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Taiwans Textilbranche behauptet sich mit Innovationen Foto: Pixabay
25.09.2018

TAIWANS TEXTILBRANCHE BEHAUPTET SICH MIT INNOVATIONEN

  • Hersteller setzen unter anderem auf deutsche Maschinen

Tokyo (GTAI) - Bei Funktionstextilien gehört Taiwan international in die Top-Liga. Damit das so bleibt, investieren die Branchenhersteller in moderne Ausrüstung und Innovationen.

Taiwan ist ein weltweit wichtiger Lieferant von funktionalen Textilien. Diese Position will die Branche halten und möglichst noch ausbauen. Daher investieren sie in neue Kapazitäten sowie Forschung und Entwicklung. Für die Lieferanten von Vorerzeugnissen und Ausrüstung bestehen gute Absatzchancen.

Die Nachfrage nach Funktionstextilien nimmt in der Sport-, Freizeit- und Schuhindustrie zu. In anderen Branchen, wie in der Automobil- und Medizinbranche, bei Baumaterialien und landwirtschaftlichen Hilfsmitteln, kommen diese auch vermehrt zum Einsatz. Dabei sind Funktionaltextilien meist nicht als Taiwan-Produkte erkennbar. Dennoch sind sie teilweise sehr sichtbar.

  • Hersteller setzen unter anderem auf deutsche Maschinen

Tokyo (GTAI) - Bei Funktionstextilien gehört Taiwan international in die Top-Liga. Damit das so bleibt, investieren die Branchenhersteller in moderne Ausrüstung und Innovationen.

Taiwan ist ein weltweit wichtiger Lieferant von funktionalen Textilien. Diese Position will die Branche halten und möglichst noch ausbauen. Daher investieren sie in neue Kapazitäten sowie Forschung und Entwicklung. Für die Lieferanten von Vorerzeugnissen und Ausrüstung bestehen gute Absatzchancen.

Die Nachfrage nach Funktionstextilien nimmt in der Sport-, Freizeit- und Schuhindustrie zu. In anderen Branchen, wie in der Automobil- und Medizinbranche, bei Baumaterialien und landwirtschaftlichen Hilfsmitteln, kommen diese auch vermehrt zum Einsatz. Dabei sind Funktionaltextilien meist nicht als Taiwan-Produkte erkennbar. Dennoch sind sie teilweise sehr sichtbar.

Beispielsweise trugen bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2018 mindestens 15 von 32 Mannschaften Bekleidung, die mit Textilien taiwanischen Ursprungs für international bekannte Markennamen erzeugt wurden, so Angaben des staatlichen Industrial Development Bureau (IDB) in Taiwan. Laut Taiwan Footwear Manufacturers Association sind taiwanische Hersteller für circa 80 Prozent aller weltweit produzierten Sportschuhe verantwortlich.

Textilhersteller investieren
Zu den größten Textilherstellern der Insel gehört die Far Eastern New Century (FENC). Deren Erzeugungskapazität befindet sich heutzutage hauptsächlich im Ausland mit Produktionen in China, Japan, den USA und Vietnam. In Taiwan baut FENC ebenfalls die Kapazität aus. In einem Joint Venture mit der deutschen Freudenberg werden seit 1987 Spinnvliesstoffe aus Polyester für den asiatischen Markt hergestellt.

Die Freudenberg Far Eastern Spunweb hat angekündigt, eine dritte Produktionslinie für Vliesstoffe im Werk Tayuan einzurichten und dadurch die bestehende Erzeugung von 20.000 t um 11.000 t pro Jahr zu erhöhen. Der Bau der neuen Herstellungsstätte, die 2020 den Betrieb aufnehmen soll, hat mittlerweile begonnen. Darin soll die neueste automatisierte Produktionstechnologie eingesetzt werden. Die Investitionen belaufen sich laut Unternehmensmeldung auf circa 43 Millionen US$.

Größte Unternehmen der Textilindustrie in Taiwan nach Umsatz
(in Mio. US$; Veränderung im Vergleich zum Vorjahr in %)
Firma 2016 2017 Veränd.
Far Eastern New Century Corp. 6.679 7.157 0,9
Formosa Taffeta Co., Ltd. 1.233 1.337 2,2
Shinkong Synthetic Fiber Corporation 1.066 1.200 6,1
Eclat Textile Co., Ltd. 759 796 -1,2
Makalot Industrial Co., Ltd. 685 735 1,2
Tainan Spinning Co., Ltd. 602 692  

Quelle: CommonWealth Magazine, Taiwan Stock Exchange

Deutschland bleibt wichtiger Ausrüstungslieferant
Taiwans Textilhersteller importieren ihre Ausrüstung vor allem aus China, Japan und aus Deutschland, wobei ein Teil der in China produzierten Maschinen von Firmen mit japanischen, deutschen, italienischen oder taiwanischen Mutterhäusern sind. Zwar gingen die deutschen Lieferungen 2017 gegenüber 2016 um 13,7 Prozent auf 71,1 Millionen US$ zurück. Jedoch zogen Taiwans Importe aus Deutschland in den ersten sechs Monaten 2018 um 24,3 Prozent an und überstiegen mit 42,5 Millionen US$ die Lieferungen aus Japan.

Dass die Einfuhr von Ausrüstung auf hohem Niveau bleibt, hat damit zu tun, dass die Unternehmen der Textilbranche in Taiwan dabei sind, bestehende Anlagen zu modernisieren und auf Industrie 4.0 umzurüsten. Zudem nimmt die Zahl der Hersteller von Textilien in Taiwan in den letzten Jahren zu. Zwischen 2014 und 2017 stieg deren Zahl gemäß Statistiken der Taiwan Federation of Textiles von 3.143 Firmen auf 3.214 Firmen.

Hauptlieferländer von Textilmaschinen *) nach Taiwan
(in Mio. US$; Veränderung im Vergleich zum Vorjahr in %)
Lieferland 2016 2017 Veränd.
China 108,7 111,0 2,1
Japan 97,2 97,2 0
Deutschland 82,5 71,1 -13,7
Italien 32,8 23,8 -27,3
Schweiz 13,6 14,1 3,6
USA 19,2 12,1 -37,2
Gesamt 405,4 364,7 -10,0

*) HS-Codes 8444-8453; ohne 8450
Quelle: Customs Statistics, Ministry of Finance

Kernfunktionen bleiben in Taiwan
Hingegen ist der Produktionswert der Textilbranche leicht gesunken. Er sank 2017 gegenüber 2016 auf Basis der Landeswährung um 1,7 Prozent. Umgerechnet auf US-Dollar lag der Herstellungswert von Textilien bei 9 Milliarden US$, so die Statistik des Wirtschaftsministeriums. Die Erzeugung von Kunstfasern stagnierte 2017 bei knapp 3 Milliarden US$.

In Taiwan finden sich die Hauptquartiere der oftmals familiengeführten Textilunternehmen. Hier werden die Einkaufs- und Marketingentscheidungen getroffen und nicht zuletzt Forschung und Entwicklung betrieben. Beispielsweise entwickeln gegenwärtig mehrere Hersteller smarte Textilien, in denen etwa Temperaturkontrolle, Herz- oder Ortungsfunktionen integriert sind.

Auslandsaktivitäten werden diversifiziert
Die Textilhersteller investieren überwiegend in neue Kapazitäten außerhalb Taiwans. So erweitert FENC 2018 seine Kapazität für PET (Polyethylenterephthalat) und Terephthalsäure (PTA), die unter anderem für die Herstellung von Synthesefasern benötigt werden. Zusammen mit einem indonesischen und einem mexikanischen Partner kauft FENC zwei neue Werke eines bankrotten US-Unternehmens in West Virginia und Texas auf. Damit sinkt unter anderem das Risiko möglicher Handelsbeschränkungen und umgekehrt steigt die Chance, von Freihandelsabkommen zu profitieren.

Ein Investitionsschwerpunkt ist auch Vietnam. Hier sind die meisten taiwanischen Textilunternehmen dabei, neue Kapazitäten auf- oder auszubauen. FENC, Formosa Taffeta, Eclat, Makalot und einige andere haben zum Teil schon vor mehreren Jahren im südostasiatischen Tigerland investiert. Neue Investitionen in China sind hingegen vor allem wegen steigender Lohnkosten selten geworden.

 

Weitere Informationen:
Taiwan
Quelle:

Jürgen Maurer, Germany Trade & Invest www.gtai.de

Branchencheck in Asien Foto: Pixabay
19.06.2018

TEXTIL- UND BEKLEIDUNGSINDUSTRIE IN ASIEN: GTAI BRANCHENCHECK

GTAI-Experten beobachten und analysieren täglich die Entwicklung der wichtigsten deutschen Exportbranchen auf den Weltmärkten. Hier finden Sie Informationen zur Textil- und Bekleidungsindustrie in asiatischen Märkten zusammengefasst.
 
GTAI-Branchencheck - Vietnam
Textil- und Bekleidungsindustrie: Vietnam muss mehr als nähen

GTAI-Experten beobachten und analysieren täglich die Entwicklung der wichtigsten deutschen Exportbranchen auf den Weltmärkten. Hier finden Sie Informationen zur Textil- und Bekleidungsindustrie in asiatischen Märkten zusammengefasst.
 
GTAI-Branchencheck - Vietnam
Textil- und Bekleidungsindustrie: Vietnam muss mehr als nähen
Die Textil- und Bekleidungsindustrie ist eines der wichtigsten Standbeine der vietnamesischen Industrie und trug 2017 mit Ausfuhren in Höhe von 26 Milliarden US$ rund 6 Prozent zu den Gesamtexporten bei. Für 2018 strebt die Branche ein Wachstum von 7 bis 8 Prozent an, die Exporte sollen auf über 33 Milliarden US$ ansteigen. Um Ursprungsregeln der seitens Vietnams abgeschlossenen Freihandelsabkommen zu erfüllen, muss das Land eine höhere Wertschöpfung erzielen. Heimische Unternehmen wie die Vinatex-Gruppe oder Garco10, aber auch ausländische Betriebe investieren vermehrt in technische Innovationen und bauen der reinen Näherei vorgelagerte Prozesse wie Spinnen, Weben und Färben aus. Zudem beginnen erste Unternehmen, die Produktion zu automatisieren.
 
GTAI-Branchencheck - Usbekistan
Textil- und Bekleidungsindustrie: Investitionen für mehr als 2 Milliarden US$ geplant
Das Branchenprogramm für 2017 bis 2020 listet rund 130 Projekte mit einem Gesamtwert von 2 Milliarden US$ auf. Etwa die Hälfte der geplanten
Investitionen soll auf ausländische Engagements entfallen. Angestrebt ist, im genannten Zeitraum den jährlichen Ausstoß von fertigen Textilerzeugnissen zu verdoppeln. Usbekistan zählt mit einem jährlichen Aufkommen von mehr als 3 Millionen Tonnen Rohbaumwolle zu den weltweit größten Produzenten des weißen Goldes. Ein zweites Branchenprogramm sieht 2018 bis 2021 die Umsetzung von fünf Projekten für die Herstellung von Rohseide, Seidenwatte und -stoffen sowie fertigen Seidenerzeugnissen vor. Die erforderlichen Investitionen werden auf mindestens 26 Millionen US$ veranschlagt.
 
GTAI-Branchencheck – Myanmar
Textil- und Bekleidungsindustrie: Exportstärke durch Niedriglöhne
Die Aufhebung der Sanktionen durch die EU und die USA belebte spürbar das Investitionsklima der Branche, zumal dies verbunden war mit der Reaktivierung des GSP-Importstatus der EU (Generalised System of Preferences). Stammen die meisten Investoren aus China, Hongkong, Taiwan oder Südkorea fanden sich auch westliche Marken ein, wie GAP, H & M, Primark oder Marks & Spencer. Aktuell beschäftigt werden etwa 400.000 Arbeiter in fast 400 zumeist lediglich auf CMP ausgerichteten Fabriken (cut-make-pack), darunter 171 Auslandsinvestoren und 22 Joint Ventures. Der Export soll 2017 laut der Myanmar Garment Entrepreneurs Association um 40 Prozent auf über 3 Milliarden US$ angestiegen sein. Größter Abnehmer war erstmals die Europäische Union, vornehmlich Deutschland, vor Japan und Südkorea.

GTAI-Branchencheck – Georgien
Textil- und Bekleidungsindustrie: Mehrere Ausbauvorhaben geplant
Die Bekleidungsindustrie produziert jährlich Erzeugnisse für bis zu 70 Millionen US$. Hergestellt werden vorwiegend Erzeugnisse internationaler Marken für den Export. Einige neue Projekte in der Branche sind in Vorbereitung.
So will der türkische Jeanshersteller Baykanlar Textil bis Ende 2018 in Ozurgeti eine Fabrik für die Herstellung von Markenjeans errichten. In das Vorhaben sollen insgesamt 15 Millionen US$ fließen. Das rumänische Unternehmen MGMtex, eine Tochter der Schweizer Firma Ottorose, plant in Kooperation mit einem lokalen Partner die Aufnahme der Produktion von Markenbekleidung in Kutaisi. Die Investitionen für die erste und zweite Projektphase betragen mehr als 1,5 Millionen US$. Für die Beschaffung von Ausrüstungen kommt das Unternehmen in den Genuss von Fördermitteln aus dem staatlichen Programm Produce in Georgien.

GTAI-Branchencheck Turkmenistan
Textil- und Bekleidungsindustrie: Investitionen für etwa 300 Millionen US-Dollar avisiert
Die Textil- und Bekleidungsindustrie steht für 20 Prozent der Industrieproduktion und 30 Prozent des verarbeitenden Gewerbes Turkmenistans. Gut 300 Millionen US$ werden 2018 bis 2020/21 investiert. Auf der Projektliste stehen der Bau eines großen Textilkomplexes für die jährliche Verarbeitung von bis zu 5.000 Tonnen feinfasriger Baumwolle zu Halb- und Fertigprodukten (Inbetriebnahme: März 2021; Auftragnehmer: Cotam Enterprises Ltd., Britische Jungferninseln/Türkei) und einer Fabrik für die Produktion von jährlich 6.000 Tonnen Baumwollgarn (2019/20, Hilli yol), die Modernisierung einer Textilfabrik (Daschogus), einer Baumwollspinnerei (Tachtabasar) und einer Fabrik für medizinische Watte und kosmetische Baumwolle (Aschgabat; jeweils 2018/2019). Das Potenzial bei medizinischen Textilien, Baumwollstoffen, Chemiefasern und bei der Verarbeitung von Wolle und Kokons wird noch wenig genutzt.
 
GTAI-Branchencheck Aserbaidschan
Textil- und Bekleidungsindustrie: Leichtindustrie-Gewerbepark wirbt um Investoren
Aserbaidschan startete mehrere Projekte zur Wiederbelebung der Branche (Ausstoß 2017: 100 Millionen US$). In Mingatschewir entsteht seit Herbst 2016 ein Industriepark für die Leichtindustrie. Vorgesehen sind neun neue Fabriken für Baumwoll-, Acryl- und Wollgarn, Bekleidung, Strumpfwaren und Lederschuhe. Der Projektwert beträgt bis zu 150 Millionen US$. Die erste Fabrik für die jährliche Produktion von 20.000 Tonnen Garn befindet sich im Bau. Unter der 2016 gegründeten Dachorganisation für Teppichweberei Azerkhalcha sollen im Jahr 2018 zehn weitere kleinere Fabriken in Betrieb genommen werden. Die Gesellschaft Gilan Textil Park, Sumqayit, will ihre Exporte von Heimtextilien ausweiten. Auf mittlere Sicht ist auch der Bau einer Seidenspinnerei mit einer jährlichen Kapazität von 3.000 Tonnen Garn geplant.
 
GTAI-Branchencheck Armenien
Textil- und Bekleidungsindustrie: Interesse aus dem Ausland nimmt zu
Steigende Exporte von Bekleidung nach Russland und auf westliche Märkte lassen 2018 weitere Investitionen in die Textil- und Bekleidungsindustrie erwarten. So wollen italienische Investoren in Kapan (Region Sjunik) eine größere Trikotagenfabrik errichten. Das Unternehmen SASSTEX in Artik (Region Schirak) investiert in zwei Fabriken für die Herstellung von Mode- (Marke ZARA) und Arbeitsbekleidung. Die ägyptische Wassef Group erwägt die Produktion von Baumwollstoffen und Erzeugnissen daraus. Der Hersteller von Strumpfwaren und Kinderbekleidung Alex Textile mit Sitz in Eriwan setzt 2018 sein auf 28 Millionen US$ veranschlagtes Investitionsprogramm für den Ausbau der Produktion von Bekleidung und Trikotagen an mehreren Standorten in Armenien fort.

Weitere Informationen:
Asien Export
Quelle:

Germany Trade & Invest www.gtai.de

Lifestyle Collection Area: Outdoor als Lebensstil (c) Messe Friedrichshafen | OutDoor Show | www.outdoor-show.de
12.06.2018

LIFESTYLE COLLECTION AREA: OUTDOOR ALS LEBENSSTIL

  • Area zeigt Lifestyle-Trends aus den Bereichen Bekleidung, Schuhe und Accessoires und bringt Gleichgesinnte zusammen

Outdoor, Alltag und Lifestyle - Athleisure Wear und Urban Fashion sind weder aus den Städten noch aus dem Outdoor-Markt wegzudenken. Das umfassende Wachstumsthema Urban Lifestyle ist auch auf der OutDoor vom 17. bis 20 Juni 2018 Trendthema. In der Lifestyle Collection-Area zeigen die Aussteller, dass Outdoor mehr ist als nur draußen in der Natur zu sein. Es ist vielmehr ein Lebenstil, ein Mindset, das Verantwortung vor der Natur, Internationalität und einen lebenswerten Modestil verbindet. Neben der Präsenz von Outdoor-Produkten werden die Lifestyle-Trends aus den Bereichen Bekleidung, Schuhe und Accessoires für die Fachbesucher in all ihren Facetten präsentiert. Auch Start-Ups und Newcomer haben die Area für sich entdeckt.

  • Area zeigt Lifestyle-Trends aus den Bereichen Bekleidung, Schuhe und Accessoires und bringt Gleichgesinnte zusammen

Outdoor, Alltag und Lifestyle - Athleisure Wear und Urban Fashion sind weder aus den Städten noch aus dem Outdoor-Markt wegzudenken. Das umfassende Wachstumsthema Urban Lifestyle ist auch auf der OutDoor vom 17. bis 20 Juni 2018 Trendthema. In der Lifestyle Collection-Area zeigen die Aussteller, dass Outdoor mehr ist als nur draußen in der Natur zu sein. Es ist vielmehr ein Lebenstil, ein Mindset, das Verantwortung vor der Natur, Internationalität und einen lebenswerten Modestil verbindet. Neben der Präsenz von Outdoor-Produkten werden die Lifestyle-Trends aus den Bereichen Bekleidung, Schuhe und Accessoires für die Fachbesucher in all ihren Facetten präsentiert. Auch Start-Ups und Newcomer haben die Area für sich entdeckt.

Cheeki stellt hochwertige Edelstahlflaschen her und wagt den Sprung nach Europa. Die australische Firma ist erstmals auf der OutDoor in der Lifestyle-Area präsent. "Das passt zu uns, weil unsere Produkte nicht nur für den Weg zur Arbeit, zur Schule, für ein Picknick oder Sport sind und auch nicht nur zum Wandern oder Camping, sondern einen Lifestyle verkörpern", erklärt Simon Karlik, Director von Cheeki. Für Karlik sind die Trinkbehälter eine Lebenseinstellung. Das zeigt auch der Produktkatalog: Mit Cheeki-Flaschen kann man gegen die Plastikmüllberge vorgehen. Sie sind ein individuelles Statement gegen die Vermüllung der Meere. Cheeki ist Mindset - eine bestimmte Geisteshaltung, eine Art zu leben.

Der schwedische Hersteller Icebug zählt zu den langjährigen OutDoor-Ausstellern und präsentiert sich 2018 jedoch erstmals bewusst im Lifestyle-Areal. Deutschland-Chef Mathias Basedow sieht den traditionellen Outdoor-Look über dem Zenit: "Running, Camping, Klettern - das alles ist Lifestyle, man will aber nicht mehr unbedingt so aussehen, als wäre man gerade auf einer Expedition unterwegs. Wir brauchen auf Handels- und Markenseite nun also Vorreiter, die sich designtechnisch vom Status quo lösen, ohne die Performance zu opfern." Der Schuhersteller will diese Herausforderung annehmen und zeigt ein cleanes, stilvolles, skandinavisches Design bei den neuen Sneakern mit Performance.

Das Produkt und die Funktion sind auch im urbanen Umfeld wichtig, aber es steht noch für mehr: Das Mindset und die Mentalität, die dahinter steckt. Dazu zählt auch das Thema Nachhaltigkeit. So baut beispielsweise Hersteller Steinkauz auf Naturmaterialien als Funktionsträger. Loden, Wollfilz und Waxcotton. "Loden hat nicht nur großartige Klimaeigenschaften, sondern ist auch noch nachwachsend und als Naturprodukt biologisch abbaubar", argumentiert Markus Holthausen, CEO von Waldkauz/Steinkauz. Entscheidend für ihn: "Loden trifft einen wichtigen Nerv unseres heutigen Umweltbewusstseins und man kann sich auch außerhalb der Trekkingtour damit sehen lassen. Deshalb gehören wir in den Lifestyle-Bereich."

Lebenseinstellung Outdoor heißt auch immer Cross-Over. Nicht für jeden Auftritt ein eigenes Produkt, keine spezielle "Verkleidung" für jede gesellschaftliche Rolle. Cavida präsentiert auf der OutDoor ihre ausgefallenen Wave Hawaii Ponchos. "Sie wurden speziell für Outdoor konzipiert, aber lassen sich natürlich auch zu Hause, im Hallenbad oder der Sauna einsetzen. Mit unseren stylischen Designs treffen wir offensichtlich den Nerv der Zeit", sagt Geschäftsführer Carsten Raphael. Outdoor, Alltag und Lifestyle gilt auch für die Sonnenbrillen von Slastik, die ebenfalls zu Cavida gehören. Raphael sieht sie als "außergewöhnlich stylisch" und "richtungsweisend". "Auch hier werden wir deutliche Aufmerksamkeit erregen."

Die Lifestyle-Area auf der OutDoor will bewusst keine großen Flächenstände. "Das würde die Idee der Lifestyle-Area konterkarieren", erklärt Projektleiter Dirk Heidrich. "Kleine Stände, ein eigenständiger Standbau und die Möglichkeit für Neuaussteller, Start-Ups oder auch langjährige OutDoor-Aussteller, zu experimentieren und dabei maximale Aufmerksamkeit zu bekommen." Und so ist die Lifestyle-Area eine Ausstellung innerhalb der OutDoor. Von hochwertiger Funktionsbekleidung, über Rucksäcke, Zelte, Schlafsäcke und jede Menge Accessoires findet sich alles in dem Bereich - aber mit Stil und Verantwortung. Outdoor als Lifestyle. Die Geschichten hinter den Produkten stellen die Aussteller am Montag, 18. Juni um 17 Uhr beim Networking-Event "Tell us your story" in der Lifestyle Collection-Area vor.

Das Jubiläum der 25. OutDoor findet von Sonntag, 17. bis Mittwoch, 20. Juni 2018 statt und ist nur für den Fachhandel geöffnet. Weitere Informationen unter: www.outdoor-show.de und www.facebook.com/OutDoor.Show/.

Foto: Pixabay
29.05.2018

ITALIENISCHE MODEINDUSTRIE AUF INNOVATIONSKURS

  • Digitalisierung und Nachhaltigkeit stehen im Fokus

Mailand (GTAI) - Die italienische Modebranche befindet sich im Wandel. Die Digitalisierung der Produktion und das Wachstum im Onlinehandel forcieren ein Umdenken in der traditionellen Branche. Das Thema Nachhaltigkeit gewinnt immer mehr an Bedeutung. Vor diesem Hintergrund investieren italienische Modehäuser zunehmend in ihre Zukunftsstrategien. Deutsche Unternehmen haben gute Geschäftsmöglichkeiten als Technologiepartner.

Die italienische Modeindustrie gehört zu den Kernbranchen der italienischen Wirtschaft. Im Jahr 2017 konnte der Sektor den Umsatz um 2,4 Prozent auf 54,1 Milliarden Euro steigern, das berichtet der Branchenverband Confindustria Moda. Für 2018 erwartet der Verband einen weiteren Zuwachs von 2,6 Prozent auf 55,4 Milliarden Euro. Bis 2020 soll die Marke von 60 Milliarden Euro übertroffen werden.
 

  • Digitalisierung und Nachhaltigkeit stehen im Fokus

Mailand (GTAI) - Die italienische Modebranche befindet sich im Wandel. Die Digitalisierung der Produktion und das Wachstum im Onlinehandel forcieren ein Umdenken in der traditionellen Branche. Das Thema Nachhaltigkeit gewinnt immer mehr an Bedeutung. Vor diesem Hintergrund investieren italienische Modehäuser zunehmend in ihre Zukunftsstrategien. Deutsche Unternehmen haben gute Geschäftsmöglichkeiten als Technologiepartner.

Die italienische Modeindustrie gehört zu den Kernbranchen der italienischen Wirtschaft. Im Jahr 2017 konnte der Sektor den Umsatz um 2,4 Prozent auf 54,1 Milliarden Euro steigern, das berichtet der Branchenverband Confindustria Moda. Für 2018 erwartet der Verband einen weiteren Zuwachs von 2,6 Prozent auf 55,4 Milliarden Euro. Bis 2020 soll die Marke von 60 Milliarden Euro übertroffen werden.
 
Doch die Branche entwickelt sich uneinheitlich. Seit Jahren stagniert der Umsatz von Vorprodukten wie Stoffen, während der Verkauf von Endprodukten wie Bekleidung, Schuhen und Taschen zulegt. Im Jahr 2017 konnten beide Sparten wachsen. Dabei bleiben Endprodukte (+2,9 Prozent) weiterhin erfolgreicher als Vorprodukte (+2,2 Prozent).
Grund für die positive Entwicklung der Modeindustrie in den vergangenen Jahren ist vor allem die starke Exportnachfrage nach italienischen Produkten. Im Jahr 2017 sind die Ausfuhren insgesamt um 3,5 Prozent gestiegen und konnten zum ersten Mal die Marke von 30 Milliarden Euro übersteigen.

Exportschlager sind vor allem Bekleidung (ein Drittel der Modeausfuhren), Lederwaren (circa 20 Prozent) und Schuhe (circa 18 Prozent), gefolgt von Stoffen (9 Prozent) und Wohntextilien (9 Prozent). Sorgen bereitet Branchenvertretern die Entwicklung in wichtigen Absatzmärkten. Exporte in die USA und nach Japan waren 2017 rückläufig, die steigende Nachfrage aus China und Russland konnte diese Verluste nicht ausgleichen.

Modeimporte steigen deutlich
Im Inland stagnierte die Nachfrage nach Mode im Jahr 2017. Gleichzeitig wurden deutlich mehr Vorprodukte aus Fernost und Endprodukte aus den Industrieländern importiert. Insgesamt legten die Einfuhren 2017 um 2,2 Prozent auf 21,1 Mrd. Euro zu, 2018 erwartet Confindustria ein weiteres Plus von 2,4 Prozent.

Deutschland gehört zu den wichtigsten Absatzmärkten italienischer Modehersteller, besonders beliebt bei deutschen Kundinnen sind italienische Schuhe und Taschen. Im Gegenzug rangierte Deutschland als Lieferland 2017 mit Importen im Wert von 1,3 Milliarden Euro (plus 4,1 Prozent) auf Platz vier, hinter China, Frankreich und Spanien. Circa die Hälfte der deutschen Modeeinfuhr entfällt auf Bekleidung, die andere Hälfte auf Textilien. Deutschland ist ein wichtiger Zulieferer von technischen Textilien, unter anderem für Sportartikel und für die Kfz-Branche.

Viele Unternehmen verstärken ihre Online-präsenz    
Die Digitalisierung der italienischen Industrie macht auch vor der Modebranche nicht halt. Dank neuer Technologien können traditionelle Hersteller ihre Kunden zunehmend ohne Zwischenhändler direkt erreichen. Wie gut das funktioniert, hat das italienische Start-up Yoox, ein Luxus-Mode-Onlinehändler, vorgemacht. Nach der Gründung im Jahr 2000 folgte 2015 die Fusion mit der französischen Online-Modegesellschaft und starken Konkurrentin Net-a-Porter. Inzwischen ist die Gruppe in 180 Ländern aktiv und konnte 2017 Umsätze in Höhe von 2,1 Milliarden Euro erzielen.
Viele Unternehmen verstärken ihre Onlinepräsenz und nutzen ihre Läden vor allem als Schaufenster, um Marken oder neue Kollektion bekannt zu machen. Das Unternehmen Beste mit der noch neuen Marke für Männer Monobi ist ein aktuelles Beispiel. Die traditionellen Modehäuser Loro Piana und Zegna sind bereits seit einigen Jahren in dieser Richtung aktiv.

Industrie 4.0 setzt Impulse
Die Digitalisierung ermöglicht Modehäusern auch neue Produktionsprozesse. Die Vernetzung von Maschinen verringert Produktionszeiten, erhöht die Effizienz, und reduziert den Strom- und Wasserverbrauch. Zudem haben Hersteller die Möglichkeit, maßgeschneiderte Lösungen anzubieten. Die Digitalisierung sorgt über Just-in-Time Konzepte auch dafür, dass Lagerbestände und Verkaufsflächen reduziert werden können, was zu sinkenden Kosten führt.

Bekannte italienische Modehäuser investieren kräftig in die Zukunft. Der Luxuskonzern Gucci hat circa 100 Millionen Euro in ein neues Innovationszentrum, das sogenannte ArtLab, im Großraum Florenz, investiert. Das Unternehmen Beste hat zwei Forschungsprojekte im Bereich Industrie 4.0 gestartet. Im Mittelpunkt der Forschung steht die Entwicklung neuer, umweltfreundlicher Stoffe sowie die Entwicklung einer digitalen Plattform für die Projektierung, Produktion und Distribution von Bekleidungsstücken.

Nachhaltigkeit wird zunehmend zum Verkaufsargument
Auch das Thema Nachhaltigkeit gewinnt immer mehr an Bedeutung. So organisiert die Nationale Kammer für italienische Mode (CNMI) Diskussionsrunden zum Thema. Das Modehaus Ferragamo hat einen Nachhaltigkeitsplan vorgestellt, der die Reduktion der Treibhausgasemissionen sowie des Energieverbrauchs vorsieht. Eine neue Entwicklung von Ferragamo ist auch ein nachhaltiger Stoff aus Orangenschalen.

Gucci, Armani, Bulgari, die Liste der weltbekannten italienischen Modekonzerne ist lang. Gleichzeitig gibt es in Italien aber auch eine große Zahl von kleinen und kleinsten Branchenfirmen. Im Jahr 2017 betrug die durchschnittlich Mitarbeiterzahl der Betriebe 9 Beschäftigte. Auch kleine und mittelgroße Betriebe setzten auf Nachhaltigkeit.

Für entsprechende Investitionen stellt die italienische Großbank Unicredit zusammen mit der Europäischen Investitionsbank zinsgünstige Kredite für kleine und mittlere Modeunternehmen (bis zu 250 Mitarbeiter) zur Verfügung. Ähnliche Programme stellt die Großbank Intesa Sanpaolo bereit.

Quelle:

Robert Scheid, Germany Trade & Invest www.gtai.de

ÄTHIOPIEN KANN WEITERE TEXTILFABRIKEN ANSIEDELN Foto: Pixabay
15.05.2018

ÄTHIOPIEN KANN WEITERE TEXTILFABRIKEN ANSIEDELN

  • Sudanesische und chinesische Investoren wollen Rohstoffversorgung sichern

Nairobi (GTAI) - Äthiopien kann weitere Erfolge bei der Ansiedlung von Textilunternehmen verbuchen: Ein britisches Unternehmen will 100 Millionen US-Dollar (US$) investieren, ein chinesisches sogar 220 Millionen US$. Damit wird der Textilsektor immer mehr zu einem Selbstläufer, denn die Geldgeber wollen zunehmend die inländische Industrie mit Vorerzeugnissen beliefern. Wer investiert, sollte derweil nicht nur die finanziellen Mittel aufbringen, sondern auch den Rohstoff Baumwolle, so Marktkenner.

  • Sudanesische und chinesische Investoren wollen Rohstoffversorgung sichern

Nairobi (GTAI) - Äthiopien kann weitere Erfolge bei der Ansiedlung von Textilunternehmen verbuchen: Ein britisches Unternehmen will 100 Millionen US-Dollar (US$) investieren, ein chinesisches sogar 220 Millionen US$. Damit wird der Textilsektor immer mehr zu einem Selbstläufer, denn die Geldgeber wollen zunehmend die inländische Industrie mit Vorerzeugnissen beliefern. Wer investiert, sollte derweil nicht nur die finanziellen Mittel aufbringen, sondern auch den Rohstoff Baumwolle, so Marktkenner.

Der äthiopische Textil- und Bekleidungsmarkt kann zwei Neuzugänge verbuchen: die britische Intrade Co. UK Ltd. und die chinesische Wuxi No. 1 Cotton Investment Co. Ltd. Dabei will Intrade eine Textil- und Bekleidungsfabrik im Mekelle Industrial Park (Tigray Regional State) bauen, der im Juli 2017 eröffnet wurde. Erste Kostenschätzungen liegen bei 100 Millionen US$. Intrade ist eine Offshore-Gesellschaft der sudanesischen Mahgoub-Sons-Gruppe. Das Unternehmen hat sich mit der Ethiopian Investment Commission auf einen Investitionsrahmen von 200 Millionen US$ verständigt, der auf insgesamt drei Projekte verteilt wird. Das Textilprojekt soll in 16 Monaten erstellt werden.

Liefersicherheit bei Baumwolle wird zum Thema
Dabei geht es der sudanesischen Gruppe nicht nur um die Textilproduktion, sondern auch um lukrative Liefergeschäfte für eigene Baumwolle. Man habe die Kapazität jährlich 500.000 Tonnen langstapelige Qualitätsbaumwolle zu liefern, sagt Wagdi Mirghani Mahgoub, leitender Intrade-Geschäftsführer. Die Versorgung mit Rohbaumwolle ist für die aufstrebende äthiopische Textilindustrie zunehmend ein Problem, seit einige asiatische Länder Exportstopps für den Rohstoff verfügt haben, darunter die VR China und Indien. Zur Mahgoub-Sons-Gruppe gehört auch das Unternehmen The African Plantation, das in Sudan 33.000 Hektar Agrarland bewirtschaftet.

Die zweite und größere Textilinvestition des Jahres 2018 hat hingegen Wuxi No. 1 Cotton Investment angekündigt: In dem in Kürze eröffnenden Dire Dawa Industrial Park soll eine Textilfabrik eröffnet werden. In einer ersten Phase sind 80 Millionen US$ vorgesehen, weitere Investitionen in Höhe von insgesamt 140 Millionen US$ sollen folgen. Das Unternehmen will hochmoderne Textilmaschinen installieren, um anspruchsvolle Märkte in Europa, Japan, Südkorea und Südostasien beliefern zu können. Partner sind nach eigenen Angaben führende Weltmarken. Wuxi verfolgt bereits ein Projekt in der äthiopischen Stadt Adama und hat ferner Pläne, in Äthiopien Baumwolle anzubauen.

Äthiopien gilt als erste Textiladresse in Afrika
"Bekleidungsfirmen sind Nomaden", weiß ein Branchenberater, "sie gehen dorthin, wo es für sie am billigsten ist. Steigen Löhne und Nebenkosten in Ländern wie Bangladesch oder der VR China zu stark, zieht die Karawane weiter." Südlich der Sahara hat sich bislang nur Mauritius einen Namen als Produzent hochwertiger Bekleidung gemacht. Versuche in Namibia und Lesotho im größeren Stil Textil- und Bekleidungsfirmen anzusiedeln, waren bislang nicht erfolgreich. Kenia und Ghana haben derweil viel zu teure Produktionsbedingungen.

Äthiopien bietet unterdessen gleich mehrere Vorteile: Löhne und Nebenkosten sind extrem niedrig und liegen im Vergleich weit unter den chinesischen. Eine Arbeitskraft in den äthiopischen Sweatshops verdient im Jahr durchschnittlich 909 US$, fand das US-amerikanische Centre for Global Development heraus. In Bangladesch sind es hingegen 835 US$ und in Tansania und Kenia sogar 1.776 US$ beziehungsweise 2.118 US$. Ein weiteres Plus: Äthiopische Näherinnen gelten als ausgesprochen fleißig und zuverlässig. Zudem gibt es eine Tradition in der Textil- und Bekleidungsproduktion sowie der Lederverarbeitung und somit existiert ein Grundstock an angelernten Fachkräften.

Infrastruktur macht Riesenfortschritte
Die Versorgung mit einheimischer Baumwolle und Leder muss derweil ausgebaut werden, denn in den Dürrejahren 2016 und zum Teil 2017 war die Versorgung mit Baumwolle unzureichend. Die Regierung zeigt sich kooperativ und hat ein zunehmend offenes Ohr für die Bedürfnisse der Produzenten. Die Infrastruktur wird aktuell nachhaltig verbessert, insbesondere die Transportwege zum benachbarten Seehafen Dschibuti, von dem aus Europa schneller zu erreichen ist als aus Fernost. Und, last not least, verfügt die äthiopische Hauptstadt Addis Abeba über ein fähiges Luftverkehrsdrehkreuz mit einem Dutzend Direktflügen in die EU, darunter Frankfurt und Wien. Hinzu kommt ein modernes Luftfrachtzentrum.

Genauso wichtig wie die Lieferwege sind die vergleichsweise modernen Produktionsbedingungen in den landesweit neu entstehenden Industriezentren. Hier ist alles "Made in China": Zäune, Zugangskontrollen, Straßen, Strom- und Wasserversorgung, Müll- und Abwasserentsorgung, Arbeitersiedlungen. Aus europäischer Sicht mag dies nach chinesischer Dominanz aussehen, aus äthiopischer Sicht jedoch werden Arbeitsplätze geschaffen, Familien ernährt und Devisen verdient. Unter besseren Arbeitsbedingungen als in Bangladesch, meinen Kenner.

Nach den Vorstellungen der äthiopischen Regierung befindet sich das Land in einem Transformationsprozess: Weg von einer agrarbasierten Ökonomie und hin zu einem Industriestaat. Schon 2025 soll das Land einen "middle-income status" erreichen und zum größten industriellen Produktions-Hub Afrikas aufsteigen. Um dies zu erreichen, investiert Äthiopien massiv in Straßen, Eisenbahnen und die Stromerzeugung, in Gesundheit und Ausbildung, in städtische und ländliche Entwicklung und in die Schaffung industrieller Cluster.

Zollvorteile in den USA und Europa
Äthiopien profitiert bislang vom African Growth and Opportunity Act (AGOA) der USA, der zum Beispiel bei Baumwollhosen eine Einsparung bei den Importzöllen von 16,8 Prozent ermöglicht und bei Synthetik-Hemden eine von 30 Prozent. Darüber hinaus hat Äthiopien zollfreien Zugang zum EU-Markt unter der Everything-but-Arms-Initiative. Befürchtungen, US-Präsident Donald Trump könnte AGOA kippen, haben sich bislang nicht bewahrheitet.

Äthiopische Exporte von Textilien, Bekleidung und Lederwaren
(einschließlich Schuhe; in Mio. US$)

SITC-Warengruppe
 2014 2015 2016
61 Leder und Lederwaren    97,51    98,20
78,63  

65 Garne, Gewebe, fertiggestellte Spinnstofferzeugnisse und verwandte Waren
 39,34  39,12 29,61
84 Bekleidung und Bekleidungszubehör  55,53  77,94  68,25
85 Schuhe            
 33,88
 37,69  43,80
Summe 226,26 252,95  220,2

Quelle: Comtrade

Deutsche Exporte ausbaufähig
Deutsche Verkäufer von Technik für die Textil-, Bekleidungs- und Lederindustrie sind in Äthiopien bislang nicht gut aufgestellt. Nach den vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes (SITC 724) ging 2017 nur für 2,84 Millionen Euro einschlägige Technik nach Äthiopien, immerhin 169 Prozent mehr als im Vorjahr.

Äthiopische Importe von Maschinen, Apparaten und Geräten für die Textil- und Lederindustrie sowie Teile davon
(SITC 724; in Mio. US$)

Lieferland 2014    2015 2016
Insgesamt 131,30 170,51 111,10
.. VR China  43,87  42,40 62,07
..Italien 6,38 11,75 11,72
..Japan 4,40 10,11 6,89
..Türkei    4,86 19,14 4,92
..andere asiatische Länder, nicht spezifiziert 1,85 1,87 4,11
..Indien  6,07 6,49 3,06
..Deutschland 9,22 9,08 2,44

Quelle: Comtrade

 

Weitere Informationen:
Äthiopien Textilfabriken Export Afrika
Quelle:

Martin Böll, Nairobi (GTAI)

Foto: Pixabay
08.05.2018

IN INDONIESIEN STAGNIERT DIE NACHFRAGE NACH TEXTILMASCHINEN

  • Bekleidungsexporte stocken
  • Schuhproduktion wird wichtiger
  • Investitionen in moderne Technologie notwendig

Bonn (GTAI) - Die indonesische Textilindustrie steht in starker regionaler Konkurrenz. Seit vor rund fünf Jahren ihre Nachfrage nach Maschinen und ihre Bekleidungsexporte einen Höhepunkt erreicht hatten, stagnieren die Ausfuhren der Branche. Dennoch ist der Archipel für internationale Marktteilnehmer zumindest als Zweitstandort neben den großen Herstellerländern von Bedeutung. Inzwischen hat sich das Land zu einem wichtigen Schuhhersteller entwickelt und baut seine Produktionskapazitäten weiter aus.

  • Bekleidungsexporte stocken
  • Schuhproduktion wird wichtiger
  • Investitionen in moderne Technologie notwendig

Bonn (GTAI) - Die indonesische Textilindustrie steht in starker regionaler Konkurrenz. Seit vor rund fünf Jahren ihre Nachfrage nach Maschinen und ihre Bekleidungsexporte einen Höhepunkt erreicht hatten, stagnieren die Ausfuhren der Branche. Dennoch ist der Archipel für internationale Marktteilnehmer zumindest als Zweitstandort neben den großen Herstellerländern von Bedeutung. Inzwischen hat sich das Land zu einem wichtigen Schuhhersteller entwickelt und baut seine Produktionskapazitäten weiter aus.

Indonesien gehört zu den 15 wichtigsten Exporteuren von Bekleidung. Der Archipel hat über die vergangenen Jahrzehnte seine Produktion kontinuierlich gesteigert und damit eine wachsende Nachfrage nach Textilmaschinen geschaffen. Doch seit fünf Jahren stagniert der Markt: Die Ausfuhren liegen bei etwa 7,5 Milliarden US-Dollar (US$) pro Jahr, und die Importe von Textilmaschinen sind von jährlich 1 Milliarde US$ auf nur noch etwa 800 Millionen US$ gesunken.

Wichtigster Lieferant von Textilmaschinen ist die VR China, die ihren Importanteil in den vergangenen Jahren auf etwa 30 Prozent ausgebaut und Japan von Platz eins verdrängt hat. Die deutsche Lieferquote schwankt laut indonesischer Einfuhrstatistik um 10 Prozent.

Der indonesische Textilverband API nennt als Grund für die schwache Exportentwicklung bei Bekleidung die geringere Nachfrage vor allem aus den USA und Europa. Etwa die Hälfte der Branchenausfuhren geht nach Nordamerika. Danach folgen Japan, Deutschland, Südkorea und das Vereinigte Königreich als größte Abnehmer. Was der Verband nicht sagt: Bangladesch, Vietnam, Indien, Kambodscha und Myanmar haben ihre Bekleidungsexporte in den vergangenen fünf Jahren allesamt deutlich ausgebaut.

Indonesiens Import von Textilmaschinen *) (in Mio. US$)
2007 360,5
2008 580,9
2009 339,9
2010 641,1
2011 952,1
2012 1.021,7
2013 973,8
2014 940,2
2015 804,3
2016 822,9

*) SITC 724
Quelle: UN Comtrade

Kürzere Produktionszyklen
Indonesiens Textilunternehmen müssen daher investieren, um konkurrenzfähig zu bleiben. Denn auch wenn laut API schon mehr als die Hälfte der Mitgliedsfirmen technologisch fortgeschritten sind, so haben doch viele Marktteilnehmer einen veralteten Maschinenpark. Und gerade vor dem Hintergrund schärferer Wettbewerbsbedingungen ist dies ein entscheidender Nachteil. Denn nach Angaben des Verbandes bestehen größere Modeketten auf immer kürzere Lieferzeiten. Wo die Produzenten früher drei Monate Zeit hatten, seien es heute nur noch drei Wochen.

Auch der regionale Wettbewerb macht den Herstellern zu schaffen. Zwar hat der Archipel für eine arbeitsintensive Industrie wie die Textilbranche gute Voraussetzungen. Denn die Löhne sind - außerhalb der Ballungszentren - gering, und das Angebot an Arbeitskräften ist unerschöpflich (auch, weil viele Männer als Näher in den Fabriken arbeiten). Dennoch hat es das Land bisher nicht geschafft, eine ernsthafte Konkurrenz für die Hauptexportländer günstiger Massenware zu werden.

Indonesiens Import von Textilmaschinen nach Lieferländern *)
(in Mio. US$; Veränderung im Vergleich zum Vorjahr in %)
  2014 2015 2016 Veränd.
VR China 279,4 269,2 524,7 -5,4
Taiwan 79,7 86,8 98,3 13,2
Deutschland 104,5 68,4 93,6 36,8
Japan 163,7 91,3 85,1 -6,8
Südkorea 60,5 65,8 57,0 -13,4
Indien 48,3 43,1 42,6 -1,2
Singapur 37,1 33,4 41,3 23,7
Italien 47,1 39,1 36,3 -7,2

*) SITC 724
Quelle: UN Comtrade

Denn der Archipel hat auch Standortnachteile: So liegt er weiter entfernt von den europäischen Absatzmärkten als andere Herstellerländer und hat auch eine größere Distanz zu China, das aufgrund der hohen Lohnsteigerungen seine Bekleidungsproduktion zunehmend in die direkten Nachbarländer verlegt. Außerdem lassen sich in dem durch große Rohstoffexporte vergleichsweise wohlhabenden Indonesien die Mindestlöhne von Indien, Kambodscha, Bangladesch oder Myanmar nicht unterbieten.

Asiens wichtigste Exporteure von Bekleidung 1)
(in Mrd. US$; Veränderung 2016 im Vergleich zu 2011 in %)
  2011 2016 Veränd.
VR China 153,7 158,2 2,9
Bangladesch 19,2 29,5** 53,6
Vietnam 13,1 22,9** 74,8
Indien 14,7 17,9 21,8
Indonesien 8,0 7,5 -7,1
Kambodscha 4,0 6,6** 65,0

1) SITC 84; 2) Spiegelstatistiken der Partnerländer
Quelle: UN Comtrade

Investitionen auf Vorjahresniveau
Immerhin hat es Indonesien aber geschafft, für internationale Bekleidungsunternehmen zu einem bedeutenden Zweitstandort zu werden, durch den sich die Risiken in den großen Produktionsländern abfedern lassen. Der größte Teil der Hersteller ist im bevölkerungsreichen Java angesiedelt. Für die Regierung ist eine weitere Expansion der Branche wichtig, um die Vielzahl ungelernter Kräfte in Arbeit zu bringen.

Nach letztverfügbaren Daten des Statistikamtes BPS ist die Zahl der in den rund 2.600 mittleren und größeren Unternehmen der Branche Beschäftigten von 470.000 (2008) auf 550.000 (2014) gestiegen. Hinzu kommen nochmal knapp 210.000 Arbeiter in Klein- und Kleinstfirmen (2015), die zumeist Ein- oder Zweipersonenbetriebe sind.

Die Investitionsbehörde BKPM meldet für das 1. Halbjahr 2017 für die Branche ausländische Direktinvestitionen (FDI) in Höhe von 184 Millionen US$, bei 494 Projekten. Das entspricht fast genau der Summe vom selben Zeitraum des Vorjahres. Im Gesamtjahr 2016 waren 321 Millionen US$ an FDI in den Sektor geflossen.

Schuhhersteller bauen Kapazitäten aus
Weitaus dynamischer als die Textilbranche entwickelt sich die heimische Schuhindustrie. Indonesien ist im Bereich der günstigen Massenproduktion in wenigen Jahren zum drittwichtigsten Exporteur geworden, rangiert allerdings weit hinter China und Vietnam. Immerhin wurden die entsprechenden Ausfuhren zwischen 2011 und 2016 von 3,3 Milliarden US$ kontinuierlich auf 4,6 Milliarden US$ gesteigert.

Asiens wichtigste Schuhexporteure 1)
(in Mrd. US$; Veränderung 2016 im Vergleich zu in %)
  2011 2016 Veränd.
VR China 41,7 47,2 13,1
Vietnam 6,7 13,0** 93,5
Indonesien 3,3 4,6 40,5
Indien 2,1 2,7 31,4

1) SITC 82; 2) General Statistics Office of Vietnam
Quelle: UN Comtrade

Und die Zeichen stehen weiter auf Expansion: Im Leder- und Schuhsektor gab es in den ersten sechs Monaten 2017 FDI in Höhe von 187 Millionen US$, das ist ein Drittel mehr als im gesamten Jahr 2016. Auch heimische Marktteilnehmer expandieren. So baut der indonesische Hersteller SCI gerade eine neue Produktionsstätte im zentraljavanischen Salatiga, nahe der Hafenstadt Semarang. Sie soll im Oktober fertiggestellt sein. In der ersten Phase könnten 300.000 bis 500.000 Paar Schuhe pro Jahr produziert werden, die maximale Kapazität liegt bei 1 Million Paar.

 

Quelle:

Frank Malerius, Germany Trade & Invest www.gtai.de

06.03.2018

POLEN KAUFEN MEHR ARTIKEL FÜR IHREN NACHWUCHS

  • Kindergeld füllt Haushaltskassen
  • Die Hälfte der Ausgaben entfällt auf Bekleidung

Die Nachfrage nach Kinderbedarf soll in Polen mittelfristig um jährlich 4 bis 5% zunehmen. Das 2016 eingeführte Kindergeld und die gute Konjunktur lassen die Ausgaben für den Nachwuchs steigen. Den größten Anteil hat daran Bekleidung einschließlich Schuhe. Es besteht eine beträchtliche Inlandsproduktion auch an Hygiene- und Pflegeartikeln sowie Nahrungsmitteln. Es wird zunehmend Wert auf ökologische Produkte gelegt, was auch deutschen Anbietern Zulieferchancen eröffnet.

  • Kindergeld füllt Haushaltskassen
  • Die Hälfte der Ausgaben entfällt auf Bekleidung

Die Nachfrage nach Kinderbedarf soll in Polen mittelfristig um jährlich 4 bis 5% zunehmen. Das 2016 eingeführte Kindergeld und die gute Konjunktur lassen die Ausgaben für den Nachwuchs steigen. Den größten Anteil hat daran Bekleidung einschließlich Schuhe. Es besteht eine beträchtliche Inlandsproduktion auch an Hygiene- und Pflegeartikeln sowie Nahrungsmitteln. Es wird zunehmend Wert auf ökologische Produkte gelegt, was auch deutschen Anbietern Zulieferchancen eröffnet.

Die Nachfrage allein nach den grundlegenden Kinderartikeln wie Bekleidung, Spielzeug, Körperpflege- und Nahrungsmitteln soll in Polen mittelfristig um 4 bis 5% jährlich zunehmen. Damit beschleunigt sich das Wachstum gegenüber der Zeitspanne 2011 bis 2015, wie die Marktforschungsfirma PMR (http://www.pmrpublications.com) in ihrer Marktanalyse über Kinderprodukte 2015 und Prognose 2015 bis 2020 erwartet. Im Jahr 2015 wurden solche Artikel für 9,4 Mrd. Zloty (Zl; rund 2,2 Mrd. Eu-ro; 1 Euro = 4,1841 Zl; Durchschnittskurs 2015) verkauft gegenüber einem Wert von 8,5 Mrd. Zl 2011.
 
Die wirtschaftliche Belebung und sinkende Arbeitslosigkeit erhöhen die allgemeine Konsumneigung. Diese wird zusätzlich durch das seit Frühjahr 2016 gezahlte Kindergeld stimuliert, wodurch den privaten Haushalten über 20 Mrd. Zl jährlich zufließen; 2017 allein rund 23 Mrd. Zl.
So stieg nach Jahren des Rückgangs 2016 die Anzahl der Geburten wieder. In Polen kamen 382.500 Babys zur Welt; das waren rund 13.000 mehr als 2015. Dennoch liegt die Geburtenrate, also die Anzahl der Geburten pro Frau im Alter von 15 bis 49 Jahren, nur etwas über 1,3 Kinder je Frau. Eine ausreichende Quote zum Beibehalten der Bevölkerungszahl wurde zuletzt 1991 festgestellt.

Geburtenrate in Polen (Anzahl der Geburten pro Frau im Alter von 15 bis 49)

1999 2010 2011 2012 2013 2014 2015
2,07 1,41 1,33 1,33 1,29 1,32 1,32

Quelle: Eurostat

Bis Ende Februar 2017 wurden über 3,82 Mio. Kinder bis 18 Jahre von dem Kindergeldprogramm erfasst, die monatlich 500 Zl erhalten. Somit flossen über 2,57 Mio. Familien bis zu diesem Zeitpunkt insgesamt fast 21 Mrd. Zl an staatlichen Mitteln zu. Landesweit profitieren 55% aller Kinder bis 18 Jahre von dem Pro-gramm. Auf dem Lande erreicht dieser Prozentsatz sogar 63%, in Städten dagegen nur 49%. Einzelkinder gut situierter Familien werden nicht berücksichtigt.    

Größtes Nachfragepotenzial in Masowien    
Die meisten begünstigten Kinder leben in der Hauptstadtregion, der Woiwodschaft Mazowieckie (Masowien, fast 554.000), gefolgt von Slaskie (Oberschlesien, 383.800) und Wielkopolskie (Großpolen, 379.600). In Pomorskie (Pommern) wurden im Jahr 2016 25.860 Kinder geboren, so dass pro 1.000 Einwohner 11,2 Babys zur Welt kamen. Das war der höchste Anteil landesweit dicht gefolgt von Mazowieckie (11,1) und Wielkopolskie (11,0).
Die Ausgaben für den Nachwuchs richten sich jedoch nicht nur nach der Anzahl der Kinder, sondern die einzelnen Kinder werden stärker beschenkt oder erhalten zusätzliche beziehungsweise hochwertigere Bekleidung und anderes. Natürliche und ökologische Produkte haben einen hohen Stellenwert, wovon auch deutsche Anbieter profitieren können.
Neben Namens- und Geburtstagen, Weihnachten und Ostern ist der Tag des Kindes, der 1. Juni ei-nes jeden Jahres, ein wichtiger Anlass für Geschenke.
Laut einer Umfrage des Preisvergleichsportals Ceneo (http://www.ceneo.pl) planten 35,0% der Befragten Ausgaben zum 1.6.17 von 101 bis 300 Zl und 31,4% von 51 bis 100 Zl.
Die Übrigen sahen in etwa je zur Hälfte höhere bzw. geringere Aufwendungen vor.

Die jährlichen Verkäufe von Spielzeug veranschlagen Branchenkenner auf etwa 1 Mrd. Zl. Die stärkste Position haben hier internationale Konzerne wie Lego, Hasbro und Mattel. Aber auch inländische Hersteller wie Cobi S.A. (http://www.cobi.pl) und Trefl S.A. (http://www.trefl.com) profitieren von der wachsenden Nachfrage.
Cobi produziert Bauklötze und importiert sowie vertreibt ein breites Sortiment von anderem Spielzeug. Die vorherrschenden Produkte von Trefl sind Brettspiele und Puzzles, die auch in starkem Maße exportiert werden. Erfolgreich auf dem Markt platzieren konnte Anna Skorzynska ihre Plüschtiere, die Einschlafgeräusche von sich geben (http://szumisie.pl). Weitere Hersteller sind Wader (http://www.wader-zabawki.pl), Hemar (http://hemar.com.pl) und St. Majewski (http://www.st-majewski.pl).

Körperpflegemittel aus inländischer Produktion
Körperpflegemittel und Hygienebedarf für Babys und Kinder werden überwiegend im Inland hergestellt. Bei Windeln hat das Private Label der führenden Discountmarktkette Biedronka (http://www.biedronka.pl) "Dada" eine starke Stellung, seit 2014 hält es nach eigenen Angaben sogar die Spitzenposition. Eine Untersuchung der Einzelhandelsketten durch die Marktforschungsfirma Nielsen hatte ergeben, dass der Marktanteil von Dada-Windeln von Januar bis Dezember 2016 mengenmäßig bei 51% lag, wie das Pressebüro von Biedronka mitteilte.
Die Firma Harper Hygienics S.A. (http://www.harperhygienics.pl) stellt in Polen außerdem Papiertaschentücher der Marke "Dada" her. Ihr neuer strategischer Investor ist die lettische Firma für Kos-metik und Hygienebedarf iCotton. Procter & Gamble produziert in einer eigenen Fabrik in Warschau Einwegwindeln seiner Marke "Pampers". Diese werden laut Angaben des Konzerns täglich von über 3 Mio. Kindern in über 40 Ländern verwendet.
Windeln, Hygiene- und Pflegeprodukte für Babys und Kinder stellt auch TZMO aus Torun (Thorn, http://www.tzmo-global.com) her, darunter die Windelmarken "Bella Baby" und "Happy". Unter solchen Produkten entfällt laut PMR ein Marktanteil von etwa 60% auf Windeln sowie von je 20% auf feuchte Tüchlein und Körperpflegeartikel.

Verkäufe von Hygiene- und Pflegeprodukten für Babys und Kinder in Polen (in Mio. Zl)

2013 2014 2015 2016
1.493,6 1.540,9 1.488,4 1.520,0

Quelle: PMR

Klarer Marktführer bei Pflegeprodukten ist Nivea Polska mit einer großen Fabrik in Poznan (Posen). Die beiden Marken des Beiersdorf-Konzerns "Bambino" und "Nivea Baby" decken etwa ein Fünftel der Nachfrage ab. Ebenfalls in Polen produziert die Global Cosmed S.A. (http://www.globalcosmed.pl) das Kindershampoo und -schaumbad "Pinio" und Körperpflegeprodukte für Babys und Kleinkinder der Marke "Bobini".
Diese Produkte sind in der größten Drogeriemarktkette in Polen, Rossmann, zu finden wie auch de-ren Private Labels "Babydream" und "Isana Kids", die teilweise im Inland und teilweise in anderen EU-Ländern hergestellt werden. Letzteres gilt auch für andere Kindermarken und solche herstellende Konzerne wie Pampers, Dove und Baby Dove, Bambino (http://bambino.pl, Hautpflegeprodukte für Kinder), Nestle, Nutrica und andere.
 
Robuste Öko-Mode im Kommen
Bei Kinderbekleidung nimmt die Bedeutung von im Inland genähten Artikeln zu. Beliebt sind Marken wie "Ekoubranka" (http://www.ekoubranka.pl, haltbare und ökologische Bekleidung) und "Pampicio" (http://www.pampicio.pl) aus Sieradz. Während solche kleineren Marken hauptsächlich im Onlinehandel vertrieben werden, werden große wie "5-10-15" (http://www.51015kids.eu) der Komex S.A. auch in einer eigenen Kette von über 220 herkömmlichen Geschäften angeboten.

Weitere Handelsketten für Kinderbekleidung sind Coccodrillo (http://www.coccodrillo.eu) mit 187 Läden und Wojcik Fashion (https://wojcikfashion.com). Auch die große Handelskette für Kinderpro-dukte Smyk (Bengel, http://www.smyk.com) führt Bekleidung, darunter ihre Eigenmarken "Cool Club" und "Smiki". Bekleidung und Schuhe haben den größten Anteil an den Ausgaben für Kinder, die sich 2016 laut PMR auf fast 5 Mrd. Zl summierten, darunter Bekleidung schätzungsweise 3,517 Mrd. Zl und Schuhe 1,419 Mrd. Zl.

Die Verkäufe von Nahrungsmitteln für Babys und Kinder veranschlagt PMR auf rund 1 Mrd. Zl jähr-lich. Hier erwartet die Marktforschungsfirma künftig höhere Steigerungen als bei Nahrungsmitteln insgesamt. Führend sind hier der französische Konzern Danone und der schweizerische Nestle-Konzern. Die zu Danone gehörende Gesellschaft Nutricia Zaklady Produkcyjne (http://www.nutricia.com.pl) hat große Fabriken in Opole (Oppeln) und Krotoszyn.
Nestle produziert in Kalisz (Kalisch) und Rzeszow Produkte unter anderem der Marken "Nestle Nutrition" und "Gerber". Zu den bedeutenden inländischen Herstellern zählen Geo-Poland (https://geo-poland.com/pl), Helpa (http://www.helpa.pl), Maspex (https://maspex.com, Säfte und ähnliche), Wosana (http://www.wosana.pl, Fruchtsäfte) und Dary Natury (http://www.darynatury.pl, Tee).

 

Weitere Informationen:
Kindergeld Kinderbedarf Polen
Quelle:

Beatrice Repetzki, Germany Trade & Invest

BANGLADESCH STELLT LEDERINDUSTRIE NEU AUF Foto: Pixabay
20.02.2018

BANGLADESCH STELLT LEDERINDUSTRIE NEU AUF

  • Produktion und Exporte im Aufschwung 
  • Umweltprobleme und andere Herausforderungen bleiben

Die Lederindustrie in Bangladesch berichtet von steigenden Exporten und einer wachsenden Nachfrage im Inland. Der Standort punktet mit niedrigen Arbeitskosten und der Verfügbarkeit von Leder. Zu viele Gerbereien belasten allerdings noch die Umwelt. Die Branchenstruktur der Hersteller von Lederwaren und Schuhen reicht von veraltet bis modern. Internationale, exportorientierte Betriebe zeigen den Weg.

  • Produktion und Exporte im Aufschwung 
  • Umweltprobleme und andere Herausforderungen bleiben

Die Lederindustrie in Bangladesch berichtet von steigenden Exporten und einer wachsenden Nachfrage im Inland. Der Standort punktet mit niedrigen Arbeitskosten und der Verfügbarkeit von Leder. Zu viele Gerbereien belasten allerdings noch die Umwelt. Die Branchenstruktur der Hersteller von Lederwaren und Schuhen reicht von veraltet bis modern. Internationale, exportorientierte Betriebe zeigen den Weg.

Bangladeschs Lederindustrie ist nach der Bekleidungsindustrie der zweitgrößte Exportzweig des Schwellenlandes. Der Großteil der Ausfuhren entfiel im Finanzjahr 2016/17 (1. Juli 2016 bis 31. Juni 2017) mit 537 Millionen US-Dollar (US$) auf Lederschuhe (Vorjahr 495 Millionen US$), gefolgt von Lederwaren 464 Millionen US$ (388 Millionen US$). Die Ausfuhren von Lederschuhen legten in der zweiten Jahreshälfte 2017 nochmals um 9 Prozent zu und die von Lederwaren lagen auf demselben Niveau wie im Vorjahreszeitraum.

Die Exporte von Leder dagegen lagen 2016/17 bei 233 Millionen US$ (279 Millionen US$) und fielen in der zweiten Jahreshälfte 2017 um 29 Prozent. Hauptgrund ist geringere Nachfrage in China nach Leder. Stattdessen wird dieses zunehmend in Bangladesch zu fertigen Produkten für Kunden aus dem In- und Ausland weiterverarbeitet.

Potenziale noch nicht ausgeschöpft
Das Handelsministerium möchte die gesamten Exporte bis 2021 auf 5 Milliarden US$ vervierfachen. Es hat mit dieser Aufgabe einen Rat beauftragt, den Bangladesh Leather Sector Business Promotion Council. Dieser soll mit geeigneten Maßnahmen sowohl die Herstellungsmengen als auch die Verarbeitungstiefe im Lande erhöhen. Lederherstellung und -verarbeitung verfügen über Potenziale, denn sie könnten die erfolgreiche Entwicklung der heimischen Textil- und Bekleidungsindustrie durchaus wiederholen.

Internationale Investitionen sind ausdrücklich willkommen. Ausländische Investoren können eine Tochtergesellschaft in eigener Hand gründen sowie Förderungen und Steuerbefreiungen beantragen. Acht Exportförderzonen (Export Processing Zone) und weitere Sonderwirtschaftszone bieten viele rechtliche und technische Vorteile, meint die Investitionsbehörde Bangladesh Investment Development Authority.

Der Verband der exportierenden Lederwaren- und Schuhhersteller (Leathergoods and Footwear Manufacturers & Exporters Association of Bangladesh, LFMEAB) berichtet, dass Unternehmen aus Taiwan, China, Südkorea und Japan zunehmend in die Branche investieren. Sie verlagern unter anderem Fertigungen aus China nach Bangladesch.

Ausländische Direktinvestitionen in Bangladeschs Lederindustrie
(Bestand Juni 2016 in Mio. US$)
Ursprungsland Bestand 2016
Taiwan 76
Niederlande 37
Hongkong 26
Korea (Rep.) 17
Gesamt 192

Quelle: Zentralbank

Im Finanzjahr 2016/17 flossen gemäß der Zentralbank brutto 82 Millionen US$ an ausländischen Direktinvestitionen in die Lederindustrie (Vorjahr 48 Millionen US$). Taiwan war mit Abstand der größte Investor mit 50 Millionen US$ (14 Millionen US$).

Auch frühere Investoren verweisen auf eine erfolgreiche Entwicklung. Die deutsche Firma Picard Lederwaren hat beispielsweise 1997 ein Joint Venture gegründet und produziert inzwischen monatlich 32.000 Ledertaschen und 40.000 Kleinlederwaren.

Geprüfte Hersteller von Lederwaren
Wichtigste Abnehmer von Lederwaren und Schuhen sind die EU, Japan und die USA. Die EU und Japan erheben auf Importe aus Bangladesch im Rahmen ihrer Präferenzsysteme für Entwicklungsländer in der Regel weder Quoten noch Einfuhrzölle.

Die exportorientierten Lederwarenhersteller fertigen meist auf einem von den Kunden geforderten technischen Niveau. Dazu gehören Zertifizierungen und Prüfungen. Der Fachverband LFMEAB setzt sich für die Einhaltung von branchenüblichen Standards bei seinen 150 Mitgliedsfirmen ein. Auch die Europäische Union unterstützt mit ihrem Projekt ECOLEBAN eine nachhaltige, ressourceneffiziente Entwicklung des Ledersektors. Mehrere Gerbereien und Lederfabriken halten nachweislich die Arbeits- und Sozialstandards der UN-Organisation ILO und den ISO Standard 14001 für Umweltmanagementsysteme ein.

Mit steigenden Anforderungen und Mengen werden die lederverarbeitenden Unternehmen auch mehr hochwertige Materialien wie Sohlen und Accessoires importieren. Auch ihre Maschinen und Ausrüstungen stammen aus dem Ausland.

Problematische Bedingungen in der Lederherstellung
Das Leder wird allerdings unter problematischen Bedingungen hergestellt. Das Agrarland verfügt über einen Bestand von etwa 24 Millionen Rindern und damit über circa 1,7 Prozent des weltweiten Bestandes. Die Fleischwirtschaft verarbeitet auch Büffel und Ziegen in größeren Mengen. Tiere leiden bei unsachgemäßen Schlachtungen. Moderne Prozesse in der Schlachtung und fortschrittliche Verarbeitungsschritte könnten die Qualität in der Lederherstellung verbessern.

Die Zahl der Gerbereien wird auf über 200 geschätzt, die jährlich ungefähr 29 Millionen Quadratmeter Leder herstellen, davon entfallen zwei Drittel auf Leder aus Rinderhäuten. Die Branche steht in einem schlechten Ruf, die Situation in vielen Betrieben wird von unabhängigen Stellen bemängelt. In den meisten Betrieben sind Prozesse und Geräte für Arbeitssicherheit, Schutz der Umwelt nicht vorhanden. Kinder arbeiten nach Berichten von Beobachtern in dürftig kontrollierten Fabriken.

Dramatisch ist die Situation in Hazaribagh. Das Oberste Gericht entschied bereits 2003, dass die circa 150 Kleingerbereien aus diesem Wohnviertel in Dhaka in einen Alternativstandort umziehen sollen. Die öffentliche Firma Bangladesh Small and Cottage Industries Corp. wurde beauftragt, dafür den Lederindustriepark Savar Tannery Park in einem nördlichen Außenbezirk von Dhaka aufzubauen. Der vollständige Umzug in das neue Ledercluster in Savar hat sich seitdem immer wieder verzögert.

Nach Angaben des Fachverbandes Bangladesh Tanners Association ist der Umzug in den Savar Lederindusriepark erfolgt. Die dortige zentrale Kläranlage funktioniert dem Vernehmen nach allerdings noch nicht vollständig. Die Gerbereien verschmutzen also auch dort die Umwelt. Medien berichten zudem von Gerbereiaktivitäten in Hazaribagh.

Mehr Fachkräfte benötigt
Die Zahl der lederverarbeitenden Betriebe wurde in einer letzten Untersuchung von 2013 auf 3.500 geschätzt. Die Hersteller entwickeln für den Inlandsmarkt eigene Designs und einige wollen international ihre eigenen Marken platzieren.

Aber das Tempo der Ausbildung von Fachkräften hält nicht mit der Industrialisierung der Branche mit. Gerbereien und Lederindustrie beschäftigen direkt und indirekt ungefähr 75.000 Mitarbeiter. Ihre Kenntnisse und Fähigkeiten beruhen oft auf traditionellen Verfahren und kurzen Einweisungen.

Der Bedarf an Fachpersonal wird auf 60.000 geschätzt. Ein Exzellenzzentrum widmet sich seit 2009 deren Ausbildung. Das Centre of Excellence for Leather Skill Bangladesh (COEL) hat seitdem circa 15.000 Personen an Maschinen und im Design ausgebildet oder geschult. Zwei Hochschulen bilden Ingenieure in der Fachrichtung aus. Die Universität in Dhaka hat ein Institut für Ledertechnik (Institute of Leather Engineering and Technology) etabliert und die Khulna University of Engineering verfügt über eine Abteilung für Ledertechnik.

Das Handelsministerium und der Verband LFMEAB organisierten im November 2017 die erste Ausgabe der Fachmesse BLLISS (Bangladesh Leatherfootwear & Leathergoods International Sourcing Show). Die Veranstalter konnten den Beschaffungsmarkt präsentieren und wollen die Veranstaltung jährlich fortführen. Der Branchentreff zog 30 Aussteller und 20.000 Besucher an. Die nächste Ausgabe wird vom 22. - 24. November 2018 in Verbindung mit der Ledertechnikmesse Leathertech (http://www.leathertechbangladesh.com) stattfinden.

Kontaktadressen

Bezeichnung Internetadresse Anmerkungen
Leathergoods and Footwear Manufacturers & Exporters Association of Bangladesh http://www.lfmeab.org Verband der exportierenden Hersteller von Lederwaren
Bangladesh Tanners Association http://www.tannersbd.com Verband der Gerbereien
Centre of Excellence for Leather Skill Bangladesh Limited http://coelbd.com Aus- und Fortbildungsinstitut
EU-Projekt ECOLEBAN (2014 bis 2018) https://www.ecoleban.com Unterstützung von KMUs in der Lederin-dustrie bei der Einführung von Umweltmanagementsystemen und Ecolabelling

 

06.02.2018

POLEN KAUFEN BEKLEIDUNG IMMER HÄUFIGER ONLINE

  • Einzelhandel konsolidiert sich
  • Marktführer LPP expandiert weiter

Die Verkäufe von Bekleidung und Schuhen steigen in Polen jährlich um etwa 5 Prozent. Ein steigender Anteil der Umsätze wird online generiert. Die deutsche Discounter-Kette KiK verbreitet sich erfolgreich. Für hochwertige Mode aus Deutschland bestehen Marktnischen. Die führende inländische Handelskette LPP expandiert im In- und Ausland. Sie investiert nicht nur in neue Entwürfe sondern auch in das Online-Segment. Die Einzelhandelsstruktur wird straffer.

  • Einzelhandel konsolidiert sich
  • Marktführer LPP expandiert weiter

Die Verkäufe von Bekleidung und Schuhen steigen in Polen jährlich um etwa 5 Prozent. Ein steigender Anteil der Umsätze wird online generiert. Die deutsche Discounter-Kette KiK verbreitet sich erfolgreich. Für hochwertige Mode aus Deutschland bestehen Marktnischen. Die führende inländische Handelskette LPP expandiert im In- und Ausland. Sie investiert nicht nur in neue Entwürfe sondern auch in das Online-Segment. Die Einzelhandelsstruktur wird straffer.

Der polnische Einzelhandel mit Bekleidung und Schuhen konsolidiert sich. Die Anzahl der Geschäfte sinkt jährlich um etwa 1.000. Der Hauptgrund dafür ist laut der Tageszeitung Rzeczpospolita der wachsende Online-Handel. Auf große Handelsketten, die sowohl im stationären als auch im virtuellen Handel aktiv sind, wirkt sich dieser Trend nicht negativ aus: Sie eröffnen sogar weitere herkömmliche Verkaufssalons und steigern ihre Umsätze.

Verkäufe von Bekleidung und Schuhem in Polen (in Mrd. Euro)
2013 2014 2015 2016 2018 *)
6,9 7,4 7,7 7,8 8,4

*) Schätzung

Quelle: Marktforschungsfirma PMR

Kleine Geschäfte haben diese Möglichkeiten dagegen nicht. Sie können im harten Preiswettbewerb nur schwer bestehen und werden zum Teil vom Markt verdrängt. Zusätzliche Konkurrenz machen ihnen Discount- und Hypermärkte, die ihr Bekleidungssortiment weiter ausbauen. Dazu zählen nicht nur große Lebensmittelketten wie Biedronka, Tesco und Lidl, sondern auch die spezialisierten Textil-Discounter Pepco mit fast 780 und KiK mit über 200 Bekleidungsgeschäften. Auch sie verfolgen weitere Expansionspläne.

Anzahl der Geschäfte für Bekleidung und Schuhe
2016 2017 2018 *)
39.000 38.000 37.000

*) Prognose

Quelle: Euromonitor International

Bekleidung und Accessoires bilden die Produktgruppe, die Internet-Nutzer am häufigsten im Netz bestellen, wie aus einem Bericht der Marktforschungsfirma Gemius hervorgeht. Schuhe belegen dagegen erst den siebten Platz. In Polen entfallen jedoch erst ein paar Prozent der Verkäufe von Bekleidung auf das Internet. Das Wachstumspotenzial ist daher noch beträchtlich. Große Firmen können ihre Online-Verkäufe mitunter jährlich verdoppeln.

Online-Käufe einzelner Produktgruppen durch Internet-Nutzer 2017
Produktgruppe Nennungen in %
Bekleidung, Accessoires 72
Bücher, Platten 68
Kleine elektronische Geräte 56
Haus-, Audio-, Videogeräte 55
Kino- und Theaterkarten 54
Kosmetika, Parfums 51
Schuhe 49
Computer und ähnliche Geräte 48
Sportbekleidung 46

Quelle: Gemius

Bislang spielen Auktionsplattformen die größte Rolle bei Online-Käufen von Bekleidung, wie das Instytut Badan Rynkowych i Spolecznych (IBRiS, Institut für Markt- und Gesellschaftsforschung) im Rahmen einer Befragung von Internet-Nutzern für Rzeczpospolita ermittelte.

Anteil der Online-Beschaffungsquellen von Bekleidung in Polen (in %)
Auktionsplattformen Markengeschäfte Geschäfte mit vielen Marken Andere
39,2 38,2 13,7 8,9

Quelle: IBRiS

LPP eröffnet 50 Verkaufssalons

Ungeachtet des E-Commerce-Booms vergrößert die führende Handelskette LPP, zu der die Marken Reserved, Mohito, Cropp, Sinsay und House gehören, ihre Verkaufsfläche weiter. Diese liegt bereits insgesamt bei gut 1 Million Quadratmetern. Mitte 2017 besaß LPP 1.710 Geschäfte in knapp 20 Ländern. Im September eröffnete die Gesellschaft aus Gdansk (Danzig) eine erste Reserved-Boutique im Vereinigten Königreich in der Londoner Oxford Street. Die Einnahmen von LPP stiegen 2017 gegenüber dem Vorjahr auf Zloty-Basis um 17 Prozent auf fast 1,7 Milliarden Euro.

Auch 2018 will LPP laut ihrem Stellvertretenden Vorsitzenden Przemyslaw Lutkiewicz weiter expandieren. Die Kette plant die Eröffnung von rund 50 neuen Verkaufssalons im In- und Ausland. Erschlossen werden sollen mitunter neue Märkte: Kasachstan, Israel und Slowenien. In unbestimmter Zukunft will LPP mit seiner wichtigsten Marke Reserved auch in Paris und Mailand vertreten sein. In Deutschland betrieb die Gesellschaft neben einem Internetshop Mitte 2017 bereits 19 Verkaufssalons.

LPP bringt ständig Neuheiten auf den Markt. Die Gesellschaft strebt laut ihrem Vorsitzenden Marek Piechocki an, dass bis Ende 2018 an ihren Forschungs- und Entwicklungsprojekten (F&E) 2.000 Personen arbeiten. Das wären 800 Spezialisten mehr als noch im Herbst 2017. Das Forschungs- und Entwicklungsbudget soll auf 48 Millionen Euro aufgestockt und vor allem für das Entwerfen neuer Kleidung verwendet werden.

Bislang entwerfen 810 Modeschöpfer für LPP rund 40.000 Kleidungsstücke jährlich. Mit der Ausstattung der Geschäfte befassen sich 40 Architekten und Koordinatoren. Etwa 250 Programmierer führen neue Technologien ein, insbesondere im Bereich von E-Commerce. Die Anzahl der IT-Experten will LPP mittelfristig verdreifachen. Im Herbst 2017 lag der Anteil der Online-Verkäufe der LPP-Marken bei 4 Prozent. Bis 2020 soll er sich sogar verdoppeln.

Premiummarken legen zu

Die spanische Gesellschaft Inditex mit ihren Marken Zara, Oysho und Pull&Bear fehlt in keinem Einkaufszentrum in Polen. Sie dürfte daher ebenfalls dort weiter expandieren. Auch die schwedische H&M entwickelt neben dem Online- auch den stationären Handel und eröffnet im März 2018 ein neues Geschäft in Tychy.

Angesichts der zunehmenden Beschäftigungsrate und Kaufkraft der Polen vergrößern sich ebenfalls die Absatzchancen für hochwertige Bekleidung aus Deutschland. Das Potenzial zeigt unter anderem die inländische Grupa Vistula auf, die 2017 die polnischen Verkaufsflächen ihrer eleganten Marken Vistula, Wolczanka, Deni Cler und W.Kruk um 9 Prozent auf fast 33.500 Quadratmeter vergrößerte. Weitere Flächen kommen auf Franchising-Basis hinzu. Auch der Herrenausstatter Bytom, um dessen Fusion mit Vistula sich hartnäckige Gerüchte halten, vergrößert seine Handelsbasis.

Schuhkonzern CCC wächst im Ausland

Die polnische Schuhgruppe CCC, bestehend aus dem größten inländischen Schuhhersteller und dem Betreiber der Handelskette CCC, erwirtschaftete 2017 Einnahmen von gut 984 Millionen Euro. Das waren rund 235 Millionen Euro mehr als 2016. Die stationären CCC-Geschäfte nahmen 796 Millionen Euro ein (auf Zloty-Basis +24 Prozent).

Die Gruppe will entsprechend weiter expandieren. Unter anderem sollen 2018 in Österreich sieben Geschäfte eröffnet oder erweitert werden, in Kroatien und Slowenien jeweils drei neue Filialen eingerichtet werden. CCC betreibt insgesamt über 900 Schuhgeschäfte in 16 Ländern, darunter 77 in Deutschland und 45 in Österreich.

Für den Ausbau der Online-Tätigkeit hat sich CCC im September 2017 über die Ausgabe neuer Aktien an der Warschauer Börse 127 Millionen Euro von Investoren gesichert. Auf einigen Märkten, wie zum Beispiel Griechenland, ist sie ausschließlich virtuell auf Kundenjagt. In Polen nimmt der E-Commerce ebenfalls Fahrt auf: Das Online-Geschäft der Gruppe eObuwie.pl steigerte 2017 seine Einnahmen um 111,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf über 142 Millionen Euro.

30.01.2018

TEXTIL- UND BEKLEIDUNGSHERSTELLER INVESTIEREN IN ÄGYPTEN

  • Chinesische Unternehmen planen mehrere große Projekte
  • Deutschland liefert mehr Textil- und Bekleidungsmaschinen

Kairo (GTAI) - Mehrere ägyptische und chinesische Unternehmen haben teils hohe Investitionen in den Bereichen Textilien und Bekleidung angekündigt. Die Regierung setzt darauf, neue Produktionsschwerpunkte für Textilien zu schaffen und will die Wertschöpfung steigern. Den arbeitsintensiven Branchenunternehmen kommt der niedrige Außenwert des ägyptischen Pfundes für ihre Exporte zugute. Bei Textil- und Bekleidungsmaschinen erreichte Deutschland im Jahr 2016 einen Lieferanteil von rund 20 Prozent.

  • Chinesische Unternehmen planen mehrere große Projekte
  • Deutschland liefert mehr Textil- und Bekleidungsmaschinen

Kairo (GTAI) - Mehrere ägyptische und chinesische Unternehmen haben teils hohe Investitionen in den Bereichen Textilien und Bekleidung angekündigt. Die Regierung setzt darauf, neue Produktionsschwerpunkte für Textilien zu schaffen und will die Wertschöpfung steigern. Den arbeitsintensiven Branchenunternehmen kommt der niedrige Außenwert des ägyptischen Pfundes für ihre Exporte zugute. Bei Textil- und Bekleidungsmaschinen erreichte Deutschland im Jahr 2016 einen Lieferanteil von rund 20 Prozent.

In der ägyptischen Textil- und Bekleidungsindustrie stehen die Zeichen auf Expansion und Modernisierung. Lokale Medien berichteten über eine Reihe von Investitionsvorhaben chinesischer und ägyptischer Unternehmen. Laut der Zeitung Al Gomhouria plant ein chinesischer Produzent in der Wirtschaftszone am Suezkanal die weltgrößte Textilfabrik für 6 Milliarden US-Dollar (US$). Die chinesischen Unternehmen TIDA und Shoon Dong Roy wollen für 800 Millionen US$ eine Bekleidungsfabrik errichten. Sino-Egypt Minkai hat vor, für rund 750 Millionen US$ einen Textilindustriekomplex zu errichten.
Der lokale Papier- und Schreibwarenhersteller Mintra plant mit anfänglich 50 Millionen US$ den Einstieg in die Produktion von Sportschuhen. Die Herstellung in der 10th of Ramadan City soll Mitte 2018 beginnen und den Inlandsmarkt sowie Auslandsmärkte versorgen. Noch importiert Ägypten etwa 85 Prozent der im Land verkauften Schuhe.
Oriental Weavers plant im Jahresverlauf 2018 die Beschaffung neuer Produktionslinien, von Maschinen und Ausrüstung. Dafür sollen 6 Millionen Euro investiert werden. Laut der Zeitung Al Shorouk wird die Expansion mittels eines Bankkredits finanziert.

Staat setzt auf neue Textilstädte und mehr Wertschöpfung
Auch der ägyptische Staat will die Textil- und Bekleidungsproduktion stärken. Das Ministerium für Investitionen und internationale Zusammenarbeit, der Supreme Council for Textile Industries und ein namentlich nicht genannter chinesischer Partner wollen in Minya eine Freizone für die Textilproduktion errichten. Das Ministerium plant, einen Teil der Finanzierung über internationale Institutionen bereitzustellen und spezialisierte Ausbildungsprogramme für Arbeitnehmer zu schaffen. Medienberichten zufolge soll der Projektwert bei 324 Millionen US$ liegen.

Anfang 2017 gab das ägyptische Industrieministerium bekannt, an insgesamt zehn Standorten neue Textilproduktionszentren einzurichten. Insbesondere Spinnereien und Webereien stehen im Blickpunkt. Diese Perspektive teilt das Ministerium für den öffentlichen Wirtschaftssektor. Es zielt vor allem auf die Steigerung der Wertschöpfung ab und führte darum im Jahr 2017 eine Studie durch.

Importbedarf bei Textil- und Bekleidungsmaschinen dürfte zunehmen
Ägyptische Textil- und Bekleidungsunternehmen produzieren oft mit viel Handarbeit und teils stark veralteten Maschinen. Einerseits zielt die Regierung stark darauf ab, dass möglichst viele Arbeitsplätze für die jährlich etwa 800.000 neu auf den Markt strömenden jungen Menschen geschaffen werden. Andererseits würde eine automatisiertere und modernere Fertigung von Textilien und Bekleidung aufwendigere Produkte ermöglichen. Diese könnten mit höherem Gewinn verkauft werden, dürften aber auch weniger menschliche Arbeit erfordern.

Ein indisches Unternehmen hat sich einen Vertrag zur Modernisierung von Baumwollverarbeitern gesichert. In Erfüllung einer Rahmenvereinbarung mit der Cotton and Textile Industries Holding automatisiert Bajaj Clothing die Systeme zur Baumwollentkörnung. Insgesamt elf Betriebe in verschiedenen Landesteilen sollen bis August 2018 mit der neuen Ausrüstung ausgestattet werden. Ende Dezember 2017 meldete Egypt Today, dass die Regierung Spinnereien und Webereien im Norden Ägyptens modernisieren will. Das Investitionsvolumen soll über einen Zeitraum von fünf Jahren insgesamt eine Milliarde Euro betragen.

Die neu angekündigten Projekte lassen in der nahen Zukunft einen steigenden Importbedarf erwarten. Wie andere Ausrüstungstypen auch wird die große Mehrheit der Textil- und Bekleidungsmaschinen in Ägypten importiert. Die Lieferungen aus Deutschland konnten sich 2016 trotz eines insgesamt schrumpfenden Einfuhrvolumens sowohl absolut als auch relativ verbessern. Der deutsche Lieferanteil schnellte gegenüber 2015 von 15,8 auf 20,4 Prozent hoch.

Einfuhr von Textil- und Bekleidungsmaschinen nach Ägypten (in 1.000 US$)
HS-Kategorie 2015 davon aus Deutschland 2016 davon aus Deutschland
8444 1.135 0 4.481 2.025
8445 34.550 10.653 26.105 5.429
8446 18.902 984 23.591 13.346
8447 26.040 5.940 15.713 3.052
8448 23.739 5.158 20.574 3.365
8449 440 0 299 0
8451 34.796 3.335 36.512 2.334
8452 30.456 1.264 23.186 1.698
8453 3.087 5 3.678 137
Summe 173.145 27.339 154.139 31.386

Quelle: UN Comtrade

Von den Folgen der Kursfreigabe des ägyptischen Pfundes im November 2016 profitieren schwerpunktmäßig arbeitsintensive Wirtschaftszweige und solche, die vor allem lokale Rohstoffe verarbeiten. Nach dem Oktober 2016 schnellte der Wert des Euro von knapp 9 auf 21 ägyptische Pfund in die Höhe und stabilisierte sich auf diesem Niveau. Die Textil- und Bekleidungsunternehmen im Land beschäftigen verschiedenen Zahlen zufolge 1,0 Millionen bis 1,2 Millionen Arbeitnehmer. Dem Vernehmen nach sind im Textilbereich Staatsunternehmen stark vertreten, während im Bekleidungssektor die Privatwirtschaft eine größere Rolle spielt.

Gedämpft wird der Vorteil durch den Importbedarf bei Baumwolle. In Ägypten wird vorwiegend besonders weiche und hochwertige langstapelige Baumwolle angebaut und exportiert. Hingegen verwenden inländische Textil- und Bekleidungsunternehmen vorwiegend kurzstapelige Baumwolle aus dem Ausland als Rohstoff. Deren Bezug hat sich durch die Währungsentwicklung verteuert. Insgesamt hat sich die Konkurrenzfähigkeit der ägyptischen Textil- und Bekleidungsexporteure durch die neue Devisensituation verbessert. Ihre Ausfuhren dürften sich im Jahr 2017 besser entwickelt haben als auf dem Höhepunkt der Devisenliquiditätskrise im Vorjahr. Damals fielen die Exporte um 12,6 Prozent auf rund 1,7 Milliarden US$ zurück.

Ägyptische Ausfuhren von Textilien und Bekleidung
(Auswahl; in Millionen US$; Veränderung in %)
HS-Kategorie 2015 2016 Veränderung 2016/2015
57 339,8 303,5 -10,7
60 2,0 35,7 1.685,0
61 483,6 388,0 -19,9
62 870,4 756,6 -13,1
63 262,2 227,2 -13,3
Summe 1.958,0 1.711,0 -12,6

Quelle: UN Comtrade

Steigende Lohnkosten an asiatischen Produktionsstandorten, lange Transportwege und teils Unzufriedenheit mit der Produktqualität lassen manche Abnehmer nach neuen Bezugsquellen für Textil- und Bekleidungserzeugnisse suchen. Ägypten liegt laut einem Bericht des Nachrichtenportals Middle East Eye mit mindestens 100 US$ Monatsgehalt für Arbeiter in etwa auf dem Niveau von Indien oder Bangladesch und bei ungefähr der Hälfte chinesischer Gehälter. Zudem ist das Land am Suezkanal zu schnellen Lieferungen nach Europa und in die USA in der Lage. Regionale Konkurrenten sind beispielsweise die Türkei und Tunesien. Ägyptische Hersteller sind nicht immer als solche zu erkennen, da sie häufig für große internationale Marken fertigen. Middle East Eye nennt Calvin Klein, Decathlon, Tommy Hilfiger und Zara als Beispiele. Im November 2017 vereinbarte Dice Sport and Casual Wear die Belieferung von Levi Strauss & Co. mit Kinderbekleidung.

Seit 2017 ist Ägypten Teil des Better Work Programms der internationalen Arbeitsorganisation International Labour Organization. Das Programm umfasst 30 Bekleidungsfabriken, in denen die Arbeitsbedingungen verbessert werden sollen. Solche Bestätigungen könnten ägyptischen Produkten Wettbewerbsvorteile beim Export bringen. Im harten internationalen Preiskampf zu bestehen und zugleich für in den Abnehmerländern akzeptierte Produktionsstandards zu sorgen, dürfte jedoch eine Herausforderung sein.

Quelle:

Oliver Idem, GTAI

12.12.2017

ÄTHIOPIEN SETZT AUF BEKLEIDUNGS- UND TEXTILEXPORTE

  • Industrieparks sollen einen Quantensprung ermöglichen
  • Fortschritte bei der Infrastruktur, Defizite bei der Devisenbereitstellung

Die äthiopische Textil-, Bekleidungs- und Lederindustrie punktet nicht nur mit vergleichsweise niedrigen Löhnen und leistungsfähigem Personal, sondern auch mit modernen Industrieparks. Die Technik muss derweil vollständig importiert und die Zulieferung von Einsatzmitteln kräftig ausgebaut werden. Große Fortschritte gibt es bei der Logistik, leider keine bei der Devisenbeschaffung. Deutsche Lieferanten einschlägiger Ausrüstung sollten Äthiopien unbedingt bei ihrer Akquise berücksichtigen.

  • Industrieparks sollen einen Quantensprung ermöglichen
  • Fortschritte bei der Infrastruktur, Defizite bei der Devisenbereitstellung

Die äthiopische Textil-, Bekleidungs- und Lederindustrie punktet nicht nur mit vergleichsweise niedrigen Löhnen und leistungsfähigem Personal, sondern auch mit modernen Industrieparks. Die Technik muss derweil vollständig importiert und die Zulieferung von Einsatzmitteln kräftig ausgebaut werden. Große Fortschritte gibt es bei der Logistik, leider keine bei der Devisenbeschaffung. Deutsche Lieferanten einschlägiger Ausrüstung sollten Äthiopien unbedingt bei ihrer Akquise berücksichtigen.

Südlich der Sahara hat sich bislang nur Mauritius einen Namen als Produzent hochwertiger Bekleidung gemacht. Versuche, in Namibia und Lesotho in größeren Stil Textil- und Bekleidungsfirmen anzusiedeln, waren bislang nicht sonderlich erfolgreich. Kenia und Ghana haben derweil viel zu teure Produktionsbedingungen. "Bekleidungsfirmen sind Nomaden", sagt ein auf das Gewerbe spezialisierter Berater, "sie gehen dorthin, wo es für sie am billigsten ist."

Äthiopien bietet unterdessen gleich mehrere Vorteile: Löhne und Nebenkosten liegen weit unter den chinesischen. Eine Arbeitskraft in den äthiopischen Fabriken verdient im Jahr durchschnittlich 909 US-Dollar (US$), sagt eine Erhebung des US-amerikanischen Centre for Global Development, im Vergleich zu 835 US$ in Bangladesch, 1.776 US$ in Tansania und 2.118 US$ in Kenia. Ein weiterer bei Arbeitgebern geschätzter Vorteil: Es gibt in Äthiopien eine Tradition der Textil- und Bekleidungsproduktion sowie der Lederverarbeitung und damit zumindest einen ausbaufähigen Grundstock an angelernten Fachkräften.

Die Versorgung mit einheimischer Baumwolle und Leder gilt derweil als stark ausbaufähig. In Zeiten der Trockenheit, wie zum Beispiel 2016 und zum Teil 2017, ist die Versorgung mit Baumwolle unzureichend. Die Regierung zeigt sich aber als kooperativ und hat ein zunehmend offenes Ohr für die Bedürfnisse der Produzenten. So wird die Infrastruktur aktuell nachhaltig verbessert, insbesondere die Transportwege zum Seehafen Dschibuti, von dem aus Europa sehr viel schneller zu erreichen ist als aus Fernost. Außerdem verfügt die äthiopische Hauptstadt Addis Abeba über ein fähiges Luftverkehrsdrehkreuz mit einem Dutzend Direktflüge in die EU, darunter Frankfurt und Wien. Hinzu kommt ein modernes Luftfrachtzentrum.

Moderne Industrieparks als Game-Changer

Genauso wichtig wie die Lieferwege sind die "modernen" Produktionsbedingungen in den überall im Land neu entstehenden Industriezentren, Made in China: Schlaglochfreie Straßen, garantierte Strom- und Wasserversorgung, ordentliche Müll- und Abwasserentsorgung, Arbeitersiedlungen in der Nähe. Aus äthiopischer Sicht werden sehr viele Arbeitsplätze geschaffen, Familien ernährt und Devisen verdient.

Nach den Vorstellungen seiner Regierung ist Äthiopien in einem Transformationsprozess weg von einer agrarbasierten Ökonomie und hin zu einem Industriestaat. Schon 2025 soll das Land einen "middle-income status" erreichen und zum größten industriellen Produktions-Hub Afrikas aufsteigen. Um dies zu erreichen, investiert Äthiopien massiv in Straßen, Eisenbahnen und die Stromerzeugung, in Gesundheit und Ausbildung, in städtische und ländliche Entwicklung und in die Schaffung industrieller Cluster.

Ambitionierte Exportvorgaben

Im Juli 2016 wurde offiziell der Hawassa Industrial Park eröffnet, der dem Export von Textilien und Bekleidung gewidmet ist und nach eigener Darstellung der größte Industriepark in Subsahara-Afrika ist. Schon 2018 soll der Park 60.000 Arbeiter beschäftigen und mit dem Export von Bekleidung und Textilien 1 Milliarde US$ generieren - angesichts der aktuellen Exportzahlen eine steile Vorgabe. Schon 2030 will Äthiopien sogar insgesamt 30 Milliarden US$ mit dem Export von Textilien und Bekleidung verdienen - bis dahin ist es aber noch lange hin. In Hawassa wollen aktuell immerhin schon 15 internationale Unternehmen investieren, darunter die US-amerikanische PVH Corporation (zuvor Phillips-Van Heusen Corporation; prominente Marken: Calvin Klein und Tommy Hilfinger) und die Epic Group (Hong Kong), ein Lieferant von unter anderen Walmart, JC Penny, Levi Strauss, VF Corporation, Tesco, Sansbury's, Marks&Spencer und C&A. Epic wollte zuerst nach Kenia gehen, hatte sich dann aber in letzter Minute für Äthiopien entschieden, das, so Epic-Boss Ranjan Mahtani "noch ungeschliffen ist", dafür aber das größte Potenzial habe. 

Dabei gelten die Herausforderungen als hoch: "Unserer Näherinnen hatten zuvor noch nie einen Job und auch noch nie eine Nähmaschine gesehen", sagt Mahtani, Ausbildung habe deshalb höchste Priorität. Gleichzeitig aber setze sein Unternehmen auch auf hochmoderne automatische Maschinen zum Beispiel für das Anbringen von Taschen. Die Fertigungshallen seien zudem mit RFID-Technologie durch-computerisiert. Die aktuelle Effizienz beziffert Mahtani auf 25 bis 30 Prozent. Nach der Erfahrung mit anderen Produktionsstätten seien nach etwa zehn Jahren Werte von 75 bis 80 Prozent möglich.

Breite Palette neuer Industrieparks im Bau

Im Juli 2017 wurde ein weiterer Industriepark in Kombolcha City eröffnet. Eine ganze Palette weiterer Parks sind in unterschiedlichen Stadien der Verwirklichung und konzentrieren sich alle auf die Produktionsbereiche Bekleidung, Textilien, Pharmazeutik und medizinisches Gerät. Nach Angaben der äthiopischen Regierung fehlt es nicht an interessierten Investoren aus der VR China, Indien, der Türkei, den USA, Hong Kong und Südkorea.

Äthiopien profitiert vom African Growth and Opportunity Act der USA, der zum Beispiel bei Baumwollhosen eine Einsparung bei den Importzöllen von 16,8 Prozent ermöglicht und bei Synthetikhemden von 30 Prozent. Darüber hinaus hat Äthiopien zollfreien Zugang zum EU-Markt unter der Everything-but-Arms-Initiative.    

Äthiopische Exporte von Textilien, Bekleidung und Lederwaren
(einschl. Schuhen; in Mio. US$)
SITC- Warengruppe 2014 2015 2016
61 Leder und Lederwaren 97,51 98,20 78,63
65 Garne, Gewebe, fertiggestellte Spinnstofferzeugnisse und verwandte Waren 39,34 39,12 29,61
84 Bekleidung und Bekleidungszubehör 55,53 77,94 68,25
85 Schuhe  33,88 37,69 43,80
Total      226,26 252,95 220,29

Quelle: Comtrade, Stand 18. Oktober 2017

Äthiopische Importe von Maschinen, Apparaten und Geräten für die Textil- und
Lederindustrie sowie Teile davon (SITC 724; in Mio. $; Veränderungen in%)
Lieferland 2014 2015 2016
Insgesamt 131,30

170,51

111,10
VR China 43,87 42,40 62,07
Italien 6,38 11,75 11,72
Japan 4,40 10,11 6,89
Türkei 4,86 19,14 4,92
andere asiatische Länder, nicht spezifiziert 1,85 1,87 4,11
Indien 6,07 6,49 3,06
Deutschland 9,22 9,08 2,44

Anmerkung: Die vorgenannten Import-Zahlen beruhen auf äthiopischen Angaben, die aus verschiedenen Gründen als nicht sonderlich belastbar gelten. Ebenso wenig belastbar sind oft die einschlägigen Exportangaben der Partnerländer, weil alle Seetransporte über Dschibuti gehen und Lieferungen dann statistisch oft genug als Exporte nach Dschibuti verbucht werden.
Quelle: UN Comtrade, Stand 18. Oktober 2017

Deutsche Exporte ausbaufähig

Deutsche Verkäufer von Technik für die Textil-, Bekleidungs- und Lederindustrie sind in Äthiopien bislang nicht gut aufgestellt. Nach den noch vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes (SITCM 724) gingen 2016 nur für 1,06 Millionen Euro einschlägige Technik nach Äthiopien, im Vergleich zu 1,05 Millionen Euro im Jahr zuvor und 5,02 Millionen Euro 2015.

Weitere Informationen:
Äthiopien Export Textilindustrie
Quelle:

Martin Böll, Nairobi (GTAI)

Messe Frankfurt intensiviert Textil-Engagement in Afrika © Pixabay
31.10.2017

MESSE FRANKFURT INTENSIVIERT TEXTIL-ENGAGEMENT IN AFRIKA

  • Marokko, Äthiopien und Südafrika: Netzwerk umfasst die wichtigsten Textilregionen Afrikas
  • Aufstrebender Kontinent: Positive Prognosen im Textilsektor

Erst Äthiopien, dann Südafrika und in Kürze Marokko: Die Messe Frankfurt erweitert ihr Textilmesseportfolio auf dem afrikanischen Kontinent. Mit der kurz bevorstehenden Kooperation mit den beiden Fachmessen Maroc in Mode und Maroc Sourcing dehnt der weltweite Marktführer für Textilmessen seine Präsenz auf den Nordwesten Afrikas aus. „Unser Netzwerk erstreckt sich künftig über bedeutende Textilregionen Afrikas und umfasst die führenden Messen auf dem aufstrebenden Kontinent“, erklärt Olaf Schmidt, Vice President Textiles & Textile Technologies der Messe Frankfurt. „Mit unserem Engagement in Äthiopien, Südafrika und zukünftig Marokko haben wir hervorragende Voraussetzungen geschaffen, um die positiven Entwicklungen in Afrikas Textilindustrie zu unterstützen.“

  • Marokko, Äthiopien und Südafrika: Netzwerk umfasst die wichtigsten Textilregionen Afrikas
  • Aufstrebender Kontinent: Positive Prognosen im Textilsektor

Erst Äthiopien, dann Südafrika und in Kürze Marokko: Die Messe Frankfurt erweitert ihr Textilmesseportfolio auf dem afrikanischen Kontinent. Mit der kurz bevorstehenden Kooperation mit den beiden Fachmessen Maroc in Mode und Maroc Sourcing dehnt der weltweite Marktführer für Textilmessen seine Präsenz auf den Nordwesten Afrikas aus. „Unser Netzwerk erstreckt sich künftig über bedeutende Textilregionen Afrikas und umfasst die führenden Messen auf dem aufstrebenden Kontinent“, erklärt Olaf Schmidt, Vice President Textiles & Textile Technologies der Messe Frankfurt. „Mit unserem Engagement in Äthiopien, Südafrika und zukünftig Marokko haben wir hervorragende Voraussetzungen geschaffen, um die positiven Entwicklungen in Afrikas Textilindustrie zu unterstützen.“

Demografischer Wandel, zunehmende Urbanisierung und Verschiebungen der Wirtschaftskräfte – die globalen Entwicklungen unterstützen das Wachstum der afrikanischen Wirtschaft und wirken sich deutlich auf die Textilindustrie aus. Laut Prognose von UN Economic Report on Africa 2017 weist Afrika die am schnellsten wachsende Bevölkerung auf. Die heutige Population von rund 1,2 Mrd. Menschen wird sich bis 2050 mehr als verdoppeln. Ebenso nimmt die Anzahl der arbeitenden Menschen auf dem afrikanischen Kontinent rasant zu. Bereits 2034 wird die weltweit größte arbeitende Bevölkerung (1,1 Mrd.) in Afrika prognostiziert. Diese demografischen Veränderungen lassen den privaten und geschäftlichen Konsum stark zunehmen, wovon überwiegend regionale Wirtschaftsmärkte profitieren werden.
 
Marokko: Maroc in Mode & Maroc Sourcing

Insbesondere Marokko bietet großes Potenzial für den Handel mit Bekleidung: Marokkos Nähe zu bedeutenden Modemärkten wie EU und USA, diverse Freihandelsabkommen und ein Wirtschaftswachstum von zuletzt vier Prozent (zwischen 2010 und 2015, Nachrichten für den Außenhandel, NfA, 19. Januar 2017) schaffen ein sicheres Geschäftsklima. Die seit 2014 etablierten Fachmessen Maroc in Mode und Maroc Sourcing präsentieren aktuell rund 120 Aussteller aus Marokko, Tunesien, Ägypten, Türkei, China und einer Reihe westeuropäischer Staaten. Das weitreichende Produktportfolio begeistert mit einer starken modischen Kompetenz. Die Messen gelten als Hotspot für Fast Fashion und zeigen neben Fashion, Denim, Lingerie und Strickwaren auch Sports- und Casualwear, Arbeitskleidung und Accessoires. Auf der kommenden Ausgabe wird die Messe Frankfurt mit dem dortigen Veranstalter AMITH (Association Marocaine des Industries du Textile et de l’Habillement) eine Kooperation vereinbaren. Die Messe findet am 26./27. Oktober 2017 im Exhibition Park Hassan Circuit in Marrakesch statt.

Südafrika: Source Africa & ATF Expo

Südafrika ist die stärkste Wirtschaftskraft des Kontinents und einer der größten Verbrauchermärkte. Das Land verfügt über den mächtigsten Einzelhandelssektor und ist von allen Ländern Afrikas das am besten vernetzte. Diese internationale Vernetzung sowie regionale Freihandelsabkommen machen Südafrika zu einer wichtigen Drehscheibe für den Handel mit anderen afrikanischen Ländern sowie den pazifischen Anrainerstaaten, wie zum Beispiel der arabischen Halbinsel und Indien.

Mit der kürzlich verabschiedeten Übernahme der Fachmessen Source Africa und der ATF treibt die Messe Frankfurt den Austausch zwischen internationalen und regionalen Einkäufern, Herstellern und Zulieferern in dieser Region voran. Die Source Africa wurde 2014 als Fachmesse für afrikanische Produzenten von Stoffen, Accessoires, Bekleidung, Schuhen und Lederartikeln ins Leben gerufen, die nicht nur afrikanische Facheinkäufer sondern auch internationale Hersteller von Bekleidung und Mode anspricht. Am 20./21. Juni 2018 findet die fünfte     
 
Ausgabe der Messe im International Convention Center (CTICC) in Kapstadt statt. Vom 21. bis 23. November 2017 öffnet die ATF Expo an gleicher Stelle ihre Tore. Seit 1998 bietet diese Messe ein internationales Produktspektrum an Stoffen, Bekleidung, Schuhen, Lederwaren und Accessoires sowie Dienstleistungen für eine vorwiegend lokale und regionale Einkäuferschaft.    

Äthiopien: gelungener Start für Texworld, Apparel Sourcing und Texprocess

Im Osten Afrikas hat sich Äthiopien aufgrund der Strategie der Regierung mit Fokus auf die Leichtindustrie zu einem attraktiven Lohnkonfektionsland für Bekleidung und Lederwaren entwickelt. Äthiopien profitiert ebenfalls von Freihandelsabkommen wie AGOA zur Förderung der afrikanischen Wirtschaft. Mit der Africa Sourcing and Fashion Week (ASFW) hat die Messe Frankfurt seit der jüngsten Ausgabe im Oktober 2017 einen starken Partner an ihrer Seite. Dabei wurden erstmals Ableger der drei Messe-Brands Texworld, Apparel Sourcing und Texprocess innerhalb der Africa Sourcing & Fashion Week integriert. Sie ist eine Sourcingplattform für vorwiegend europäische und US-amerikanische Modeunternehmen. Die siebte Ausgabe versammelte rund 200 internationale Aussteller aus 25 Ländern in Addis Abebas Millennium Hall. Bekleidungsstoffe, Lohnkonfektion, Mode und Accessoires wurden ebenso ausgestellt wie Maschinen für die Lohnkonfektion, CAD/CAM-Systeme, Drucker, Druckfarben und Zubehör. Darüber hinaus begeisterte die Messe mit einer Modenschau, einer Vortragsreihe, einem Trendbereich und einer Matchmaking-Plattform.

Messe Frankfurt: Starke Präsenz auf den Textilmärkten der Welt

Mit einem Portfolio von über 50 internationalen Textilmessen ist die Messe Frankfurt weltweit Marktführer für Fachmessen der Textilbranche. 2016 kamen zu den Veranstaltungen in Europa, Nordamerika und Asien rund 19.500 Aussteller und etwa 477.000 Besucher. Unter dem Namen Texpertise Network deckt das textile Veranstaltungsangebot der Messe Frankfurt die gesamte Wertschöpfungskette der Textilindustrie ab – von Bekleidungsstoffen und Mode, über Wohn- und Objekttextilien sowie technischen Textilien bis hin zur Bearbeitung und Pflege von Textilien. Zu den Messen zählen die erfolgreichen Brands Texworld, Apparel Sourcing, Ethical Fashion Show, Greenshowroom, Intertextile, Yarn Expo, Leatherworld, Emitex, Avantex, Avanprint, Heimtextil, Intertextile Home Textiles, Interior Lifestyle, Home Textiles Sourcing, Techtextil, Texprocess, Simatex, Confemaq und Texcare.

Maroc in Mode & Maroc Sourcing: www.marocsourcing.ma
Source Africa & AFT: www.sourceafrica.co.za / www.atfexpo.co.za
Africa Sourcing & Fashion Week: www.asfw-online.com

19.09.2017

RUSSLANDS BEKLEIDUNGS- UND TEXTILINDUSTRIE IM AUFSCHWUNG

  • Produktion im Inland preislich attraktiv
  • Ausländische Marken verlagern Fertigung nach Russland

Moskau (GTAI) - Der russische Markt für Bekleidung und Textilien hat sich von der Krise erholt. Die Fashion Consul-ting Group erwartet für 2017 und 2018 ein Absatzplus um bis zu 5 Prozent. Auch die Produktion von Bekleidung und Textilien legt zu - im 1. Halbjahr 2017 bereits um über 6 Prozent. Niedrige Lohnstückkosten machen das Nähen und Weben in Russland attraktiv und locken ausländische Markenhersteller an.

  • Produktion im Inland preislich attraktiv
  • Ausländische Marken verlagern Fertigung nach Russland

Moskau (GTAI) - Der russische Markt für Bekleidung und Textilien hat sich von der Krise erholt. Die Fashion Consul-ting Group erwartet für 2017 und 2018 ein Absatzplus um bis zu 5 Prozent. Auch die Produktion von Bekleidung und Textilien legt zu - im 1. Halbjahr 2017 bereits um über 6 Prozent. Niedrige Lohnstückkosten machen das Nähen und Weben in Russland attraktiv und locken ausländische Markenhersteller an.

Die russische Bekleidungs- und Textilindustrie befindet sich wieder auf Wachstumskurs. Die Marktforschungsagentur Fashion Consulting Group erwartet für 2017 einen Absatzanstieg um bis zu 5 Prozent auf 2,41 Billionen Rubel (37,35 Milliarden Euro; Wechselkurs 1. Januar bis 31. August 2017: 1 Euro = 64,518 Rubel) im Vergleich zum Vorjahr. Allerdings blieb die Geschäftsentwicklung in der ersten Jahreshälfte 2017 unter den Erwartungen, denn der Frühling war kurz und der Sommer ungewöhnlich kalt. Am wahrscheinlichsten sei deshalb ein Marktwachstum von 2 bis 3 Prozent in Rubel.

Bei der Produktion geht es auch wieder bergauf. Im 1. Halbjahr 2017 legte die Fertigung von Bekleidung um 6,4 Prozent und von Textilien um 6,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zu. Bis vor wenigen Jahren waren Investitionen in Anlagen zur Produktion von Bekleidung und Textilien in Russland kaum vorstellbar. Importierte Stoffe aus Billiglohnländern wie VR China und Türkei machten einheimischen Herstellern das Leben schwer. Die Einfuhren deckten bis zu 80 Prozent des Marktes ab. Andere Ausgangsmaterialien kamen ebenfalls aus dem Ausland.

Doch mit der krisenbedingten Rubelabwertung haben sich die Vorzeichen geändert. Importe ver-teuern sich und eine einheimische Produktion wird rentabel. Die Lohnstückkosten in der russischen Bekleidungs- und Textilindustrie sind inzwischen konkurrenzfähig zu denen in China. Es entstehen Absatzchancen für Hersteller von automatisierten Produktionsanlagen und Nähmaschinen.

Ausländische Bekleidungshersteller verlagern Produktion nach Russland
Erste Unternehmen erwägen bereits ihre Fertigung nach Russland zu verlagern. Beispielsweise die Fir-ma Modny Kontinent, die für die Marke InCity bekannt ist und derzeit in China produziert. Weitere namhafte russische Label wie Sportmaster und Acoola sowie ausländische Modemarken wie Zara, Nike, Finn Flare, Uniqlo und Decathlon planen, in Russland eigene Produktionen zu eröffnen. Einige russische Firmen nähen eigens unter einem auslän-dischen Markennamen und verbergen ihre Herkunft. Bereits einen Schritt weiter ist Adventum Technologies. Das zur Gruppe Textime (Tekstajm) gehörende Unternehmen eröffnete im März 2017 im Gebiet Tula für 650 Millionen Rubel eine neue Anlage zur Produktion von Spezialkleidung. In Roslawl im Gebiet Smolensk nimmt die Firma Roztech für 100 Millionen Rubel eine Anlage zur Herstellung von Unterwäsche der Marke Dikaja Orchideja in Betrieb. PrimeTec (Prajmtek) beginnt im Gebiet Iwanowo mit der Produktion von Frottierwaren für 670 Millionen Rubel.

Aktuelle Projekte in der Bekleidungs- und Textilindustrie in Russland
Projekt Investition (Mio. Euro) Stadt / Region Fertig-stellung Unternehmen
Bau eines Hochtechnologie-Zentrums 312,5
(1. Phase)
Rostow 2019
(1. Phase)
Gloria Jeans, http://www.gloria-jeans.ru
Aufbau neuer Anlagen zur Produktion von Textilien 17,9 Iwanowo 2020 Faberlic, http://www.faberlic.ru
Bau einer Textilfabrik für das Segment HoReCa 17,1 Rostow k.A. Rapira, ooorapira.ru
Aufbau neuer Anlagen zur Produktion von High-Tech-Geweben 8,5 Perm 2018 Tschajkowski Textile, http://www.textile.ru
Bau einer Produktion von Frottierwaren 7,8 Gebiet Kaliningrad k.A. Rapira, ooorapira.ru
Aufbau einer Fabrik zur Herstellung von technischen Textilien 5,9 Pskow 2018 Strimteks, http://www.strimteks.ru
Aufbau neuer Anlagen zur Produktion von Verbandsmaterialien 5,7 Iwanowo 2020 Navteks, http://navteks.narod.ru
Aufbau neuer Anlagen zur Produktion von Spezialkleidung 4,6 Perm k.A. Tschajkowski Textile, http://www.textile.ru
Produktion von Spinnstoffen für Leinengarn 1,7 Rschew, Gebiet Twer k.A. Rshewskaja Lnotschesal-naja Fabrika, http://izolnarzhev.ru/new/

Quelle: Recherchen von Germany Trade and Invest

Regierung treibt Importsubstitution voran
Das Industrieministerium fördert einheimische Hersteller von Bekleidung und Textilien mit 145 Milliarden Rubel im Rahmen der Strategie für die Entwicklung der Leichtindustrie bis 2025 und des  Antikrisenplans. Bis zum Jahr 2020 soll(en) der Marktanteil russischer Textilien auf 50 Prozent steigen und 300.000 neue Arbeitsplätze entstehen. Dadurch will Russland unabhängiger von Bekleidungs- und Textilimporten werden.

Die Regierung unterstützt gezielt einzelne Textilsegmente. Mit der Verordnung Nr. 857 vom 27. August 2016 fördert sie die Produktion von Schuluniformen in Russland. Auch für Forschung und Entwicklung in der Textilindustrie werden Finanzmittel bereitgestellt: Für 2017 stehen 3 Milliarden Rubel zur Verfügung, davon 2,2 Milliarden aus dem Antikrisenplan.

Allerdings droht der sich wieder etwas stabilisierende Rubel den Plan der Regierung zu durch-kreuzen, verbilligt er doch die Importe. Im 1. Quartal 2017 legten die Einfuhren von Textilien und Schuhen um 22,7 Prozent zu.

Textil- und Bekleidungsproduktion in Russland
Warenbezeichnung 2014 2015 2016 Veränderung 2017/2016 *) (in %)
Baumwollfaser (Mio. Rollen) 106,0 111,0 129,0 8,9
Synthetische Faser (1.000 t) 128,0 136,0 152,0 10,3
Kunstfaser (1.000 t) 20,3 15,1 21,2 -12,0
Stoffe (Mio. qm) 3.907,0 4.542 5.409 11,8
.davon aus:        
.Baumwolle 1.187,0 1.176,0 1.162,0 0,4
.Naturseide (1.000 qm) 192,0 253,0 157,0 8,9
.Wolle (1.000 qm) 11,5 9,3 10,5 18,7
.Leinen 31,4 25,9 25,5 10,7
.Kunstfaser 204,0 237,0 282,0 22,9
.Vliesstoffe (außer Watte) 2.461,0 3.084,0 3.904,0 15,4
Bettwäsche (Mio. Stück) 64,4 59,8 58,6 0,9
Teppiche (Mio. qm) 17,1 22,6 22,4 -14,8
Wirkware (1.000 t) 7,6 14,2 k.A. 25,5
Strümpfe und Socken (Mio. Paar) 207,0 199,0 213,0 -7,6
Mäntel (1.000 Stück) 1.239,0 989,0 1.200,0 -8,8
Anzüge für Männer (Mio. Stück) 5,4 4,7 4,0 -4,0
Berufsbekleidung und Uniformen für Männer (Mio. Stück) 22,8 20,7 22,0 28,9

*) 1. Halbjahr 2017 gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum
Quelle: Föderales Statistikamt Rosstat

Schwacher Rubel macht Fertigung in Russland attraktiv
Die Rubelabwertung kommt der arbeitsintensiven Textilindustrie zugute. Viele russische Mode-marken, die Aufträge an ausländische Nähereien vergeben haben, versuchen diese nach Russland umzuleiten. Die Fabriken in den Textilclustern der Gebiete Iwanowo, Leningrad, Tula, Twer, Wladimir, Perm und Wologda stehen für Neuansiedlungen bereit. In Tatarstan soll nach Plänen der Regionalregierung ebenfalls eine Textilproduktion aufgebaut werden. Die Nähe zu den Polymerproduzenten in der Region soll eine Versorgung mit Kunstfasern für die Herstellung von Berufsbekleidung und Uniformen gewährleisten.

Ohne eine eigene Produktion von Wolle, Seide, Flachs und Kunstfasern kann die russische Textil-industrie nicht auf die Beine kommen. Doch bis dato können nicht alle Textilien und Grundstoffe aus inländischen Quellen bezogen werden. Daher kommen sehr dünne Stoffe beispielsweise aus Europa. Einheimische Hersteller sollen die Einfuhren vor allem bei Polyviskose, Kammgarn, Polyamid und Polyester ersetzen.

Um die Importabhängigkeit bei Polyester zu senken, entsteht in Witschuga im Gebiet Iwanowo ein neues Kombinat zur Herstellung von Polyesterfasern. Thyssen Krupp, Uhde-Inventa Fischer, Oerlikon Neumag und die tschechische Unistav Construction bauen den Iwanowski Polyefirni Komplex, der im Jahr 2020 seine Produktion aufnehmen soll.

Ausländische Textilimporte könnten viel schneller durch russische ersetzt werden und die Wachs-tumsraten viel höher ausfallen, wenn die Banken einheimischen Textilherstellern bezahlbare Kre-dite gewähren würden, um neue Anlagen zu kaufen. Doch dies geschehe nicht, so der Präsident der russischen Union der Unternehmer aus der Textil- und Leichtindustrie Andrej Razbrodin.

Investoren stehen beim Aufbau einer Textilproduktion in Russland vor verschiedenen Herausfor-derungen: Die Produktionsanlagen sind meist veraltet, Fachkräfte sind Mangelware, ebenso wie Vertriebspartner. Wenn das Entwicklungsprogramm der russischen Regierung für die Bekleidungs- und Textilindustrie erfolgreich umgesetzt wird, könnten diese Probleme überwunden wer-den.

Quelle:

Hans-Jürgen Wittmann, Germany Trade & Invest www.gtai.de

Die polnische Bekleidungsbranche steht vor Fusionen © Erwin Lorenzen / pixelio.de
01.08.2017

DIE POLNISCHE BEKLEIDUNGSBRANCHE STEHT VOR FUSIONEN

  • Wettbewerb ist hart
  • Nachfrage wächst

Warschau (GTAI) - Der dynamische Nachfragetrend nach Bekleidung und Schuhen ist in Polen 2017 ungebrochen. Die in hartem Preiswettbewerb stehende Bekleidungsbranche konsolidiert sich durch Fusionen. Ein Zusammenschluss der beiden großen Herrenausstatter Bytom und Vistula steht bevor. Bei Damenmode geht der Trend zu zeitloserer Qualitätsware, was auch deutschen Anbietern Chancen eröffnet.
Die Einzelhandelsumsätze mit Textilien, Bekleidung und Schuhen steigen in Polen von allen Produktgruppen am schnellsten. In den ersten fünf Monaten 2017 lag der reale Zuwachs laut dem Hauptamt für Statistik GUS 16,1% über dem Wert des Vorjahreszeitraums. Die Einzelhandelsumsätze insgesamt erhöhten sich gleichzeitig um lediglich 6,9%. Für das gesamte Jahr 2016 lagen diese Wachstumsraten bei 16,4 beziehungsweise 5,7%.

  • Wettbewerb ist hart
  • Nachfrage wächst

Warschau (GTAI) - Der dynamische Nachfragetrend nach Bekleidung und Schuhen ist in Polen 2017 ungebrochen. Die in hartem Preiswettbewerb stehende Bekleidungsbranche konsolidiert sich durch Fusionen. Ein Zusammenschluss der beiden großen Herrenausstatter Bytom und Vistula steht bevor. Bei Damenmode geht der Trend zu zeitloserer Qualitätsware, was auch deutschen Anbietern Chancen eröffnet.
Die Einzelhandelsumsätze mit Textilien, Bekleidung und Schuhen steigen in Polen von allen Produktgruppen am schnellsten. In den ersten fünf Monaten 2017 lag der reale Zuwachs laut dem Hauptamt für Statistik GUS 16,1% über dem Wert des Vorjahreszeitraums. Die Einzelhandelsumsätze insgesamt erhöhten sich gleichzeitig um lediglich 6,9%. Für das gesamte Jahr 2016 lagen diese Wachstumsraten bei 16,4 beziehungsweise 5,7%.

Das im Frühjahr 2016 eingeführte Kindergeld und die Tatsache, dass viele Polen ihren Sommerurlaub im Inland verbringen, heizen die Nachfrage weiter an. Dadurch ergeben sich auch für deutsche Anbieter zusätzliche Lieferchancen. Sie stehen allerdings in intensivem Wettbewerb mit inländischen Herstellern und Händlern. Branchenfachleute errechneten, dass die börsennotierten Gesellschaften für Bekleidung und Schuhe im 1. Halbjahr 2017 ihre Einnahmen um durchschnittlich 16% steigern konnten. Am erfolgreichsten war die Schuhkette CCC mit einem Zuwachs um ein Drittel.

Einnahmen von inländischen Gesellschaften für Bekleidung und Schuhe im 1. Halbjahr 2017 (in Mio. Zl, Veränderung gegenüber dem 1. Halbjahr 2016 in %)*)
  Einnahmen Veränderung
LPP 3.069 15,0
CCC 1.845 32,3
Vistula 308 112,4
TXM 165 -2,0
Gino Rossi 141 10,5
Bytom 85 22,6
Wittchen 76 21,0

*) vorläufige Angaben
Quelle: Angaben der Gesellschaften

Die positive Entwicklung ist vor allem auf die gestiegene Zahl von Filialen der Handelsketten, die Vergrößerung der Verkaufsflächen sowie den zunehmenden Onlinehandel zurückzuführen. Nun will die Branche durch Zusammenschlüsse ihre Position weiter stärken.

Vistula auf Expansionskurs
Die beiden Herrenausstatter Bytom und Vistula wollen Synergieeffekte nutzen und sich durch eine Fusion noch besser auf dem Markt behaupten. Seit Mitte April 2017 verhandeln sie über einen solchen Schritt, der gegen Jahresende vollzogen werden könnte. Vistula müsste nach Einschätzung von Marktbeobachtern eine neue Aktienemission vornehmen, um Bytom übernehmen zu können. Der Zusammenschluss würde den harten Preiskampf der beiden Konkurrenten bei formeller Bekleidung beenden. Sie könnten gemeinsame Einkäufe tätigen und ihre Logistik koordinieren.

Anzahl von Geschäften der Handelsketten für eine elegante Herrenbekleidung
März 2014 März 2015 März 2016 März 2017
618 676 757 810

Quelle: Marktforschungsfirma PMR, 2017

Vistula hatte 2016 nach eigenen Angaben 366 eigene Geschäfte mit einer Gesamtfläche von 30.500 qm und Bytom 111 Verkaufssalons mit 12.690 qm. Die Einnahmen der Vistula-Gruppe waren 2016 mit 599 Mio. Zloty (Zl; rund 137 Mio. Euro, 1 Euro = 4,36 Zl; Durchschnittskurs 2016) fast vier Mal so hoch wie die von Bytom mit 153 Mio. Zl. Der Nettogewinn von Vistula lag mit 35,2 Mio. Zl fast drei Mal so hoch wie der von Bytom (12,4 Mio. Zl).

Zu Vistula gehören die weiteren Bekleidungsmarken Wolczanka und die Edelmarke Lambert sowie die Marke für Damenmode des gehobenen Segments Deni Cler. Außerdem ist der Schmuckhersteller W.Kruk Teil der Gruppe. Branchenkenner sehen Vistula weiter auf Expansionskurs.

Als ein weiterer möglicher Übernahmekandidat gilt die Marke für schicke Damenbekleidung "Simple" mit der gleichnamigen Handelskette und dem Online-Geschäft, das derzeit zu Gino Rossi gehört. Simple hatte sich zuletzt schwächer entwickelt und wird derzeit umstrukturiert, um wieder bessere Ergebnisse zu erzielen. Möglichkeiten für eine Übernahme eines Unternehmens für Damenbekleidung sieht der Vorsitzende der Vistula-Gruppe, Grzegorz Pilch, frühestens 2018.

Nach Übernahmekandidaten hält auch der Anbieter von Damenbekleidung Monnari Ausschau. In diesem Segment ist die Konkurrenz am größten. Laut dem Vorsitzenden von Gino Rossi, Tomasz Malicki, legen die Kundinnen zunehmend Wert auf hochwertige Bekleidung mit einfacheren Schnitten, die länger als nur eine Saison lang getragen werden kann. Ein anderes großes Bekleidungsunternehmen, Prochnik, erwägt Investitionen in ein Onlinegeschäft.

LPP bleibt bei lässiger Alltagsmode
Der Konkurrenz nicht standgehalten hat die 2016 vom Marktführer LPP eingeführte Marke für elegante Herrenbekleidung "Tallinder"; die Geschäfte mussten wieder schließen. LPP ist dagegen erfolgreich bei lässiger Alltagsmode, die vielfach in Fernost genäht wird. Die Gesellschaft vertreibt ihre fünf Marken Reserved, Mohito, Cropp, House und Sinsay über insgesamt 1.704 Geschäfte in 19 Ländern, darunter in Deutschland. Dynamisch entwickelt sich die Nachfrage zum Beispiel in Russland.

In Polen selbst befinden sich rund 1.000 Geschäfte, deren Anzahl künftig sinken könnte bei einer gleichzeitigen Vergrößerung der Verkaufsflächen der einzelnen Filialen. Das sagte der Vorsitzende von LPP, Marek Piechocki, gegenüber der Tageszeitung Rzeczpospolita. Die gesamte, zu LPP gehörende Verkaufsfläche solle bis 2021 um etwa 10% zunehmen und der Umsatz der Gesellschaft um 15 bis 20% steigen. Ende 2017 will LPP 19 Reserved-Geschäfte in Deutschland betreiben.

Zu den führenden Exporteuren zählt auch die Gesellschaft Redan, die in Mittelosteuropa gut vertreten ist. Sie vertreibt Marken wie "Top Secret", "Troll" und "Drywash". Zu Redan gehören die Discountkette TXM mit rund 380 Läden im In- und Ausland sowie ein Onlinegeschäft. Die Firma OTCF mit ihrer Marke für Sportbekleidung "4F" verfügt über ein Großhandelsnetz in über 30 Ländern.

Neben den großen Ketten kreieren zahlreiche polnische Modeschöpfer ihr eigenes Design. Im Premiumsegment sind in ausländischen Modezentren unter anderem die Marken "La Mania" von Joanna Przetakiewicz und "Emanuel Berg" von Jaroslawa Berg-Szychulda zu finden. In mehreren polnischen Großstädten ist die Kette Hexeline mit eigenen Verkaufssalons vertreten, die hochwertige Damenmode in einem eigenen Atelier in Lodz (Lodsch) herstellt.

Mit der Auszeichnung "Produkt Warmia Mazury", die besondere Produkte aus Ermland-Masuren erhalten, kann die Modeschöpferin Barbara Caly-Jablonska ihre handgenähten Hochzeits-, Abend- und Cocktail-Kleider sowie Bühnenkostüme versehen. Ihre Kreationen lehnen sich an die Traditionen der Gegend an.

Die Verkaufsfläche der Schuhkette CCC soll sich laut ihrem stellvertretenden Vorsitzenden Marcin Czyczerski 2017 um rund 100.000 qm vergrößern. Im März 2017 umfasste sie 870 Geschäfte mit insgesamt 471.300 qm Fläche. Allein im 1. Quartal kamen acht Verkaufssalons mit 12.700 qm hinzu. CCC muss die Rentabilität ihrer Tätigkeit in Deutschland und Österreich steigern.

Auch wenn es für polnische Anbieter von Bekleidung und Schuhen nicht einfach ist, selbst auf westeuropäischen Märkten Fuß zu fassen, so exportieren sie doch in starkem Maße dorthin, vor allem nach Deutschland. Gut die Hälfte der in Polen produzierten Textilien gehen ins Ausland und fast die Hälfte der Bekleidung. Mode und Accessoires werden in Polen auf zahlreichen Schauen gezeigt.
Die nächste Posener Modemesse (http://www.targimodypoznan.pl/pl/) findet vom 5.-7.9.17 statt.

Quelle:

Beatrice Repetzki, Germany Trade & Invest www.gtai.de

Koreanischer Sportbekleidungsmarkt mit überdurchschnittlichem Wachstum © Kunstzirkus/pixelio.de
13.06.2017

KOREANISCHER SPORTBEKLEIDUNGSMARKT MIT ÜBERDURCHSCHNITTLICHEM WACHSTUM

  • Internationale Firmen expandieren
  • Markenbewusstsein kurbelt Konsum an

Seoul (GTAI) - Während der Konsum in Korea (Rep.) zwar übergreifend schwächelt, zeigen dennoch einige Segmente relativ hohe Wachstumsraten. Die Verkäufe von Sportbekleidung entwickelten sich in den vergangenen Jahren stabil nach oben und dürften auch künftig ansteigen. Große Sportevents und die Begeisterung der Koreaner für Prestigeartikel kurbeln das Segment an, wovon auch internationale Firmen profitieren. Der Markt für Outdoorbekleidung hingegen hat seinen Höhepunkt bereits überschritten.

  • Internationale Firmen expandieren
  • Markenbewusstsein kurbelt Konsum an

Seoul (GTAI) - Während der Konsum in Korea (Rep.) zwar übergreifend schwächelt, zeigen dennoch einige Segmente relativ hohe Wachstumsraten. Die Verkäufe von Sportbekleidung entwickelten sich in den vergangenen Jahren stabil nach oben und dürften auch künftig ansteigen. Große Sportevents und die Begeisterung der Koreaner für Prestigeartikel kurbeln das Segment an, wovon auch internationale Firmen profitieren. Der Markt für Outdoorbekleidung hingegen hat seinen Höhepunkt bereits überschritten.

Der Markt für Sportbekleidung in Korea (Rep.) entwickelt sich dynamisch. Nach Schätzungen des Marktforschungsinstituts Samsung Design Net erreichte das Segment Premium-Sportswear 2016 ein Wachstum von 4,8% auf 6,6 Bill. Won (circa 5,1 Mrd. Euro; 1 Euro = rund 1.284 Won; im Jahresdurchschnitt 2016). Aufgrund dieser positiven Entwicklung drängen immer mehr internationale Firmen auf den koreanischen Markt und werden damit das Warensortiment für die lokale Kundschaft ausweiten. Bisher lief ein Großteil der Bestellungen über internationale Shopping-Portale ab. Künftig wird die lokale Präsenz an Bedeutung gewinnen.

Internationale Firmen drängen auf den Markt

So startete der amerikanische Hersteller Under Armour 2017 den Direktvertrieb mit einem ersten eigenen Geschäft in Korea (Rep.). Im Januar eröffnete das Unternehmen seinen nach der Dependance in Shanghai weltweit zweitgrößten Shop im Nobelstadtteil Gangnam in Seoul. Bisher hatte Under Armour seinen Vertrieb größtenteils über kleinere Geschäfte in Partnerschaft mit einem koreanischen Einzelhändler betrieben. Aus diesem Grund sollen noch im Jahresverlauf 2017 vier weitere eigene Flaggschiff-Geschäfte sowie zahlreiche "Shop-in-Shops" implementiert werden.

Aber auch andere Branchenfirmen zieht es auf den koreanischen Markt wie etwa Lululemon Athletica - ein kanadisches Unternehmen, das auf Bekleidung für Yoga spezialisiert ist. Lululemon eröffnete seine erste asiatische Filiale in Seoul im Jahr 2016. Mittlerweile wurde bereits ein zweiter Ableger ebenfalls in Seoul eröffnet, ein drittes Geschäft soll im Jahresverlauf 2017 folgen.

Deutsche Firmen gut positioniert

Das deutsche Unternehmen Adidas konnte in der Vergangenheit ebenfalls sehr gute Ergebnisse auf dem koreanischen Markt erwirtschaften. Trotz einer schleppenden Konjunktur und eines schwachen Konsums stieg der Firmenumsatz in Korea (Rep.) im Jahr 2016 um rund 15%. Auch für 2017 rechnet Adidas Presseangaben zufolge mit einem Absatzplus von etwa 10%.

Nach Einschätzung von Eddie Nixon, dem Geschäftsführer von Adidas Korea, in der Tageszeitung "Korea Times" war das Wachstum 2016 unter anderem auf eine hohe Nachfrage bei jungen Konsumenten, Kindern und Streetwear zurückzuführen. Adidas setzt 2016 rund 1 Bill. Won in fast 800 Geschäften um. Die meisten davon werden auf Franchise-Basis geführt. Für den koreanischen Markt spricht demzufolge, dass die Bevölkerung im Vergleich zu anderen asiatischen Länder aktiver und fitness-orientierter ist.

Puma wiederum setzt in Korea (Rep.) neben Fußballartikeln auf die weibliche Kundschaft, die für etwa 55% der Umsätze verantwortlich zeichnet. Nach Einschätzung von Puma-CEO Rasmus Holm im "Korea Herald" soll dieser Prozentsatz künftig sogar noch steigen, da der Markt für Sportbekleidung zunehmend modebewusst wird. Auch der Einfluss der Unterhaltungsindustrie auf das Segment steige zusehends, weshalb Puma im Marketingbereich mit K-Pop-Stars zusammenarbeitet.

Auch nach Ansicht von Holm ist der Markt für Sportbekleidung in Korea (Rep.) in einer Wachstumsphase. Puma wird kurzfristig vorwiegend auf die Optimierung seiner bisherigen Shops setzen. Künftig ist auch eine Ausweitung der Geschäfte anvisiert, wobei jedoch keine Zahlen oder Zeitpläne genannt wurden. Allerdings ist der koreanische Markt nicht einfach. Das Umfeld und der Wettbewerb seien hochkompetitiv. Neben zahlreichen internationalen Branchenfirmen seien auch lokale Wettbewerber gut aufgestellt.

"Korean Wave" als Standortfaktor

Firmenvertreter nennen auch die Strahlwirkung von Korea (Rep.) auf andere Länder Asiens im Zuge des sogenannten "Hallyhu" - der "Korean Wave" von TV-Serien, Musik und Mode als wichtigen Standortfaktor. Zahlreiche andere Konsumenten in der Region orientieren sich an den Entwicklungen in Korea (Rep.); das Land gilt als internationaler Trendsetter im kulturellen Segment. Moden und Marken, die hier erfolgreich sind, verbreiten sich häufig mit zeitlicher Verzögerung in ganz Asien.

Positiv dürfte sich auf den lokalen Sportartikel- und -bekleidungsmarkt ebenfalls auswirken, dass Korea (Rep.) innerhalb von nur zehn Monaten zwei große Sportereignisse von globaler Bedeutung austrägt. Im Mai und Juni 2017 findet in sechs Städten des Landes die FIFA U20-Fussballweltmeisterschaft statt unter anderem mit Beteiligung der deutschen Mannschaft. Dort können Hersteller ihre Produkte einem weltweiten Publikum vorstellen ebenso wie bei den olympischen Winterspielen, die vom 9. bis 25. Februar 2018 in Pyeongchang ausgetragen werden.

Boom bei Outdoor-Bekleidung verpufft

Kritischer äußert sich der Textilverband KOFOTI (Korea Federation of Textile Industries) zu den Perspektiven des Sektors und prognostiziert für 2017 rückläufige Absätze. Allerdings dürfte dies unter anderem darauf zurückzuführen sein, dass der koreanische Markt für Outdoor-Bekleidung nach einer Boomphase Anfang des Jahrzehnts nun stark rückläufige Raten aufweist. Bis 2014 erreichte der Absatz von Outdoorbekleidung zweistellige Wachstumsraten von zum Teil mehr als 30%.

Der Markt wurde angetrieben durch ein zunehmendes Freizeitbewusstsein und eine große Leidenschaft der koreanischen Bevölkerung für Wanderungen. Die Zahl der Branchenunternehmen nahm zwischen 2005 und 2012 sprunghaft von 30 Marken auf etwa 170 zu. Seit 2012 gingen die Zuwachsraten jedoch sukzessive zurück, Schätzungen zufolge stagnierte der Markt 2015 bei einem Volumen von 7,4 Bill. Won, einige Branchenfirmen mussten bereits hohe Umsatzverluste im zweistelligen Bereich hinnehmen.

Für 2016 gibt es noch keine konkreten Zahlen für den Gesamtmarkt, doch deuten verschiedene Indikatoren auf rückläufige Umsätze hin. So sanken die Importe von Bergschuhen 2016 um 41,5%, die Einfuhren von Kleidung aus Filz, Flies und PVC um 21,7% sowie die von Anoraks und Windjacken für Männer um 5,4%. Medienberichten zufolge ziehen sich angesichts der Marktsättigung bereits einige Firmen aus diesem Segment zurück. Andere orientieren sich um in Richtung expandierender Bereiche wie Fitness- und Laufsportaccessoires sowie Yoga- und Golfbekleidung.

Weitere Informationen:
Korea Sportbekleidung Outdoor
Quelle:

Alexander Hirschle, Germany Trade & Invest www.gtai.de

Usbekistans Textilindustrie startet neue Ausbauinitiative © Hartmut Wolff/pixelio.de
23.05.2017

USBEKISTANS TEXTILINDUSTRIE STARTET NEUE AUSBAUINITIATIVE

  • Projekte für 2,3 Mrd. US$ bis 2020 avisiert
  • Verdoppelung der Exporte von Fertigerzeugnissen angestrebt

Taschkent (GTAI) - Die Textil- und Bekleidungsindustrie Usbekistans bleibt auch künftig einer der bedeutendsten Investitions- und Kooperationssektoren für ausländische Firmen. Ein neues Ausbauprogramm für den Zeitraum 2017 bis 2020 sieht die Umsetzung von 140 Projekten vor. Vom erwarteten Kapitalzufluss in die Branche in Höhe von bis zu 2,3 Mrd. US$ soll etwa die Hälfte auf ausländische Investitionen entfallen.

  • Projekte für 2,3 Mrd. US$ bis 2020 avisiert
  • Verdoppelung der Exporte von Fertigerzeugnissen angestrebt

Taschkent (GTAI) - Die Textil- und Bekleidungsindustrie Usbekistans bleibt auch künftig einer der bedeutendsten Investitions- und Kooperationssektoren für ausländische Firmen. Ein neues Ausbauprogramm für den Zeitraum 2017 bis 2020 sieht die Umsetzung von 140 Projekten vor. Vom erwarteten Kapitalzufluss in die Branche in Höhe von bis zu 2,3 Mrd. US$ soll etwa die Hälfte auf ausländische Investitionen entfallen.

Die Textil- und Bekleidungsindustrie soll mehr denn je zu einer wichtigen Exportsäule der zentralasiatischen Republik ausgebaut werden. Die konkreten Aktivitäten für die angepeilte Verdoppelung der Ausfuhren bis 2020 gegenüber 2016 sind in der Präsidialverordnung "Über das Maßnahmenprogramm für die weitere Entwicklung der Textil-, Bekleidungs- und Trikotagenindustrie 2017 bis 2020" vom 21.12.16 aufgelistet.

Vollständige inländische Verarbeitung von Baumwollfasern angestrebt

Usbekistan zählt mit einem jährlichen Ausstoß von 3,4 Mio. t Rohbaumwolle und 1,1 Mio. t Baumwollfasern zu den weltweit sechs größten Baumwollproduzenten. Die Erzeugung von 25.800 t Kokons ist ebenfalls beachtlich (jeweils durchschnittliche Angabe für 2012 bis 2015). Im 1. Halbjahr 2016 wurden 55% der produzierten Baumwollfasern im Inland weiterverarbeitet. Diese Quote soll laut Programm bis 2020 auf 100% steigen. Ferner ist es vorgesehen, das Gewicht von Baumwollgarn am Textilexport zugunsten mehr veredelter Baumwollerzeugnisse zu verringern. Garn steht heute für 53% der wertmäßigen Ausfuhren von fertigen Textilerzeugnissen.

Geplant ist im Einzelnen die Produktion fertiger Textilerzeugnisse bis 2020 um 120% auszuweiten, darunter von Garn um 170%, von fertigen Trikotagengeweben um 200%, von Fertigtrikotagen und -bekleidung um 240% sowie von Strumpfwaren um 270%. Der Anteil von Fertigerzeugnissen am Aufkommen der Textil- und Bekleidungsindustrie soll von 47,0 auf 65,5% und am Export von 42,0 auf 70,0% steigen. Das Programm umfasst auch Maßnahmen zur Anpassung der usbekischen Normen und Standards in der Branche an das internationale übliche Regelwerk.

Liefer- und Kooperationschancen für 140 geplante Einzelprojekte

Bis zu 2,3 Mrd. $ sollen bis 2020 in 140 Ausbau- und Erneuerungsprojekte fließen, darunter auch in Komplexe mit einer vollen Wertschöpfungskette. Geschäftsbanken oder deren Investitionsgesellschaften, die Kredite für die Kofinanzierung der Vorhaben bereitstellen, können je nach Projekt bis zu 100% des Stammkapitals der neuen oder modernisierten Unternehmen erwerben.

Hauptansprechpartner für die Projekte ist die Staatliche Aktionärsgesellschaft O´zbekyengilsanoat. Ihr gehören 380 Textil-, Bekleidungs- und Trikotagenbetriebe sowie einige Seidenverarbeiter, darunter auch viele Joint Ventures. Die Gesellschaft ist hinsichtlich ihrer Tätigkeit mit einem Branchenministerium vergleichbar. Sie steht für einen großen Teil des Ausstoßes und der Exporte der usbekischen Textil- und Bekleidungsindustrie (Schätzung für 2016: circa 1 Mrd. $).

Zu ihren Aufgabenbereichen zählt die Koordinierung und Mitwirkung an Investitionsprojekten. So unterliegen alle Projekte, an denen Betriebe von O´zbekyengilsanoat beteiligt sind, einer fachlichen Prüfung durch den wissenschaftlich-technischen Rat der Aktionärsgesellschaft. Importverträge für den Bedarf der Vorhaben unterliegen ebenfalls einer Begutachtung.

Weitreichende Präferenzen für Investoren

Projekte werden mit mehreren Stimulis bis 1.1.20 flankiert. Der Staat gewährt Zollpräfenzen für den Import von Ausrüstungen, Komplettierungs- und Ersatzteilen, eine Befreiung von der Gewinn- und Vermögensteuer und ebenso der Pflichtabgabe an den zentralen Straßenfonds. Exportorientierte Hersteller von fertigen Baumwoll-, Misch- und Seidenstoffen, Fertigbekleidung und  trikotagen, Kopfbedeckungen, Strümpfen und Textilgalanteriewaren werden vom Pflichtumtausch erzielter Devisenerlösen in Usbekistan-Sum befreit. Der Import von Rohstoffen, Hilfsstoffen und Materialen kann mit einer Zollstundung von bis zu 60 Tagen gefördert werden.

Die neue zentrale Außenhandelsgesellschaft Ustextilexport soll als Dienstleister für den Bedarf aller im Land tätigen Branchenakteure einschließlich Kleinunternehmen tätig werden. Dies gilt sowohl für die Erschließung der Auslandsmärke, die Belieferung bereits bestehender Handelshäuser für Textilien und Bekleidung im Ausland mit usbekischen Produkten als auch für die Mitwirkung bei der Beschaffung von Technologien und Materialen für die einheimische Textil- und Bekleidungsindustrie.    

Die aktuellen Ziele für den Ausbau der Textil- und Bekleidungsindustrie sind allzu ambitioniert. Bereits in den Vorjahren wurden mittelfristige Branchenprogramme aufgelegt. Die Ergebnisse fielen ungeachtet erreichter Fortschritte recht spärlich aus. Der Ausstoß und die Effektivität der Produktion bleiben noch weit hinter den Zielstellungen zurück. Schon im Jahr 2012 sollten 407.000 t Baumwollgarn, 350 Mio. qm Baumwollstoffe und 273 Mio. Stück Bekleidung produziert werden. Die für 2012 angepeilten Exporte von 1,5 Mrd. $ wurden auch 2016 (gut 1,0 Mrd. $) verfehlt.

Die Gründe hierfür sind vielschichtig. Zu wenig wurde bisher in die Modernisierung bestehender Betriebe investiert. Die Unternehmen beklagen Engpässe bei der Sicherung von Umlaufmitteln, in der Energieversorgung und vor allem auch bei der Devisenkonvertierung für die Beschaffung von Importen (Ersatzteilen, Hilfsmaterialen etc.). Ein weiteres Hindernis ist die Überregulierung von Im- und Exportgeschäften.

Dennoch bleibt die Branche ein lohnendes Geschäftsfeld für ausländische Unternehmen. Zudem stehen die Karten gut, dass sich die geschäftlichen Rahmenbedingungen im Land weiter verbessern. Nach dem Amtsantritt des neuen Präsidenten Schawkat Mirsijojew im Dezember 2016 geht eine positive Stimmung durch das Land. Erste Regelungen für mehr unternehmerische Freiheiten wurden schon beschlossen. Ein ganzes Bündel weiterer Maßnahmen ist in Sicht.

Ausgewählte Kenndaten der Leichtindustrie Usbekistans1)

Kennziffer 2011 2012 2013 2014 2015
Ausstoß insgesamt (in Mio. Euro) 2) 2.408,3 2.506,0 2.793,4 3.538,0 5.133,7
Anteil an der Industrieproduktion insgesamt (in %) 13,4 12,9 11,9 15,4 15,7
reale Veränderung. zum Vorjahr auf Basis von Usbekistan-Sum (in %) 4,0 12,9 11,9 15,4 15,7
Bruttoanlageinvestitionen (in Mio. Euro)   272,2 255,8 255,7 304,4 248,6
Verschleißgrad der Grundfonds (per 31.12., in %) 28,0 31,1 30,6 32,6 21,2
Anzahl der Beschäftigten (in 1.000 Personen)      143,4 142,0 145,9 140,4 140,0
Textilindustrie      113,2 111,1 113,1 106,2 105,0
Bekleidungsindustrie 24,1 24,6 26,0 28,5 29,0
Produktion ausgewählter Textil- und Bekleidungserzeugnisse                    
Baumwollgarn (in 1.000 t) 171,8 199,3 238,9 277,2 326,1
Rohseidengarn (in t)   1.465,8 1.119,1 1.875,9 854,3 1.349,8
Stoffe (in Mio. qm)   187,3 204,9 257,1 236,8 227,1
Baumwollstoffe   130,0 138,9 167,2 169,4 157,8
Seidenstoffe      3,3 2,9 1,5 1,4 1,7
Wollstoffe      0,2 0,2 0,04 0,04 0,3
.andere Stoffe    53,8 62,9 88,4 66,0 67,6
Trikotagengewebe (1.000 t) 20,8 26,2 36,0 32,8 41,2
Trikotagen (Mio. Stück) 112,3 132,6 135,0 131,3 161,6
Strumpfwaren (Mio. Paar)    24,1 34,4 34,3 31,2 31,8
Bekleidung (in Mio. Euro)    83,4 93,6 115,0 292,7 559,0

1) die Leichtindustrie umfasst neben der Textil- und Bekleidungsindustrie die Sparten Baumwollentkernung und Produktion von Lederwaren/Schuhen;
2) gut zwei Drittel des Ausstoßes entfallen auf die Textil- und Be-kleidungsbranche; 3) die Investitionen in den Sparten Baumwollentkernung, Teppiche sowie Leder / Lederwa-ren betragen weniger als 10% des alljährlich in der Leichtindustrie investierten Kapitals
Quelle: Staatliches Komitee für Statistik, Taschkent


Kontaktanschrift
GAK O´zbekyengilsanoat (Staatliche Aktionärsgesellschaft O´zbekyengilsanoat)
ul. Bobura 45, 100100 Taschkent/Republik Usbekistan
Ansprechpartner: Ilchom Haydarov, Vorsitzender der GAK O´zbekengilsanoat; Schochruch Rachimow, Leiter der Abteilung Investitionsprojekte
Tel.: 00998 71/239 17 11, -253 93 54, -239 17 11, -253 93 58 (Verwaltung für Investitionsprojekte), Fax: -253 93 58, -56 04 (Verwaltung für Investitionsprojekte)
E-Mail: info@engilsanoat.uz, info@legprom.uz, Internet: http://www.engilsanoat.uz, http://www.legprom.uz

Texprocess 2017 © Messe Frankfurt Exhibition GmbH
18.04.2017

TEXTILER DIGITALDRUCK IST SCHWERPUNKT DER TEXPROCESS

  • Erste European Digital Textile Conference auf der Texprocess
  • Aussteller zeigen die neuesten Drucktechnologien

Farbe und Funktion: Der textile Digitaldruck ist in diesem Jahr ein Schwerpunkt der Texprocess. Erstmals organisiert der Brancheninformationsdienst World Textile Information Network (WTiN) die European Digital Textile Conference auf der Texprocess. Im Vortragsprogramm des Texprocess Forum widmet sich ein eigener Themenblock dem Digitaldruck. In Halle 6.0 zeigt zudem die Digital Textile Microfactory eine textile Produktionskette live – vom Design über den Digitaldruck und Zuschnitt bis hin zur Konfektionierung. Ebenso zeigen zahlreiche Ausstellern Digitaldruck-Technologien, darunter Brother, Epson, Ergosoft und Mimaki.

  • Erste European Digital Textile Conference auf der Texprocess
  • Aussteller zeigen die neuesten Drucktechnologien

Farbe und Funktion: Der textile Digitaldruck ist in diesem Jahr ein Schwerpunkt der Texprocess. Erstmals organisiert der Brancheninformationsdienst World Textile Information Network (WTiN) die European Digital Textile Conference auf der Texprocess. Im Vortragsprogramm des Texprocess Forum widmet sich ein eigener Themenblock dem Digitaldruck. In Halle 6.0 zeigt zudem die Digital Textile Microfactory eine textile Produktionskette live – vom Design über den Digitaldruck und Zuschnitt bis hin zur Konfektionierung. Ebenso zeigen zahlreiche Ausstellern Digitaldruck-Technologien, darunter Brother, Epson, Ergosoft und Mimaki.

„Mit unserem erweiterten Angebot zum Thema Digitaldruck gehen wir auf die steigende Nachfrage nach digitalisierten Technologien in der Verarbeitung von Bekleidung, technischen Textilien und flexiblen Materialien ein. Mit dem Angebot sprechen wir sowohl Hersteller technischer Textilien als auch Verarbeiter von Textilien an“, so Michael Jänecke, Leiter Brand Management Textiles and Textile Technologies bei der Messe Frankfurt.

Elgar Straub, Geschäftsführer des VDMA Textile Care, Fabric and Leather Technologies: „Der textile Digitaldruck macht es möglich, Bekleidung, Schuhe und technische Textilien direkt zu bedrucken. Der Trend zur Individualisierung lässt auch in der Bekleidungsindustrie die Nachfrage nach individuellen Produkten steigen und macht somit den textilen Digitaldruck zu einer der Zukunftstechnologien für Verarbeiter von Bekleidung und Textilien.“

European Digital Textile Conference auf der Texprocess

In Zusammenarbeit mit der Texprocess und Techtextil organisiert der Brancheninformationsdienst WTiN erstmals die European Digital Textile Conference auf der Texprocess. Im Mittelpunkt der Konferenz steht der digitale Textildruck zur Funktionalisierung und Dekoration technischer Textilien. Die WTiN European Digital Textile Conference findet am 10. Mai von 9 Uhr bis 16.30 Uhr in Halle 4.0 im Saal Europa statt.
Tickets für die Konferenz sind direkt bei WTiN unter folgenden Link erhältlich: https://www.digitaltextileconference.com/edtc2017/

Geplant sind Vorträge unter anderem zur Direktfärbung von Garnen in der Stickerei (Coloreel, Schweden), zur Plasma-Vorbehandlungen von Textilien für den Digitaldruck (GRINP, Italien) und zur chemischen Veredelung von Textilien per Inkjet-Druck (EFI-REGGIANI, USA).

Texprocess Forum widmet sich Digitaldruck

Auch im Texprocess Forum wird der textile Digitaldruck in einem eigenen Vortragsblock aufgegrif-fen. Auf der internationalen Konferenz präsentieren an allen vier Messetagen Experten aus Wissenschaft und Wirtschaft in über 30 Vorträgen und Podiumsdiskussionen aktuelle Erkenntnisse zu den Leitthemen der Branche. Das Texprocess Forum ist für Besucher der Texprocess und der Techtextil kostenlos und findet in der Halle 6.0 statt. Erstmals gestalten drei Partner das Programm mit jeweils eigenen Themenblöcken: Dialog Textil-Bekleidung (DTB), die International Apparel Federation (IAF) sowie das World Textile Information Network (WTiN).

Digital Textile Microfactory

In Zusammenarbeit mit den Deutschen Instituten für Textil- und Faserforschung Denkendorf und namhaften Unternehmen der Textilbranche zeigt die Texprocess in der Digital Textile Microfactory in Halle 6.0 die komplett vernetzte Produktionskette von Textilien live. Die Digitaldruck-Station zeigt den großformatigen Inkjetdruck in Form von Sublimationsdruck auf Polyester sowie Pigmentdruck auf Baumwolle und Mischgewebe. Fertigungsaufträge können hier flexibel kombiniert und mit un-terschiedlichen Druckparametern farbverbindlich gedruckt werden. Für optimale Druckergebnisse sorgen an dieser Station die Hardware- und Softwarepartner Mimaki und Ergosoft sowie Coldenhove und Monti Antonio. Neben den Partnern der Microfactory präsentieren u.a. Brother und Epson aktuelle Druckverfahren für Textilien und Bekleidung auf der Texprocess.

Digitaldruck Ausblick

Ursprünglich für Modestoffe entwickelt, wird der digitale Textildruck auch bei technischen Textilien wie Sportbekleidung und Textilien für die Automobilindustrie angewendet. Dabei steht vor allem die Funktionalisierung von Textilien im Mittelpunkt. So kann etwa bei Schwimmbekleidung eine erhöhte Farbechtheit trotz häufigen Wasser- und Chlorkontakts sowie Sonneneinwirkung erzielt werden. Ebenso können Textilien per Tintenstrahldruck auf chemischer Basis veredelt werden, sodass sie schmutzabweisende, antimikrobielle und feuerfeste Eigenschaften aufweisen. Die Veredelung im Tintenstrahldruck bringt zudem Nachhaltigkeits- und Effizienzvorteile mit sich.

Die Polen kleiden sich neu ein © Hardy5 / pixelio.de
22.11.2016

DIE POLEN KLEIDEN SICH NEU EIN

  • Deutsche Mode gefragt
  • Schuhkette CCC expandiert

Warschau (GTAI) - Die Nachfrage nach Textilien, Bekleidung und Schuhen entwickelt sich in Polen 2016 besonders dynamisch. Diese Artikel sind auch beliebte Weihnachtsgeschenke. Trotz der starken Konkurrenz bleibt Deutschland der drittgrößte ausländische Lieferant von Bekleidung und verzeichnet weitere Zuwächse. Der deutsche Onlinehändler Zalando errichtet sein erstes riesiges Logistikzentrum in Polen. Der Discounter KiK eröffnet weitere Filialen. Die inländische Schuhkette CCC expandiert.

  • Deutsche Mode gefragt
  • Schuhkette CCC expandiert

Warschau (GTAI) - Die Nachfrage nach Textilien, Bekleidung und Schuhen entwickelt sich in Polen 2016 besonders dynamisch. Diese Artikel sind auch beliebte Weihnachtsgeschenke. Trotz der starken Konkurrenz bleibt Deutschland der drittgrößte ausländische Lieferant von Bekleidung und verzeichnet weitere Zuwächse. Der deutsche Onlinehändler Zalando errichtet sein erstes riesiges Logistikzentrum in Polen. Der Discounter KiK eröffnet weitere Filialen. Die inländische Schuhkette CCC expandiert.

Die Einzelhandelsumsätze mit Textilien, Bekleidung und Schuhen steigen in Polen von allen Produktgruppen am schnellsten. In den ersten drei Quartalen 2016 erreichte der reale Zuwachs laut dem Hauptamt für Statistik GUS 15,8% gegenüber Januar bis September 2015. Die Einzelhandelsumsätze insgesamt erhöhten sich gleichzeitig real um 5,3%. Das bevorstehende Weihnachtsgeschäft dürfte der Nachfrage nach Modeartikeln weiteren Auftrieb geben. Das im laufenden Jahr eingeführte Kindergeld heizt die Kauflust der Polen zusätzlich an.

Wert der Verkäufe von Bekleidung und Schuhen (in Mrd. Zl)
2012 2013 2014 2015 1) 2016 2) 2017 2)
28,7 28,9 31,8 33,4 35,3 37,1

1) Schätzung, 2) Prognose
Quelle: Marktforschungsfirma PMR

In erster Linie wächst der Bedarf an gängigen Artikeln des unteren, mittleren und gehobenen Segments. Bekleidungsanbieter der Luxuskategorie profitieren dagegen nicht von der steigenden Nachfrage. Laut der Consultingfirma KPMG (http://www.kpmg.pl) gaben die Polen 2015 rund 14,3 Mrd. Zloty (Zl; rund 3,4 Mrd. Euro, 1 Euro = 4,1841; Durchschnittskurs 2015) für Luxusgüter aus, darunter 2,065 Mrd. Zl für Bekleidung und Accessoires. Diese bilden aber eine wichtige Produktgruppe und belegen hinter Pkw (6,974 Mrd. Zl) den zweiten Platz.

Dass das Nachfragepotenzial im Edelsegment begrenzt ist, bekam auch das größte inländische Bekleidungsunternehmen LPP zu spüren. Dieses ist bekannt für seine Marken für Jedermann, vor allem "Reserved", mit der es fast die Hälfte (47%) seiner Einnahmen erwirtschaftet. Anfang 2016 brachte LPP seine Premiummarke "Tallinder" auf den Markt. Nachdem jedoch die Verkäufe deutlich     
unter den Erwartungen geblieben waren, gab LPP im September 2016 die schrittweise Aufgabe dieses Vorhabens bekannt.

Tallinder sollte den etablierten Herrenausstattern und Anbietern anderer hochwertiger Bekleidung Vistula, Bytom und Prochnik Konkurrenz machen. Der Marktführer bei Herrenbekleidung Vistula, zu dem auch die Juwelierkette "W.Kruk" und die Marke für Damenbekleidung "Deni Cler" gehört, erwartet 2016 (2015) eine Steigerung seiner Einnahmen auf 590 (518) Mio. Zl und seines Nettogewinns auf 37,0 (28,3) Mio. Zl. Bytom folgt mit großem Abstand mit prognostizierten Einnahmen von 154 (131) Mio. Zl und einem Nettogewinn von 14,1 (12,4) Mio. Zl.
 
CCC strebt ins Ausland

Aufgrund der steigenden Nachfrage erhöht sich auch die Anzahl der Fachgeschäfte für Bekleidung, die laut GUS bis Ende 2015 auf rund 37.100 wuchs (2014: 35.900). Etwas rückläufig war gleichzeitig jedoch die Anzahl der Verkaufsläden für Schuhe und Lederwaren, die sich 2015 auf 8.200 (8.300) belief. Ein Grund dafür ist die Verbreitung einschlägiger Handelsketten, wie der Schuhkette CCC (http://ccc.eu), die zur Konsolidierung beträgt, und der zunehmende Onlinehandel.

CCC eröffnet 2016 allein im Inland rund 40 neue Filialen und vergrößert ihre Verkaufsfläche im In- und Ausland jährlich um etwa 20 bis 30%. Im Jahr 2016 soll diese um 105.000 qm und 2017 um 120.000 qm (netto) steigen. Die Handelskette sucht zusätzliche Franchising-Nehmer in weiteren europäischen Ländern und neuerdings auch in Asien und den USA. In der Russischen Föderation will CCC große Salons mit etwa 1.000 qm eröffnen. Auch in der Ukraine, Belarus, Kasachstan sowie in zentraleuropäischen Nachbarländern soll ihre Präsenz ausgebaut werden, wie der Gründer der Kette, Dariusz Milek, gegenüber der Tageszeitung Rzeczpospolita sagte.

Die in Deutschland und Österreich vorhandenen Filialnetze sollten künftig nicht nennenswert vergrößert werden; in Österreich gebe es bereits fast alle der insgesamt 70 angestrebten CCC-Geschäfte. Aufgrund des ausbleibenden Gewinns in den beiden Ländern solle deren Anteil an den Gesamteinnahmen der Gruppe, die 2016 rund 3,2 Mrd. Zl erreichen dürften, 10% nicht übersteigen. CCC setzt auch auf den E-Handel. Nachdem die Handelskette bereits das Onlinegeschäft für Schuhe eobuwie.pl erworben hatte, will sie im Frühjahr 2017 mit einem eigenen E-Shop starten.
Außenhandel nimmt zu

Die polnischen Importe von Bekleidung übersteigen die Exporte. Die beiden Hauptanbieter von Textilien, VR China und Bangladesch, konnten 2015 ihre Lieferungen nach Polen weiter erhöhen. Deutschland auf Platz drei verzeichnete ebenfalls Zuwächse. Die Slowakei vervielfachte ihre Exporte. Unter den Abnehmerländern spielte Deutschland die mit Abstand wichtigste Rolle mit einer weiter deutlich steigenden Nachfrage. Auf den weiteren Rängen folgten die Niederlande, Tschechien, Österreich, Schweden und andere meist europäische Länder.

Polnischer Außenhandel mit Bekleidung aus gewebten Stoffen (in Mio. Zl)
Zolltarifpositionen 6201 bis 6209 2013 2014 2015
Import, darunter von: 5.392,4 6.910,0 8.589,6
.VR China 2.115,3 2.532,3 2.915,8
.Bangladesch 758,4 1.019,2 1.243,5
.Deutschland 522,1 607,7 745,4
.Türkei 290,6 404,3 570,9
.Slowakei 25,0 82,6 396,9
.Indien 258,8 329,9 366,7
Export, darunter nach: 5.895,4 6.830,1 7.894,9
.Deutschland 2.997,3 3.677,7 4.388,0

Quelle: Statistisches Hauptamt GUS

Deutschland trumpft in Polen nicht nur mit hochwertiger Bekleidung und bekannten Marken auf. Die in Europa führende Kette von Discountmärkten KiK verbreitet sich im Nachbarland weiter. Bis Ende 2017 soll die Anzahl der Filialen auf 200 steigen. Ihre erste polnische Filiale hatte KiK im März 2012 eröffnet.    

Der E-Handel dürfte den deutschen Lieferungen von Bekleidung weiteren Auftrieb geben. Der große Onlinehändler Zalando lässt sein erstes Logistikzentrum in Polen in Gryfino auf dem Gebiet der Sonderwirtschaftszone Kostrzyn-Slubice (Küstrin-Frankfurt/O.) für 150 Mio. Euro errichten. Laut dem Bauträger Goodman wird es die größte Logistikfläche, die eine einzelne Firma in Polen belegt. Es ist gleichzeitig eines der umfangreichsten derzeit durchgeführten BTS-Projekte (built-to-suit) des Landes, bei dem ein Objekt nach den Erfordernissen des künftigen Nutzers gebaut wird. Seine Inbetriebnahme ist für die zweite Jahreshälfte 2017 vorgesehen. Zalando will von dort aus Polen, die nordischen Länder und einen Teil Deutschlands beliefern.

Polnischer Außenhandel mit Bekleidung aus Gewirken und Gestricken (in Mio. Zl)
Zolltarifposition 6101 bis 6114 2013 2014 2015
Import, darunter von 5.191,6 6.748,2 8.404,7
.VR China 1.574,1 1.970,7 2.378,5
.Bangladesch 903,2 1.258,8 1.583,4
.Deutschland 538,1 723,8 927,5
.Türkei 512,9 628,7 796,5
.Kambodscha 235,4 464,3 586,7
Export, darunter nach 4.521,4 5.108,9 6.299,0
Deutschland 1.888,0 2.343,8 2.996,3

Quelle: Statistisches Hauptamt GUS

 

Weitere Informationen:
Polen Statistik Bekleidung Polen
Quelle:

Beatrice Repetzki, Germany Trade & Invest www.gtai.de

Usbekistan investiert 115 Mio. US$ in die Schuh- und Lederindustrie © Vera/ pixelio.de
20.09.2016

USBEKISTAN INVESTIERT 115 MIO. US$ IN DIE SCHUH- UND LEDERINDUSTRIE

  • Branchenvereinigung auf Geschäftspartnersuche

Taschkent (GTAI) - Die zentralasiatische Republik Usbekistan startet eine neue Initiative für die Modernisierung und den Ausbau ihrer Schuh- und Lederindustrie. Bis 2020 sind zahlreiche Projekte geplant, die ausländischen Anbietern Absatzchancen eröffnen. Neben Maschinen und Ausrüstungen sind verschiedenste Zulieferungen wie Schuhteile, Hilfsstoffe und Chemikalien gefragt. Das Gros der Branchenunternehmen ist in der Industriezweigvereinigung O´zbekcharmpoyabzali konzentriert.

  • Branchenvereinigung auf Geschäftspartnersuche

Taschkent (GTAI) - Die zentralasiatische Republik Usbekistan startet eine neue Initiative für die Modernisierung und den Ausbau ihrer Schuh- und Lederindustrie. Bis 2020 sind zahlreiche Projekte geplant, die ausländischen Anbietern Absatzchancen eröffnen. Neben Maschinen und Ausrüstungen sind verschiedenste Zulieferungen wie Schuhteile, Hilfsstoffe und Chemikalien gefragt. Das Gros der Branchenunternehmen ist in der Industriezweigvereinigung O´zbekcharmpoyabzali konzentriert.

Die Schuh- und Lederindustrie Usbekistans steht vor einem neuen Investitionsschub. In den Jahren 2016 bis 2020 ist die Umsetzung von 82 Projekten für die Errichtung neuer sowie den Ausbau und die Modernisierung bereits bestehender Kapazitäten geplant. Vorgesehen ist die Inbetriebnahme von 48 neuen Produktionsstätten und die technische Erneuerung oder Erweiterung von 34 Fabriken. Die für die Projekte erforderlichen Investitionen werden auf 115 Mio. US$ veranschlag.

Zahlreiche Geschäftschancen für ausländische Unternehmen

Die Ausbau- und Modernisierungsvorhaben bieten ausländischen Firmen eine Reihe von Geschäftschancen. Dies gilt sowohl für die Lieferung von Schuhteilen, Hilfs- und Zusatzstoffen, Accessoires sowie Chemikalien (Gerbstoffe, Entfettung-, Fettungs- und Bindemittel, Anilin sowie Pigmente) als auch für Maschinen und Anlagen einschließlich gebrauchter Technik. In den Gerbereien und Schuhfabriken werden vor allem folgende Geräte und Maschinen benötigt:

  • Vakuumtrockner
  • Spiralmesser für Entfleischungs- und Hobelmaschinen
  • elektronische Messgeräte zur Messung der Lederfläche
  • Stoßmaschinen und Quetschpressen
  • Nähmaschinen für die Schuhproduktion
  • hydraulische Ausschneidemaschinen
  • Spaltmaschinen für Oberteilelemente
  • Ausrüstungen für die Schuhmontage

Darüber hinaus streben einige Unternehmen die Gründung von Gemeinschaftsunternehmen mit einer ausländischen Kapitalbeteiligung an.

Branchenvereinigung O´zbekcharmpoyabzali koordiniert Investitionsprojekte

Hinter dem Ausbau- und Modernisierungsprogramm der Branche steht die Usbekische Assoziation für Leder und Schuhe O´zbekcharmpoyabzali. Unter ihrem Dach ist das Gros der Unternehmen des Industriezweigs konzentriert. Zu der Vereinigung gehören heute mehr als 80 Hersteller von Lederrohstoffen/Fertigleder (Produktion von Hartleder/Fuß- und Einlegesohlenleder und Weichleder/Oberleder, darunter vor allem von Chromlederwaren und Juchtenleder/feines Kalbsleder für Schuhe), Damen-, Herren- und Kinderschuhen sowie von Ledergalanteriewaren.

Ab 2008/09 setzte in der Branche ein sichtlicher Aufwärtstrend ein. Allerdings hat sich die Lage im Industriezweig 2012/13 wieder verschlechtert. Als Hauptgründe hierfür nennen Marktkenner erhebliche Liquiditätsprobleme der Unternehmen, große Schwierigkeiten bei der Devisenkonvertierung und die damit einhergehenden Einschränkungen bei der Beschaffung von Zulieferungen aus dem Ausland sowie eine generelle Verschlechterung des unternehmerischen Klimas im Land.

Die Produktion von Leder, Schuhen und Lederwaren macht heute nur einen Bruchteil der Produktion von Ende der 1980er und Anfang der 1990er Jahre aus. Im Jahr 1990 produzierten die Unternehmen noch circa 50 Mio. Paar Schuhe pro Jahr.

Jährliche Produktion soll bis 2020 auf 0,5 Mrd. US$ steigen

Die Warenproduktion der Unternehmen von O´zbekcharmpoyabzali wird 2016 voraussichtlich ein Volumen von 140 Mio. $ erreichen. Im Vergleich zu 2010 wäre das eine Verzehnfachung. Im Jahr 2016 sollen 8,7 Mio. Paar Schuhe produziert werden (2010: 3,1 Mio. Paar). Für das Jahr 2020 wird eine Warenproduktion in Höhe von 476 Mio. $ erwartet. Die Exporte sollen bis 2020 von 191 Mio. $ (Prognose für 2016) auf 301 Mio. $ steigen. Derzeit werden Schuhe und andere Lederwaren in die VR China, nach Pakistan, in die Türkei, nach Indien, Kasachstan, Korea (Rep.), Italien, Spanien und in das Vereinigte Königreich ausgeführt.

Das neue Branchenprogramm bleibt aber weit hinter den ursprünglichen Zielen zurück. Das Investitionsprogramm für die Jahre 2011 bis 2015 sah eine Ausweitung der Produktion von Schuhen um 120% auf 14,2 Mio. Paar gegenüber 2011 vor. Der Ausstoß von Leder sollte um 90% (auf 468 Mio. qdm), von Lederbekleidung um 720% sowie von Ledergalanteriewaren um 40% steigen.

Ab 2008/09 setzte in der Branche ein sichtlicher Aufwärtstrend ein. Allerdings hat sich die Lage im Industriezweig 2012/13 wieder verschlechtert. Als Hauptgründe hierfür nennen Marktkenner erhebliche Liquiditätsprobleme der Unternehmen, große Schwierigkeiten bei der Devisenkonvertierung und die damit einhergehenden Einschränkungen bei der Beschaffung von Zulieferungen aus dem Ausland sowie eine generelle Verschlechterung des unternehmerischen Klimas im Land.

Die Produktion von Leder, Schuhen und Lederwaren macht heute nur einen Bruchteil der Produktion von Ende der 1980er und Anfang der 1990er Jahre aus. Im Jahr 1990 produzierten die Unternehmen noch circa 50 Mio. Paar Schuhe pro Jahr.

Kontaktanschriften:

O´zbekiston charm va poyabzal ishlab chiqarish korxonalarining O´zbekcharmpoyabzali uyushmasi
(Assoziation der Leder- und Schuhbetriebe Usbekistans O´zbekcharmpoyabzali)
Mustakillik kuc., 109, 100192 Taschkent
Ansprechpartner: Maksudshon Mansurow, Vorsitzender, Sharifshon Scheralijew, stellvertretender Vorsitzender
Tel.: 00998 71/23052-80, Fax: -83
E-Mail: info@uzcharm.uz,  Internet: http://www.uzcharm.uz 

Trends für Frühjahr/Sommer 2017 auf der Schuhmesse GDS in Düsseldorf © Messe Düsseldorf / ctillmann 
02.08.2016

STEILE KARRIERE FÜR DEN SNEAKER

Sneaker bleiben auch im Frühjahr/Sommer 2017 der Megatrend schlechthin. Langeweile kommt dennoch nicht auf. Die neuen Schuhkollektionen präsentieren sich abwechslungsreich und innovativ: Safari- und Ethnothemen werden neu interpretiert. Softe Romantik und verspielte Dekoration setzen neue Akzente. Newcomer mit Potenzial sind Pantoletten und Sabots.

Sneaker bleiben auch im Frühjahr/Sommer 2017 der Megatrend schlechthin. Langeweile kommt dennoch nicht auf. Die neuen Schuhkollektionen präsentieren sich abwechslungsreich und innovativ: Safari- und Ethnothemen werden neu interpretiert. Softe Romantik und verspielte Dekoration setzen neue Akzente. Newcomer mit Potenzial sind Pantoletten und Sabots.

Zwar war die Konsumstimmung im ersten halben Jahr 2016 positiv – leider konnte der Schuheinzelhandel davon vielerorts kaum profitieren. Die Umsätze lagen nach den ersten sechs Monaten insgesamt rund zwei Prozent unter denen des Vorjahres. Die Witterungsbedingungen waren alles andere als verkaufsfördernd: die letzten Wintermonate waren zu mild, das Frühjahr hingegen zu kühl. Das ist aber nur eine von vielen Ursachen für die schwächelnden Umsätze des  Schuheinzelhandels. Beklagt werden auch Attraktivitätsverluste der Innenstädte und damit zusammen hängend eine Verlagerung des Schuhkaufs ins Internet. Für den stationären Schuhhandel stellt diese Entwicklung eine Herausforderung dar, die es zu meistern gilt. Hoffnung setzt die Branche auf den Trend zu verkürzten Hosenformen, die die Fußbekleidung zunehmend ins Blickfeld rücken. In der neuen Saison muss und will der Handel in zielgruppengerechtes Einkaufsambiente und Marketing investieren und qualitative Kaufanreize schaffen. Vielerorts wird der Sortimentsmix wieder auf den Prüfstand gestellt. Zahlreiche Händler nutzten daher die gerade zu Ende gegangene Schuhmesse GDS in Düsseldorf, um sich über die neuen Trends für Frühjahr/Sommer 2017 zu informieren.

Das im Rahmen des neuen Konzeptes erweiterte Angebot an Accessoire-Marken begrüßen 61% der Besucher, die sich gezielt über diese Kollektionen informierten.

Sneaker setzen ihre steile Karriere fort und gehören zu den generations- und geschlechterübergreifenden Trendschuhen. Die Bequemtreter sind mittlerweile als Fußbekleidung für die ganze Familie im Einsatz, von den Jüngsten bis hin zu den Senioren. Dabei hat der Trend meist mehr mit sportlichem Aussehen als mit sportlichem Einsatz zu tun, Bequemlichkeit ist für viele Schuhträger mittlerweile zur Selbstverständlichkeit geworden. Cleane puristisch gestaltete Modelle stehen neben Styles aus Material-Mix: Glitzer, Ziersteine, Glitter, Mesh, Metallics, Reptilprägungen, Lasercut und Neopren kommen auf dem Schuh zum Einsatz. Weiße Sohlen sind ein wichtiges Kennzeichen der neuen Sneaker.

Pantoletten punkten in neuer Vielfalt. Im Trend liegen Zehengreifer aber auch Pantoletten in Schlauch-Optiken und mit breiten (Kreuz-) Bandagen. Für Kaufanreize sollen Modelle mit anatomisch geformtem Fußbett (gern aus Kork) und weichen Uppers sorgen.

Sabots, Mules und Babouch-Typen gelten für die neue Saison als unverzichtbar. Die Modelle sind meist flach und kommen mit schlanken Leisten daher. Sehr trendy zeigen sich zehenoffene Mules mit Blockabsatz.

Früher trug man Espadrilles nur während des (Strand-)Urlaubs, mittlerweile haben sich die flachen Treter zu absoluten Trend-Teilen gemausert. Kein Wunder, denn die neuen Modelle sind nicht nur bequem, sondern auch super stylish! Besonders edel kommen Schäfte in Material-Mix wie Leder plus Metallics daher. Trendy sind auch Espadrilles aus Leinen, exotisch bedruckt, mit Streifen oder Pailletten und Perlen besetzt. Rutschfeste Gummisohlen machen die mediterranen Schuhe jetzt allwettertauglich, egal ob flach, mit Plateau oder Keil.

Loafer mit ihren androgynen Varianten wie Brogue, Budapester und Monk bleiben auch im kommenden Frühjahr/Sommer wichtig. Wichtig ist, dass der Schuh leicht ist. Filigrane, ungefütterte Modelle aus weichem Veloursleder konkurrieren mit Modellen mit voluminöseren Böden.

Sandalen sind aus keiner Sommerkollektion weg zu denken. Neben Modellen mit Plattform und breiten Bandagen stehen sportivere Varianten. Für Neuerungen sorgen Sandalen mit Blockabsatz, T-Spangen und Hochfrontschnitten. Kaum mehr zu übersehen sind die Lace-up Sandalen, ein Mix aus Römersandale und Ballerina.

Der Ethno- und Safari-Trend bleibt im Frühjahr/Sommer ungebrochen. Schaftgestaltungen mit bunten Bommeln, Quasten, Stickereien, Perlen und Flechtungen bestimmen die Optik.

Dicke, profilierte Sohlen („Briquette Plateaus“) oder Sohlen mit „Haifischzahn“-Profil sind im Mainstream angekommen. Ideal für Frauen, die gerne ein paar Zentimeter „wachsen“ möchten, ohne in High Heels zu laufen.

Mit der großen Nachfrage nach Sneakern wächst der Anteil an Hightech-Materialien. Auf Leder wird bei Schuhen naturgemäß dennoch nicht verzichtet, vor allem nicht auf Soft-Nappa und Velours. Sehr glatte und glänzende Oberflächen stehen neben Reptilprägungen.

Das Farbspektrum im Frühjahr/Sommer 2017 ist dezent. Monochrome Farbbilder erzeugen einen nachhaltig wertigen Look. Von Perlgrau bis Titan reicht die Farbskala der Grautöne. Daneben stehen lichte, cremige Töne mit einem Hauch von Rosé, sandige Nuancen sowie pudrig-hellen Modelle.

Egal, ob als High Heel oder als Sneaker, Metallicfarben von „dezent schillernd“ bis „mega-glitzernd“ leuchten auf zahlreichen Schuhen. Silber, Bronze und Gold sind nicht nur im Bereich Kleidung schwer im Trend, auch die Füße werden in der neuen Saison damit verziert.