Frankreich, Österreich, der Schweiz und Tschechien in Chemnitz begrüßen. Für uns ein Beleg, dass das weitere Zusammenführen von mtex+ und LiMA unter dem neuen Slogan ‚Exzellente Verbindungen: Technische Textilien treffen Leichtbau‘ greift“, betont Dr. Ralf Schulze, Geschäftsführer der C³ Chemnitzer Veranstaltungszentren GmbH, zu welcher die Messe Chemnitz gehört.

Neuheiten von textilen Leiterplatten bis Zug-Komponenten aus Basalt und Bambus
Die Internationale Messe für Technische Textilien mtex+ und die Leichtbaumesse LiMA fokussieren funktionalisierte und intelligente Textilien sowie Leichtbauwerkstoffe und –produkte, digitalisierte Produktion, Verfahrens-, Prozess- und Technikentwicklung, Veredlung sowie Recycling. Die Aussteller warten 2018 mit zahlreichen Neuheiten auf. Der Vliesstoff-Konfektionär Glatzeder kommt mit Schutzanzügen aus einem völlig neuen Material nach Chemnitz, das für Arbeit unter Extrembedingungen geeignet ist.  Eine speziell für Sicherheitskräfte entwickelte Schnittschutzbekleidung zeigt Wattana. Flexible textile Leiterplatten aus leitfähigem Vliesstoff sind eine Neuentwicklung von Norafin.  Eine die Lebensdauer von Kunstleder-Polsterungen verlängernde Oberflächenversiegelung präsentiert Vowalon. Leichte interaktive Bauelemente sowie Tische und Sitzgelegenheiten aus Textilbeton stellt die TU Chemnitz vor. Verkleidungs- und Interieurteile für Schienenfahrzeuge mit Basalt- und Bambusfasern zeigt HÖRMANN Vehicle Engineering.
Neben den Ausstellungsständen bieten neue und bewährte Sonderschauen Einblicke in innovative Entwicklungen. Erstmals auf dem Programm stehen „light.building“ zum Leichtbau in Architektur und Bauwesen und „flexible.protect“ zu Schutz- und Sicherheitstextilien für Mensch, Natur, mobile und immobile Güter. Fortgesetzt wird die bereits 2016 erfolgreiche Ausstellung „health.textil“ mit Medizin-, Gesundheits- und Wellnesstextilien.

Kompakt, intensiv und international
Die Stand- und Sonderschau-Präsentationen demonstrieren die wachsende Einsatzbreite von Technischen Textilien und Leichtbau. „Hightech-Textilien und Leichtbaulösungen erobern immer neue Anwendungsfelder. Kompakt zu sehen sind die vielfältigen Möglichkeiten in der mitteldeutschen Industriemetropole Chemnitz, die zugleich ein Zentrum innovativer Textilindustrie war und ist. Die Atmosphäre des kleinen, aber feinen Messe-Duos der kurzen Wege und intensiven Kontakte schätzen nicht nur die Akteure der starken sächsisch-thüringischen Textilregion, sondern genauso Unternehmen und Forschungseinrichtungen aus dem Ausland. So sind der Textilverband ATOK und das Techtex-Cluster CLUTEX aus Tschechien mit einem Firmengemeinschaftsstand und das Smart-Textiles-Netzwerk aus Österreich erneut bei uns zu Gast“, informiert Dr. Jenz Otto, Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Nord-Ostdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie e. V. (vti) und ergänzt: „Die Schau ist nicht nur für die fachlichen Insider ein Pflichttermin, auch die Bundespolitik zeigt großes Interesse an den Textil- und Leichtbau-Kompetenzen der Region. So folgt der Beauftragte der Bundesregierung für Mittelstand und für die neuen Bundesländer, Christian Hirte, unserer Einladung zu einem Besuch des Messe-Duos.“ Der vti ist seit Anbeginn Hauptpartner und Impulsgeber für die kontinuierliche Weiterentwicklung der Veranstaltung.

Bezahlbare Leichtbautechnologien für die Großserie
Exzellente Verbindungen zwischen Technischen Textilien und Leichtbau entstehen in Form von Produkt- und Verfahrensinnovationen insbesondere an den universitären und außeruniversitären Forschungseinrichtungen der mitteldeutschen Wissenschaftsregion. Ein Netzwerk, in dem viele Fäden zusammenlaufen, ist die Allianz Textiler Leichtbau (ATL). Hier arbeiten die Cetex Institut für Textil- und Verarbeitungsmaschinen gGmbH, das Fraunhofer-Forschungszentrum „Systeme und Technologien für textile Strukturen“ (STEX), das Institut für Strukturleichtbau an der TU Chemnitz und das Sächsische Textilforschungsinstitut e. V. (STFI) an ganzheitlichen Prozessketten zur ressourceneffizienten Herstellung textiler Halbzeuge und textilverstärkter Hochleistungsbauteile. „Wir bündeln unsere Kompetenzen und Erfahrungen, um textile Leichtbautechnologien für Großserienanwendungen zu entwickeln und mit diesem ganzheitlichen Herangehen den Leichtbauerfolg von morgen zu sichern“, erläutert ATL-Sprecher und Cetex-Geschäftsführer Sebastian Nendel. Die Allianz ATL stellt nach 2016 erneut auf mtex+ und LiMA aus und rückt Lösungen aus Faserverbundwerkstoffen für einen bezahlbaren Leichtbau in Großserie in den Mittelpunkt. Gemeinsam mit dem Industriepartner HÖRMANN Vehicle Engineering sowie dem deutschlandweit einzigen Bundesexzellenzcluster für Leichtbauforschung MERGE der TU Chemnitz werden vor allem Anwendungen für den Mobilitätsbereich gezeigt. Während in der HÖRMANN-Präsentation Textil-Leichtbau-Lösungen für Schienenfahrzeuge im Mittelpunkt stehen, stellt die ATL neue Serienanwendungen für Straßenfahrzeuge vor. Dazu gehören ein Motorträger für ein Elektrofahrzeug, der aufgrund seiner Konstruktion, Fertigung und Materialzusammensetzung um rund ein Drittel leichter ist als ein vergleichbarer Träger aus Metall und zudem kostengünstiger hergestellt werden kann. Weiter zu sehen sind ein Leichtbau-Erdgasrack für ein Serienfahrzeug aus Faser-Kunststoff-Verbund, ein Carbon-Aluminium-Sandwich für Leichtbauräder, ultraleichte Verbunde aus Organoblechen und Holz sowie zahlreiche weitere Leichtbau-Innovationen.

Renommierte Chemnitzer Textiltechnik-Tagung erneut in der Messe Chemnitz
Begründer der ATL sowie Initiator und Förderer einer generell engen Vernetzung von Textil- und Leichtbauakteuren ist Prof. Dr. Lothar Kroll. Der Sprecher des Bundesexzellenzclusters MERGE und Direktor der Cetex hat maßgeblich beigetragen, die vom Cetex-Förderverein veranstaltete renommierte Chemnitzer Textiltechnik-Tagung CTT eng mit mtex+ und LiMA zu verbinden. So findet nach der Premiere 2016 die CTT auch in diesem Jahr in der Messe Chemnitz statt. Am 28./29. Mai 2018 werden mehr als 200 internationale Teilnehmer aus Industrie und Wissenschaft zur 16. Auflage dieser im Zwei-Jahres-Turnus stattfindenden Veranstaltung erwartet.  „Wir schlagen hier eine Brücke zwischen Maschinenbau, Textiltechnik und Leichtbau, präsentieren aktuelle Forschungsergebnisse und Trends aus diesen Bereichen und können greifbare Entwicklungen daraus auch bereits an den Messeständen sehen. Aufgrund der besonderen Relevanz des Themas Leichtbau für den Umweltschutz werden neue Leichtbautechnologien zunehmend grenzübergreifend auch in Kooperation mit internationalen Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft entwickelt“, so Prof. Lothar Kroll.

Begleitprogramm mit vielen Höhepunkten
Das Begleitprogramm von mtex+ und LiMA greift weitere technisch und wirtschaftlich relevante Themen rund um Technische Textilien und Leichtbau auf. Dazu gehört das Fachforum „light.building“ zum vielfältigen Einsatz textilverstärkter Leichtbaustrukturen in Bau und Architektur am 29. Mai, organisiert von der Professur Strukturleichtbau und Kunststoffverarbeitung der TU Chemnitz. Textile Lösungen für Innovationen in der Gesundheitswirtschaft werden in einer von der Wirtschaftsförderung Sachsen ebenfalls am 29. Mai veranstalteten Projektwerkstatt diskutiert.
Eine Einführung in die Innovationsmethode Design Thinking und Impulse für neue Geschäftsmodelle gibt die Design-Challenge am 29. Mai. Initiatoren des Workshops sind die Juniorprofessur Entrepreneurship in Gründung und Nachfolge, Stiftungsprofessur der Sparkasse Chemnitz, an der TU Chemnitz in Zusammenarbeit mit dem futureTex-Projekt „Geschäftsmodellinnovationen“. Eine weitere futureTEX-Veranstaltung findet am 30. Mai statt. In der Kompetenzwerkstatt „Wie leicht ist Leichtbau – Neue textile Wege“ stellen Partner des größten bundesdeutschen Projektes in der Textilwirtschaft aktuelle Entwicklungen, Anwendungspotenziale und Rahmenbedingungen für einen industriellen Transfer vor. Workshops mit Live-Vorführungen zur Integration von Elektronik und Sensorik in Textilien bietet das SmartTex Netzwerk Thüringen an beiden Messetagen an.
Unter dem Slogan „go textile!“ werden ebenfalls an beiden Messetagen die vielfältigen beruflichen Möglichkeiten auf den Zukunftsfeldern Technische Textilien und Leichtbau für Schüler, Studenten sowie Berufserfahrene aufgezeigt.
Zur Vertiefung von Geschäftskontakten und der Anbahnung neuer Projekte laden am 29. Mai ein Deutsch-Tschechisches Unternehmertreffen und am 30. Mai ein B2B Businessbrunch mit Unternehmen aus der Nachbarrepublik ein. Kontakte und Inspirationen für zukünftige Geschäfte in entspannter Atmosphäre verspricht der Netzwerkabend am Ende des ersten Messetages. In diesem Rahmen wird u. a. zum dritten Mal der mtex+-Innovationspreis vergeben.

Weitere Informationen zum Programm sowie zu den Messen insgesamt unter: www.mtex-lima.de

 

ÄTHIOPIEN KANN WEITERE TEXTILFABRIKEN ANSIEDELN Foto: Pixabay
15.05.2018

ÄTHIOPIEN KANN WEITERE TEXTILFABRIKEN ANSIEDELN

  • Sudanesische und chinesische Investoren wollen Rohstoffversorgung sichern

Nairobi (GTAI) - Äthiopien kann weitere Erfolge bei der Ansiedlung von Textilunternehmen verbuchen: Ein britisches Unternehmen will 100 Millionen US-Dollar (US$) investieren, ein chinesisches sogar 220 Millionen US$. Damit wird der Textilsektor immer mehr zu einem Selbstläufer, denn die Geldgeber wollen zunehmend die inländische Industrie mit Vorerzeugnissen beliefern. Wer investiert, sollte derweil nicht nur die finanziellen Mittel aufbringen, sondern auch den Rohstoff Baumwolle, so Marktkenner.

  • Sudanesische und chinesische Investoren wollen Rohstoffversorgung sichern

Nairobi (GTAI) - Äthiopien kann weitere Erfolge bei der Ansiedlung von Textilunternehmen verbuchen: Ein britisches Unternehmen will 100 Millionen US-Dollar (US$) investieren, ein chinesisches sogar 220 Millionen US$. Damit wird der Textilsektor immer mehr zu einem Selbstläufer, denn die Geldgeber wollen zunehmend die inländische Industrie mit Vorerzeugnissen beliefern. Wer investiert, sollte derweil nicht nur die finanziellen Mittel aufbringen, sondern auch den Rohstoff Baumwolle, so Marktkenner.

Der äthiopische Textil- und Bekleidungsmarkt kann zwei Neuzugänge verbuchen: die britische Intrade Co. UK Ltd. und die chinesische Wuxi No. 1 Cotton Investment Co. Ltd. Dabei will Intrade eine Textil- und Bekleidungsfabrik im Mekelle Industrial Park (Tigray Regional State) bauen, der im Juli 2017 eröffnet wurde. Erste Kostenschätzungen liegen bei 100 Millionen US$. Intrade ist eine Offshore-Gesellschaft der sudanesischen Mahgoub-Sons-Gruppe. Das Unternehmen hat sich mit der Ethiopian Investment Commission auf einen Investitionsrahmen von 200 Millionen US$ verständigt, der auf insgesamt drei Projekte verteilt wird. Das Textilprojekt soll in 16 Monaten erstellt werden.

Liefersicherheit bei Baumwolle wird zum Thema
Dabei geht es der sudanesischen Gruppe nicht nur um die Textilproduktion, sondern auch um lukrative Liefergeschäfte für eigene Baumwolle. Man habe die Kapazität jährlich 500.000 Tonnen langstapelige Qualitätsbaumwolle zu liefern, sagt Wagdi Mirghani Mahgoub, leitender Intrade-Geschäftsführer. Die Versorgung mit Rohbaumwolle ist für die aufstrebende äthiopische Textilindustrie zunehmend ein Problem, seit einige asiatische Länder Exportstopps für den Rohstoff verfügt haben, darunter die VR China und Indien. Zur Mahgoub-Sons-Gruppe gehört auch das Unternehmen The African Plantation, das in Sudan 33.000 Hektar Agrarland bewirtschaftet.

Die zweite und größere Textilinvestition des Jahres 2018 hat hingegen Wuxi No. 1 Cotton Investment angekündigt: In dem in Kürze eröffnenden Dire Dawa Industrial Park soll eine Textilfabrik eröffnet werden. In einer ersten Phase sind 80 Millionen US$ vorgesehen, weitere Investitionen in Höhe von insgesamt 140 Millionen US$ sollen folgen. Das Unternehmen will hochmoderne Textilmaschinen installieren, um anspruchsvolle Märkte in Europa, Japan, Südkorea und Südostasien beliefern zu können. Partner sind nach eigenen Angaben führende Weltmarken. Wuxi verfolgt bereits ein Projekt in der äthiopischen Stadt Adama und hat ferner Pläne, in Äthiopien Baumwolle anzubauen.

Äthiopien gilt als erste Textiladresse in Afrika
"Bekleidungsfirmen sind Nomaden", weiß ein Branchenberater, "sie gehen dorthin, wo es für sie am billigsten ist. Steigen Löhne und Nebenkosten in Ländern wie Bangladesch oder der VR China zu stark, zieht die Karawane weiter." Südlich der Sahara hat sich bislang nur Mauritius einen Namen als Produzent hochwertiger Bekleidung gemacht. Versuche in Namibia und Lesotho im größeren Stil Textil- und Bekleidungsfirmen anzusiedeln, waren bislang nicht erfolgreich. Kenia und Ghana haben derweil viel zu teure Produktionsbedingungen.

Äthiopien bietet unterdessen gleich mehrere Vorteile: Löhne und Nebenkosten sind extrem niedrig und liegen im Vergleich weit unter den chinesischen. Eine Arbeitskraft in den äthiopischen Sweatshops verdient im Jahr durchschnittlich 909 US$, fand das US-amerikanische Centre for Global Development heraus. In Bangladesch sind es hingegen 835 US$ und in Tansania und Kenia sogar 1.776 US$ beziehungsweise 2.118 US$. Ein weiteres Plus: Äthiopische Näherinnen gelten als ausgesprochen fleißig und zuverlässig. Zudem gibt es eine Tradition in der Textil- und Bekleidungsproduktion sowie der Lederverarbeitung und somit existiert ein Grundstock an angelernten Fachkräften.

Infrastruktur macht Riesenfortschritte
Die Versorgung mit einheimischer Baumwolle und Leder muss derweil ausgebaut werden, denn in den Dürrejahren 2016 und zum Teil 2017 war die Versorgung mit Baumwolle unzureichend. Die Regierung zeigt sich kooperativ und hat ein zunehmend offenes Ohr für die Bedürfnisse der Produzenten. Die Infrastruktur wird aktuell nachhaltig verbessert, insbesondere die Transportwege zum benachbarten Seehafen Dschibuti, von dem aus Europa schneller zu erreichen ist als aus Fernost. Und, last not least, verfügt die äthiopische Hauptstadt Addis Abeba über ein fähiges Luftverkehrsdrehkreuz mit einem Dutzend Direktflügen in die EU, darunter Frankfurt und Wien. Hinzu kommt ein modernes Luftfrachtzentrum.

Genauso wichtig wie die Lieferwege sind die vergleichsweise modernen Produktionsbedingungen in den landesweit neu entstehenden Industriezentren. Hier ist alles "Made in China": Zäune, Zugangskontrollen, Straßen, Strom- und Wasserversorgung, Müll- und Abwasserentsorgung, Arbeitersiedlungen. Aus europäischer Sicht mag dies nach chinesischer Dominanz aussehen, aus äthiopischer Sicht jedoch werden Arbeitsplätze geschaffen, Familien ernährt und Devisen verdient. Unter besseren Arbeitsbedingungen als in Bangladesch, meinen Kenner.

Nach den Vorstellungen der äthiopischen Regierung befindet sich das Land in einem Transformationsprozess: Weg von einer agrarbasierten Ökonomie und hin zu einem Industriestaat. Schon 2025 soll das Land einen "middle-income status" erreichen und zum größten industriellen Produktions-Hub Afrikas aufsteigen. Um dies zu erreichen, investiert Äthiopien massiv in Straßen, Eisenbahnen und die Stromerzeugung, in Gesundheit und Ausbildung, in städtische und ländliche Entwicklung und in die Schaffung industrieller Cluster.

Zollvorteile in den USA und Europa
Äthiopien profitiert bislang vom African Growth and Opportunity Act (AGOA) der USA, der zum Beispiel bei Baumwollhosen eine Einsparung bei den Importzöllen von 16,8 Prozent ermöglicht und bei Synthetik-Hemden eine von 30 Prozent. Darüber hinaus hat Äthiopien zollfreien Zugang zum EU-Markt unter der Everything-but-Arms-Initiative. Befürchtungen, US-Präsident Donald Trump könnte AGOA kippen, haben sich bislang nicht bewahrheitet.

Äthiopische Exporte von Textilien, Bekleidung und Lederwaren
(einschließlich Schuhe; in Mio. US$)

SITC-Warengruppe
 2014 2015 2016
61 Leder und Lederwaren    97,51    98,20
78,63  

65 Garne, Gewebe, fertiggestellte Spinnstofferzeugnisse und verwandte Waren
 39,34  39,12 29,61
84 Bekleidung und Bekleidungszubehör  55,53  77,94  68,25
85 Schuhe            
 33,88
 37,69  43,80
Summe 226,26 252,95  220,2

Quelle: Comtrade

Deutsche Exporte ausbaufähig
Deutsche Verkäufer von Technik für die Textil-, Bekleidungs- und Lederindustrie sind in Äthiopien bislang nicht gut aufgestellt. Nach den vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes (SITC 724) ging 2017 nur für 2,84 Millionen Euro einschlägige Technik nach Äthiopien, immerhin 169 Prozent mehr als im Vorjahr.

Äthiopische Importe von Maschinen, Apparaten und Geräten für die Textil- und Lederindustrie sowie Teile davon
(SITC 724; in Mio. US$)

Lieferland 2014    2015 2016
Insgesamt 131,30 170,51 111,10
.. VR China  43,87  42,40 62,07
..Italien 6,38 11,75 11,72
..Japan 4,40 10,11 6,89
..Türkei    4,86 19,14 4,92
..andere asiatische Länder, nicht spezifiziert 1,85 1,87 4,11
..Indien  6,07 6,49 3,06
..Deutschland 9,22 9,08 2,44

Quelle: Comtrade

 

Weitere Informationen:
Äthiopien Textilfabriken Export Afrika
Quelle:

Martin Böll, Nairobi (GTAI)

INTERTEXTILE SHANGHAI HOME TEXTILES  SPRING (c) Messe Frankfurt (HK) Ltd.
03.04.2018

INTERTEXTILE SHANGHAI HOME TEXTILES SPRING: GELEGENHEIT FÜR KONKRETE GESCHÄFTSABSCHLÜSSE UND MARKENBILDUNG IN CHINA

  • Qualitätslieferanten stellten Käufer mit einer breiten Palette von Beschaffungsbedürfnissen zufrieden
  • Rahmenprogramm vermittelte den Messebesuchern Einblicke

Die Frühjahrsausgabe 2018 der Intertextile Shanghai Home Textiles schloss mit positiven Geschäftsergebnissen. Während der Hauptbeschaffungssaison für Heimtextilien in China zog die dreitägige Messe 12% mehr Käufer an als im letzten Jahr. Insgesamt kamen 20.870 Besucher (2017: 18.596) aus 68 Ländern und Regionen, um eine breite Palette an Fertigwaren zu beziehen, darunter Bett-, Frottee- sowie Tisch- und Küchenwäsche. 232 Aussteller aus 11 Ländern und Regionen (2017: 204, acht Länder und Regionen), darunter namhafte internationale Marken wie Cotton Council International und Asahi Kasei sowie heimische Größen wie Ruyi, Sunvim und Yueda stellten aus und lobten die Messe als eine der effektivsten Handelsplattformen zu dieser Jahreszeit für die Heimtextilindustrie.

  • Qualitätslieferanten stellten Käufer mit einer breiten Palette von Beschaffungsbedürfnissen zufrieden
  • Rahmenprogramm vermittelte den Messebesuchern Einblicke

Die Frühjahrsausgabe 2018 der Intertextile Shanghai Home Textiles schloss mit positiven Geschäftsergebnissen. Während der Hauptbeschaffungssaison für Heimtextilien in China zog die dreitägige Messe 12% mehr Käufer an als im letzten Jahr. Insgesamt kamen 20.870 Besucher (2017: 18.596) aus 68 Ländern und Regionen, um eine breite Palette an Fertigwaren zu beziehen, darunter Bett-, Frottee- sowie Tisch- und Küchenwäsche. 232 Aussteller aus 11 Ländern und Regionen (2017: 204, acht Länder und Regionen), darunter namhafte internationale Marken wie Cotton Council International und Asahi Kasei sowie heimische Größen wie Ruyi, Sunvim und Yueda stellten aus und lobten die Messe als eine der effektivsten Handelsplattformen zu dieser Jahreszeit für die Heimtextilindustrie.

"Dank der revitalisierten Marktbedingungen in China und der gestiegenen Anzahl von Käufern hatten unsere Aussteller eine erfolgreiche Messe. Sie erhielten nicht nur Aufträge vor Ort und knüpften Kontakte zu neuen Kunden, sondern sie schätzten die Intertextile Shanghai auch als einen Kanal zum Aufbau ihrer Marke, um ihr Geschäftsnetzwerk in China zu erweitern. Neben dem stärkeren chinesischen Markt war ein weiterer Grund für den Käuferanstieg in diesem Jahr das starke Wachstum der vier parallel stattfindenden Messen. Dies führte zu einem differenzierteren Käuferprofil mit einer erhöhten Nachfrage aus verschiedenen Teilbereichen der Textilindustrie", so Frau Wendy Wen, Senior General Manager der Messe Frankfurt (HK) Ltd.    
 
Aussteller Meinungen:

Wang Si Qi, Repräsentant der Vertriebsabteilung für Fasern, Asahi Kasei Advance (Shanghai) Co., Ltd, Japan
"Wir kamen auf die Messe, um unsere Bekanntheit zu steigern und unsere Marke zu fördern. Da unsere Produkte selten auf dem Markt sind und einen perfekten Ersatz für traditionelle Materialien darstellen, waren die meisten Käufer, die unseren Stand besuchten, interessiert. Es ist uns gelungen, unsere Marke zu fördern und mehr Marktteilnehmer darüber zu informieren. Wir sind sehr zufrieden mit der Zahl der Besucher. Vertreter verschiedener Branchen mit unterschiedlichen Produkten in verschiedenen Preisklassen sind alle hier. Dies hilft uns, unseren Ruf in der Branche zu stärken."

Frau Allisa Lau, Senior Managerin, Chain Supply, Chain & Verbrauchermarketing, Cotton Council International, USA
"Wir sind in diesem Jahr mit der Besucherzahl zufrieden, da wir Kontakte zu vielen Herstellern geknüpft haben. Die meisten von ihnen sind unsere Zielgruppe. Die Messe war immer hilfreich für unseren Council, da wir bestehende Kunden kontakten und gleichzeitig potenzielle neue Kunden entdecken können."

Trevor Beuth, Geschäftsführer, Australian Alpaca Bedding Company Pty Ltd, Australien
"Wir stellen auf der Intertextile Shanghai aus, weil ich glaube, dass es zu dieser Jahreszeit die wichtigste Messe in Asien ist, und sie darüber hinaus auch eine große globale Reichweite hat. Wir hoffen, unsere Marke und unseren Ruf hier auf der Messe und in China zu etablieren. Unsere Produkte wurden von chinesischen Käufern sehr stark nachgefragt. Insgesamt hatten wir eine sehr arbeitsintensive Show, mit der wir zufrieden sind. Wir haben bereits mit einigen großen chinesischen Unternehmen zusammengearbeitet und sie kamen, um uns auf diese Messeausgabe noch einmal zu sehen, aber nahezu alle Besucher, die diesmal zu unserem Stand gekommen sind, waren neu für uns."
 
Tetsuo Tosaki, Manager, Tamurakoma & Co., Ltd, Japan
"Der Grund, warum wir hierher kommen, ist, dass es zu dieser Jahreszeit die größte Messe in Asien und die Marke Intertextile in Japan sehr bekannt ist. Wir haben an jedem Messetag fast 100 Kunden getroffen, darunter Hersteller, Markenhändler und Großhändler. Diese Show hilft uns, unsere Kunden besser kennenzulernen und unser Geschäft in China auszubauen. Der chinesische Markt entwickelt sich in den letzten Jahren rasant. Die Teilnahme an dieser Messe ist ein guter Start für uns und das Ergebnis übertrifft meine Erwartungen."
 
Herr Sunwei, Marketing Manager, Shanghai Yueda Xiangyun Home Textile Co., Ltd, China
"Zu unseren Besuchern zählen zu 80% Bestandskunden, die direkt vor Ort bestellt haben, die restlichen sind neue Kunden, die daran interessiert sind, unsere Franchisenehmer zu werden. Es ist überraschend, dass wir in nur zwei Messetagen so viele Bestellungen erhalten haben. Fast 90% unserer Kunden, die uns auf der Messe besuchten, haben Bestellungen aufgegeben, und wir haben mehr als 10 potenzielle Franchisenehmer getroffen. Dies ist wirklich eine ertragreiche Veranstal¬tung, die uns hilft, mit alten Kunden in Kontakt zu bleiben und neue Geschäfte aufzubauen."

Gao Qi, Bezirksleiter, Sunvim Co., Ltd, China
"In dieser Ausgabe präsentierten wir speziell für die Frühjahrssaison 2018 entworfene Frottier- und Bettwaren. Die Intertextile Shanghai ist eine der wichtigsten Plattformen für uns, um neue Produkte für das aktuelle Jahr auf den Markt zu bringen. Auf der einen Seite suchen viele Lieferanten und Markenkäufer in dieser Peak-Sourcing-Saison nach neuen Artikeln. Auf der anderen Seite werden viele hochwertige Einkäufer und Entscheidungsträger zur Messe eingeladen. Der Besucherfluss ist hoch, und wir können sowohl unsere Markenpopularität steigern als auch Bestellungen nach der Messe erhalten."
Qualitätslieferanten stellten Käufer mit einer breiten Palette von Beschaffungsbedürfnissen zufrieden. Während die Aussteller erfreut waren, neue Kunden zu treffen und Aufträge vor Ort zu erhalten, schätzten internationale und inländische Käufer auch die breite Palette von Produkten, die sie auf der Messe entdecken konnten.

Käufer Meinungen:

Anil Miglani, Präsident, SawHill Intl Ltd (Toronto), Kanada
"Diese Messe war immer zufriedenstellend, da wir jedes Mal einige interessante und potenzielle Lieferanten treffen können. Bisher haben wir zwei bis drei Aussteller gefunden, auf deren Zusammenarbeit wir uns freuen. Als chinesische Messe ist die Intertextile Shanghai sehr zu empfehlen, da die Aussteller, insbesondere die inländischen, von guter Qualität und offen gegenüber ausländischen Besuchern sind. Die Angebotspalette wird immer breiter und so komme ich jedes Jahr zu dieser Messe, um nach potenziellen chinesischen Lieferanten zu suchen."

Abdelkrim Boussehra, Yiwu Mingyu Import & Export Co., Ltd, Marokko
"Dies ist das erste Mal, dass ich an dieser Messe teilnehme. Ich kannte vorher keine der chinesischen Marken, aber ich denke, die Qualität ihrer Produkte ist wirklich gut. Ich habe zwei Maschinenlieferanten, TPET & Richpeace, getroffen und werde bei einem von ihnen Aufträge platzieren. Ich war auf mehreren Shows in China und denke, dass dies eine effektive Sourcing-Plattform ist, weil ich alles finden kann, was ich suche. "

Paul Chen, Geschäftsleiter, Jiangsu Yueda Hometex R & D Co., Ltd, China
"Im Vergleich zu den früheren Ausgaben gibt es mehr und mehr hochwertige und innovative Produkte. Große nationale Marken wie Mercury, Goldsun und Bermo sind alle hier und wir sind daran interessiert, mit ihnen zu arbeiten. Dies ist eine hervorragende Plattform, die uns das Sourcing mit diesen Ausstellern unter einem Dach ermöglicht."

Das Rahmenprogramm vermittelte den Messebesuchern Einblicke
Neben konkreten Geschäftsergebnissen bereicherte das Rahmenprogramm, zu dem auch das „Immaterielle Kulturerbe Areal“ und eine Reihe von Foren gehörten, die dreitägige Messe zusätzlich. Die Messebesucher waren fasziniert von der Präsentation einzigartiger und traditioneller Textilproduktions- und Verarbeitungstechniken von ethnischen chinesischen Minderheiten in der Heritage Zone. Während die Fachvorträge, die Themen wie den steigenden Konsum bis zu den neuesten Technologieanwendungen in den Fokus stellten, ein weiterer Erfolg waren, da sie den Branchenvertretern zusätzliche Möglichkeiten boten, Erkenntnisse zu teilen und die neuesten Entwicklungen kennen zu lernen.

Die nächste Intertextile Shanghai Home Textiles, die Herbstausgabe 2018, findet vom 27. bis 30. August am selben Ort statt. Intertextile Shanghai Home Textiles - Spring Edition wird organisiert von Messe Frankfurt (HK) Ltd; dem Sub-Council der chinesischen Textilindustrie, CCPIT; und der China Home Textile Association (CHTA).
   

EINZELHANDEL IN HONGKONG ERWARTET KRÄFTIGEN AUFSCHWUNG Foto: Pixabay
27.03.2018

EINZELHANDEL IN HONGKONG ERWARTET KRÄFTIGEN AUFSCHWUNG

  • Umsatzplus von 4 bis 6 Prozent für 2018 im Visier
  • Bevölkerung bevorzugt traditionelles Einkaufserlebnis

Hongkong (GTAI) - Die Lieblingsbeschäftigung der Hongkonger heißt Shoppen. Auch chinesische Touristen besuchen die Stadt vielfach nur um einzukaufen. Die Nachfrage insbesondere nach Schmuck, Uhren und Kosmetika brummt. Der Einzelhandelsumsatz der Sonderverwaltungsregion (SVR) soll 2018 auf rund 60 Milliarden US-Dollar (US$) steigen. Die statusbewussten Konsumenten bevorzugen italienische und französische Luxuswaren. Deutsche Anbieter können in bestimmten Sparten punkten.

  • Umsatzplus von 4 bis 6 Prozent für 2018 im Visier
  • Bevölkerung bevorzugt traditionelles Einkaufserlebnis

Hongkong (GTAI) - Die Lieblingsbeschäftigung der Hongkonger heißt Shoppen. Auch chinesische Touristen besuchen die Stadt vielfach nur um einzukaufen. Die Nachfrage insbesondere nach Schmuck, Uhren und Kosmetika brummt. Der Einzelhandelsumsatz der Sonderverwaltungsregion (SVR) soll 2018 auf rund 60 Milliarden US-Dollar (US$) steigen. Die statusbewussten Konsumenten bevorzugen italienische und französische Luxuswaren. Deutsche Anbieter können in bestimmten Sparten punkten.

Der Einzelhandelssektor der Sonderverwaltungsregion (SVR) Hongkong erlebte 2016 eines seiner schlechtesten Jahre der jüngsten Vergangenheit. Die Umsätze schrumpften nach Angaben des Statistikamtes um nominal 8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Auf der einen Seite zeigten sich die einheimischen Verbraucher angesichts einer eher flauen Konjunktur von der zugeknöpften Seite. Die privaten Konsumausgaben stiegen real um lediglich knapp 2 Prozent.
 
Auf der anderen Seite ging die Zahl der ausländischen Besucher zurück. Die Tourismusbehörde zählte 2016 nur noch rund 57 Millionen Ankünfte, das waren fast 5 Prozent weniger als 2015. Drei Viertel der Touristen kommen traditionell aus dem benachbarten chinesischen Festland und zeigen sich besonders ausgabefreudig. Doch 2016 schränkten sie ihre Einkäufe ein.

Einheimischer Konsum stieg im 3. Quartal 2017 um real fast 7 Prozent
Die zweite Jahreshälfte 2017 brachte allerdings den Umschwung. Die Gesamtkonjunktur der SVR belebte sich spürbar. Die Konsumausgaben legten im 3. Quartal um real nahezu 7 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zu. Auch die Touristenzahlen stiegen wieder. Von Januar bis Dezember registrierten die Behörden einen Zuwachs von gut 3 Prozent.

Ausländische Besucherankünfte in Hongkong (in Mio.)
Jahr Besucher
2014 60,8
2015 59,3
2016 56,7
2017 58,5
2018 *) 60,0

*) Prognose
Quelle: Hong Kong Tourism Board

Der Einzelhandelsumsatz stieg 2017 in der Folge um gut 2 Prozent auf umgerechnet mehr als 57 Milliarden US$. Besonders zum Jahresende hin hatte sich das Geschäft sehr lebhaft entwickelt. Im 4. Quartal legten die Erlöse um fast 6 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal zu. Das lässt die Konjunkturforscher für 2018 hoffen. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC etwa erwartet ein Marktwachstum von 4 bis 6 Prozent. Damit dürfte der Gesamtumsatz auf rund 60 Milliarden US$ steigen. Er läge damit in etwa auf dem Niveau von 2014, allerdings nur nominal betrachtet.

Einzelhandelsumsatz in Hongkong (in Mrd. US$; Veränderung im Vergleich zum Vorjahr in %)
Jahr Wert Veränd.
2015 60,9 -3,7
2016 56,0 -8,1
2017 57,2 2,2
2018 *) um 60,0 4,0 bis 6,0

*) Prognose
Quelle: 2014 bis 2017: Statistikamt Hongkong; 2018: PwC

Die einzelnen Sparten des Einzelhandelsgewerbes entwickelten sich 2017 ganz unterschiedlich. Die Nachfrage nach elektronischen Artikeln schwächelte. Dafür florierte das Geschäft mit Schmuck, Uhren und Kosmetika. Dabei handelt es sich um kleine und leichte Güter, die die chinesischen Touristen zumeist ohne Verzollung über die Grenze nehmen. Der ebenfalls lebhafte Umsatz bei Nahrungsmitteln und Getränken sowie Kraftfahrzeugen ist derweil vor allem auf die größere Ausgabenfreude einheimischer Verbraucher zurückzuführen.

Einzelhandelsumsatz 2017, nach Warengruppen
(in Mrd. US$; Veränderung im Vergleich zum Vorjahr in %)
Warengruppe Wert Veränd.
Schmuck und Uhren 9,6 3,4
Textilien 7,7 0,2
Medizin und Kosmetika 5,6 5,5
Nahrungsmittel und Getränke 5,4 3,2
Elektronische Artikel 3,1 -9,0
Kfz, einschließlich Teile 2,0 3,1
Möbel 0,9 2,2
Bücher und Schreibwaren 0,9 1,0

Quelle: Statistikamt Hongkong
 
Für deutsche Anbieter von Konsumgütern ist die ehemalige britische Kolonie ein nicht unattraktiver Markt. Die Bevölkerung ist mit 7,4 Millionen Einwohnern zwar recht klein, verfügt aber über ein Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf, das auf dem Niveau Deutschlands liegt. Da es so gut wie kein verarbeitendes Gewerbe gibt, müssen zudem fast sämtliche Waren importiert werden. Die chinesischen Touristen vergrößern das Nachfragevolumen noch einmal. 2017 kamen 45 Millionen Besucher aus der Volksrepublik nach Hongkong. Bei vielen handelte es sich um reine Tagesgäste, deren einziges Ziel das Shoppen ist.

Deutsche Konsumgüter sind - sowohl bei den inländischen Verbrauchern als auch bei den chinesischen Touristen - durchaus beliebt. Jedoch gibt es große Unterschiede zwischen den einzelnen Sparten. Im Bereich Bekleidung, Lederwaren und Kosmetik dominieren im oberen Marktsegment eindeutig französische und italienische Marken. Bei Möbeln (insbesondere Küchen) oder Schreibwaren aber spielen deutsche Anbieter eine bedeutende Rolle. Auch erfreuen sich Körperpflege- und Nahrungsmittel "Made in Germany" einer großen Beliebtheit.

Große Ketten dominieren den Markt
Der Einzelhandelssektor befindet sich in vielen Sparten überwiegend in den Händen großer Konzerne. Im Nahrungsmittelbereich dominieren die Ketten Wellcome und ParknShop, im Drogeriebereich Watsons und Mannings sowie in der Elektroniksparte Fortress und Broadway. Der E-Commerce hat ihre dominante Stellung allerdings ein wenig untergraben können.
Jedoch präferiert die Bevölkerung nach wie vor das traditionelle Shoppingerlebnis. Der Einkauf übers Internet spielt für den Endkunden noch nicht die tragende Rolle wie in anderen Ländern der Erde. Wohl aber hat er das Geschäft im B2B-Bereich verändert. Restaurants und Hotels etwa kaufen inzwischen vielfach online ein.

Internetadressen
Bezeichnung Internetadresse Bemerkung
Census and Statistics Department http://www.censtatd.gov.hk/home/index.jsp (Startseite); http://www.censtatd.gov.hk/hkstat/sub/sp320.jsp?tableID=089&ID=0&productType=8
(Übersicht Einzelhandelsumsatz);
http://gia.info.gov.hk/general/201802/01/P2018020100410_277399_1_1517469181773.pdf
(Detaillierte Statistiken zum Einzelhandelsumsatz)
Statistikamt Hongkong
Hong Kong Tourism Board http://partnernet.hktb.com/filemanager/intranet/pm/VisitorArrivalStatistics/ViS_Stat_E/VisE_2017/Tourism%20Statistics%2012%202017.pdf
(Statistik Besucherankünfte)  
Tourismusbehörde Hongkong


   

 

Weitere Informationen:
Hong Kong Einzelhandel
Quelle:

Roland Rhode, Germany Trade & Invest www.gtai.de

DOWNPASS E.V. STELLT ERSTMALS IN CHINA AUS Traumpass e.V.
20.03.2018

DOWNPASS E.V. STELLT ERSTMALS IN CHINA AUS

  • Zero-Tolerance-Standard präsentiert sich auf der Intertextile Shanghai Home Textiles vom 14. bis 16. März
  • Erfolgreicher Auftritt gemeinsam mit drei Zertifizierungsorganisationen aus Deutschland, Japan und den USA/China
  • Großes Interesse chinesischer Produzenten an der einzigartigen Kombination aus Tierschutz und Qualitätskontrolle

„Wir sind auf viele engagierte Unternehmen - primär aus China – getroffen, die sich sehr für Rückverfolgbarkeit und ethisch korrektes Sourcing von Daunen und Federn interessieren. Das Potential, das der Downpass als Rückverfolgbarkeitsstandard in Verbindung mit einer kontinuierlichen Qualitätsüberwachung bietet, wurde klar erkannt und überzeugte nicht nur für exportorientierte Einsatzzwecke, sondern auch für den chinesischen Binnenmarkt“, so Frau Dr. Juliane Hedderich, die als Geschäftsführerin des Downpass e.V. den Messeauftritt verantwortete.

  • Zero-Tolerance-Standard präsentiert sich auf der Intertextile Shanghai Home Textiles vom 14. bis 16. März
  • Erfolgreicher Auftritt gemeinsam mit drei Zertifizierungsorganisationen aus Deutschland, Japan und den USA/China
  • Großes Interesse chinesischer Produzenten an der einzigartigen Kombination aus Tierschutz und Qualitätskontrolle

„Wir sind auf viele engagierte Unternehmen - primär aus China – getroffen, die sich sehr für Rückverfolgbarkeit und ethisch korrektes Sourcing von Daunen und Federn interessieren. Das Potential, das der Downpass als Rückverfolgbarkeitsstandard in Verbindung mit einer kontinuierlichen Qualitätsüberwachung bietet, wurde klar erkannt und überzeugte nicht nur für exportorientierte Einsatzzwecke, sondern auch für den chinesischen Binnenmarkt“, so Frau Dr. Juliane Hedderich, die als Geschäftsführerin des Downpass e.V. den Messeauftritt verantwortete.
„Das Follow-up nach der Messe wird entscheidend sein, um das Interesse der chinesischen Unternehmen in konkrete Mitgliedschaften umzusetzen.“

Auf einem großen Stand im Eingangsbereich der Halle 4.2 (HOME) – in bewusst puristisch gehaltenem Design - berieten neben den Repräsentanten des Verbandes wechselnde Teams der Zertifizierungsorganisationen WESSLING, QTEC und IDFL die Besucher. Diese unabhängigen Prüfinstitute und Auditierungsorganisationen sind direkter Ansprechpartner der Unternehmen für Audits und die Produktüberwachung. Der Hauptandrang konzentrierte sich messeüblich auf den Nachmittag des ersten und den zweiten Veranstaltungstag.

Die Märkte fordern immer mehr Materialien, die dem Handelspartner und damit dem Verbraucher eine größtmögliche Sicherheit in Sachen Ethik und Nachhaltigkeit bei hoher Produktqualität gewährleisten. Von unabhängigen Prüfinstituten zertifizierte Produkte gewinnen an Bedeutung und setzen die Standards im Verkauf.

Frau Anna Elisa Weßling, Legal Representative der Tochterniederlassung WESSLING Consulting (Shanghai) Ltd. und Repräsentantin der deutschen WESSLING Gruppe auf der Messe, freute sich über den direkten Kundenkontakt: „Unsere Präsenz als Beratungs-, Analytik- und Prüfunternehmen auf der Intertextile Home hat uns im Gespräch mit den Besuchern ermöglicht, einen Beitrag zur Erhöhung der Transparenz im chinesischen Markt zu leisten, so dass Handel und Verbraucher entsprechend höchster Anforderungen über Produktqualität und -herkunft von federn- und daunengefüllten Bettwaren informiert werden.“
Als deutsches Familienunternehmen steht die WESSLING Gruppe seit 35 Jahren für die kontinuierliche Verbesserung der Qualität und Sicherheit von Produkten und Prozessen und wird für seine Tochtergesellschaft in Shanghai in naher Zukunft neue erweiterte Räumlichkeiten beziehen, um mit einem vergrößerten Team den wachsenden Prüfanfragen in Asien gerecht zu werden.
„Wir erwarten in unserem Analytik- und Beratungsbereich Daunen und Federn ein stetiges Wachstum – insbesondere, da unsere internationalen Kunden den Downpass als klaren Benefit zur Kundengewinnung im In- und Ausland bewerten. Dabei spielen wir als unabhängiges Prüfinstitut eine nicht zu unterschätzende Rolle, um das Vertrauen in die Marke Downpass zu untermauern“, betonte Frau Weßling.

Das japanische Institut QTEC attestierte dem Downpass ebenfalls ein hohes Besucherinteresse und hob wie seine Kollegen die Bedeutung der Unabhängigkeit eines Instituts hervor: „Unsere Kenntnisse des japanischen Marktes in Verbindung mit unsere Prüfexpertise qualifizieren uns als Top-Ansprechpartner für Produzenten daunen- und federngefüllter Produkte aus dem Bekleidungs- wie dem Bettwarenbereich zur Absicherung einer ethisch korrekten Supplychain“, so der Geschäftsführer des Shanghai QTEC Testing Laboratory, Hiroyuki Nakamoto, der die drei chinesischen Standorte des Unternehmens – u.a. Shanghai und Wuxi – auf der Heimtextilienmesse erfolgreich präsentierte. Für den Downpass erwartet das Institut insbesondere an den chinesischen Standorten ein stetig wachsendes Aufkommen an Prüfanfragen.

Ein großes zweisprachiges englisch-chinesisches Sales-Team von IDFL China mit Sitz in Hangzhou stand bei allen Fragen rund um Audits und Testverfahren auf der Messe in Shanghai mit vielfältiger Fachexpertise zur Verfügung: Gemeinsam mit seinem Kooperationspartner, dem chinesischen nationalen Daunen- und Federnlabor CIQ Xiaoshan, hält IDFL Kapazitäten für eine breite Palette unterschiedlicher Test- und Auditangebote vor.

IDFL Global Audit Manager Bryan Mortensen betonte, der Downpass habe sich zu einem weltweit und auch besonders in China anerkannten Standard und damit Siegel entwickelt. Der gemeinsame Auftritt mit anderen Zertifizierungsorganisationen habe die Chance geboten, die Fragen chinesischer Unternehmen entlang der Lieferkette vom Großhandel bis hin zu Bekleidungs- und Heimtextilmarken und Handelspartnern zu beantworten.
„Mit der aktuellen Version des Downpass 2017 beobachten wir eine starke Nachfrage nach dem Standard und seinem Siegel. IDFL hat weltweit bereits 2017 viele Audits durchgeführt, täglich erreichen uns neue Anfragen. Insgesamt erwarten wir für den Downpass in der Daunen- und Federnindustrie eine erfolgreiche Zukunft“, so Mortensen. IDFL, das 2018 sein 40-jähriges Jubiläum in der Branche feiert, auditiert seit nunmehr 10 Jahren im Bereich Daunen und Federn, aktuell unterzieht sich das Unternehmen selbst Zertifizierungen entsprechend der ISO/EN 17065 sowie der 19011.

In einem ersten Resümee zog das erweiterte Downpass-Messeteam Bilanz über eine gelungene Messepremiere. „Unser Ziel ist es, weltweit den nachhaltigen Umgang mit natürlichen Ressourcen zu fördern und die Transparenz in der Lieferkette zu erhöhen.“, so Frau Dr. Juliane Hedderich. „Tierschutz in Verbindung mit gesicherter Produktqualität zeichnen uns aus. Darüber gemeinsam zu informieren und neue Mitstreiter zu finden – diese Aufgabe haben wir in Shanghai gut gemeistert.“

 

Über den Zero-Tolerance-Standard DOWNPASS 2017
Nach dem Downpass 2017 zertifizierte Produkte mit Füllungen aus Daunen und Federn schließen Ware aus Lebendrupf ebenso aus wie aus der Stopfleberproduktion. Die Aufzucht der Tiere wird kontrolliert und die Überwachung kann bis auf die Muttertierfarmen ausgedehnt werden.
Dafür werden Farmen, Rohwarenhändler und Produzenten in Audits geprüft und überwacht.
Fertig konfektionierte Produkte werden am Point of Sale durch Mystery Shopping aufgekauft und anschließend einer Qualitätskontrolle in unabhängigen Prüflaboren unterzogen.
Nach dem DOWNPASS 2017 waren bis zum Januar 2018 503 Mio. Tiere auditiert worden.
Gelabelte Produkte sind in Nordamerika, Europa und Asien erhältlich.

R+T Messe Stuttgart (c) Messe Stuttgart
13.02.2018

R + T: Die neuen Markisentuch-Kollektionen

Kaum eine Branche verbindet so gekonnt Technik und Design, wie die für Rollladen, Tore und Sonnenschutz. Davon werden sich die Besucher der R+T 2018 in Stuttgart überzeugen können, wenn ihnen die neuen Markisentuch-Kollektionen präsentiert werden.

Die Produkte und Services, die vom 27. Februar bis zum 3. März 2018 in insgesamt zehn Messehallen auf der R+T in Stuttgart gezeigt werden, überzeugen gleichermaßen mit einem hohen Innovationsfaktor. Insbesondere im Bereich der Markisentücher gelingt es den ausstellenden Unternehmen dabei, diesen auch optisch in den Fokus des Interesses zu rücken. So können sich die Besucher auf die neuen Markisentuch-Kollektionen freuen, die vor Ort live erlebt werden können.

Kaum eine Branche verbindet so gekonnt Technik und Design, wie die für Rollladen, Tore und Sonnenschutz. Davon werden sich die Besucher der R+T 2018 in Stuttgart überzeugen können, wenn ihnen die neuen Markisentuch-Kollektionen präsentiert werden.

Die Produkte und Services, die vom 27. Februar bis zum 3. März 2018 in insgesamt zehn Messehallen auf der R+T in Stuttgart gezeigt werden, überzeugen gleichermaßen mit einem hohen Innovationsfaktor. Insbesondere im Bereich der Markisentücher gelingt es den ausstellenden Unternehmen dabei, diesen auch optisch in den Fokus des Interesses zu rücken. So können sich die Besucher auf die neuen Markisentuch-Kollektionen freuen, die vor Ort live erlebt werden können.

„Alle fünf Jahre findet der Kollektionswechsel statt, der diesmal in das R+T-Jahr fällt. Demnach wird es auf der Weltleitmesse für Rollladen, Tore und Sonnenschutz jede Menge in diesem Segment zu sehen geben, womit sich Wohnräume im Freien stilvoll und langfristig gestalten lassen“, so Wolfgang Rudorf-Witrin, Präsident des ITRS (Industrieverband Technische – Textilien – Rollladen - Sonnenschutz e. V.). Insgesamt wurde bei der Entwicklung der Designs großer Wert darauf gelegt, dass sich die Nutzer rundum wohl unter den Markisentüchern fühlen und für nahezu jede Anforderung etwas dabei ist.

Frisch aus der Ideenschmiede
Sattler berührt mit der neuen Kollektion die Kunden nicht nur auf visueller, sondern auch auf anderen Sinnesebenen. „Mit Lumera 3D Surface ist es gelungen, erstmals echte und somit auch fühlbare Strukturen in das Tuch zu bringen“, erklärt Markus Szotrell, Geschäftsführer Sattler Deutschland. Dieser Effekt wird erreicht, indem das Clean Brillant Acrylic Garn (CBA) nun auch in Kombination mit dem Stapelfaser Garn in die Kette eingesetzt wird. Dabei ist das Farbkonzept der neuen Kollektion ein Auszug der aktuellen Farbtrends aus allen Bereichen des unmittelbaren Lebensraums. „Naturnahe, monochrome Farbwelten - das sind Farben aus erdigen, steinernen und metallischen Tönen - machen sich immer stärker bemerkbar“, so Markus Szotrell. In Oberflächen wie Gold, Chrom, Kalk, Marmor oder Granit gibt es ausreichend Vorlagen, um diese neue Farbigkeit, die laut den Farbanalysen von Sattler voll im Trend liegt, darzustellen. Markus Szotrell: „Darum haben wir uns auch für den Namen Lumera 3D Surface entschieden.“

Auch Parà hält eine neue Kollektion für die R+T 2018 in Stuttgart bereit. „Die Kollektion Tempotest umfasst über 500 Varianten und beinhaltet historische Evergreens sowie noch nie vorher gesehene, völlig neue Textilkonzepte“, berichtet Matteo Parravicini, Mitglied der Geschäftsführung bei Parà. So wird beispielsweise bei dem Gewebe „Wildseide” auf natürliche Unregelmäßigkeit gesetzt, während die „Lifestyle“-Gewebe mit ihrer komplexen Textilkonstruktion zu überzeugen wissen. „Der Markt wird immer anspruchsvoller, worauf wir mit einem breiten Angebot von über 140 Unis reagiert haben“, so Matteo Parravicini.

Komplett umgedacht bei der Entwicklung der neuen Kollektion hat Dickson. „Früher waren Kollektionen eher auf das Gestern ausgerichtet, jetzt steht das im Fokus, was sein wird", erklärt Lars Rippstein, Geschäftsführer Dickson-Constant. Diese Neuausrichtung rückt bewusst die Bedeutung von Uni-Farbtönen in den Mittelpunkt. „Diese Erkenntnisse basieren auf einer erstmals durchgeführten, umfangreichen und repräsentativen Endverbraucherstudie", berichtet Lars Rippstein. Die neue Kollektionsgliederung ist designorientiert, es wurden insgesamt drei Bereiche herausgearbeitet. „Graphic" beinhaltet Pastell- und strukturierte Unifarben sowie subtile Streifen und graphische Jacquard-Muster. „Color" repräsentiert natürliche Grün-, sonnige Gelb- und feurige Rottöne in Ton-in-Ton-Streifenmustern. Lars Rippstein: „Mit der Palette „Essential" zeigen wir vielfältige Designs in sechs unterschiedlichen Farbbereichen: grau, grün, blau, rot und pink, gelb und orange sowie beige und braun. Alles in allem ist die Kollektion mehr als zeitgemäß und wir sind überzeugt, dass unsere Partner damit erfolgreich aufgestellt sein werden."

Die Trends im Blick
Die Besucher der R+T 2018 in Stuttgart können sich schon jetzt auf eine breite Palette an Designs freuen, mit denen sie ihre Kunden begeistern können. Mit Hilfe der neuen Markisentuch-Kollektionen ist es ein Leichtes, für jeden Anspruch das richtige Tuch zu finden und damit im Outdoor-Bereich sowohl qualitativ als auch designorientiert Maßstäbe zu setzen - Wohlfühlfaktor inklusive.

Weitere Informationen:
R+T Markisen
Quelle:

Messe Stuttgart

30.01.2018

TEXTIL- UND BEKLEIDUNGSHERSTELLER INVESTIEREN IN ÄGYPTEN

  • Chinesische Unternehmen planen mehrere große Projekte
  • Deutschland liefert mehr Textil- und Bekleidungsmaschinen

Kairo (GTAI) - Mehrere ägyptische und chinesische Unternehmen haben teils hohe Investitionen in den Bereichen Textilien und Bekleidung angekündigt. Die Regierung setzt darauf, neue Produktionsschwerpunkte für Textilien zu schaffen und will die Wertschöpfung steigern. Den arbeitsintensiven Branchenunternehmen kommt der niedrige Außenwert des ägyptischen Pfundes für ihre Exporte zugute. Bei Textil- und Bekleidungsmaschinen erreichte Deutschland im Jahr 2016 einen Lieferanteil von rund 20 Prozent.

  • Chinesische Unternehmen planen mehrere große Projekte
  • Deutschland liefert mehr Textil- und Bekleidungsmaschinen

Kairo (GTAI) - Mehrere ägyptische und chinesische Unternehmen haben teils hohe Investitionen in den Bereichen Textilien und Bekleidung angekündigt. Die Regierung setzt darauf, neue Produktionsschwerpunkte für Textilien zu schaffen und will die Wertschöpfung steigern. Den arbeitsintensiven Branchenunternehmen kommt der niedrige Außenwert des ägyptischen Pfundes für ihre Exporte zugute. Bei Textil- und Bekleidungsmaschinen erreichte Deutschland im Jahr 2016 einen Lieferanteil von rund 20 Prozent.

In der ägyptischen Textil- und Bekleidungsindustrie stehen die Zeichen auf Expansion und Modernisierung. Lokale Medien berichteten über eine Reihe von Investitionsvorhaben chinesischer und ägyptischer Unternehmen. Laut der Zeitung Al Gomhouria plant ein chinesischer Produzent in der Wirtschaftszone am Suezkanal die weltgrößte Textilfabrik für 6 Milliarden US-Dollar (US$). Die chinesischen Unternehmen TIDA und Shoon Dong Roy wollen für 800 Millionen US$ eine Bekleidungsfabrik errichten. Sino-Egypt Minkai hat vor, für rund 750 Millionen US$ einen Textilindustriekomplex zu errichten.
Der lokale Papier- und Schreibwarenhersteller Mintra plant mit anfänglich 50 Millionen US$ den Einstieg in die Produktion von Sportschuhen. Die Herstellung in der 10th of Ramadan City soll Mitte 2018 beginnen und den Inlandsmarkt sowie Auslandsmärkte versorgen. Noch importiert Ägypten etwa 85 Prozent der im Land verkauften Schuhe.
Oriental Weavers plant im Jahresverlauf 2018 die Beschaffung neuer Produktionslinien, von Maschinen und Ausrüstung. Dafür sollen 6 Millionen Euro investiert werden. Laut der Zeitung Al Shorouk wird die Expansion mittels eines Bankkredits finanziert.

Staat setzt auf neue Textilstädte und mehr Wertschöpfung
Auch der ägyptische Staat will die Textil- und Bekleidungsproduktion stärken. Das Ministerium für Investitionen und internationale Zusammenarbeit, der Supreme Council for Textile Industries und ein namentlich nicht genannter chinesischer Partner wollen in Minya eine Freizone für die Textilproduktion errichten. Das Ministerium plant, einen Teil der Finanzierung über internationale Institutionen bereitzustellen und spezialisierte Ausbildungsprogramme für Arbeitnehmer zu schaffen. Medienberichten zufolge soll der Projektwert bei 324 Millionen US$ liegen.

Anfang 2017 gab das ägyptische Industrieministerium bekannt, an insgesamt zehn Standorten neue Textilproduktionszentren einzurichten. Insbesondere Spinnereien und Webereien stehen im Blickpunkt. Diese Perspektive teilt das Ministerium für den öffentlichen Wirtschaftssektor. Es zielt vor allem auf die Steigerung der Wertschöpfung ab und führte darum im Jahr 2017 eine Studie durch.

Importbedarf bei Textil- und Bekleidungsmaschinen dürfte zunehmen
Ägyptische Textil- und Bekleidungsunternehmen produzieren oft mit viel Handarbeit und teils stark veralteten Maschinen. Einerseits zielt die Regierung stark darauf ab, dass möglichst viele Arbeitsplätze für die jährlich etwa 800.000 neu auf den Markt strömenden jungen Menschen geschaffen werden. Andererseits würde eine automatisiertere und modernere Fertigung von Textilien und Bekleidung aufwendigere Produkte ermöglichen. Diese könnten mit höherem Gewinn verkauft werden, dürften aber auch weniger menschliche Arbeit erfordern.

Ein indisches Unternehmen hat sich einen Vertrag zur Modernisierung von Baumwollverarbeitern gesichert. In Erfüllung einer Rahmenvereinbarung mit der Cotton and Textile Industries Holding automatisiert Bajaj Clothing die Systeme zur Baumwollentkörnung. Insgesamt elf Betriebe in verschiedenen Landesteilen sollen bis August 2018 mit der neuen Ausrüstung ausgestattet werden. Ende Dezember 2017 meldete Egypt Today, dass die Regierung Spinnereien und Webereien im Norden Ägyptens modernisieren will. Das Investitionsvolumen soll über einen Zeitraum von fünf Jahren insgesamt eine Milliarde Euro betragen.

Die neu angekündigten Projekte lassen in der nahen Zukunft einen steigenden Importbedarf erwarten. Wie andere Ausrüstungstypen auch wird die große Mehrheit der Textil- und Bekleidungsmaschinen in Ägypten importiert. Die Lieferungen aus Deutschland konnten sich 2016 trotz eines insgesamt schrumpfenden Einfuhrvolumens sowohl absolut als auch relativ verbessern. Der deutsche Lieferanteil schnellte gegenüber 2015 von 15,8 auf 20,4 Prozent hoch.

Einfuhr von Textil- und Bekleidungsmaschinen nach Ägypten (in 1.000 US$)
HS-Kategorie 2015 davon aus Deutschland 2016 davon aus Deutschland
8444 1.135 0 4.481 2.025
8445 34.550 10.653 26.105 5.429
8446 18.902 984 23.591 13.346
8447 26.040 5.940 15.713 3.052
8448 23.739 5.158 20.574 3.365
8449 440 0 299 0
8451 34.796 3.335 36.512 2.334
8452 30.456 1.264 23.186 1.698
8453 3.087 5 3.678 137
Summe 173.145 27.339 154.139 31.386

Quelle: UN Comtrade

Von den Folgen der Kursfreigabe des ägyptischen Pfundes im November 2016 profitieren schwerpunktmäßig arbeitsintensive Wirtschaftszweige und solche, die vor allem lokale Rohstoffe verarbeiten. Nach dem Oktober 2016 schnellte der Wert des Euro von knapp 9 auf 21 ägyptische Pfund in die Höhe und stabilisierte sich auf diesem Niveau. Die Textil- und Bekleidungsunternehmen im Land beschäftigen verschiedenen Zahlen zufolge 1,0 Millionen bis 1,2 Millionen Arbeitnehmer. Dem Vernehmen nach sind im Textilbereich Staatsunternehmen stark vertreten, während im Bekleidungssektor die Privatwirtschaft eine größere Rolle spielt.

Gedämpft wird der Vorteil durch den Importbedarf bei Baumwolle. In Ägypten wird vorwiegend besonders weiche und hochwertige langstapelige Baumwolle angebaut und exportiert. Hingegen verwenden inländische Textil- und Bekleidungsunternehmen vorwiegend kurzstapelige Baumwolle aus dem Ausland als Rohstoff. Deren Bezug hat sich durch die Währungsentwicklung verteuert. Insgesamt hat sich die Konkurrenzfähigkeit der ägyptischen Textil- und Bekleidungsexporteure durch die neue Devisensituation verbessert. Ihre Ausfuhren dürften sich im Jahr 2017 besser entwickelt haben als auf dem Höhepunkt der Devisenliquiditätskrise im Vorjahr. Damals fielen die Exporte um 12,6 Prozent auf rund 1,7 Milliarden US$ zurück.

Ägyptische Ausfuhren von Textilien und Bekleidung
(Auswahl; in Millionen US$; Veränderung in %)
HS-Kategorie 2015 2016 Veränderung 2016/2015
57 339,8 303,5 -10,7
60 2,0 35,7 1.685,0
61 483,6 388,0 -19,9
62 870,4 756,6 -13,1
63 262,2 227,2 -13,3
Summe 1.958,0 1.711,0 -12,6

Quelle: UN Comtrade

Steigende Lohnkosten an asiatischen Produktionsstandorten, lange Transportwege und teils Unzufriedenheit mit der Produktqualität lassen manche Abnehmer nach neuen Bezugsquellen für Textil- und Bekleidungserzeugnisse suchen. Ägypten liegt laut einem Bericht des Nachrichtenportals Middle East Eye mit mindestens 100 US$ Monatsgehalt für Arbeiter in etwa auf dem Niveau von Indien oder Bangladesch und bei ungefähr der Hälfte chinesischer Gehälter. Zudem ist das Land am Suezkanal zu schnellen Lieferungen nach Europa und in die USA in der Lage. Regionale Konkurrenten sind beispielsweise die Türkei und Tunesien. Ägyptische Hersteller sind nicht immer als solche zu erkennen, da sie häufig für große internationale Marken fertigen. Middle East Eye nennt Calvin Klein, Decathlon, Tommy Hilfiger und Zara als Beispiele. Im November 2017 vereinbarte Dice Sport and Casual Wear die Belieferung von Levi Strauss & Co. mit Kinderbekleidung.

Seit 2017 ist Ägypten Teil des Better Work Programms der internationalen Arbeitsorganisation International Labour Organization. Das Programm umfasst 30 Bekleidungsfabriken, in denen die Arbeitsbedingungen verbessert werden sollen. Solche Bestätigungen könnten ägyptischen Produkten Wettbewerbsvorteile beim Export bringen. Im harten internationalen Preiskampf zu bestehen und zugleich für in den Abnehmerländern akzeptierte Produktionsstandards zu sorgen, dürfte jedoch eine Herausforderung sein.

Quelle:

Oliver Idem, GTAI

DOMOTEX 2018 (c) Deutsche Messe
23.01.2018

NEUE DOMOTEX HERVORRAGEND VON DER WELTWEITEN BODENBELAGSBRANCHE ANGENOMMEN

  • Rekordwerte bei Ausstellern und Fläche
  • Starker Besucherzuspruch bestätigt Neuausrichtung
  • Neues Format „Framing Trends“ begeistert Aussteller und Besucher

Moderner, frischer und trendiger präsentierte sich die DOMOTEX 2018 vom 12. bis 15. Januar in Hannover. Eine komplett neue Hallenstruktur und Geländebelegung, eine neue Tagesfolge von Freitag bis Montag sowie inspirierende Erlebniswelten zum aktuellen Leitthema UNIQUE YOUNIVERSE gaben eine bessere Orientierung und setzten frische Akzente. Die weltweit wichtigste Messe für Teppiche und Bodenbeläge hat sich einmal mehr als starker Impulsgeber für Geschäfte, Trends und Innovationen erwiesen. 1 615 Aussteller und 45 000 Fachbesucher aus mehr als 100 Nationen kamen nach Hannover, um in ein aussichtsreiches Geschäfts- und Messejahr zu starten. Die neue DOMOTEX wurde hervorragend von der weltweiten Bodenbelagsbranche angenommen.

  • Rekordwerte bei Ausstellern und Fläche
  • Starker Besucherzuspruch bestätigt Neuausrichtung
  • Neues Format „Framing Trends“ begeistert Aussteller und Besucher

Moderner, frischer und trendiger präsentierte sich die DOMOTEX 2018 vom 12. bis 15. Januar in Hannover. Eine komplett neue Hallenstruktur und Geländebelegung, eine neue Tagesfolge von Freitag bis Montag sowie inspirierende Erlebniswelten zum aktuellen Leitthema UNIQUE YOUNIVERSE gaben eine bessere Orientierung und setzten frische Akzente. Die weltweit wichtigste Messe für Teppiche und Bodenbeläge hat sich einmal mehr als starker Impulsgeber für Geschäfte, Trends und Innovationen erwiesen. 1 615 Aussteller und 45 000 Fachbesucher aus mehr als 100 Nationen kamen nach Hannover, um in ein aussichtsreiches Geschäfts- und Messejahr zu starten. Die neue DOMOTEX wurde hervorragend von der weltweiten Bodenbelagsbranche angenommen. Sie verzeichnete Rekordwerte bei Ausstellern und Fläche (106 000 Quadratmeter) und spiegelte damit den spürbaren Aufschwung der Bodenbelagsbranche wider. „Der deutliche Aussteller- und Flächenzuwachs, die starke Besucherresonanz, Neuheiten in Hülle und Fülle sowie eine durchweg positive Stimmung in den Messehallen belegen den großen Erfolg der diesjährigen Veranstaltung“, sagte Dr. Andreas Gruchow, Mitglied des Vorstands der Deutschen Messe AG, Hannover, zum Abschluss der Messe. „Mit dem Leitthema UNIQUE YOUNIVERSE hat die DOMOTEX den Trend der Individualisierung aufgegriffen, den Fokus noch stärker auf Inspiration und Innovation gesetzt und ihre Position als Einrichtungs- und Lifestyle-Messe ausgebaut.“

Erlebniswelt Framing Trends sorgte für frische Impulse
Die Besucher konnten das Leitthema UNIQUE YOUNIVERSE insbesondere auf der neuen Sonderfläche „Framing Trends“ in Halle 9 erleben. Dort setzten sich Aussteller, Künstler und Nachwuchsdesigner in 20 „eingerahmten“ Räumen kreativ mit dem Thema Individualität auseinander. Die Sonderfläche entwickelte sich zum Besuchermagneten und bot eine Fülle an Inspirationen. „Framing Trends war ein großer Erfolg. Das Konzept hat für frische Impulse gesorgt und die Attraktivität der DOMOTEX weiter gesteigert“, sagte Gruchow. „Daher wird die Sonderfläche auch in Zukunft zentraler Bestandteil der DOMOTEX sein.“

Insbesondere für Architekten, Designer und Planer stand der Besuch der Sonderfläche ganz oben auf der Agenda. Sie nutzten den kreativen Hotspot, um neue Anregungen für ihre Arbeit zu bekommen, denn Framing Trends bildete alle Produktarten des Bodenbelags ab. „Das Konzept ‚Framing Trends‘ in der Halle 9 ist eine ansprechende und passende Zusammenfassung der DOMOTEX. Innovativ gestaltet und zentral positioniert wirkte das Forum wie das Herzstück der Messe, was insbesondere auch für ArchitektInnen, InnenarchitektInnen und DesignerInnen interessant ist“, sagte Chris Middleton, Architekt, KINZO, Berlin.

Hohe Internationalität bei den Besuchern
Von den 45 000 Besuchern kamen mehr als 65 Prozent aus dem Ausland – davon rund 60 Prozent aus Europa, rund 25 Prozent aus Asien und 11 Prozent aus Amerika. Deutliche Besucherzuwächse gab es insbesondere aus den USA sowie Süd- und Mittelamerika. Die Mehrheit der DOMOTEX-Besucher bildeten Einkäufer aus dem Facheinzel- und Großhandel, dem Handwerk sowie Architekten und Innenarchitekten. Ein Zuwachs war insbesondere bei Einrichtungs- und Möbelhäusern, Architekten, Innenarchitekten und Objektausstattern sowie Handwerkern erkennbar. Die Entscheiderkompetenz der DOMOTEX-Besucher war erneut sehr hoch.

Die Besucher zeigten sich von den Neuerungen begeistert: „Als SÜDBUND sind wir jedes Jahr auf der DOMOTEX. Dieses Jahr haben wir zum ersten Mal eine Delegationsreise für unsere Mitglieder auf die DOMOTEX organisiert. Wir waren begeistert und konnten viele interessante Anregungen bekommen sowie die neuesten Entwicklungen in Sachen Bodenbelag entdecken. Für uns steht jetzt schon fest: Wir kommen in 2019 gerne auch mit einer größeren Gruppe wieder“, sagte Michael Kovac, Einkaufsleiter Bodenbeläge & Zubehör, SÜDBUND – Einkaufsverband für Heimtextilien Eg., Backnang.

Starke Stimmen aus Architektur und Design
Das abwechslungsreiche Rahmenprogramm mit Vorträgen rund um das Leitthema sorgte für weitere Inspirationen und begeisterte Aussteller und Besucher. Zu den Sprechern der Talk-Runden zählten namhafte Architekten wie der Designer Werner Aisslinger (Studio Aisslinger, Berlin), Andreas Krawczyk (NKBAK, Frankfurt/Main), Chris Middleton (KINZO, Berlin) und Jürgen Mayer H. (J.MAYER.H und Partner, Berlin). Dabei wurden aktuelle Projekte aus Architektur und Design vorgestellt und diskutiert – von der Idee ausgehend über den Designprozess bis hin zu Produktion und Vertriebsstrategien. Tägliche Führungen mit namhaften Architekten und Designern wie Peter Ippolito (Ippolito Fleitz Group, Stuttgart), Jürgen Mayer. H. (J.MAYER.H und Partner, Berlin) und Susanne Schmidhuber (SCHMIDHUBER, München) ermöglichten einen besonderen Blick auf Produkte, das Leitthema und eine schnelle Kontaktaufnahme zu den Ausstellern.

Großen Zuspruch hatten auch die Vorträge der international bekannten Interior-Design-Bloggerin und Buchautorin Holly Becker von Decor8. Sie erörterte, wie Aussteller der DOMOTEX mit Bloggern kooperieren können, um ihre Produkte auf dem Markt bekannter zu machen. Zudem diskutierte sie mit weiteren namhaften Bloggern über die Einrichtungstrends der Zukunft. Ebenso war das Einrichten mit virtueller Realität in Halle 9 ein spannendes Thema. Viele Besucher testeten die Virtual-Reality-Brillen, um sich über die Möglichkeiten der neuen Technologie zu informieren.

Inspirierend waren auch die Art-Day-Workshops von der kanadischen Designfirma Creative Matters auf der Sonderfläche Framing Trends. Dort konnten die Teilnehmer mit Farben, Kohle, Tinte und Wachs auf Papier experimentieren, um ein frisches Design zum Leitthema UNIQUE YOUNIVERSE zu kreieren. Auch in den sogenannten floorCODES WorkLabs des Instituts International Trendscouting (IIT) der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK) in Hildesheim hatten Teilnehmer die Gelegenheit, Szenarien für den Boden der Zukunft nach der Methode IIT HAWK zu erarbeiten.

Mit der Verleihung der Carpet Design Awards am Messe-Samstag wurde in Halle 9 ein weiterer Glanzpunkt gesetzt. Der international renommierte Preis zeichnete die weltweit schönsten handgefertigten Designer-Teppiche in acht Kategorien aus. Zudem hat sich die Halle 13 als neuer Anziehungspunkt für Parkett-, Bodenleger, Raumausstatter und Maler etabliert. Beim Treffpunkt Handwerk wurde ein umfangreiches Programm mit wertvollen Tipps und Tricks für den Arbeitsalltag vorgestellt.

Die nächste DOMOTEX wird vom 11. bis 14. Januar 2019 veranstaltet.

Die DOMOTEX wird ab 2019 auch in Nordamerika ausgerichtet. Die Premiere der DOMOTEX USA findet vom 28. Februar bis zum 2. März 2019 im Georgia World Congress Center in Atlanta, US-Bundesstaat Georgia, statt.

Heimtextil: 2.975 Unternehmen präsentieren Designneuheiten © Messe Frankfurt Exhibition GmbH / jochen günther
09.01.2018

Heimtextil: 2.975 Unternehmen präsentieren Designneuheiten

  • Die textile Inneneinrichtung steht von heute an im internationalen Rampenlicht der Heimtextil in Frankfurt am Main.
  • Vom 9. bis 12. Januar 2018 versammelt die weltweite Leitmesse für Wohn- und Objekttextilien Vertreter aus Industrie, Handel, Design, Architektur und Hotellerie.

„Mit 2.975 Ausstellern aus 64 Ländern (2017: 2.949)* ist die Heimtextil im achten Jahr in Folge auf Wachstumskurs und schreibt ihre beachtliche Erfolgsgeschichte in einem herausfordernen Markt fort. In den kommenden Tagen erleben wir eine weltweit einzigartige Designschau mit vielfältigen Produktneuheiten und textilen Inspirationen internationaler Marktführer“, sagt Detlef Braun, Geschäftsführer der Messe Frankfurt. Ein hochkarätiges Event-Programm mit namhaften Gästen und renommierten Branchenexperten beleuchtet die Themen Einrichtungstrends und Design, Architektur und Hotellerie.

  • Die textile Inneneinrichtung steht von heute an im internationalen Rampenlicht der Heimtextil in Frankfurt am Main.
  • Vom 9. bis 12. Januar 2018 versammelt die weltweite Leitmesse für Wohn- und Objekttextilien Vertreter aus Industrie, Handel, Design, Architektur und Hotellerie.

„Mit 2.975 Ausstellern aus 64 Ländern (2017: 2.949)* ist die Heimtextil im achten Jahr in Folge auf Wachstumskurs und schreibt ihre beachtliche Erfolgsgeschichte in einem herausfordernen Markt fort. In den kommenden Tagen erleben wir eine weltweit einzigartige Designschau mit vielfältigen Produktneuheiten und textilen Inspirationen internationaler Marktführer“, sagt Detlef Braun, Geschäftsführer der Messe Frankfurt. Ein hochkarätiges Event-Programm mit namhaften Gästen und renommierten Branchenexperten beleuchtet die Themen Einrichtungstrends und Design, Architektur und Hotellerie.

Martin Auerbach, Geschäftsführer des Verbands der Deutschen Heimtextilien-Industrie e.V., freut sich über die Fortsetzung des Trends zu mehr Stofflichkeit in privaten und öffentlichen Räumen. „Heimtextile Produkte sind wieder deutlich sicherbarer, als dies noch vor einigen Jahren der Fall war. Damit bestätigt sich das, was sich für uns in den letzten ein, zwei Jahren angekündigt hat“, freut sich Auerbach. „Die Vielfalt an heimtextilen Produkten, Designs und Farben macht die internationale Messeplattform für Heimtextilien zur wegweisenden Jahresauftaktveranstaltung. Wenngleich die Konjunktur des vergangenen Jahres wohl hinter den Erwartungen bleibt – es liegen noch nicht alle Zahlen aus der deutschen Industrie vor – ist die Stimmung in der Branche grundsätzlich gut.“

VIP-Gäste: Barbara Schöneberger präsentiert Tapetenkollektion 

In der Halle 3.0 feiert das DecoTeam sein 30. Jubiläum und begeistert mit einem vielseitigen Programm, spannenden Trendinszenierungen und namhaften Gästen, wie etwa TV-Moderatorin Enie van de Meiklokjes und Starkoch Alexander Herrmann. Zu den Highlights der Halle 3.1 zählen die Präsentationen internationaler Textilverlage, wie etwa Alhambra / Tormes Design aus Spanien, Damaceno & Antunes / Evo Interior Fabrics aus Portugal, Fryett’s Fabrics aus Großbritannien, Kobe aus Deutschland und Wind aus Belgien. Daneben erwartet Besucher die weltweit größte Tapetenpräsentation mit internationalen Marktführern und prominenten Gästen. Vorzeige-Entertainerin Barbara Schöneberger präsentiert ihre erste Kollektion für die Tapetenfabrik Gebr. Rasch.

VDT peilt Tapezier-Weltrekord an

Auf einer 100 Meter langen Aktionsfläche peilt der Verband der Deutschen Tapetenindustrie (VDT) in Kooperation mit der Heimtextil einen Weltrekord im Dauertapezieren an. In der Halle 5.1 (Ostseite) wird vom 8. bis 12. Januar Tag und Nacht durchtapeziert. Dabei erlebt das Publikum, wie Tapete Atmosphäre schafft und Räume spürbar aufwertet. Fachbesucher, Journalisten und Hersteller sind an der Seite prominenter Gäste, wie etwa der Maus und RTL-Moderatorin Resi Colter, zum Mitgestalten eingeladen.

„upholstery“: neue Präsentationsfläche in Halle 4.2

Erneutes Ausstellerwachstum verzeichnet der Angebotsbereich „upholstery“ in der Halle 4 – mit Beteiligungen namhafter Produzenten, wie etwa Beaulieu Fabrics aus Belgien, Konrad Hornschuch aus Deutschland, Luilor und Vigano aus Italien und Dina Vanelli aus der Türkei. Aufgrund der großen Nachfrage wurden erstmals auch in der Halle 4.2 Präsentationsmöglichkeiten für hochwertige Möbel- und Dekostoffe geschaffen. Hier wartet außerdem mit Trevira ein vielversprechendes Highlight auf. Erstmals seit einigen Jahren präsentiert sich das Unternehmen mit seinen CS Partnern in einer großen Gemeinschaftspräsentation. Dazu zählen unter anderem Engelbert E. Stieger und Getzner Textil aus Österreich, Jenny Fabrics und Swisstulle aus der Schweiz, Pugi aus Italien und Spandauer Velours aus Deutschland.

„bed“, „bath“ & „table“: Große Vielfalt konfektionierter Produkte

Mit einer starken Bandbreite glänzt auch der haustextile Bereich. In den Hallen 8 bis 11 präsentieren rund 1.500 Anbieter konfektionierte Produkte in den Segmenten „bed“, „bath“ und „table“. Dabei sticht das Angebot an Bettwäsche als das weltweit größte heraus.

Zur zentralen Anlaufstelle für die Bettenbranche avanciert die komplett ausgebuchte Halle 8.0. Zahlreiche marktführende Unternehmen sind vor Ort, wie etwa Irisette, Billerbeck und Frankenstolz. Neu dabei sind zudem Mascioni aus Italien und Dún or Fior aus Island. Mit Rössle & Wanner begrüßt die Heimtextil zudem einen renommierten deutschen Anbieter von Premium-Matratzen und Marktführer im Bereich manuell und motorisch verstellbarer Lattenroste. Rössle & Wanner wird in der Galleria 1 mit der Marke Röwa ausstellen. 

Home-Kollektionen internationaler Fashion-Labels, wie etwa Joop Living oder Marc O’Polo und Esprit, sind in der Halle 11.0 zu sehen. Daneben stellen Premium-Anbieter in einem lifestyle-orientierten Umfeld ihre Neuheiten vor. Zeitgeistig-modern als auch klassisch-elegant präsentieren sich die Unternehmen in der Halle 11.1. Unter anderem sind Schlossberg aus der Schweiz, Collection Stiegler und Curt Bauer aus Deutschland, Kas International aus Australien, Martinelli Ginetto aus Italien, Sorema aus Portugal und Welspun aus Großbritannien mit Kollektionen von höchster Qualität vertreten.

Darüber hinaus führt die Heimtextil eine neue Produktgruppe ein:

„All about pets“ präsentiert ausgewählte Anbieter von Textilien und Accessoires für Tiere. In der Galleria 0 sind Betten für Hunde und Katzen, Kissen, Kuscheldecken und vieles mehr zu sehen. Zu den Ausstellern zählen Darling Little Place und Studio am Meer aus Deutschland, Lex & Max aus den Niederlanden und Volentis aus der Schweiz.

„Interior.Architecture.Hospitality“: Top-Thema Objektausstattung

Eine zentrale Rolle im Programm der Messe nimmt der Themenkomplex der Objektausstattung ein, den die Heimtextil unter dem Titel „Interior.Architecture.Hospitality“ zusammenfasst. Dabei lanciert die Heimtextil mit der „Interior.Architecture.Hospitality Expo“ ein neues Veranstaltungsformat in der Halle 4.2. Folgende renommierte Anbieter präsentieren im exklusiven Rahmen ihre textilen Produkte und Materiallösungen: Drapilux-Schmitzwerke, Low & Bonar, Gerriets und Maasberg aus Deutschland, Forster Rohner aus der Schweiz, Chieftain Fabris aus Irland sowie The Cotting Group (Griffine) und Senfa aus Frankreich. Sie richten sich damit gezielt an Architekten, Innenarchitekten, Interior Designer, Objektplaner und Hoteliers. Das Angebot der Expo liefert sowohl ästhetische als auch funktionale Antworten auf Fragen nach modernem, nachhaltigem Design sowie brandschutzrechtliche und bauphysikalische Anforderungen. Ein viertägiges Vortragsprogramm, geführte Ausstellerrundgänge und ein spezielles Ausstellerverzeichnis („Contract Guide“) bieten ebenfalls zum Thema Objektausstattung vertiefende Informationen.

Teppich-Schau zeigt Vorzüge textiler Bodenbeläge

Ob in Hotels, Restaurants, Theatern, der Bahn oder auch im Privatbereich – mit textilem Bodenbelag lassen sich Räume behaglich, fußwarm und individuell gestalten. Die zahlreichen Vorzüge textiler Bodenbeläge werden auf der Heimtextil 2018 erlebbar in Szene gesetzt. Mit der Präsentation in der Halle 4.2 „Carpet by Heimtex“ spricht der Verband der Deutschen Heimtextilien-Industrie e.V. insbesondere Architekten und Objektentscheider in einem architekturaffinen Umfeld an. Mitarbeiter der Heimtex-Mitgliedsunternehmen, wie etwa Findeisen, German Rugs, Object Carpet, TOUCAN-T, Vorwerk und Weseler Teppich, bieten Beratung an in Sachen Akustik, Modularität und Gestaltung mit textilen Bodenbelägen.

Heimtextil „Theme Park“: Einrichtungstrends von morgen

Das Programm-Highlight für Design-Interessierte ist der „Theme Park“ in der Halle 6.0. Im Trend- und Inspirationsareal dürfen sich Besucher und Aussteller auf eine Fülle an Materialinnovationen, Farbtrends und Design-Neuheiten freuen. Das übergreifende Thema lautet „The Future is urban“. Ein begleitendes Vortragsprogramm gibt Einblicke in neue Designprojekte. Zur Saison 2018/19 erarbeitete ein Team von sieben internationalen Designbüros aus den vielfältigen Trendströmungen die wichtigsten Themen. Bei der Inszenierung des „Theme Parks“ in Halle 6.0 übernahm das renommierte Londoner Studio FranklinTill die Regie.

02.01.2018

THAILANDS TEXTILINDUSTRIE AUF NEUEN PFADEN

  • Gute Chancen für Kunstfasern und Funktionstextilien

Bangkok (GTAI) -Thailands Textilindustrie ist im Umbruch und positioniert sich immer besser in neuen Märkten mit höherer Wertschöpfung. Synthetische Fasern sind auf der Basis von innovativen Rohstoffen zu einem wichtigen Standbein geworden, während funktionelle Textilien in einem Dutzend Sparten dankbare Abnehmer finden. Hinzu kommt das traditionelle Seidenhandwerk, das sich durch neues Design und attraktive Fashion Shows blendend international vermarkten lässt - und dies zu Höchstpreisen.

  • Gute Chancen für Kunstfasern und Funktionstextilien

Bangkok (GTAI) -Thailands Textilindustrie ist im Umbruch und positioniert sich immer besser in neuen Märkten mit höherer Wertschöpfung. Synthetische Fasern sind auf der Basis von innovativen Rohstoffen zu einem wichtigen Standbein geworden, während funktionelle Textilien in einem Dutzend Sparten dankbare Abnehmer finden. Hinzu kommt das traditionelle Seidenhandwerk, das sich durch neues Design und attraktive Fashion Shows blendend international vermarkten lässt - und dies zu Höchstpreisen.

Die thailändische Textilindustrie befindet sich im Wandel. Im Rahmen der langfristigen nationalen Entwicklungsstrategie "Thailand 4.0" sollen neue Technologien innovativen Produkten zum Durchbruch in gewichtigen Zukunftsmärkten verhelfen, was durch konzertierte Anstrengungen in Design, Mode und Marketing gestützt wird. Das industrielle Fundament gewährleistet die Verfügbarkeit einer kompletten Wertschöpfungskette von Faserproduktion, Garnspinnerei, Stoffweberei und Verarbeitung bis zur Produktion von Bekleidung.
Die Langzeitstrategie hat das Thailand Textile Institute (THTI) in seiner "Thailand Textile and Fashion Industries Development Strategy 2015-2030" umrissen. Vorgesehen sind hierbei drei Phasen vom regionalen Zentrum für Textil- und Modehandel über die Entwicklung von kreativen Produkten für internationale Marken bis schließlich zum Durchbruch als globaler Marktführer im Modedesign unter Einschluss thailändischer Komponenten. Zum konkreten Maßnahmenkatalog zählen eine industrielle Fashion Zone, eine Pilotfaseranlage, ein Entwicklungszentrum für Garne, Stoffe und Modeprodukte sowie zusätzlich eine regionale Modeakademie.

Breites Spektrum für Innovationen
Eine diversifizierte Petrochemie mit hochqualitativen Downstream-Produkten bildet eine reichhaltige Grundlage für eine Vielzahl synthetischer Fasern. Die wichtigsten Produkte sind Polyester, Nylon, Kunstseide und Acrylpolymere. Die Palette der Anwendungen ist einschließlich Bekleidung, Medizintechnik, Hygiene und Automobilbau recht breit. Bei Polyester steht Thailand mit einer Jahresproduktion von 621.000 Tonnen weltweit auf dem neunten Rang - zu den größeren Produzenten zählen Indorama Polyester, Teijin Polyester oder Thai Toray.
Vermehrte Anstrengungen in Forschung und Entwicklung sowohl mit künstlichen wie natürlichen Textilfasern bereiten den Weg für funktionelle Textilien. In diesem breiten Zukunftsmarkt wird ein Dutzend Anwendungen unterschieden: Agrotex, Mobiltex, Medtex, Hometex, Oekotex, Packtex, Buildtex, Clothtex, Indutex, Geotex, Protex und Sportex. Tonangebend in diesem Zweig sind Unternehmen wie etwa Asahi Kasei, Perma, Saha Seiren, PJ Garment oder TP Corporation. Auch den Zukunftsmarkt der "Smart Fabrics" will Thailand aktiv mitgestalten - etwa bei Stoffen mit UV-Schutz oder antibakteriellen und feuerresistenten Eigenschaften.

Renaissance der Seide
Auf mondänen Pfaden bewegt sich auch die traditionelle über Generationen gewachsene Kunst des Seidenhandwerks. Dank der reichen Rohstoffbasis gilt das Königreich weltweit als der viertgrößte Seidenproduzent. In der Präferenz der Auslandsbesucher stehen Seidenprodukte in der Souvenirstatistik 2015 an achter Stelle mit 149 Millionen US-Dollar (US$).
Die Ursprünge der Seide waren geprägt durch die handwerkliche Weberei mit regionalen Herkunftsmerkmalen wie etwa bei der Lumphun Broocade Thai Silk, der Phu Thai Praewa Silk oder der Surin Hole Silk. Der Wandel zu innovativen Produkten erfolgte mit den wachsenden Ansprüchen der Kunden. Neue Technologien erzeugten höherwertige Ware, die auch mit neuen Marketingideen stärker promoviert wurde.

Als zwei große Wegbereiter zu luxuriösen Seidenmarken von Weltklasse gelten Jim Thompson und Passaya. Jim Thompson erzielt dank modernem Design und Premiumprodukten einen Umsatz von 72 Millionen US$. Passaya gewann internationale Auszeichnungen durch herausragende Innovationen im Design wie im Produktionsprozess. Von öffentlicher Seite erfolgt Unterstützung durch Werbeveranstaltungen wie "Proud Pastra", die zuletzt Handelsabschlüsse über 1,5 Millionen US$ erbrachte. Das Handelsministerium beabsichtigt zudem die Errichtung eines Seidenzentrums im nordöstlichen Korat unter dem staatlich geförderten so genannten OTOP-Schema (One Tambon One Product).

Die gesamte Industrie verfügt aktuell über 4.700 Textil- und Kleiderfabrikanten mit über 500.000 Arbeitskräften, darunter 730 Betriebe für technische Textilien. Der Exportwert belief sich 2016 auf 6,45 Milliarden US$, was rund 3 Prozent des Gesamtexports entsprach. Der nationale Einzelhandel verzeichnete im Zeitraum 2011 bis 2016 stetige Zuwachsraten um durchschnittlich 3,5 Prozent pro Jahr.
Neben der Produktion versucht sich Thailand auch als Fashion Hub für regionale und internationale Modenschauen zu profilieren. Die wichtigen Ereignisse sind die "Bangkok International Couture Fashion Week", "Elle Bangkok Fashion Week" und die "Bangkok Internationale Fashion Fair". Die ersten nationalen Designermarken haben bereits ihr Debut auf dem Catwalk wie etwa Sretsis, Naraya, Dry Clean Only oder Disaya absolviert. Der von drei Schwestern gegründeten Firma Sretsis verhalfen einige Berühmtheiten - wie etwa Beyoncé, Paris Hilton, January Jones oder Zooey Deschanel - zum großen Durchbruch.

 

Weitere Informationen:
Thailand
Quelle:

Waldemar Duscha, www.gtai.de